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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Do 6. Aug 2026, 19:07
von Child of Bodom
Kapitel 17 – Ein richtig dummer Plan:

Julian konnte nicht vermeiden, dass er laut aufschrie als er dieses Mal im neuen Zyklus wieder erwachen sollte. Diese Schmerzen waren einfach selbst nach dem tausendsten Mal absolut unerträglich. Nur sehr langsam gewöhnte er sich daran. Das musste er aber, denn es gab viel wichtigere Probleme um die er sich dringend kümmern musste. Wo befand er sich? Offensichtlich in einem Bett, so viel konnte er alleine durch das Liegegefühl sagen. Schnell dachte Julian an die Sonne und aktivierte so den Arm-Panzer den er immer noch am linken Arm trug. Die holographische Projektion einer Sonne erhellte das Innere des Raums ausreichend, dass Julian erkennen konnte, dass es sich immer noch um seinen Miet-Transporter handelte. Das Militär war offensichtlich auch noch nicht da und so entschied sich Julian das Vehikel schnell durch die Schiebetür zu verlassen, bevor die ersten Soldaten eintreffen könnten. Und tatsächlich konnte er die ersten Soldaten bereits um die Ecke stürmen sehen, als er draußen war. Schnell nahm Julian sich Deckung an der Frontseite seines Fahrzeugs, wo sie ihn nicht sehen konnten und entschied dann schnell aber möglichst leise zum nächsten Vehikel zu schleichen und von dort weiter zum übernächsten.
„AUFMACHEN!!! SOFORT!!!“, konnte er einen der Soldaten wie beim letzten Mal autoritär ausschreien hören, während er weiter zum nächsten Vehikel schlich und weiter versuchte Abstand zu den Soldaten zu gewinnen. Er konnte hören wie sie die Tür gewaltsam mit einem Brecheisen öffneten und dann das Fahrzeug stürmten.
„Er ist nicht hier, Sir!“, konnte er dann einen der Soldaten ausrufen hören.
„Ausschwärmen! Über das gesamte Gelände wenn nötig! Lasst ihn nicht entkommen!“, antwortete ein weiterer im Befehlston und Julian wurde schnell klar, dass er nicht die Zeit hatte sich von einem Fahrzeug zum anderen zu schleichen. Die Armee würde ihn trotzdem finden. Er brauchte einen anderen Plan. Kämpfen? Nein, das war eine echte Kackidee. Schnell flüchten? Nein, genauso kacke. Die würden ihn erschießen bevor er auch nur ansatzweise vom Festival-Gelände runter kommen würde. Schnell entschied Julian den Fabrikator seines Arm-Panzers zu benutzen und ein Plasma-Gewehr aus einer der Felgen der Autos herstellen zu lassen. Dieses Mal würde er sich zumindest verteidigen, wenn er das glaubte zu müssen. Dann schlich er weiter zum nächsten Fahrzeug, ebenfalls ein Transporter, der ihm guten Sichtschutz bieten würde und leider dann aber auch für eine weitere Strecke das letzte wäre, denn nun folgte ein breiter Zwischenraum, der als Zufahrtsstrecke für die Stellplätze auf dem Festival diente. Immer wieder stürmten Soldaten an seiner Deckung vorbei. Nun kam es auf den richtigen Moment an, den Julian jetzt meinte gefunden zu haben. Noch ein Blick nach rechts und einer nach links. Als er jedoch losstürmen wollte packte ihn jemand an beiden Schultern und zog ihn zunächst zurück in die Deckung. Als Julian laut aufschreien wollte, war ihm das nicht möglich, da dieser Jemand nun auch die Hand über seinen Mund hielt. Anhand des Aussehens der Hände und des Körperbaus hatte Julian bereits erkannt, dass es sich um eine Frau handeln musste und daher überraschte es ihn erstaunlich wenig als er sich nach ihr umdrehte und sah, dass es sich um Christina handelte. Diese nahm schnell ihre Hand von seinem Mund und hielt sich schnell als Geste für Julian, dass er ruhig sein sollte den Zeigefinger vor ihren Mund. Julian hatte genauso schnell verstanden und nickte zustimmend. Dann gab Christina ihm ein Handzeichen, dass er ihr folgen sollte, was er schnell tat. Christina führte ihn in die Gegenrichtung zu seinem eigentlichen Ziel, das der offizielle Ein- und Ausgang des Festivals war. Immer wieder stoppten sie und ließen Soldaten-Gruppen passieren, bevor sie weiter gingen. Tatsächlich hatte Christina ihn an eine offene Stelle in der Umzäunung geführt, durch die sie beide völlig unbemerkt das Festival-Gelände verlassen konnten und nun zusammen unterwegs in den Wald waren.

Immer tiefer drangen sie beide in den Wald vor, der auch immer dichter und schwieriger zu durchqueren wurde. Das Militär hatte sie nicht bemerkt und folgte ihnen auch nicht weiter. Für Julian war es jedoch nur eine Frage der Zeit bis ihnen auffallen würde, dass weder Julian noch Christina an den Orten sein sollten, an denen sie vom Militär vermutet wurden. Für den Moment waren sie jedoch sicher hier und entschieden sich, sich entkräftet mit dem Rücken an jeweils einen Baum zu setzen und erst einmal tief durchzuatmen.
„Ich danke dir… Ich weiß nicht ob ich das ohne deine Hilfe geschafft hätte“, kommentierte Julian dann entkräftet.
„Wenn du auf mich und die anderen beiden gehört hättest, wäre das gar nicht erst nötig gewesen“, antwortete Christina und Julian sackte innerlich kurz in sich zusammen, da ihm klar wurde, dass sie absolut recht hatte. „Was war denn jetzt da unten los?“, fragte sie dann wesentlich verständnisvoller als Julian sehr lange geschwiegen hatte.
„Es war eine Falle. Leutnant Palmer war nicht dort unten. Er war immer noch in der Basis. Wenn wir an ihn heran kommen wollen, müssen wir dort noch einmal rein... Irgendwie…“, erklärte Julian dann.
„Ja, aber die Aliens sagten, dass es sich um einen Angriff dieser Tentakel-Monster handeln würde und dass sich ein, warte kurz... Ein Dimensionaler Riss gebildet hätte…“, warf Christina verwirrt und unsicher wegen der wissenschaftlichen Details ein.
„Das ist der Teil, der mich auch noch sehr verwirrt dabei. Anscheinend kann das Militär diese Mistviecher her rufen. Aber sie können sie wohl noch nicht kontrollieren. Wieder etwas, das uns wahrscheinlich Leutnant Palmer genauer sagen könnte, wenn wir nur irgendwie an ihn heran kämen“, antwortete Julian niedergeschlagen. „Was ist mit Kim und Sandra und ihren Erinnerungen?“, fragte er dann noch einmal nach, aber bereits an ihrem Kopfschütteln konnte Julian die bevorstehende negative Antwort erkennen.
„Sie haben wohl scheinbar alles versucht, aber nichts hat funktioniert. Ganz am Ende wollten sie so ein Gerät in dem Raum aufstellen in dem wir dich gefunden hatten… Ich glaube sie nannten es einen Chronoton-Anker oder so ähnlich… Und meinten dass das vielleicht helfen würde, weil du dann da an dieser Stelle wieder aufwachen würdest oder so ähnlich. Aber leider hat der Zyklus geendet bevor sie es hatten starten können“, erklärte Christina ihre Reaktion nun auch noch und Julian brach weiter innerlich zusammen. Jetzt hatte er auch noch Kim und Sandra verloren… Schon wieder. Und dieses Mal war es auch noch durch sein eigenes Versagen. Er wusste nicht wie lange er diesen Zustand noch ertragen könnte und er war sich unsicher ob er fähig war diese Konsequenzen zu tragen, die sein Handeln gerade gehabt hatten.
„Gottverdammt! Ich hab´s verkackt!“, rief er dann wütend aus und schlug einmal mit der Faust auf den weichen Moosboden. „Ich bekomme auch wirklich gar nichts auf die Reihe. Ich bin zu blöd für wirklich alles… Ich…“, sprach er dann weiter und konnte nicht vermeiden, dass er in Verzweiflungstränen ausbrechen sollte. „Ich bin einfach ein beschissener, kleiner Vollversager… Ich…“, brachte er dabei noch zwischen seinen Schluchzern heraus als er plötzlich Christinas sanften Griff an seiner Hand fühlte. Sie hatte sich ferner vor ihm platziert und sah ihm nun direkt in die Augen. Himmel war diese Frau so wunderschön.
„Julian, bitte… Du kannst mir eine Sache glauben… Ich hätte dich niemals angesprochen und mich dir mit der Sache mit dem Time Loop anvertraut, wenn ich dich auch nur im Ansatz für einen Versager halten würde“, sagte sie dann sehr zu Julians Verwirrung. Er wusste überhaupt nicht wie er reagieren sollte. Noch dazu kam, dass er gerade wirklich jedes kleine bisschen Selbstkontrolle aufbringen musste um nicht etwas gefährlich dummes zu tun. Ein Rascheln im Wald riss sie beide aus dem Moment und lenkte die gesamte Aufmerksamkeit der beiden wieder auf die Gesamtsituation bei der sie immer noch auf der Flucht vor dem Militär waren. Selbst wenn es sich lediglich um ein Tier gehandelt hatte, sie konnten es unmöglich riskieren.
„Wir müssen weiter“, kommentierte Christina nun und Julian nickte zustimmend, bevor sie beide wieder aufstanden und sich weiter durch den Wald kämpften.
„Und als nächstes müssen wir irgendwie zuerst Kim und Sandra überzeugen uns zu helfen und dann die Aliens“, sprach Julian dann plötzlich.
„Das klingt so als hättest du einen Plan…“, kommentierte Christina.
„Den hab ich, aber der wird keinem von uns wirklich gefallen“, antwortete er.
„Das sehen wir dann. Überlass deine beiden besten Freundinnen mir“, sagte sie, während sie beide eine Straße erreichten und dieser vorsichtig zu folgen begannen. Immerhin nutzte auch das Militär diese Wege und wenn sie nicht aufpassten könnten sie gerade dort gefunden werden.

Tatsächlich sollte alles gut gehen und sie das nächste Dorf ohne größere Zwischenfälle erreichen. Von dort aus stahlen sie beide ein Auto, dass Christina mit Hilfe der Alien-Technologie in ihrem Arm-Panzer gehackt hatte. Eines dieser fortschrittlichen Elektro-Autos, ein Tesla oder sowas. Julian kannte sich mit dieser Sorte Vehikel überhaupt nicht aus.
„Du musst mir unbedingt zeigen, wie du das hinbekommen hast“, kommentierte Julian dennoch bevor er auf der Beifahrer-Seite einstieg und Christina fahren ließ. Auch diese Fahrt verlief erstaunlicher Weise ohne Zwischenfälle mit dem Militär und sie erreichten Kim und Sandras Unterkunft, wo Christina sehr schnell die beiden mit Hilfe von holographischen Projektionen aus ihrem Arm-Panzer, Voraussehen ihrer Handlungen und einer guten Portion eines selbstbewussten aber sehr freundlichen Auftritts von der Wahrheit überzeugt hatte. Schneller als Julian es jemals hätte können. Wäre Christina weniger hübsch gewesen, wäre er wahrscheinlich auch schrecklich neidisch geworden. Nun war es jedoch an der Zeit seinen Plan zu erklären und den dreien zu offenbaren.
„Julian! Das ist wirklich das dümmste das jemals jemand für mich tun wollte!“, rief Christina schockiert aus.
„Bist du wirklich sicher, dass du dich sowas nochmal aussetzen willst?“, fügte Sandra schnell an.
„Und überhaupt. Das kommt gar nicht in Frage, Julian! Wir finden einen anderen Weg“, kommentierte nun auch noch Kim.
„Und wie genau sollte der aussehen? Wir haben nur diese eine Möglichkeit. Es ist der einzige Weg an Palmer heran zu kommen. Und wenn wir ihn haben werden wir dem ganzen hier ein Ende setzen“, sagte Julian nun erstaunlich selbstsicher für seine Zwecke. Er hatte das Gefühl genau zu wissen was er da gerade tat.
„Und wenn der schlimmste Fall eintritt?“, warf nun dennoch eine unglaublich besorgte Christina ein.
„Dann werdet ihr drei da sein und mich raus holen“, antwortete Julian erneut äußerst selbstsicher.
„Ich weiß ja echt nicht… Von dem was du erzählst her scheint es wirklich der einzige Weg zu sein, aber der Plan ist irgendwie so… richtig dumm und setzt dich ganz alleine schlimmsten Höllenqualen aus wenn er schief geht“, kommentierte Sandra noch einmal.
„Ist mir immer noch lieber als dass ich eine von euch Dreien diesen Qualen aussetzen würde“, antwortete Julian darauf und unerwarteter Weise erhielt er darauf keine Antwort. Aber was hätten sie darauf auch antworten können? „Ich möchte auf gar keinen Fall je wieder, dass jemand der mir etwas bedeutet darunter leiden muss, dass ich mal wieder irgendwelchen Mist gebaut hab“, erklärte er sich dann leise noch weiter.

Huh? Was war denn nun geschehen? Der Zyklus hatte sich neu gestartet und Julian fand sich in seinem Bett im Transporter wieder. Aber wieso? Hatte ihn jemand getötet ohne dass Julian es bemerkt hatte? War es einer von diesen Dreien gewesen? Spielte es überhaupt eine Rolle? Lautstark begann Julian drauf los zu lachen, da ihm das alles gerade wirklich zu viel wurde. Jetzt war eine seiner drei Freundinnen auch noch eine Serien-Killerin oder wie? Julian hatte gar nicht mal richtig mitbekommen wie Soldaten die Seitentür aufgerissen hatten und ihn auf den Boden schleuderten. Er ließ einfach alles ohne jeden Wiederstand über sich ergehen. Auch dass man ihn einfach wieder in die Militär-Basis zurück brachte ließ er einfach über sich ergehen. Er lachte lediglich hin und wieder ein wenig verstandlos über alles. Ansonsten starrte er einfach in die Leere, so wie er das letzte Mal schon getan hatte als ihn das Militär in seiner Gewalt hatte. Mittlerweile waren sie in der Basis angekommen und Julian wurde aus dem Geländewagen geholt, der sie dorthin gebracht hatte. Nur langsam schlossen sich die gewaltigen Tore der unterirdischen Basis und besiegelten Julians Schicksal. Nun würde er für immer ein Versuchsobjekt des Militärs sein. Aber das war ihm egal. Vielleicht war es ein Weg hier raus. Ein Weg aus diesem sich immer und immer und immer wieder wiederholenden Weltuntergang. Drei Soldaten bewachten ihn mit bereiten Sturmgewehren. Darauf ihn mit Kabelbindern zu fesseln hatte man offensichtlich wegen seines geringen Wiederstandes verzichtet. Anscheinend warteten sie dort am Eingang auf etwas. Und als sich plötzlich Oberst Kurzmann und Leutnant Palmer durch das geordnete Chaos im Eingangsraum kämpften, wusste selbst Julian worauf sie gewartet hatten. Das Problem war jedoch einfach dass es ihm völlig egal war. Genauso wie es ihm egal war, dass sich Oberst Kurzmann äußerst provokativ vor ihm platzierte und versuchte einen tiefen Blick in seine Augen zu bekommen. Julian behielt seinen Blick in die Leere einfach weiter bei und reagierte nicht auf den Oberst.
„Was stimmt denn mit dem nicht?“, warf er dann äußerst irritiert ein.
„Das kann ich leider auch nicht so genau sagen, Sir. Aber wenn sie wünschen, kann ich es versuchen heraus zu finden, Sir“, antwortete Palmer schnell.
„Nein, Nein. Schon gut Palmer. Es interessiert mich nicht wirklich warum diese beschissene, kleine Schneeflocke hier sich aufführt als ob sie schon tot wäre. Wird sie bestimmt ohnehin bald sein“, kommentierte Kurzmann dann und sah Julian noch einmal skeptisch ins Gesicht, als würde er nicht glauben, dass Julians Zustand real wäre. „Nun… Ich denke dann, es handelt sich um ihr Versuchsobjekt, Leutnant Palmer“, sagte er dann und Palmer bestätigte schnell mit einem Salutieren und einem lautstarken „Sir!“, bevor er sich Julian ebenfalls noch einmal genau ansah.
„Bringen sie ihn zunächst in den Chronoton-Abschirmungs-Raum. Ich werde ihnen Bescheid geben, wenn sie ihn von dort aus in den Kristall-Raum verlegen sollen“, befahl nun Leutnant Palmer an die drei Soldaten, die Julian bewachten, welche ebenfalls mit einem lautstarken „Sir!“ bestätigten und dann Julian links und rechts am Arm packten um ihn in den leeren, sterilen Raum zu bringen in dem Julian schon zuvor viel mehr Zeit verbracht hatte als es ihm lieb gewesen war. Nur noch diese kurze Wartezeit und dann wäre bald alles vorbei.

Julian hatte erneut jedes Zeitgefühl in diesem viel zu kleinen Räumchen verloren. Dieses Mal hatten sie ihm nicht einmal diese Schiebeliege darin platziert. Nicht einmal einen Stuhl oder einen Tisch oder irgendetwas anderes, was ihm sein Dasein in irgendeiner Weise angenehmer hätte gestalten können. Nein, dieses Mal waren es nur er und dieser sterile Raum. Wie gut, dass ihm das alles eigentlich vollkommen egal war, so konnte es ihn auch nicht treffen. Er hatte sich lediglich auf den blanken Boden gesetzt, wo er verstandlos vor sich hin kicherte und in die Leere des Raumes starrte. Sein Vater hatte es immer gewusst. Er hatte immer gewusst, dass Julian kein gutes Ende nehmen würde und nun würde er offensichtlich recht behalten. Plötzlich begann sich die Tür vor ihm zu öffnen und drei Männer traten ein. Zwei davon waren Soldaten mit Sturmgewehren. Der dritte war Leutnant Palmer.
„Es ist soweit. Bringen wir´s zu Ende“, sagte Palmer als die beiden Soldaten sich Julian packten und ihn vom Boden auf die Beine hoben. Bis auf die Schwerkraft leistete Julian dabei keinen Wiederstand, ebenso wenig als er durch die Gänge der Basis geführt wurde. Julian hatte schon längst jeden Überblick verloren wo er eigentlich genau war und bekanntlich interessierte ihn das jetzt auch nicht mehr. Dennoch konnte er sich der Schönheit des Kristalls nicht entziehen, den er dort vor sich sah. Vielleicht wirkte er auch nur so schön weil Julian ihn als Schlüssel zum Ende betrachtete. Zum Ende seines Leidens. Er hatte lange genug in dieser Zeitschleife gesteckt und wenn er jetzt dem Militär half dieses Problem zu lösen, dann würde das Leben ihn mit dem Ende und einer Erlösung belohnen.
„Was war das?“, warf plötzlich einer der Soldaten ein als ein Erdbeben die Basis durchzog. Dann ein weiteres und noch ein weiteres.
„Wir werden angegriffen! Die selben Aliens wie einige Zyklen zuvor schon“, rief einer der Männer an den Computern aus.
„Dieses Mal werden sie nicht einmal…“, begann Leutnant Palmer auszurufen, bevor sich gleich 15 Aliens unterschiedlicher Größe und Bewaffnung in dem gewaltigen Kristall-Raum per Teleporter materialisierten und ihre Plasma-Gewehre in die Reihen der Soldaten richteten, welche in einer schnellen Reaktion die seltsamen Energie-Waffen die Julian schon bei seinem letzten Aufenthalt in der Basis gesehen hatte auf die Aliens richteten. Julian fiel direkt auf, dass dieser Angriffstrupp der Aliens größer war, aber wesentlich schlechter ausgerüstet.
„FEUER!“, schrie einer der Soldaten aus und das Chaos sollte beginnen. Blaue Plasma-Projektile fegten massenweise in die eine Richtung und rote Energie-Projektile in die andere. Der erste Soldat sollte von einem der Plasma-Projektile verdampft werden und hatte nicht einmal richtig Zeit zum Schreien. Allerdings wurde auch einem der Aliens durch eines der roten Energie-Projektile des Militärs der Kopf zur Explosion gebracht. Blut und Hirnmasse verteilten sich dabei auch über Julian, der immer noch wirkte als wäre ihm alles egal und einen völlig schockierten Leutnant Palmer, der völlig überfordert mit der gesamten Situation wirkte. Schnell suchten sich die Soldaten Deckung, während die Aliens versuchten ihnen genauso schnell dorthin zu folgen. Auch Leutnant Palmer suchte offensichtlich schnell nach etwas, dass ihm als Deckung dienen könnte. Er war allein. Er war in Julians Nähe. Niemand achtete gerade auf ihn. Einen besseren Moment würde Julian nicht bekommen. Und so begann er intensiv an eines der Alien-Schwerter zu denken, während er eine der ersten Barrikaden vor dem Kristall als Grundmaterial für seinen Fabrikator benutzte. Der Vorgang dauerte keine ganze Sekunde. Nun sollte es darauf ankommen. Das Timing musste genau passen.


Leutnant Palmer reagierte offensichtlich vollkommen irritiert als Julian ihm das Schwert an den Hals hielt und sich schnell seine Pistole aus dem Waffengürtel nahm, die er dem irritierten Leutnant zusätzlich noch an den Kopf hielt.
„Was zum…?“, brachte er lediglich noch raus. „DU!“, schrie er dann wütend auf. „Dein Zustand… Das war alles nur gespielt!“, fügte er dann noch hinzu.
„Bingo... Und du bist drauf rein gefallen“, antwortete Julian gelassen und zog den wütenden aber wehrlosen Leutnant langsam nach hinten in Richtung der Tür ungeachtet des Projektil-Regens der sich vor den beiden ereignete. Palmer leistete bei allem dem erstaunlich wenig Wiederstand, aber Julian wusste auch genau, dass er wachsam bleiben musste. Vielleicht wartete er nur auf eine besonders gute Gelegenheit. Mittlerweile hatten sie den Raum verlassen und schnell musste Julian feststellen, dass dies ein gewaltiger Großangriff war mit dem Ziel die Militär-Basis zu vernichten. Die Aliens griffen das Militär mit einer gewaltigen Einsatz-Truppe an. Julian hatte längst den Überblick über ihre Anzahl und Bewaffnung verloren. Mal ganz davon zu Schweigen, dass Julian sich unsicher war ob die Aliens das überhaupt schaffen konnten, das war nicht der Plan gewesen. Ursprünglich hatten sie lediglich etwas Chaos verursachen sollen, so dass Julian mit Palmer entkommen konnte. Eine kleine Ablenkung eben. Da waren Christina, Sandra und Kim wohl offensichtlich massiv über ihr eigentliches Ziel hinaus geschossen, als die Aliens von dem Angriff überzeugt hatten. Julian wusste nicht was er jetzt tun sollte. Aber er musste schnell etwas tun, denn nun kam ein kleinerer Militär-Trupp mit Energie-Waffen auf ihn und Palmer zu.
„Waffen fallen lassen!!! SOFORT!!!“, schrie einer von ihnen Julian autoritär an und hätte Julian fast zum Lachen gebracht durch die Absurdität der Situation. Aber er wusste auch, dass er jetzt unbedingt konzentriert und bei der Sache bleiben musste. Außerdem wusste er, dass sie ihm nichts tun konnten so lange wie er Leutnant Palmer in seiner Gewalt hatte. Plötzlich krachte ein Plasma-Projektil von einer Quelle hinter Julian in einen der Soldaten und ließ diesen umgehend in einem blutigen Vorgang zerplatzen. Die Soldaten erwiederten das Feuer mit ihren roten Energie-Waffen. Julian bekam noch mit wie eines der Aliens hinter ihm von einem der Projektile am Torso durchschlagen wurde und laut schreiend zu Boden ging. Julian entschied sich Palmer weiter voran zu treiben, da die Soldaten jetzt definitiv mit dem Kampf mit den Aliens beschäftigt waren. Julian zählte die Projektile die ihn knapp verfehlt hatten schon gar nicht mehr, als er Palmer an den Soldaten vorbei, weiter in Richtung Ausgang führte. Dabei krachten plötzlich zwei Exoskelete der beiden Fraktionen durch die linke Wand direkt vor ihnen, die sich gerade in einem Kräftemessen befanden und verschwanden wieder durch die rechte. Da war der Ausgang. Es war nicht mehr allzu weit. Die Tür war sogar schon aufgesprengt worden. Allerdings war der gesamte Eingangsbereich ein einziges Chaos. Eine einzige Todeszone. Projektile von unterschiedlichen Waffensystemen, Raketen, Strahlen. Alles flog in völlig chaotisch wirkenden Mustern von einer Seite auf die andere und manchmal hinterließ es nicht zu unterschätzende Explosionen. Exoskelete befanden sich in Faust und Schwert-Kämpfen oder waren Teil dieses Projektil-Infernos. Nur langsam sollte Julian mit Palmer voran kommen, da dieser sich massiv dagegen wehrte in diese Todeszone gebracht zu werden. Ein Schwarm Raketen krachte direkt neben den beiden in den Boden und hinterließ dort nicht zu unterschätzende Explosionen. Ein Plasma-Projektil fegte knapp an Palmers Kopf vorbei und ein rotes Energie-Projektil verfehlte Julians Fuß nur sehr knapp. Ein Militär-Exoskelet schleuderte eines der Aliens mit deiner gewaltigen Kraft gerade zurück, wo es nur wenige Zentimeter an Julian und Palmer vorbei fegte. Anschließend verwickelten sich beide Kampfanzüge direkt hinter den Beiden in einen gewaltigen Faustkampf. Plötzlich fühlte Julian einen gewaltigen Schmerz in seinem Fuß, den Palmer mit einem kräftigen Tritt darauf hinterlassen hatte. Er konnte nicht vermeiden, dass er seinen Griff lockerte und Palmer die Möglichkeit eröffnete einen Tritt gegen sein Bein hinzu zu fügen. Unter starken Schmerzen ging Julian kurz zu Boden, während Palmer schnell voran stürmte.
„STOPP!“, rief Julian noch aus als in dem gewaltigen Chaos ein rotes Energie-Projektil den Leutnant treffen sollte und direkt seinen Torso zerplatzen ließ. Die Blutfontäne traf sogar noch Julian, der sich in Reaktion darauf flach auf den Boden warf um möglichst keinem Projektil in den Weg zu kommen. „FUCK! SCHEIßE!“, fluchte er dann lautstark als ihm klar geworden war, dass Leutnant Palmer gerade gestorben war und damit der einzige Weg das Geheimnis hinter den Time Loops als auch das hinter dieser Monster-Apokalypse zu erfahren verschwunden war. Aber das aller schlimmste war dass es Julian jetzt nicht mehr möglich sein sollte sich an diesem Schwein, das ihm all diese Dinge angetan hatte, dass es jetzt nicht mehr möglich werden sollte sich an ihm zu rächen. Julian musste sich die Verzweiflungstränen zurück halten, denn er befand sich immer noch mitten in einer Großoffensive gegen eine Militärbasis. Plötzlich begannen sich jedoch völlig von selbst die Blutspritzer an Julian abzulösen und selbstständig zurück zu den Resten von Palmer zurück zu kehren. Langsam setzte sich der Leutnant wieder zusammen und reagierte im Anschluss genauso wie Julian es immer nach einer Zeitschleife getan hatte. Erst jetzt fiel Julian das metallische Armband am rechten Arm des Leutnants auf, der sich immer noch nach Verletzungen abtastete und weder auf Julian, noch auf die Schlacht achtete.
„Praktisch…“, kommentierte Julian diese unerwartete Wiederauferstehung noch, bevor er schnell aufsprang und sich den Leutnant wieder packte, wobei er ihn erneut mit Pistole und Schwert bedrohte. Plötzlich platzierte sich ein Panzer des Militärs in den Weg der beiden und richtete seine Kanone in ihre Richtung. Julian entschied sich jedoch in einem unglaublichen Geistesblitz den Holoprojektor seines Arm-Panzers einzusetzen und eine Projektion eines Alien-Exoskelets dass den Panzer von rechts angreifen würde zu bilden. Und tatsächlich reagierte das Panzerfahrzeug darauf. So konnte Julian Palmer unbehelligt am Panzer vorbei führen und den Ausgang der Basis erreichen. Als der Panzer die Hauptwaffe abfeuerte und lediglich ein Hologramm treffen sollte waren sie schon längst an diesem vorbei und hatten die Basis verlassen. Tatsächlich hatte dort bereits eines der größeren Raumschiffe auf ihn gewartet und teleportierte sie alle beide an Bord.
„Was zum…? Was geschieht hier? Was…?“, fragte Palmer direkt verwirrt aus, bevor ihn zwei gewaltige Alien-Kämpfer an beiden Armen packten. „Was werdet ihr mit mir machen? Hey du da! Hey!“, rief er dann Julian zu, der ihn die ganze Zeit bewusst ignoriert hatte.
„Was weiß ich? Seh ich aus als ob mich das irgendwie interessieren würde?“, fragte Julian lediglich in ehrlichem Desinteresse zurück und sah zu wie die Aliens den schreienden Palmer weg brachten. Erst jetzt bemerkte Julian wie angespannt er immer noch war und wie schwer es ihm fallen sollte zu entspannen, trotz der Tatsache, dass sein schrecklich dummer Plan gerade tatsächlich funktioniert hatte, trotz der Tatsache, dass gerade keine offensichtliche Gefahr mehr drohte. Noch immer war sein Atem im Notfallmodus und durch gezwungenes tiefes Ein- und Ausatmen schaffte Julian es langsam seine Anspannung etwas zu senken. Zumindest so lange bis eine Erschütterung das Schiff durchzog und ihn auf den Boden der Tatsachen zurück brachte. Eine weitere folgte. Dann wies ein anderes Alien ihn durch ein Handzeichen an ihm zu folgen. Julian tat wie ihm geheißen, obwohl ihm die ständigen Erschütterungen missfallen sollten und er sich immer noch nicht sicher war ob er diesen Aliens vertrauen konnte.

Tatsächlich hatten sie Julian dieses Mal in einen zumindest minimal freundlicher wirkenden Raum gebracht als beim letzten Mal. Das lag vor allem daran, dass sich zumindest ein Tisch in Stehhöhe dieser Aliens darin befand, wenngleich Julian sich auch wenigstens ein paar Sitzplätze gewünscht hätte. Außerdem gab es einen Blick nach draußen, wo Julian erkennen konnte, dass sie sich einige tausend Meter über der Erdoberfläche befanden und die Tatsache dass die Erschütterungen gestoppt hatten sagte Julian dass sie wohl auch die Nähe der Militärbasis verlassen hatten mussten und jetzt auch nicht in direkter Gefahr waren. Zumindest wenn man von Gefahr durch diese Aliens absah. Ansonsten war der Raum so steril und düster wie alles in diesem Schiff es war. Was Julian allerdings überhaupt nicht düster erscheinen sollte, war die Tatsache dass sich die Tür öffnete und sowohl Kim und Sandra als auch Christina eintraten. Julian konnte fühlen wie er ganz automatisch begann zu lächeln da er sich definitiv sehr freute die drei zu sehen. Erneut war es Kim, die sich nicht zurück halten konnte und Julian direkt umarmte. Sandra folgte als nächste. Christina hielt sich lieber etwas zurück und platzierte sich einfach ein Stück abseits der Gruppe am Tisch. Irgendetwas missfiel ihr an der gesamten Situation und Julian war sich unsicher was es war.
„So, jetzt haben wir diesen Typ eingefangen… Und wie hilft uns das jetzt genau das Festival und meinen Freund zu retten?“, warf sie dann als erste ein und zog Julian zurück in die Realität in gleich so vielen Belangen.
„Naja… Ich bin mir sicher, dass Palmer weiß wie wir die Zeitschleife beenden können“, antwortete Julian gelassen.
„Und selbst wenn… Er wird es uns niemals freiwillig sagen“, wiedersprach Christina ziemlich aufgebracht.
„Lass das doch einfach mal meine Sorge sein“, versuchte Julian sie zu beschwichtigen.
„Julian? Was hast du vor?“, warf nun Sandra äußerst besorgt ein.
„Ich hab da einen Plan. Und wenn ich fertig bin, werde ich alles wissen was ich wissen muss“, antwortete Julian absichtlich sehr wage.
„Das beantwortet unsere Frage aber ganz und gar nicht“, stellte Kim jetzt jedoch fest.
„Das sollte es auch nicht“, kommentierte Julian immer noch unglaublich gelassen und selbstsicher und sowohl Kim als auch Sandra reagierten in einer schockierten Art und Weise. Christina eher weniger. Julian wusste, dass sie ahnte was er vor hatte, aber sich absichtlich heraus hielt, da sie erkannte dass es der einzige Weg sein würde um ihren Freund zu retten.
„Aber jetzt mal ganz nebenbei… Ihr hattet die Aliens zu einer kleinen Show überreden sollen, nicht gleich zu einem kompletten Großangriff“, warf er dann mit einem leicht scherzhaften Tonfall ein.
„Naja… Das war insgesamt nicht so einfach sie überhaupt dazu zu bewegen“, antwortete Kim.
„Wie habt ihr es überhaupt geschafft?“, fragte Julian weiter.
„Indem wir ihnen gesagt haben, dass das Militär diese Monsterviecher herrufen wird“, antwortete Christina anstelle der anderen beiden, die ohnehin gewirkt hatten als ob sie etwas zu verbergen hätten.
„Moment… IHR HABT WAS?“, rief nun Julian schockiert aus.
„Wir hatten kaum eine andere Wahl. Irgendeinen Grund der ihnen gereicht hätte, mussten wir ihnen geben. Wegen einem oder zwei Menschen, die dort gefangen gehalten werden, würden sie niemals eingreifen, das war letztes Mal auch schon so. Selbst wenn es du und dieser Leutnant Palmer sind“, antwortete Christina.
„Verstehe…“, kommentierte Julian, der das ganze zwar erst einmal verarbeiten musste, aber nicht leugnen konnte, dass er verstehen konnte, weshalb die drei diese Entscheidung getroffen hatten.
„Aber ernsthaft Julian! Bitte mach sowas nie wieder, auch wenn´s dieses Mal gut gegangen ist“, meldete sich nun Sandra zu Wort.
„Sobald die Sache hier vorbei ist werde ich sowas auch nie wieder machen, das kann ich dir versprechen“, antwortete Julian als sich die Tür öffnete und eines der Aliens eintrat.
„Es ist nun möglich den Gefangenen zu sehen und zu verhören, Terraner“, sprach die bekannte Computer der Übersetzungsgeräte Julian an und ohne ein weiteres Wort machte Julian sich auf den Weg aus dem Raum. Er konnte nicht leugnen, dass er sich unglaublich auf das freute was ihm nun bevor stehen würde. Sogar so sehr, dass er ungewollt seine Schritte beschleunigte. Der Plan, den er im letzten Loop mit den dreien gemacht hatte, hatte funktioniert und gleich würde er endlich die Rache bekommen, die er verdiente nach allem dem was dieser Palmer ihm angetan hatte.
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OK. Ganz unerwarteter Weise bin ich tatsächlich in diesem Teil genau dorthin gekommen wo ich hin wollte. Der Weg missfällt mir aber teilweise (nur teilweise, die Idee dass er sich absichtlich vom Militär einkassieren lässt und dann Palmer entführt gefällt mir selbst schon ziemlich :mrgreen:, bloß der Rest irgendwie nicht so sehr :headbang: ) und ich werde das Gefühl nicht ganz los, dass hier irgendetwas nicht mehr ganz stimmt. Aber selbst nach einem ganzen Zusatztag Bedenkzeit, wollte mir das einfach nicht dämmern. Ansonsten hoffe ich, dass alle weiterhin Spaß mit der Geschichte haben und zum nächsten Kapitel wieder da sind. :D
Ob das allerdings so bald kommt, kann ich noch nicht sagen. Ich hab jetzt noch vier Tage zeit, dann bin ich eine Woche weg... Mal wieder ein Metal Festival. :rofl: Es ist möglich dass der nächste Teil nicht mehr vorher fertig wird und dann erst in zwei Wochen oder so kommt. Bisher war´s ja so zwei Teile pro Woche. ^^"

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: So 9. Aug 2026, 18:16
von Child of Bodom
Neues Intro: The Amity Affliction – Break These Chains

Neues Outro: Cyhra – Miss Me When I Am Gone

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Kapitel 18 – Rache wird am besten kalt serviert:

Bild

Tatsächlich hatte das Alien Julian in den Raum geführt in dem sie Leutnant Palmer gefangen hielten. Offensichtlich eine dafür vorgesehene Zelle, anders als die Räume in denen sie Julian unter gebracht hatten. Dieser Raum wurde offensichtlich von außen mit gleich vier Wachposten bewacht und war zusätzlich zur Tür mit einer Art Schleuse versehen, welche wiederrum von zwei Energie-Feldern geschützt wurden. Eindeutig sollte das was sich dort drinnen befand nicht so einfach wieder heraus kommen können. Der Raum selbst war extrem düster und wohl auch nicht unbedingt im besten Zustand. Es gab keine Fenster nach draußen. Lediglich eine für Menschen möglicherweise gar nicht geeignete sanitäre Anlage und eine harte Metall-Liege. Obwohl es sich genauso gut um einen Tisch handeln konnte, das ließ sich anhand der Optik des Gebildes gar nicht so genau sagen. Leutnant Palmer saß dort an der hintersten Wand des Raums und hatte sich so klein gemacht wie es ihm mit seinen in Metallfesseln vor ihm völlig fixierten Armen möglich war. Er sah verängstigt und ein wenig herunter gekommen aus. Julian war nicht bewusst, dass bereits so viel Zeit vergangen war. Als er Julian sah riss Palmer direkt die Augen auf und zeigte direkt erste Anzeichen von neu gewonnener Hoffnung. Nicht unbedingt das was Julian sich gewünscht hatte, aber irgendwo war es zu erwarten gewesen. Schnell sprang der Leutnant auf und stürmte so nahe an der Energiefeld, das die beiden voneinander trennte, wie es ihm möglich war ohne es zu berühren.
„Hey! Du musst mir unbedingt helfen! Du hast doch Einfluss auf sie. Das hier ist doch bestimmt nur irgendein Missverständnis. Sag denen, dass sie mich gehen lassen sollen“, sprach er Julian direkt aufgeregt an. Dieser spannte direkt jeden einzelnen Muskel in seinem Körper an und brachte jedes bisschen Selbstkontrolle auf um nicht gleich zu versuchen dem Leutnant durch das Energiefeld hindurch einen Schlag zu verpassen. Hatte er gerade wirklich so etwas zu Julian gesagt? Zu dem Menschen an dem er qualvolle Experimente durchgeführt hatte? Dem er 50 Mal den Arm versucht hatte abzuschneiden? Den er so oft qualvoll getötet hatte, dass Julian gar nicht mehr so genau wusste wie oft eigentlich?
„Lasst mich rein“, sprach er die Aliens ruhig aber bereits hörbar wütend an und nach ein paar Sekunden, die sich für Julian wie Stunden anfühlten, deaktivierte sich das Energiefeld vor ihm.
„Bitte… Du musst mir helfen… Ich…“, konnte Palmer gerade noch heraus bringen bevor ihn der Schlag von Julian mit voller Wucht ins Gesicht traf. Blut spritzte zur Seite und Palmer verlor das Gleichgewicht, so dass er nach hinten umfiel. Julian war gar nicht klar gewesen, dass er so fest zugeschlagen hatte. Es war ihm aber auch vollkommen egal. Er genoss gerade viel zu sehr den erschrockenen Blick von Palmer, dem offensichtlich gerade völlig die Worte fehlten. „Nein… Bitte… Bitte…“, bettelte der Militär-Wissenschaftler bevor Julian noch einen weiteren Schlag in dessen Gesicht hinzu fügte und dann noch einen und noch einen weiteren. Blut begann durch den gesamten Raum zu spritzen, gefolgt von einem Schneidezahn und dann gleich zwei Backenzähnen des Leutnants. Julian stoppte lediglich weil seine Arme anfingen zu schmerzen vor Anstrengung und nicht mehr die Kraft hatten für noch einen weiteren Schlag. Palmer blutete stark und sein gesamtes Gesicht war dick und blau von den Schlägen. Dazu fehlten ihm nun sehr offensichtlich Zähne. Unter Schmerzen stöhnend blieb der Leutnant auf dem Rücken auf dem Boden liegen, während Julian einmal tief durchatmete und es noch einmal innerlich besonders genoss dem Mann solche Schmerzen zugefügt zu haben, der dies vorher mit ihm getan hatte.
„Du hast an mir herum experimentiert, mich gequält, mich getötet… Und du hast tatsächlich die Dreistigkeit mich in dieser Situation auch noch um Hilfe zu bitten, du beschissenes kleines Stück Hühnerdreck?“, sprach er dann den fast bewusstlosen Palmer noch an. Dann ging er zu ihm und packte ihn an seiner Kleidung um ihm direkt in die Augen sehen zu können. „Damit das klar ist. Es interessiert mich einen Scheißdreck was die mit dir anstellen, wenn ich mit dir fertig bin. Und das bin ich noch lange nicht“, sagte er dann, schleuderte Palmer wieder unsanft zu Boden und schlug weiter auf dessen Kopf ein. Julian stoppte auch nicht als Palmer sich nicht mehr bewegte. Erst als er bemerkte dass er dessen Schädel völlig zertrümmert haben musste mit seinen vielen Schlägen stand er auf und ging ein paar Schritte zurück. Direkt darauf piepste das Armband an Palmers Arm und Blut, Zähne, Hirnmasse und alles andere kehrten zu der Leiche zurück woraufhin sich der Kopf neu zusammen setzte als wäre das gerade geschehene nicht passiert.

Palmer nahm ähnlich wie Julian, wenn er nach einem Time Loop wieder erwachte, einen tiefen Atemzug und tastete seinen Kopf nach Verletzungen ab, die nicht mehr da waren.
„Hmmmm… Das ist tatsächlich ein ziemlich praktisches Ding. Ich bin mir sicher, dass meine Freunde das gerne haben wollen, zu rein wissenschaftlichen Zwecken natürlich“, kommentierte Julian dann mit einem gewissen Maß an Sarkasmus bevor er zu einem der Aliens hinter dem Energiefeld ging. „Gebt mir bitte folgende Gegenstände oder welche die ähnlich sind“, sagte er zu diesem und nutzte seinen Holoprojektor um eine Kreissäge, ein großes Messer, eines der Plasma-Gewehre und noch einige andere Gegenstände zu projezieren.
„Wir benötigen Zeit. Warte hier Terraner“, antwortete das Alien und machte sich auf den Weg. Dann wandte Julian sich wieder einem völlig schockierten Leutnant Palmer zu. Er schien zu verstehen was Julian gleich vor hatte und hatte offensichtlich Angst davor.
„Bitte… Was willst du? Ich geb dir alles… Bitte…“, bettelte Palmer, während Julian wie ein Raubvogel Kreise um den Leutnant zog.
„Nun… Wie wäre es wenn du mir sagst, was es mit diesen Time Loops die ich erlebe auf sich hat und vor allem… Wie wir sie wieder beenden können“, sagte Julian nun gezwungen freundlich.
„Aber das… Nein… Das ist ein Militärgeheimnis… Das kann ich dir nicht sagen“, antwortete Palmer und wirkte sogar noch panischer als vorher.
„Du kannst und du wirst mir das sagen. Du weißt genau was ansonsten passiert“, kommentierte Julian etwas eindringlicher als zuvor noch.
„Nein… Niemals… Er wird mich töten…“, sagte Palmer und irritierte Julian einen kurzen Moment. Wer würde ihn töten? Etwa dieser Oberst Kurzmann? Und was interessierte Julian das überhaupt?
„Wenn du es mir nicht sagst, werde ich schlimmere Dinge als das tun“, antwortete Julian als sich das Alien am Energiefeld meldete.
„Terraner… Die von dir geforderten Gegenstände sind jetzt bereit“, sprach die Computerstimme des Übersetzungsgeräts und Julian wandte sich kurz von Palmer ab um einen Rollwagen mit diesen darauf am Ausgang entgegen zu nehmen. Nachdem sich das Energiefeld wieder aufgebaut hatte, nahm Julian sich das Gerät, dass einer Kreissäge am ähnlichsten wirkte. Der größte Unterschied bestand darin, dass es sich eher um fünf Klingen handelte die im Kreis rotierten anstelle einer einzigen Kreisförmigen, aber ansonsten schien es ähnlich zu funktionieren.
„Bitte… Ich… Nein… Bitte…“, wimmerte Palmer, brach in Tränen aus und versuchte sich mit seinen Beinen verzweifelt von Julian weg zu schieben, kam aber lediglich in ein paar Zentimetern voran.
„Denkst du wirklich, dass mich dein Gewimmere und Geflenne von irgendetwas abhält? Hat dich etwa meins damals von irgendetwas abgehalten?“, fragte Julian noch und sah in Palmers erschrockenes Gesicht als diesem genau das klar wurde. „Moment mal… Das ist doch jetzt nicht dein beschissener Ernst… Hast du dich etwa wirklich voll gepinkelt du mieser kleiner Wurm?“, fragte Julian dann hörbar wütend darüber, bevor er die Kreissäge startete und den Arm des Leutnants abtrennte. Er sollte sich weder an dessen Schmerzensschreien noch an dem ganzen Blut dass er dabei über den Raum und sich selbst spritzte noch am Vorgang selbst besonders stören. Im Gegenteil. Julian genoss es so unglaublich. Jeder einzelne Schrei dieser miesen kleinen Ratte gab ihm mehr Befriedigung als es seine ersten Liebschaften auf dem Festival hatten können. Direkt als der abgetrennte Arm zu Boden fiel begann das Armband zu piepsen und setzte wohl für Palmer den Zyklus zurück, so dass sich Arm recht schnell wieder an Palmer befand. „Hmmmm… Interessant…“, kommentierte Julian gelassen. „Sieht aus als ob wir das noch einmal mit mehr Sorgfalt probieren müssten“, fügte er dann noch sarkastisch hinzu, bevor er den Arm einfach noch einmal absägte. Und dann noch einmal und dann noch ein weiteres Mal.

Julian genoss es einfach zu sehr wie Palmer sich unter Schmerzen wandte und wie er litt. Erst nach dem fünfzigsten Mal fühlte Julian sich langsam davon gelangweilt seinen Arm ständig abzusägen. Es war Zeit für die nächste Stufe. Und so ging Julian langsam und gelassen zu dem Wagen voller Werkzeuge und Waffensysteme und begann sie ruhig und ausgiebig zu begutachten. Er musste jetzt ganz genau wählen was er als nächstes tun würde. Schließlich sollte Palmer leider, aber Julian musste auch aufpassen. Nicht dass er ihn in einen ähnlichen Zustand versetzen würde wie Palmer das bei ihm selbst getan hatte. Dann könnte er ihm auch nichts mehr mitteilen.
„B… B… Bitte… Ich… Ich… Ich… Es tut mir leid… Es… Ich…“, stotterte Palmer und Julian hob mit einem unglaublich wütenden Blick den Kopf und sah ihm direkt in die Augen. „Ich wollte das alles nicht… Ich hatte meine Befehle… Ich hatte keine andere Wahl…“, begann Palmer dann weiter zu stottern und konnte gar nicht ahnen wie sehr er Julian mit dieser Aussage gegen sich aufgebracht hatte. Schnell hatte Julian sich für das nächste Gerät entschieden, dass er gegen Palmer einsetzen wollte und nahm es vom Rollwagen. Dann stürmte er auf Palmer zu und rammte sein Knie einmal so fest in dessen Bauch, dass ihm die Luft weg blieb. Dann folgte die Faust, die er Palmer ins Gesicht rammte.
„Du kleines Stück Scheiße willst mir jetzt tatsächlich verkaufen, dass du das alles nur getan hast weil du wegen eines Befehls keine andere Wahl hattest?!?!“, schrie er den Leutnant an. „IST DAS DEIN GOTTVERDAMMTER ERNST DU BESCHISSENER MILITÄR-ABSCHAUM?!?!“, fügte er dann noch hinzu während Palmer begann in Tränen auszubrechen.
„Es tut mir so leid“, wimmerte er dabei.
„Vielleicht würde ich dir das abkaufen, wenn unsere Rollen gerade nicht vertauscht wären. So muss ich leider sagen… Fick dich, du Ratte“, antwortete Julian nun wesentlich ruhiger als vorher noch. „Aber ich bin gnädig mit dir Palmer… Ich werde hiermit aufhören, wenn du mir sagst was ich wissen will. Das ist mehr Ausweg als ich damals bei dir hatte und wesentlich mehr als ein beschissenes kleines Stück Dreck wie du verdient hat“, fügte er dann noch äußerst eindringlich hinzu und sah Palmer noch einmal tief in die Augen.
„Das kann ich aber nicht tun…“, antwortete Palmer leise und weiterhin unter Tränen.
„Echt nicht… Schade aber auch…“, kommentierte Julian wieder extrem sarkastisch und nahm mit seinem anderen Arm eines der Plasma-Gewehre der Aliens hinter seinem Rücken hervor, dass er direkt auf Palmer abfeuerte. Diesem blieb nicht einmal eine ganze Sekunde um aufzuschreien, bevor das Projektil ihn traf und er einfach in einem unglaublich blutigen Vorgang zerplatzte. Im Anschluss begann das Arm-Band wieder zu piepen und Palmer setzte sich wieder zusammen und warf sich auf den Boden wo er laut vor Schmerzen aufschrie und sich auf dem Boden wälste als würde er versuchen ein Feuer an einem Körper zu löschen. „Himmel das ist ja jetzt mal richtig erbärmlich. Reiß sich mal zusammen, du Loser. Reagiert ihr Offiziers-Müll vom Militär immer so, wenn ihr selbst in Probleme geratet?“, kommentierte Julian dann im Anschluss.
„Fick dich, Mann! Du kannst ja mal bei Millionen Grad verdampfen und dich wieder zusammen setzen, dann…“, antwortete nun Palmer wütend und stoppte als ihm plötzlich klar wurde zu wem er diese Worte da eigentlich gerade sprach.
„Schön, dass es dir von alleine aufgefallen ist“, kommentierte Julian, richtete die Waffe aus und feuerte sie noch einmal ab. Und dann noch einmal.

Julian musste nach allem dem was er bereits getan hatte eine Sache zugeben. Palmer war entweder offensichtlich ziemlich hart im Nehmen oder, was Julian eigentlich eher annahm, irgendjemand hatte ihm so sehr Angst gemacht, dass selbst das was Julian ihm gerade antat ihm lieber war als das was man ihm angedroht hatte. Und Julian war wesentlich kreativer gewesen in seinen Methoden wie Palmer es gewesen war. Neben Zerstückeln, bei lebendigem Leib Verbrennen, mit Plasma-Waffen erschießen, den Arm abschneiden, abstechen und vielen anderen vergleichsweise schnellen Todesarten hatte Julian ihm auch noch Knochen überall im Körper mehrmals zertrümmert und ihm Zähne und Augen mit einer Zange ausgerissen und das alles auch noch mehrmals, da Palmer sich ja durch sein Armband wieder zusammen setzte sobald sein Blutdruck unter einen bestimmten Wert fallen sollte, so viel hatte Julian bereits durch seine Aktionen und einfache Beobachtung in Erfahrung bringen können. Mittlerweile wusste er nicht einmal mehr wie lange er sich mit Palmer befasst hatte. Es mussten bereits unzählige Stunden vergangen sein, zumindest nach Julians eigenem Gefühl. Und mittlerweile musste Julian sich auch eingestehen, dass es ihn angefangen hatte zu langweilen Palmer auf diese Weise zu quälen. Irgendetwas musste er sich überlegen wie er doch noch an die Informationen kommen könnte.
„Wenn ich dir sage was du wissen willst… Darf ich dann hier raus?“, fragte Palmer plötzlich auf eine Art die Julian überraschte. Es war nicht die übliche unterwürfige Art eines Lehrer- und Vorgesetztenschleimers, die er sonst immer an sich hatte. Eher die Art wie ein gebrochener Mensch diese Frage stellen würde.
„Palmer, du solltest dir über eine Sache absolut im Klaren sein… Du wirst hier nie wieder raus kommen. Egal was du tust oder sagst“, antwortete Julian gelassen und überlegen, bevor Palmer erneut in Tränen ausbrechen sollte. Aber dieses Mal war es ebenfalls anders. Dieses Mal fühlten sich seine Tränen realer an, weniger wie Etwas dass er tat um Mitleid zu erregen und Julian zu manipulieren.
„Bitte… Ich werde dir alles sagen, was du wissen willst… Aber lass mich hinter her gehen… Ich… Ich hab Familie… Eine Frau… Eine kleine Tochter… Eine niedliche kleine Katze… Ein Haus…“, begann er dann vorsichtig zu verhandeln.
„Wenn du mir gleich alles sagst, was ich wissen will, dann werde ich dem hier in jedem Fall ein Ende setzen“, fügte er dann noch hinzu und konnte sehen wie neue Hoffnung in Palmer Blick aufkommen sollte.
„Klar doch… Also wo soll ich anfangen?“, sagte der Leutnant dann und Julian ging zurück zu seiner Ansammlung an Folter-Werkzeugen um das, was er gerade in der Hand hatte zu verstauen. Während dessen hörte er sich Palmers Ausführungen über den Kristall in der Basis, dimensionale Risse, Tentakel-Monster, Kaiju-Monster, Raumfaltung, Zeitdehnung, Zeitstreckung, Zeitblasen und letzten Endes auch Zeitschleifen an. Er hörte sich an wie es dazu kam und wer dafür verantwortlich war. Und er hörte sich Palmers Theorien darüber an wie man das alles beenden könnte, allerdings sollte ihm jedes einzelne Wort über dieses Thema stark missfallen.
„Soll das jetzt etwa ein Witz sein oder so? Willst du mich gerade verarschen?“, fragte Julian extremst aggressiv den davon völlig schockierten Leutnant Palmer.
„Wieso? Ich… Nein… Ich schwöre… Das ist die Wahrheit… Alles was ich weiß… Alles was ich rausfinden konnte… Und alles was ich damit zu tun hatte…“, versuchte Palmer offensichtlich schnell zu beschwichtigen und Julian begann wütend eine Runde um den Rollwagen voller Werkzeuge zu gehen. Das konnte doch nicht der einzige Weg sein… Das war völlig unmöglich... Es musste irgendetwas anderes geben, dass sie alle zusammen tun könnten. Immerhin gab es hier an Bord Alien-Technologie. „Ähm… Entschuldigung… Sir…“, sprach Palmer Julian noch einmal nach einer ganzen Weile an. „Darf ich bitte gehen?“, fragte er dann vorsichtig und Julian nahm sich daraufhin noch einmal ohne ein weiteres Wort das Plasma-Gewehr. „Sir? Bitte… Was haben sie vor?“, fragte Palmer dann schrecklich schockiert, während Julian mit der Waffe auf Palmer zukam und begann das Zeit-Armband zu untersuchen. Er suchte nach einem Öffnungsmechanismus und nahm das Armband ab nachdem er diesen gefunden hatte. „Bitte… Nicht… Bitte… Meine Familie… Meine Tochter…“, begann er dann zu wimmern als ihm klar wurde was gleich geschehen würde.
„…Deine kleine Katze und dein Goldfisch… Jaja, schon klar… Hab verstanden…“, vervollständigte Julian sarkastisch den Satz des Leutnants. „Du kannst dir mit einer Sache sicher sein... Wenn ich mit dir fertig bin, werde ich mit denen gleich als nächstes weiter machen“, fügte er dann noch hinzu.
„Das würdest du niemals tun…“, kommentierte Palmer leise und unsicher.
„Denkst du wirklich, dass der Mann der dazu fähig war dir das alles anzutun nicht dazu fähig ist deine gesamte Drecksippe auszulöschen? Um ehrlich zu sein kommt mir die Kotze hoch, wenn ich nur schon dran denke dass von solchem Abschaum wie dir noch Abkömmlinge auf diesem Planeten rum laufen“, antwortete Julian und schockiert begann Palmer im Anschluss völlig verstandlos zu lachen.
„Aber… Aber… Du hattest versprochen mich gehen zu lassen…“, warf er dann noch schockierter ein.
„Das einzige was ich dir jemals versprochen habe ist dass ich dem hier eine Ende setzen würde… Und das werde ich“, antwortete Julian bevor er das Plasma-Gewehr auf seinen Peiniger ausrichtete.
„Bitte… Bitte… Hab doch Mitleid…“, wimmerte Palmer noch ein letztes Mal besonders erbärmlich.
„Faschistendreck wie du verdient kein Mitleid“, antwortete Julian ihm lediglich bevor er ein letztes Mal die Waffe auf den völlig verstandlos lachenden Palmer abfeuerte und ein letztes Mal genoss wie er zerplatzte und sich in blutigen Stücken im gesamten Raum verteilte. Julian war dieses Mal weit genug von ihm weg geblieben um von der roten Flüssigkeit nichts abzubekommen. Er wollte nicht unbedingt dass Kim, Sandra oder auch nur Christina irgendwie davon erfahren würden, was er gerade getan hatte. Und wenn er keine Spuren davon an sich trug würden sie das wahrscheinlich auch nie. Schnell begann er sich selbst noch einmal auf welche zu überprüfen, aber er konnte keine finden. Erleichtert wie wahrscheinlich noch niemals zuvor in seinem Leben atmete Julian zunächst einmal tief durch, verstaute die Waffe wieder auf dem Rollwagen und meldete sich dann bei einem der Alien-Wachposten um seine Ergebnisse mitzuteilen.

Julian konnte kaum beschreiben wie gut er sich auf der einen Seite fühlte, weil er Palmer endlich das hatte antun können was er verdient hatte, und sich auf der anderen Seite völlig zerstört fühlte wegen der Informationen die dieser ihm gegeben hatte. Am liebsten würde er den gesamten Vorgang gerade noch einmal wiederholen, so sehr regte Julian das Ganze auf. Er hatte zwar gelogen was das vernichten von Palmers Familie anging, aber zumindest hatte er ihn in dem Glauben sterben lassen, dass er das tun würde. Das gab ihm doch zumindest ein wenig Befriedigung wenn er daran dachte was nun alleine schon auf ihn zukommen würde. Er müsste es allen anderen sagen. Und das würde schwierig genug für ihn werden. Dazu hatte er sowohl Christina, Sandra und Kim als auch einige der Aliens in einen der Räume mit einem großen Tisch bestellt an dem jeder bereits die vorgesehenen Plätze eingenommen hatte.
„Alle für dieses Treffen vorgesehenen Personen sind anwesend. Nun sprich, Terraner“, sprach die Übersetzerstimme direkt darauf Julian an.
„Nun zu aller erst mal. Es stimmt wohl tatsächlich dass diese Arschlöcher vom Militär diese Horror-Monster in unsere Welt geholt haben. Sie haben mit diesem Kristall dort unten Experimente gemacht und dabei einen Dimensionsriss gebildet, der sich auch auf das Raum-Zeit-Kontinuum ausgebreitet hat und jetzt diese Zeitschleifen in denen ich und Christina stecken ausgelöst hat“, erklärte Julian ungewöhnlich gefasst und konnte bei den drei Damen lediglich Verwirrung im Gesicht erkennen. Das war wohl etwas zu viel Wissenschaft für sie gewesen.
„Wenn sie einen Riss gebildet haben, der sich auf diese Weise ausgebreitet hat, sind die Monster der Plage die wir gesehen haben und Zeitschleifen das weit geringste Problem“, begann sich die Computerstimme nun zu Wort zu melden und irritierte alle vier Menschen im Raum, inklusive Julian mit dieser Aussage. Plötzlich erinnerte sich Julian an das gewaltige dreiköpfige Super-Kaiju-Monster dass er bereits in zwei seiner Zeitschleifen gesehen hatte.
„Ihr meint dieses drei-köpfige Viech, dass in den vorigen Loops die gesamte Armee platt gemacht hat?“, warf er dann immer noch verwirrt ein.
„Was du beschreibst ist ein Omega der Plage, Terraner. Die Bedrohung von der ich gesprochen habe, ist weitaus schlimmer als ein Omega“, antwortete die Übersetzerstimme. „Wenn sie tatsächlich einen Sigma in dieses Universum gerufen haben gibt es nichts was wir noch unternehmen könnten“, fügten die Aliens dann noch hinzu.
„Wieso das denn? Was ist so schlimm an diesem Sigma-Dingsda?“, warf nun Kim ein.
„Der Sigma ist das höchste Wesen der Plage und kontrolliert diese. Er verfügt über gewaltige Ausmaße, Angriffs- und Defensiv-Kapazitäten und hat einen dimensionalen Kristall in seinen Körper integriert. Sobald er stirbt, wird er den Zyklus zurück setzen“, erklärten die Aliens und Julian konnte nicht vermeiden, dass er schlucken musste. Diese Bestie klang selbst nach allem was er bereits gesehen, erlebt und durchgemacht hatte noch furchterregend.
„Dann hat das Vieh also die gleichen Fähigkeiten wie Julian und Christina?“, fragte Sandra noch einmal genauer nach.
„Das ist korrekt“, antwortete die Übersetzerstimme und einen kurzen Moment sagte niemand etwas, da alle vier Menschen zu sehr damit beschäftigt waren diese Information zu verdauen.
„Naja… Keiner von uns beiden hat so einen Sigma jemals zu Gesicht bekommen, also ist er wahrscheinlich gar nicht da“, kommentierte nun Christina, die offensichtlich versuchte ein paar positive Punkte in der negativen Situation zu finden. Und dabei wusste sie das schlimmste ja noch überhaupt gar nicht.
„Das ist korrekt. Allerdings steigt die Chance seines Erscheinens mit jeder Zeitschleife die vergeht“, erklärten die Aliens weiter.
„Ich verstehe…“, kommentierte Julian ziemlich niedergeschlagen, denn es bedeutete auch, dass er nicht mehr leichtfertig die Zeit zurück setzen durfte um seine Pläne ausführen zu können.
„Hat er denn auch irgendetwas gesagt wie wir dem Ganzen ein Ende setzen können?“, warf nun Sandra ein und riss Julian zurück in die Realität. Aber sollte er diese Information wirklich mit den anderen teilen? Wer wusste schon wie sie darauf reagieren würden?
„Um den Riss zu schließen muss jemand mit sehr hohen Chronoton-Werten… Also Christina oder ich… Zu dem Kristall gehen und ihn berühren. Er hatte mir erklärt wie es genau funktioniert und dass die Chronotonen über den Kristall die Raum-Zeit versiegeln und dann alles reparieren oder so ähnlich. Allerdings lief es einfach darauf hinaus, dass wir das Ding berühren müssten. Aber er kann nicht genau sagen was dann mit demjenigen passiert der es tut. Im schlimmsten Fall könnte derjenige komplett aus der Zeit gelöscht werden“, erklärte Julian weiter und schockierte die drei Damen offensichtlich sehr. Kim hob sogar schnell die Hand vor den Mund und Sandra gab einen schockierten Laut von sich.
„So als ob derjenige nie existiert hätte?“, versicherte Christina sich noch einmal und Julian nickte lediglich zustimmend mit dem Kopf.
„Das erscheint uns das wahrscheinlichste Szenario zu sein, Terraner“, meldete sich auch noch die Übersetzerstimme und schockierte Julian noch weiter.
„Das bedeutet einer von euch beiden muss sich opfern um die Sache hier zu beenden?“, warf nun auch noch Kim ein und auch dieses Mal nickte Julian einfach nur zustimmend.
„Nein! Das werde ich nicht einfach hinnehmen. Dieser Palmer ist auch nur ein Mensch und bestimmt gibt es irgendeinen anderen Weg, den er nur nicht kannte“, rief nun Sandra aus und schlug wütend beide Fäuste auf den Tisch, was die anwesenden Aliens kurz aufschrecken ließ, zum Glück jedoch nicht mehr.
„Im nächsten Loop werden wir uns an die nächst gelegene Universität wenden oder sowas. Dann werden sich Leute das Problem ansehen die von der Sache wesentlich mehr verstehen als wir“, schlug nun Kim vor.
„Ich hätte da noch eine bessere Idee“, meldete Christina sich zu Wort. „Ihr könntet uns helfen“, sagte sie dann und sprach die fünf anwesenden Aliens direkt an. „Es ist in eurem Interesse dass diese Sache beendet wird. Dann werden auch diese Monster nicht in unsere Welt kommen und ihr müsst gar nicht hier sein. Aber wir beide werden nicht kooperieren wenn es das Ende von einem von uns bedeutet und dann kommt eben dieses Sigma-Viech in unsere Welt vor dem ihr solche Angst habt“, erklärte sie den fremden Wesen weiter.

Die Spannung im Raum war absolut spürbar geworden. Julian konnte nicht mehr im geringsten abschätzen wie diese Aliens jetzt reagieren würden. Es wäre möglich dass sie ihn und Christina sofort gefangen nehmen würden und Kim und Sandra auf der Stelle töten würden nach dieser Ansage. Dann würden sie einen von beiden einfach mit Gewalt dazu zwingen zu kooperieren. Anscheinend zog sich diese Spannung jedoch auch durch die Reihen der Aliens, denn diese fünf schienen sich nicht um geringsten einig zu sein. Hektischer und aggressiver als jemals zuvor schienen sie ihre seltsamen Laute auszutauschen, die immer noch keiner der Vier zu verstehen schien. Einer schlug mit der Faust auf den Tisch und schockierte nun stattdessen die vier Menschen, dann schubste ein anderer seinen Kollegen. Dann hob der größte der fünf seine Arme und schien die anderen vier zu beschwichtigen. Anscheinend waren sie im Anschluss zu einer Einigung gekommen.
„Wir werden euch helfen. Unsere Wissenschaftler werden sich der Sache umgehend annehmen, Terraner“, sprach die Übersetzerstimme nun und alle vier atmeten erleichtert aus.
„Wie lange wird es dauern?“, warf nun Christina noch schnell ein.
„Das lässt sich unmöglich vorher sagen. Und es ist unabdingbar, dass die vier Terraner aus Sicherheitsgründen bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit für die Dauer dieser Forschungsarbeiten auf diesem Schiff bleiben. Wir können nicht riskieren den Zyklus erneut zu starten“, antworteten die Aliens. „Damit ist dieses Treffen beendet. Die Entscheidung ist endgültig“, kommentierten sie dann noch und verließen dann nacheinander den Raum. Julian sollte mit Christina, Sandra und Kim zurück bleiben.
„Na toll… Jetzt sollen wir hier bei ihnen bleiben, für unbestimmte Zeit, während da unten auf der Erde alle sterben oder schon tot sind“, kommentierte Christina niedergeschlagen.
„Was sollen wir denn die ganze Zeit über machen? Ich hab nicht mal Klamotten zum Wechseln mitgenommen!“, stellte Kim nun erschrocken fest.
„Und das dann vielleicht über mehrere Monate oder Jahre?“, fügte Sandra noch hinzu.
„Ihr müsst euch keine Sorgen machen. Ich werde nochmal versuchen mit ihnen zu reden“, meldete sich Julian nun zu Wort.
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Yoah... Ich hab mich tatsächlich hingesetzt und das Ding hier in 3 Tagen noch zusammen getippt. Es hat sich allerdings auch irgendwie wie geschnitten Brot schreiben lassen. ^^" Eigentlich hat´s nur zwei Tage gedauert... Und dann hab ich noch einen gerätselt ob ich das Ding tatsächlich bringen soll. ^^" :headbang: Wie ihr sehen könnt hab ich mich dazu entschieden es zu bringen. Wir sind hier immerhin a) im Horror-Bereich und b) ist die Szene für mich eigentlich eher vergleichbar mit der wo Ramsey Bolton in Game of Thrones von seinen eigenen Hunden gefressen wird. Ich bin nicht unbedingt unzufrieden mit meinem Erzeugnis, aber denke natürlich wie meistens dass es eigentlich noch wesentlich besser geht. Ich hoffe irgendwer fand die Szene genauso befriedigend zu lesen wie ich es fand sie zu schreiben und dass alle Leser auch in ungefähr zwei Wochen zum nächsten Teil wieder mit dabei sein werden.
Bis dahin mal...
:grinsundweg: :suw: :ichmussweg:

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Sa 22. Aug 2026, 18:47
von Child of Bodom
Kapitel 19 – Das große Duell:

Nur vorsichtig traute Julian sich durch die Gänge des Alien-Schiffes zu bewegen auf dem er und die drei Damen gezwungen sein sollten zu bleiben. Zumindest wenn Julian es nicht gleich irgendwie schaffen würde das Ganze zu verhindern.
„Terraner. Zurück in deinen Aufenthaltsraum“, sprach ihn plötzlich eines der Aliens an, das von einer seitlichen Abzweigung her gekommen war und ihm nun auch im Weg stand.
„Ich wünsche noch einmal mit eurem Anführer zu sprechen. Ich kann die Bedingungen unmöglich so akzeptieren“, antwortete Julian dann selbst für seine eigenen Zwecke erschreckend selbstsicher.
„Du genießt zwar unseren Respekt, weil du in einem anderen Zyklus für unsere Sache gekämpft hast, Terraner, aber Respekt kann genauso schnell wieder verloren gehen wie er aufgebaut wurde“, sprach das Alien weiter.
„Und dennoch sind die Bedingungen untragbar und ich muss darüber noch einmal mit eurem Anführer verhandeln“, antwortete Julian erneut und das Alien begann in seinen komischen Lauten in eines seiner Geräte zu sprechen.
„Folge mir, Terraner“, sagte es dann zu ihm und ging in hohem Tempo voraus. Julian hatte sehr große Schwierigkeiten mit dem Alien Schritt zu halten. Es sollte Julian in einen kleinen Raum führen, der sich als Aufzug heraus stellen sollte, denn nachdem sich die Tür geschlossen hatte, hatte sich auch offensichtlich die Anordnung der Gänge und der Türen geändert. Das Alien ging weiter voraus, Julian folgte ihm bis zu einer Tür, die sich beim Öffnen als Eingang zu dem heraus stellen sollte was wohl bei den Aliens einer Brücke oder einem Kontrollzentrum entsprechen sollte. Mehrere Aliens arbeiteten hier an unterschiedlichen Konsolen vor einem Panorama-Fenster, welches einen sehr krassen Ausblick auf die Erde von geschätzten 8000 bis 10.000 Metern Höhe bot. Eines der Aliens trat im Anschluss direkt vor Julian und seinen Artgenossen. Es war von der Größe her vergleichbar mit dem größten der fünf aus dem letzten Verhandlungsraum und wahrscheinlich handelte es sich dabei auch um das Selbe. Schnell und hektisch tauschten die beiden Laute aus, dann drehte sich das kleinere der beiden Aliens um und verließ den Raum.
„Sprich Terraner. Welche Bedingungen sind zu deiner Unzufriedenheit“, sagte der Anführer der Aliens dann im Anschluss.
„Es ist untragbar für uns Terraner über mehrere Jahre hier mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit zu verbringen. Insbesondere weil eure Schiffe nicht unseren Bedürfnissen entsprechen“, antwortete Julian erneut mit einer Selbstsicherheit die ihn selbst erschreckte.
„Es ist unabdingbar, dass insbesondere die Terraner mit hohen Chronoton-Werten zu ihrer eigenen Sicherheit in unserer Nähe bleiben. Dass wir den anderen beiden Weibchen gestattet haben ebenfalls zu bleiben ist bereits ein massives Zugeständnis gewesen“, antwortete der Alien-Anführer.
„Wenn ihr uns in einer Umgebung haltet die nicht unseren Bedürfnissen entspricht werden wir genauso sterben wie wenn ihr uns einfach da unten in diese Apokalypse entlasst“, kommentierte Julian schnell und eine Weile wirkte sein Gesprächspartner nachdenklich auf ihn, was sich jedoch recht schwer durch die gewaltigen Metallrüstungen erkennen ließ.
„Was schlägst du stattdessen vor, Terraner?“, fragte er dann nach einer Weile.
„Ich würde vorschlagen, dass ihr uns in Absprache mit uns Räume zuteilt, die wir dann entsprechend unserer eigenen Bedürfnisse einrichten können. Dazu können wir in Begleitung von Schutzstaffeln Gegenstände vom Planeten hier hoch bringen oder ihr könnt sie mit euren Fabrikatoren selbst herstellen. Genauso müsst ihr uns Nahrung mithilfe eurer Fabrikatoren bereitstellen. Diese komischen Würmer und Pampen die ihr zu euch nehmt haben möglicherweise Nährwert aber sind nicht besonders Schmackhaft für uns oder nicht für unsere Verdauung geeignet“, erklärte Julian dem Anführer schnell der sich das alles sehr aufmerksam anhörte.
„In Ordnung. Wir werden eine entsprechende Mission vorbereiten. Nun geh und teile es deinen Begleiterinnen mit, Terraner“, kommentierte der Anführer und Julian bemerkte erst jetzt wie sehr ihn dieses Gespräch angespannt hatte. Nun fiel diese Anspannung auf einmal von ihm ab. Er hatte jedoch noch weitere Fragen.
„Gibt es denn bereits Fortschritte in irgendeiner Art?“, traute er sich dann nach einer kurzen Bedenkzeit zu fragen.
„Das Armband deines verstorbenen Spezies-Genossen erweist sich als äußerst nützlich. Wir haben noch nicht heraus gefunden wie genau es funktioniert, aber es scheint sein eigenes Chronoton-Feld und eine starke Chronoton-Strahlung um den Träger zu erzeugen, was es diesem ermöglicht den Zyklus lokal zurück zu setzen sollte er sterben“, antwortete der Alien-Anführer und Julian brauchte einen kurzen Moment um das was er da gehört hatte zu verstehen und einzuordnen. Offensichtlich hatte Palmer mit diesen Armbändern das umgesetzt wofür er Julian zuvor gequält hatte und Julian verstand auch dass die Armbänder um jeden der es trug eine eigene Zeitblase erzeugten und scheinbar Julians und Christinas Fähigkeit auf andere übertrugen. So lange das Armband Energie hatte, war scheinbar jeder der eines davon trug unsterblich und konnte selbst die schwersten Verletzungen überleben und regenerieren. So viel war ihm jedoch auch schon durch Beobachtung klar gewesen. Als er eine weitere Frage stellen wollte wurde das gesamte Schiff jedoch von einem gewaltigen Ruck durchgeschüttelt, der Julian beinahe zu Boden geworfen hätte und auch einige der Aliens schienen Schwierigkeiten mit ihrem Gleichgewicht bekommen zu haben. Es folgte ein weiterer und noch einer. Dann krachte irgendetwas direkt gegen die Front des Schiffes und explodierte dort so gewaltig dass es für einen kurzen Moment unmöglich war durch die Frontscheibe zu sehen, da die gesamte Front des Schiffes davon erfasst worden war.
„Was war das?“, rief Julian direkt aus und erhielt zunächst keine Antwort.
„Wir werden angegriffen. Sehr große Flugkörper vom Boden aus mit gewaltiger Sprengkraft. Wir wissen nicht sicher wie lange unsere Schilde dies aushalten können“, antwortete der Alien-Anführer und begann dann wieder undefinierbare Laute mit seinen Artgenossen zu wechseln.

Ein weiterer Ruck durchzog das Schiff, welches bereits einige kleinere Waffentürme ausgefahren hatte und mit kleinen blauen Energie-Projektilen auf anfliegende Flugkörper feuerte. Manche schienen jedoch trotzdem in die Schilde einzuschlagen, da der Schutz nicht ausreichend flächendeckend war. Und überhaupt… Bombardierte das Militär gerade wirklich dieses Schiff mit Cruise Missiles oder sogar mit Atom-Raketen? Ein weiterer Treffer folgte und dann ein weiterer nachdem ein Geräusch folgte, dass nur Hochtechnologie die sich abschaltete von sich geben konnte. Offensichtlich waren gerade die Schilde des Schiffes zusammen gebrochen. Die Aliens begannen weiter irgendwelche Laute sehr hektisch auszutauschen und der Anführer sichtbar schnell einige Befehle zu erteilen. Als er einem bestimmten Alien auf der Brücke einen Befehl erteilt hatte geschah jedoch etwas womit Julian nicht im geringsten gerechnet hätte. Die Stimme von Oberst Kurzmann sollte sich über Lautsprecher zu Wort melden.
„Eindringlinge aus einer anderen Welt... Ihr habt einen von uns in eurer Gewalt. Übergebt ihn umgehend an uns oder wir werden euch zusammen mit ihm und den anderen Menschen bei euch an Bord vernichten“, sprach er als zusätzlich noch mehrere Militär-Jets über die Brücke des Schiffes fegten und ein Wendemanöver starteten. Sicherlich würden sie angreifen, wenn Kurzmann nicht die Antwort erhielt die er wünschte. Offensichtlich wollte er Palmer zurück, was selbst dann keine Option gewesen wäre, wenn Julian ihn am Leben gelassen hätte. Dazu war dieser Typ einfach viel zu gefährlich gewesen. Wenn er ein Armband entwickeln konnte das unsterbliche Soldaten erschaffen konnte, was könnte er dann noch für Waffensysteme erschaffen? Das war aber wahrscheinlich genau der Grund weshalb Kurzmann ihn unbedingt zurück haben wollte.
„Lasst mich mit ihm sprechen“, warf Julian nun schnell ein und der Alien-Anführer drehte sich irritiert zu ihm um.
„Ich bezweifle dass du im Stande sein wirst ihn davon zu überzeugen diese Angriffe zu einzustellen, Terraner“, kommentierte dieser lediglich.
„Oh doch, das werde ich“, wiedersprach Julian nun erneut erschreckend selbstsicher.
„Sprich, Terraner… Er kann dich nun hören“, sagte das Alien nun.
„Oberst Kurzmann…“, meldete sich Julian kurz testweise zu Wort.
„Ah… Ich kenne deine Stimme… Du bist diese Schneeflocke von diesem Festival voller Schlappschwänze an der Palmer Tests durchgeführt hat“, kommentierte Oberst Kurzmann direkt abwertend und direkt konnte Julian fühlen wie seine Selbstsicherheit zusammen brechen wollte. Nichts machte ihm mehr Angst als autoritär auftretende Menschen, früher vielleicht noch hübsche Frauen. Aber Julian hatte bereits diese Angst besiegt und er würde sich nun auch nicht von diesem Oberst Kurzmann klein machen lassen.
„Wenn du Palmer willst, werde ich ihn dir geben. Triff mich dazu an einem neutralen Ort. Dieser eine Berg in der Nähe des früheren Festivals wäre passend. Alleine… Nur du, ich und Palmer. Bedenke dabei dass ich hier Verbündete mit hochentwickelter Sensor-Technologie an meiner Seite habe. Wenn du versuchst mir irgendeine Falle zu stellen werden sie das bemerken und mich rechtzeitig warnen“, begann Julian dann dennoch mit gefestigter Stimme zu sprechen und hoffte darauf dass Kurzmann die Lüge die er erzählte nicht bemerkte. Dieser begann jedoch zunächst einmal laut los zu lachen.
„Interessant… Der kleinen Schneeflocke sind anscheinend ein paar Eier gewachsen. Ich werde tun was du sagst. Aber bedenke auch du… Wenn du mich belogen hast oder mir irgendetwas versuchst unter zu schieben, werde ich dieses Schiff und alle deine Freunde und Verbündeten ins Nirvana bomben lassen“, kommentierte er Julians Ultimatum dann und ein Knacksen schien auf das Ende der Kommunikation hinzudeuten.
„Was hast du vor, Terraner?“, fragte der Anführer der Aliens direkt.
„Wenn alles gut geht uns ein Druckmittel gegen das terranische Militär auftreiben“, antwortete Julian erstaunlich gelassen.
„Und wenn es nicht funktioniert?“, harkte das Alien noch einmal genauer nach.
„Dann werde ich wahrscheinlich sterben und der Zyklus setzt sich zurück. Könnte schlimmer sein, glaube ich“, antwortete Julian immer noch sehr gelassen. „Ich würde euch aber um eines eurer Exoskelete bitten. Das wird die Chance auf einen Erfolg um einiges erhöhen. Ihr wisst auch aus euren Daten, dass ich ein solches Teil schon einmal verwendet habe. Ich weiß also wie es funktioniert“, sprach er dann weiter. Das Alien reagierte eine Weile nicht. Wahrscheinlich wog es gerade das Risiko ab ihm Technologie zu überlassen, gegen das Risiko dass der Plan scheiterte.
„Die gewünschte Technologie wird sich bei deinem Aufbruch im Teleportationsraum befinden, Terraner“, antwortete das Alien dann sehr zu Julians Erleichterung.
„Ich danke euch mehr als ihr euch vorstellen könnt“, kommentierte er dann und machte sich dann in Begleitung eines anderen, niederrangigeren Außerirdischen umgehend auf den Weg.

Eine Aufzugfahrt und eine nicht mehr feststellbare Anzahl an Schritten später sollten Julian und dem Alien Christina, Sandra und Kim in einem der Gänge über den Weg laufen.
„Terraner… Zurück in die Räume die wir euch zugeteilt haben“, sprach das Alien die drei sofort an.
„Nicht bevor uns irgendwer gesagt hat was hier los ist“, antwortete Sandra direkt bevor es eine der anderen beiden hätte können. Das Alien wollte gerade antworten als Julian sich zwischen es und die drei Frauen drängte und beschwichtigend die Arme hob.
„Tut einfach was er sagt“, kommentierte er dabei.
„Ja, aber was ist denn da draußen los?“, warf nun Kim ein.
„Wir wurden angegriffen. Vom Militär. Sie wollen Palmer zurück“, antwortete Julian kurz und knapp.
„Ja… Und weiter?“, fragte nun Christina.
„Sie werden ihn nicht bekommen“, antwortete Julian erneut kurz und knapp. Die Drei wussten noch gar nicht dass Julian Palmer bereits getötet hatte und das Beste wäre aus Julians Sicht, wenn sie das niemals erfahren würden.
„Und was hast du eigentlich vor? Ich bezweifle dass der da dich zu deinem Raum bringen wollte“, warf nun wieder Sandra ein und deutete bei „der da“ auf das Alien, das ihn durch die Gänge führte. Julian schüttelte verneinend den Kopf.
„Ich hab mit Oberst Kurzmann verhandelt und bin jetzt auf dem Weg mich ihm zu stellen. Alleine“, erklärte Julian sich dann schnell.
„Und du glaubst nicht, dass er dir eine Falle stellen, dich einkassieren und noch schlimmer foltern als vorher wird?“, kommentierte Christina das Vorhaben und Julian schüttelte erneut verneinend den Kopf bevor er sprach.
„Er will Palmer zurück haben weil der ihm neue Waffen bauen kann. Und er hat euch und dieses Schiff als Druckmittel. Er wird mir da unten keine Falle stellen, da bin ich mir sicher“, erklärte sich Julian schnell.
„Aber du hast gesagt, dass du ihm diesen Palmer nicht geben willst… Was hast du dann vor?“, fragte Kim, die mittlerweile noch wesentlich aufgebrachter wirkte als vorher schon.
„Wie ich schon sagte. Ich werde mich ihm stellen. Wenn wir ihn haben können wir das Militär kontrollieren oder zumindest seine Einheit. Dann schaffen wir es vielleicht auf diesem Weg allem dem ein Ende zu setzen“, erklärte Julian weiter.
„Und wenn du es nicht schaffst?“, warf nun Christina besorgt ein.
„Dann werde ich sterben und der Zyklus startet neu. Eine Sache die wir ohnehin tun müssen, wenn wir wirklich Jake und das Festival retten wollen“, antwortete Julian gelassen und sowohl Christina als auch die anderen beiden Frauen reagierten mit offensichtlich schockierten Blicken darauf.
„Aber… Wir wollen nicht dass du…“, begannen Sandra und Kim fast gleichzeitig zu sprechen und Julian unterbrach sie erneut durch das Heben seiner Arme.
„Ich weiß… Ich will auch nicht sterben, glaubt mir… Aber es wird uns an einem bestimmten Punkt keine andere Wahl bleiben. Und vielleicht ist es wirklich am besten wenn ich beim Versuch euch alle zu beschützen sterbe“, antwortete er dann so einfühlsam wie es die hektische Situation gerade zuließ.
„Aber…“, stotterte Kim noch einmal als sich das Alien wieder zu Wort meldete.
„Die Zeit drängt. Das geplante Treffen beginnt jeden Moment“, sprach es mit der monotonen Computer-Stimme des Übersetzungsgeräts.
„Ihr seht… Ich muss leider los… Aber ihr könnt mir glauben… Ich würde jetzt lieber hier bei euch bleiben“, erklärte Julian sich noch einmal als Kim und Sandra ihn gleichzeitig umarmten.
„Bitte… Pass da unten auf dich auf…“, sagte Sandra dabei.
„Ich will nicht schon wieder vergessen was du hier alles für uns getan hast“, fügte Kim noch hinzu, bevor sie sich beide von ihm lösten und Christina kurz vortrat.
„Du weißt dass ich mich im schlimmsten Fall ganz besonders auf dich verlasse. Bitte kümmer dich um die Beiden und bring sie in Sicherheit“, sagte Julian direkt.
„Und du? Das Militär wird wieder vor deinem Transporter sein und versuchen dich zu entführen“, fragte Christina.
„Dafür hab ich auch schon einen Plan. Aber du musst dich dringend um die beiden kümmern“, antwortete Julian und Christina nickte zustimmend mit dem Kopf. „Also gut dann…“, sagte Julian noch, bevor Christina ihn ebenfalls umarmte, sehr zu Julians Überraschung.
„Pass auf dich auf da unten…“, kommentierte sie dabei und Julian kämpfte für einen Moment massiv gegen seine eigenen Gedanken und Gefühle an, bevor er sich entschied sie Umarmung noch kurz zu erwiedern.
„Das werde ich. Macht euch keine Sorgen. Egal wie es ausgeht, ich werde zu euch dreien zurück kehren. In diesem Zyklus oder im nächsten“, antwortete Julian bevor sich Christina ebenfalls von ihm löste und Julian sich mit dem Alien zusammen wieder auf den Weg machte.

Tatsächlich hatten die Aliens im Teleportationsraum ein Exoskelet platziert, so wie es der Anführer ihm versprochen hatte. Es war bereits geöffnet und Julian musste lediglich eintreten und die schmerzhafte Verbindungs-Prozedur über sich ergehen lassen. Das war es auch was ihn einen kurzen Moment zögern ließ. Er hatte gewiss kein Interesse daran dies erneut zu erleben, aber offensichtlich sollte ihm keine Wahl bleiben. Er musste sich Kurzmann stellen. Und das täte er am besten mit einem solchen Kampfanzug.
„Sobald du das Exoskelet angelegt hast, werden wir dich auf die Oberfläche bringen und der Einsatz beginnt“, sprach das Alien Julian noch einmal an und riss ihn aus seinen Überlegungen zurück in die Realität. Dennoch ging er nur langsam zum Exoskelet und trat ein. Noch etwas ängstlich betätigte er den Schalter zur Schließung. Wie beim letzten Mal schloss sich das Exoskelet und aktivierte holographische Anzeigen, die wie beim letzten Mal ebenfalls schon die Worte „Stelle Link her“ zeigten, was die Worte waren die Julian am meisten fürchtete. Er konnte sich einen lauten Schmerzensschrei nicht verkneifen als sich das Metall hinten in seine Wirbelsäule bohrte und die Verbindung hergestellt wurde.
„Beginnen Transport“, konnte er im Anschluss das Alien das ihn begleitet hatte sagen hören, bevor sich wie zuvor schon die Umgebung in blauen Streifen auflöste und dann neu zusammen setzte. Tatsächlich sollte Julian sich auf einem Berg wieder finden. Die Landschaft war jedoch völlig verwüstet. Bäume waren umgefallen und oft nur noch in Stücken vorhanden. Krater von Kämpfen und Waffensystemen durchzogen das Gebiet und von dem was einst das Metal-Festival gewesen war, das Julian hatte besuchen wollen, waren lediglich Reste der Aufbauten übrig geblieben. Teilweise waren Erde und Wald verbrannt, teilweise einfach nur ausgetrocknet. Definitiv war diese Landschaft nicht sehr einladend und würde leider auch nur wenig Deckung in einem Feuergefecht bieten, so viel konnte Julian direkt erkennen. Vor sich konnte Julian eines dieser Exoskelete erkennen, die er in der Militärbasis schon öfter gesehen hatte. Er vermutete dass es sich um Oberst Kurzmann handelte, der wohl die selbe Idee gehabt hatte wie er selbst. Und als der Oberst zu sprechen begann bestätigte sich Julians Vermutung.
„Wo ist Palmer?“, fragte er einfach direkt auf den Punkt. Eine Einführung, keine Art Smalltalk, er kam einfach direkt zum geschäftlichen Teil und Julian konnte nicht leugnen, dass ihm das so am liebsten sein sollte. Er hatte sich mit dieser Ratte die hinter allem dem steckte und Christina einfach vor seinen Augen erschossen hatte ohnehin nicht allzu viel zu sagen.
„Den wirst du nie wieder sehen“, antwortete Julian ungewöhnlich ruhig für seine Zwecke.
„Verstehe…“, kommentierte Kurzmann ebenfalls ungewöhnlich gelassen für das was er gerade erfahren hatte. „Ich muss gestehen, dass ich dich ein wenig unterschätzt hatte. Ich hätte niemals gedacht, dass ein kleiner Loser wie du dazu fähig wäre sich mit Aliens zu verbünden und einen meiner besten Männer aus der Basis zu entführen“, kommentierte er dann.
„Und ich wusste zwar dass ihr Typen vom Militär Dreck seid, aber niemals hätte ich gemeint, dass ihr dazu fähig wärt eine Apokalypse wie diese auf die Welt los zu lassen. Ja ich weiß dass ihr es wart, die diese Monsterviecher her gerufen haben“, antwortete Julian.
„Das war ein Unfall. Wir haben diesen Kristall gefunden und ihn untersucht. Mehr nicht“, kommentierte Kurzmann.
„Und das soll dir wer bitte nochmal glauben?“, antwortete Julian jetzt eine gute Ecke wütender als vorher. „Aber genauso seid ihr Militär-Abschaum. Ihr macht irgendwelche Experimente mit Dingen die ihr nicht versteht, entführt einfach Menschen, Schießt und stellt später die Fragen. Alles nur für noch stärkere Waffen und noch ein kleines bisschen mehr Macht“, führte er dann weiter aus und Kurzmann reagierte einen Moment nicht.
„Sowas muss ich mir von einer kleinen Schneeflocke wie dir nicht sagen lassen. Du hast doch in deinem ganzen Leben nichts auf die Reihe gebracht. Du bist ein Nichtsnutz, ein Versager und hast nicht den geringsten Wert für die Welt. Niemanden wird es interessieren, wenn du tot bist und noch weniger wird es jemanden interessieren, wenn du nie existiert hast“, antwortete Kurzmann nicht weniger wütend.
„Zumindest hab ich nicht die ganze Welt in Brand gesteckt nur weil ich unbedingt eine Beförderung wollte. Lieber bin ich ein kompletter Vollversager als ein narzistischer, machtgieriger Bastard wie du es bist. Du hast Christina abgeknallt ohne auch nur kurz dabei zu zucken. Alleine das verrät mir schon alles über dich was ich wissen muss“, sagte Julian und bereitete sich innerlich auf das vor was er bereits vermutete.
„Du hast Palmer umgebracht. Tu du nicht so als ob du auch nur einen kleinen Funken besser wärst als ich. Eine Doppelmoral wie die deine kann ich nicht leiden, Schneeflocke“, kommentierte Kurzmann nun wirklich wütend.
„Hör auf mich so zu nennen, Militärabschaum“, antwortete Julian erstaunlich ruhig für das was er da sagte und in Anbetracht der Gesamtsituation.
„Nun… Ich hatte da gerade einen Gedanken… Wenn dich töte setzt das die Zeitlinie doch zurück und dann müsste auch Palmer wieder zurück kommen, oder etwa nicht?“, warf nun Kurzmann ein.
„Nun… Du kannst es ja gerne versuchen und sehen ob sich deine Theorie bewahrheitet“, antwortete Julian darauf und ballte bereits die Fäuste seines Kampfanzugs. Kurzmann begann kurz zu lachen.
„Du mieser kleiner Hosenscheißer hast keine Ahnung wie sehr ich das was gleich kommt genießen werde“, sagte er dann, bevor er das Großschwert seines Exoskelets vom Rücken nahm und auf Julian richtete.
„Dann komm doch her du verdammter Bastard. Ich hab schließlich auch noch ne Rechnung mit dir offen“, sagte Julian bevor das große Duell der beiden beginnen sollte.

Schnell nahm Julian den schnell auf ihn zustürmenden Oberst Kurzmann mit den beiden Plasma-Kanonen unter Feuer, konnte diesen jedoch einfach nicht treffen, da anscheinend die automatische Zielvorrichtung nicht mit dessen Geschwindigkeit mithalten konnte. Immer wieder krachten Projektile neben Kurzmann in den Boden, explodierten dort und wirbelten Dreck auf. Aber trotz allem stürmte Kurzmann ungehindert weiter vor. Schnell hatte Julian entschieden das Selbe zu tun, während er die Arm-Klingen an seinem Exoskelet aktivierte. Ein lautes Klirren von Metall das zusammen traf bildete sich und ein gewaltiger Schock durchzog Julian und das gesamte Exoskelet als die Arm-Klingen mit dem Großschwert zusammen trafen. Beide Maschinen schienen sich in Kraft und Geschwindigkeit gleichwertig zu sein, so dass keiner von beiden in diesem Kräftemessen die Oberhand gewinnen konnte. Und dennoch versuchte Julian es laut schreiend weiter. Es war Kurzmann, der sich entschied zurück zu weichen und stattdessen mit roten Energie-Projektilen aus einer Waffe im anderen Arm seines Kampfanzugs zu feuern. Julian wich jedoch schnell zur Seite und erwiederte das Feuer mit Plasma-Waffen. Gleichzeitig versuchte er Kurzmann mit seinen Raketenwerfern zu erfassen, jedoch sollte dies eine gewisse Zeit dauern. `Schneller, Schneller´, hetzte Julian innerlich seine Maschine als Kurzmann ihm offensichtlich zuvor kam und seinerseits dessen Raketen-Werfer auf Julian abfeuerte. Der entschied sich schnell mit Fronttriebwerken zurück zu weichen und feuerte weiter mit den Plasma-Kanonen auf Kurzmann, während Raketen vor ihm in den Boden krachten und dort explodierten. Weitere rote Energie-Projektile von Kurzmann verfehlten Julians Exoskelet knapp, während dieser mit zwei Energiestrahlen aus den Armen feuerte und diese nach Kurzmann schwenkte. Kurzmann sprang jedoch ab und entkam ihnen beiden, bevor er noch in der Luft mit vollem Schub stürmte und einen weiteren Schwertschlag vorbereitete. Mittlerweile hatte Julian jedoch die Zielerfassung seiner Raketenwerfer beendet und feuerte sie direkt ab. Kurzmann feuerte jedoch selbst eine weitere Ladung Raketen ab, welche auf die von Julian treffen sollten. Gewaltige Explosionen bildeten sich rund um Kurzmann herum und machten es Julian unmöglich zu erkennen was dieser als nächstes tat. Dennoch hatte Julian rechtzeitig die Arme gehoben und fing das Großschwert mit seinen Arm-Klingen ab, als der Schlag, durch die Explosionen verdeckt, wie aus dem Nichts kommen sollte. Plötzlich versuchte Kurzmann den Kampfanzug von Julian mit dem anderen Arm zu packen, aber Julian wich erneut zurück und sah nun eine Chance auf einen Gegenangriff. Schnell stürmte er nach vorne und schlug mit beiden Arm-Klingen zu, aber Kurzmann hielt sein Schwert dazwischen und fing den Schlag ab.
„Wenn du so kämpfst Schneeflocke, sind wir morgen früh noch hier“, kommentierte Kurzmann überlegen und abfällig und Julian konnte leider nicht behaupten dass er unrecht hatte. Kurzmann hatte vielleicht den technisch unterlegenen Kampfanzug, aber definitiv wesentlich mehr Erfahrung und Kampftraining hinter sich. Julian bemerkte schnell dass er eigentlich keine Chance hatte. Er befand sich die meiste Zeit in der Defensive und versuchte nicht von Kurzmann getroffen zu werden, während dieser scheinbar mühelos einen Angriff auf den nächsten folgen ließ.
„Nun, das werden wir noch sehen“, antwortete Julian dennoch und stieß Kurzmann mit einem kurzzeitig erhöhten Krafteinsatz zurück bevor beide Maschinen in einen unglaublich schnellen Schlagwechsel gerieten, der Julian sogar eine gute Ecke zu schnell verlaufen sollte. Seine Handlungen basierten lediglich noch auf Instinkt und er empfand es als einziges Wunder, dass er nicht schon längst mehrere Treffer hatte einstecken müssen. Ob es Kurzmann wohl ähnlich erging oder waren dies für ihn alles kontrollierte Handlungen? Plötzlich stoppte Kurzmann den Schlagwechsel und richtete seine rote Energie-Waffe auf Julian aus. Julian war jedoch schneller und feuerte die Plasma-Kanonen im Torso seiner Maschine ab. Kurzmann war jedoch zurück und zur Seite gewichen und entkommen, während er nun zwei größere Projektile in langsamerer Abfolge aus der Waffe abgab.

Nur durch zwei gezielte seitliche Triebwerksstöße war es Julian möglich gewesen diesem überraschenden Angriff von Kurzmann zu entkommen. Nur sehr knapp fegten die beiden Projektile an seinem Exoskelet vorbei, während Julian die G-Kräfte dieser Stöße hart an sich reißen fühlte. Julian hatte nun also verstanden, dass die Schuss-Waffe die Kurzmann verwendete multifunktional war. Das hätte ihn gerade fast auf dem falschen Fuß erwischt. Es blieb ihm aber auch keine Zeit allzu lange darüber nachzudenken und sich dem Gefühl hinzugeben, dass er gerade hatte. Denn Kurzmann startete bereits den nächsten Angriff mit dem Großschwert. Ein Schlagangriff von oben nach unten, den Julian zwar abfangen konnte, aber er merkte auch wie die Attacke ihn und seinen Kampfanzug nach hinten aus dem Gleichgewicht werfen sollte. Ein weiterer Angriff von Kurzmann folgte direkt. Ein Stichangriff der so heftig ausgefallen war, dass Julian sogar einen ausgleichenden Schritt nach hinten nehmen musste um nicht nach hinten umzufallen. Aber Julian erkannte auch eine Chance und nutzte die beiden Strahlenwaffen wie sehr lange Energie-Klingen indem er beide Unterarme beim Abfeuern von Innen nach Außen bewegte. Hätte Kurzmann nicht mit Hilfe seiner Triebwerke einen sehr schnellen, hohen Sprung ausgeführt, wäre er wohl in der Mitte zerteilt worden. Es folgten fünf weitere Angriffe mit dem Großschwert, die Julian ebenfalls nur sehr notdürftig mit seinen Arm-Klingen abfangen konnte. Generell war dieses Großschwert ein viel zu großes Problem für Julian. Er musste es irgendwie schaffen es loszuwerden. Aber es wollte ihm einfach kein passender Plan dafür einfallen. Solche Dinge würden wahrscheinlich Kurzmann einfallen, aber Julian war dazu nicht fähig. Und so fing er weiter verzweifelt Schwertangriffe ab und versuchte das Gleichgewicht zu behalten, während er hin und wieder Plasma-Kanonen oder Strahlen-Waffen abfeuerte, Kurzmann jedoch immer um Längen verfehlte. Und je länger dieser Kampf andauerte umso klarer wurde Julian, dass Kurzmann ihn wahrscheinlich schon längst erledigt haben könnte. Aber er spielte lieber mit ihm, so viel hatte Julian nun verstanden. Genauso wie dass er eigentlich keine Chance auf einen Sieg hatte, selbst mit dieser mächtigen Alien-Technologie die er momentan nutzte nicht. Und dennoch… Christina, Sandra und Kim zählten auf ihn und er durfte unmöglich zulassen dass der Loop auslöste und Palmer zurück kehrte. Als Kurzmann gerade einen besonders heftigen Schlag ausführte entschied Julian sich dieses Mal ihn nicht mit seinen Arm-Klingen abzufangen, sondern zur Seite zu weichen. Tatsächlich krachte das Schwert mit voller Wucht in den Boden und blieb dort einen kurzen Moment stecken. Die Chance auf die Julian gewartet hatte, denn nun führte er selbst einen Schlag mit seinen Arm-Klingen aus und zwang Kurzmann nicht nur dazu schnell zurück zu weichen, sondern auch das gewaltige Großschwert zurück zu lassen. Schnell setzte Julian Schüsse aus seinen Plasma-Kanonen nach und fügte eine Ladung Raketen hinzu als die Zielerfassung ihm das gestattete. Kurzmann wirkte einen kurzen Moment überfordert mit der Situation und wich lediglich weiter nach hinten zurück wo er Julian mit gleich zwei dieser roten Energie-Waffen an beiden Armen im Schnellfeuermodus unter Feuer nahm, wohl um ihn von dem Großschwert weg zu zwingen, wie Julian annahm. Aber er nutzte schnell den frontalen Energie-Schild seines Kampfanzugs und fing sie so alle ab. Dann stürmte er vor und führte einen Faustschlag auf Kurzmann aus, der diesen schnell mit seinem eigenen Arm abfing und Julian mit einem starken Tritt zurück stieß. Julian schrie lautstark auf während er versuchte das Gleichgewicht zu halten, während ihn die Wucht des Trittes eine Meter zurück zum Großschwert schieben sollte.

Julian hatte nicht die Zeit sich von dem Schock dieses letzten Angriffs zu erholen, denn nun sollten zwei große rote Energie-Projektile in beide Schultern seines Exoskelets krachen und dort gewaltige Explosionen hinterlassen. Die Torso-Panzerung wurde extrem stark beschädigt und beide Plasma-Kanonen unbrauchbar. Es folgte eine Reihe Raketen wovon eine in die linke Schulter krachte, drei in den Beinbereich und zwei weitere frontal in den Torso, genau dorthin wo Julian selbst sich in dem Exoskelet befinden sollte. Gewaltige Explosionen zerstörten hauptsächlich Panzerung, aber auch die linke Schulter wurde vollständig zerstört, so dass der linke Arm nun nur noch nach unten hängen konnte. Kurzmann fügte weitere Schläge gegen die Frontal-Panzerung die Julian selbst beschützte hinzu und jeder Treffer verbog sie und schob sie weiter in Julians Richtung. Lediglich noch ein paar Schläge und die Panzerung würde Julian in dem Exoskelet zerquetschen. Er musste etwas unternehmen. Er konnte diese möderische Ratte nicht einfach dieses Duell gewinnen lassen. Und so packte Julian mit dem rechten Arm seines Kampfanzugs schnell den Kopf des Exoskelets von Kurzmann und quetschte diesen so fest er konnte, während er so viel Zug darauf ausübte wie die Mechanik einer eigenen Maschine es zulassen sollte. Aber Julian musste leider zugeben, dass der Kopf dieser Maschine unglaublich stabil gebaut sein sollte. Wahrscheinlich hatte der Erfinder, Julian vermutete es war Palmer, gewusst dass man diesen als Schwachstelle wahrnehmen würde und ihn besonders stabil gebaut und auch am Gesamtkonstrukt angebaut. Verzweifelt versuchte Julian mehr Kraft aufzubringen, aber leider hatte die mechanische Konstruktion des Kampfanzugs in diesen Dingen ebenfalls eine Grenze, auch wenn er vollständig aus Alien-Technologie bestand. Ein weiterer Schlag von Kurzmann gegen die Frontal-Panzerung und mittlerweile war sie lediglich noch ein paar Zentimeter von Julian entfernt. Das hier würde er nicht akzeptieren. Er war zwar bereits viele Tode gestorben, aber diesen würde er nicht einfach akzeptieren. Und so rammte er nun den Fuß seines Exoskelets gegen den Torso von dem von Kurzmann und nutzte dessen zusätzliche Kraft um tatsächlich in einer ruckartigen Bewegung den Kopf von Kurzmanns Exoskelet auszureißen. Ein lautes metallisches Krachen bildete sich und kleine Metallsplitter spritzten unkontrolliert in alle Richtungen. Im Anschluss taumelte die Maschine von Kurzmann einige Schritte zurück. Offensichtlich hatte Julian gerade das Wahrnehmungszentrum der Maschine entfernt und Kurzmann hatte keine Orientierung mehr. Als Kurzmann mit beiden roten Energie-Kanonen in zwei zufällig wirkende Richtungen feuerte in denen sich Julian definitiv nicht befand, erschien es diesem sogar schon wie eine panische Reaktion. Er durfte jetzt nicht einfach nach lassen und so setzte er zwei weitere Faustschläge gegen den Torso-Panzer von Kurzmann nach der sich auf ähnliche Weise einbeulte wie sein eigener und fügte dann einen Fußtritt hinzu der den Oberst des Militärs sogar nach hinten schleuderte, wo er auf dem Rücken aufkommen sollte. Schnell griff Julian nun nach dem Großschwert, dass eigentlich Kurzmann gehörte und stürmte mit diesem auf den Oberst zu. Dieser schien immer noch orientierungslos auf dem Rücken zu liegen und könnte daher den finalen Schlag nicht einmal kommen sehen. Nur noch ein Schlag von oben nach unten und die Sache wäre erledigt.

Huh? Was war denn nun passiert? Vor einer Sekunde hatte Julian noch völlig die Oberhand über dieses Gefecht. Und plötzlich war das Schwert einfach aus seiner Hand verschwunden, so dass der Schlag lediglich mit der bloßen Faust in der Luft ausgeführt worden war. Aber noch schlimmer war dass Oberst Kurzmanns Exoskelet gerade wieder vollständig wieder hergestellt worden war. Der Kopf war wieder da und höchst wahrscheinlich auch die Orientierung von Kurzmann. Während Julian noch versuchte seine Verwirrung darüber was gerade geschehen war zu verarbeiten hatte Kurzmann sich jedoch wieder aufgerichtet und stürmte erneut auf Julian zu. Ein weiterer Schlag gegen den Front-Panzer und Julian konnte das kalte Metall bereits an sich fühlen. Zu seinem Glück erinnerte er sich gerade an eine weitere Waffe über die sein Exoskelet verfügte. Noch während Kurzmann zum nächsten Schlag ausholte öffneten sich im seitlichen Torso-Bereich von Julians Kampfanzug zwei weitere Waffenschächte die sich beim Abfeuern als die Schall-Kanonen heraus stellten, die er bereits in Aktion gesehen hatte als fünf dieser Exoskelete ihn aus Kurzmanns und Palmers Gewalt geholt hatten. Aus dieser Nähe war es auch selbst für Kurzmann unmöglich dem Angriff noch auszuweichen. Ein mächtiges, tiefes, dumpfes Geräusch bildete sich als die Waffe abgefeuert wurde, aber nicht den geringsten Schaden an dem Militär-Exoskelet selbst hinterließ. Stattdessen schoss eine Blutfontäne aus dem Frontalbereich und Julian hätte schwören können Kurzmanns Schmerzensschreie durch die beiden gewaltigen Metallgebilde hindurch gehört zu haben, als er offensichtlich einfach zerplatzt war. Bevor jedoch das Exoskelet nach vorne umkippen konnte, begann sich das Blut genauso schnell wie es heraus gespritzt war wieder in das Exoskelet zurück zu ziehen, welches schnell einen ausgleichenden Schritt nach vorne trat und nun waren sowohl Kampfanzug als auch Pilot wieder im gleichen Zustand wie zuvor. Verdammt, wie hatte Julian das Zeit-Arm-Band entfallen können, dass er nun mehrfach bei Palmer in Aktion erlebt hatte? Es war doch völlig klar gewesen, dass Kurzmann ebenfalls ein solches Exemplar tragen würde. Was Julian nicht hätte vorher sehen können, war dass es auch auf Exoskelete und möglicherweise auf Fahrzeuge die der Träger bemannte angewandt werden konnte, aber das spielte für sein Versäumnis nur eine begrenzte Rolle.
„Das war ein mieser billiger Trick…“, kommentierte Julian die Situation und Kurzmann konnte sich offensichtlich ein lautstarkes Lachen nicht verkneifen.
„Vielleicht… Aber im Krieg sind alle billigen Tricks erlaubt. Wer am Ende gewinnt, der lebt und der andere stirbt“, kommentierte er dann plötzlich ernst und völlig nüchtern und Julian konnte der Logik in seinen Worten nichts entgegen setzen, deshalb regten sie ihn wahrscheinlich gerade auch so sehr auf. Deshalb oder weil das alles erneut bedeutete dass er versagt hatte. „Hier Oberst Kurzmann. Angriff beginnen“, konnte Julian den Hochrangigen Militär-Offizier dann durch dessen Kommunikationsgerät sprechen hören und schon im nächsten Moment fegten mehrere Militär-Jets an dem Raumschiff über den beiden vorbei und nahmen dieses mit Bordkanonen und Raketen unter Feuer. Mehrere Explosionen überzogen es und rissen ganze Stücker aus der Konstruktion heraus.
„Du hattest niemals vor das Schiff und meine Leute darin zu verschonen…“, stellte Julian dann fest und er konnte fühlen wie er innerlich zusammen brach wenn er an sein eigenes Versagen und seine Dummheit dabei dachte.
„Richtig kleine Schneeflocke. Und jetzt bist du dran… Und wenn ich erst Palmer wieder zurück habe werde ich endlich im Stande sein die stärkste Militärmacht der Welt zu stellen. Niemand wird noch verhindern können, dass unser Land wieder zu der Größe findet, die es einst hatte“, begann Kurzmann dann zu sprechen und richtete sein Großschwert wieder auf Julian aus.
„Ach so… Heil Hitler oder wie jetzt?“, kommentierte Julian lediglich sarkastisch.
„Besser als das. Dieser Loser hat kurz vor dem Ende versagt. Ich werde das nicht. Und du wirst mir dabei auch nicht im Wege stehen“, antwortete Kurzmann.
„Oh doch das werde ich. Genau jetzt und genau hier“, kommentierte Julian und fuhr noch ein letztes Mal die Armklinge seines rechten Arms aus, bevor sie beide wütend schreiend aufeinander zustürmten und den letzten Schlag ausführten. Beide durchschlugen den Torso des jeweils anderen Exoskelets. Aus beiden Maschinen wurden gewaltige Stücke und kleinere Verbindungsteile gerissen. Blut spritzte aus dem inneren beider Maschinen. Dann wurde für Julian alles Schwarz. Er wusste nicht ob er tot war, er wusste auch nicht ob er Kurzmann noch erwischt hatte. Alles was er wusste, war dass alles schwarz wurde und es keine Option für Julian geben sollte noch irgendetwas zu unternehmen.
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So, da ist er. Der neue Teil von Lost in Time. Auf der einen Seite mag ich ihn, weil ich es geschafft hab einen Mecha VS Mecha-Fight in die Geschichte rein zu schmuggeln :mrgreen: , auf der anderen Seite ist genau das auch irgendwie das Problem das ich damit hab. Immerhin ist der Teil eigentlich nur Setup und Ausführung des Duells zwischen Julian und Kurzmann. Ich hoffe trotzdem jemand hat die Action-Szene ganz gerne gelesen und ich hoffe dass durchaus raus kam dass Julian das Duell eigentlich gewonnen hat und Kurzmann lediglich den Trick mit dem Zeitarmband hatte um die Situation für sich zu entscheiden. Es war eigentlich noch einiges mehr für das Kapitel geplant, aber da das eh schon ein ziemlich langes Ding geworden ist, fiel das leider entweder der Kürzungsscheere zum Opfer oder wurde ins nächste Kapitel verschoben. Daher seid gespannt auf das nächste Kapitel, welches den Titel "Die größte aller Bedrohungen" tragen wird. Sollte eigentlich schon Spoiler genug sein und wenn nicht, dann seid gespannt was am Ende darin steht. :mrgreen:

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Mi 26. Aug 2026, 20:08
von Child of Bodom
Kapitel 20 – Die größte aller Bedrohungen:

Was war gerade geschehen? Wo war er? Wer war er? Wie war er? Und vor allem: Warum war er eigentlich? Wie konnte er überhaupt sein? War er überhaupt? Er brauchte eine ganze Weile um sich zu orientieren. Wieso bestand dieser Raum aus so unglaublich vielen Farben? Gerade als er sich darüber beschweren wollte dass diese vielen Farben seinen Augen weh taten sollte er feststellen, dass er über gar keine Augen verfügte die weh tun konnten. Richtig… Sein Name war Julian und er war in einer Zeitschleife gefangen worden während er ein Metal Festival besucht hatte. Das klärte die wichtigste Frage von allen. Aber nicht die übrigen. Wieso musste dieser Raum aus so vielen Farben bestehen? Das machte jede Orientierung fast unmöglich. Dazu schien der Raum noch zu flimmern, was es lediglich noch schwieriger machte. Richtig… Er war gar nicht wirklich hier. Und aus irgendeinem Grund war er es doch. Zu viel für Julians Gehirn und er entschied sich diesen Gedanken schnell wieder zu verdrängen. Schnell begann er sich irgendwie, er wusste nicht wirklich wie, durch reinste Willenskraft durch diesen Raum zu bewegen. Er hatte ein Ziel ausgemacht. Eine Art Fleck in dem bunten Raum. Etwas das in diesem extremen Chaos hervorstach. Und so begann er sich auf dieses etwas zu zubewegen. Je näher er kommen sollte umso mehr sollte ihn überraschen wie gigantisch dieses Etwas tatsächlich sein sollte. Es hatte problemlos die Größe eines kompletten Planeten. Möglicherweise war es sogar wesentlich größer als die Erde, das konnte Julian ohne einen direkten Vergleich nicht so genau abschätzen. Und es bestand lediglich aus unzähligen Tentakeln. Einige kürzer, einige Länger. Insgesamt wirkte das Gebilde wie ein gewaltiger dreidimensionaler Stern der aus Tentakeln bestand. Je weiter man jedoch in die Mitte kommen sollte, umso mehr begann das Gebilde wie ein Ball aus Tentakeln zu wirken. Julian war diesem Etwas nun bereits sehr nahe. Er konnte die einzelnen Arme erkennen. Die dicken, gepanzerten Schuppen die sie schützten. Und sogar den zusätzlichen Panzer, der das Zentrum dieses Gebildes schützte. Julian kam nicht umhin zu glauben, dass es sich um ein Wesen handeln musste. Ein riesiges, gewaltiges, planetengroßes Lebewesen. Er konnte nicht leugnen, dass es ihn verängstigte alleine durch seine Existenz. Zum Glück hatte es Julian noch nicht bemerkt und wenn es stimmte dass er gar nicht wirklich hier war, dann würde es das auch nie. Schnell begann Julian sich das Wesen weiter anzusehen. Es war fast wie ein Verkehrsunfall. Man wollte nicht hin sehen, aber man konnte auch nicht weg sehen. So einem Viech wollte er definitiv niemals im echten Leben begegnen. Was war jedoch überhaupt das echte Leben? Und wo war er überhaupt? Was war das hier überhaupt? Julian hatte nicht bemerkt wie er über einen Bereich im Zentrum des Wesens schwebte der über recht wenige Tentakel verfügte. Stattdessen wirkte dieser Bereich wie eine Öffnung im Wesen. Plötzlich klappte die vermeidliche Öffnung nach oben und offenbarte dass es sich in Wahrheit um ein einziges, riesiges Auge gehandelt hatte. Wie Feuer wirkte es in seiner Farbgebung und wie die reinste materialisierte Gefahr. Als würde dies nicht genügen um Julian vollständig zu verängstigen schien es sich auch noch genau auf ihn zu fokussieren. Wie war das überhaupt möglich? Julian war doch überhaupt nicht wirklich hier. Wie konnte dieses Auge ihn dann sehen? Wie konnte dieses Wesen ihn wahr nehmen? Ein gewaltiger Schock durchzog sein Dasein und Julian verstand nicht einmal wie dies möglich sein konnte. Er wollte laut schreien, stellte aber dann fest, dass er über keine Stimme verfügte. Wahrscheinlich nicht einmal über einen Körper. Ein weiterer Schock und das gewaltige Wesen begann ihn noch intensiver anzustarren als zuvor schon. Plötzlich folgte ein richtiger Schlag der sich durch sein Dasein zog und dann wurde alles weiß, bevor es wieder schwarz wurde. Was zur Hölle war gerade geschehen? Was hatte Julian da gerade zu sehen bekommen? Und die wichtigste aller Fragen: Wieso hatte er das hier gerade zu sehen bekommen? Wieso konnte er überhaupt irgendetwas sehen? Sollte er nicht eigentlich tot sein?

Julian konnte nicht vermeiden, dass er bei seinem Erwachen im Transporter auf dem Festival laut aufschrie. Was zur Hölle war das gerade gewesen? Welches Wesen war so groß wie ein Planet? Und wieso hatte es so viele Tentakel? Hatte es etwa etwas mit den anderen Tentakel-Monstern zu tun die das Festival und die ganze Welt angriffen? Julian kam der schreckliche Verdacht, dass es nicht nur Teil dieser „Plage“ war wie die Aliens das nannten, er vermutete sogar dass es sich um diesen sogenannten Sigma handelte, den die Aliens so sehr fürchteten. Nun konnte Julian verstehen weshalb. Wenn dieses Mistviech die Realität betreten würde hätte die Erde nicht die geringste Chance. Das Vieh würde den gesamten Planeten einfach verschlingen, so viel sollte für Julian direkt fest stehen. Um das zu erkennen musste man sich das Vieh nur ansehen. Aber zum Glück war es noch nicht in dieser Realität, zumindest wirkte es nicht so auf Julian. Plötzlich hämmerte jemand unsanft an die Seitentür seines Fahrzeugs. Das Militär wie in früheren Zyklen auch schon.
„AUFMACHEN!!! SOFORT!!!“, schrie wie die Male zuvor auch schon die autoritäre Stimme des Soldaten und Julian konnte hören, dass jemand versuchte die Tür zu öffnen. Nur Julian war dieses Mal schneller gewesen und hatte das Vehikel mit Hilfe des Fernbedienungs-Schlüssels abgesperrt bevor der Soldat die Tür hatte öffnen können. Wütend hämmerte er mehrmals mit der Faust dagegen. „SOFORT AUFMACHEN!!!“, schrie er erneut und hämmerte weiter dagegen, während Julian die nächste Phase seines Plans vorbereitete. Dies war der Teil der am schwierigsten ausfallen sollte, denn nun versuchte er seinen Fabrikator zu benutzen um aus Boden und Fahrgestell des Transporters ein Exoskelet der Aliens zu erschaffen und das am besten direkt um sich herum. Es erforderte eine gewaltige Konzentration, die er nur schwer aufbringen konnte, während das Militär draußen an sein Vehikel hämmerte. „AUFMACHEN!!! ODER WIR WENDEN GEWALT AN!!!“, schrie einer der Soldaten erneut in einem extrem autoritären Tonfall.
„Leck mich, du Wichser!“, antwortete Julian mittlerweile wutentbrannt, da sein Plan ohnehin bereits abgeschlossen sein sollte und ihn nun nicht weiter interessierte was mit dem Vehikel geschehen würde. Im Anschluss begann er das Exoskelet zu aktivieren, ertrug dieses Mal die Schmerzen die von den Steuerungsmodulen beim Anlegen hinterlassen wurden und richtete dann den Kampfanzug ruckartig auf, wobei er durch die metallischen Wände und Decke des Vehikels stieß, diese zerriss und in mittelgroßen Stücken nach allen Seiten schleuderte. Einige davon verfehlten die überrascht nach hinten umfallenden Soldaten nur sehr knapp.
„Verdammt! Wo kommt das Ding denn jetzt her?“, rief einer der schockierten Soldaten aus.
„Spielt keine Rolle! FEUER!!!!“, schrie ein anderer und wie er es angesagt hatte begannen die fünf Soldaten das Feuer mit ihren Sturmgewehren auf Julians Exoskelet zu eröffnen. Der interessierte sich reichlich wenig dafür, da die Kugeln einfach an dem gewaltigen Panzer des Kampfanzugs abprallten. Im Anschluss schlug er einmal mit der flachen Hand nach dem Soldaten der sich am nächsten bei ihm befand und traf ihn so fest, dass der Druck des Treffers ihn zermatschte und die blutigen Überreste in der halben Umgebung verteilte. Im Anschluss packte er einen weiteren Soldaten, zerquetschte ihn unter lautstarkem Krachen von brechenden Knochen zwischen den Fingern seiner Maschine und schleuderte ihn anschließend mehrere Meter in eine zufällige Richtung. Die übrigen drei Soldaten wollten sich gerade zurück ziehen als Julian einem von ihnen noch einen Fußtritt verpasste der ihn mit voller Wucht gegen ein anderes Fahrzeug schleuderte, wo er das Fahrzeug zerstörte, aber auch selbst völlig daran zermatschte. Die letzten beiden Soldaten schafften es Abstand zu Julian zu gewinnen, der beide Plasma-Kanonen abfeuerte und dabei zusah wie jedes der beiden Projektile einen der beiden Soldaten zerplatzen ließ und sie in unappetitlichen Stücken in der Umgebung verteilte. Ab jetzt musste er sich beeilen. Die erste Gefahr war überstanden, aber das Militär würde ihn hiernach noch stärker jagen als zuvor. Und so begann er sich schnell in die Richtung zu bewegen wo ihm das Ende des Festival-Geländes am nächsten erschien, ungeachtet dessen was er eventuell durch die Größe seines Kampfanzugs alles dabei beschädigte.

Es hatte nicht sehr lange gedauert bis er die Absperrung erreicht hatte, die er mit einem gezielten Faustschlag seines Kampfanzugs beseitigte und weiter voran stürmte, mitten in den anschließenden Wald hinein. Bisher noch keine Spur vom Militär. Sie waren nicht schnell genug gewesen, nachdem Julian diese fünf Soldaten beseitigt hatte. Zumindest hoffte er das, denn in der derzeitigen Situation ließ sich das alles gar nicht so genau sagen. Fakt war jedoch auch, dass er durch die Hecktriebwerke seines Exoskelets in ziemlich schnellem Tempo voran kommen sollte. Höchstwahrscheinlich wäre er der erste am Treffpunkt, der wie üblich die Unterkünfte von Kim und Sandra sein sollte. Und genau darin lag auch das Problem. Er durfte dort für den Moment nicht hin. Das Militär verfolgte ihn, er würde sie direkt zu den beiden führen und ihnen Christina gleich mit liefern. Nein, er würde sich so lange es seine Fähigkeiten zuließen im Wald verstecken und auf den nächsten Zug des Militärs, auf den nächsten Zug von Oberst Kurzmann warten. Ob wohl Leutnant Palmer tatsächlich durch das letzte Zurücksetzen des Zyklus wieder am Leben war? Höchstwahrscheinlich, dachte Julian sich. Immerhin hatte er ihn nur im vorigen Zyklus getötet, nicht ihn vollständig aus der Zeit gelöscht. Der Gedanke missfiel Julian so sehr, dass er sich am liebsten übergeben hätte. Aber es gab ihm auch eine Chance dieser Ratte noch einmal das gleiche anzutun. Plötzlich piepste eine Anzeige und die holographische Karte in Julians Sichtfeld begann ein unbekanntes biologisches Lebenszeichen anzuzeigen. Es war ihm klar gewesen, dass das Militär ihn irgendwann finden würde, aber es irritierte ihn sehr, dass es sich lediglich um ein einzelnes biologisches Lebenszeichen handelte. Noch dazu bewegte es sich sehr gezielt auf ihn zu, als wüsste es genau wo er war und das konnte das Militär unmöglich wissen, selbst mit Palmers Technologie. Und ein Wesen der Plage wäre als ein solches markiert worden und ganz bestimmt nicht alleine unterwegs. Wer oder was kam da gerade auf Julian zu? Erleichtert atmete er auf als er feststellte dass es sich lediglich um Christina handelte, die ihn mit Hilfe ihres Arm-Panzers, den auch sie von den Aliens hatte, gefunden hatte.
„Julian? Bist du das?“, fragte sie direkt etwas verwirrt, wahrscheinlich wegen Julians Exoskelet.
„Ähm… Ja…“, antwortete Julian etwas unsicher wie er jetzt darauf reagieren sollte. „Was tust du hier?“, fragte er dann jedoch schnell und besorgt, als ihm klar wurde welche Gefahr beiden immer noch drohte.
„Mir wurde schnell klar, dass du nicht zum Treffpunkt kommen könntest, also bin ich hier her gekommen“, antwortete Christina.
„Was ist mit Kim und Sandra?“, fragte Julian sie weiter.
„Wissen bescheid und kümmern sich gerade um ein sicheres Versteck für uns alle“, antwortete Christina schnell.
„Ein sicheres Versteck?“, fragte nun Julian verwirrt. „Was ist mit dem Kontakt zu den Aliens?“, fragte er dann weiter.
„Das ist genau weshalb ich dich hier abgefangen hab. Ich muss da mit dir über was reden. Im letzten Zyklus da hab ich mich auf dem Schiff umgesehen und plötzlich war da so ein Raum mit solchen Glasröhren und in den Röhren waren diese Horror-Viecher drin die sie „die Plage“ nennen“, begann Christina schnell zu erzählen und wirkte unglaublich aufgeregt dabei. „Das ist noch nicht alles. Eines der Aliens hat mich da drinnen erwischt und mich im letzten Zyklus umgebracht!“, fügte sie dann noch hinzu. Wahrscheinlich waren Kim und Sandra ebenfalls im letzten Zyklus dort gestorben, so dass er seinen eigenen Tod gleich viel weniger als Versagen wahrnehmen sollte wie noch davor. Er hatte selbst nicht gedacht, dass ihn das in einer solchen Art und Weise erleichtern würde, aber Julian hatte einen kurzen Moment Probleme damit sich die Tränen zurück zu halten. „Verstehst du, Julian?“, riss Christina ihn ins Gespräch zurück. „Die Aliens haben irgendwas mit diesen Viechern aus der anderen Dimension zu tun“, sprach sie dann weiter.
„Es würde mich sogar nicht wundern, wenn sie die Plage überhaupt erst erschaffen hätten“, antwortete Julian ihr dann gelassen und überraschte sie scheinbar sehr mit seiner Aussage. Anscheinend hatte sie damit gerechnet, dass sie noch etwas mehr Überzeugungsarbeit leisten müsste. „Ich hatte doch gesagt, dass ich ihnen nicht vertraue“, fügte er dann noch hinzu.
„Und Julian… Da ist noch etwas… Ich…“, begann sie dann zu sprechen und kam dem Exoskelet näher, wobei sie unglaublich verängstigt wirkte. Scheinbar suchte sie gerade seine Nähe, welche Julian gerade leider nicht wirklich anbieten konnte. „Ich glaube ich hab das Sigma gesehen“, sagte sie dann unsicher und immer noch verängstigt.
„Das hab ich auch. Zwischen den zwei Zyklen. Mach dir keine Sorgen. Es wird nie so weit kommen dass es hier erscheint“, antwortete Julian und versuchte dabei möglichst einfühlsam zu klingen.
„Aber deshalb musst du sobald zum Versteck kommen wie es möglich ist. Wir sitzen diese Apokalypse irgendwo zusammen aus und fangen dann nochmal neu an“, warf Christina dann ein. Julian konnte nicht leugnen dass er diese Gelegenheit gerade wirklich gerne wahrnehmen würde. Mit gleich drei Traumfrauen eine Apokalypse aussitzen klang doch so schlecht wirklich nicht. Aber da war noch etwas anderes was ihn davon abhalten sollte.
„Das kann ich nicht tun. Ich hab dir versprochen deinen Freund und das gesamte Festival zu retten, erinnerst du dich?“, sagte Julian dann und hoffte dass er das nicht irgendwann einmal bereuen würde.
„Ich wollte mit Jake sowieso schon länger Schluss machen, weil er sich einfach nicht benehmen kann“, antwortete Christina und auch wenn Julian sich ziemlich sicher war, dass es sich nicht um eine Lüge handelte, er bemerkte auch dass diese Aussage vor allem aus Angst getätigt worden war, aus Angst vor diesem Sigma.
„Und dennoch werde ich ihn und das Festival retten“, antwortete Julian um ihr keinen anderen Ausweg zu lassen. Christina atmete einmal tief durch und entfernte sich dann wieder ein Stück von ihm und seinem gewaltigen Kampfanzug.
„In Ordnung… Wie genau sieht dein Plan aus?“, fragte sie dann.
„Du wirst mit den beiden in das Versteck gehen. Immer wieder, in jedem Zyklus den ich vielleicht noch auslösen werde. Und ich werde gleich zurück zum Festival gehen und als aller erstes Jake retten. Vielleicht kann ich die beiden nicht retten, aber ich habe gesehen, dass du es kannst. Und vielleicht gilt das selbe auch für Jake“, erklärte Julian und Christina nickte den Plan schnell ab. „Und wegen dem Festival, naja, da fällt mir schon was ein, wie ich die Evakuierung erzwingen kann“, kommentierte er dann weiter und Christina lächelte kurz hoffnungsvoll.
„In Ordnung. Ich vertraue dir Jake und das Festival an und du mir Sandra und Kim“, kommentierte sie dann und wandte sich in die Gegenrichtung. Als sie jedoch losgehen wollte entschied sie sich, sich doch noch einmal umzudrehen. „Julian… Wenn du alles erledigt hast… Komm unbedingt zum Versteck. Ich würde wirklich nur ungern einen so guten Kerl wie dich verlieren“, sagte dann noch, bevor sie tatsächlich in den Tiefen des Waldes verschwand und Julian nicht einmal die Chance für eine Antwort ließ.

Auch Julian hatte sich wieder auf den Weg gemacht und kämpfte sich weiter durch den Wald vor. Immer noch kein Anzeichen des Militärs, was ihn in dem Glauben ließ, dass er es abgeschüttelt hatte. Nun müsste er sehr schnell einige Dinge auf einmal erledigen gehen. Das erste wäre den Kontakt mit den Aliens wieder herstellen, egal was Christina darüber dachte. Julian brauchte sie weiterhin als Verbündete wenn er irgendwie die Zeitschleife beenden wollte. Und dann müsste er zurück auf das Festival wo er es irgendwie schaffen müsste dass es abgebrochen und evakuiert wird. Wütend stellte Julian fest, dass die Zeit nicht für beides reichen würde, da er sich für ein Treffen mit den Aliens zu weit davon entfernen müsste um danach noch rechtzeitig vor dem Angriff der Plage dort einzutreffen. Selbst mit diesem Exoskelet oder den noch schnelleren Raumschiffen der Aliens war dies einfach nicht mehr möglich. Julian brauchte schnell eine andere Idee. Irgendetwas dass er auf dem Festival tun konnte um die Überlebenschancen zu verbessern. Er hatte bereits die Richtung gewechselt und war unterwegs dorthin. Aber ohne wenigstens den Ansatz eines Plans war das ganze Unterfangen nicht sehr sinnvoll. Wahrscheinlich würde er improvisieren müssen wenn er dort ankam, denn er wusste auch nicht wie viel Militär mittlerweile dort anwesend wäre. Es war nicht mehr sehr weit. Julian konnte es bereits auf die Entfernung sehen und entschied sich die Richtung zu wechseln und stattdessen auf einem nahen Berg erst einmal für einen Überblick über die Situation zu sorgen. Und was er dort sehen musste übertraf seine schlimmsten Befürchtungen. Scheinbar hatte Kurzmann das Festival kurzerhand zu einer zweiten Militärbasis ausbauen lassen. Julian konnte zwei Panzer erkennen, vier Gelände-Wagen und eine ganze Menge Soldaten, die das Festival-Gelände überwachten. Was er allerdings bisher nicht sah waren Hinweise auf Palmers Technologie, wie etwa die Exoskelete oder Zeit-Armbänder an den Armen der Soldaten. Das würde auch bedeuten, dass Julian es im Ernstfall auch mit ihnen aufnehmen könnte, zumindest so lange er dieses Exoskelet nutzen würde. Aber es gab noch ein weiteres Problem. Er wusste nicht wo Jake sich im Moment befand, aber Julian vermutete in seinem Camp, genauso wie er vermutete dass gerade keine Musik auf dem Festival gespielt werden würde, während das Militär es gerade als Basis verwendete. Das war sein einziger Anhaltspunkt und deshalb begann er sich ab jetzt langsam in Richtung des Festivalgeländes zu bewegen. Er durfte trotz seines gewaltigen Exoskelets nicht gesehen werden. Immer wieder nahm er sich dazu Deckung hinter Transportern wenn er eine Gruppe Soldaten auch nur in seiner Richtung vermutete und tatsächlich sollten die holographischen Anzeigen in seinem Kampfanzug auch äußerst hilfreich sein und Soldaten anzeigen, lange bevor sie ihm gefährlich werden konnten. Und so sollte er tatsächlich das Camp erreichen, das Christina ihm damals gezeigt hatte und in dem er zum ersten Mal auf Jake getroffen war. Wie Julian vermutet hatte, befand er sich dort, zusammen mit einer Gruppe aus zwei weiteren Männern und einer weiteren Frau. Nun kam der schwierigste Teil und der würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit scheitern. Er musste Jake und die anderen irgendwie davon überzeugen mit ihm zu kommen ohne sie dabei gegen sich aufzubringen, so dass sie das Militär auf ihn hetzen würden. Und Julian musste eines zugeben… Dieser Kampfanzug war bei dieser Aufgabe tatsächlich ziemlich hinderlich. Aber er konnte ihn leider nicht einfach abnehmen und verlassen. Dazu verursachte das Herstellen des Links einfach zu große Schmerzen.

Nur langsam wagte Julian sich aus seinem Versteck zu Jake und dessen Gruppe. Er wusste noch nicht im geringsten was er sagen sollte, noch wie er das Exoskelet erklären würde. Aber er müsste es zumindest versuchen.
„Hey, Leute“, sprach er die Gruppe aus fünf Personen an.
„FUCK!“, rief einer von ihnen direkt aus und sprang aus seinem Stuhl auf.
„Scheiße! Was ist das denn für´n Dingsda?“, fügte ein weiterer hinzu, der lieber sitzen blieb, wahrscheinlich weil er ohnehin zu langsam reagiert hatte.
„Alles ist cool. Ich bin ein Mensch wie ihr“, versuchte Julian die Gruppe mit ruhiger Stimme zu beschwichtigen. „Was ihr hier seht ist ein Exoskelet und ich versuche es zu benutzen um euch eventuell gleich den Arsch zu retten“, sprach er dann weiter.
„Den Arsch retten? Vor was denn?“, fragte nun Jake äußerst irritiert.
„Und wieso überhaupt… Die Armee ist hier. Die werden uns schon beschützen“, fügte die Frau der Gruppe noch schnell hinzu.
„Vor dem was kommt werden sie euch nicht beschützen können“, kommentierte Julian.
„Was sollte denn so schlimmes kommen, dass uns die Armee nicht beschützen kann?“, fragte die Frau weiter nach.
„Tentakel-Monster… Und Kaijus“, antwortete Julian nun extremst kleinlaut und er bemerkte wie er langsam immer mehr in sich zusammen brach. „Und später auch noch Aliens…“, fügte er dann fast piepsend leise noch hinzu. Das musste sich alles so absurd und unmöglich für diese Gruppe anhören. Das Exoskelet war zwar real, aber das konnten diese fünf dort nicht wissen. Vielleicht hielten sie es einfach nur für ein gut gemachtes Kostüm.
„Und davor willst du uns mit diesem Teil hier beschützen? Du? Ganz alleine?“, fragte nun Jake etwas irritiert nach und Julian nickte zustimmend mit dem Kopf seiner Maschine.
„Ich hab da ne bessere Idee. Wir übergeben den da an die Armee. Die werden schon wissen was sie mit ihm anstellen sollen“, warf nun die Frau ein.
„Nein“, antwortete Jake schnell.
„Aber Jake, guck dir den da doch mal an mit seiner Kostümierung. Der hat sie doch nicht mehr alle beieinander“, meldete die Frau sich nochmal zu Wort.
„Ich hab Nein gesagt. Denn ich weiß nicht warum, aber ich glaube ihm“, wies Jake sie noch einmal zurecht. „Wann sollen diese Monster auftauchen?“, fragte Jake weiter nach.
„In einer Stunde kommen die Tentakel-Monster. Die Kaijus dann noch eine Stunde später. Und in noch einer weiteren Stunde sollten Aliens hier eintreffen, die einen kleinen Krieg mit diesen Monstern anfangen. Aber wir haben ein sicheres Versteck und würden euch alle dorthin mitnehmen“, erklärte Julian die Situation.
„Junge, du spinnst doch mal so richtig… Verschwinde, bevor ich doch noch die Armee rufe“, warf nun einer der anderen Männer der Gruppe ein.
„Wo ist dieses Versteck?“, fragte Jake weiter und ignorierte absichtlich den anderen.
„Das weiß ich nicht genau. Werde ich bald erfahren hoffe ich. Ich hab da ein ganz brauchbares Informationsnetzwerk, wenn du so willst“, erklärte Julian sich weiter.
„In Ordnung, das reicht mir. Ich komme mit“, antwortete Jake und nahm sich schnell einen Rucksack vom Boden der wahrscheinlich ihm gehörte.
„Dein ernst jetzt, Jake?“, fragte einer der anderen Männer.
„Jop. Ihr könnt ja hier bleiben, wenn ihr wollt, aber ich gehe lieber mit ihm“, antwortete dieser.
„Wir müssen und beeilen. Die Zeit wird knapp“, warf nun Julian ein und Jake folgte ihm direkt.

Das Festival-Gelände zu verlassen stellte sich als einfacher heraus als es zu betreten und Jake trotz der Tatsache, dass er körperlich mit einem Exoskelet mithalten musste, nicht als allzugroße Belastung. So sollten die beiden schnell den Wald erreichen in dem Julian zuvor schon Christina getroffen hatte.
„So, jetzt sind wir weit genug von allem dem weg und jetzt nochmal von vorne. Wer bist du eigentlich?“, meldete sich nun Jake nochmal zu Wort, der Julian mit einer Pistole bedrohte und sie auf seinen Rücken ausgerichtet hatte, wo auch immer er die her hatte und wie auch immer er sie auf das Festival-Gelände geschmuggelt hatte. Vielleicht hatte er sie aber auch einem der Soldaten unbemerkt entwendet. Julian wusste es nicht und es war ihm im Wesentlichen auch völlig egal.
„Ich hoffe dir ist bewusst, dass deine Erbsenwaffe da nicht das geringste gegen mein Exoskelet ausrichten wird“, kommentierte Julian lediglich ruhig.
„Ist mir sowas von egal… Ich muss es wenigstens versuchen“, antwortete Jake aufgebracht. „Nicht umdrehen!“, rief er dann aus als Julian ursprünglich genau das tun wollte.
„Wenn ich dir etwas antun wollte, hätte ich das schon längst“, antwortete Julian dann darauf. „Hör mal. Mach´s mir bitte nicht unnötig schwer. Lass uns einfach in dieses Versteck gehen sobald ich die Koordinaten bekommen hab. Christina wird auch schon dort sein“, begann er dann weiter zu sprechen.
„Christina? Was hast du mit meiner Freundin zu tun?“, fragte Jake stattdessen vollkommen irritiert und Julian hörte die Eifersucht direkt in seiner Stimme. Verdammt… Genau das war offensichtlich das Öl gewesen, dass Julian eigentlich nicht hatte ins Feuer gießen wollen.
„Wir stecken beide in einer Zeitschleife fest und versuchen dich und meine beiden besten Freundinnen zu retten seit dem wir wissen was passieren wird“, antwortete Julian wahrheitsgemäß.
„Du meinst diese Tentakel-Monster und die Kaijus? Oder doch eher die Aliens?“, fragte Jake mit völlig sarkastischem Unterton dennoch genauer nach.
„Richtig. Ich könnte dir zumindest beweisen, dass das Exoskelet hier echt ist, aber wenn ich eine Waffe abfeuere ohne jeden Grund werden unsere Feinde auf uns aufmerksam“, erklärte Julian sich weiter und erkannte zunehmendes Misstrauen in Jakes Gesicht.
„Richtig…“, sprach der lediglich irritiert aus und zog es so sehr in die Länge wie er konnte, was mehr als alles andere ausdrückte dass er Julian nicht glaubte.
„Jake… Steck die Waffe weg und komm einfach mit…“, konnte Julian dann Christinas Stimme sagen hören. Anscheinend hatte sie sich den beiden von hinten bis unbemerkt genährt und war nun an Jake heran getreten.
„Aber… Was zum…? Was machst du hier? Und was zum Geier hast du mit dem Freak da zu tun?“, warf der jedoch nun nur noch irritierter ein.
„Alles was er gesagt hat, Jake, und noch viel mehr und jetzt komm schon“, sagte Christina und versuchte Jake am Arm zu packen. Der zog ihn jedoch schnell weg.
„Moment mal… Was heißt hier „und noch viel mehr“? Läuft da was zwischen euch beiden?“, warf er dann wütend und irritiert gleichzeitig ein, als sich plötzlich Alarmsignale in Julians Exoskelet und scheinbar auch an Christinas rechtem Arm-Panzer meldeten.
„Nein, Jake… Da ist nichts gelaufen und jetzt bitte komm mit… Uns läuft die Zeit weg…“, erklärte Christina sich schnell.
„Ich fürchte sie hat recht, Jake… Die Monster sind schon auf dem Weg hier her“, fügte nun Julian noch hinzu und irritierte Jake nur noch weiter.
„Ihr beiden habt sie doch nicht mehr alle beieinander. Das ist die krasseste Geschichte die sich jemals eine meiner Freundinnen ausgedacht hat um…“, sagte Jake und versuchte sich offensichtlich durch einige Schritte zurück von beiden zu distanzieren, als Julian ihn unterbrach.
„Stopp! Nicht in diese Richtung! Von da werden sie kommen!“, rief er aus.
„Jake! Dreh dich um!“, rief Christina nun auch noch schockiert aus und Jake tat tatsächlich wozu ihn beide aufgefordert hatten, so dass er direkt in das Gesicht einer der Bestien der Plage sah und für einen Moment solche Angst fühlte, dass er nicht wusste wie er reagieren sollte und daher einfach erstarrte.
„RUNTER JAKE!“, schrie nun Julian und richtete seine Plasma-Kanonen aus. Tatsächlich tat Jake auch dieses Mal wie angewiesen und Julian fegte das Monster mit einem gezielten Schuss der Waffe einfach beiseite.
„FUCK!!!“, schrie ein völlig von Blut und Eingeweiden bedeckter Jake in einem Tonfall aus der sich gleichermaßen panisch ängstlich als auch wütend anhörte. „Was zum Teufel war das jetzt?“, fügte er dann noch hinzu.
„Das waren die Tentakel-Monster und wenn wir nicht gleich alle drei die Beine in die Hand nehmen, werden da so viele kommen, dass wir ihnen nicht mal mehr dann noch entkommen könnten“, erklärte Julian schnell und Jake ließ sich von seiner Freundin auf die Beine helfen. „OK, bring ihn zum Versteck. Ich folge euch und versuche euch zu beschützen so gut wie ich kann“, sagte dann Julian und Christina nickte einmal zustimmend mit dem Kopf bevor die den verwirrten Jake schnell hinter sich herzog, der nicht einmal die Zeit hatte noch etwas zu sagen.

Zunächst waren es nur wenige, dann wurden es immer mehr. Immer wieder feuerte Julian mit Plasma-Ladungen auf Tentakel-Monster die sich schnell von praktisch allen Seiten nährten und fegte sie in blutigen Vorgängen einfach beiseite, während er weiter Jake und Christina folgte und peinlichst genau darauf achten musste nicht einen von beiden aus Versehen zu treffen. Ein einziger Fehler bedeutete den Tod für einen der beiden. Und wenn Julian ein einiges der Monster verpasste ebenso. Und so feuerte er weiter mit Plasma-Ladungen nach hinten auf zwei weitere Monster, während er versuchte eine von rechts kommende Fünfer-Gruppe mit den Raketen zu erfassen. Gerade hatte er diese abgefeuerte stürzte sich mit einem gewaltigen Sprung eines der Monster von der anderen Seite her auf die beiden. Aber Julian reagierte schnell und packte es noch in der Luft am Hals um es dann mit voller Wucht in den Boden zu rammen. Ihm blieb keine Zeit sein blutiges Werk zu begutachten, denn es folgten bereits die nächsten beiden Monster, die Julian dieses Mal mit den Arm-Klingen mittig zerteilte. Es folgte ein Angriff einer größeren Gruppe direkt von vorne, aber Julian feuerte die Schallwellen-Kanonen auf diese ab und sah zu wie sie alle in einem blutigen Vorgang zerplatzten.
„Schnell weiter!“, wies er schnell die anderen beiden an, die sich kurz geduckt hatten um nicht von den Schallwellen mitgerissen zu werden. Schnell stürmten die drei weiter voran, während Julian weiter Tentakel-Monster beseitigte. „Wie weit ist es noch?“, fragte er dann schnell zwischen seinen Plasma-Schüssen.
„Nicht mehr weit. Noch über die nächsten beiden Hügel und da hat irgendjemand einen kleinen Bunker in die Erde gebaut. Da sind wir eine ganze Zeit lang sicher“, antwortete Christina, während Julian gerade eine weitere große Gruppe der Monster vernichtete, die von hinten angestürmt gekommen war, indem er seine Strahlen-Kanonen über sie schwenkte und sie alle mittig zerteilte. Es folgte ein Angriff mit den Raketen-Werfern auf eine Gruppe die von links kam.
„In Ordnung. Das schaffen wir auch noch“, kommentierte Julian und nahm sich einen ganz kurzen Moment der Aufmerksamkeit um nach Jake zu sehen, der offensichtlich mit allem völlig überfordert war und sich einfach von Christina hinterher ziehen ließ. Im Anschluss bemerkte Julian, dass ihm zwei der Tentakel-Monster dadurch entgangen waren, welche sich nun auf die beiden stürzen wollten. „NEIN!“, rief er laut aus während er sich schnell einmal mit ausgefahrenen Arm-Klingen um sich selbst drehte. Ein unglaublich riskantes Vorgehen, bei dem er genauso gut auch hätte einen der beiden Menschen die er beschützte enthaupten oder zerteilen können. Aber Julian hatte Glück und traf lediglich die beiden Monster die er treffen wollte, bevor er ein frontal anstürmendes Monster mit einem unglaublich schnellen Stichangriff zustach und die Klinge dann nach oben riss um es ebenfalls zu zerteilen. Es war nicht mehr weit. Nur noch wenige Meter. Julian wusste dass sie es schaffen konnten. Und sie hatten noch reichlich Zeit bis zu den ersten Angriffen der Kaiju-Monster. So lange er jetzt nicht versagte und ein Monster durch seine Verteidigung brechen ließ, gab es nichts was ansonsten noch schief gehen konnte. Plötzlich sollte ihn jedoch ein Schlag von der rechten Seite treffen, der offensichtlich mächtig genug war um ihn zusammen mit dem Exoskelet wegzuschleudern, wo er mit dem Rücken voran in einen Felsen krachte. Tatsächlich war gerade eines der größeren Monster in Exoskelet-Größe erschienen und hatte Julian diesen Schlag verpasst.
„Lauft weiter! Ich halte den hier auf!“, rief Julian aus und sah die beiden noch weiter rennen, während er mit Hilfe der Schubdüsen auf das besonders große Monster zustürmte und einen gewaltigen Faustschlag vorbereitete.

Ein gewaltiger Schock durchzog die gesamte Maschine als der Faustschlag von Julian traf. Er hatte jedoch lediglich den Arm des Monsters getroffen, den es hergenommen hatte um den Schlag abzufangen. Schnell setzte Julian zwei Schüsse aus beiden Plasma-Kanonen nach, die jedoch nicht den geringsten Effekt zeigten, und schlug dann zwei weitere Male mit den Fäusten zu. Beide Male fing das Monster sie ab und stieß Julian beim letzten Treffer mit aller Kraft laut schreiend nach hinten weg. Julian verstand es jedoch mittlerweile recht gut das Gleichgewicht in diesen Situationen zu halten, so dass er ebenfalls den folgenden Faustschlag des Monsters abfangen konnte und dabei in ein Kräftemessen mit ihm geriet, dass keine der beiden Seiten zu gewinnen schien. Auf einmal begannen einige der Tentakel des Monsters auf Julian zu zuschießen und versuchten die Arme seiner Maschine zu packen. Julian reagierte jedoch schnell und aktivierte beide Arm-Klingen mit denen er schnell durch die Tentakel schnitt und dann einen doppelten frontalen Stich mit diesen auf das Monster ausführte. Dieses war jedoch mit zwei Schritten nach hinten entkommen und fügte noch einen weiteren Schritt an um dem Angriff, bei dem Julian die beiden nach vorne gerichteten Arme zur Seite bewegte, erfolgreich zu entkommen. Da nun beide weiter voneinander entfernt waren feuerte Julian den Raketen-Werfer ab und überzog das laut schreiende Monster mit zahlreichen Explosionen. Plötzlich riss Julian ein lauter, panischer Schrei zurück in die direkte Realität, der von Christina stammte. Als Julian gerade gedacht hatte es könnte nicht mehr schlimmer kommen war tatsächlich ein weiteres diese besonders großen Tentakel-Monster aufgetaucht und griff Christina und Jake direkt an. Christina war offensichtlich erschrocken nach hinten umgekippt als das Monster hinter einem Felsen hervor gekommen war und Jake hatte sich schützend vor sie mit seiner Pistole von zuvor platziert, wohl wissend dass er gegen dieses Viech überhaupt keine Chance hatte, besonders nicht mit einer solchen lächerlichen Waffe. Julian wollte gerade seinen ersten Schritt tätigen um den beiden zu Hilfe zu kommen, als ihn ein Tentakel von hinten packte und fest hielt. Weitere Tentakel folgten direkt und stammten offensichtlich von dem Monster, dass er zuvor mit Raketen überzogen hatte. Offensichtlich hatten diese nicht den geringsten Effekt gehabt. Schnell versuchte Julian sich erneut loszuschneiden, aber als er das gerade geschafft hatte stürzte sich das eigentlich Monster mit einem weiteren Faustschlag auf ihn und schleuderte ihn mit seinem Kampfanzug mit dem Rücken zu Boden. Nun konnte er nichts mehr tun um den beiden zu helfen. Er musste selbst die Schläge des Monsters dass er gerade bekämpfte abfangen. Drei Schüsse waren noch zu hören als Jake mit seiner Pistole auf das Monster feuerte. Julian versuchte weiter das Monster direkt vor sich zu bekämpfen und schaffte es nach fünf von dessen Faustschlägen die Arme zu packen und fest zu halten. Ein lauter schockierter Schrei von Christina und heftigste Schmerzensschreie von Jake sollten ihm jedoch sein Versagen schlagartig bewusst machen. Ein Blick zur Seite offenbarte ihm dass das zweite Monster sich Jake gepackt hatte und in einer schnellen Bewegung dessen Oberkörper komplett abgebissen und ausgerissen hatte. Blut war in sämtliche Richtungen verteilt worden, besonders aber über das Monster, während dieses auf Jakes Oberkörper herum kaute und ihn versuchte herunter zu schlucken.
„NEEEEEIIIIIIIIN!!!!!!!!!“, schrie Julian einmal wütend und selbst vollkommen schockiert aus, während er die Schall-Kanonen ausfuhr und auf das Monster direkt vor sich abfeuerte. Laute Schreie und dann zerplatzte es in einer gewaltigen Blutfontäne. Anschließend rammte er das zweite Monster mit einem gezielten Schulterstoß zur Seite und platzierte sich dann vor die völlig tränenaufgelöste und mit dem Blut ihres festen Freundes bespritzte Christina. „Los! Komm schon! Wir müssen weiter!“, rief Julian ihr zu, aber es hatte keinen Zweck. Plötzlich sollte es in der Entfernung lautstark krachen und als Julian genauer hinsah konnte er das erste Kaiju-Monster, wahrscheinlich auf dem Festival-Gelände, erkennen das gerade von einem Raumschiff der Aliens unter Feuer genommen wurde. Auch ein Blick um sich herum offenbarte Julian den gewaltigen Schwarm der Plage, der sich bereits um die beiden herum gebildet hatte. Es gab keine Chance mehr zu entkommen. Sie waren zu spät und die Aliens kämpften dort hinten auf dem Festival-Gelände. Niemand würde ihnen hier, mitten in irgendeinem Wald, zu Hilfe kommen. Sie hatten versagt. Julian hatte versagt. Einmal mehr hatte er vollkommen versagt und er wüsste nicht wie er es im nächsten Zyklus besser machen sollte. „Christina… Vergib mir bitte… Ich hab versagt… Aber ich werde es im nächsten Zyklus besser machen. Bitte kümmere dich weiter um Kim und Sandra, wie die ganze Zeit vorher auch schon. Ich werde der Sache ein Ende setzen“, sprach er seine Leidensgenossin in Sachen Zeitschleifen noch einmal an, bevor er mit allen Waffen eines Kampfanzugs das Feuer auf den Schwarm der Plage eröffnete. Explosionen und Blutfontänen durchzogen diesen, aber es hatte nicht den geringsten Zweck. Julian konnte dennoch nicht vermeiden, dass der Schwarm ihn und Christina völlig überrannte. Er konnte weder verhindern, dass unzählige Tentakel sich Christina packten und zur Seite rissen, wo eines der Monster ihr in den Hals biss und ebenso wenig konnte er verhindern, dass noch mehr Tentakel sich seinen Kampfanzug packten, die Frontalabdeckung aufrissen und eines der Monster ihn mit Gewalt heraus riss und weg schleuderte, wo er zunächst auf dem Boden liegen bleiben sollte. Schmerzen durchzogen seinen gesamten Körper als seine Wirbelsäule brutal und gewaltsam von dem Metall, dass sich in sie hinein gebohrt hatte um den Link herzustellen, entfernt wurde. Aber noch schlimmer war, dass er seine Beine nicht mehr fühlen konnte. Anscheinend hatte dies seine Wirbelsäule beschädigt und ihn Querschnittsgelähmt zurück gelassen. Verzweifelt versuchte Julian sich mit Hilfe seiner Arme vorwärts zu schleppen, aber er kam kaum voran. Plötzlich platzierten sich zwei gewaltige Arme genau vor ihn, die zu einem Monster gehörten wie er es bei dem ersten Mal besiegt hatte, wo er ein Exoskelet verwendet hatte. Panik machte sich in Julian breit als er nach oben sah und in das hässliche Gesicht der Bestie blickte. Zunächst bohrte sich ein Klingen-Tentakel in seinen Rücken, dann ein weiterer und dann noch drei weitere und jedes Mal verursachte es Julian Schmerzen die er lediglich durch lautes Schreien ausdrücken konnte. Das Monster störte sich daran nicht. Es hob ihn lediglich genüsslich auf die Höhe seines Mauls an, während ihm dickflüssiger Sabber auf der rechten Seite heraus tropfte. Ein Biss, noch einmal extremst intensive Schmerzen und es war vorbei. Alles war nur noch Schwarz. Leider wusste Julian, dass es das nicht für immer sein würde.

Was war nun schon wieder los? Wieso geschah dies? Und wieso gerade jetzt? Richtig sein Name war Julian und er steckte in einer Zeitschleife fest. Dies war nicht das erste Mal, dass er das hier erlebte. Schon einmal zuvor hatte er sich in diesem bunten Raum wiedergefunden in dem Orientierung fast unmöglich sein sollte. Und schon einmal hatte er dieses planetengroße Monster aus Tentakeln gesehen vor dem er sich nun direkt wieder finden sollte. Immer noch starrte ihn dieses besonders gewaltige, an Feuer in seiner Farbgebung erinnernde Auge an. Wie konnte es ihn überhaupt wahr nehmen? Er war doch eigentlich gar nicht hier. Er war doch längst tot und wartete auf seine Reinkarnation innerhalb des Zyklus. Er hatte keinen Körper den man sehen konnte, er hatte nicht einmal eine richtige Präsenz die man hätte wahr nehmen können. Er war einfach nur eigentlich gar nicht da. Und dennoch starrte diese gewaltige Bestie ihn gerade mit diesem Auge an als ob er es doch wäre. Julian hätte vor Angst am ganzen Leibe gezittert, wenn er denn einen Körper gehabt hätte, der hätte zittern können. Was sollte er nun machen? Wie konnte eine Situation noch aussichtsloser werden, als die seines letzten Todes? Immer noch starrte das Wesen ihn an und Julian starrte zurück.
„Hunger… Fressen… Alles…“, konnte er plötzlich eine tiefe, stark flüsternde aber trotzdem unglaublich laute Stimme sprechen hören. „Alles ist mein…“, sprach die Stimme erneut, die scheinbar von überall gleichzeitig herkommen zu schien. War dies das Wesen? Wie konnte es mit ihm reden und dann auch noch in seiner eigenen Sprache? Plötzlich durchzog erneut ein gewaltiger Schock sein Dasein. „Ich werde kommen“, sprach die Stimme erneut und nun noch aggressiver als zuvor. „Ich werde fressen! Alles ist mein!“, fügte sie noch hinzu und ein weiterer Schock durchzog sein Dasein. „Die Koordinaten… Gib sie mir!“, schrie die flüsternde Stimme nun förmlich als ein weiterer besonders heftiger Schock folgte und kurz alles weiß wurde, bevor es schwarz wurde und Julian in den Zustand des Todes zurück kehrte. Was war gerade geschehen? Und würde er tatsächlich nach diesem Ereignis wieder zum Anfang des Zyklus zurück kehren, so wie sonst auch immer?

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So, da ist der neue Lost in Time-Teil. Und geht natürlich genauso Action-Lastig weiter wie der letzte Teil auch schon. Das dürfte jetzt zum Ende hin wahrscheinlich auch ein immer krasseres "Problem" werden. Aber ich hoffe dass der neue Teil trotzdem irgendwie gefällt, denn er besinnt sich auch irgendwie ein wenig auf die Wurzeln des Werks, sowohl was das retten von Leuten auf dem Festival angeht, als auch den Horror-Faktor wie ich persönlich finde. Ich hab schon einen Plan wie es weiter geht und auch einen wie es aus geht. Bin selbst aber durchaus mal gespannt wie ich das am Ende dann auch umsetze. :mrgreen: Bis dann Leute. ;)

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Mo 31. Aug 2026, 22:08
von Child of Bodom
Kapitel 21 – Die finale Allianz:

Panisch und ohne sich in irgendeiner Weise zu bremsen schrie Julian auf als er in seinem Transporter auf dem Festival-Gelände wieder erwachte. Er war vollkommen durchnässt von Angstschweiß und nachdem er geschrien hatte blieb ihm scheinbar der Atem weg. Egal was er tat und wie tief er atmete, er hatte immer noch das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen. Was war das nur für eine Bestie, die er zwischen seinen Zyklen zu sehen bekam? Niemand könnte dieses Etwas aufhalten, wenn es sich ein Ziel gewählt hätte. Nichts und niemand. Und schon gar nicht jemand wie er. Nur langsam begann sich sein Atem wieder zu stabilisieren und das war ebenfalls ein größeres Problem als Julian zugeben wollte. Er hatte nicht die Zeit darauf zu warten, dass sich sein Atem normalisierte, er musste schnell hier weg. Das Militär war bereits unterwegs um ihn abzuholen. Er konnte ihre stampfenden Schritte in ihren schweren Stiefeln bereits hören und er hatte noch nicht einmal damit begonnen sein Exoskelet vorzubereiten. Verdammt sein Atem normalisierte sich einfach nicht. Und wenn er an das dachte was ihm gleich bevor stehen würde, wurde es nur noch schlimmer.
„WAFFEN FALLEN LASSEN, IHR DRECKSVIECHER!!!“, schrie plötzlich einer der Soldaten in seiner typischen autoritären Art aus, bevor Julian die Geräusche von Plasma-Waffen, kombiniert mit Sturmgewehr-Feuer hören konnte. Dann kurze abgebrochene Schmerzensschreie und das Geräusch von zerplatzenden Körpern. Im Anschluss öffnete jemand die Seitentür seines Transporters. Es war jedoch anders als Julian erwartet hatte nicht das Militär. Es waren die Aliens. Jene Aliens die ihm den Arm-Panzer mit Fabrikator gegeben hatten. Jene Aliens die ihn damals aus der Militärbasis geholt hatten. Was wollten sie jetzt schon hier? Und wie konnten sie jetzt schon hier sein? In welcher Art hatte Julian die Zeitlinie nun schon wieder verändert?
„Mitkommen, Terraner“, begann die Computer-Stimme des Übersetzungsgeräts zu sprechen und Julian verstand schnell, dass ihm nicht die Wahl bleiben würde. Langsam und vorsichtig um kein Missverständnis zu verursachen, verließ Julian den Transporter und ließ sich von der Fünfer-Gruppe Aliens wiederstandslos an den Armen packen. Anschließend gab einer von ihnen undefinierbare Geräusche von sich und der Teleport setzte ein. Wie auch sonst wenn dies geschah löste sich die Umgebung in blau-weiße Streifen auf und setzte sich aus diesen dann wieder neu zusammen. Julian kannte die Innenräume der Alien-Raumschiffe mittlerweile gut genug um nicht mehr irritiert auf sie zu reagieren. Die Frage war auf welchem Raumschiff er gelandet war. Der Teleportations-Raum wirkte bereits jetzt schon größer als der in den anderen Schiffen. Das ließ Julian vermuten, dass dieses Schiff auch insgesamt wesentlich größer sein sollte als die vorherigen. Das ließ sich aber aus dem Inneren heraus ohne Baupläne, ohne einen Blick nach draußen und ohne etwas anderes als diesen Raum davon gesehen zu haben nur schwer sagen. Die beiden Aliens die seine Arme gepackt hatten, hielten diese weiter fest. Scheinbar hatte er irgendetwas getan oder auch nicht getan, was diese Aliens so wahr nahmen als ob er ihnen ans Bein gepinkelt hätte. Zumindest ließen sie ihn nicht einfach wieder frei. Julian konnte sich jedoch beim besten Willen nicht erklären was es sein sollte, außer dass er im letzten Zyklus keinen Kontakt zu ihnen gesucht hatte. Nachdem die fünf Aliens die ihn mitgenommen hatten aufgeregt Laute untereinander und mit ihren Kommunikationsgeräten ausgetauscht hatten setzten sie sich in Bewegung. Julian wurde einfach von den beiden die ihn fest hielten hinter her gezogen. Er bekam nicht einmal mitgeteilt wohin er gebracht wurde oder warum man ihn überhaupt direkt zu Beginn des neuen Zyklus eingesammelt hatte. Mit hohem Tempo schleppten sie ihn durch die Gänge des scheinbar gewaltigen Schiffes. Julian hatte bereits jetzt schon Probleme sich zu merken welche Wege, Aufzüge und Abzweigungen sie eigentlich genau genommen hatten. Und sie waren immer noch nicht am Ziel angekommen. Erst als sie einen weiteren, besonders gewaltigen Aufzug nach oben genommen hatten offenbarte es sich. Auch dieses Mal sollte es sich um die Brücke des Schiffes handeln. Nur dass es diese Brücke mindestens die doppelte Größe brachte, verglichen mit der letzten die Julian gesehen hatte. Von hier aus konnte er auch sehen, dass dieses Schiff tatsächlich gigantisch ausgefallen war. Es fühlte sich von hier aus dreimal so groß an wie das letzte Schiff und Julian konnte nicht vermeiden, dass er sich fragte wie etwas so riesiges in der Planetenatmosphäre schweben konnte und nicht einfach von der Gravitation zu Boden gerissen wurde. Der auffälligste Unterschied auf dieser Brücke war jedoch der gewaltige Thron in deren Mitte. Auf diesem Thron saß ein Alien, dass ebenfalls eine Rüstung trug, die sich jedoch von den anderen deutlich durch mehr Dekoration und einige Stacheln an Schultern und Rücken, die nach oben ragten unterschied. Offensichtlich war dieses Alien im Rang noch höher als es alle anderen waren, die er zuvor getroffen hatte. Als es sich von dem gewaltigen Stuhl aufrichtete sollte Julian zusätzlich noch feststellen, dass es auch noch einmal ein gutes Stück größer und massiver im Körperbau war als die anderen. Julian schätzte mindestens 2,30m in der Höhe bei einem Körperbau der Julian kurz vor Angst erstarren ließ. Schnell stieß ihn eines der fünf anderen Aliens von hinten an, wahrscheinlich wollte es ihn auf die Knie zwingen, aber der Anführer hob seinen Arm, woraufhin sich die fünf anderen von Julian zurück zogen. Nur langsam kam er Julian näher und Julian fühlte, dass gleich sein Schicksal, das seiner Freunde und das des gesamten Planeten von der Einschätzung dieses gigantischen Außerirdischen abhängen würden.

Julian konnte nicht vermeiden, dass er sich schrecklich begann unwohl zu fühlen, während der Alien-Anführer mehrfach von einer Seite auf die andere ging und ihn dabei offensichtlich tiefgreifend musterte. Er war sich offensichtlich in vielerlei Hinsicht unsicher wie er mit Julian umgehen sollte. Und Julian war sich unsicher was er jetzt tun sollte. Sollte er etwas sagen? Sollte er etwas tun? Oder sollte er besser nur weiter dumm da rum stehen und diesen gewaltigen Koloss da vor sich seine Kreise ziehen lassen? Vielleicht wäre aber genau das der Fehler, den er besser nicht machen sollte. Julian befand sich selten im Leben in einer solch unklaren Lage.
„Also du bist der Terraner, der die Zeitschleife auslöst“, sprach dann die Computerstimme seines Übersetzungsgeräts. Julian entschied sich zunächst noch nicht zu antworten. „Ich hoffe dir ist bewusst was du noch ausgelöst hast“, sprach der Anführer der Aliens dann weiter und in Julian zog sich alles zusammen, wenn er nur daran dachte was er gemeint haben könnte. Er musste sogar massiv darauf achten nicht wieder in Panikatmung zu verfallen, wie zuvor im Transporter. Dieses Sigma war eine weitaus größere Bedrohung als er sich auch nur in seinen schlimmsten Vorstellungen hätte ausmalen können.
„Ich habe es gesehen. Ich weiß wovon du da sprichst. Und aus diesem Grund habe ich entschieden in diesem Zyklus alles zu Ende zu bringen“, entschied Julian sich nun doch zu sprechen.
„Wie willst du es zu Ende bringen, Terraner?“, fragte der Anführer der Aliens.
„Meine… Speziesgenossen haben eine Basis nicht weit von hier errichtet. In dieser Basis befindet sich ein Kristall an dem diese Terraner herum experimentiert haben. In einem anderen Zyklus hat mir einer von ihnen verraten dass ich dorthin zurück muss und den Kristall berühren. Dann wird er mich und sich selbst aus der Zeitlinie löschen und nichts von alle dem wird jemals geschehen sein. Und dieses… Sigma wird diese Welt niemals betreten. Das werde ich aber nicht ohne eure Unterstützung schaffen können. Das terranische Militär ist stark bewaffnet und gerade diese Basis verfügt über Waffen die auch euch gefährlich werden können, von mir mal ganz zu schweigen. Daher brauche ich eure Unterstützung um dort hinein zu kommen. Und ich hätte auch noch drei weitere Bedingungen für meine Kooperation“, erklärte sich Julian so kurz und knapp wie er konnte und erwartete die Antwort des Aliens.
„Sprich weiter, Terraner. Wie lauten deine Bedingungen?“, wollte dieser jedoch weiter wissen.
„Die erste Bedingung ist dass ihr die Ansammlung von Terranern dort unten, aus der ihr mich entführt habt, dass ihr sie alle temporär auf eure Schiffe holt. Ihr habt die nötigen Kapazitäten um sie aufzunehmen, das weiß ich. Und das werdet ihr in diesem Zyklus tun und in den darauf folgenden ebenso. Besonders wichtig sind die folgenden Personen…“, sprach Julian weiter und nutzte nun seinen Holoprojektor um Bilder von Christina, Kim und Sandra und dann im Anschluss auch noch Jake, dessen Gruppe und Julians Camp-Nachbarn auf dem Festival zu zeigen. „…sollte auch nur eine einzige der gezeigten Personen fehlen haben wir keinen Deal. Wenn sie in einem neuen Zyklus fehlt, haben wir keinen Deal mehr“, fügte Julian noch hinzu.
„Verstanden, Terraner. Wie lautet deine zweite Bedingung?“, fragte der Alien-Anführer weiter nach.
„Ich hab da unten das Sagen. Ich halte meinen Kopf, wahrscheinlich meine gesamte Existenz hin. Ich treffe die Entscheidungen. Nicht ihr. Ihr stellt mir Ausrüstung und die Armee, ich setzte sie dort unten nach meinem eigenen Verständnis ein“, sprach er weiter.
„Das haben wir ebenfalls verstanden, Terraner. Nenne deine dritte und letzte Bedingung“, kommentierte der Anführer zwischenzeitig.
„Die ersten vier Personen, die ich euch gezeigt habe, kommen auf dieses Schiff. Außerdem gebt ihr uns etwas Zeit, dass ich ihnen die Situation erklären kann. Dann werde ich mich eurer Kampftruppe anschließen und diese Sache beenden“, antwortete Julian und eine Weile sollte keiner von beiden noch irgendetwas sagen. Julian konnte nicht mehr vermeiden, dass er innerlich sehr stark anspannte. Er hatte gerade in einem unglaublich autoritären, fast schon bedrohlichen Tonfall mit demjenigen gesprochen, den er für den Anführer der Aliens hielt, oder zumindest für den Kommandanten der Flotte hier auf der Erde. Das alleine grenzte an Selbstmord, nachdem was er bereits auch schon durch diese Aliens an Härte erfahren hatte. Allerdings war Julian sich auch über eine andere Sache ziemlich sicher geworden. Was diese Aliens am meisten respektierten waren Kraft, Stärke und Intelligenz. Also genau die Eigenschaften die Julian nicht an sich hatte. Genau deswegen hatte er sie jedoch versucht durch einen autoritären Auftritt vorzuspielen und vielleicht war dies genau der richtige Weg gewesen. Mittlerweile war einige Zeit vergangen und keiner der beiden hatte irgendetwas gesagt oder getan. Es wurde fast unerträglich für Julian.
„Ich habe entschieden deine Bedingungen zu akzeptieren, Terraner. Meine Leute werden umgehend mit der gewünschten Evakuierung beginnen. Sobald diese abgeschlossen wurde, werden wir mit der nächsten Phase des Plans beginnen. Teile dem Waffen-Offizier deine gewünschte Ausstattung für diesen Kampf mit, Terraner. Du wirst sie erhalten“, sagte der Anführer dann jedoch und Julian musste sich massiv zusammen reißen um keine offensichtlichen Anzeichen von Erleichterung zu zeigen. Dafür war es auch noch viel zu früh. Noch hatte er weder den Kristall erreicht, noch den Riss in der Raum-Zeit repariert, noch das Erscheinen des Sigmas verhindert.
„Ich danke euch… Mehr als ihr euch vorstellen könnt…“, antwortete er dann dennoch erstaunlich unterwürfig für das was er zuvor gesagt hatte und musste sich innerlich stoppen sich nicht vor dem Anführer zu verbeugen. Denn dies hätte der Fehler im Umgang mit diesen Außerirdischen sein können, den er nicht begehen wollte.

Ab diesem Moment hatte Julian ein Gefühl als ob sich Ereignisse völlig überschlagen würden. Innerhalb weniger Minuten begannen sich die Schiffe mit Menschen zu füllen, so dass es sich auch auf dem besonders großen Kommando-Schiff auf dem Julian sich momentan befand immer voller anzufühlen begann. Julian hatte bereits aus einem Gespräch heraus erfahren, dass die Aliens nicht unbedingt das einfühlsamste Vorgehen beim Einsammeln der Leute an den Tag gelegt hatten. Sie erschienen lediglich in ihrer Kampfmontur und schwer bewaffnet unten auf dem Planeten sagten Sätze wie „Ihr seid in Gefahr, Terraner“ oder „Kommt mit uns wenn ihr weiter leben wollt, Terraner“ und nutzten dann die Teleporter um die irritierten Menschen einfach auf die Schiffe zu holen. Er hatte auch von einem Feuergefecht mit dem Militär gehört, dass aber besonders schlecht für das Militär ausgegangen war. Und obwohl die Menschen sicherlich alle gerade große Angst haben mussten, Julian fühlte auch dass er gerade nicht die Zeit hatte um ihnen allen die Situation zu erklären. Es genügte wenn er Christina, Kim, Sandra und mittlerweile höchstwahrscheinlich Jake das alles erklären musste. Das wäre noch schwierig genug, bei dem was er gerade vor hatte. Noch schwieriger war es allerdings für den Moment sie überhaupt in diesem Gedränge zu finden. Es geschah eher zufällig, dass er in einem der Gänge auf Kim traf, die ihn direkt bemerkt hatte, was Julian erkannte weil sie ihre Augen einmal sehr weit aufgerissen hatte.
„ Julian! Da bist du ja!“, rief sie dann direkt freudig aus und umarmte ihn spontan, ungeachtet der Tatsache dass Leute hinter ihr in die eine Richtung und hinter Julian in die andere Richtung drängelten. „Weißt du irgendwas, was hier los ist?“, fragte sie dann nachdem sie sich wieder von ihm gelöst hatte. Julian nickte lediglich bestätigend mit dem Kopf.
„Weißt du denn wo die anderen sind?“, fragte er dann und dieses Mal nickte Kim bestätigend mit dem Kopf.
„Ich bring dich zu ihnen. Komm schon…“, sagte sie dann, packte seinen Arm um ihn nicht zu verlieren und zog ihn in die Gegenrichtung, in die er eigentlich unterwegs gewesen war. Einige Gänge und Abzweigungen später führte Kim ihn in einen sehr großen, hohen Raum, der wie ein leerer Hangar wirkte, nicht zuletzt auch wegen des gewaltigen Tors an der Frontseite, das jedoch geschlossen war. Tatsächlich sollten sich dort Sandra, Christina, Jake und zwei weitere Männer die Julian aus der letzten Zeitschleife als Teil von Jakes Gruppe wieder erkannte befinden.
„Du hast ihn gefunden“, rief Sandra nun direkt aus.
„Ja und er behauptet dass er weiß was hier los ist“, fügte Kim noch hinzu.
„Also Julian… Was ist denn jetzt hier los?“, fragte nun Christina und Julian konnte einen kurzen Schockmoment bei dieser Frage nicht leugnen. Immerhin musste er ihnen allen erklären was er jetzt vor hatte und das würde definitiv nicht einfach werden.
„Vielleicht zu aller erst mal… Ich bin der Grund weshalb ihr alle hier seid. Ich hab mit den Aliens einen Deal gemacht. Sie retten euch alle und das Festival vor der Plage und ich… Ich beende die Zeitschleife“, erklärte Julian sich vorsichtig.
„Moment mal… Du beendest die Zeitschleife?“, warf Christina direkt ein und wirkte in gleichem Maße verwirrt und aufgebracht, während die anderen, inklusive Kim und Sandra die beiden lediglich verwirrt ansahen. Anscheinend hatte Christina dieses Mal die Situation noch nicht erklärt gehabt.
„Moment mal… Zeitschleife?“, warf nun Jake ein. „Du meinst so wie in den Filmen oder wie? Und wieso bist du die einzige von uns die außer dem da sonst noch davon wissen?“, fragte er weiter.
„Später Jake…“, antwortete Christina kühl.
„Nein, jetzt!“, kommentierte Jake nun seinerseits aufgebracht.
„Wir wollen das auch wissen…“, traute sich nun Sandra sich einzumischen und Julian atmete einmal tief durch.
„Ja, eine Zeitschleife in der ich und Christina stecken. Deswegen wissen wir ja auch was für eine Hölle auf das Festival und uns wahrscheinlich alle zukommt“, antwortete er dann. „Immer wenn ich sterbe wird die Schleife ausgelöst und ich wache vor ungefähr zwei Stunden auf dem Festival auf und alle außer Christina haben alles wieder vergessen“, erklärte er dann weiter.
„Moment mal… WAS?!?!“, schrie nun Jake noch irritierter als vorher aus.
„Ja, Jake… Ist das so schwer zu glauben, während du dich gerade auf einem Raumschiff von irgendwelchen Aliens aufhältst?“, meldete sich nun Christina wieder zu Wort und schien Jake mit diesem Satz ruhig gestellt zu haben.
„Ich hab leider nicht die Zeit euch das alles im Detail zu erklären. Ich muss mich hier beeilen und dann mit den Aliens in diese unterirdische Militär-Anlage. Dort steht so ein komischer Kristall und wenn ich an den ran komme, kann ich die Zeitschleife beenden“, erklärte Julian sich dann weiter.
„Ja, aber… Wenn du das tust…“, begann Christina unglaublich besorgt und aufgeregt zu sprechen und atmete dann einmal kurz tief durch. „…dann wirst du dich mit dem Kristall zusammen aus der Zeit löschen“, sprach sie dann weiter.
„Das ist mir bewusst“, kommentierte Julian lediglich gelassen.
„Moment mal! Aus der Zeit löschen? So als ob du nie existiert hättest?“, warf nun Sandra ein, was Julian kurz ein leichtes Lächeln entlocken konnte. Diesen Satz hatte sie doch das letzte Mal auch schon gesagt, als dies zur Debatte stand. Dann nickte er lediglich zustimmend.
„Aber… Du kannst doch nicht einfach…“, begann Kim zu sprechen und stoppte dann wieder, scheinbar um sich die Tränen zurück zu halten und wenn er Sandra ins Gesicht sah bemerkte er, dass es ihr ähnlich ergehen musste.
„Julian! Das ist eine Selbstmord-Mission! Noch schlimmer als das!“, rief nun Christina aus ungeachtet dessen, wer es alles in diesem Raum hören konnte.
„Ich weiß“, antwortete Julian lediglich gelassen. „Aber es war und es ist der einzige Weg wie wir dem hier ein Ende setzen können und alle anderen überleben werden“, fügte er dann noch hinzu.
„Aber Julian… Wir wollen nicht, dass du aus der Existenz verschwindest…“, unterbrach ihn Sandra direkt. Mittlerweile hatte sie es aufgegeben sich die Tränen zurück zu halten.
„Aber du wirst es nicht einmal wissen, wenn es soweit ist“, kommentierte Julian lediglich.
„Das ist uns egal! Jetzt wissen wir es. Und wir wollen das nicht miterleben müssen!“, unterbrach ihn dieses Mal eine ohnehin schon die ganze Zeit schluchzende Kim.
„Julian, das ist ein wirklich bescheuerter Plan! Wir spannen die Aliens wieder in die Forschung darüber mit ein und finden alle gemeinsam eine bessere Lösung!“, meldete sich nun Christina zu Wort, die zwar nicht in Tränen aufgelöst war, aber ausreichend aufgebracht auf Julian wirkte.
„Gerade du solltest doch wissen, dass wir nicht unendlich Zeit haben. Das Sigma ist bereits nahe und es wird kommen, wenn wir noch ein paar mehr Time Loops durchlaufen“, erklärte Julian sich weiter.
„Das ist mir egal! Auch gegen dieses Viech finden wir zusammen irgendeine Lösung!“, kommentierte Christina weiter und Julian kam nicht umhin sich davon mehr geschmeichelt zu fühlen, als er es wahrscheinlich sollte.
„Ich fürchte der einzige Weg das alles zu verhindern ist dem ganzen hier und jetzt ein Ende zu machen. Ich verschwinde aus der Existenz, dafür wird der Rest der Welt weiter existieren. Ein nutzloser Versager geht, der Rest der Menschheit bleibt. Fairer Deal würde ich sagen“, sprach er dann weiter nicht ahnend was er gerade ausgelöst hatte.

Julian hatte seinen letzten Satz gerade fertig gesprochen als er bereits bemerkte wie die Stimmung unter den drei Frauen die ihn in den letzten Loops begleitet hatten zu kippen begann. Zu seinem eigenen Erstaunen war es aber Christina, die gerade die größte emotionale Reaktion darauf zeigte. Ein leichter ziehender Schmerz durchzog die rechte Seite seines Gesichts als ihr Schlag mit der Handfläche landete, viel stärker sollte jedoch der Schock auf Julian wirken. Selbst Jake und die anderen beiden Männer aus seiner Gruppe standen lediglich mit aufgerissenem Maul daneben und starrten die beiden gerade lediglich irritiert an, während Julian noch versuchte zu begreifen was gerade geschehen war.
„Wie kannst du nur…? Hast du irgendeine Ahnung was du den beiden damit antust?“, fragte sie ihn dann völlig wütend und deutete bei „den beiden“ auf Sandra und Kim, die nichts sagten, aber deren Tränenausbruch sich nach Julians letzten Worten noch verstärkt hatte.
„Aber ich…“, wollte Julian sagen, er kam aber nicht dazu.
„Hast du eigentlich irgendeine Ahnung was… du mir damit antust?“, unterbrach Christina ihn nämlich einfach ein weiteres Mal und Julian fühlte sich so schockiert, dass er gerade nicht mehr zu reagieren wusste. Sein geringes Selbstwertgefühl konnte einfach nicht verputzen, dass es da drei Personen in seinem Leben gab, die ihn so sehr mochten dass sie sein Verschwinden nicht miterleben wollten. Die ihn in zwei Fällen sicher und in einem Fall vielleicht sogar liebten. Und noch weniger konnte er verputzen dass es sich um drei wunderschöne Frauen wie diese Drei handelte. Völlig fertig taumelte er vier Schritte zurück zur nächsten Wand an die er sich mit dem Rücken setzte und dort selbst in Tränen ausbrechen sollte.
„Verdammt… Ich… … … Gottverdammt… Scheiße…“, brachte er lediglich heraus als er etwas versuchte zu sagen, das hätte beschwichtigend wirken und seinen Fehler von gerade eben überdecken sollen. Leider wurde ihm schnell klar, dass man das was er gerade getan hatte nicht mehr einfach zurück nehmen konnte. Es handelte sich um genau die Art von Fehler und Konsequenz die er schon immer gefürchtet hatte und die er nur aufgehört hatte zu fürchten wegen dieses Time Loops. Was sollte er denn jetzt tun? Was sollte er nur tun? Er hatte einen schrecklichen Fehler gemacht, der dazu führen würde, dass man sich nun nach allem was er schon mit ihnen allen erlebt hatte von ihm abwenden würde. Und das schlimmste war, dass er ihnen das nicht einmal übel nehmen konnte. Julian verspürte das tiefe Bedürfnis zu sterben, nicht um zu sterben, sondern um den Zyklus zurück zu setzen. Eine Option die nicht mehr bestand oder die er nicht mehr leichtfertig auf diese Weise einsetzen sollte, wenn er nicht das Sigma in diese Welt rufen wollte. „Ich… Es… Ich…“, stotterte er noch einmal als er etwas zu sagen versuchte aber wegen seines verzweifelten Tränenausbruchs kein Wort heraus bekam. „Es tut mir so leid… Ich wollte lediglich dass ihr alle gerettet werdet, ihr und das gesamte Festival… Und dass das hier alles einfach vorbei ist…“, brachte er dann doch noch heraus und kämpfte sich dann wieder auf seine Beine, als ihm klar wurde dass er den Einsatz mit den Aliens noch zu Ende bringen musste. „Aber selbst wenn ich das nicht mehr tun wollen würde… Es ist ein Teil des Deals gewesen und da komme ich jetzt nicht mehr so einfach raus“, erklärte er sich dann weiter. „Gottverdammt, ich hab´s mal wieder völlig verkackt… Ich…“ , brach er dann emotional völlig zusammen, als er Kims und Sandras Umarmungen auf jeweils einer Seite fühlte und Christina direkt vor ihm stand und ihm tief in die Augen sah.
„Uns alle und das Festival retten… Julian, ich weiß nicht ob dir das wirklich klar ist… Aber… Du hast uns gerade alle gerettet. Jeden der jetzt hier im Raum steht. Und damit sogar am Ende das Festival“, erklärte sie ihm dann. „Ein nutzloser Versager hätte das niemals schaffen können“, fügte sie dann noch hinzu.
„Aber ich…“, versuchte Julian noch zu wiedersprechen.
„…Was denn? Du stolperst und fällst?...“, warf nun Kim ein.
„…Du machst Fehler? Das macht dich nicht zu einem Versager… Es macht dich zum Mensch!“, beendete nun Sandra was Kim angefangen hatte und Julian wusste noch weniger zu reagieren. Er begann lediglich die Umarmung der beiden zu erwiedern und ließ seinen Tränen freien Lauf.
„Trotzdem komme ich aus diesem Deal mit den Aliens nicht mehr raus… Ich muss das machen…“, sagte er dann nach einer Weile, nachdem er sich emotional etwas gefangen hatte.
„In dem Fall lass uns wenigstens mit dir kommen… Wir kämpfen uns bis dort unten hin mit dir zusammen durch und wenn der Moment tatsächlich kommt, werden wir bis zum Schluss bei dir sein“, schlug nun Kim vor und Sandra stimmte durch Kopfnicken zu.
„Aber… Das ist wirklich gefährlich… Ihr könntet dabei sterben…“, kommentierte Julian die Idee.
„Wenn du aus der Zeitlinie gelöscht wirst, setzt sich doch die Zeit noch ein letztes Mal zurück und dann ist das doch sowieso egal… Zumindest so wie ich das jetzt verstanden hatte“, warf nun Christina ein und Julian kämpfte innerlich massiv mit sich selbst. Er wollte weiter wiedersprechen und den dreien das ausreden, aber er wusste kein wirklich sinnvolles Argument mehr dagegen. Also nickte er einfach nur zustimmend mit dem Kopf und hoffte dass er das nicht später bereuen würde.
„Hey! Ihr wolltet mich doch nicht einfach hier oben lassen oder etwa doch?“, meldete sich nun von allen Leuten auch noch Jake zu Wort. „Wenn meine Freundin da runter geht um zu kämpfen, komme ich sowas von auch mit“, fügte er dann noch hinzu.
„Das wäre keine gute Idee, Jake“, kommentierte diese direkt.
„Genauso wenig ist es eine gute Idee, wenn ihr mit ihm geht. Und ich denke mir, dass ihr da unten jeden Mann extra gebrauchen könnt“, erklärte der sich jedoch lediglich und auch hier konnte Julian lediglich zustimmend mit dem Kopf nicken.
„Ach was… Scheiß drauf… Wir kommen auch mit“, meldete sich dann einer der beiden Männer von Jakes Camping-Gruppe zu Wort und der andere nickte lediglich zustimmend.
„In Ordnung… Ich werde den Aliens bescheid geben, dass sie euch auch für den Kampf ausrüsten sollen“, kommentierte Julian lediglich und drückte Kim und Sandra noch einmal besonders fest an sich, bevor er sich von ihnen löste und sich auf den Weg zu einem der Außerirdischen in der Nähe machte um die gerade vorgenommenen Änderungen am Plan bekannt zu geben.

Zum ersten Mal sollte Julian einen Eindruck über das gesamte mögliche Equipment der Aliens und deren Technologie erhalten. Wie er vermutet hatte, hatte er gerade einmal einen ganz kleinen Teil davon in Aktion gesehen. Er hatte ein Exoskelet im Kampf eingesetzt, es gab aber alleine fünf verschiedene Typen davon zur Auswahl und dazu noch pro Typ mindestens fünf Erweiterungsmodule, die das Gerät mit weiteren Systemen unterschiedlichster Art ausrüsten konnten. Ähnlich sah es bei den Handfeuerwaffen aus. Julian hatte die Plasma-Kanone gesehen, aber darüber hinaus gab es noch Energie-Pistolen, Biologische Waffen, Energie basierte Sturm-Gewehre und vieles mehr. Und die Zahl an Waffen für den Nah-Kampf verlor sich ohnehin in der Unübersichtlichkeit. Da Julian sich mit der Technologie nicht auskennen sollte, nicht wusste was für welchen Zweck tatsächlich geeignet war und nicht die Zeit da war um ihm alles ins Detail erklären zu können, entschied er sich für das Exoskelet dass er bereits kannte, jedoch mit einem Fern-Waffen-Erweiterungsmodul dass zwei weitere große Schusswaffen auf der Schulter hinzu fügte und zwei weitere an den Armen. Das Alien dass diese Zuteilung vornahm warnte ihn zwar davor, dass die Balance mit dem Erweiterungsmodul schwieriger zu halten sein würde und das Exoskelet insgesamt schwieriger zu kontrollieren, aber Julian entschied sich trotzdem bewusst für das Modul. Immerhin war er gerade kurz davor sich in eine Militärbasis rein zu kämpfen. Auf weitere Handfeuer-Waffen verzichtete er jedoch freiwillig. Sollte irgendetwas spontan benötigt werden könnte er es zumindest mit Hilfe des Fabrikators schnell herstellen. Die anderen hätten diese Option nicht. Sie müssten also direkt die passende Ausrüstung für sich selbst wählen und das ohne jede Kampferfahrung oder Erfahrung mit der Alien-Technologie. Im Endeffekt hätte Julian wesentlich stärker gegen diese Idee protestieren müssen, aber es erschien ihm logisch dass keine wirkliche Gefahr drohte und er wollte nicht ganz alleine von Aliens denen er nicht wirklich vertraute umgeben sein wenn er gleich aus der Zeitlinie gelöscht würde. Nein er wollte bei seinem Verschwinden von Freunden umgeben sein. Von Menschen denen er etwas bedeutete. Das galt zwar vielleicht nicht für Jake oder dessen Camp-Gruppe, aber sicherlich für Christina und in besonderem Maße noch einmal für Kim und Sandra.
„Die gewählte Ausrüstung wird rechtzeitig zum Einsatz bereit stehen, Terraner“, kommentierte das Alien das mit ihm die Ausrüstung zusammen gestellt hatte abschließend. „Der Einsatz startet nach terranischer Zeitrechnung in 15 Minuten. Wir erwarten bis dorthin eure vollständige Kampfbereitschaft, Terraner“, fügte der Außerirdische noch hinzu und verließ den Raum. Auch die anderen Aliens die sich um Julians menschliche Mitstreiter gekümmert hatten verließen nun nach und nach den Raum und ließen die Gruppe zusammen zurück.
„Wow… Das war echt krass, Leute… Was habt ihr euch so ausgesucht?“, warf nun direkt Jake ein der aufgedreht wie ein kleines Kind wirkte.
„Ich hoffe doch keine Exoskelete. Die Dinger verursachen starke Schmerzen wenn sie angelegt werden. Dabei bohrt sich solches Metall hinten in eure Wirbelsäule und solche Sachen“, warf Julian sehr zu Jakes Schock ein.
„Echt jetzt?“, fragte dieser noch einmal genauer nach.
„Echt jetzt…“, antwortete Julian lediglich ruhig und gelassen als ob ihm das alles schon gar nichts mehr ausmachen würde. Was nicht stimmte, er verstand es nur mittlerweile besser diesen Schmerz zu unterdrücken, nachdem er ein solches Gerät schon dreimal im Kampf benutzt hatte.
„Fuck…“, kommentierte Jake dann niedergeschlagen und offensichtlich etwas ängstlich.
„Hast du denn ein Exoskelet gewählt, Julian?“, warf nun Christina ein und schockierte nun Julian sehr mit ihrem Einwand, da er ahnte worauf sie hinaus wollte.
„Ja…“, antwortete er dann leise und äußerst kleinlaut.
„Und was lässt dich annehmen, dass du der einzige bist, der sich selbst Schmerzen zufügen darf um stärker zu werden?“, fragte ihn nun Sandra und Julian konnte fühlen wie er innerlich zusammen brach bei dieser Argumentation.
„Nichts… … …“, antwortete er dann noch kleinlauter als vorher.
„Also dann… Was habt ihr euch denn nun ausgesucht? Wir müssen das schon vom anderen wissen, sonst können wir gar nicht vernünftig zusammen arbeiten“, warf nun wieder Jake ein, der seine Angst anscheinend nach Christinas Einwand besiegt hatte oder überzeugend so tat als ob um nicht vor seiner Freundin schwächer zu wirken als Julian.

Es stellte sich heraus dass praktisch jeder ebenfalls ein Exoskelet gewählt hatte, spätestens dann als sie alle den Teleporter-Raum für den Start des Angriffs betraten. Die Konfigurationen unterschieden sich, aber jeder der sechs anderen Mitstreiter hatte ebenfalls ein Exoskelet gewählt. Auf der einen Seite bedeutete das mehr Kampfkraft für den Angriff auf die Militär-Basis und auf der anderen Seite sollte Julian einfach massiv missfallen, dass ganz besonders die drei Damen der Truppe sich den Schmerzen die dabei auf sie zu kamen freiwillig aussetzen wollten. Das war es absolut nicht gewesen was Julian gewollt hatte. Zumindest sollte sich heraus stellen, dass Sandra und Kim zwei recht große, massive Maschinen für die Feuer-Unterstützung aus den hinteren Reihen gewählt hatten. Damit würden sie zumindest weiter hinten sehen, aber es müsste sich in der Praxis zeigen ob ihnen das auch tatsächlich irgendeinen Schutz bieten würde. Weit weniger sollte Julian die Wahl von Christina zusagen, die sich praktisch das selbe mittlere Exoskelet hatte übergeben lassen wie Julian. Das bedeutete dass sie weit vorne mit ihm zusammen kämpfen würde. Allerdings Jake und seine beiden Kollegen vom Festival hatten unterschiedlich große und unterschiedlich schwere Maschinen gewählt, die definitiv für den Nah-Kampf an der vordersten Front gebaut worden waren. Sie alle waren im typischen Design der Aliens gehalten dass auf hoch entwickelte Technologie hindeutete, aber nicht glatt poliert oder repräsentativ wirkte. Während die anderen sechs noch ihre Maschinen anstarrten und anscheinend noch nicht ganz glauben konnten dass dies gerade tatsächlich geschehen würde und sie die Exoskelete tatsächlich von den Aliens bekommen hatten, entschied Julian sich direkt auf seines zu zugehen und es direkt zu betreten. Wie er es erwartet hatte sollte der Link wieder auf die selbe schmerzhafte Art und Weise hergestellt werden, wie die anderen Male zuvor. Aber Julian ertrug es dieses Mal auch wenn es schmerzhaft war. Das galt jedoch nicht für Jake der als nächster sein Exoskelet anlegen sollte.
„ARRRR!!!! Scheiße tut das weh!!!“, schrie er dabei lautstark aus, bevor der Kampfanzug vollständig hoch gefahren sein sollte und Jake ihn tatsächlich mit seinen Gedanken steuern konnte. Noch etwas ungläubig begann er sich immer ausfallender zu bewegen und testete in wie weit das Exoskelet auch tatsächlich das ausführte was er dachte. „WOW… Das ist echt krass Leute…“, kommentierte er dann.
„Ehrlich? Jetzt will ich´s auch wissen!“, rief einer von seinen beiden Kollegen aus und legte seins als nächster an.
„Hey! Wartet auf mich!“, rief der andere aus und folgte als nächster. Beide schrien ebenfalls vor Schmerzen auf als der Link hergestellt wurde und reagierten dann ähnlich wie Jake zuvor. Die drei Frauen zögerten etwas länger, aber es war Christina die als erste ihr Exoskelet anlegte und die Schmerzen erstaunlich gut ertragen sollte. Das galt leider weniger für Kim und Sandra die beide lange aufschrien und dann noch eine ganze Weile danach mit ihrem Atem und Kreislauf kämpften. Aber auch wenn Julian nicht dafür gewesen war, er musste zugeben dass diese sechs das erste Anlegen eines Exoskelets besser weg gesteckt hatten als er das damals hatte. Weitere Exoskelete der Aliens begannen sich nun den sechs anzuschließen.
„Der Einsatz beginnt in Kürze, Terraner“, sprach eine dieser Übersetzerstimmen gleichzeitig in allen sechs Exoskeleten, wahrscheinlich über das Kommunikationssystem.
„Ihr seid euch auch wirklich sicher, dass ihr das hier für mich und mit mir tun wollt?“, warf nun Julian noch einmal ein.
„Absolut…“, antwortete Sandra ihm so direkt und ohne zu zögern dass Julian gar nicht darauf zu reagieren wusste.
„Hey, ich kann dich doch hier nicht ganz alleine den Helden spielen lassen. Wie stehe ich denn sonst vor Christina da?“, kommentierte Jake weiter.
„Wir sind uns sicher, wie du sehen kannst“, fügte Christina dann noch hinzu und Julian verzichtete darauf noch ein letztes Mal einen Ausstieg aus der Situation anzubieten. Stattdessen atmete er einmal tief durch, wobei er nicht wusste ob er erleichtert oder nur noch angespannter dabei war, und wartete wie alle anderen darauf dass sich die Umgebung in blaue Streifen auflösen und wieder zusammen setzen würde. Wenn dies geschehen war würde der Angriff beginnen und Julian wusste ganz genau dass das was ihnen allen bevor stand bestimmt nicht einfach werden würde. Aber er wusste auch, dass es das Ende sein würde. Der letzte Kampf und das letzte Mal dass er so etwas erleben müssen würde.
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So, das ist dann also der neue Lost in Time-Teil. Ich bin mir mit vielen Dingen ziemlich unsicher was da drinnen steht, aber auf der anderen Seite auch wieder nicht. Dafür dass es die Vorbereitung für das große Finale sein soll, fehlte nach meinem Gefühl irgendwie noch etwas. Und vieles geht irgendwie zu schnell und zu einfach, aber ich wüsste jetzt auch nicht genau wie ich es verkomplizieren sollte. Das Finale (oder dieser Arc? :mrgreen: ) sind ohnehin schon ziemlich brutalst in der Länge eskaliert. Alles was in den nächsten Teilen kommt hatte eigentlich komplett in diesen hier gequetscht werden sollen. :rofl: Also mal sehen wie die allgemeine Meinung zu dem hier sein dürfte. Ich hoffe auf jeden Fall weiterhin es hat jemandem der das hier liest gefallen. ;)

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: So 6. Sep 2026, 19:55
von Child of Bodom
Kapitel 22 – Der große Angriff:

Julian hatte bereits erwartet dass nicht einfach werden würde gewaltsam in die Militärbasis zu kommen und er hatte aus den anderen Loops bereits einige Kampf-Erfahrung gesammelt, allerdings was tatsächlich auf ihn und seine kleine Truppe zukommen sollte, das hatte er niemals auch nur im Ansatz geahnt. Direkt nach der Ankunft fegten bereits die ersten roten Energie-Projektile um die Exoskelete, während ein Raketenschwarm hinter ihnen einschlug und dort eine kleinere Gruppe normaler Alien-Infanterie weg fegte.
„Deckung! Schnell!“, rief Julian lediglich aus und stürmte mit seinem Exoskelet direkt zu einer mächtigen aber niedrigen Beton-Barriere die wahrscheinlich das Militär für sich selbst dort platziert hatte. Sie genügte nicht um ein Exoskelet vollständig abzuschirmen, aber sie sollte genügen damit es nicht offen wie eine Zielscheibe da rum stand. Die anderen versuchten es ihm gerade gleich zu tun als eine Reihe gewaltiger roter Energie-Strahlen durch die Gruppe fegte. Christina, Kim und Sandra erreichten die Deckung nur wenig nach Julian. Jake schaffte es sich durch zwei der Strahlen zu schlängeln. Einer seiner beiden Freunde ebenfalls. Der andere wurde jedoch einfach von einem weiteren dieser Strahlen erfasst und nach hinten weg gerissen, wo er sich einfach auflöste und nicht das geringste mehr von ihm übrig bleiben sollte.
„Marco!“, schrie der andere von Jakes Freunden noch des Verstorbenen Namen aber es war bereits zu spät und von Marco ohnehin nicht mehr das geringste übrig was man hätte retten können. Julian merkte wie die Gruppe bereits damit begann ihren Kampfgeist zu verlieren. Keiner von ihnen hatte auch nur die geringste Vorstellung davon gehabt was es bedeutete in einer solchen Schlacht zu kämpfen. Außer vielleicht noch Christina, die zumindest einige seiner Schlachten mit Julian zusammen gekämpft hatte.
„Reißt euch zusammen Leute. Ihr habt das hier selbst gewählt. Und jetzt steht nicht nur da rum. Schießt wenigstens zurück!“, rief Julian ihnen zu und feuerte als erster seine Plasma-Kanonen auf einen Soldaten ab, der scheinbar gerade versuchte alleine vor zu stürmten und in einer Blutfontäne zerplatzte als das Plasma-Projektil ihn traf. Es war Christina, die sich dem Kampfgeschehen als erste anschließen sollte und ebenfalls die Soldaten mit Raketen unter Feuer nahm. Ein Militär- und ein anderes Alien-Exoskelet gerieten zwischen der direkten Frontlinie und den fünfen in ein Kräftemessen, dass keine der beiden Maschinen gewinnen sollte. Nun war es Sandra die sich entschieden hatte eine der beiden großen, hellblauen Strahlen-Kanonen auf der Schulter ihrer Maschine auf die des Militärs abzufeuern. Der Strahl löste die Maschine des Militärs einfach auf und ließ nichts mehr von ihr übrig. Nach und nach schlossen sich auch die anderen dem Kampf an und feuerten ihre Waffen auf das Militär ab. Gerade fegte eine Staffel Raumjäger über die gesamte Schlacht hinweg und feuerte ihre Waffen ab. Plötzlich stießen jedoch Jets des Militärs von oben aus den Wolken herab die das Feuer mit roten Energiewaffen eröffneten, ähnlich denen die sie auch am Boden verwendeten. Einer der Raumjäger wurde getroffen, verlor den rechten Flügel dabei und krachte unkontrolliert in den Boden. Der Rest wich in einem Bogen nach oben und versuchte die Wolken zu erreichen. Die Jets des Militärs verfolgten sie. Am Boden vernichtete Julian gerade eine ganze Gruppe Soldaten mit seinen Schall-Kanonen und Jake nutzte eine der gewaltigen Klingen seiner Maschine um damit ein anderes Exoskelet des Militärs in der Mitte zu zerteilen. Mittlerweile hatte Julian den Eingang zur Basis wieder gefunden und festgestellt, dass er von gleich vier gewaltigen Panzern des Militärs mit roten Strahlen-Kanonen bewacht wurde. Dazu kamen mindestens 20 Exoskelete und eine dreistellige Anzahl an normalen Soldaten. Dort hindurch zu kommen würde schwierig werden, selbst mit Alien-Technologie und Menschen denen er vertraute an seiner Seite.
„OK, da ist der Eingang. Kim, Sandra… Ihr bleibt hier und feuert dort auf alles was uns oder euch gleich zu nahe kommen könnte“, wies Julian nun die beiden an und beide ließen zur Bestätigung ihre Kampfanzüge mit dem Kopf nicken. „Christina, Jake, ich und wie auch immer du heißt, rücken weiter vor und versuchen da rein zu kommen. In Ordnung… Und los!“, befahl Julian förmlich weiter und stürzte sich als erster in die Schlacht, direkt gefolgt von Christina und dem Rest. Das hier lebend zu überstehen und in die Basis hinein zu kommen wäre der erste und wahrscheinlich auch der schwierigste Teil des Ganzen, zumindest hoffte Julian das wirklich sehr.

Ungeachtet seines eigenen Lebens oder dessen irgendeines anderen um ihn herum stürmte Julian auf den Eingang zu. Auch wenn immer wieder rote Strahlen und Projektile um ihn herum fegten und um ihn herum in den Boden einschlugen, man schien ihn und die anderen noch nicht bemerkt zu haben. Plötzlich stürmte von vorne eine Gruppe Soldaten auf die Gruppe zu, aber ein blauer Strahl fegte von weiter hinten über sie alle und ließ nichts mehr von ihnen übrig. Anhand des Winkels und der Richtung schloss Julian, dass der Strahl von Kim aus ihrer Deckung abgefeuert worden war. Ein Exoskelet stürzte sich plötzlich von oben ganz speziell auf Julian herab, aber Jake reagierte schneller und zerteilte den Feind noch im Flug mit einer seiner großen Klingen. Während die vier weiter vorstürmten krachte rechts neben ihnen ein Militär-Jet in den Boden und hinterließ eine gewaltige Flammenspur, während links neben ihnen ein Alien-Infanterie-Trupp eine Stellung des Militärs mit Nah-Kampf-Waffen stürmte. Plötzlich fegte ein Schwarm Raketen an Christina vorbei und krachte hinter den Vieren in den Boden, wo sie gewaltige Explosionen hinterließen. Nun entschieden die Panzer dass sie ihre gewaltigen Strahlen-Kanonen abfeuerten. Mehrmals krachten diese rund um die Gruppe in den Boden und hinterließen dort gewaltige Explosionen und Krater. Julian wurde von einem der Angriffe sogar nur deshalb verfehlt weil er mit Hilfe seiner Seitentriebwerke ausgewichen war. Das war anders als zuvor. Dieses Mal hatten sie die Strahlen gezielt auf sie Vier abgefeuert. Das bedeutete dass sie Julian und seine Helfer definitiv bemerkt hatten. Gerade als Julian eine neue Anweisung geben wollte, rammte ihn ein Militär-Exoskelet zur Seite und versuchte ihn anschließend mit dessen Großschwert zu durchstechen.
„Julian!“, rief Christina direkt aus.
„Verdammt!“, fügte der Freund von Jake noch hinzu und stürmte ebenfalls mit einer Klinge vor als ihn der rote Strahl eines Panzers von der Seite erfasste und einfach weg riss. Hilflos mussten Jake und Christina mit ansehen wie das Exoskelet explodierte, während Julian das Großschwert seines unfreiwilligen Gegners mit beiden Arm-Klingen abgefangen hatte.
„Verschwindet hier! Sucht euch Schutz!“, rief Julian noch und kämpfte weiter gegen seinen Gegner an, als ein Schwarm aus Raketen von der anderen Seite in ihn krachte und den gesamten Arm-Apparat zerstörte. Ein blauer Energiestrahl der den Torso durchschlug folgte und beendete das Leben von Julians Feind. Offensichtlich hatten Kim und Sandra ihm erneut aus dieser Situation geholfen. Die beiden stellten sich besser an als Julian es erwartet hätte. Schnell richtete er sein eigenes Exoskelet wieder auf und folgte Jake und Christina die einen größeren Felsen als Deckung gefunden hatten. Zumindest ein paar Treffer dieser Strahlenkanonen würde dieser nach Julians Einschätzung aushalten können.
„Scheiße… Jetzt haben sie auch noch Kai erwischt“, kommentierte Jake. „Ich glaube nicht, dass wir es hier nochmal lebend raus schaffen“, fügte er dann noch hinzu.
„Das war ja auch nie der Sinn der Sache. Wir müssen Julian bloß zu diesem Kristall bringen“, erklärte Christina die Situation noch einmal, während bereits der erste Strahl in den Felsen schlug der ihnen als Deckung diente. Plötzlich griff ein Raumjäger einen der Panzer an und zersägte diesen förmlich mit einem verglichen dünnen Strahl bevor die beiden Hälften explodierten. Schnell zog das Flugvehikel der Aliens sich wieder zurück, während weiter hinten die Außerirdischen ein gewaltiges Schwebevehikel in Stellung brachten. Nur langsam bewegte sich der gewaltige Waffenturm und feuerte mit gewaltigen blau-leuchtenden Energie-Bomben. Eine davon traf einen der Panzer am Eingang und zerstörte diesen ebenso. Das brachte Julian auf eine Idee. Schnell begann er mit Hilfe der holographischen Anzeige etwas Recherche über die schweren Exoskelete von Kim und Sandra zu betreiben und fand tatsächlich was in dieser Situation hilfreich sein würde.
„Kim, große Energie-Kanone, da hin“, gab Julian schnell durch und sein Exoskelet führte entsprechende zeigende Handbewegungen in die Luft aus, während scheinbar auch eine Markierung auf der holographischen Karte gesetzt worden war. „Sandra, Plasma-Raketen, da hin“, fügte er schnell hinzu und sein Exoskelet sowie die Anzeige verhielten sich ähnlich. Und tatsächlich krachte plötzlich ein gewaltiges blaues Energie-Projektil von oben in den ersten Panzer und hinterließ eine gewaltige Explosion, die nichts außer einem Krater vom Panzer und dessen näherer Umgebung übrig ließ. Direkt darauf krachte eine nicht mehr feststellbare Menge Raketen von oben in einen großen Bereich um den anderen übrigen Panzer. Auch hier rissen gewaltige Explosionen das Vehikel und seine nähere Umgebung in Stücke. „Der Eingang ist frei. Jetzt nichts wie los!“, rief Julian aus und stürmte als erster vor. Es war Jake der ihm als erster folgte und erst dann Christina. Plötzlich fegte ein gewaltiger roter, dauerhafter Energiestrahl aus dem gewaltigen Basistor und fegte durch die Alien-Armee. Julian und Jake wurden nur sehr knapp davon verfehlt. Sandra hatte dieses Glück nicht und wurde einfach hinter ihrer Deckung mit dieser zusammen weg gerissen. Nichts sollte mehr von ihr oder ihrem Exoskelet übrig bleiben und sie hatte nicht einmal mehr die Zeit zu schreien. Julian sollte ihren Tod jedoch lediglich anhand einer Anzeige auf seiner holographischen Karte bemerken. Ein weiterer schneller schwenk zur anderen Seite folgte, bevor der Strahl abgeschaltet wurde und anstelle dessen gewaltige rote Energie-Geschosse aus dem Hangar fegten. Ferner sollte Julian schockiert feststellen, dass der letzte Schwenk des roten Strahls Kim erwischt hatte und auch sie gerade ohne eine Chance von der gewaltigen Waffe weg gefegt worden war. Und als es zwei weitere Schritte durch das Tor trat konnte Julian das gewaltige mechanische Laufvehikel sehen, welches das Militär gebaut hatte. Ein Zweibeiner mit gewaltigen Füßen und gewaltigen Klauen, ansonsten aber sehr menschenartig gebaut in typischer funktional wirkender Militär-Optik, ähnlich wie auch deren Exoskelete. Scheinbar waren in die Handflächen der Klauen die gewaltigen Energie-Kanonen eingebaut worden, während die noch gewaltigere Strahlenkanone im Kopf ähnlich wie ein Auge verbaut war. Und niemand konnte auch nur ahnen welche Waffen dieses Vehikel noch verbaut haben würde.

Julians Atem war unglaublich schwer. Sein Herz schien ihm zu schmerzen und sein Brustkorb fühlte sich an als würde er sich gerade zusammen ziehen. Nicht nur dass das Militär nun auch noch diese gigantische Maschine gebaut und auf die Welt losgelassen hatte, sie hatte nun auch noch Kim und Sandra getötet. Und auch wenn Julian geahnt hatte, dass dies passieren könnte und er in jedem Fall, ob erfolgreich bei diesem Angriff oder nicht, den Zyklus wieder zurück setzen würde, ihr vorläufiges Ende nahm Julian stärker mit als er es befürchtet hatte. Aber er musste sich zusammen nehmen. Er musste dort hinein und den Kristall berühren gehen, ansonsten würde etwas noch viel schlimmeres geschehen, egal welche gewaltigen Maschinen ihm das Militär vor die Nase setzen würde. Und so schloss er kurz die Augen, atmete tief durch und zwang sich alle seine Gedanken an Kim und Sandra zu verdrängen. Hier waren immer noch Jake und Christina. Mittlerweile hatten die Aliens einen Gegenangriff gegen das gewaltige Militär-Vehikel gestartet. Unzählige Plasma-Projektile krachten in die Maschine ohne sichtbaren Schaden daran zu hinterlassen. Ein Schwarm Raketen folgte und Explosionen überzogen das Vehikel, welches jedoch lediglich einen ausgleichenden Schritt zur Seite tätigte und dann mit weiteren roten Energie-Geschossen in die Alien-Armee feuerte. Dabei sollten mehrere Stellungen der Aliens einfach zerstört werden. Eines der Projektile traf außerdem einen der Alien-Schwebe-Panzer und zerriss diesen in einer gewaltigen Explosion. Dennoch entschied Julian, dass jetzt der beste Moment war um zu versuchen an dem Vehikel vorbei zu kommen, aber bevor er auch nur in die Nähe kommen konnte, feuerte das Militär-Vehikel seine gewaltige Strahlen-Kanone ab und versuchte sie seitlich über Julian und die anderen beiden zu schwenken. Schnell entschied Julian zurück zu weichen und abzubrechen und wurde so ganz knapp von der Waffe verfehlt. Auch sein Versuch Gegenfeuer mit Raketen und Strahlen-Kanonen zu geben, erwies sich als genauso nutzlos wie die anderen Waffensysteme von zuvor. Julian konnte es kaum glauben als sich ein großes Raumschiff der Aliens über der Basis enttarnte und mit Plasma-Projektilen in die Truppen des Militärs zu feuern. Einige besonders große Ladungen bekam der Läufer des Militärs ab. Gewaltige Explosionen überzogen die Maschine und brachten sie so sehr aus dem Gleichgewicht, dass sie kurz einen ausgleichenden Schritt nach hinten nehmen musste um nicht umzufallen. Julian sah seine Chance und nutzte die Hecktriebwerke seines Exoskelets um vor zu stoßen in der Hoffnung an diesem viel zu starken Gegner vorbei zu kommen. Christina und Jake hatten offensichtlich schnell verstanden, denn sie blieben an Julian dran. Weitere Ladungen krachten in das Lauf-Vehikel und hinterließen einige Explosionen daran als die Drei unbehelligt daran vorbei fegten. Julian sollte gerade noch mitbekommen wie das gewaltige Lauf-Vehikel sein Gleichgewicht wieder gefunden hatte und nun Gegenfeuer mit Energie-Projektilen und dem gewaltigen Strahl gegen das Alien-Schiff geben sollte. Die Schilde hielten aber die neuen Waffen die Palmer entwickelt hatte waren mächtig und Julian wusste nicht genau wie lange selbst diese Alien-Raumschiffe dagegen stand halten würden. Er hatte jedoch andere Probleme. Er musste diesen Kristall erreichen und verhindern, dass weitere Time Loops stattfinden würden.

Es sollte Julian etwas unerwartet treffen, dass nur vergleichsweise sehr wenige Wachen in der Basis zurück geblieben waren. Hin und wieder fand sich ein vereinzelter Soldat mit Energie-Waffe an einer Tür, den Julian mit einer Plasma-Ladung verdampfen konnte. Nicht einmal Zeit-Armbänder hatte Julian bisher in Aktion gesehen. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. Es war nicht mehr weit bis zu dem Raum in dem er den Kristall erwartete, nur noch ein paar Meter, drei Kreuzungen und fünf andere Tore, und immer noch war es ab diesem Punkt viel zu einfach. Skeptisch stoppe Julian sein Exoskelet ab, Christina und Jake taten das selbe.
„Stimmt was nicht Julian?“, warf Christina schnell ein.
„Das hier ist zu einfach… Ich weiß dass sie noch was in der Hinterhand haben… Es…“, begann er unsicher zu erklären und stoppte dann nervös ab.
„Schon in Ordnung, Julian. Wir gehen langsam weiter“, antwortete Christina beruhigend und Julian konnte Jakes Eifersüchtigen Blick durch die dicke Metallschicht der beiden Exoskelete hindurch fühlen. Aber er wusste dass er recht hatte. Schnell nutzte er alle Scan-Vorrichtungen die sein Exoskelet hergeben sollte noch einmal um vielleicht etwas zu finden. Nichts. Weshalb auch? Letzten Endes war der manuelle Scan auch nichts anderes als das was das Exoskelet alle paar Sekunden automatisch ausführte um die holographische Karte aktuell zu halten. Und so entschied er sich sein Exoskelet ein Handzeichen zum Weitergehen geben zu lassen. Mit langsamen, aber leider sehr gut hörbaren Schritten bewegten die drei sich vorwärts wobei besonders Julian versuchte alle Seiten gleichzeitig im Auge zu behalten.
„ARG!“, tönte es auf einmal und genauso plötzlich krachte etwas von der Seite gegen Jakes Kampfanzug und rammte ihn in die nächste Wand. Erschrocken wandten sich Julian und Christina in Jakes Richtung und konnten erkennen, dass dieser gerade von einem neuen Typ Militär-Exoskelet angegriffen worden war. Dieser Typ war offensichtlich sehr schnell, weniger massiv als die anderen und nutzte zwei kleinere Dolch- oder Messerartige Nah-Kampf-Waffen anstelle des Großschwerts das von den anderen Exoskeleten des Militärs bisher verwendet worden war. Jake hatte es jedoch geschafft die Arme seines Feindes mit seinen eigenen zu packen und die Messer so von sich fern zu halten. Schnell nutzte er nun seine Beine und schleuderte den neuen Feind mit einem Tritt nach hinten, bevor er selbst zwei nicht zu unterschätzende Armklingen ausfuhr und in einen unglaublich schnellen Kampf geriet, der selbst Julian mit seiner Kampferfahrung aus den vorigen Time Loops überforderte. Er war sich sicher, dass Jake diesem Gegner nicht gewachsen wäre.
„Nein! Ich komme klar! Geht zum Kristall und bringt es zu Ende!“, rief der jedoch aus als ihm Christina zu Hilfe kommen wollte.
„Verstanden…“, antwortete Julian lediglich sachlich, wandte sich ab und stürmte nun wieder schnell mit Hilfe der Hecktriebwerke vor. Christina folgte ihm, aber auf einigen Abstand da sie eine Weile gezögert hatte.
„Ich hoffe es war richtig ihn zurück zu lassen“, kommentierte sie dann nach einer kurzen Weile.
„Er hat es sich selbst so ausgesucht“, antwortete Julian als plötzlich ein weiteres von der Seite, aus einem der Räume kommendes, Exoskelet des Militärs, dieses Mal der Standard-Typ, das Feuer mit der roten Energie-Schnellfeuer-Waffe auf Christina eröffnete. Diese wich schnell zur Seite und feuerte mit Raketen zurück, während Julian weiter vor stürmte ohne ein weiteres Wort. Keiner der beiden war wichtig für das Ziel dieses Angriffs. Der einzige der sicher zu seinem Ziel kommen musste war Julian selbst. Und das war nicht mehr weit. Lediglich noch eine Tür und dann… Erschrocken musste Julian jedoch feststellen, dass diese Tür anders war als die in den vorigen Time Loops. Möglicherweise war sie angepasst worden nachdem die Aliens gleich zwei Angriffe hatten ausführen können, bei einem hatten sie Julian damals mit Exoskeleten aus der Basis geholt. Nun war sie jedoch nicht mehr geeignet um sie mit einem solchen Exoskelet zu betreten. Und selbst wenn Julian ohne den Kampfanzug eintreten würde wäre es noch sehr eng für ihn. Die Tür war höchstens noch 1,90m hoch und 70cm breit, aber immer noch aus massiven Stahl gebaut. Schnell sah er zu Christina und Jake die sich immer noch im Kampf mit diesen beiden Feinden befanden und entschied sich dann zu sehen ob und wie sich dieser Link der Exoskelete wieder aufheben lassen würde, oder ob er nun querschnittsgelähmt zurück bleiben würde. Die Entfernung des Metalls aus seinem Rücken stellte sich als fast noch schmerzhafter heraus wie das Einführen. Noch etwas wackelig trat Julian aus dem Kampfanzug und dann durch die massive Tür, die er zunächst noch mit der brachialen Gewalt des Exoskelets eingetreten hatte. Zuvor hatte er noch so schnell es seine angeschlagene Konzentration zugelassen hatte eine der Plasma-Handwaffen mit Hilfe seines Fabrikators aus Teilen der Tür hergestellt. Was hinter dieser jedoch erwartete sollte ihn so sehr schockieren, dass er direkt wieder geistig vollständig anwesend sein sollte und seine Schmerzen und Schwäche einfach ignorierte.

Die gute Nachricht war, dass sich der Kristall dort befand wo Julian es erwartet hatte. In diesem Raum den er gerade betreten hatte. Das Problem war jedoch, dass sich nicht nur Julian dort befand. Es befand sich auch Oberst Kurzmann mit einigen seiner Leute dort. Julian zählte insgesamt sieben Soldaten und dazu Kurzmann. Sieben Energie-Gewehre gegen sein eines Plasma-Gewehr. Und dazu noch Oberst Kurzmann. Es war einfach eine völlig aussichtslose Situation und doch entschied Julian sich weiter mit der Plasma-Waffe in Richtung der sieben Soldaten zu zielen.
„WAFFE FALLEN LASSEN!!! SOFORT!!!“, schrie einer der sieben Soldaten in deren typisch autoritären Tonfall.
„Du kannst mich allerhöchstens mal am Sack lutschen“, antwortete Julian lediglich ruhig aber wütend zurück und Kurzmann konnte sich ein lautstarkes Lachen nicht verkneifen.
„Der kleinen Schneeflocke sind ja tatsächlich ein paar Eier gewachsen“, kommentierte er dann. „Noch ein bisschen mehr und ich fange dich vielleicht an ernst zu nehmen“, fügte er dann noch herablassend hinzu.
„Du wärst nicht hier unten und würdest mir im Weg stehen, wenn du mich nicht ernst nehmen würdest“, kommentierte Julian und konnte Kurzmann kurz das Missfallen über diesen Kommentar im Gesicht ansehen.
„Nun, so sehr mich deine neue Art amüsiert… Ich kann und ich werde dich nicht alles zerstören lassen, was ich aufgebaut und erreicht habe“, sagte er dann jedoch ohne ein besonderes Anzeichen von Hass oder Ärger.
„Was denn? Die Apokalypse auf die Welt losgelassen? Den Tod von Milionen von Menschen?“, fragte Julian lediglich sarkastisch.
„Waffensysteme erschaffen mit denen unser Land die Weltherrschaft übernehmen kann, sobald solche miesen kleinen Hurensöhne wie du das auch endlich eingesehen haben“, antwortete Kurzmann immer noch erstaunlich ruhig für das was er da sagte.
„Hier gibt es nur einen Weg Kurzmann. Entweder ich komme zu diesem Kristall oder ich sterbe, der Zyklus setzt sich zurück und ich werde zum nächsten Zyklus wieder genau hier sein und es wieder und wieder versuchen, so lange bis ich erfolgreich bin“, sagte nun Julian erstaunlich ruhig für das was er da gerade sagte.
„Ich sehe schon… Mit einem kleinen Hosenscheißer wie dir kann man nicht wie mit einem erwachsenen reden… Feuer!“, kommentierte und befahl nun Kurzmann und tatsächlich sollten die sieben Soldaten das Feuer eröffnen. Zuvor hatte jedoch bereits Julian gefeuert und den ersten Soldaten blutig zerplatzen lassen. Schnell stürmte er nun zu einer Konsole von der er hoffte dass sie ihm als Deckung genügen würde, während rote Energie-Projektile in nicht mehr zählbaren Massen an ihm vorbei fegten. Dabei feuerte er ein weiteres Plasma-Projektil ab und traf einen weiteren der Soldaten. Dann ein weiterer von der Deckung aus und dann noch einer. Julian verstand es mittlerweile wie eine Selbstverständlichkeit mit dieser Waffe umzugehen, so dass er schnell alle sieben Soldaten vernichtet hatte. Lediglich Blutlachen waren übrig geblieben wo sie sich befunden hatten. Einer fehlte jedoch immer noch. Wo war eigentlich Oberst Kurzmann in diesem Feuergefecht hin verschwunden?

Julian hatte den letzten Satz kaum zu Ende gedacht, da stürzte sich Oberst Kurzmann von links auf ihn ohne dass Julian es auch nur im Ansatz hätte kommen sehen können. Nicht nur dass die Waffe zur Seite gerissen wurde und Julian dabei seinen Zielfokus verloren hatte, Kurzmann packte die Waffe auch noch mit beiden Händen und entriss sie Julian einfach in einer schnellen, plötzlichen Bewegung. Ob er sie dabei mit Absicht oder aus Versehen auch in die selbe Richtung wegschleuderte konnte Julian dabei nicht beurteilen, Fakt war lediglich dass er es tat. Wie hatte er sich diesem Kreuzfeuer entziehen und dann auch noch so plötzlich neben Julian wieder erscheinen können? Und heilige Scheiße hatte dieser Typ Kräfte entwickelt. Julian hätte die Waffe wahrscheinlich nicht einmal dann festhalten können, wenn er den Angriff kommen gesehen hätte. Er war eben noch einmal gute 5 bis 10 cm größer als Julian es war und noch einmal unglaublich wesentlich muskulöser und Julian war bereits fast 2m groß und hatte zwei Jahre in einem Fitness-Center fast täglich trainiert. Wenn Jake und Steven, Kims Ex-Freund, schon gewaltige Monster aus blanken Muskeln für Julian waren… Was war dann eigentlich dieser Typ da? Im Exoskelet hätte Julian eine Chance gegen ihn gehabt, aber in einem direkten Kampf Mann gegen Mann bestand nicht die geringste. Und dennoch… Er war bereits so weit gekommen. Er konnte den Kristall bereits sehen und er würde nicht einfach aufgeben. Und himmelherrgott nochmal, es war nicht der passende Zeitpunkt um in Ehrfurcht und/oder Bewunderung vor seinem Feind zu erstarren. Und so nahm Julian schnell alle innere Stärke die er in sich trug zusammen und versuchte Kurzmann seine Faust ins Gesicht zu rammen, so lange wie er eine Gegenheit dazu erkennen konnte. Julian hatte sich jedoch geirrt, denn nun fing Kurzmann den Schlag mit seinem eigenen Arm ab und leitete ihn geschickt an seinem Kopf vorbei, so dass er selbst einen Faustschlag mit dem anderen Arm gegen Julians ungeschützten Brustkorb ausführen konnte. Schmerzen durchzogen erst die Trefferstelle, dann Julians gesamten Körper, dann blieb ihm die Luft einen kurzen Moment weg und er brach kurz vor Kurzmann zusammen, der offensichtlich darauf verzichtete einen weiteren Schlag auszuführen obwohl er es hätte ohne Probleme können.
„Steh auf du mieser, kleiner Hosenscheißer. Nach all den Problemen die du mir bereitet hast, ist DAS hier jetzt tatsächlich alles was du kannst, du erbärmliches Stück Dreck? Steh auf und kämpfe, damit du wenigstens im Ansatz die Tatsache wert bist, dass jemand wie ich sich überhaupt mit dir befasst!“, kommentierte er lediglich wütend, während Julian immer noch versuchte die Schmerzen des letzten Schlages zu verkraften und wieder zu Luft zu kommen. Aber selbst wenn er das schaffen würde… Er hätte dadurch auch nicht mehr Chancen gegen Kurzmann. Er brauchte irgendetwas dass ihm einen Vorteil verschaffen würde in dieser Situation und so legte er seine linke Handfläche hinter sich auf den Boden um den Fabrikator zu benutzen um eine neue Plasma-Kanone zu erschaffen. Aus dieser Entfernung könnte selbst Kurzmann nicht mehr entkommen. An dessen kurzen schockierten Blick bemerkte Julian allerdings dass Kurzmann den Plan bemerkt hatte. Als Kurzmann vor stürmte zog Julian jedoch seinen Arm vor und schlug mit einem der gebogenen Schwerter, wie sie auch die Aliens verwendeten zu, dass er schnell anstelle einer Plasma-Kanone mit dem Fabrikator geschaffen hatte, da es wesentlich schneller ging. Kurzmann wich schockiert zurück und entkam dem Schlag, der ansonsten problemlos seinen Kopf abgetrennt hätte. Julian ließ es nicht auf sich beruhen und führte noch fünf weitere Schläge aus bevor Kurzmann sich Julians Arm packte und mit der anderen Hand einen gezielten Schlag mit der Handkante auf den Arm ausführte, der Julian ausreichende Schmerzen bereitete dass er das Schwert fallen lassen musste, welches wiederrum von Kurzmann mit einem gezielten Tritt weggeschleudert wurde. Julian gab jedoch nicht einfach auf und nutzte den Fabrikator erneut, dieses Mal an einer Metallstange, um aus dieser einen der Speere der Aliens zu erschaffen. Kurzmann wich schnell sehr weit zurück und nutzte dann gezielte Körperbewegungen zur Seite um Julians unzählbarer Menge an Stichangriffen zu entkommen. Kein einziger sollte sein Ziel treffen, so dass Julian wütend einen seitlichen Schlag mit seiner Waffe ausführte, was Kurzmann nutzte um ein paar Schritte vor zu kommen, so dass ihn lediglich die Stange traf, die er nun packen konnte und sie Julian erneut aus der Hand riss, bevor er noch ein paar mehr Schritte vor kam und einen Faustschlag gegen Julians Kopf ausführte. Julian hielt schützend beide Arme vor sich, konnte aber nicht verhindern, dass noch etwas Kraft des Schlages sein Gesicht treffen sollte, zumal nun seine Arme unglaublich schmerzten. Ein weiterer Schlag folgte und dann einer gegen den Bauch, den Julian nicht hatte kommen sehen können. Erneut blieb ihm die Luft weg und er brach zusammen, aber dieses Mal fügte Kurzmann gleich drei weitere Schläge gegen Julians Kopf hinzu und dann einen Tritt in die Darmgegend der Julian sogar noch ein Stück zurück schleudern sollte. Schmerzen durchzogen mittlerweile seinen gesamten Oberkörper und das Atmen fiel ihm unglaublich schwer. Dazu kamen die Schmerzen im Gesicht die sogar noch schlimmer sein sollten. Blut lief ihm rechts aus dem Mund und oben an der linken Stirnseite herunter. Julian war sich außerdem nicht sicher in wie weit seine Zähne von den letzten Schlägen beschädigt worden waren. Er hatte einfach keine Chance gegen dieses Monster von einem Mann, das musste er sich nun selbst eingestehen. Und wieder würde er kurz vor dem Ende versagen. Kurzmann war einfach zu viel für ihn. Vielleicht hatte er doch immer recht gehabt. Julian war nichts weiter als ein mieser kleiner Hosenscheißer und Vollversager, der nichts auf die Reihe bekam und es waren Menschen wie Kurzmann, die Dinge geregelt bekamen und deshalb auch zurecht die Macht auf der Welt hatten. Wie sollte ein Loser wie Julian da überhaupt noch mithalten? Vielleicht sollte er besser einfach aufgeben und die Welt sich selbst überlassen.

Julian brauchte dieses Mal wesentlich länger um wieder auf die Beine zu kommen, aber er kämpfte sich dennoch durch. Er würde nicht kurz vor dem Ende versagen. Auf keinen Fall würde er das. Und selbst ein Monster wie dieser beschissene Oberst Kurzmann würde ihn nicht aufhalten.
„Oho… Ich bin tatsächlich mittelmäßig beeindruckt... Von deiner Dummheit. Es wäre besser für dich gewesen, wenn du liegen geblieben wärst, Schneeflocke…“, kommentierte Kurzmann lediglich sarkastisch und schien sich bereits auf den nächsten Schlag vorzubereiten.
„Ich hatte es doch gesagt… Hör auf mich so zu nennen, Militärabschaum“, antwortete Julian wütend bevor er sehr plötzlich einen Faustschlag auf Kurzmann ausführte, den dieser offensichtlich nicht kommen gesehen hatte. Mit voller Wucht traf ihn die Faust von rechts ins Gesicht. Das musste er eindeutig gefühlt haben. Kurzmann musste sogar einen Schritt zurück treten um sein Gleichgewicht zu halten. Julian war gar nicht bewusst gewesen, dass er so fest zugeschlagen hatte. Aber das genügte noch nicht und so fügte er lautstark schreiend einen weiteren Schlag hinzu und dann noch einen und dann noch einen weiteren. Blut spritzte dabei in alle Richtungen, bevor Kurzmann sich unerwartet schnell vom letzten Schlag erholte und dann den nächsten mit seinen Armen abfing bevor er einen weiteren Schlag in Julians Bauch ausführte. Dieses Mal war es jedoch Julian der den Schlag zur Seite umleitete und einen Tritt in Kurzmanns Bauch ausführte bevor ein weiterer direkter Volltreffer in Kurzmanns Gesicht mit der rechten Faust folgte. Dieses Mal war es Kurzmann der nach hinten zu Boden fiel und aus dem Mund stark blutete. Dann hustete er kurz und spuckte Blut, bevor er einmal lautstark lachte und sich beinahe in einem Sprung wieder auf seine Beine richtete.
„Na gut. Du willst unbedingt in der Erwachsenen-Liga mitspielen, dann kämpfen wir eben wie Männer. Jetzt werde ich dafür sorgen, dass du den Tag deiner Geburt bereust“, kommentierte er dann und zog schlagartig ein langes Militär-Überlebens-Messer aus seinem Waffengürtel dass er direkt für einen ersten Angriff nutzte. Julian wäre fast getroffen worden, aber er wich gerade noch schnell zurück bevor ihn das Messer hatte erreichen können. Dann noch einmal und noch ein weiteres Mal, bis er eine kurze Chance sah aus einer Absperrung ein neues Schwert mit Hilfe des Fabrikators zu erschaffen, dass er direkt Kurzmann ins Bein rammte. Lautstark schrie der Oberst auf vor Schmerzen, aber hielt sich ausreichend auf den Beinen um Julian mit einem weiteren Schwingen seines Militär-Messers zurück auf Abstand zu zwingen. Anschließend riss er sich in einer schnellen Bewegung das Schwert aus dem Bein und richtete sich dann wieder auf als ob die Verletzung ihn fast gar nicht behindern würde. Julian war sich jedoch sicher dass sie das tat. Ihn hätte ein solche Stichverletzung völlig handlungsunfähig gemacht. Nun hatte Kurzmann jedoch das Messer und das Schwert als Waffen die er gegen Julian einsetzen konnte und das sollte er auch direkt tun. Schnell wich Julian zurück als Kurzmann die ersten Angriffe startete. Er dürfte auf keinen Fall einen Treffer damit abbekommen, dann wäre es zu Ende. Als Kurzmann einen Angriff von oben nach unten mit dem Schwert ausführte entschied Julian seinen Fuß auf die Klinge zu platzieren, so das Kurzmann es los lassen musste, wenn er einen weiteren Angriff starten wollte. Und das tat er indem er versuchte mit dem Messer zu zustechen. Dabei stürmte er außerdem mit all seiner Kraft und Geschwindigkeit auf Julian zu. Es war bereits zu spät zum Ausweichen und auch sonst gäbe es keine Option für Julian das hier zu verhindern. Und dennoch packte er sich Kurzmanns Arme und versuchte das Messer mit aller Kraft die er zur Verfügung hatte von sich fern zu halten. Beide schrien angestrengt auf, während jeder versuchte mehr Kraft als der andere aufzubringen. Leider war Kurzmann definitiv der stärkere in diesem Kampf und das Messer näherte sich sehr langsam immer weiter Julian. Dies wäre das Ende. Aber es durfte einfach nicht das Ende sein. Es durfte einfach nicht… In einer unglaublich schnellen Bewegung rammte Julian seinen Fuß auf den von Kurzmann, so dass diesem kurz die Kräfte versagten. Genug Zeit für Julian sich in den Arm in dem Kurzmann das Messer hielt mit seinem eigenen Arm einzuharken und dann an Kurzmann vorbei zu stürmen, wobei er dessen Arm unter lautstarkem Krachen und Schmerzensschreien des Obersts brechen sollte. Auch das Messer fiel einfach zu Boden. Julian wollte gerade den nächsten Schlag ausführen als Kurzmann sich umdrehte und den Schwung nutzte um Julian einen weiteren Faustschlag mit dem anderen Arm zu verpassen. Der Schlag traf Julian genau in die Kehle hinein und brachte Julian völlig zum Zusammenbruch. Er bekam keine Luft mehr und war sich unsicher ob er das jemals wieder würde. Dennoch hob er den Kopf an und blickte in das hasserfüllte Gesicht Oberst Kurzmanns der offensichtlich nicht mitbekommen hatte, dass Julian in Griffweite des Schwertes war. Noch bevor Julian sich sicher war wieder genug Luft zu bekommen griff er die Waffe und trennte in einer schnellen Bewegung den noch heilen Arm des Obersts ab und genoss kurz dessen Schmerzensschreie bevor er die Sache mit einem letzten Schlag von oben nach unten beendete und den hochrangigen Militäroffizier feinsäuberlich in zwei Hälften zerteilte. Blut spritzte aus der Trennstelle in Massen bevor der Oberst einfach in sich zusammen fiel und weiteres Blut und Innereien ausliefen. Ein plötzliches Piepsen riss Julian schlagartig zurück in die Realität. Das Zeitarmband. Er hatte es schon wieder einfach vergessen, was wahrscheinlich daran gelegen hatte, dass er bisher kein einziges davon in Aktion gesehen hatte, bei keinem anderen Soldaten den er ansonsten auf dem Weg hierher bekämpft hatte.

Hilflos musste Julian mit ansehen wie sein gerade besiegter Gegner sich einfach wieder zusammen setzte, genauso wie er es bereits mehrfach bei Palmer und anderen Soldaten hatte beobachten können. Nun stand Julian einem völlig unverletzten Oberst Kurzmann gegenüber und er selbst hatte bereits einige schwerere Verletzungen erlitten. Dazu kam seine völlige Entkräftung, die er erst begonnen hatte zu bemerken als er geglaubt hatte gewonnen zu haben. Sein Atem war unglaublich schwer, Verletzungen bluteten immer noch und alles verursachte ihm gefühlt Schmerzen. Kurzmann dagegen zeigte nicht die geringsten Anzeichen die in eine solche Richtung gingen. Er stand einfach vollkommen unversehrt vor Julian und grinste ihm ins Gesicht.
„Ich hätte ja nicht geglaubt, dass du wirklich so dämlich bist und auf den selben Trick gleich zweimal reinfällst, aber hier sind wir dann wohl“, kommentierte Kurzmann lediglich.
„Also den Spruch würde ich ja wirklich gerne zurück geben“, antwortete Julian mit einem stark sarkastischen Tonfall bevor er sich die Plasma-Kanone griff, die am Anfang des Kampfes von Kurzmann weggeschleudert worden war und sich seit kürzerer Zeit wieder in Julians Reichweite befand und sie auf den überraschten Oberst abfeuerte. Ohne dass er auch nur noch fähig war zu schreien zerplatzte der hochrangige Militäroffizier nun einfach in einer Blutfontäne und verteilte sich durch den halben Raum. Julian wusste jedoch, dass ihm lediglich ein paar Sekunden bleiben würden und so stürmte er schnell in Richtung des Kristalls. Das Zeit-Armband piepste bereits und Kurzmann begann sich wieder zusammen zu setzen, aber es war nicht mehr weit. Nur noch ein paar Zentimeter. Julian streckte bereits den Arm aus als er von hinten an seiner Kleidung gepackt und in einer kräftigen Bewegung zurück gerissen wurde. Unsanft landete Julian auf seinem Hintern und rutschte mit seinem Rücken gegen eine der Absperrungen. Die Plasma-Kanone ging ihm dabei ebenfalls irgendwann verloren. Es war Kurzmann gewesen der sich rechtzeitig neu zusammen gesetzt hatte.
„Fuck…“, kommentierte Julian leise, da ihm nun langsam die Ideen ausgingen. Er musste dringend zu diesem Kristall und Kurzmann, ein größerer Berg als er selbst, der nur aus Muskeln zu bestehen schien und dazu noch durch ein Zeit-Armband von Palmer unsterblich war, stand ihm dabei im Weg. Es gab keinen Weg wie das für Julian irgendwie gut ausgehen könnte… Außer er würde es schaffen das Zeit-Armband irgendwie von Kurzmanns Arm abzunehmen, zu beschädigen oder vielleicht sogar völlig zu zerstören.
„Unten bleiben, du kleiner Hosenscheißer“, sagte Kurzmann lediglich als Julian auch nur erste Anzeichen für einen Versuch sich wieder aufzurichten zeigte. Somit entschied er lieber seinen Arm auf die Absperrung zu legen um eine neue Waffe mit dem Fabrikator daraus herstellen zu können. „Das würde ich an deiner Stelle auch lieber sein lassen“, kommentierte Kurzmann wieder und Julian sah auch von dieser Maßnahme ab. Aber irgendetwas musste er doch tun. Irgendetwas. Er war einfach so dicht dran an der Lösung aller dieser Probleme. „Jetzt hast du´s kapiert Schneeflocke. Du wirst hier gar nichts mehr anfassen. Du wirst einfach nur mit meinen Leuten mitgehen wenn sie durch diese Tür kommen um dich abzuholen“, fügte Kurzmann dann noch hinzu.
„Damit ihr wieder qualvoll an mir herum experimentieren könnt? Auf keinen Fall… Eher sterbe ich…“, kommentierte Julian und bemerkte die unglaublich gute Idee, die dahinter steckte. Er war in diesem Zyklus zwar gescheitert, aber es gäbe immer noch einen weiteren. Er würde alles noch einmal genauso wiederholen und dieses Mal besser auf das Zeit-Armband vorbereitet sein.
„Scheiße!“, rief nun Kurzmann aus und stürmte vor. Auch er hatte offensichtlich Julians Geistsblitz bemerkt. Aber es war bereits zu spät. Julian hatte es geschafft heimlich ebenfalls ein Messer mit dem Fabrikator zu erschaffen. Jetzt musste er es sich nur noch durch das Herz oder den Hals rammen damit er auch sicher sterben würde. Er hatte so etwas schon einmal getan, damals in einer seiner ersten Schlachten. Aber auch dieses Mal zögerte er. Der menschliche Verstand war einfach nicht dafür geschaffen worden sich auf diese Weise selbst Schaden zu zufügen. Und dieses Zögern war genau die Zeit die Kurzmann gebraucht hatte um Julian zu erreichen und dieses Mal ihm den Arm unter lautstarkem Krachen zu brechen. Julian schrie lautstark auf vor Schmerzen und ließ ebenfalls gezwungener Maßen sein Messer fallen. Er hatte bereits so unglaublich viele schmerzhafte Tode erlebt, aber der Schmerz eines gebrochenen Arms machte ihn immer noch handlungsunfähig. Weiterhin schreiend wandte Julian sich auf dem Boden und hielt mit dem anderen unverletzten Arm seinen verletzten Arm fest.
„Du verdammter Bastard! Mein Arm!“, schrie Julian weiter aus.
„Wie war das? Hast du mich etwa gerade noch beleidigt du kleiner Hosenscheißer?“, fragte Kurzmann lediglich wütend und sarkastisch aus, bevor er mehrere Tritte in Julians Bauch ausführte. Nach dreien davon spritzte Blut aus Julians Mund und als er hustete kam eine weitere Welle Blut. „Du hast wirklich Glück, dass du momentan noch nicht sterben darfst. Aber das bedeutet nicht, dass ich dir keine Schmerzen zufügen kann, du Scheißhaufen von einem Vollversager“, kommentierte Kurzmann weiter und lachte kurz. Und er hatte recht. Julian hatte versagt und damit bewiesen dass er tatsächlich zu gar nichts gut war. Weitere Schritte waren zu hören. Wahrscheinlich das Militär um ihn einzukassieren und wieder in eine Zelle für weitere Experimente zu sperren. Langsam begann Julian in Verzweiflungstränen auszubrechen als ihm klar wurde, dass er weder Kim noch Sandra nun je wieder sehen würde. Und Christina und Jake waren mit hoher Wahrscheinlichkeit nun ebenfalls tot. Was sollte er ihnen allen im Jenseits erzählen, falls es so etwas überhaupt gab? Und würde er sie überhaupt tatsächlich dort wiedersehen können, wenn er in der Militär-Basis gefangen war und sie weitere Experimente an ihm durchführten, höchstwahrscheinlich bis an sein Lebensende, falls er dies unter diesen Umständen überhaupt je erreichen konnte?
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So, da ist der neue Lost in Time-Teil. Ein einziges Action-Feuerwerk, so wie ein Finale das nun mal so sein muss. :mrgreen: Wer wissen will, wie der Kampf zwischen Julian und Kurzmann jetzt am Ende ausgeht und ob er tatsächlich aus der Zeit gelöscht wird oder ob alles nicht doch ganz anders kommt, der muss jetzt allerdings unbedingt dran bleiben. ;)
Bis dann Leute, ich hoffe irgendwer hat immer noch seinen Spaß damit. :mrgreen:

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Do 10. Sep 2026, 21:46
von Child of Bodom
Kapitel 23 – Das große Ende/Drohendes Unheil:

Sehr zu Julians Überraschung sollte nicht das Militär durch die Tür treten, sondern Jake, ohne sein Exoskelet, der direkt den Ernst der Situation erkannt hatte und auf Oberst Kurzmann zustürmte. Dieser war offensichtlich so überrascht dass er den Schlag den Jake in seinen Bauch ausgeführt hatte nicht mehr abfangen konnte. Julian konnte die Schmerzen dieses Treffers förmlich selbst fühlen, da die Auswirkungen sich so offensichtlich bei Kurzmann zeigten. Plötzlich sollte der Oberst zusammen brechen und sich einmal blutig übergeben. Jake sah scheinbar von weiteren Angriffen ab und versuchte erst einmal einen Überblick über die Lage zu bekommen. Kurzmann fing sich jedoch schneller als geplant wieder und stürzte sich nun förmlich auf Jake. Dieser packte schnell beide Arme von Kurzmann und hielt sie angestrengt von sich fern. Julian hatte in einer ähnlichen Situation keine Chance gegen Kurzmann gehabt. Jake hatte sie hingegen schon. Er konnte nicht nur mit diesem Monster von einem Militär-Offizier mithalten, er schien ihm sogar mehr als gewachsen zu sein. Und das obwohl er wesentlich kleiner war als Kurzmann oder Julian.
„Jake… Das Armband!“, rief Julian ihm schnell zu sehr zu Kurzmanns offensichtlichem Missfallen und Jake schien zumindest das nötigste verstanden zu haben, bevor Kurzmann ihn mit einem Tritt zwang zurück zu weichen. Beide gerieten in einen Schlagwechsel der zu schnell war als dass Julian ihm vernünftig folgen konnte und eine gute Ecke zu professionell auf ihn wirkte, als dass er fähig wäre diesen vernünftig beschreiben zu können. Julian konnte jedoch den Volltreffer deutlich sehen, den Jake plötzlich mit der Faust in Kurzmanns Gesicht landete. Im Anschluss packte er den einen Arm von Kurzmann und rammte ihn mit voller Wucht gegen die nächste Absperrung. Und dann noch einmal und noch ein weiteres Mal. Tatsächlich beschädigte er deutlich das Gehäuse des Zeitarmbands dabei, aber ob es genügte um es auch zu zerstören, das war für den Moment sehr schwer abzuschätzen. Kurzmann hatte sich von Jakes letztem Volltreffer erholt und schlug nun mit dem Arm von einer Seite zur anderen, aber Jake duckte sich einfach unter dem Schlag weg, bevor er zwei Volltreffer in Kurzmanns Bauch landete, danach aber nur noch dessen Arme treffen sollte. Julian musste sich irgendwie zusammen reißen und wieder in den Kampf eingreifen. Vielleicht könnten sie es zusammen schaffen Kurzmann das Zeit-Armband zu entreißen. Wenn nur sein gebrochener Arm nicht solche Schmerzen verursachen würde… Und dennoch schaffte Julian es zumindest noch einmal auf seine Beine zu kommen und sich das Messer vom Boden zu nehmen, dass er zuvor verloren hatte. Nur langsam trat er von hinten an Oberst Kurzmann heran. Das Timing musste jetzt ganz genau stimmen und Jake würde hoffentlich auch sofort wissen was er tun müsste. Auf gar keinen Fall dürfte Kurzmann Julian bemerken. Aber der war ohnehin durch Jake ziemlich abgelenkt, der ihm einen durchaus angemessen Gegner bot. Schnell hatte Julian Kurzmann das Messer durch den Rücken gerammt, so dass er nun lautstark schreiend zu Boden ging. Jake hatte die Chance schnell verstanden und griff sich das Zeit-Armband. Da es bereits beschädigt war zerbrach das Gehäuse einfach und das Armband ließ sich ohne weitere Schwierigkeiten entfernen.
„NEIN!“, schrie Kurzmann wütend aus bevor ihn ein weiterer Schlag von Jake zum Schweigen brachte und ihn nach hinten zu Boden schleuderte. Julian und Jake sahen beide von oben auf Kurzmann herab, der mit dem Zeit-Armband seinen bedeutensten Vorteil verloren hatte und nun wieder so sterblich war wie jeder andere. „Ihr miesen kleinen… Das war nicht fair… Das war ein mieser kleiner billiger Trick“, kommentierte er dann und spielte wahrscheinlich auf die zahlenmäßige Überlegenheit der beiden in diesem Kampf an.
„Vielleicht… Aber ein waiser Mann sagte einmal: ‚Im Krieg sind alle billigen Tricks erlaubt. Wer am Ende gewinnt, der lebt und der andere stirbt‘ oder so ähnlich“, antwortete Julian lediglich sarkastisch sehr zu Kurzmanns Missfallen, der lediglich wütende Knurrlaute als Antwort darauf von sich geben konnte.
„Und was machen wir jetzt mit ihm? Umlegen oder was anderes?“, fragte nun Jake recht trocken.
„Spielt keine Rolle. In wenigen Minuten wird hier sowieso der Zyklus ein letztes Mal zurück gesetzt“ antwortete Julian genauso trocken.
„Also gut dann…“, kommentierte Jake noch bevor er Kurzmann einen so kräftigen Tritt gegen den Schädel verpasste, dass selbst ein Berg wie Kurzmann das Bewusstsein davon verlor. Damit war die Sache für Julian für den Moment erledigt.

Er bemerkte erst jetzt wie extrem angespannt er immer noch war. Und das lag nicht nur an den Schmerzen in seinem gebrochenen Arm. Es war die gesamte Situation gewesen die ihn in diese Anspannung getrieben hatte. Plötzlich schreckte Julian auf, als ihm klar wurde dass draußen immer noch um die Basis gekämpft wurde und er sich beeilen musste, wenn er noch etwas gegen die Zeitschleifen unternehmen wollte. Es würde sicherlich nicht mehr lange dauern bis das Militär die Situation ebenfalls bemerkte und hier eintreffen würde. Schnell wandte Julian sich dem Kristall zu.
„Hey Mann… Bist du sicher dass du da keine Hilfe brauchst?“, warf nun Jake noch einmal ein und deutete auf Julians gebrochenen Arm.
„Spielt keine Rolle. Gleich gibt es da sowieso nichts mehr zu versorgen“, antwortete Julian und spielte auf seine gleich stattfindende Löschung aus der Zeitlinie an.
„Julian! Warte!“, stoppte ihn plötzlich Christina als er einen Schritt auf den Kristall zugehen wollte. Erleichtert sollte Julian feststellen, dass sie es ebenfalls geschafft hatte ihren Feind mit dem Exoskelet zu besiegen und jetzt ohne Exoskelet hier im Raum war wo er sie nun zumindest noch ein letztes Mal sehen könnte. Gottverdammt, diese Frau war so unglaublich wunderschön, selbst wenn sie gerade sehr besorgt aussah. Julian konnte gar nicht vermeiden dass er sie anlächelte.
„Ist schon OK. Ich geh´s jetzt zu Ende bringen“, sagte er dann.
„Nein! Ist es nicht! Der Grund weshalb ich, Kim und Sandra mit dir hier runter wollten war um dich hiervon abzuhalten wenn es soweit ist!“, rief Christina nun aus.
„Es ist aber der einzige Weg den wir haben. Du weißt genau dass das Sigma jeden Zyklus eingreifen könnte. Du weißt dass wir keinen anderen Weg kennen die Zeitschleife zu beenden… Und du weißt dass es der einzige Weg ist den Deal mit den Aliens einzuhalten. Und denen wollen wir ganz bestimmt nicht ans Bein pinkeln“, erklärte Julian ihr noch einmal, aber er konnte ihr im Gesicht ansehen, dass sie das alles bereits wusste, aber es ihr aus irgendeinem Grund vollkommen egal war. Sie wollte lediglich Julian nicht endgültig verlieren. Eine Weile sahen sich beide nur an und sagten gar nichts. „Wieso?“, fragte Julian dann lediglich. „Ich bin doch lediglich…“, konnte er gerade noch sagen als sich plötzlich von allen Menschen Jake zwischen Julian und ein Plasma-Projektil werfen sollte, das Kurzmann mit einer der beiden Waffen die im Raum lagen abgefeuert hatte nachdem er unerwartet früh sein Bewusstsein wieder erlangt hatte. Das Projektil hatte nur noch Jakes Unterkörper getroffen, aber diesen völlig zerplatzen lassen und verdampft. Christina stürmte sofort laut schreiend zu Jakes Überresten, während Julian schnell ein weiteres Schwert mit dem Fabrikator erschuf und in einer schnellen Bewegung die der Oberst kaum hatte sehen können von der Seite beide Arme gleichzeitig am Oberarm abtrennte. Blut schoss aus den Stummeln während die Arme zusammen mit der Plasma-Kanone auf den Boden klatschten. Christina hatte mittlerweile Jakes Oberkörper erreicht. Er war noch am Leben, aber es war vollkommen klar, dass er das nicht mehr sehr lange sein würde. Julian wollte Kurzmann gerade den Kopf mit dem Schwert abtrennen als er stoppte und es lediglich in Bereitschaft an seine Kehle hielt. Christina kniete derweilen neben Jake und brach völlig verzweifelt in Tränen aus.
„Wieso Jake? Wieso hast du das getan?“, schluchzte sie.
„Weil er… dir offensichtlich… alles bedeutet… Ist schon OK… Ich…“, antwortete Jake noch langsam und sehr schwach bevor er an seinem massiven Blutverlust starb und Christina noch einmal laut aufschrie bevor sie sich aufrichtete und auf Kurzmann zukommen sollte. Der hatte bei Jakes Tod ohnehin begonnen lautstark zu lachen. Das Julian ihm weiterhin die Klinge an den Hals hielt und ihm beide Arme fehlten schien ihn dabei erstaunlich wenig zu interessieren.
„Was ist so lustig?“, fragte Christina als sie die Plasma-Kanone erreichte die Kurzmann verwendet hatte um damit Jake zu töten.
„Du Püppchen. Ich erinnere mich an dich. Eine der wenigen die ich wirklich ungern erschossen habe. Aber es erschien mir zu diesem Zeitpunkt notwendig um unsere Geheimnisse zu schützen“, antwortete Kurzmann. „Was hast du denn jetzt schon wieder vor, Püppchen? Mich abknallen oder was?“, sprach er dann weiter als Christina sich nach unten beugte die Arm-Reste von der Waffe entfernte und sie vom Boden aufhob um sie auf den Oberst zu richten. Julian hatte sofort verstanden und rammte das Schwert Kurzmann lieber schnell durch beide Beine bevor er schnell ein paar Schritte zur Seite ging. Laut schreiend vor Schmerzen kniete Kurzmann nun vor Christina und starte in den Lauf der Plasma-Waffe als er wieder aufsah. „Ach komm schon Püppchen. Leg das Ding weg. Ich sag dir was. Du hast es doch nicht in dir. Du bist…“ begann er dann wieder abwertend zu sprechen bevor Christina einfach den Abzug der Waffe drückte und Kurzmann in Stücken durch den gesamten Raum verteilte. Sie hatte ihn tatsächlich ohne auch nur kurz zu zucken einfach abgeknallt… Genau wie er es zuvor mit ihr einfach getan hatte. Julian konnte nicht vermeiden dass sich nun tatsächlich Anzeichen von Erleichterung bei ihm zeigten. Er atmete tief durch, erinnerte sich aber daran, dass nun das Schwerste noch vor ihm liegen sollte. Zuerst wandte er sich dem Kristall noch einmal zu, dann Christina die immer noch gegen ihre Tränen wegen des Verlusts von Jake ankämpfte. Und selbst wenn sie trauerte war sie noch wunderschön. Es versetzte Julian innerlich einen weiteren Schlag wenn er daran dachte was er ihr jetzt antun müsste, aber es würde ihm keine andere Wahl bleiben. Und so begann er sie anzulächeln, so lange bis er ihre Aufmerksamkeit hatte.
„Das ist jetzt der Abschied“, sprach er sie dann an und ihr Tränenausbruch wurde noch schlimmer.
„Bitte nicht Julian… Bitte… Ich… Ich…“, brachte sie zwischen alle dem noch immer leiser heraus und trat langsam ein paar Schritte näher zu ihm. „Ich…“, wiederholte sie noch einmal als sie direkt vor Julian stand, stoppte dann ganz plötzlich ihren Tränenausbruch und senkte mit einem düsteren Blick ihren Kopf. Sie schien unglaubliche Angst vor dem zu haben was sie gleich vor hatte zu tun und Julian konnte nicht anders als ein wenig irritiert davon zu sein. Was könnte sie vor haben zu sagen oder zu tun, was ihr solche Angst bereiten würde? „Ich liebe dich, Julian… Ich liebe dich…“, sagte sie dann und sah ihm nun direkt in die Augen. Julian brauchte einen kurzen Moment um das zu verstehen. Hatte nun kurz vor seinem endgültigen Ende ihm tatsächlich seine absolute Traumfrau gesagt dass sie ihn lieben würde? Ihn und nicht Jake, mit dem sie eigentlich fest zusammen war?

Julian wusste nicht mehr genau wie lange er da gestanden hatte und Christina einfach nur angestarrt hatte. Sein niedriges Selbstwertgefühl konnte das was gerade geschehen war einfach nicht verputzen, egal wie viel Mühe er sich dabei geben sollte. Noch dazu kam die Situation in der es geschehen war. Jake war gerade gestorben, Julian kurz davor für immer zu verschwinden und das Militär würde sicherlich jeden Moment erscheinen und die beiden einkassieren. Und genau jetzt hatte Christina sich entschieden ihm ein Liebesgeständnis abzulegen? Das konnte doch nicht ihr gottverdammter Ernst sein!
„Aber du… Ich…“, brabbelte Julian während er die Schönheit gerade anstarrte und verzweifelt versuchte zwischen seiner eigenen Anziehung zu ihr und den Fakten seine Gedanken zu ordnen. Als ihm plötzlich jedoch der einzig logische Gedanke in dem ganzen wirren Chaos kam, dass es ohnehin keine Rolle spielte was in diesem Zyklus noch weiter geschah, brach jedoch seine Blockade. „Ich liebe dich auch Christina. Ich will nicht dass ich verschwinde. Ich würde jetzt lieber mit dir hier bleiben. Aber ich kann nicht. Ich muss es zu Ende bringen, sonst werden wir alle auf ewig in dieser Zeitschleife gefangen werden und die Welt geht wieder und wieder auf´s neue unter“, sagte er dann und Christina nickte kurz. Dann lächelte sie Julian unglaublich freundlich an.
„Dann ist das jetzt also tatsächlich der Abschied“, sagte sie dann und Julian nickte lediglich zustimmend. Plötzlich griff Christina bestimmt, aber immer noch unglaublich sanft seine Wange und küsste ihn. Julian wusste gar nicht wie ihm geschah. Er hatte bereits einige unglaublich intensive Küsse mit Sandra und Kim erlebt, aber dieser hier fühlte sich besser an als sie alle zusammen. Und das obwohl sein rechter, gebrochener Arm immer noch stark schmerzte. Das Feuerwerk an Gefühlen dass Julian gerade hatte war unbeschreiblich und so begann er den Kuss zu erwiedern und seinen linken Arm um Christina zu legen und sie fest zu halten. Nein er wollte jetzt lieber noch diese Frau küssen und sehen wohin ihn das treiben würde. Er wollte jetzt mit dieser Frau zusammen sein und nicht für immer verschwinden, aber er musste. Es blieb ihm keine andere Wahl. Und so trennten sich die beiden nach gefühlten fünf Minuten wieder und lächelten sich an.
„Ich fürchte das ich gehen muss, bevor das Militär kommt“, flüsterte Julian ihr einfühlsam zu und Christina nickte vorsichtig. Nur langsam ging Julian auf den Kristall zu und drehte sich dabei immer wieder zu ihr um. Himmel war diese Frau so wunderschön. Julian war froh, dass sie tatsächlich das letzte sein würde, was er vor seinem Ende zu sehen bekam. Nur noch ein kleiner Griff zur Seite und er würde den Kristall berühren. Er lächelte Christina an, die noch zurück lächelte.
„Stopp! Tu das nicht!“, rief eine Stimme aus die Julian erschreckend bekannt vorkommen sollte. Es war Leutnant Palmer. Genau der Leutnant Palmer der diese grausamen Experimente an Julian durchgeführt hatte und genau der Leutnant Palmer der eigentlich tot sein sollte. Anscheinend hatte dieses eine Zurücksetzen der Zeitschleife auch diese Ratte wiederbelebt.
„Und warum sollte ich das nicht tun?“, fragte Julian vollkommen wütend über die Tatsache dass jemand wie Palmer gerade wieder lebend vor ihm stand.
„Ich weiß dass du glaubst dass du damit dich selbst und den Kristall aus der Zeit löschst und damit alles was geschehen ist auch niemals passiert ist. Der Zyklus setzt sich zurück und alle die jetzt gestorben sind, kommen wieder zurück. Richtig? Das ist doch was du glaubst. Ja, nur leider wird das so nicht passieren. Das einzige was du damit bewirken wirst, ist dass du dich selbst aus der Zeit löschst. Der Kristall und die Apokalypse werden weiter bestehen und die Leute die im Moment tot sind, werden es auch bleiben“, erklärte Palmer schnell.
„Erzähl das deiner Katze, die ist vielleicht dumm genug dir das zu glauben, du Arschloch. Und jetzt verpiss dich und lass mich das hier beenden“, kommentierte Julian als er plötzlich in den Lauf von Palmers Pistole starrte.
„Ich werde das auf gar keinen Fall zulassen“, sagte der anschließend. „Falls nötig werde ich dich hier und jetzt töten und den Zyklus noch einmal zurück setzen“, fügte er noch hinzu.
„Dachte ich es mir doch. Alles was du beschützen willst sind deine neuen Waffen, die du aus dieser ganzen Hühnerkacke heraus erfunden hast“, kommentierte Julian noch wütender.
„Selbst wenn du recht hast… Es ändert nichts daran, dass ich dich davon abhalten möchte etwas unglaublich dummes zu tun. Und jetzt hör mir genau zu. Ich weiß dass ich die letzte Person bin, der du sowas glauben willst, aber du weißt auch ganz genau, dass ich der einzige bin der es überhaupt wissen kann. Ich habe Tests durchgeführt während du dich anderen Dingen gewidmet hast. Und die haben alle genau das ergeben was ich dir gesagt habe“, sprach nun wieder Palmer.
„Selbst wenn ich dir glauben würde… Ich muss es trotzdem versuchen… Ich weiß nicht wie viel Zyklen uns noch bleiben bis…“, sagte Julian.
„…Das planetengroße Monster aus der anderen Dimension hier erscheint und alles vernichtet?“, unterbrach Palmer ihn und beendete seinen Satz sehr zu Julians und sogar Christinas Schock, die ohnehin nur untätig daneben gestanden hatte und nicht wusste was genau sie jetzt tun sollte. „Es ist bereits in dieser Welt. Dein Verschwinden wird es nicht mehr stoppen können. Und wenn du jetzt einfach aus der Zeit entfernt wirst, wird die Welt unweigerlich unter gehen und niemand wird es dann noch aufhalten können“, sprach Palmer dann weiter und Julian konnte die wachsende Unsicherheit fühlen. Was wenn Palmer die Wahrheit sagte?
„Kannst du irgendwas von dem Käse den du da von dir gibst in irgendeiner Art auch beweisen?“, fragte Julian dann trotz der Tatsache dass sein inneres Gefühl förmlich aus sich heraus schrie dass er jemandem wie Palmer nicht glauben sollte.
„Jetzt sofort nicht… Aber wenn ich dir meine Daten zeigen kann, auf jeden Fall. Ich kann dir die Satellitenaufnahmen von dem Viech zeigen. Ich kann dir die Bildaufnahmen zeigen, die wir von den Tests gemacht haben. Und ich kann dir die ganzen anderen Daten zeigen, wenn dir die etwas nutzen“, antwortete Palmer erstaunlich ruhig und gelassen und irritierte Julian noch weiter. Palmer war entweder ein viel besserer Lügner als Julian dachte oder er sagte die Wahrheit und hatte nichts zu verbergen.
„Das genügt nicht…“, antwortete Julian dennoch angespannt.
„In Ordnung… Es gibt auf jeden Fall noch einen Weg wie ich dir beweisen kann, dass ich die Wahrheit sage…“, kommentierte nun Palmer und nahm sich sein Funkgerät. „Hier spricht Leutnant Palmer. Oberst Kurzmann ist im Kampf gefallen. Das bedeutet ich übernehme hiermit das Kommando über diese Basis. Alle Einheiten sofort Feuer einstellen und Waffen ablegen. Wir ergeben uns“, erklärte und befahl er dann offensichtlich den Einheiten, die draußen immer noch gegen die Aliens kämpften.
„Das hast du gerade nicht ernsthaft getan…“, kommentierte Julian vollkommen überrascht und auch Christina konnte man die Überraschung darüber im Gesicht ansehen.
„Doch das habe ich... Und ich vertraue darauf, dass du deine Verbündeten anweisen wirst uns gut zu behandeln… Und jetzt bist du an der Reihe. Wirst du mir vertrauen und von diesem Kristall weg gehen?“, fragte Palmer nun erwartungsvoll. Er hatte jedoch während des gesamten Gesprächs die Waffe nicht gesenkt und schien dies auch nicht zu beabsichtigen. Wie sollte Julian sich entscheiden? Die falsche Entscheidung könnte in der schlimmsten Situation enden, die Julian sich nur vorstellen könnte. Aber welche war das? Und welche Entscheidung war die Richtige?

Es dauerte noch eine ganze Weile bis Julian sich tatsächlich entschieden hatte. Vorsichtig und unsicher trat er den ersten Schritt vom Kristall weg. Dann den nächsten. Beim dritten Schritt konnte er eine erste freudige und erwartungsvolle Reaktion in Christinas Gesicht sehen. Beim fünften Schritt senke Palmer tatsächlich seine Pistole und als Julian mehr als zehn Schritte vom Kristall weg war warf Palmer seine Waffe einfach zur Seite.
„Puh… Wie gut, dass ich das blöde Ding nicht benutzen musste…“, kommentierte er dann und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Ich hab noch nie jemanden erschossen… Und ich habe nicht das geringste Interesse daran es zu tun… Ich bin Wissenschaftler“, erklärte er sich dann weiter als Julian ihn irritiert ansah und lediglich noch stärker von Palmers Aussage irritiert wurde. Plötzlich warf sich eine vollkommen glücklich lachende Christina auf der linken Seite an Julian, umarmte ihn und warf ihn mit ihrem Schwung beinahe noch ungewollt um. Julian erwiederte die unerwartete Umarmung noch etwas verwirrt mit seinem nicht gebrochenen, linken Arm und strich ihr sanft durch die Haare.
„Ich bin so froh, dass du nicht für immer gegangen bist“, kommentierte sie und brach dabei in Freudentränen aus. Julian musste sich stark unter Kontrolle halten um es ihr nicht gleich zu tun. Auch er war unglaublich froh darüber dass er zumindest noch etwas mehr Zeit mit ihr zusammen hatte.
„Ich störe die Freude nur ungern, aber wir haben nicht mehr viel Zeit bis das Monster hier eintrifft. Benötigst du die Beweise noch die ich dir versprochen hatte?“, meldete sich Palmer nun zu Wort.
„Nein… Aber wenn sich jemand um meinen rechten Arm kümmern könnte… Das wäre gerade echt nett“, antwortete Julian und Palmer rief über Funk einen Sanitäter in den Raum. Der würde allerdings sicherlich noch etwas mehr Zeit benötigen bis er eintraf.
„In Ordnung. Jemand wird kommen und sich um deinen Arm kümmern. So lange wir warten sollten wir unbedingt über den Plan sprechen“, kommentierte Palmer dann, während Julian sich völlig fertig auf einem der nahen Bürostühle platzierte, die an den Konsolen und Rechnern standen mit denen der Kristall untersucht worden war. Christina hatte dabei seine Hand keine Sekunde los gelassen und begann sich die anderen Verletzungen von Julian anzusehen.
„Das da im Gesicht sollte sich auch gleich einer ansehen“, kommentierte sie besorgt dabei, lächelte aber im Anschluss auf ihre unglaublich freundliche Art und Julian konnte sich ihrer Schönheit erneut nur schwer entziehen.
„Was ist eigentlich mit dir? Du hast auch in einem Exoskelet gegen mächtige Gegner gekämpft und bist mit hier runter gekommen. Bist du verletzt?“, fragte er dann jedoch und Christina schüttelte verneinend den Kopf.
„Alles gut. Vielleicht ein paar blaue Flecken an Bauch und Rücken, aber ansonsten hatte ich wohl Glück“, antwortete sie als Palmer sich wieder durch ein demonstratives lautstarkes Räuspern in den Mittelpunkt zurück drängte nachdem die beiden ihn ignoriert hatten.
„Wie ich schon sagte…“, sprach er dann.
„…Der Plan… Schon gut… Ich hab verstanden…“, vervollständigte Julian den Satz. „Moment mal… Welcher Plan denn eigentlich?“, fragte er dann extrem verwirrt aus. „Und wie lange sind wir eigentlich schon in diesem Loop hier drinnen?“, fügte er dann noch hinzu und sah auf eine holographische Zeitanzeige die sein Armpanzer projezierte. Zu seinem Schock befanden sie sich bereits seit über acht Stunden in diesem Loop und das war wesentlich länger als jeder andere bisherige gedauert hatte. Bisher waren weder Tentakel- noch Kaiju-Monster der Plage aufgetaucht. In welcher Art und Weise hatte Julian gerade durch Kurzmanns Tod die Zeitlinie verändert? Hatte er etwa gerade das Ausschlag gebende Experiment des Militärs und damit auch das Erscheinen der Plage auf diesem Planeten vollständig verhindert? „Ach ja… Richtig der Plan… Wie soll der aussehen?“, erinnerte er sich dann wieder an das Wesentliche und wandte sich Palmer zu.
„Das Viech ist zwar riesig aber bestimmt auch nicht unsterblich. Und es hat bestimmt Schwachpunkte. Wenn wir es schaffen die zu finden und anzugreifen, dann können wir es töten. Vielleicht haben deine Verbündeten auch eine Waffe, die dem Vieh gewachsen ist. Dann werden wir es im nächsten Zyklus vernichten. Wir alle zusammen. Die Aliens, das Militär, du, ich, sie und deine momentan noch verstorbenen Freunde“, erklärte Palmer seine Idee schnell.
„Ist ja ein wirklich netter Plan… Ich bezweifle aber, dass der werte Oberst Kurzmann da im nächsten Loop mitziehn wird“, kommentierte Julian genauso schnell.
„Kurzmann kannst du in dem Fall mir überlassen. Mein Problem sind diese Aliens, mit denen ich nicht einmal kommunizieren kann. Aber du hast sie sogar überzeugt hier einzumarschieren. Ich bin mir sicher das mit der Zusammenarbeit mit uns, kriegst du auch irgendwie hin“, erwiederte nun Palmer und Julian konnte nicht vermeiden, dass er ein wenig rot anlief vor Verlegenheit. Jetzt behandelte Palmer ihn auch schon wie einen Superhelden und legte eine solche Mammutaufgabe in seine Hände. Plötzlich durchzog ein lautes, unglaublich tiefes, monströs klingendes Geräusch, das Julian nicht einordnen konnte und noch nie zuvor gehört hatte, die gesamte Militäranlage. Julian konnte nicht vermeiden dass er erschrak, Christina ebenso. „Verdammt. Die Zeit ist uns ausgegangen. Es ist schon hier“, kommentierte nun Palmer und Julian erhob sich schlagartig von seinem Bürostuhl um mit Christina an der Hand aus der Anlage zu stürmen. Wenn irgendetwas von Bedeutung geschehen würde, musste er zumindest anwesend sein um es zu sehen, nur so könnte er vielleicht tatsächlich auch einen Plan entwickeln der als Gegenmaßnahme funktionierte.

Julian konnte seinen eigenen Augen kaum glauben als er die unmöglich gigantische Bestie sah. Sie war so groß dass sie selbst vom Boden aus problemlos die komplette Sonne verdeckte und hatte bereits begonnen ihre unglaublich langen Tentakel in Richtung der Erde auszustrecken. Es von Palmer zu hören war eine Sache. Das Vieh in echt zu sehen noch einmal eine ganz andere. Julian konnte fühlen wie sein Atem aussetzte. Sein gesamter Oberkörper schien sich zusammen zu ziehen und er konnte auf nichts anderes mehr starren als diese Bestie dort oben im Himmel. Erst als er Christinas Körper an seinem zu fühlen begann, da sie seine Nähe suchte, und er bemerkte dass sie sich beide nun noch fester an den Händen hielten, konnte er sich wieder ein wenig von dem Monster lösen.
„Scheiße! Was ist das für´n Vieh?“, schrie einer der Soldaten in der Nähe.
„Keine Ahnung, Mann!“, schrie ein anderer zurück.
„Wie sollen wir gegen das Ding da kämpfen?“, fragte ein weiterer.
„Überhaupt nicht! Und deswegen bin ich dann jetzt auch mal weg, Leute!“, antwortete ein anderer und rannte in die Gegenrichtung zur Sonne und damit auch des Monsters. Plötzlich drehten sich weitere Soldaten um und taten das selbe. Völliges Chaos brach aus. Einige Soldaten schrien sogar panisch auf, während sie versuchten zu flüchten. Keiner von ihnen schien genügend logisches Denken zu besitzen um zu verstehen, dass dies ohnehin völlig zwecklos sein würde, wenn das Monster den gesamten Planeten umgreifen und verschlingen würde. Julian sollte ebenfalls mitbekommen wie die Truppen der Aliens auf ihre Raumschiffe zurück teleportiert wurden, welche offensichtlich bereits den Weg zur Bestie ins Weltall aufgenommen hatten. Julian konnte auf die weitere Entfernung bereits weitere Schiffe erkennen und wenn er die Bestie genauer ansah konnte er ebenfalls kleine leuchtende Punkte auf ihr erkennen, die immer wieder verschwanden und woanders erschienen. Einschläge von Alien-Waffen-Feuer, so nahm er zumindest an. Er wusste ganz genau dass die Aliens nicht die geringste Chance gegen diese Bestie hatten. Selbst von dort unten konnte er noch sehen, dass die Waffen der Aliens auf diese Bestie eher wirkten wie kleine Bällchen aus Watte und nicht den geringsten Schaden an ihr anrichten würden.
„Julian? Was wird jetzt weiter passieren?“, traute sich Christina nach einer ganzen Weile die sie lediglich verängstigt zugesehen hatte zu fragen.
„Um ehrlich zu sein… Ich hab keine Ahnung“, antwortete Julian und beide lächelten sich kurz an, bevor Christina sogar kurz kicherte. Sie verzichtete darauf sich zu erklären, das war auch gar nicht nötig. Nach all diesen Time Loops fühlte es sich auch für Julian wieder wie etwas Neues an nicht genau zu wissen wie es weiter gehen würde. Nicht genau zu wissen, dass er vor acht Stunden wieder erwachen würde und nicht genau zu wissen dass dann der Weltuntergang auf ihn zu käme. Die ersten Tentakel waren bereits ganz nahe. Julian schätzte dass es vielleicht noch ein paar tausend Meter wären bis sie die Erde erreichten. Plötzlich eröffnete ein Alien-Schiff das Feuer mit einer Strahlen-Waffe und schaffte es damit tatsächlich einen der Tentakel abzutrennen. Ein tiefes, ohrenbetäubendes Geräusch hallte über die gesamte Erde, das Julian lediglich als Schrei der Bestie identifizieren konnte. Während dessen stürzte der abgetrennte Teil des gewaltigen Tentakels zu Boden. Staub wirbelte auf und ein unglaublich tiefes, aber extrem lautes Krachen ertönte bei dem Aufschlag, der sich zum Glück mehrere hundert Meter von Julian und Christina entfernt ereignet hatte. Weitere Waffeneinschläge aus Plasma-Kanonen und Raketen-Werfern sprengten einen weiteren Tentakel ab und hinterließen eine ähnlich heftige Geräuschkulisse als plötzlich eine Reihe kleinere Tentakel aus den großen Tentakeln heraus stieß und sich die Alien-Schiffe als Ziel wählte. Einige der Schiffe wurden einfach durchschlagen, andere gepackt und zerquetscht oder als Wurfgeschosse gegen andere Schiffe verwendet. Eine ganze Reihe aus Lichtblitzen durchzog den näheren Raum der Erde. Julian vermutete Explosionen von Alien-Schiffen. Damit war nun vollkommen klar, was ohnehin schon zu erwarten gewesen war. Das Monster würde die Erde fressen und niemand, nicht das Militär und auch nicht diese Aliens könnten es verhindern.
„Willst du wirklich hier bei mir bleiben? Willst du nicht lieber einen schnelleren, schmerzloseren Tod?“, fragte Julian noch Christina, aber sie schüttelte lediglich verneinend den Kopf.
„Nein. Ist schon in Ordnung. Ich möchte jede Sekunde die mir mit dir noch bleibt nutzen. Wenn ich schon den Weltuntergang in dieser Form erleben muss, bin ich wirklich froh dass es mit dir zusammen ist“, antwortete sie und Julian strich ihr mit seinem gesunden Arm sanft über die Wange. „Was denkst du gerade?“, fragte sie ihn dann.
„Dass du absolut unglaublich wunderschön bist und ich dich gerade gerne küssen würde“, antwortete Julian und Christina übernahm die Aufgabe für ihn und küsste ihn. Wieder und wieder. Beide bekamen gar nicht mehr mit wie sich die Tentakel der Bestie dem Planeten näherten und ihn immer mehr umschlossen. Wie gewaltige Hochhäuser türmten sie sich um die beiden herum auf. Dabei hatten sie sogar unglaubliches Glück, dass die Tentakel den Planeten vor und hinter ihnen umklammerten und sie so dabei nicht zerquetscht wurden. „Es geht los“, kommentierte Julian und beide wandten sich wieder der gewaltigen Bestie zu, welche begann immer größer zu werden. Das lag jedoch eher daran, dass sie den Planeten langsam zu sich zog und es dadurch so wirkte als würde sie größer werden. Immer größer schien die Bestie zu werden, bevor sich in ihrer Mitte die Tentakel zurück zogen und eine weitere Öffnung freigaben die entfernt an ein Maul erinnerte. Unzählige gewaltige Zahnreihen befanden sich darin, welche eigentlich eher wie Klingen wirkten und begannen an der Außenseite spiralförmig im Kreis zu rotieren. Ein lautstarkes Krachen ertönte als der Planet auf den ersten Zahn traf und sich dieser begann durch das Gestein zu fressen. Erschütterungen die am ehesten mit Erdbeben auf aller höchster Stärke zu vergleichen waren durchzogen den gesamten Planeten und waren auch für Julian und Christina noch zu fühlen. Risse durchzogen den Boden vor den beiden. Eine Spalte wurde immer länger, zog aber rechts an ihnen beiden vorbei. Aus dieser und einigen anderen begann flüssiges Magma nach oben zu schießen. Einer der gewaltigen Klingenzähne zog plötzlich von rechts nach links durch ihr Sichtfeld und verfehlte die beiden nur sehr knapp. Julian war schnell klar, dass der nächste Zahn sie treffen würde. Wenn sie flüchten wollten, wäre dies noch einmal der letzte passende Moment. Nur wohin sollten sie flüchten? Die Erde wurde gerade im ganzen gefressen und vor ihnen verschwand ohnehin gerade jeglicher Boden über den sie hätten rennen können. Es gab keinen Weg zu entkommen. Für nichts und für niemanden. Julian sah kurz zu Christina. Sie lächelte ihn an, er lächelte zurück. Auch sie schien zu wissen, dass eine Flucht ohnehin keinen Sinn hätte und blieb bei ihm. Schnell legte Julian noch einmal seinen Arm um sie und zog sie zu sich, bevor die Klinge sie alle beide gleichzeitig treffen und von rechts nach links, genau in der Mitte zerteilen sollte. Julian fühlte noch kurz den gewaltigen Schmerz und dachte an sein eigenes Versagen. Selbst wenn der Zyklus neu starten würde… Was sollte er gegen dieses Viech ausrichten? Die Welt war am Ende und es gab nichts womit er das verhindern könnte. Egal was Christina, Kim und Sandra von ihm hielten, er war nichts weiter als ein Versager und schon gar kein Superheld, der gegen planetengroße Monster bestehen konnte. Es folgte Schwärze… Und Julian hoffe zutiefst dass es dieses Mal so bleiben würde.

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Yo, das ist dann der neue Lost in Time-Teil. Und naja ich muss da noch was gestehen... Ich hab gelogen als ich geschrieben hatte, dass die letzten drei Teile das Finale wären. Wollte es etwas spannender machen. Ich entschuldige mich. ^^"
Dafür denke ich dass die nächsten 2 bis 5 Kapitel tatsächlich das Finale sein werden. Genau weiß ich es noch nicht wie viel Text es gibt, aber das was drin vorkommen wird steht schon ziemlich genau fest.
Also dann... Ich hoffe die Geschichte macht immer noch irgendwie Spaß und sehe jeden der bis hier her dran geblieben ist auch jetzt tatsächlich bis ganz zum Schluss. :mrgreen: :1tu:

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Mo 14. Sep 2026, 20:13
von Child of Bodom
Neues Intro: Ov Ruin – Oh, Death

Neues Outro: Doomcrusher - Breakout

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Kapitel 24 – Der Hammer der Götter:

Bild

Julian konnte sich einen tiefen Atemzug nicht verkneifen als er in seinem Transporter wieder erwachte. Scheiße… Was war eigentlich gerade passiert? Was zur gottverdammten Hölle war gerade passiert? Hatte er gerade tatsächlich erlebt wie der ganze Planet von einem gigantischen planetenfressenden Super-Tentakel-Monster im Ganzen verschlugen wurde? Und war gerade tatsächlich der Zyklus noch einmal neu gestartet? Müsste er das hier jetzt ständig, wieder und wieder durchleben und das bis in alle Unendlichkeit, da er durch den Loop nicht alterte? Einen kurzen Moment begann Julian völlig verstandlos zu lachen, riss sich aber schlagartig wieder zusammen als er sich an Christina und ihr Liebesgeständnis im vermeidlichen aller letzten Moment erinnerte. Er musste schnell zu ihr. Und er musste schnell zu den Aliens. Und er musste schnell… Einfach viel zu viel. Er konnte nicht einmal mehr genau sagen wie viel Zeit ihm in diesem Loop bleiben würde, da er sich sicher war, dass das Wesen über Fähigkeiten verfügte, die er nicht einmal richtig verstehen konnte. Und gottverdammt, er musste hier so schnell er konnte weg, bevor das Militär eintreffen würde. Er hatte bisher noch nicht einmal das Exoskelet erschaffen und angelegt. Er lag ihnen in diesem Loop einfach auf dem Präsentierteller ausgeliefert. Plötzlich bemerkte Julian jedoch, dass der Zeitpunkt an dem sie üblicherweise bei ihm am Transporter eintrafen längst vergangen war. Vorsichtig begann er die Tür zu öffnen und sich umzusehen. Niemand da. Kein Militär zumindest mal. Bisher nur die üblichen Festival-Besucher und das übliche Geschehen. Einen kurzen Moment fragte Julian sich ob das ganze letzte Geschehen nicht nur ein völlig fieser Albtraum gewesen war, bevor ihm klar wurde dass es genauso gut bedeuten konnte, dass Palmer sein Versprechen gehalten und Kurzmann an die Leine genommen hatte. Wie auch immer er das geschafft haben könnte… Noch etwas irritiert von der gesamten Situation, stand Julian auf, verließ seinen Transporter und sah sich kurz ein wenig um. Die Festival-Umgebung war ursprünglich so friedlich gewesen. Julian begann sich zu erinnern, dass er sich hier ursprünglich einmal lediglich ein wenig Live-Musik hatte ansehen wollen. Ein wenig Party mit Metal-Untermalung feiern und sehen was weiter geschehen würde. Nun versuchte er den Weltuntergang auf gleich so unglaublich vielen Ebenen zu verhindern. Schnell entschied Julian sich zumindest einmal ein wenig notdürftiger Körperpflege nachzugehen, da er weder Christina, Kim und Sandra noch den Aliens in diesem Zustand begegnen wollte. Würde er als nächstes die Aliens aufsuchen gehen oder besser zuerst Christina um sich mit ihr zu besprechen?
„Ähm… Hi, Julian…“, sprach ihn plötzlich Christina an, während er gerade mit dem Rücken in genau dieser Richtung stand und Julian schreckte auf, nicht zuletzt da er eigentlich gerade dabei war seine staubbedeckte Hose aus dem Moshpit, die er immer noch trug, zu wechseln. Dann beendete er jedoch einfach den Vorgang und drehte sich zu Christina um. Vielleicht war nicht einmal die Apokalypse ständig erleben zu müssen wirklich etwas schlimmes, wenn man es mit einer Frau wie ihr zusammen erlebte, dachte Julian sich noch als er sie sah.
„Hi, Christina…“, grüßte er sie dann zurück und versuchte ihren unglaublich freundlichen Tonfall zu treffen. „Stimmt etwas nicht? Du bist irgendwie nervös“, fragte er sie dann aber lieber.
„Naja… Ich hab gerade mit Jake Schluss gemacht bevor ich her gekommen bin…“, antwortete sie.
„Du hast WAS?!?!?!“, rief Julian vollkommen irritiert aus.
„Naja… Weißt du… Jake ist zwar ein echt guter Kerl und so, und es fühlt sich auch nicht so gut an wie ich erst dachte… Aber ich liebe Dich, Julian“, erklärte Christina sich weiter. „Lass es bitte einfach mal diesen einen Loop so passieren. Im nächsten ist es ohnehin wieder vorbei“, sagte sie dann und wirkte äußerst kleinlaut bei dieser Bitte, senkte sogar den Kopf dabei.
„Ich hab nie gesagt, dass ich es verhindern wollen würde… Ich liebe dich auch… Ich war nur etwas überrascht, das ist alles“, antwortete Julian nachdem er direkt vor sie getreten war, sanft ihr Kinn gegriffen und ihren Kopf wieder angehoben hatte, so dass sie sich nun wieder in die Augen sahen. Dann küsste Christina ihn und das noch viel intensiver als die Male zuvor im letzten Loop. Julian verstand zwar worauf sie hinaus wollte, aber er wusste auch, dass er sich jetzt zusammen reißen musste.
„Warte…“, sagte er bei einer günstigen Gelegenheit leise. „Die Aliens werden jeden Moment hier sein. Das wird echt nicht ungefährlich für uns beide, da bist du eigentlich besser nicht in der Nähe. Geh stattdessen noch Kim und Sandra einsammeln und erklär ihnen alles nochmal. Wenn alles gut geht treffen wir uns dann später alle bei Palmer in der Basis. Und dann, wenn das alles gut gegangen ist, werde ich mir das hier nicht nehmen lassen, von niemandem. Ich liebe dich auch und ich will das hier unbedingt“, erkläre er sich dann noch vorsichtig und lächelte Christina an, während er weiter ihre Hände hielt. Sie brauchte eine Weile um wirklich zu versehen, entschied sich aber verständnisvoll zurück zu lächeln und nickte dann zustimmend mit dem Kopf.
„OK. Aber noch einmal wirst du mir nicht entkommen“, kommentierte sie dann scherzhaft und beide lachten kurz ein wenig darüber, bevor Julian sich entschied sie noch einmal kurz zu küssen.
„Das hätte ich auf keinen Fall vor gehabt“, antwortete er dann noch. „Und jetzt los… Wir sehen uns… Versprochen…“, sagte er dann und Christina machte sich ganz langsam auf den Weg, wobei sie Schwierigkeiten damit hatte sich von seinen Händen zu lösen und auch noch dreimal zu ihm zurück sah bevor sie hinter einem Zelt verschwand. Keine Sekunde zu früh denn nun sollten tatsächlich die Aliens mit ihren Teleportern direkt vor Julian erscheinen und ihn mit ihrem fünfköpfigen Kampfteam einkreisen. Julian hätte keine Chance zu entkommen, selbst wenn er es gewollt hätte. Falls die Menge an Aliens, ihre unmöglichen Körpermaße und ihre Rüstungen noch nicht genügt hätten um Julians Flucht zu verhindern, richteten sie nun auch noch ihre Speere und zwei Plasma-Gewehre auf Julian aus. Er wusste nicht in wie weit diese Geste von den Aliens überhaupt verstanden wurde, aber Julian hob beide Arme um zu zeigen dass er keine Gefahr darstellte.
„Mitkommen, Terraner“, sprach die Stimme aus dem Übersetzungsgerät wieder, dieses Mal klang sie jedoch wütender als sonst. Und auch sonst wirkten diese Aliens dieses Mal wesentlich wütender als zuvor schon. Ihre Körperhaltungen wirkten aggressiver und die Art wie sie Julian mit ihren Waffen bedrohten ließ dieses Mal nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie diese auch benutzen würden und es sogar sehr gerne tun würden. Die Verhandlungen mit ihnen würden sicherlich wesentlich schwieriger werden als alle vorherigen und Julian war sich immer noch unsicher ob sie überhaupt erfolgreich verlaufen könnten. Dennoch und auch weil er eigentlich ohnehin keine andere Wahl hatte nickte er zustimmend mit dem Kopf, auch wenn er nicht wusste ob die Aliens es verstanden und wartete ab was sie tun würden.

Julian war die Teleportationen der Aliens mittlerweile schon fast gewöhnt. Und das war auch dieses Mal was geschehen sollte. Die neue Umgebung war erneut einer der Teleportationsräume auf einem Alien-Raumschiff. Genauer gesagt auf dem letzten auf dem Julian sich Julian zuvor schon einmal wieder gefunden hatte. Und leider senkte während des gesamten Vorgangs kein einziges Alien seine Waffe, so dass sie ihn immer noch mit gleich zwei Plasma-Kanonen und zwei Speeren bedrohten. Das fünfte Alien in der Gruppe schob Julian vor sich her, wobei Julian versuchte möglichst keinen Wiederstand zu leisten. Es wäre ohnehin zwecklos gewesen. Wie Julian befürchtet hatte brachten sie ihn in den selben Kommando-Raum um ihn dem selben Anführer vorzusetzen wie bereits letztes Mal. Alleine das würde die Verhandlungen unglaublich viel schwieriger machen, Julian konnte gar nicht ausdrücken wie viel. Es war wirklich ein hoffnungsloses Unterfangen, das wusste Julian direkt als er vor dem gewaltigen Anführer dieser Außerirdischen stehen sollte. Seine ohnehin bedrohlich wirkende Größe und Aufmachung wirkte durch seine nun sehr deutlich wütende Körperhaltung noch gefährlicher. Ein plötzlicher Stoß von hinten brachte Julian auf seine Knie, wobei die anderen weiter ihre Waffen auf ihn gerichtet ließen. Dieses Mal griff der Anführer auch nicht ein. Stattdessen trat er in langsamen Schritten direkt vor Julian und sah von oben auf ihn herab.
„Terraner… Du hast dein Wort gebrochen und noch zusätzlich haben deine Handlungen das Sigma in dieses Universum geführt. Normalerweise wäre deine Strafe der Tod, aber da das den Zyklus zurück setzt werden wir dich zunächst in einer unserer Zellen behalten bis wir deine Zeitschleife beenden können. Dann werden wir dich töten“, sprach die Computerstimme des Übersetzers und gab der Situation durch seine monotone Stimme etwas unglaublich absurdes.
„Ich habe überhaupt nichts in dieses Universum gebracht! Es war im letzten Zyklus als ich es zu Ende bringen wollte bereits da! Deshalb hab ich es auch nicht zu Ende gebracht. Es hätte einfach nur überhaupt nichts genutzt!“, rief Julian direkt aus. Der Anführer der Aliens antwortete nicht. Er tat aber auch nichts anderes. Anscheinend hatte Julian seine Aufmerksamkeit und die musste er nun sinnvoll nutzen. „Ich gebe zu dass das Sigma hier ist, ist nicht besonders ideal gelaufen, aber nun brauchen wir einfach nur einen neuen Plan mit dem wir dieses Viech vernichten können… oder es zumindest dorthin zurück schicken können wo es her kam“, sprach er weiter.
„Du klingst als ob du den bereits hättest, Terraner“, kommentierte der Anführer.
„Nein… Den habe ich nicht… Aber ein anderer Terraner hat ihn. Er hat eine hohe Position in der terranischen Kampfeinheit und wenn ihr mit ihm zusammen arbeitet wird die gesamte terranische Kampftruppe mit euch zusammen arbeiten“, erklärte Julian sich schnell weiter und hoffe einfach auf das Beste auch wenn seine Hoffnung gering war.
„Du erwartest tatsächlich dass wir mit noch weiteren Terranern zusammen arbeiten, nach dem was du getan hast?“, fuhr der Anführer Julian an und packte ihn wütend am Hals. Gerade fest genug dass es unangenehm war, aber locker genug, dass Julian weiter Luft bekam und weiter reden konnte.
„Ich erwarte überhaupt nichts. Ich mache einen Vorschlag und ihr entscheidet ob ihr ihn annehmen wollt oder nicht. Es wäre aber einfach aus rein logischer Sicht sinnvoll ihn anzunehmen“, antwortete Julian erstaunlich gefasst dafür dass ihn gerade der Anführer der Aliens am Hals gepackt hatte und ihn zusätzlich zwei weitere Plasma-Gewehre und zwei Speere bedrohten. Es dauerte eine ganze Weile und Julian war sich sicher dass er hier eine Grenze erreicht hatte, die er nicht einfach überwinden konnte. Nur sehr langsam sollte der Anführer der Aliens zu seinem Entscheidungsprozess kommen. Plötzlich löste er seinen Griff um Julians Hals und richtete sich wieder auf. Seine Haltung war anders. Weniger wütend und weniger bedrohlich. Das alleine bedeutete aber leider noch nichts. Dann hob er seinen linken Arm und direkt senkten alle seine fünf Untergebenen ihre Waffen.
„Wir werden diesen Anführer deiner terranischen Kampftruppe treffen und uns anhören was er uns zu sagen hat, Terraner“, sprach die Übersetzerstimme dann und Julian sackte kurz in sich zusammen vor Erleichterung. Zum Glück kniete er ohnehin schon auf dem Boden, denn er war sich unsicher ob seine Beine ansonsten nicht nachgegeben hätten. „Was dich und den Bruch deines Wortes angeht… Wir werden die Daten überprüfen. Wenn deine Worte der Wahrheit entsprechen wird dir dieser eine Bruch vergeben werden“, sprach er dann weiter und Julian war sich kurzzeitig unsicher ob er angespannt oder noch stärker erleichtert reagieren sollte, entschied sich dann aber für Letzteres. Dann atmete er dreimal tief durch und richtete zumindest seinen Oberkörper wieder auf.
„Ich danke euch wesentlich mehr als ihr euch jemals vorstellen könnt“, sagte er dann und der Anführer gab ein weiteres Handzeichen, woraufhin man Julian wieder auf seine Beine hob und dann aus dem Raum führte. Mit Hilfe seines Arm-Panzers war es ihm möglich eine Nachricht zu Christina zu versenden, noch während man ihn durch die Gänge des gigantischen Kommando-Schiffes führte. Nun musste nur noch das Treffen mit Palmer irgendwo organisiert werden und Julian hoffe, dass es sehr bald stattfinden würde.

Es hatte länger gedauert das Treffen zu organisieren als Julian gedacht hatte. Die Aliens wollten das Militär nicht in deren Basis treffen, Palmer musste erst durch harte Verhandlungen davon überzeugt werden die Außerirdischen irgendwo anders als dort zu treffen. Aber nach einer ganzen Stunde sollte es nun endlich soweit sein und sowohl Julian, als auch der Anführer der Aliens und fünf weitere Außerirdische wurden auf die Oberfläche teleportiert. Nun blieben ihnen immer noch sieben Stunden bis zum Ende der Welt. Und so sehr Julian es schätzte einmal ein Raumschiff von Aliens von innen gesehen zu haben, er schätzte den festen Erdboden dann doch viel mehr. Der Ort war tatsächlich recht neutral ausgefallen und befand sich auf einem kleinen Hügel außerhalb eines Waldes. Deckung in einem Feuergefecht war hier nicht zu finden, außer eben in dem Wald der sich aber einige Meter entfernt befand. Julian sollte außerdem feststellen, dass sie als erste den Treffpunkt erreicht hatten. Schnell ließ Julian sich mit Hilfe seines Arm-Panzers die Umgebung holographisch darstellen und konnte sehen, dass sich eine ganze Reihe an Militär-Fahrzeugen dem Treffpunkt schnell näherten. Als die ersten beiden um die Ecke bogen, konnte Julian sehen dass es sich um zwei große Gelände-Wagen handelte. Sieben Soldaten, einer davon Palmer, stiegen aus den Fahrzeugen aus. Sie alle waren mit Palmers Energie-Waffen bestückt und würden sie wahrscheinlich im Ernstfall auch problemlos einsetzen. Momentan hatten sie diese aber lediglich locker mit Gurten umhängen, die Arme befanden sich nicht einmal in der Nähe, was Julian mitteilte dass es sich nur um eine massive Vorsichtsmaßnahme gehandelte hatte. Langsam bewegten sich Palmers Truppe und die Aliens aufeinander zu, so lange bis sie nahe genug für ein ernst zu nehmendes Gespräch waren.
„Leutnant Palmer… Ich führe im Moment die Basis hier in der Nähe...“, stellte dieser sich zögerlich vor und reichte dem Alien zunächst die Hand. Dieses sah jedoch nur völlig irritiert zu den anderen fünf welche offensichtlich genauso irritiert reagieren sollten. Die Metallmasken ihrer Rüstungen verdeckten zwar ihre Gesichter, aber die Irritation war dennoch deutlich zu erkennen. Daher entschied Palmer sich auch schnell die Hand wieder zurück zu ziehen als er offensichtlich erkannt hatte, dass diese Wesen diese terranische Geste nicht verstehen würden.
„Terraner… Dieser hier meinte, dass du einen Plan hättest… Sprich…“, sagte die Computerstimme des Übersetzers sehr zu Palmers offensichtlicher Überraschung, die er aber versuchte zu verbergen da er um den Ernst der Lage wusste.
„Wir haben eine Waffe in unserer Basis. Eine gewaltige Fusions-Rakete mit einem Bohrmechanismus bestückt und genügend Sprengkraft um diesen gesamten Planeten zu vernichten. Wir nennen sie ‚Ripper‘… Und wir werden diese Rakete gegen dieses planetengroße Mistviech einsetzen und es endgültig vernichten. Dafür brauchen wir aber Zeit. Wir können die Waffe nicht einfach sofort abfeuern. Und leider ist lediglich die Technologie auf dieser Basis auf dem Level den ihr hier sehen könnt, wir verfügen insgesamt über keine Raumfahrt. Aber ihr könntet das Viech da oben noch im Weltall abfangen und es so lange beschäftigen bis wir es auslöschen können“, begann Palmer dann wie gefordert seinen Plan zu erklären. Eine Weile reagierte der Anführer der Aliens nicht und schien darüber nachzudenken.
„Wie viele dieser Ripper existieren?“, fragte er dann nach.
„Einer. Deshalb auch die Vorbereitungszeit. Wir haben diesen einen Schuss und der muss sitzen“, antwortete Palmer.
„Und wie sieht der Reserve-Plan aus, falls dieser Ripper ineffektiv sein sollte?“, fragte er Alien-Anführer weiter nach und Palmer geriet sichtbar in Bedrängnis. Julian war schnell klar, dass es keinen Reserve-Plan für diesen Fall geben sollte. Aber er hatte einen Verdacht und hoffte, dass sich dieser gleich bestätigen würde.
„So wie das klingt möchtet ihr einen Reserve-Plan vorschlagen…“, meldete er sich nun sehr vorsichtig zu Wort und sprach den Anführer der Aliens dabei an.
„Das ist korrekt, Terraner… Wir möchten vorschlagen in diesem Fall den ‚Hammer der Götter‘ einzusetzen“, kommentierte dieser daraufhin lediglich und verwirrte alle menschlichen Anwesenden offensichtlich.
„Den ‚Hammer der Götter‘???“, fragte Palmer lediglich irritiert.
„Auch wir verfügen über ein Waffensystem mit der Fähigkeit einen ganzen Planeten zu vernichten. Es handelt sich um einen mächtigen Energie-Strahl. Der Hammer der Götter. Allerdings benötigen auch wir Zeit um diese Waffe her zu bringen und sie einzusetzen. Sollten unsere Flotte und eure Fusions-Rakete nicht genügen um ihn ausreichend zu aufzuhalten benötigen wir einen weiteren Plan um die nötige Zeit zu gewinnen“, erklärte nun der Anführer der Aliens.
„Wir könnten versuchen mit anderen Waffensystemen auf und um den Planeten Zeit zu gewinnen. Ich habe noch einige ungetestete Prototypen, die wir in diesen Kampf werfen könnten. Ich kann aber nicht einschätzen wie effektiv die insgesamt am Ende sein werden und genauso wenig kann ich sagen wie viel Zeit wir dadurch gewinnen können. Es könnten ein paar Sekunden sein, aber auch ein paar Minuten“, antwortete Palmer.
„Das soll uns genügen. Es gibt jedoch noch ein letztes Problem. Wir müssen verhindern, dass er den Zyklus zurück setzt“, sagte die Übersetzerstimme nun und schockierte Palmer und seine Soldaten massivst. Julian ebenfalls, denn er hatte dieses Wissen eindeutig verdrängt gehabt.
„Aber das… Das Wesen setzt den Zyklus zurück, wenn es stirbt so wie… Er?“, kommentierte Palmer nun immer noch völlig unter Schock und deutete dabei mit dem Finger auf Julian.
„Das ist korrekt, Terraner. Ohne einen Weg dies zu verhindern ist der gesamte Plan völlig nutzlos“, antwortete der Alien-Anführer und eine Weile sagte keiner mehr irgendetwas.
„Nun auch das solltet ihr doch in Zusammenarbeit lösen können. Leutnant Palmer ist ein unglaublich fähiger Wissenschaftler, der die gesamte Technologie die seine Leute tragen selbst entwickelt hat und sich mit diesen Zeitreise-Problemen ziemlich gut auskennt. Und ihr… Ihr habt wesentlich weiter entwickeltere Technologie als die terranische Welt sich jemals hätte erträumen lassen. Ich bin mir sicher, dass ihr alle zusammen da irgendwas hinbekommt“, mischte sich nun Julian noch einmal in die Verhandlung ein und schockierte Palmer damit noch einmal mehr.
„Aber das… Ich…“, stotterte dieser lediglich und versuchte schnell seine Gedanken zu ordnen und der Anführer der Aliens schien einen kurzen Moment völlig erstarrt zu sein.
„Wir stimmen zu, Terraner. Wir werden Wissenschaftler von unseren Schiffen in eure Basis entsenden um das Problem in Zusammenarbeit zu lösen“, sagte dieser dann jedoch. Nun fehlte lediglich noch Palmers Zustimmung. Und der schien sich unglaublich schwer damit zu tun. Julian konnte den Schweiß auf seinem Gesicht sehen, der sich vor Angst oder vor Anstrengung gebildet hatte. Dann atmete er einmal tief durch bevor er antwortete.
„Wir stimmen ebenfalls zu und erwarten die Wissenschaftler vor unserer Basis“, sagte er dann und Julian musste sich zusammen reißen nicht einmal lautstark ein freudiges ‚Fuck Yeah!‘ auszurufen, so sehr erleichterte und erfreute ihn diese erfolgreiche Verhandlung.
„Diese Verhandlung ist hiermit abgeschlossen“, kommentierte nun der Anführer der Aliens noch bevor er und seine fünf Wächter sich von Palmer und seiner Truppe abwandten und ein paar Schritte zurück gingen.
„Ich werde eine gewisse Zeit in der terranischen Basis verbringen und mich dann mit den Wissenschaftlern zusammen auf euer Schiff begeben um mich dem Kampf direkt anschließen zu können“, erklärte Julian sich noch schnell.
„Wir haben verstanden, Terraner“, antwortete die Übersetzer-Stimme, bevor die Aliens per Teleport auf ihr Schiff zurück kehrten. Wesentlich mehr als alles andere sollte Julian an diesem Punkt die achte Person interessieren, die sich in einem der Gelände-Wagen befunden hatte. Es handelte sich um Christina, die dort gewartet hatte bis keine offensichtliche Gefahr mehr bestanden hatte und nun erst das Fahrzeug verließ.
„Julian!“, rief sie direkt unglaublich freudig aus als sie schnell auf ihn zukam und ihm direkt um den Hals fallen sollte. Julian erwiederte die Umarmung direkt und küsste sie. Auch er war unglaublich glücklich darüber dass sie jetzt genau in diesem Moment da war, gerade als die schwierigste Verhandlung in seinem gesamten Abenteuer gut ausgegangen war. Immer wieder und immer intensiver begannen sich die beiden zu küssen als sich plötzlich Palmer direkt neben ihnen räusperte und sie aus ihrem Gefühlsausbruch heraus riss. Dennoch wandten sie sich nur langsam voneinander ab und Palmer zu. In den Armen lagen sie sich dennoch weiterhin.
„Wir müssen zurück in die Basis und sobald es möglich ist mit den Experimenten beginnen“, sagte dieser dann und Julian nickte einmal kurz zustimmend.
„Sind Sandra und Kim auch dort?“, fragte er dann Christina.
„Beide sind dort und wissen über alles wirklich Wichtige bescheid“, antwortete diese ihm mit ihrer extrem frohen, zuckersüßen Stimme.
„Und Oberst Kurzmann?“, fragte Julian dann weiter nach und richtete diese Frage offensichtlich an Leutnant Palmer.
„Sitzt im Arrest wegen Positionsmissbrauch, Hochverrats, illegalen Experimenten an gefährlichen Objekten, illegalen Experimenten mit Menschen und nicht zuletzt dem Auslösen einer Apokalypse“, antwortete dieser dann.
„Ich wusste noch gar nicht dass sowas als Verbrechen im Gesetz steht, besonders im Militärgesetz“, kommentierte Julian lediglich mit einigem Sarkasmus.
„Tut es noch nicht… Wird es aber bald...“, antwortete Palmer lediglich. „Also dann… Wollen wir?“, sagte er dann noch und deutete mit seinem Arm in Richtung der Gelände-Fahrzeuge. Julian sah noch einmal kurz zu Christina, die ihn lediglich anlächelte. Dann nickten sich beide kurz zu und küssen sich noch einmal bevor sie mit jeweils einem Arm um den anderen langsam Leutnant Palmer zu den Fahrzeugen folgten.

Die Fahrt zur Basis dauerte nicht allzu lange und für Julian und Christina noch viel zu lange. Sie hofften darauf endlich etwas Zeit für sich zu bekommen und konnten es kaum noch abwarten, aber sie wussten auch, dass es wahrscheinlich so nicht laufen würde. Mittlerweile hatten sie das gewaltige Haupttor hinter sich gelassen und waren nun im Haupteingangsbereich angekommen. Dort wurden die Fahrzeuge abgestellt und alle Insassen stiegen einer nach dem anderen aus. Julian reichte Christina dabei noch kurz die Hand um ihr aus dem Fahrzeug zu helfen und nutzte dann die Gelegenheit um sie wieder ihre Hand halten zu können. Danach sah er sich kurz um. Immer wieder bewegten sich Soldaten, Wissenschaftler oder manchmal auch nur einfache Arbeiter von einer Seite auf die andere. Fahrzeuge wurden bewegt, Kisten umher gehoben. Es herrschte tatsächlich eine nicht zu unterschätzende Aktivität auf dieser Basis, die man fälschlicher Weise für Chaos halten könnte, wenn man nicht wusste dass es sich um eine Militär-Basis handelte.
„Julian!“, konnte dieser eine weitere freudige, weibliche Stimme ausrufen hören und als er über einen Kistenstapel hinweg sah, konnte er Kim erkennen die ihm zuwinkte und dann auf ihn zukam. Sandra war ebenfalls dort und folgte Kim schnell. Als sie vor den beiden standen wanderten ihre Blicke kurzzeitig zu deren Händen an denen sie sich immer noch hielten. Dann entschied Kim sich trotzdem Julian auf der linken Seite zu umarmen.
„Hey, gratuliere Julian“, kommentierte sie dann unglaublich fröhlich dabei und spielte offensichtlich auf die Tatsache an, dass er mit Christina zusammen gekommen war.
„Danke Kim“, antwortete Julian und umarmte Kim ebenfalls mit seinem linken Arm, während er mit dem rechten weiter Christinas Hand hielt.
„Gratuliere Julian“, sagte nun Sandra, die ihn nun ebenfalls auf die selbe Art und Weise umarmte nachdem Kim sich von ihm gelöst hatte, aber dabei definitiv nicht so glücklich klang wie Kim es tat. Und Julian wusste aus einem seiner vielen vorherigen Zyklen an die diese beiden sich nicht mehr erinnerten auch warum. Das versetzte ihm einen leichten Schlag und trübte seine Freude stärker als er es sich ursprünglich vorgestellt hatte.
„Danke Sandra“, antwortete er dennoch und umarmte auch Sandra kurz noch bevor sie wieder auseinander gingen.
„Trotzdem… Ich muss schon sagen… Ein Time Loop… Das Ende der Welt… Das ist schon echt ne krasse Hintergrund-Geschichte für so ne Beziehung“, kommentierte dann Kim.
„Naja… Wir haben die Apokalypse zusammen überlebt… Mehrfach… Wie viele Paare können das schon von sich behaupten?“, antwortete nun Julian und spätestens als Christina über den Witz angefangen hatte zu lachen folgten auch Kim und Sandra. „Wie geht’s euch eigentlich hier? Behandeln die Typen vom Militär euch auch anständig?“, wollte er dann jedoch lieber im Anschluss wissen.
„Klar doch… Alles bestens…“, antwortete Sandra direkt.
„Sie haben jedem von uns sogar einen eigenen Raum gegeben in den wir uns zurück ziehen können, wenn wir das müssen“, fügte Kim noch hinzu und Julian nickte wohlwollend.
„In Ordnung… Dann sollten wir beide mal zu Palmer gehen und mir auch so eine Gäste-Unterkunft geben lassen“, sagte er dann.
„Klar doch… Wir sehn uns später bestimmt nochmal“, antwortete Kim darauf bevor Sandra es konnte und packte diese dann am Arm, während sie sich umdrehte und tiefer in die Basis zurück ging. Sandra wurde dabei einfach von ihr hinter her gezogen. Christina konnte sich ein kurzes Kichern darüber nicht verkneifen.
„Die beiden mögen dich wirklich sehr“, erklärte sie sich dann.
„Ich mag sie auch sehr… Aber dich liebe ich“, antwortete Julian daraufhin, wohl wissend dass sie die entsprechenden Zyklen und Situationen in denen er mit einer dieser beiden zusammen gekommen war, wahrscheinlich ebenfalls miterlebt hatte.
„Ich liebe dich auch“, sagte sie jedoch lieber und küsste Julian kurz, bevor sie ihn an der Hand hinter sich her zog, Julian vermutete in die Richtung ihrer Unterkunft. Auf dem Weg dorthin konnte er noch sehen wie die Aliens von Palmer und seinen Leuten in die Basis geführt wurden und Julian konnte lediglich hoffen, dass sie alle zusammen eine Lösung finden würden.

Das konnte unmöglich passiert sein. Julian konnte es kaum glauben als er neben sich sah und die wunderschöne Christina neben sich in seinen Armen liegen sah. Julian lag dabei auf dem Rücken und hielt Christina mit einem Arm fest mit dem er auch ihren Rücken streichelte, während sie zur Hälfte auf ihm lag und ebenfalls einen Arm um ihn gelegt hatte. Mit der anderen Hand streichelte sie seinen Bauch. Ihren Kopf hatte sie auf seiner Schulter abgelegt. Plötzlich hob sie ihren Kopf an. Wahrscheinlich hatte sie bemerkt dass er sie ansah.
„Was ist los?“, fragte sie dann äußerst lieb mit ihrer unglaublich tollen Stimme.
„Ich kann noch nicht richtig glauben, dass das hier gerade wirklich passiert ist“, antwortete Julian und Christina küsste ihn einmal.
„Ich auch nicht… Aber das ist es…“, sagte sie dann und Julian nahm mit seinem noch freien Arm ihre Hand und streichelte diese vorsichtig. Eine Weile sagte keiner von beiden etwas. Julian hätte gerade gerne eine weitere Runde gestartet, einfach weil er Angst hatte, dass es bald wieder vorbei wäre, aber er war körperlich an seiner Leistungsgrenze angekommen. Er musste erst warten und sich ein wenig von der letzten erholen, bevor er eine neue starten könnte. Er war sich sicher dass es Christina ähnlich ergehen musste. „Sag mal… Bist du dir wirklich sicher?“, fragte er dann nach einer Weile vorsichtig.
„Womit?“
„Mit… mir…“
„Absolut…“, antwortete Christina ihm ohne zu zögern.
„Aber ich… Du weißt doch gar nicht was ich außerhalb von alle dem hier für ein Typ bin…“, kommentierte Julian die Antwort unsicher.
„Dafür weiß ich dass du dich mit Aliens, Wesen aus einer anderen Dimension und dem Militär angelegt hast. Ich weiß dass du dir einen schmerzhaften Armpanzer hast anlegen lassen und vom Militär einkassiert wurdest damit sie grausame Experimente an dir durchführen konnten und ich weiß dass du in gewaltigen Schlachten mit Monstern, Plasma-Waffen und Raumschiffen gekämpft hast. Alles nur um mich, deine beiden besten Freundinnen oder jemanden von dem du dachtest dass er mir viel bedeutet zu beschützen“, sprach Christina weiter und so wie sie es darstellte, klang es tatsächlich ein wenig als ob Julian eine Art Superheld wäre. Julian sagte dazu nichts. Was sollte er auch sagen? Er war zwar kein Superheld, aber was sie gesagt hatte entsprach trotzdem alles der Wahrheit. „Ansonsten weiß ich noch über dich, dass du gerne Metal hörst, ausgehend von deinen Shirts ziemlich harten Metal, Festivals besuchst und vorne an der Bühne in diesen wirklich gefährlich aussehenden Moshpits rum springst. Und ich weiß dass du als einer von unglaublich wenigen Kerlen auf diesem Planeten nicht völlig dem Alkohol verfallen bist. Das ist zwar noch nicht viel, aber zumindest eine Ausgangsbasis um damit zu arbeiten“, fügte sie dann noch hinzu.
„Aber ich… Draußen im echten Leben bin ich ein nutzloser Arbeitsloser, der außer Zocken und Gitarre spielen nichts auf die Reihe bekommt… Ich kann sonst wirklich nichts womit man Geld verdienen und da draußen überleben könnte… Willst du wirklich eine Beziehung mit jemandem wie mir anfangen?“, fragte er sie noch einmal und klappte innerlich ein wenig zusammen. Der Schock darüber dass er das gerade wirklich zu ihr gesagt hatte saß ziemlich tief. Dies war nun wahrscheinlich der Moment an dem sie ihn verstoßen und nie wieder sehen wollen würde. Langsam begann sie sich aufzurichten und sah ihm tief in die Augen. Dann lächelte sie wieder.
„Und ich komme aus einer Familie mit viel Geld. Wir finden schon die eine Sache die du wirklich gut kannst und werden sie irgendwie nutzen. Dazu haben wir eine Ewigkeit Zeit, wenn wir erst hier raus sind. Und selbst wenn der schlimmste Fall eintreten würde und mein Vater dich nicht leiden könnte… Selbst wenn er deswegen versucht mich zu enterben, wir würden immer noch genug bekommen um wirklich gut damit leben zu können. Du siehst also… Das ist alles nicht wichtig für mich. Wir haben zusammen die Apokalypse erlebt. Mehrmals… Und du hast während alle dem mehrmals bewiesen dass ich auf dich zählen kann, wenn es wirklich wichtig ist“, erklärte Christina sich weiter und Julian fühlte eine solche Erleichterung in sich, dass er das Bedürfnis verspürte in Tränen auszubrechen. Er versuchte es vor Christina zu verhindern, aber es fiel ihm schwer. Sie schien es zu bemerken und begann ihm sanft über den Kopf und durch das Gesicht zu streichen.
„Ist schon in Ordnung… Lass es einfach zu…“, kommentierte sie mit ihrer unglaublich freundlichen Stimme dabei und Julian begann zu weinen wie er es lediglich nachdem er aus der Gefangenschaft des Militärs befreit worden war schon einmal getan hatte. „Ist schon gut… Alles ist gut“, kommentierte Christina während Julian und sie sich weiter in einer Umarmung hielten und sie tatsächlich alles von ihm akzeptierte was Julian die ganze Zeit als völlig unverzeihlich an sich selbst angesehen hatte. Langsam begann er sich wieder zu beruhigen. „Du hast mir überhaupt nie erzählt dass du selbst auch Gitarre spielst“, sagte sie dann nach einer ganzen Weile.
„Ich mache da eigentlich gar nicht so ein großes Ding draus“, antwortete Julian etwas verlegen.
„Solltest du vielleicht aber… Es könnte genau die Fähigkeit sein, die du immer geglaubt hast nicht zu haben. Ich bin jetzt auf jeden Fall schrecklich neugierig und will´s jetzt auf jeden Fall mal hören“, kommentierte Christina daraufhin.
„Jetzt müssen wir erstmal den Kampf gegen diesen Planetenfresser gewinnen. Danach spiel ich dir auf der Gitarre jedes Lied vor dass du hören willst“, antwortete Julian teils ernst, teils scherzhaft.
„Ich werde dich auf jeden Fall beim Wort nehmen“, sagte Christina im selben Tonfall bevor sich bei beiden die Arm-Panzer meldeten und ihnen mitteilten, dass bereits drei Stunden vergangen waren. Nun blieben ihnen lediglich noch vier weitere und es gab noch so unglaublich viel zu erledigen bevor der hoffentlich letzte Kampf auch tatsächlich beginnen konnte.
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So, da ist dann also der neue Lost in Time-Teil. Bin mir mit dem hier mal wieder unsicher, nicht zuletzt weil ich mal wieder ne Sex-Szene rauszensiert hab. Ich hoffe das bringt keine Kontinuitätsprobleme mit sich. -.-' :headbang: Aber auch sonst hab ich das Gefühl, dass außer dem (rauszensierten) Sex eigentlich gar nicht so viel passiert ist wie es vielleicht hätte müssen. Es ist aber auch so ein "Ruhe vor dem Sturm"-Kapitel, da passiert ja meistens nicht allzuviel vorher. ^^"
Ich hoffe trotzdem irgendwer hatte trotz allem was hier schief gelaufen ist seinen Spaß mit dem Kapitel und dass auch alle meine Leser bis zum tatsächlichen Ende dran bleiben, jetzt wo wir praktisch mitten im Finale sind. :mrgreen:

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: So 27. Sep 2026, 18:47
von Child of Bodom
Kapitel 25 – Die letzte große Schlacht:

Es waren lediglich noch zwei Stunden Zeit bis das Sigma den Planeten fressen würde und bisher wirkte es nicht so als wäre eine Lösung für das eigentliche Hauptproblem überhaupt im Ansatz in Sicht. Julian befand sich bereits auf dem Weg in die Labore um sich bei Palmer nach dem Fortschritt zu erkundigen, da er ja bald zu den Aliens auf die Raumschiffe zurück kehren würde und er das ungern ohne etwas auf der Hand tun würde. Er hatte gerade die Abzweigung nach links genommen und hätte lediglich noch einmal nach rechts gemusst um die Labore zu erreichen, als er dort auf Sandra treffen sollte.
„Oh… Hi, Julian“, kommentierte sie erfreut als sie ihn sah und kam schnell auf ihn zu.
„Sandra… Was machst du denn hier? Ich dachte du wärst in deinem Raum“, kommentierte Julian die Zufallsbegegnung etwas weniger erfreut.
„Ja, der wird leider nach drei Stunden auch etwas langweilig, also bin ich kurz raus. Eine Runde um den Block gehen“, antwortete sie ihm dann auch noch.
„Sandra… Das hier ist eine Militärbasis. Du kannst hier nicht einfach durch die Gänge spazieren wie zuhause. Ich weiß nicht was sie mit dir anstellen, wenn du irgendetwas siehst was du besser nicht sehen solltest“, kommentierte Julian extrem eindringlich und sogar für sich selbst erschreckend selbstsicher.
„Aber das… Ich…“, stotterte Sandra kurz bevor sie den Kopf senkte und sichtbar innerlich in sich zusammen brach. Julian hatte sogar das Gefühl, dass sie sich die Tränen zurück hielt.
„Ist schon in Ordnung…“, kommentierte Julian daraufhin und begann vorsichtig den Kopf der wesentlich kleineren Sandra zu streicheln.
„Nein… Ist es nicht… Ich…“, antwortete sie wieder in Stücken, bevor sie tatsächlich in Tränen ausbrechen sollte. Nun entschied Julian sich sie lieber schnell in seine Arme zu schließen. Er hatte ihr doch lediglich die Gefahr ihrer Situation erklären wollen, nicht sie innerlich zerstören und zum Weinen bringen wollen. Er machte sich doch lediglich Sorgen um sie, weil er sie liebte, genau wie er Kim liebte und natürlich Christina.
„Alles ist in Ordnung“, sprach er dann mit ruhiger Stimme weiter.
„Nein… Ich… Ich bin einfach nur eine Belastung und stehe im Weg rum… Es ist überhaupt kein Wunder, dass du dich für sie entschieden hast und nicht für mich…“, schluchzte Sandra und riss sich schlagartig von Julian los. In ihrem tränennassen Gesicht zeichnete sich ein gewaltiger Schock darüber ab, dass sie das gerade tatsächlich zu ihm gesagt hatte. Und auch Julian konnte nicht anders als schockiert zu reagieren und zwei Schritte zurück zu treten. Sein niedriger Selbstwert ließ das was gerade geschah einfach nicht als die Realität durchgehen, egal wie viele Beweise sich dafür abzeichneten. Er wusste aus anderen Zyklen dass Sandra und Kim ihn beide liebten. Er wusste es und dennoch löste dieses indirekte Liebesgeständnis einen Schockzustand in ihm aus, wie er ihn selten hatte. Was sollte er denn nun machen? Er müsste irgendetwas dazu sagen. Aber was sollte er sagen? Was? Er bemerkte wie das Atmen ihm schwerer fallen sollte und er das Gefühl hatte nicht mehr genug Luft zu bekommen. War das gerade eine Panikattacke? Das war doch völlig absurd. Etwas positives wie ein Liebesgeständnis von einer zweiten Frau, löste bei ihm eine Panikattacke aus. Und wenn er sich Sandra ansah, ahnte er dass es ihr im Wesentlichen ähnlich ergehen musste. Schnell stützte Julian sich an der Wand ab und atmete mehrmals tief durch, bevor er langsam wieder auf Sandra zugehen sollte und sie wieder in seine Arme schloss.
„Du bist der Grund weshalb ich das hier alles tue… Naja gut zugegeben, einer davon… Aber worauf ich hinaus will ist, dass du dann unmöglich eine Belastung für mich sein kannst“, begann er dann wieder ruhig zu sprechen und ging über das indirekte Liebesgeständnis bewusst einfach hinweg. Das war momentan nichts womit er sich befassen wollte. Eventuell später, wenn alles gut ausgegangen war. „Sandra… Du wirst davon nichts wissen, aber in vorigen Loops hab ich verzweifelt versucht dein und Kims Leben zu retten. Ich hab es niemals geschafft und euch beide hundert Mal sterben gesehen. Und euch beide jetzt hier sicher in der Basis zu wissen bedeutet mir so viel mehr als du dir wahrscheinlich überhaupt vorstellen kannst“, erklärte er sich dann weiter.
„Das… Ich…“, stotterte Sandra wieder und begann dann die Umarmung zu erwiedern. „Das ist ja schrecklich… Ich hatte ja überhaupt keine Ahnung was du durchgemacht hast…“, kommentierte sie dann. Eine Weile blieben sie einfach nur genauso im Gang stehen, bevor Julian sich auf sein eigentliches Ziel besann, dass er schnell erreichen sollte. Ihm blieb nicht mehr so viel Zeit bis zum hoffentlich letzten großen Kampf. Dennoch wollte er Sandra jetzt nicht einfach so zurück lassen.
„Ich muss leider zu Palmer und nach dem Fortschritt sehen. Und bleibt nicht mehr viel Zeit bis zur großen Schlacht. Aber ich verspreche dir, dass alles gut werden wird, wenn wir die hinter uns haben“, sagte er dann und die beiden lösten sich aus der Umarmung.
„Julian… Wenn das alles vorbei ist, will ich dass du mir die ganze Geschichte erzählst. Ich will alles wissen und es verstehen, wenn ich denn kann“, sagte Sandra noch.
„Das ist ein Versprechen“, antwortete Julian bevor er mit einem kurzen „Wir seh´n uns“, abschloss und sich wieder auf den Weg zu seinem eigentlichen Ziel machte.

Im Labor wurde offensichtlich immer noch auf Hochtouren gearbeitet als Julian eintrat. Aliens und Menschen liefen scheinbar durcheinander von einer Seite auf die andere und glichen dort Daten ab, wechselten Proben aus, bedienten Computer oder andere Maschinen die Julian ohnehin völlig fremd waren. Er suchte nach Leutnant Palmer und sollte ihn in einem Gespräch mit einem seiner Wissenschaftler wieder finden. Als er Julian sah brach er das Gespräch ab und kam auf ihn zu.
„Palmer… Ich werde in wenigen Minuten auf eins der Alien-Schiffe gehen um mit ihnen zu kämpfen, wenn ich kann. Aber davor muss ich wissen wie weit ihr seid und ob es irgendwelche Fortschritte gibt…“, begann Julian dann einfach das Gespräch direkt und ohne Umschweife auf den Punkt. Er hatte ohnehin kein Interesse an einem langen Smalltalk mit dem Mann der ihn bereits in Experimenten gequält hatte.
„Das ist leider genau das Problem… Die gibt es nicht…“, antwortete Palmer und Julian konnte sich eine wütende Reaktion aus seinem Schock darüber heraus nicht verkneifen.
„Willst du mich gerade verarschen? Ihr habt gerade vier Stunden hier drinnen verbracht und ihr habt NICHTS?“, fuhr er Palmer an.
„Ich kann auch nichts dafür… Ich… Wir brauchen mehr Daten. Die Aliens haben einen einzigen Datensatz als das Vieh die Zeit zurück gesetzt hat. Mehr nicht. Das hilft uns wenig. Um wirklich eine Gegenmaßnahme entwickeln zu können müssten wir einmal in Aktion sehen wie das Viech die Zeitlinie zurück setzt und das ist aus gleich so vielen Gründen gefährlich…“, erklärte Palmer sich schnell zunächst ängstlich, dann immer sicherer. Julian atmete einmal tief durch. So gerne er Palmer gerade wieder den Schädel einschlagen würde… Er brauchte ihn noch um aus dem Loop ausbrechen zu können und das Sigma zu besiegen. „…Wir wissen nicht an was das Vieh sich nach der Rücksetzung erinnert und an was nicht. Es könnte sein Handeln anpassen. Es könnte früher in unseren Raum kommen. Es könnte…“, sprach Palmer weiter als Julian ihn unterbrach.
„Aber im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass wir das Mistvieh mehrmals töten müssen um es zu besiegen, richtig?“, fragte er lediglich und Palmer stoppte seinen Redefluss kurz völlig und schwieg eine Weile bevor er antwortete.
„Ich fürchte ja…“, sagte er und blieb dann still. Auch Julian wusste einen Moment lang nichts dazu zu sagen. Aber nach einer Weile sollte ihm eine entsprechende Idee kommen.
„Könntest du nicht zumindest den Planeten davor schützen zurück gesetzt zu werden, so wie du es mit der Basis schon die ganze Zeit tust?“, fragte er dann.
„Das würde zu viel Energie kosten. So viele Kraftwerke haben wir auf dem gesamten Planeten nicht als dass wir eine so große Zeitblase erzeugen könnten“, antwortete Palmer. „Und das würde das Hauptproblem nicht lösen“, fügte er dann noch schnell hinzu.
„Aber die Basis ist und bleibt weiterhin davor geschützt, selbst wenn ich oder er die Zeitlinie zurück setzen? Und alle die sich darin befinden?“, fragte Julian weiter nach.
„So lange nicht wieder der Planet gefressen wird und die Zeitblase dabei verschwindet… Und wenn die Zeitrücksetzungskräfte von dem Viech genauso funktionieren wie deine… Dann, Ja…“, antwortete Palmer etwas unsicher bei seiner Antwort.
„Das wird mir genügen müssen. Wir werden das Viech dann also so oft kalt machen wie wir müssen damit du rausfindest wie wir es endgültig loswerden“, kommentierte Julian und wollte sich bereits umdrehen als Palmer ihm aufhielt.
„Moment… Ich kann zumindest noch eine Sache beisteuern. Das Viech hat einen solchen Kristall, wie wir in diesem einen Raum, irgendwo in sich drinnen. Wir wissen nicht wo und möglicherweise verändert sich das auch regelmäßig mal. Aber wenn ihr den treffen und zerstören könnt gibt es eine brauchbare Chance dass der Zyklus sich auch nicht zurück setzt und das Mistviech einfach nur verreckt“, erklärte er noch einmal und Julian nickte lediglich zustimmend mit dem Kopf bevor er den Raum verlassen sollte. Er hatte nun lediglich noch eine halbe Stunde Zeit bis die Aliens ihn auf einem ihrer Schiffe erwarten würden. Nur noch eine halbe Stunde um sich auf den großen Kampf vorzubereiten von dem er so sehr hoffte dass es der letzte sein würde, er konnte gar nicht richtig beschreiben wie sehr.

Julian hatte sich tatsächlich noch einmal kurz hinter einen Gang zurück gezogen wo er alleine sein konnte. Aus irgendeinem Grund hatte er das Gefühl das zu brauchen, so kurz bevor er in die letzte große Schlacht ziehen würde. Nur noch wenige Minuten bis er auf das Alien-Schiff gebracht werden würde und er hatte sich immer noch von niemandem verabschiedet. Weder von Sandra, noch von Kim und nicht einmal von Christina. Das Problem war definitiv nicht, dass es ihm nicht wichtig genug gewesen wäre, sondern er wusste einfach nicht wie. Er wusste nicht einmal was genau er sagen sollte. Noch dazu war es absurd sich zu verabschieden, denn es war ziemlich egal wie es ausging. Er würde einfach den Zyklus neu starten und wieder zurück kehren. Was sollte er in einer solchen Situation überhaupt sagen? Nachdem er eine Weile darüber nachgedacht hatte entschied er sich einfach in Richtung des gewaltigen Basis-Tores zu gehen um diese zu verlassen. Als er jedoch die große Eingangshalle vor dem Tor erreichte sollte er feststellen dass sie alle drei dort waren und auf ihn gewartet hatten.
„Ich bin ehrlich gesagt ein wenig überrascht euch alle drei hier zu sehen“, kommentierte Julian dann direkt wahrheitsgemäß als er die drei Damen erreicht hatte.
„Du dachtest doch nicht, dass wir dich einfach so verschwinden und in den Kampf gegen ein planetengroßes Tentakel-Monster ziehen lassen oder?“, warf Kim nun gleich als erste ein.
„Ja, aber es kann doch gar nichts passieren. Wenn ich sterbe, komme ich trotzdem wieder zurück“, antwortete Julian etwas verlegen darauf.
„Aber du stirbst dabei… Das ist schlimm genug…“, kommentierte Sandra etwas unsicher und Julian wusste nichts darauf zu sagen, was ihm jedoch erst klar wurde als er bereits versucht hatte den Mund zu öffnen und etwas zu sagen. Schlagartig sollte ihm einmal öfter klar werden, dass sein Verhältnis zu Tod und Sterben unter alle dem was er bereits erlebt hatte stark gelitten hatte und dass es Sandra und Kim waren, die noch normale menschliche Reaktionen darauf zeigten.
„Mach einfach dieses komische Viech fertig und komm wieder“, entschied sich dann Kim nach einer Weile des Schweigens zu sagen und fiel Julian vollkommen plötzlich und ungefragt um den Hals. Sowohl Sandra, als auch Christina reagierten extremst überrascht darauf, von Julian selbst ganz zu schweigen. Nachdem er kurz nicht weiter wusste, entschied er sich einfach die Umarmung von Kim zu erwiedern und nichts weiter dazu zu sagen. Nach einer Weile lösten sich die beiden wieder voneinander und Sandra nutzte die Chance um Julian zu umarmen.
„Versuch wenigstens nicht so oft zu sterben, wenn du kannst…“, kommentierte sie dann nachdem sie die Umarmung nach einer ganzen Weile gelöst hatte. Julian nickte lediglich mit dem Kopf und wandte sich dann bewusst Christina zu.
„Julian ich verstehe nicht warum du auf die Raumschiffe musst um dort ganz vorne mit zu kämpfen. Bleib doch auch einfach in der Basis und warte hier bis alles vorbei ist“, sprach sie ihn nun an.
„Weil ich genau wie das Monster auch den Zyklus zurück setzen kann. Wenn ich dort draußen bin, kann ich euch beschützen. Wenn ich hier bleibe kann ich das nicht. Lasst euch die Details mit den Zeitblasen nochmal von Palmer erklären. Aber deshalb muss ich gehen“, versuchte er zu erklären. Christina sah ihn weiterhin etwas skeptisch an als würde sie ihm nicht glauben. Und selbst jetzt war sie einfach noch so unglaublich schön. Julian entschied sich nun selbstständig sie am Arm zu packen, zu sich zu ziehen, ebenfalls in seine Arme zu schließen und dann einfach zu küssen. Weshalb auch nicht? Die beiden hatten bereits ganz andere Dinge zusammen getan. Christina brauchte einen kurzen Moment aber sie erwiederte ebenfalls sowohl die Umarmung als auch den Kuss.
„Wenn das hier alles vorbei ist und ich wieder zurück komme, bin ich absolut bereit für die nächste Runde“, flüsterte er ihr dann leise zu und Christina begann langsam zu lächeln, dann kicherte sie sogar kurz ein wenig.
„Dann sieh unbedingt zu, dass du auch bald wieder zurück kommst“, flüsterte sie leise zurück und küsste ihn noch einmal und dann spontan noch einmal als sie beide eigentlich schon hatten auseinander gehen wollen. Das taten sie dann langsam im Anschluss, nicht zuletzt auch weil sich das Tor der Basis hinter ihnen langsam zu öffnen begann.
„In Ordnung… Wir seh´n uns dann…“, sagte Julian nochmal zu allen dreien und verschwand dann durch das Tor nach draußen wo über ihm bereits eines der gewaltigen Schiffe der Aliens schwebte und ihn mit seinem Teleporter an Bord holte.

Fast schon selbstverständlich bewegte Julian sich von der Teleporter-Plattform herunter und folgte dann dem Alien, dass ihn auf die Brücke des Schiffes bringen sollte. Die Gänge des Schiffes nahm er kaum noch bewusst war, so sehr war ihr Anblick für ihn bereits zur Normalität geworden. Auf der Brücke sollte Julian außerdem feststellen, dass sie ihn wohl zusammen mit dem Anführer der Aliens auf das Kommando-Schiff gebracht hatten. Das Schiff hatte außerdem bereits seinen Aufstieg ins All begonnen, wo sich weitere Schiffe unterschiedlicher Größe anschlossen und ebenfalls eine kleine Flotte bildeten, die sich schnell auf die große Flotte zubewegte. Diese war nochmal problemlos dreimal so groß und es fühlte sich an als würde die große Flotte die kleine einfach verschlucken als sie sich in den Verband integrierten. Julian erkannte unterschiedliche Bauformen bei den Alienschiffen. Jedes schien sich ein wenig von dem anderen zu unterscheiden. Eine richtige Klassifizierung nach Größe war kaum möglich. Und Julian erkannte Schiffe die größer waren als das auf dem er sich gerade befand, was ihn seine Einstufung als Kommando-Schiff innerlich hinterfragen ließ. Schnell erinnerte er sich, dass gerade nicht der richtige Zeitpunkt war um fasziniert die Raumschiffe der Aliens zu bewundern und dabei zu erstarren, denn das Ziel war bereits auf die Entfernung sichtbar und beide Fraktionen sollten schnell näher kommen. Auf der Brücke wurden schnell unverständliche Laute ausgetauscht, während man seine Anwesenheit und gesamte Existenz für den Moment völlig zu ignorieren schien. Julian konnte es den Außerirdischen jedoch nur schwer übel nehmen. Ihm war vollkommen klar, dass sie momentan wesentlich Wichtigeres zu tun hatten als einem Terraner an Bord die Situation zu erklären. Dafür wirkten sie jedoch unglaublich ruhig und gefasst auf Julian. Als sie ihn zu Beginn dieses Zyklus aufgesammelt hatten um ihn hinrichten zu können, wirkten sie wesentlich unruhiger und aggressiver. Mittlerweile war das Sigma deutlich in all seiner Größe zu erkennen. Es war jedoch noch sehr weit weg und hatte vielleicht die optische Größe eines Tennisballs aus dem Sichtfenster der Brücke des Schiffes heraus betrachtet. Das bedeutete dass der Kampf bald beginnen würde. Wieder begannen die Aliens undefinierbare Laute auszutauschen, bevor Julian Geräusche wahrnehmen konnte wie sie lediglich das Hochfahren von Hi-Tech-Systemen verursachen konnte. Schilde wurden hochgefahren, Waffentürme ausgefahren und Plasma-Kanonen aufgeladen. Der Anführer der Aliens begann seinen Arm zu heben, Julian nahm an dass er Feuerbereitschaft signalisierte. Plötzlich ertönte eine nicht mehr zu unterscheidente Masse an Alarmsignalen auf der Brücke und der Anführer der Aliens sah irritiert zur Seite, zu einer ganz bestimmten Station auf der Brücke. Er und das Alien an dieser Station tauschten erneut undefinierbare Laute aus, bevor sich der Kurs des Schiffes und nach und nach auch der von der gesamten Flotte komplett veränderte. Eines nach dem anderen begann sich nach rechts zu drehen und das Sigma völlig zu ignorieren.
„Was ist los? Warum drehn wir ab? Was geht hier vor sicht?“, begann Julian nun jedoch etwas panisch und vollkommen verwirrt zu fragen.
„Weitere Feindkontakte… Ein Angriff der Plage…“, antwortete die Übersetzerstimme, Julian wusste jedoch nicht genau welches Alien ihm geantwortet hatte.
„Ein Angriff der Plage? Hier?“, fragte Julian erneut verwirrt aus.
„Die Plage kann genauso im Weltall überleben wie auf Planeten. Jedoch nur wenige von ihnen verfügen über die Fähigkeit sich auch im Weltall zu bewegen“, kommentierte die Übersetzerstimme noch einmal und schockierte Julian sehr. Wieder ein Punkt den er nicht in seinem Plan einberechnet hatte. Und eigentlich hätte er das vorhersehen können. Er war wirklich nutzlos und zu überhaupt nichts gut. Was tat er überhaupt auf diesem Raumschiff? Er stand doch ohnehin nur im Weg. Und zu allem Überfluss konnte er sie sehen, die im All lebenden Wesen der Plage, die auf diese Entfernung fast wie unterschiedlich große Tentakel-Bälle wirkten. Kleinere Versionen des Sigmas. Aber Julian erkannte dazwischen auch andere Formen. Einige erinnerten entfernt an Krabben, andere hatten einen rundlichen Körper aus dem drei lange Echsen-Köpfe ragten. Julian erkannte letztere direkt als Omegas wieder, die bereits auf dem Planeten eingegriffen hatten. Allerdings was ihn neben der Zusammensetzung dieser Armee am meisten schockierte war die gewaltige Masse die dort auf ihn und seine Verbündeten zukommen sollte. Es musste sich mindestens um doppelt so viele Wesen der Plage handeln wie es sich um Alienschiffe handelte. Damit würde die Aufgabe die sie hier zu erfüllen hatten direkt um ein solches Vielfaches schwieriger werden, dass Julian direkt der Angstschweiß zu laufen begann und dabei war er noch von allen Anwesenden derjenige der am wenigsten zu verlieren hatte.

Von jetzt ab dauerte es nicht mehr lange bis die beiden Flotten zusammen treffen sollten. Erneut tauschten die Aliens unverständliche Laute aus, bevor der Anführer noch einmal den Arm anhob. Dieses Mal wartete er nicht lange ab und senkte seinen Arm in einer ruckartigen Bewegung wieder, was Julian und offensichtlich auch die Aliens als einen direkten Feuerbefehl deuteten. Ein gewaltiges Inferno aus Plasma-Waffen, blauen Energie-Strahlen und Raketen regnete in die Schwärme der Plage und hinterließ dort gewaltige Explosionen. Teilweise zerplatzten die Wesen der Plage einfach und verteilten sich als rote, blutige Masse durch den Weltraum. Andere wurden lediglich aufgerissen und liefen stückweise ins Weltall aus. Brutal und gnadenlos feuerten die Aliens weiter als plötzlich ein Feuerstrahl aus einem der Mäuler eines Omegas über ein Alienschiff drei Schiffe von dem mit Julian an Bord entfernt hinweg fegte und es einfach zur Explosion brachte. Weitere Flammenstrahlen von anderen Omegas sollten folgen und weitere Schiffe zur Explosion bringen. Plötzlich fegte eine Staffel Raumjäger rechts am Sichtfenster des Schiffes vorbei. Dann links eine weitere und dann immer mehr, so lange bis die Raumjäger einen gewaltigeren Schwarm aus kleineren Einheiten gebildet hatten und schnell voraus stürmten. Nur wenige fielen dem Flammenangriff des Omegas zum Opfer. Die meisten konnten durch effektive und sehr wild aussehende Ausweichmanöver ausweichen. Die Plage startete jedoch ihre eigenen Kleinstlebewesen in Raumjägergröße, die entfernt an Insekten erinnerten und nun ebenfalls als noch viel gewaltigerer Schwarm auf die Raumjäger zukamen. Erste Waffen wurden abgefeuert. Erste Schüsse trafen. Erste Insekten gingen in Flammen auf. Aber es genügte nicht. Ganz vorne packten sich zwei davon den ersten Raumjäger und zerrissen diesen mit ihren gewaltigen Klauen. An anderer Stelle packte sich ein Insekt einen Raumjäger und schleuderte ihn gegen einen anderen Jäger. Beide explodierten als sie zusammen trafen. Plötzlich fegte ein weiterer Flammenstrahl an der Brücke auf der such Julian befand vorbei und verfehlte sie, wenn auch nur sehr knapp. Und je mehr er davon zu sehen bekam umso mehr begann Julian seine Entscheidung jetzt diese Schlacht mit zu erleben zu hinterfragen. Er war völlig nutz und hilflos in dieser Situation. Er sollte jetzt nicht hier sein. Wieso war er hier? Die Antwort war viel einfacher als Julian es erwartet hatte. Er war hier, weil er im Moment hier sein musste. Sein Tod setzte die Zeitlinie zurück. Christina, Sandra und Kim wären in der Basis davor sicher, aber nur wenn Julian nicht dort wäre und nur wenn nicht dieser verdammte Planetenfresser die Erde vernichten würde. Mittlerweile war die Situation in völliges Chaos ausgeartet. Projektile, Strahlen und Raketen flogen nach Julians Gefühl völlig chaotisch in sämtliche Richtungen, während es sich anfühlte als wären überall Explosionen und eine Übersicht völlig unmöglich. Julian sollte außerdem noch mitbekommen wie das Schiff auf dem er selbst sich befand sich auf einen der Omegas ausrichtete und diesen mit zwei gewaltigen Energie-Lanzen durchbohrte. Rechts neben ihnen nahm ein kleineres Schiff einen etwas größeren Tentakelball mit Plasma-Kanonen unter Feuer und Links von ihnen krachte ein krabbenartiges Plagen-Wesen gerade gegen ein ähnlich großes Schiff und packte dieses mit seinen gewaltigen Scheren. Julian blieb keine Zeit zum durch atmen, denn nun fegten grüne Säure-Bälle aus der Mitte der Tentakelbälle über die Schiffe der Aliens hinweg und verfehlten das Schiff mit Julian darauf nur sehr knapp. Das sogar noch größere Schiff links darüber hatte nicht so viel Glück und wurde direkt von einem dieser Projektile an der Front getroffen wo sich die Säure innerhalb weniger Sekunden durch das Material gefressen hatte. Eine gewaltige Explosion besiegelte das Ende des Schiffes und schleuderte das Kommando-Schiff sogar ein paar Meter von seinem Kurs ab. Julian musste sich schnell irgendwo festhalten, so sehr wurde das Schiff bei seinem seitlichen Drift durchgeschüttelt. Zwischen alle diesem Chaos kämpften die Raumjäger in Hochgeschwindigkeitsgefechten weiter gegen die gleichgroßen Insekten der Plage und Julian begann sich immer mehr zu fragen ob sie tatsächlich noch im Stande sein würden hier ausreichend lange Stand zu halten bis die Basis ihre Wunderwaffe fähig wäre einzusetzen.

Julian erholte sich gerade noch von dem Schock, den der von unten am Sichtfenster vorbei ziehende Raumjäger, welcher von einem Insekt der Plage verfolgt wurde, hinterlassen hatte, als ein Säureball in einen der Plasma-Geschütz-Türme direkt vor dem Sichtfenster einschlug und diesen zur Explosion brachte. Julian musste sich den Mund zuhalten um nicht laut aufzuschreien vor Angst. Das hier übertraf alles was er bisher erlebt hatte um Längen und er war froh, dass er keine der drei Damen auf der Basis oder irgendjemanden anderen von der Erde mit hier her genommen hatte. Das hätte die Situation lediglich komplizierter gemacht. Plötzlich begannen die größeren Tentakelbälle der Plage einen weiteren Angriff, welcher aus blauen Feuerbällen aus ihrer Mitte bestehen sollte. Ein gewaltiges Feuerwerk regnete auf die Flotte der Aliens ein. Schutzschilde blitzen an Schiffen auf, bevor erste Explosionen von Schiffen deren Schilde nicht mehr ausreichen sollten folgten. Und während alle dem war Julian sich mehr als sicher, dass das Sigma ihnen und damit der Erde unaufhaltsam immer näher kommen sollte, da ihre gesamte Aufmerksamkeit momentan dem Schwarm der Plage gelten sollte. Julian wusste dass sie so niemals die nötige Zeit gewinnen würden bis die Rakete des Militärs einsatzbereit wäre. Aber ihm blieb auch überhaupt nicht die geringste Gelegenheit seine Gedanken zu ordnen und sich einen neuen Plan zu überlegen. Denn nun begann erste Tentakel der Tentakelbälle Schiffe zu durchschlagen. Der Anführer der Alien gab weitere undefinierbare Laute von sich während das Schiff links von einer ganzen Reihe dieser Tentakel verfehlt wurde und rechts ein kleineres durchschlagen wurde und explodierte. Gleichzeitig fegten fünf Insekten der Plage an dem Sichtfenster der Brücke vorbei welche von drei Raumjägern verfolgt wurden. Blaue Energie-Projektile trafen eines der Insekten und brachten es zur Explosion, ein kleiner Schwarm kleinerer Raketen ein weiteres mit ähnlicher Wirkung, bevor die Insekten und Raumjäger auf der anderen Seite des Fensters wieder aus dem Blickfeld verschwanden. Kaum war diese Situation durchgestanden, meldeten sich Alarmsignale auf der Brücke und sogar aus Julians Arm-Panzer. Als er die holographische Darstellung aktivierte sollte er etwas sehen was ihn noch stärker schockieren sollte als der Flammenstrahl eines Omegas der gerade das Schiff streifte. Das Hologramm zeigte ihm eine Darstellung der Schlacht bei der Schiffe der Aliens als blaue Punkte, Wesen der Plage als rote Punkte dargestellt wurden. Das Sigma selbst bildete als gewaltiger roter Ball eine Art Hintergrund. Was Julian an dieser Darstellung jedoch schockierte waren die roten Punkte die vom Sigma aus in Richtung der Flotte flogen. Er konnte unmöglich abschätzen wie viele es waren. Wenn der Schwarm den sie bekämpften jedoch bereits dreimal so groß wie die Flotte der Aliens war, so musste dieser neue Schwarm mindestens zehnmal so groß wie die Flotte sein. Und dieser Schwarm nährte sich der Flotte nun zu allem Überfluss von hinten und würde sie praktisch an ihren Schwachstellen treffen. Julians Allianz war definitiv gescheitert. Sie könnten die Erde nicht retten. Nicht wenn dieser Schwarm einfach die Flotte vernichten würde, die eigentlich das Sigma aufhalten sollte. Ein weiteres Insekt fegte von einem Raumjäger verfolgt am Sichtfenster vorbei, während direkt vor dem Schiff ein krabbenartiges Wesen der Plage von gewaltigen Plasma-Projektilen getroffen und in blutige Stücke zerrissen wurde. Und da war sie… Die eine Idee, die hier vielleicht helfen könnte. Aber Julian war sich unsicher ob er das wirklich tun wollte. Er hatte es bereits so oft erlebt und jedes Mal war es erneut schmerzhaft. Aber er musste es tun. Nur so könnte er die drei Menschen die ihm mittlerweile alles bedeuten vor der endgültigen Vernichtung bewahren, auch wenn es Unannehmlichkeiten für ihn bedeutete.

Julian hatte nicht die Zeit seine Gedankengänge alle durchzudenken, als plötzlich ein weiterer Schwall Feuerbälle über die Flotte hinweg fegte. Nicht wenige trafen auch das Raumschiff auf dem er sich selbst befand. Schilde blitzen auf, während die Treffer das Schiff durchschüttelten. Und dann brachen sie zusammen. Ein erster Feuerball krachte in einen der Plasma-Geschütz-Türme auf der Oberseite und zerrissen diesen in einer gewaltigen Explosion. Weitere schlugen rund um das Schiff ein und rissen mit nicht zu unterschätzenden Explosionen gewaltige Stücke aus der Hülle. Julian wurde zu Boden gerissen und entschied sich dort zu bleiben, während Alarmsignale seine Ohren völlig betäubten und das Schiff weiter von Treffern durch geschüttelt wurde. Funken von zerstörten Energieleitungen sprühten teilweise über die gesamte Brücke. Die Konsole eines Aliens explodierte und schleuderte dieses nach hinten weg wo es regungslos liegen blieb. Höchstwahrscheinlich er es tot. Plötzlich stoppten die Treffer und langsam traute Julian sich wieder sich vom Boden zu erheben und durch das Sichtfenster zu sehen. Das Schiff hatte gewaltige Schäden davon getragen und war voller Löcher. Julian sah erneut auf das Hologramm seines Arm-Panzers. Der Schwarm von hinten war ganz nahe. Aber das war das weitaus geringere Problem für den Moment. Denn nun begannen die gewaltigen, schiffsgroßen Wesen der Plage kleinere, spitze Gebilde, wie Sporen aus sich abzufeuern, welche die Schiffe mit ihren Spitzen durchschlugen. Eine optische Darstellung der Sporen zeigte dass es sich um ein biologisches Gegenstück zu Enterkapseln handelte. Innerhalb dieser Sporen befanden sich Monster der Plage wie Julian sie von seinen Gefechten auf der Erde kannte welche nach dem Eindringen der Spore in das Schiff ausschwärmten und sich der Besatzungen annahmen. Nicht wenige waren auch bereits in dieses Schiff eingeschlagen und weitere folgten. Weitere Befehle die Julian nicht verstehen konnte wurden offensichtlich gegeben bevor plötzlich eine dieser Sporen von oben in die Brücke krachte. Julian konnte nicht verhindern, dass er vor Schreck nach hinten umfiel obwohl er einige Meter vom Einschlagsort entfernt stand. Schneller als irgendeines der Aliens reagieren konnte, hatte sich die Spitze der Spore geöffnet und die ersten humanoiden Tentakel-Monster wie Julian sie von der Plage her kannte strömten bereits heraus. Nun reagierte tatsächlich das erste Alien und feuerte sein Plasma-Gewehr ab. Das Projektil zeriss dabei gleich fünf Tentakel-Monster der Plage auf einmal, die gerade versucht hatten die Spore zu verlassen. Dennoch sollten direkt darauf zwanzig weitere folgen und dann noch mehr. Mittlerweile feuerten alle Aliens mit ihren Waffen. Plasma-Projektile fegten von einer Seite auf die andere und Blut und Innereien bespritzten die Konsolen bei jedem Treffer. Und dennoch stürmte eines der Tentakel-Monster mit einem Sprung auf eines der Aliens zu und riss diesem in einer gezielten brutalen Bewegung den Kopf ab, bevor es begann den Rest des Körpers zu verspeisen. An anderer Stelle wurde ein Alien von den Tentakeln eines der Monster gepackt und bekam dann von dem eigentlichen Monster brutal in den Hals gebissen. An wieder anderer Stelle zersägte eines der Aliens eines der Tentakel-Monster gerade mit einem Schwert in der Mitte. Aber eines konnte sogar Julian bereits jetzt erkennen… Die Aliens würden alle ausgelöscht werden, die Zeit würde nicht genügen um die Rakete einzusetzen und das Sigma würde die Erde fressen.
„Tötet mich… Setzt den Zyklus zurück… So oft wie ihr es müsst bis der Ripper einsatzbereit ist“, sprach Julian nun den Anführer der Aliens an, nachdem dieser gerade sein Plasma-Gewehr auf eines der Monster abgefeuert hatte.
„Nein, dies wird ebenso den Fortschritt des Hammers der Götter zurück setzen“, antwortete die Übersetzerstimme. „Du musst leben Terraner“, fügte der Anführer noch hinzu.
„Nein, ich glaube ihr versteht gerade nicht…“ unterbrach Julian den Anführer schnell und erstaunlich gefasst. „Der Zyklus wird vielleicht euren Götterhammer zurück setzen, aber nicht den Ripper der Terraner unten auf dem Planeten. So können wir die Rakete einsetzen und dieses Mistvieh zum Teufel jagen“, erklärte er sich weiter und der Anführer schien kurz darüber nachzudenken als ein Monster seine geistige Abwesenheit bemerkte und sich direkt auf ihn stürzte. Plötzlich warf sich von der anderen Seite eines der anderen Aliens dazwischen und durchstach das Monster schnell mit seinem Speer. Dann richtete der Anführer der Aliens sein Plasma-Gewehr auf Julian aus. Offensichtlich war die Entscheidung gefallen.
„Wenn ich erwache, sucht mich erneut in der großen terranischen Versammlung auf. Ich werde euch auch weiterhin in diese Gefechte begleiten und nach besten Wissen anleiten“, erklärte Julian sich noch einmal und bereitete sich innerlich so gut auf den Schmerz vor wie er konnte.
„Verstanden, Terraner“, antwortete der Anführer lediglich und feuerte die Plasma-Kanone ab. Gewaltige Schmerzen durchzogen Julian als seine Eingeweide nach Hinten ausgerissen wurden und dann noch schlimmere als der Rest von ihm in Millionen Grad Hitze verbrannte. Dann wurde alles weiß und dann schwarz. Aber Julian wusste dass dies nur zeitweise wäre und dass er es beim nächsten Versuch besser machen würde.

Verdammte Scheiße, diese Schmerzen! Das war die eine Sache an die er sich wahrscheinlich niemals gewöhnen könnte. Und wahrscheinlich sollte er das auch nicht. Eine Weile schrie er noch auf bevor auch sein Körper langsam verstanden hatte, dass diese Schmerzen aus einem vorherigen Loop stammten. Und nun musste er sich beeilen. Die Aliens wären jeden Moment hier um ihn wieder aufzusammeln. Und so ging er auch dieses Mal schnell notdürftig seiner Körperpflege nach, bevor ihm gerade noch die Zeit blieb eine Nachricht mit einer Erklärung des neuen Plans für Christina mit Hilfe seines Arm-Panzers an den ihren zu schicken. Dann erschien bereits das Raumschiff über dem Festival-Gelände und Julian wurde auf dieses teleportiert. Dort eskortierte ihn zwar ein Alien auf die Brücke, aber Julian hatte bereits das Gefühl den weg oft genug gegangen zu sein um ihn auch alleine zu kennen. Nur wenige Minuten Flugzeit später sollte er sich erneut in dem gleichen Chaos wie zuvor wieder finden. Zwar hatte er den Aliens mit Hilfe seines Arm-Panzers ohnehin bereits alle Daten über die letzte Schlacht übertragen und sie waren dieses Mal besser auf die Übermacht vorbereitet. Aber die Überzahl der Plage zeichnete sich immer noch viel zu deutlich ab. Schnell wurde klar dass Julian ein weiteres Mal sterben musste und dann noch ein weiteres Mal. Bei seiner fünften Schlacht wurde Julian innerlich etwas unruhig. Wie lange dauerte es denn bitte eine verdammte Rakete zum Start vorzubereiten? Zumindest waren Christina, Kim und Sandra unten auf der Erde sicher. Aber Julian wurde innerlich völlig wahnsinnig über seine Machtlosigkeit in dieser Situation. Bereits zum fünften Mal sah er die Schlacht und zum fünften Mal konnte er nichts tun außer abzuwarten bis entschieden wurde dass die Situation hoffnungslos wäre und der Zyklus neu gestartet werden musste. Plötzlich riss ihn das Erscheinen eines Insekts der Plage direkt vor dem Sichtfenster der Brücke aus seinen Gedankengängen. Es war alleine und in Angriffsbereitschaft und irgendwie durch das Abwehrfeuer des Schiffes gekommen. Wenn es jetzt angreifen würde, wäre das Kommandoschiff zerstört, Julian tot und der Zyklus zu ende. Plötzlich krachten mehrere Energie-Projektile von unten in das Wesen und zerrissen es in seine blutigen Einzelteile. Direkt darauf fegte ein Raumjäger der Aliens von unten nach oben durch das Sichtfenster und widmete sich dem nächsten Feind. Julian musste trotz allem erleichtert aufatmen. Nun meldeten sich die Schiffssysteme und auch Julians Arm-Panzer gab einen Signalton von sich. Als Julian nachsah um was es sich handelte stellte er erfreut fest, dass es kein Alarm-Signal für weitere Plage-Schwärme war, sondern eine Nachricht aus der Militärbasis auf der Erde, dass die Rakete mit dem Namen „Ripper“ bald bereit wäre. Lediglich noch zehn Minuten Zeit würden benötigt um die Zielsysteme auszurichten. Das klang nach nicht viel, aber in diesem Chaos bedeutete das förmlich eine Ewigkeit. Für den Moment sah es aus als wäre die Flotte auf die meisten Tricks der Plage ausreichend vorbereitet und als ob sie den gewaltigen Schwärmen noch wesentlich länger stand halten könnten. Erstaunt stellte Julian fest dass bereits die ersten zwei Minuten vergangen waren. Gerade feuerte das Kommando-Schiff einen gewaltigen Plasma-Hagel aus allen seinen Geschütztürmen auf einen der Tentakelbälle ab der von dem gewaltigen Waffenfeuer einfach zerrissen wurde. Drei Minuten waren vergangen als sich plötzlich eines der riesigen Krabbenmonster der Plage von oben in die Flugbahn des Schiffes platzierte und versuchte es mit seinen gewaltigen Klauen zu packen. Das Schiff hatte jedoch schnell noch abgebremst und war zum Stehen gekommen, so dass die Klauen das Schiff verfehlten. Im Anschluss schwenkte das Kommando-Schiff mit zwei kleinen, dünnen Energie-Strahlen in der horizontalen und zerteile das Wesen der Plage ebenso horizontal in der Mitte, bevor das Schiff wieder schnell beschleunigte und dabei einem blauen Feuerball eines Tentakelballs entkam. Mittlerweile waren fünf der zehn Minuten vergangen und für den Moment sah es aus als ob sie erfolgreich sein würden. Plötzlich durchzog jedoch ein gewaltiger tiefer Schrei das gesamte Weltall und auch die Schiffe. Sowohl Julian als auch die Aliens versuchten sich die Ohren zu zuhalten, aber es war vollkommen sinnlos. Julian kannte diesen Schrei bereits. Er wusste dass nur ein Wesen wie das Sigma dazu im Stande war. Zusätzlich dazu hatte das Wesen nun sein gewaltiges Auge geöffnet, das Julian bereits bekannt sein sollte. Im Anschluss bewegte sich eine gewaltige Wand aus riesigen Tentakeln von dem Sigma aus erschreckend schnell für die Größe der Gebilde auf die Flotte zu, bevor diese von gewaltigen Explosionen durchzogen wurde. Das Kommando-Schiff wurde dabei knapp von gleich fünf dieser gigantischen Greifarme verfehlt. Dann zogen sich die Tentakel schnell wieder zurück und das Sigma öffnete sein gewaltiges Maul, das Julian ebenfalls schon einmal gesehen hatte, wo es damit begann einen gewaltigen Feuerball zu erzeugen. Erschrocken stellten sowohl Julian als auch die Aliens auf dem Schiff fest, dass sie alle diesen Angriff nicht überstehen würden. Es wäre ihnen nicht möglich bei diesem Angriffsradius zu entkommen oder auszuweichen. Plötzlich fegte etwas an der Flotte vorbei und krachte in das Sigma. Etwas sehr schnelles. Erstaunt sollte Julian feststellen, dass die Zeit seit einer Minute abgelaufen sein sollte und es sich höchstwahrscheinlich um die planetenvernichtende Rakete des Militärs gehandelt hatte. Die Vermutung sollte sich bestätigen als eine gigantische Explosion das Wesen von innen heraus zerreißen sollte. Eine gewaltige Schockwelle durchzog das All und schüttelte die übrig gebliebenen Schiffe der Aliens durch, warf einige von ihnen sogar von ihrem Kurs. Julian musste sich an einer Konsole in der Nähe festhalten bevor es ihn noch von den Beinen reißen würde.

Huh? Was war denn nun schon wieder los? Hatte er sich gerade nicht noch in einer gewaltigen Raumschlacht mit einem planetengroßen Horror-Monster aus einer anderen Dimension befunden? Wie konnte es denn nun sein, dass er auf einmal in der Militärbasis bei der Besprechung mit Palmer wiederfand in der dieser ihm gleich erklären würde, dass sie dieses Mistvieh mehrmals töten mussten um es endgültig loswerden zu können? Plötzlich wurde Julian klar, dass sie tatsächlich im letzten Zyklus das Sigma getötet hatten… und nun in einem weiteren Zyklus steckten, den das Sigma ausgelöst hatte. Aber dies war nicht Julians üblicher Rücksetzungspunkt und nicht er war gestorben, sondern das Sigma. Deswegen fühlte es sich so unglaublich abrupt an. Palmer sprach weiter und Julian fand nur sehr langsam wieder in diesen Zeitpunkt und in diese Realität zurück.
„Hey, Moment mal… Hörst du überhaupt zu? Das hier ist wichtig!“, rief Palmer nun plötzlich aus und Julian hob seine Hand um ihn aufzufordern still zu sein, was Palmer erstaunlicherweise auch tat.
„Ich bin hatte gerade einen Loop, nachdem wir das Sigma getötet hatten“, sagte er dann und Palmer riss direkt ganz weit die Augen auf.
„Dann haben wir möglicherweise die Daten die wir brauchen“, kommentierte er dann als sie plötzlich ein Alarm meldete.
„Was ist das?“, warf Julian verwirrt ein.
„Es ist hier… Jetzt schon… Das kann doch nicht sein…“, sagte Palmer lediglich und auch Julian stellte schockiert fest, dass das Sigma einige Stunden zu früh erschienen war. Schnell stürmten beide nach draußen und bereits auf dem Weg sollten tiefe Geräusche wie sie nur das Sigma von sich geben konnte ertönen, bevor die gesamte Basis, der gesamte Boden, der gesamte Planet zu wackeln begann. Als sie den Ausgang erreicht hatten konnten sie sehen, dass das Sigma die Erde bereits mit ihren Tentakeln umschlungen hatte. Wie beim letzten Mal auch türmten sie sich wie Hochhäuser oder hohe Gebirge rund um die beiden auf und das Wesen schien immer größer zu werden, als es die Erde in Richtung seines Mauls zog.
„Wir müssen schnell noch über den Plan sprechen…“, warf Palmer ein, während Julian verzweifelt gegen das Gefühl erneut völlig versagt zu haben ankämpfte.
„Ich weiß doch noch nicht mal ob es noch einen Zyklus geben wird…“, antwortete er dann.
„…und wir wissen nicht genau wie viel Zeit uns bleiben wird und was genau zurück gesetzt werden wird und was nicht. Das ist mir ebenfalls bewusst. Ich habe jedoch einen Weg gefunden wie ich mir selbst Nachrichten von einem Zyklus zum nächsten schicken kann. Ich werde also wissen was ich tun muss. Wir werden sie selbe Allianz noch einmal bilden und dieses Mal schneller und erfolgreicher arbeiten“, sprach Palmer weiter, während der Planet bereits zerbrechen sollte.
„Aber ich…“, wollte Julian noch wiedersprechen bevor plötzlich der Boden unter Palmer weg brach und er laut schreiend in einen tiefen Abgrund, wahrscheinlich mit Magma gefüllt, stürzte. Viel Zeit sollte auch Julian nicht bleiben bevor ihn ein großer aufgewirbelter Fels gegen den Kopf traf und alles schwarz wurde. Und tatsächlich sollte er sich in Ausgangslage in seinem Transporter auf dem Festival wieder finden. Da sein Tod dieses Mal verglichen schnell und schmerzlos verlaufen war genügte ihm auch ein tiefer Atemzug zum Erwachen. Nun galt es schnell zu sein. Und so schickte er eine Nachricht mit seinem Arm-Panzer an Christina, die hoffentlich Kim und Sandra wieder in die Basis bringen könnte und dann die Vorbereitungen mit Palmer treffen würde. Julian würde sie wie letztes Mal auch den Aliens widmen. Zu seiner eigenen Überraschung sollten sowohl die Aliens, als auch Palmer bereits über alles notwendige Bescheid wissen. Julian erinnerte sich daher daran, dass sein Arm-Panzer und wahrscheinlich auch der von Christina permanent Daten an die Aliens weitergaben. Das war wahrscheinlich auch der Grund weshalb sowohl die Allianz nicht neu ausgehandelt werden musste, als auch sehr viele Vorbereitungsarbeiten für das Abfeuern des Rippers nicht wiederholt werden mussten. Schnell sollte Julian sich daher wieder auf dem Kommando-Schiff der Aliens wieder finden und in die nächste Schlacht ziehen. Erneut brach gewaltiges Chaos aus, aber Julian hatte das Gefühl, dass alle noch einmal wesentlich besser auf alles vorbereitet waren. So wurde der Sporen-Angriff der Plage weit gehenst mit flächendeckenden Flugabwehr-Maßnahmen und einer guten Formation abgewehrt. Die wenigen Sporen, die in ein Schiff einschlugen brachten nicht genügend Monster auf die Schiffe um den Eingreifteams der Aliens gefährlich werden zu können. Julian war sich sicher, dass sie dieses Mal problemlos lange genug aushalten könnten bis die Rakete eingesetzt werden konnte. Und tatsächlich sollte auch dieses Mal die Rakete abgefeuert werden. Eine gigantische Explosion verdeckte die Sicht auf das Sigma und riss einen Teil des Schwarms der Plage mit sich, während sie die Schiffe der Aliens durchschüttelte und teilweise von ihren Kursen warf. Es dauerte mehrere Minuten bis Julian wieder stabil stehen konnte und einen schockierten Blick aus dem Sichtfenster werfen konnte. Es blieb ihm jedoch nicht einmal die nötige Zeit diesen Schock zu verarbeiten als eine weitere Welle aus Tentakeln auf die Flotte zuraste und einige der Schiffe durchschlagen sollte. Selbst das Kommando-Schiff auf dem er sich befand wurde von zwei von ihnen links und an der Oberseite gestreift. Das Sigma hatte den Angriff der Rakete irgendwie überlebt und als Julian genauer hinsah konnte er erkennen dass es praktisch vor sich eine Wand aus Tentakeln vor sich wie einen Schutzschirm errichtet hatte. Die Tentakel waren von der Explosion vernichtet worden, das Sigma selbst hatte nicht den geringsten Schaden davon getragen.
„Scheiße!“, konnte Julian sich nicht verkneifen laut zu fluchen, denn er hatte nun verstanden, dass das Sigma sich ebenfalls an seine Tode anpasste und im nächsten Zyklus anders agierte. Es war nicht nur irgendeine verstandlose Bestie die auf Instinkt und Gefühl basiert handelte. Das Sigma war ein hochintelligentes Wesen dass etwas von Strategie und Taktik verstand. Dieser Feind war weitaus mächtiger als sie es alle auch nur im Ansatz erwartet hatten.
„Terraner… Wir werden im nächsten Zyklus den Hammer der Götter einsetzen und benötigen mehr Unterstützung von deinem Volk. Bereite deine Leute darauf vor“, sprach der Anführer der Aliens Julian mit seiner Übersetzerstimme an, der diesen lediglich irritiert ansehen konnte, während sich erneut im Maul des Sigmas ein gewaltiger Feuerball bildete. Offensichtlich war das Ende dieses Zyklus erreicht worden. Dessen sollte Julian sich sicher sein als der gewaltige Feuerstrahl über die gesamte Flotte und auch die Schwärme der Plage hinweg fegte. Julian hatte kaum Zeit zu verstehen was geschah als sowohl ihn als auch alle Aliens an Bord gewaltige Schmerzen durchzogen. Verdammt, wieso brannte dieser Angriff noch schlimmer als ein Treffer mit einem Plasma-Gewehr? Julian schrie. So laut wie noch niemals zuvor in seinem Leben, während sein Fleisch sich viel zu langsam von außen nach innen Auflöste und seine Knochen sich in seinem Körper verflüssigten. Neben ihm zerfiel das erste Alien noch zu Staub, dann ein zweites, bevor für Julian alles weiß und dann schwarz wurde. Julian wusste dennoch genau dass er auf dem Festival in seinem Transporter wieder erwachen würde. Seine anfänglichen Hoffnungen aus dieser Sache noch irgendwie wieder heraus zu kommen lösten sich jedoch langsam immer stärker in Luft auf. Wieso konnte das hier nicht einfach das Ende bedeuten? Wieso? Wieso musste von allen Leuten er diese Qualen immer wieder und wieder durchleben?

Moment mal… Das hier war aber nicht der Transporter auf dem Festival… Das hier war anders. Es fühlte sich an als würde er in Wasser oder irgendeiner anderen Flüssigkeit schweben. Aber es war weiterhin vollkommen dunkel. Er versuchte seine Augen zu öffnen, aber es erschien ihm nicht möglich. Nicht weil seine Augen sich zu schwer öffnen ließen, sondern weil dort scheinbar keine waren. War Julian etwa in einem anderen Körper zu sich gekommen? Einem der nicht über die Fähigkeit zu sehen verfügte? Lediglich über die Fähigkeit zu fühlen? Oder befanden sich seine Augen vielleicht nur nicht dort wo er sie vermutet hatte? Was war dieses weitere seltsame Gefühl, dass ihn scheinbar von Innen auffressen sollte? Und wo befand er sich überhaupt? Langsam und vorsichtig begann er sich weiter vor zu tasten und sollte schnell auf Begrenzungen treffen die sich wie Wände anfühlten. Die Wände waren kalt und glatt, fast wie Glas. Und generell fühlte es sich seltsam für Julian an, dass er im Stande sein sollte nach allen Richtungen gleichzeitig zu tasten. Da sollten doch lediglich zwei Richtungen möglich sein. Immerhin verfügte er ja auch nur über zwei Arme… Oder nicht? War er in einem neuen Körper mit wesentlich mehr als zwei Armen aufgewacht? Wie war so etwas überhaupt möglich? Da waren außerdem Stimmen. Sie gaben seltsame Laute von sich, die er nicht verstehen konnte. Er kannte diese Art von Stimmen. Er hatte sie schon einmal gehört. Öfter als einmal. Wesentlich öfter. Wie konnte das alles überhaupt sein? Wie konnte er überhaupt sein? Er war doch eigentlich tot und wartete auf seinen nächsten Zyklus. Wieso war er nun in diesem mit Flüssigkeit gefüllten Glasgefängnis in der Schwärze und hörte Stimmen, die er zwar glaubte zu kennen, aber nicht verstehen konnte? Und was zum Teufel war dieses seltsame innere Gefühl? Diese innere Leere, die er irgendwie füllen musste. Dieser Drang seine innere Leere zu füllen fraß ihn förmlich innerlich auf. Er fühlte wie er zu allem bereit war. Er wäre bereit alles und jeden zu töten und zu vernichten, wenn es lediglich diese Leere füllen würde. Er brauchte einfach mehr Informationen. Er musste zumindest irgendwie einen Weg finden etwas zu sehen. Und so versuchte er noch einmal seine Augen zu öffnen. Kein Erfolg. Er versuchte es an einer anderen Stelle seines Körpers. Ebenfalls erfolglos. Dann an noch einer weiteren und tatsächlich sollte er im Stande sein etwas zu erkennen. Er befand sich offenbar in einer Glasröhre die mit giftgrüner, aber dennoch durchsichtiger Flüssigkeit vollständig gefüllt war. Sein Blickfeld war gigantisch und umfasste einen Radius von fast 180 Grad. Er musste seinen Blick kaum justieren um den gesamten Raum zu erfassen in dem sich mehrere dieser Röhren mit Flüssigkeit befanden. Dazwischen Konsolen, Werkzeuge und was viel wichtiger war… Aliens. Die selben Aliens die mit Julian zusammen gegen die Plage gekämpft hatten, hielten ihn nun in diesem Glasgefängnis gefangen. Das erklärte zumindest weshalb ihm die Laute die sie zur Kommunikation benutzten so bekannt vorgekommen waren. Eines der Aliens stand direkt vor seiner Röhre und bediente die Konsole direkt davor. Es schien noch nicht bemerkt zu haben, dass Julian es ansah oder überhaupt im Stande sein sollte zu sehen. Ein zweites Alien trat hinzu und unterhielt sich mit dem ersten. Dass sie von Julian dabei beobachtet wurden, schien sie nicht im geringsten zu stören. Julian wagte einen Blick in die anderen Glasröhren. Sie alle waren mit verschiedenen Formen gefüllt, die alle aus Tentakeln gebildet waren. Einige hatten eine Ballform, andere eher eine Sternform, andere waren eher Würfelförmig und wieder andere einfach völlig undefinierbar. Julian traute sich an seinem eigenen Körper herunter zu sehen. Schockiert musste er feststellen, dass er ebenfalls lediglich aus Tentakeln bestehen sollte und von dem her was er erkennen konnte, eine dreidimensionale Sternform hatte. Was zum Teufel ging hier vor sich? Und wie sollte er hier wieder heraus kommen? In seinem Schock schrie Julian lautstark auf, aber seine Stimme klang anders als er es erwartet hatte. Sie war unglaublich tief und monströs und schien den Aliens in diesem eigenartigen Raum Schmerzen im Kopf zu verursachen. Also schrie er weiter. Er musste immerhin irgendwie hier raus und diese innere Leere füllen die er in sich trug. Plötzlich bediente eines der beiden Aliens direkt vor ihm die Konsole und ein gewaltiger Schmerz durchzog seinen gesamten Körper. Waren das gerade elektrische Stöße? Und wie lange würden diese unerträglichen Schmerzen andauern? Julian wusste nicht mehr wie lange er sie ertragen hatte als erneut alles schwarz um ihn wurde und er offensichtlich erneut sein Bewusstsein verlor. Die Verwirrung über das geschehene blieb jedoch über die schwärze hinaus zurück. Was zum Teufel war hier eigentlich gerade geschehen? Was hatte er hier gerade erlebt? Und wieso gerade jetzt?
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So, das ist dann also der neue Lost in Time-Teil. Ich dachte schon, dass der gar nicht mehr fertig werden würde, aber er ist auch ganz besonders lang. Und ja, das musste tatsächlich alles in diesen einen Teil rein. :argh2: Aber an der langen Wartezeit ist auch Tom schuld, der haut ja die Kapitel von seiner Geschichte im Moment schneller raus als ich sie lesen und hier gleichzeitig schreiben kann. :mrgreen: Ansonsten ja... Wie zu erwarten gewesen war, viel Geballer, viele Special Effects, allerdings auch ein paar Erklärungsansätze und natürlich das Schlussmysterium und immer der Versuch sich an die Horror-Wurzeln der Geschichte zu erinnern. :mrgreen: Ich hoffe es gefällt weiterhin und das jetzt alle gespannt sind ob der Hammer der Götter effektiver sein wird als der Ripper und ob es tatsächlich keinen Weg gibt das Monster davon abzuhalten die Zeit zurück zu setzen. :mrgreen: Bis zum nächsten Teil dann Leute. ^^

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Mi 7. Okt 2026, 22:07
von Child of Bodom
Kapitel 26 – Die Wahrheit über die Plage:

Julian hatte das Gefühl als würde er bei diesem Erwachen lauter und länger schreien als jemals zuvor. Er wusste nicht genau ob es wegen der Schmerzen seines letzten Todes oder wegen dem was er dazwischen gesehen hatte war. Sein gesamter Körper brannte immer noch und gleichzeitig versuchte er verzweifelt zu verstehen was er gerade gesehen hatte. Selbst als die Schmerzen nach einer gefühlten Ewigkeit nachzulassen schienen konnte Julian dennoch nicht aufhören panisch weiter zu schreien. Das alles war einfach alles viel zu viel für seinen menschlichen Verstand. Er konnte es nicht erfassen und er konnte es auch nicht verstehen. Nun begann er zusätzlich zu seinen panischen Schreien noch zu lachen. Er konnte einfach nicht aufhören. Wieso? Weshalb? Warum? Nicht nur dass er nicht verstand was genau er da gesehen hatte, diese Erfahrung im Körper dieses Wesens zu stecken fühlte sich völlig falsch an. Sein eigener Körper fühlte sich nun völlig falsch an. Er musste irgendwie aus ihm heraus. Irgendwie… Irgendwie… Erneut begann er völlig verstandlos zu lachen. Dann begann er sich regelmäßig, intensiv und vollkommen hektisch, abwechselnd an beiden Armen zu kratzen. Immer tiefer grub er seine Finger in seine Arme und versuchte auf diese Weise seine Haut zu entfernen. Er musste sie irgendwie los werden. Irgendwie musste er hier raus. Diesen falschen Körper loswerden. Es schien ihn nicht einmal zu stören als er bereits stark blutete. Er wusste auch nicht wie lange er das alles jetzt schon tat. Es konnte sich bereits um Stunden handeln. Er machte dennoch immer weiter und lachte dabei als ob sein Verstand irgendwo vollkommen anders wäre. Plötzlich schreckte er auf und sah nach links, wo jemand die Tür seines Transporters geöffnet hatte. Obwohl er die Person deutlich sah, hatte er gerade nicht das Gefühl sie wieder zu erkennen. Er begann lediglich wieder auf die selbe vollkommen wirre Art zu lachen wie er es die ganze Zeit schon getan hatte. Zwei weitere Personen traten hinzu, wieder konnte Julian sie deutlich sehen und erkannte sie jedoch nicht. War Julian überhaupt sein Name? Hatte er überhaupt einen Namen? Das alles war so vollkommen verrückt und ging weit über alles hinaus was er sich jemals erträumen konnte zu erfassen.
„Julian… Was ist mit dir?“, rief die erste Person besorgt aus, während Julian einfach nicht mehr aufhören konnte zu lachen.
„Irgendwas muss diesmal schief gegangen sein bei seinem Zeitsprung oder sowas…“, kommentierte eine der anderen beiden Personen. Julian war das aber im Wesentlichen völlig egal. Er musste diesen verdammten, falschen Körper irgendwie los werden und begann sich weiter an seinen blutigen Armen zu kratzen.
„Julian! Hör auf damit! Bitte!“, fuhr ihn die dritte Person an, aber Julian war dies völlig egal. Er musste unbedingt diesen falschen Körper loswerden. Plötzlich packten zwei der drei Personen seine Arme und hielten sie fest so gut sie konnten. Julian versuchte sich dagegen zu wehren, aber er kam nicht gegen zwei Personen an, die beide Arme nutzten um seine zu fixieren, selbst wenn er ihnen in Größe und Stärke weit überlegen war. Die dritte Person kam ihm näher und streckte ihre Hand nach seinem Gesicht aus. Er kannte sie nicht, bekam schreckliche Angst und versuchte sich dagegen zu wehren, aber er wurde von den anderen beiden festgehalten. Erschrocken zog die dritte Person ihre Hand kurz ein Stück zurück.

„Julian… Erkennst du mich denn nicht mehr?“, fragte sie ihn dann, bevor sie sich entschied dennoch ihre Hand auf seine Wange zu legen. „Ich bin´s Christina… Und das sind Kim und Sandra…“, begann sie weiter zu sprechen. Diese Namen… Sie sagten ihm etwas… Sein eigener war Julian… Ihrer war Christina… Sie erlebten diese Zeitschleife zusammen und waren ein Paar… Ein Liebespaar… Die anderen beiden die seine Arme festhielten waren Kim und Sandra… Seine besten Freundinnen seit frühester Kindheit… Er hatte gerade erneut versagt und war nun in diesem Zustand. Er bemerkte selbst wie er aus dem Zustand völliger Verrücktheit wieder aufklarte. Wahrscheinlich sah man es ihm auch nach außen in seinem Blick an. Nun breitete sich Verzweiflung in ihm aus. Und schreckliche Reue. Wie hatte er sie nur alle drei nicht mehr erkennen können? Wie musste es diesen Dreien ergangen sein als er sie nicht mehr wieder erkannt hatte? Er versuchte es zu verhindern, aber er brach völlig in sich zusammen und in Tränen aus. Er versuchte etwas zu sagen, aber er bekam kein Wort mehr zwischen seinen Schluchzern heraus.
„Ist schon OK, Julian…“, kommentierte Christina die nun begonnen hatte seine Wange sanft zu streicheln und vollkommen erleichtert selbst in Tränen ausbrach. „Alles ist gut…“, sprach sie dennoch weiter beruhigend auf ihn ein und fiel ihm dann förmlich um den Hals.
„Julian!“, rief nun Kim aus und klammerte sich ebenfalls an seine Seite, nachdem sie seinen Arm losgelassen hatte, und brach dann ebenfalls in Tränen aus.
„Wir dachten du wärst für immer weg“, kommentierte Sandra noch bevor sie dasselbe wie Kim auf der anderen Seite tat. Julian fühlte die Wärme aller drei und ihre Liebe. Und er liebte sie auch. Alle drei und diesem Moment wahrscheinlich mehr denn je. Er versuchte sie alle drei gleichzeitig in seine Arme zu schließen und die Umarmung aller drei zu erwiedern, was ihm tatsächlich auch gelingen sollte, während er seinen Tränen freien Lauf ließ.
„Es tut mir so leid…“, brachte er dann dazwischen hervor, während er sich langsam begann zu beruhigen.
„Ist schon gut, Julian…“, unterbrach Kim ihn schnell.
„Da ist wirklich nichts was dir leidtun müsste…“, fügte Christina nun noch hinzu und Julian brach erneut in Tränen aus. Dieses Mal aus Erleichterung.
„Ich… Ich hab etwas gesehen… Ich…“, begann er dann wieder etwas aufgeregter zu sprechen.
„Später Julian…“, unterbrach ihn jedoch Christina, während sich Kim und Sandra langsam von ihm zu lösen begannen. Sandra begann im Anschluss seine Sachen die er mit auf das Festival gebracht hatte zu durchsuchen. Sehr schnell hatte sie das kleinere Handtuch gefunden, dass Julian dabei hatte. Kim war während dessen schnell zur Tür des Transporters gegangen und hatte dort aus der Fahrerkabine den Erste-Hilfe-Kasten heraus genommen.
„Zuerst mal kümmern wir uns um deine Arme…“, sagte dann Sandra bevor sie zunächst versuchte die Verletzungen mit dem Handtuch und Desinfektionsmittel aus dem Erste-Hilfe-Kasten zu reinigen, während Kim bereits nach Verbänden gesucht hatte und sowohl Kim, als auch Sandra ihm jeweils einen davon auf einer Seite anlegten. Bereits die Reinigung mit dem Desinfektionsmittel stellte sich als schmerzhafter heraus als Julian es erwartet hätte, nach allem was er bereits mitgemacht hatte. Immer wieder zuckte er vor Schmerz zusammen als die Verletzungen auf Grund des Mittels brannten. Christina hatte sich inzwischen neben ihn gesetzt, hielt seine Hand während des gesamten Vorgangs und wich ihm nicht von der Seite. Sie wartete bis Kim und Sandra ihn fertig verarztet hatten und wandte sich ihm dann direkt zu.
„In Ordnung… Und jetzt… Was hast du gesehen, Julian?“, fragte sie ihn dann mit ihrer unglaublich lieben Stimme, hielt weiter seine Hand und lächelte ihn dabei erwartungsvoll an. Julian bemerkte selbst wie ruhig er mittlerweile wieder geworden war. Momentan hatte er das Gefühl wieder die völlige Kontrolle über seine eigenen Gedanken und Gefühle zu haben. Er wusste jedoch nicht so genau wie lange dieser Zustand anhalten würde. Und dennoch… Er hatte sie für den Moment wieder. Und das hatte er nur diesen drei Frauen hier an seiner Seite zu verdanken. Er liebte sie alle drei so sehr, dass er am liebsten einmal damit aus sich heraus geplatzt wäre. Aber für den Moment gab es etwas wichtigeres, was er ihnen erzählen musste. Und das tat er.

Julian erzählte ihnen alles. Die gesamte Vision, die er vor seinem Wiedererwachen hatte. Die Art wie er im letzten Zyklus gestorben war und wie er sich gefühlt hatte als er erwacht war. Er ließ keine Details aus. Auch die nicht von denen er sich eigentlich sicher war, dass diese Drei sie nicht wirklich hören wollten. Nachdem er fertig gesprochen hatte und das Gefühl hatte, dass er dazu nichts mehr zu sagen hatte, kehrte zunächst eine ganze Zeit lang Stille ein. Keine der drei Frauen sagte ein einziges Wort. Julian auch nicht mehr. Er saß lediglich völlig peinlich berührt in ihrer Mitte und versuchte die Situation gerade irgendwie zu ertragen. Sein Problem war jedoch nicht die Stille, die gerade zwischen den Vieren herrschte. Sein Problem war in erster Linie, dass die Drei ihn gerade in diesem Zustand gesehen hatten, indem sein Verstand praktisch völlig woanders gewesen war. Und noch schlimmer wurde das alles dadurch, dass Julian wusste dass sich Christina auch noch von einem Loop zum nächsten daran erinnern würde.
„Wow… Ich weiß gerade nicht wirklich was ich sagen soll…“, brach dann Kim das Schweigen.
„Ich auch nicht… Das ist gerade echt heftig…“, fügte Sandra noch hinzu.
„Aber es erklärt so unglaublich viele Dinge...“, stellte nun Christina fest, die Julians Hand immer noch hielt und zu keinem Zeitpunkt losgelassen hatte, was ihn sehr überraschte.
„Das stimmt wohl… Ich weiß nicht wie ich reagiert hätte, wenn ich so eine unglaublich heftige Erfahrung gemacht hätte wie du…“, sprach Sandra ihn nun direkt an. Im Anschluss entschied sich Kim ihn noch einmal zu umarmen, sehr zu seiner Überraschung und der aller anderen Anwesenden.
„Tschuldigung… Aber das ist so schrecklich… Ich weiß gar nicht was ich dazu sagen oder anderes machen sollte…“, kommentierte sie dann und sah kurz zu Christina, die ihr wiederrum kurz zunickte, bevor Kim sich wieder von ihm löste und dann auf die andere Seite neben ihn setzte.
„Hast du es denn nicht gesehen, Christina?“, fragte Julian und Christina schüttelte lediglich verneinend den Kopf.
„Trotzdem erklärt das einiges. Ich hab auf dem Schiff damals auch diese Behälter mit diesen Viechern gesehen. Die Aliens haben irgendwas mit diesen Horror-Monstern zu tun“, kommentierte sie dann.
„Nachdem was ich jetzt gesehen hab, bin ich mir sicher, dass sie diese Plage erschaffen haben. Und aus irgendeinem Grund verheimlichen sie das jetzt vor uns“, fügte Julian noch hinzu und die drei Frauen nickten zustimmend.
„Und was werden wir jetzt genau machen?“, warf nun Kim ein.
„Ich weiß es nicht genau. Wahrscheinlich erst mal gar nichts. Ihr drei geht wieder zu Palmer auf die Militär-Basis und ich werde nochmal gegen diesen Planetenfresser in den Krieg ziehen. Mit den Aliens zusammen. Wir brauchen sie. Sie haben die Raumschiffe. Wir haben bloß diese Rakete die mittlerweile nutzlos geworden ist“, erklärte Julian den Plan weiter.
„Aber dann…“, wollte Sandra gerade einwerfen.
„…werde ich wahrscheinlich wieder mehrmals sterben und wir wissen nicht genau wie oft mein Verstand das noch mit macht… Das weiß ich…“, unterbrach Julian sie jedoch und beendete den Satz für sie. „Macht euch keine Sorgen. Ich bin mir sicher, dass ihr drei einen Weg finden werdet wie ihr mich wieder zurück holen könnt“, kommentierte er dann mit einem Lächeln im Gesicht und hoffte dass er seine eigene Angst ausreichend überspielt hatte, bevor er den Blick senkte und sich an etwas wirklich Unangenehmes in diesem Zusammenhang erinnerte.
„Was ist los, Julian?“, sprach ihn nun Christina unglaublich freundlich und verständnisvoll an.
„Ich fühle mich einfach immer noch so unglaublich beschissen weil… ich euch vorhin nichtmal wieder erkannt habe… Nicht einmal dich…“, antwortete Julian wahrheitsgemäß. Er konnte einfach immer noch nicht richtig akzeptieren, dass dies längst nicht so viel Rolle für diese Drei spielte wie er befürchtete. Sein viel zu geringer Selbstwert ließ dies wieder einmal einfach nicht zu, egal wie oft sie es ihm versicherten und egal wie viele Beweise sie ihm dafür nun schon geliefert hatten. Nun ließ Christina zum ersten Mal seit des Gesprächs seine Hand los. Aber lediglich um ihn nun mit diesem Arm zu umarmen, während sie mit dem anderen sanft aber bestimmt seine Wange griff und ihn dann langsam und sanft küsste. Julian wusste gar nicht genau wie ihm geschehen sollte. Einen krasseren Beweis dafür, dass er sich zu viele Gedanken darüber machte, hatte sie ihm kaum liefern können. Dann entschied er sich den Kuss und die Umarmung zu erwiedern.
„Und geht´s jetzt etwas besser?“, fragte Christina ihn dann in ihrer zuckersüßen Stimme, während sie ihn anlächelte und Julian lächelte ebenfalls und nickte zustimmend.
„In Ordnung… Dann sollten wir uns darauf vorbereiten. Wie lange sind wir denn schon in diesem Zyklus?“, kommentierte er dann bevor sein Arm-Panzer eine Zeitangabe projezierte, die ihn schockierte. Es waren bereits drei Stunden vergangen. Eine hatte er mit den drei Damen verbracht, aber die anderen beiden musste er damit verbracht haben gegen seine Verrücktheit anzukämpfen. Ein wenig irritierte ihn dass die Aliens ihn noch nicht aufgesammelt hatten. Die Zeit hätte problemlos dafür ausgereicht. Aber er schob den Gedanken beiseite und machte sich dann mit den dreien langsam auf den Weg zu Palmer in die Militär-Basis, wenn die Aliens schon nicht erschienen um ihn abzuholen.

Julian hatte entschieden den Transporter mit den dreien zusammen in die Basis zu fahren. Es erschien ihm wie der schnellste und effektivste Weg dorthin zu kommen, zumal Christina um zu Kim und Sandra zu fahren, sich lediglich ein recht kleines Fahrzeug genommen hatte in dem Julian Schwierigkeiten mit seiner Größe bekommen hätte.
„Julian… Stimmt was nicht?“, fragte nun plötzlich Christina auf den Punkt und Julian konnte nicht bestreiten, dass etwas nicht stimmte. Ihm war lediglich nicht klar gewesen, dass man ihm diesen Gedanken im Gesicht hatte ansehen können.
„Ich bin irritiert darüber, dass mich die Aliens noch nicht abgeholt haben“, antwortete er wahrheitsgemäß.
„Ach so… Das hätte ich fast vergessen zu sagen…“, kommentierte Christina. „Ich hab ihnen mit dem Arm-Panzer eine Nachricht geschickt, lange bevor wir zu dir gekommen sind. Ich hab ihnen versprochen dass du nachkommen würdest bevor das Viech auftaucht. Ich… Naja… Ich wollte noch etwas Zeit mit dir haben…“, erklärte sie sich dann und sackte langsam unsicher in sich zusammen als hätte sie gerade den größten Fehler der Welt gemacht. Eine Verhaltensweise, die Julian nur zu gut von sich selbst kannte.
„…Und wenn ich dran denke in welchem Zustand du warst als wir dich gefunden haben, wäre es vielleicht wirklich keine gute Idee gewesen, wenn die dich abgeholt und so vorgefunden hätten“, fügte Kim nun stattdessen noch schnell hinzu. Und ja, wenn er das alles zusammen bedachte, konnte er sich Kims Logik in diesem Falle nur schwer entziehen, egal wie dumm, undurchdacht und ganz besonders egoistisch ihm Christinas Aktion gerade noch erschienen war.
„Ist schon in Ordnung, das alles soweit… Ich war bloß etwas irritiert, dass die bisher nicht aufgetaucht sind…“, kommentierte dann Julian und nahm vorsichtig die Hand der neben ihm sitzenden Christina, während er sich weiter auf die Straße konzentrierte. Er ließ sie erst wieder los als er seine Hand brauchte um den Schalthebel zu bedienen, denn langsam kamen auch die Tore der Basis in Sichtweite. Keiner sagte nun noch ein Wort und Julian war sich sicher, dass im Moment auch niemand etwas sagen musste. Jeder wusste um die Situation und jeder wusste dass das was folgen würde, das war was notwendig wäre um etwas daran zu ändern. Scheinbar hatte man den Transporter bemerkt und öffnete die Tore. Julian steuerte das Vehikel langsam hinein und platzierte es irgendwo am Rand, wo er glaubte es aus dem Weg geschafft zu haben. Danach stiegen sie alle vier nacheinander aus und Julian begann direkt nach Palmer zu suchen, konnte ihn aber nirgendwo sehen. Julian konnte sich denken dass er wohl im Labor wäre und dort nach einer Lösung für das Problem mit dem Sigma und dessen Zeitrücksetzung suchen würde.
„Julian? Wo willst du hin?“, sprach ihn direkt Christina an. Kim und Sandra standen neben ihr und ihr Blick verriet Julian, dass sie gerne genauso dringend eine Antwort auf diese Frage wollten wie Christina es offensichtlich wollte.
„Zu Palmer…“, antwortete Julian lediglich knapp, bevor er sich in Bewegung setzte. Und ja, er ging zu Palmer weil er wissen wollte wie weit dessen Forschungen waren. Die Wahrheit war jedoch auch, dass er den drei Damen gerade versuchte zu entkommen und aus dem Weg zu gehen. Er tat sich schwer daran zu verdauen, dass sie ihn in diesem Zustand gesehen hatten und noch schwerer tat sich sein geringer Selbstwert daran, dass ihnen das scheinbar nicht so viel auszumachen schien wie Julian es angenommen hätte. Aber noch schlimmer waren seine Ängste die daraus folgten. Seine Ängste davor sich selbst zu verlieren… Seine Ängste irgendwann aus diesem Zustand nicht mehr zurück kehren zu können, wenn er noch mehr dieser Time Loops erleben würde. Er konnte einfach nicht zulassen, dass diese drei ihm das auch nur ansehen oder in einer anderen Art anmerken würden. Er musste in dieser Situation jetzt stark sein, für die drei Frauen die er liebte. Er war ungefähr den halben Weg zum Labor gegangen und drehte sich kurz um… Keine der drei war zu sehen… Dann setzte er sich mit dem Rücken die Wand des Ganges und brach in völlige Verzweiflungstränen aus. Das alles war ihm schon vor 500 Zyklen zu viel gewesen und das wurde durch alles was er gesehen, erlebt und durchgemacht hatte nicht besser. Was sollte er nur tun? WAS? Wie konnte er das alles nur los werden und mit Christina ein glückliches Leben führen gehen? Palmer… Wenn jemand ihm sagen könnte wie, dann war er es. Und zu genau dem war er ja ohnehin gerade unterwegs gewesen, also richtete Julian sich wieder auf und ging weiter zu Palmers Labor.

Noch vier Stunden Zeit blieben Julian bis ihn die Aliens abholen kämen und in die nächste Schlacht führen würden. Und das würde dann gelten, wenn das Sigma nicht noch früher als in den letzten beiden Zyklen erscheinen würde. Dennoch war er nun in diesem Laborraum und suchte nach Palmer und nicht bei den drei Damen die er liebte. Das fühlte sich gerade genauso absurd und falsch an, wie es sich zuvor in deren Nähe angefühlt hatte. Die Suche nach Palmer beschäftigte Julian jedoch ausreichend, dass er seine aufkommende Verzweiflung kontrollieren konnte. Erneut fand er ihn im Gespräch mit zwei seiner Wissenschaftskollegen und Julian sollte auffallen, dass sich in diesem Zyklus keine Aliens im Labor befanden und an den Forschungen beteiligten. Erneut löste Palmer sich aus dem Gespräch mit seinen Kollegen und kam auf Julian zu als er ihn gesehen hatte.
„Was tust du hier? Ich dachte, du wärst bei den Aliens und würdest mit ihnen kämpfen…“, kommentierte Palmer direkt die Situation.
„Ich…“, stotterte Julian und dachte noch einmal genau nach über das was er nun sagen oder tun wollte. Er misstraute Palmer wegen der Experimente die er an ihm durchgeführt hatte immer noch massiv. Sollte er ihm wirklich derartige Informationen anvertrauen? Oder sollte das lieber zwischen ihm, seiner hoffentlich bald Lebenspartnerin und seinen beiden besten Freundinnen bleiben? Und wenn nicht, wie sollte er es überhaupt erklären? „Ich hab zwischen meinen letzten beiden Zyklen was gesehen… Was ziemlich heftiges…“, begann er dann vorsichtig zu antworten. Die Verwirrung in Palmers Gesicht sagte Julian, dass er ihm nun entweder mehr Informationen geben musste oder einen Rückzieher machen. „Weißt du was… Vergiss es…“, entschied Julian sich dann jedoch.
„Nein… Das werde ich auf gar keinen Fall… Was hast du gesehen?“, fragte Palmer genauer nach und verlieh der Frage durch seinen Tonfall und Auftritt einen gewissen Nachdruck. Julian hätte sich nicht mehr getraut etwas anderes als eine Antwort auf die Frage zu geben, selbst wenn seine Absicht eine andere gewesen wäre.
„Ich war das Sigma… Und ich war in einer Röhre mit grüner Flüssigkeit in so einem Laborraum mit vielen solcher Röhren und solcher komischer Viecher drin… Aber das wichtigste ist vielleicht sogar, dass diejenigen die dieses Labor betrieben haben… Das waren die Aliens… Unsere Aliens, die hier gerade mit uns kämpfen“, sprach er dann nach einer Weile.
„Wie sicher bist du dir, dass das was du gesehen hast… ‚real‘ war?“, frage nun Palmer genauer nach.
„Ziemlich… Ich hab das Sigma damals auf ähnliche Weise zum ersten Mal sehen können…“, antwortete Julian nun etwas verunsichert von dieser Frage und Palmer riss schockiert die Augen auf.
„Jetzt ergibt so vieles einen Sinn… Angefangen damit was hier überhaupt vor sich geht und aufgehört damit, dass die Aliens uns kaum wirklich hilfreiche Daten gegeben haben und keine Antworten, wenn wir danach gefragt haben“, kommentierte er dann.
„Da ist noch was, Palmer…“, unterbrach Julian ihn dann und zögerte dann jedoch noch einmal kurz. „Beim Aufwachen dieses Mal... Hab ich… Ich… Gottverdammt… Beim letzten Aufwachen war ich ganz schön neben mir... So richtig irre meine ich jetzt… Ich hab nicht einmal meine Geliebte und meine beiden besten Freundinnen wieder erkannt“, sprach er dann vorsichtig weiter und fragte sich während des Sprechens direkt schon weshalb er das alles von allen Menschen ausgerechnet Palmer erzählte… Ausgerechnet dem verdammten Dreckschwein, dass er am liebsten direkt auf der Stelle töten würde und es nur nicht tat, weil er ihn noch brauchte wenn er hier raus kommen wollte. Aber wahrscheinlich war letzteres genau der Grund. Wer außer Palmer könnte ihm hier weiter helfen?
„OK… Zu aller erst wirst du den Aliens mitteilen, dass die große Schlacht ohne dich stattfinden wird… Dann wirst du dich in diesen Apparat da vorne legen. Das ist ein MRT und wir werden jetzt eins von deinem Gehirn machen“, sprach dieser erstaunlich verständnisvoll und überraschte Julian mit dieser Aussage unglaublich massivst. „Im Moment bist du unsere stärkste Waffe gegen das Mistviech. Ich brauche dich in absoluter Bestform“, erklärte Palmer dann nachdem er wohl Julians überraschtes Gesicht gesehen hatte. Der nickte lediglich zustimmend und folgte Palmer dann zu dem MRT-Gerät.

Palmer sollte nach dem MRT noch zahlreiche weitere Tests an Julian durchführen, die alle zusammen ganze zwei Stunden der insgesamt sehr knappen Zeit dauern sollten. Daher waren mittlerweile auch Christina, Kim und Sandra dazu gekommen nicht zuletzt da sie nicht weniger besorgt waren wie Palmer es scheinbar im Moment war. Gerade war ein weiteres MRT-Bild aufgenommen worden und Julian wurde gerade aus der Röhre gefahren, als diese Vier ihn bereits erwartet hatten.
„OK… Ich muss jetzt ein paar Fragen stellen und die könnten etwas komisch kommen… Bereit?“, sagte Palmer direkt und Julian nickte lediglich zustimmend mit dem Kopf. „Wie ist dein Name?“
„Julian…“
„Nur Julian? Hast du keinen Nachnamen?“
„Ähm…“, kommentierte Julian schockiert als er feststellen musste, dass er seinen eigenen Nachnamen nicht mehr kannte.
„Wer bin ich?“, fragte Palmer weiter.
„Leutnant Palmer“
„Wer sind die drei?“
„Christina… Kim… Sandra…“
„Wie heißt das Dorf in dem du wohnst?“
Julian schwieg. Er hatte nicht die geringste Ahnung wie die Antwort auf die Frage lautete.
„Wie heißt die Straße?“, fragte Palmer weiter und Julian dachte immer angestrengter nach, es sollte ihm aber keine Antwort einfallen.
„Fuck!“, schrie er dann irgendwann einfach frustriert und schockiert gleichzeitig aus. Wie zur Hölle konnte man denn nicht mehr wissen wo man wohnte, von seinem eigenen Nachnamen ganz zu schweigen?
„Wie ich befürchtet hatte… Es hat bereits begonnen…“, kommentierte nun Palmer auch noch.
„Was hat begonnen?“, warf eine ebenfalls völlig schockierte Christina nun ein.
„Weder das menschliche Gehirn noch sein Verstand sind dafür gemacht die Belastung einer Zeitschleife lange auszuhalten. Wenn das ein- oder zweimal vorkommt macht das nichts. Aber bei ihm sind es weit über 500 Zyklen gewesen. Das hält kein menschliches Gehirn auf die Dauer aus. Er hat bereits jetzt schon schwere Schäden, die auf dem MRT gut zu sehen sind. In Folge dessen haben sich seine Erinnerungen angefangen aufzulösen. Seine Verrücktheit nach dem letzten Sprung ist wegen dieser Auflösung. Wir können froh sein, so lange es nicht seine motorischen Funktionen einschränkt. Aber wenn er noch weitere Zeitsprünge erlebt… Dann wird definitiv nichts mehr von seiner Persönlichkeit übrig bleiben“, erklärte Palmer gerade die Situation.
„Es ist ja nicht gerade so als ob ich das hier freiwillig machen würde…“, kommentierte Julian wütend.
„Und überhaupt… Was für ein Quatsch… Wieso trifft es dann nur ihn und mich nicht?“, fügte Christina ebenso wütend an.
„Nun… Wie lautet denn ihr Nachname, werte Dame?“, fragte Palmer lediglich mit einem gewissen Sarkasmus dagegen und Christina verstummte augenblicklich. In ihrem Gesicht zeichnete sich ein gewaltiger Schock ab, was allen Anwesenden sagen sollte, dass sie sich ebenfalls nicht mehr daran erinnern konnte.
„Ich weiß es nicht mehr…“, bestätigte sie dann auch noch die Vermutung.
„Ich nehme an, dass sie nicht ganz so stark betroffen sind, da sie meistens nicht der Auslöser waren und es waren bei ihnen auch einige Zyklen weniger. Da waren immerhin die Experimente die ich an ihm durchgeführt habe und während der großen Schlacht waren sie ebenfalls hier und geschützt vor den Auswirkungen seiner Zeitschleife. Deshalb haben sie keine Anfälle von Verrücktheit wie er, aber wie sie sehen, haben sie auch Erinnerungslücken“, erklärte Palmer weiter.
„Ich verstehe…“, kommentierte Christina erschrocken und vollkommen niedergeschlagen.
„Was ist mit den Dingen die ich gesehen hab?“, fragte nun Julian.
„Das lässt sich leider durch überhaupt gar nichts erklären. Ich nehme aber sehr stark an, dass das Sigma in diese ganze Sache involviert ist, da das erst seit dessen Auftauchen oder kurz davor angefangen hat. Es könnte eine seiner speziellen Fähigkeiten sein, die dich Dinge aus seiner Vergangenheit, aus seinen Erinnerungen sehen lässt, es könnte aber auch mit der Zeitschleife zusammen hängen oder etwas komplett anderes sein. Ich weiß es leider nicht“, antwortete Palmer sehr zu Julians Missfallen.
„Hast du denn irgendwas, was uns beiden weiterhelfen könnte? Irgendwas womit wir diese Zeitschleife beenden können und die des Sigmas am besten gleich mit?“, fragte nun Julian und Palmer schüttelte verneinend den Kopf.
„Ich arbeite mit Hochdruck daran und bin ganz nahe dran, ich weiß es, aber der Durchbruch fehlt einfach immer noch“, antwortete er dann.
„Wieso verschwendest du dann Zeit mit mir und diesen Untersuchungen? Krieg endlich raus, wie wir die Sache beenden können bevor ich tatsächlich komplett verschwinde und gar nichts mehr weiß“, fuhr Julian dann Palmer wütend an und der nickte lediglich zustimmend und entfernte sich dann wortlos von der Gruppe. Julian hoffte um seine Arbeit am Problem wieder aufzunehmen.

Das alles wurde immer schwieriger und Julian wusste auch nicht mehr wie viel sein Verstand davon noch verkraften könnte. Nun waren die Zeitschleifen auch noch schädlich für sein Gehirn und es war nur eine Frage der Zeit bis diese Verrücktheit die er bereits Christina, Kim und Sandra ungewollt gezeigt hatte vollständig zu seiner normalen Persönlichkeit werden würde. Er stand kurz davor sich selbst zu verlieren und für den Moment war alles was er unternehmen konnte daneben zu stehen und zu hoffen, dass irgend so ein Arschloch vom Militär, das er zu Tode verachtete und dem er absolut misstraute, eine Lösung für sein Problem finden würde. Und wenn er daran dachte, dass seine andere Option eine Alien-Spezies war über die er fast nichts wusste und die wahrscheinlich zu einem nicht geringen Anteil verantwortlich für die gesamte Situation war, wurde seine Hoffnungslosigkeit nicht gerade besser. Julian war sich sicher, dass er eine Krebsdiagnose besser aufgenommen hätte als das hier gerade. Christina schien dagegen recht wenig von der Tatsache dass ihr wichtige Erinnerungen fehlten beeindruckt. Kim und Sandra hatten ohnehin die ganze Zeit nur daneben gestanden und sich die Erklärungen schockiert angehört. Was hätten sie auch dazu sagen sollen? Die Situation schien einen Weg zu finden wie sie noch schlimmer werden konnte, selbst wenn das eigentlich gar nicht mehr möglich erschien. Schockiert sollte Julian außerdem feststellen, dass ihm lediglich noch zwei Stunden Zeit blieben bis das Sigma angreifen würde. Er musste so schnell wie er konnte den Planeten verlassen.
„Wo willst du hin?“, sprach ihn jedoch Christina an und hielt ihn somit davon ab, als er versuchte sich auf den Weg aus der Basis und zunächst einmal aus dem Forschungsraum zu machen.
„Ich muss von diesem Planeten runter… Das Sigma wird gleich hier sein…“, antwortete Julian hektisch und fast panisch. „Nur wenn ich oben im All sterbe und dort den Zyklus zurück setze, seid ihr drei hier in der Basis sicher“, erklärte er dann etwas ruhiger weiter.
„Du solltest besser überhaupt nicht mehr sterben…“, kommentierte Sandra die Situation.
„Das ist nur leider absolut keine Option, ganz besonders wenn ich euch alle beschützen möchte“, antwortete Julian nun und schockierte Sandra und Kim mit seiner Aussage. Christina schien so etwas erwartet zu haben.
„Julian… Lass mich an deiner Stelle gehen…“, schlug sie nun stattdessen vor.
„Aber das… Du kannst doch nicht…“, stotterte Julian lediglich als Antwort. Er wusste von vorigen Situationen noch, dass Christina ebenfalls den Zyklus zurück setzen konnte, wenn sie in einer anderen Zeitblase als er selbst sterben würde. Ihr Plan würde also definitiv funktionieren. Es war jedoch absolut nicht das was Julian wollte. Er wollte sie beschützen. Er liebte sie. Und welchen Wert hätte er denn noch für sie wenn er sie nicht einmal mehr beschützen könnte? Wenn sie das jetzt auch noch übernehmen müsste? „Ich kann dich unmöglich dem aussetzen, was dir dann bevor steht…“, kommentierte er dann dennoch nach einer Weile. „Außerdem hast du doch selbst bemerkt, dass du auch schon Auswirkungen zeigst. Was wenn es bei dir auch noch schlimmer wird?“, fügte er dann noch besorgt hinzu als Christina seine Hände nahm und ihm einmal tief in die Augen sah.
„Ich weiß dass du mich beschützen willst… Aber lass mich zur Abwechslung einmal dich beschützen, Ja?“, sagte sie dann eindringlich aber immer noch unglaublich freundlich.
„Im nächsten Zyklus… In diesem hier werde ich nochmal gehen… Und dann wechseln wir uns ab um die Last etwas besser zu verteilen… Ist das OK für dich?“, antwortete Julian ihr dann vorsichtig und versuchte bei seiner letzten Frage ihren Tonfall zu treffen. Christina entschied sich ihn als Antwort zu küssen, was Julian definitiv genügen sollte. Der Annährungs-Alarm des Sigmas sollte die beiden jedoch aus ihrem kurzzeitigen Gefühlsausbruch zurück in die Realität reißen.
„Was ist das?“, fragte Kim direkt.
„Das Sigma… Es ist hier… Über zwei Stunden zu früh… Verdammt…“, kommentierte Julian und bemerkte wie er innerlich immer mehr anspannte. Er hatte seine Zeit für diese Tests mit Palmer vertan und nun würde das Sigma den Planeten fressen bevor er ihn verlassen hätte.

Schnell stürmte Julian aus dem Raum und begann wie ein aufgebrachtes Hühnchen durch die Basis zu rennen. Sein Zustand war bereits mehr als panisch und Verzweiflung sollte schnell folgen. Er musste diesen Planeten verlassen und dann dort irgendwo im All sterben. Schnell. Bevor er gefressen wurde. Die Frage war bloß wie. Eine Nachricht an die Aliens hatte er bereits mit dem Arm-Panzer versandt, aber bisher keine Antwort erhalten. Wahrscheinlich waren sie alle bereits tot oder zu sehr mit der Schlacht beschäftigt als dass sie bereit wären ihre Zeit an einen einfachen Terraner zu verschwenden. Es änderte jedoch nichts daran, dass er irgendwie den Planeten verlassen musste und dafür gab es offensichtlich keine Möglichkeit. Gerade als er verzweifelt in einer Ecke zusammen brechen wollte, lief ihm Palmer über den Weg, der ebenfalls schnell durch die Basis rannte aber zielgerichteter wirkte als Julian es gerade tat.
„Wer hat dir erlaubt den Raum einfach zu verlassen?“, fragte er Julian direkt als sie voreinander standen.
„Ich muss den Planeten verlassen und dort sterben bevor das Sigma ihn fressen kann“, antwortete Julian offensichtlich immer noch in völliger Panik.
„Das ist genau der Grund weshalb ich dich gesucht habe. Ich hätte da einen Weg…“, kommentierte nun Palmer und Julian fühlte eine Erleichterung wie er sie lediglich nach den Experimenten von Palmer und als er aus der Verrücktheit wieder zurück gekehrt war gefühlt hatte. Am liebsten wäre er in Tränen ausgebrochen, hielt sich aber wegen Palmers Anwesenheit zurück. „…der ist allerdings ungetestet und riskant“, fügte Palmer nun noch hinzu.
„Spielt keine Rolle…“, antwortete Julian lediglich und Palmer führte ihn im Anschluss schnell in einen größeren Raum, der entfernt an einen kleinen Hangar erinnerte. Es stand jedoch nur ein Vehikel darin. Dieses wirkte auf Julian optisch wie eine eigenartige Mischung aus einem Raumjäger der Aliens und einem Flugzeug des Militärs. Und höchstwahrscheinlich lag er mit dieser Einschätzung gar nicht mal so daneben.
„Das ist einer meiner Prototypen, die ich für den Oberst gebaut hab. Wir haben die Technologie der Aliens aus abgestürzten und geborgenen Raumjägern genommen, analysiert und mit unserer eigenen etwas nachgebessert. Das Teil hier sollte also sogar noch etwas besser fliegen können als das was die Aliens einsetzen. Und nicht nur das… Es hat auch einige Funktionen, welche die Raumjäger der Aliens nicht haben“, erklärte er sich schnell. „Wie gesagt ist das einzige Problem, dass er ungetestet ist. Er sollte funktionieren aber wenn er es nicht tut kann alles passieren. Du könntest im All stranden oder vielleicht explodiert er auch hier drinnen sobald du versuchst die Triebwerke zu starten…“, fügte er weiter hinzu als Julian schnell abwinkte und Palmer unterbrach.
„Spielt keine Rolle. Hauptsache ich hab ne Chance hier irgendwie noch rechtzeitig vom Planeten runter zu kommen“, kommentierte Julian dann schnell und ging auf das Vehikel zu, nur um festzustellen, dass er keine Ahnung hatte wie es funktionierte. Palmer war ihm jedoch gefolgt und betätigte eine Taste an der Außenseite des Flugvehikels, so dass sich ähnlich wie bei einem Jet die Cockpitabdeckung öffnete.
„Ich nehme an, dass du so ein Teil bisher noch nicht benutzt hast, in keinem deiner vorigen Zyklen?“, fragte er Julian dann, während dieser sich bereits versuchte in das Flugvehikel zu quetschen. Das sollte sich als überraschend schwierig heraus stellen. Offensichtlich war niemals ein Pilot vorgesehen gewesen, der größer wäre als 1,90m. Da hatte Julian mit seinen fast 2m ein nicht zu unterschätzendes Problem. Dennoch sollte er es irgendwie trotzdem hinein schaffen.
„Nope, ich hab nicht die geringste Ahnung wie das geht…“, antwortete er dann auf Palmers Frage.
„Im Wesentlichen nicht anders als bei den Exoskeleten auch. Du denkst, das Teil tut es. Im Gegensatz zu deren Maschinen sollten unsere allerdings keine Schmerzen verursachen, wenn der Link hergestellt wird“, erklärte Palmer weiter und Julian nickte bestätigend mit dem Kopf. „Ach ja… Du solltest vielleicht auch noch wissen, dass es etwas schwieriger werden kann einen Raumjäger mit Gedanken zu steuern als ein Exoskelet. Ein Raumjäger hat keine Arme und keine Beine. Das ist wesentlich weniger intuitiv“, fügte Palmer noch hinzu und Julian nickte erneut bestätigend.
„Eine Sache noch Palmer… Sag den Drei bitte, dass es mir leid tut, dass ich einfach verschwunden bin und zu Christina, dass ich nicht vergessen habe, dass sie nächstes Mal dran ist“, sagte Julian noch und dieses Mal nickte Palmer zustimmend mit dem Kopf. Dann betätigte Julian den Schalter um das Cockpit zu schließen. Tatsächlich sollte sich danach eine Metallschiene an seine Wirbelsäule bewegen, die jedoch nicht gewaltsam in seinen Rücken eindringen sollte und daher auch keine Schmerzen verursachte. Im Anschluss sollte er sich ähnlich fühlen wie im Exoskelet der Aliens. Er fühlte dass er das Gerät jetzt mit seinen Gedanken kontrollieren konnte. Da ihm aber nicht die Zeit blieb um sich allzu lange damit zu befassen und einzufinden startete er lieber die Triebwerke, was er tatsächlich tun konnte indem er einfach daran dachte. Mittlerweile hatte sich auch der Raum vor ihm geöffnet und einen Weg nach außen freigeben. Nun galt es lediglich vollen Schub zu geben und endlich die Erde zu verlassen.

Die Beschleunigung dieses neuen Raum-Vehikels war wirklich heftig ausgefallen. Nach Julians Empfinden sogar heftiger als die eines Militär-Jets, wobei Julian das nicht wirklich beurteilen konnte, da er noch nie in einem Militär-Jet auch nur mitgeflogen war. Fakt war jedoch, dass die Beschleunigungskräfte ihn massiv nach hinten in den Sitz rissen, während das Vehikel mit extremer Geschwindigkeit aus dem Hangar hinaus fegte. Innerhalb weniger Sekunden hatte Julian bereits Mach 1 erreicht und beschleunigte weiter, so dass er sich entschied das Vehikel nach oben auszurichten und ins All vorzustoßen. Man sollte meinen dass die Geschwindigkeit sich durch den fast senkrechten Aufstieg reduzieren würde, tat sie aber nicht. Eher im Gegenteil, das Vehikel beschleunigte noch weiter. Wäre Julian der eigene Tod wegen der Zeitschleife nicht im Grunde vollkommen egal, hätte er sicherlich Angst bekommen auf Grund der extremen Geschwindigkeit. Zudem stieg er immer weiter in die Höhe auf, was ihm jedes Mal wenn er zur Seite sah aufs Neue schlagartig klar werden sollte. Er musste jedoch noch weiter hinauf. Er musste den Planeten verlassen und ins Weltall, wo er bereits vor seinem Steigflug das Sigma hatte am Horizont sehen können. Mittlerweile wich das Himmelblau der Schwärze des Weltalls, was Julian mitteilte dass er wahrscheinlich die Atmosphäre verlassen hatte oder es bald würde. Plötzlich fegten blaue Energie-Projektile vorne von links nach rechts an ihm vorbei, bevor ein Insekt des Schwarms der Plage und direkt danach ein Raum-Jäger der Aliens an ihm vorbei fegten. Es war definitiv nicht mehr weit bis in die Schlacht selbst und mittlerweile konnte Julian das Chaos aus Schiffen der Aliens, Monstern der Plage, Wracks, riesigen Monster-Leichen, Waffenfeuer, Explosionen und Blut direkt vor sich erkennen. Zu aller erst nutzte Julian nun jedoch seinen Arm-Panzer um den Aliens mitzuteilen, dass er in diesem Raum-Jäger-Prototypen saß und sie ihn bitte nicht mit einem Feind verwechseln sollten. Dennoch änderte er seinen Kurs nicht und steuerte das Vehikel mit hoher Geschwindigkeit auf die Raumschlacht zu. Es wären sicherlich nur noch wenige Sekunden bis er sie erreichen würde. Da war die Bestätigung auf die er gewartet hatte als plötzlich etwas seitlich an seinem Cockpit vorbei fegte, was aus seinem Blickwinkel aussah wie ein Stachel. Tatsächlich hatte sich ein Insekt der Plage hinter ihm platziert und nahm ihn jetzt mit diesen körpereignen Projektilen unter Feuer. Plötzlich folgten zwei weitere dieser Insekten und dann noch zwei weitere. Alle feuerten sie diese Stacheln auf Julian ab und verfehlten ihn lediglich weil Julian bereits mit seitlichen Ausweichmanövern darauf reagiert hatte. Dann nahm er schnell einen Kurs der ihn ganz knapp an einem mittelgroßen Schiff der Aliens vorbei führte und nutzte dies praktisch als Boden zur Orientierung, wobei ihm die Insekten der Plage weiter folgten. Scheiße! Nur ein minimaler Bogen nach rechts hatte Julian gerade das Leben gerettet, der auf diese Weise einem der Geschütztürme des Schiffes ausgewichen war. Eins der Insekten hatte weniger Glück und klatschte gegen das Waffensystem wie eine Mücke gegen eine Windschutzscheibe. Genauso zermatschte das Wesen auch daran in einem entsprechend blutigen Vorgang. Julians Schock saß tief. Sein gesamter Körper war weiterhin angespannt und sein Atem so tief und schnell, dass er drohte in eine Panikattacke zu verfallen. Er hatte jedoch keine Zeit sich damit zu befassen, denn die übrigen vier Insekten feuerten weiter. Zusätzlich dazu war das Schiff nun zu Ende und Julian wieder im freien Raum. Verdammt… Julian hätte Palmer fragen sollen über welche Waffen der Raumjäger verfügte, dachte er sich, als die Frage sich von selbst erledigte und sowohl links als auch rechts jeweils eine dreiläufige Energie-Waffe ausgefahren wurde. Julian vermutete dieselbe Art Energie-Waffe wie er sie schon zuvor bei Palmers Einheit in Gefechten gegen sie gesehen hatte. Als ihn die nächsten Stacheln verfehlten entschied Julian ein schnelles unerwartetes Wendemanöver durchzuführen und die Insekten mit den beiden Waffen unter Feuer zu nehmen, die sich als Gattling-Kanonen lediglich mit roten Energie-Projektilen heraus stellten. Ein gewaltiges Sperrfeuer zerriss ein weiteres Insekt in blutige Stücke, während die anderen drei schlagartig in unterschiedliche Richtungen abdrehten. Julian wählte sich eins von ihnen aus, der nach rechts-unten flog und folgte ihm. Gerade rechtzeitig da ihn sonst der Strahlen-Angriff eines größeren Alien-Schiffes getroffen und mitgerissen hätte. Überall explodierte um ihn herum alles und Projektile unterschiedlicher Art und Größe fegten um ihn herum. Es war vollkommen unmöglich auch nur im Ansatz irgendeine Art von Übersicht über das Geschehen zu behalten und dennoch folgte Julian weiter dem Insekt, das gerade an einem der Tentakelbälle vorbei fegte und nahm es unter Feuer. Leider sollte Julian feststellen, dass diese Mistviecher viel schwerer zu treffen waren, wenn man sie nicht gerade überraschte und verfehlte jeden einzelnen Schuss. Plötzlich explodierte die Rakete des Militärs am Sigma, wie in den letzten beiden Zyklen zuvor ebenfalls. Eine gewaltige Druckwelle schüttelte Julian nun noch viel heftiger durch als zuvor noch, bevor die Explosion verschwand und wie im letzten Zyklus den Blick auf ein nicht einmal beschädigtes Sigma freigeben sollte. Wie im letzten Zyklus auch hatte es die Rakete mit einer Wand aus Tentakeln abgefangen. Weitere, kleinere Explosionen sollten das Sigma überziehen, wahrscheinlich von weiteren weltraumfähigen Cruise Missiles des Militärs. Der Planetenfresser zeigte sich jedoch völlig unbeeindruckt davon und bereitete wie auch im letzten Zyklus schon einen gewaltigen Feuerstrahl in seinem Maul vor. Schockiert entschied Julian seine Verfolgung abzubrechen und lieber so schnell er konnte aus der Schussbahn dieses Flammenstrahls zu verschwinden. Er war sich jedoch nicht sicher ob er das rechtzeitig schaffen würde. Immer schneller begann er zu beschleunigen und fegte an einem mittelgroßen und dann an einem ganz besonders großen Alien-Schiff vorbei, die immer noch auf entsprechende große Wesen der Plage feuerten. Mittlerweile war er so schnell, dass er die Umgebung kaum noch richtig wahrnehmen konnte und er war sich immer noch nicht sicher ob er weit genug geflogen war um dem Angriff zu entkommen. Es spielte jedoch keine Rolle mehr, denn nun feuerte das Sigma den Flammenstrahl ab. Unzählige Explosionen durchzogen die Alien-Flotte, während Julians Raumjäger unbeschädigt blieb, da er gerade einmal einen Meter aus dem Radius des Flammenstrahls entkommen war. Nun sollte es jedoch das nächste Problem geben. Er stand fast alleine, mit nur sehr wenigen überlebenden Verbündeten der Aliens, gegen einen fast noch vollständig vorhandenen Schwarm der Plage und einen gewaltigen Planetenfresser. Ein paar Hundert gegen zehntausende und dazu noch einen Giganten. Plötzlich schlug ein gewaltiger Energiestrahl von oben-rechts kommend einmal schräg durch das Sigma hindurch. Julian konnte nicht mehr sehen von woher genau er kam, da er scheinbar von sehr weit entfernt aus einer gigantischen Weltraum-Kanone abgefeuert worden war. Ein gewaltiger Schrei ertönte und das Auge richtete sich in die Richtung des Strahls. Ein weiterer Strahl folgte und durchschlug das Auge und das Sigma noch ein weiteres Mal. Der zweite Schrei der Bestie schien noch gewaltiger zu sein als der vorherige, bevor ein dritter Strahl das Sigma in einer gewaltigen Blutfontäne zerplatzen lassen sollte. Blutbrocken wurden zur Seite geschleudert und verwandelten sich durch die Abkühlung des Alls in nicht zu unterschätzende rote Eis-Asteroiden, die noch drohten den Rest der Alien-Flotte und Julians Raumjäger zu treffen. Schnell nahm Julian eine Route, die ihn links an einem der Blutbälle vorbei führte…

Moment mal… Das war aber gerade nicht das All oder der Kampf mit dem Sigma. Das hier war der Raum in dem Palmer Julian zuvor noch untersucht hatte. Ja… Richtig… Sie hatten das Sigma ein zweites Mal vernichtet. Scheinbar hatte dieser Hammer der Götter ganze Arbeit geleistet und nun hatte sich der Zyklus durch den Tod des Sigmas erneut zurück gesetzt. Julian sah ich kurz um. Palmer, Christina, Kim und Sandra standen um ihn herum und warteten wohl auf Palmers Testergebnis.
„OK… Ich muss jetzt ein paar Fragen stellen und die könnten etwas komisch kommen… Bereit?“, sagte dieser erneut.
„Nein… Stopp…“, meldete sich Julian nun jedoch zu Wort und verwirrte alle Anwesenden. „Es gab gerade einen Time Loop, den das Sigma ausgelöst hat“, erklärte er sich dann direkt.
„Dann habt ihr die letzte Schlacht gewonnen?“, fragte Christina noch einmal genauer nach und Julian nickte zustimmend, was sowohl sie, als auch Sandra und Kim offensichtlich sehr freuen zu schien.
„Hast du jetzt endlich genügend Daten um einen Plan gegen diese Zeitschleife zu entwickeln?“, fragte Julian nun Palmer.
„Das werde ich dir wahrscheinlich erst sagen können, wenn ich auch tatsächlich eine Möglichkeit gefunden habe, aber ich bin zumindest sehr zuversichtlich“, antwortete dieser. „Ich nehme an, dass du deine Testergebnisse schon kennst?“, fragte er dann und Julian nickte zustimmend mit dem Kopf. „Und sie ebenfalls?“, wandte er sich dann Christina, die ebenfalls zustimmend mit dem Kopf nickte. „Ich entschuldige mich dann. Ich muss die Forschung am eigentlichen Problem wieder aufnehmen“, kommentierte er dann und entfernte sich von der Gruppe um genau das zu tun was er gesagt hatte.
„Ja, richtig… Was hat denn der Test nun ergeben?“, warf nun Kim ein.
„Dass wir nicht mehr so oft sterben und den Zyklus zurück setzen sollten“, antwortete Christina schnell bevor Julian es konnte. Das war eine stark vereinfachte Antwort, die das Wichtigste offen ließ, aber ausreichend und sie beschützte Julian davor mehr Details preis zu geben als er es gerade eigentlich gewollt hätte.
„Das ist ja jetzt eigentlich mal nicht unbedingt eine neue Erkenntnis…“, kommentierte Sandra mit einem gewissen Sarkasmus und Julian konnte nicht vermeiden, dass er kurz darüber lachte.
„Nun zumindest ist es ein Fortschritt, dass beim letzten Mal das Vieh und nicht er gestorben ist“, fügte Kim nun hinzu als plötzlich der Alarm für das Erscheinen des Sigmas ausgelöst wurde.
„Scheiße… Das Viech ist diesen Zyklus aber mal so richtig früh dran…“, kommentierte Julian schockiert. „Ich muss den Planeten nochmal so schnell wie möglich verlassen“, stellte er dann im Anschluss fest.
„Nein… Dieses Mal bin ich dran… Wir wollten uns Abwechseln um die Last besser zu verteilen. Erinnerst du dich?“, meldete sich Christina zu Wort.
„Das stimmt. Aber du bist erst beim nächsten Mal dran. Letztes Mal bin ich ja gar nicht gestorben“, antwortete Julian und Christina wollte ihm gerade wiedersprechen, als er sie schnell an den Armen packte, zu sich zog und küsste. „Aber ich weiß dein Angebot unglaublich zu schätzen…“, flüsterte er ihr dann zu und nun küsste Christina ihn.
„Dann tu was du musst und komm im nächsten Zyklus unbedingt wieder hier her“, antwortete sie ihm ebenfalls leise und löste sich von ihm.
„Wir sehn uns im nächsten Zyklus“, sprach Julian dann Kim und Sandra an, die ihm beide schnell zunickten, bevor Julian sich dem Ausgang zuwandte. Palmer hatte seine Arbeit abgebrochen und trat nun ebenfalls zur der Gruppe, so dass Julian sich noch einmal ihm zuwandte.
„Der Prototyp?“, fragte Palmer lediglich schnell und Julian nickte zustimmend mit dem Kopf.
„Der Prototyp…“, bestätigte er dann doch noch.
„In Ordnung, ich werde dafür sorgen, dass er bereit ist wenn du dort ankommst“, kommentierte Palmer zum Abschluss und Julian nickte noch einmal zustimmend mit dem Kopf bevor er sich schnell auf den Weg machte.

Tatsächlich sollte Julian lediglich in den Raumjäger von Palmer einsteigen und ihn starten müssen. Das funktionierte wesentlich schneller und unproblematischer als vorher noch, da Julian das Vehikel ja nun bereits kannte. Schnell versuchte Julian ins All vorzustoßen, wo er das gigantische Sigma bereits von der Erdatmosphäre aus sehen konnte. Es war dieses Mal schon ganz nahe und könnte die Erde schon bald mit seinen Tentakeln erreichen. Zu erkennen war dies dadurch, dass bereits dreimal so groß wie er Mond am Horizont des Planeten erschien. Schnell gab Julian noch mehr Schub und erreichte das Weltall, wo er nun auch das gewaltige Chaos aus Alien-Schiffen und Wesen der Plage, sowie deren Angriffen erkennen konnte. Plötzlich ereignete sich eine gewaltige Explosion am Sigma, deren Druckwelle Julian noch durchschüttelte, aber ihn nicht einmal mehr allzu sehr vom Kurs abbrachte. Der Ripper, der jedoch wie zuvor schon von einer Wand aus Tentakeln abgewehrt wurde. Tatsächlich sollte nun direkt schon der Hammer der Götter der Aliens folgen. Der gewaltige Energiestrahl krachte mitten in den gewaltigen Planetenfresser hinein, richtete jedoch nicht den geringsten Schaden an und wurde sogar in einem 45 Grad-Winkel nach oben-links abgelenkt, wo er einmal mitten durch den Mond schlug, wo er ein gewaltiges Loch durch den Himmelskörper schlug, das man wahrscheinlich sogar vom Boden aus noch erkennen konnte.
„Scheiße! FUCK!“, fluchte Julian vollkommen schockiert als er sah, dass der gewaltige Energiestrahl der Aliens ebenso nutzlos geworden war wie die Rakete des Militärs. Selbst wenn sie nun noch im Stand wären den Zyklus zu verhindern, sie hätten wahrscheinlich keine Waffensysteme mehr übrig die das Sigma töten könnten. Dieses hatte sein Auge in die Richtung ausgerichtet aus welcher der Energiestrahl gekommen war und schien in diesem weiß-gelbe Licht-Partikel anzusammeln. Schockiert sollte Julian auf das starren was er selbst mit seinem begrenzten Physikwissen noch als Photonen-Strahl identifizierte als der verglichen mit dem Sigma dünne Lichtpartikel-Strahl abgefeuert wurde. Julian konnte außerdem eine nicht zu unterschätzende Explosion in extrem weiter Entfernung wahrnehmen. Der Hammer der Götter war gerade zerstört worden und Julian war nicht einmal nahe genug gekommen um irgendwie in die Schlacht eingreifen zu können. Das Sigma war der Erde bereits sehr nahe. Es würde sicherlich gleich versuchen sie mit seinen riesigen Tentakeln zu greifen und Julian könnte dies nicht mehr verhindern. Aber irgendetwas musste er doch noch tun… Irgendetwas… Plötzlich erinnerte er sich, dass er niemals hier hoch gekommen war um die Schlacht zu gewinnen. Er war hier hoch gekommen um hier zu sterben und den Zyklus zurück zu setzen. Und so stürmte er voran mit dem größten möglichen Schub den sein Vehikel ermöglichte. Schnell fegte er durch die Reihen der Alien-Schiffe und wich dabei Schiffen unterschiedlicher Form und Größe aus, bevor er an einem davon entlang raste und dann schnell nach unten wich als der Feuer-Strahl eines Omegas das Alien-Schiff vernichtete und ihn knapp verfehlte. Weitere Feuer- und Säurebälle der Plage verfehlten ihn, während er unaufhaltsam weiter auf ihren Schwarm zusteuerte. Ein gewaltiger Schwarm Insekten sollte auf ihn zukommen, aber Julian stürmte weiter vor und aktivierte lediglich die beiden Energie-Waffen seines Raumvehikels. Mit hoher Geschwindigkeit raste er an den unzähligen Insekten vorbei und durchbrach deren Formation einfach. Mittlerweile hatte er auch die großen Wesen der Plage erreicht, die ihn scheinbar weiterhin einfach ignorierten. Schnell raste Julian an einem Krabbenwesen vorbei, als ihn plötzlich etwas von der Seite treffen und völlig aus der Bahn schleudern sollte. Gewaltige G-Kräfte wirkten einen Moment auf Julian, der völlig jede Orientierung verlor und nach mindestens zwei Minuten unkontrolliertem Flug dieser Art gegen eines der gewaltigen Wesen der Plage krachte wo das Raumvehikel mit ihm drinnen explodierte. Eine Metallstrebe schlug durch seinen Oberkörper, wahrscheinlich durch sein Herz, als der Raumjäger gegen das gewaltige Wesen krachte und die Schwärze des Todes sollte folgen. Er hatte tatsächlich ein einziges Mal in dieser ganzen Situation nicht versagt. Vielleicht gab es doch noch Hoffnung. Vielleicht…
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So, da ist der neue Lost in Time-Teil also. Auch hier... Ich dachte nicht mehr dass der je nochmal irgendwann fertig wird. Der wurde immer länger und länger. :rofl: Meine eigene Zufriedenheit geht allerdings halbwegs klar denke ich. :think1: Der Anfangspart ist für mich etwas kritisch irgendwie, aber musste eigentlich unbedingt so kommen, einfach aus der Logik des Storyverlaufs. :think1: Mich selbst stört eigentlich am meisten, dass ich nicht alles rein bekommen hab was ich rein bekommen wollte. So musste das eigentliche Ende des Teils leider ins nächste Kapitel verschoben werden. Ich schätze dass es ab jetzt noch 2 oder 3 Kapitel bis zum Schluss sein dürften. Wer so lange dabei geblieben ist, bleibt jetzt hoffentlich auch bis ganz zum Schluss dabei. :mrgreen:

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Mo 12. Okt 2026, 16:49
von Child of Bodom
Kapitel 27 – Das Ende aller Hoffnungen:

Was war hier los? Das war nicht was üblicherweise nach einem Zyklus geschah. Ach ja, richtig. Das war die selbe eigenartige grüne Flüssigkeit in derselben Glasröhre wie zuvor schon. Dieselben Aliens wie zuvor befanden sich in diesem eigenartigen Laborraum in dem sich auch seine Glasröhre befand. Er wusste jetzt genau wie sein Körper funktionierte und konnte daher auch problemlos seine Augen öffnen oder Tentakel bewegen. Aber da war dieses unglaublich drückende Gefühl von Leere. Oder sollte es Hunger besser treffen? Irgendwie musste er dieses Gefühl loswerden. Es war unmöglich zu ertragen. Er konnte es nicht länger. Er musste irgendwie hier raus. Egal wie. Und so begann er mit seinen Tentakeln so fest gegen die Glasröhre zu schlagen wie es ihm möglich sein sollte. Bisher hatte niemand auf ihn geachtet, aber seine Tentakel prallten einfach von dem Glas ab. Immer fester begann er zu zuschlagen als die Röhre plötzlich einen nicht zu unterschätzenden Riss ansetzte. Ein Alarm wurde ausgelöst und plötzlich war die gesamte Aufmerksamkeit der Aliens auf ihn gerichtet. Es war jedoch längst zu spät. Mit einem weiteren gezielten Schlag seiner unzähligen Tentakel zertrümmerte er die Glasröhre vollständig. Das Glas klirrte lautstark als es zerbrach und die Flüssigkeit sich nach allen Seiten im Labor verteilte. Dennoch hatte sich schnell eines der Aliens ein Plasma-Gewehr aufgetrieben und richtete es direkt auf ihn aus. Es war ihm jedoch völlig egal. Alles was er wollte war diese Leere irgendwie zu füllen. Und so nutzte er alle seine Tentakel um sich vom Boden abzustoßen und packte dann den Kopf des Aliens mit der Plasma-Waffe als er auf ihm landete. Das Alien versuchte ihn mit seinen beiden Armen zu packen, aber er verstand es diese mit anderen Tentakeln zu packen und festzuhalten. Die übrigen Aliens hatten gar keine Chance zu reagieren, als er den Alien-Kopf seines Opfers in sein Maul schob und ihn in einem blutigen Vorgang innerhalb von nicht mehr als zwei Sekunden zu Brei zerschredderte, den er dann in sich aufnehmen und herunter schlucken sollte. Das war ein Anfang, aber das genügte nicht. Schnell begann er den Rest des Körpers auf ähnliche Weise zu zerschreddern und zu fressen und das innerhalb von nicht mehr als zehn Sekunden. Das genügte immer noch nicht. Er brauchte mehr und so widmete er sich dem nächsten Alien im Labor, dass nicht einmal mehr reagieren konnte bevor sein Kopf geschreddert und gefressen wurde. Irgendetwas war seltsam… War der Raum geschrumpft? Nein… Die Konsolen und die Aliens waren es ebenfalls. Scheinbar musste er gewachsen sein, als er die beiden Aliens gefressen hatte. Das erleichterte es ihm in unerwartet hohem Maße als er sich dem nächsten Alien widmete und es erneut in einem blutigen Vorgang innerhalb weniger Sekunden auffressen sollte. Dann dem nächsten. Eines der Aliens hatte ein Schwert gefunden und trennte einen Tentakel ab, als er versuchte nach dem Alien damit zu greifen. Dann einen zweiten als er es ein zweites Mal versuchte. Es war das letzte Alien in diesem Raum und wenn er genau hinsah konnte er die Unsicherheit und die Angst vor dem Tod alleine schon in dessen Körperhaltung erkennen. Vier weitere Tentakel sollten abgetrennt werden, bevor drei weitere das Alien von hinten packten und ihm erneut ins Maul führten, wo es innerhalb weniger Sekunden zu blutigem Fleischmatsch zerschreddert und gefressen wurde. Das alles genügte ihm aber immer noch nicht. Er brauchte mehr. Mehr. MEHR. Und so dauerte es keine fünf Sekunden bis er sich entschieden hatte nun die übrigen Röhren mit eigenartigen Tentakel-Monstern zu zerstören und diese Monster ebenfalls zu fressen. Sie waren scheinbar nicht bei Bewusstsein und leisteten auch nicht den geringsten Wiederstand gegen das Gefressen werden. Mittlerweile war er so groß geworden, dass er problemlos den gesamten Raum ausfüllte. Er musste irgendwie hier raus. Plötzlich bemerkte er dass er durch den Raum schwebte und das nicht gerade eben erst, sondern schon eine ganze Weile. Scheinbar ein Produkt von telekinetischen Fähigkeiten. Aber wenn sie ihn völlig unbewusst Schweben lassen konnten, dann könnten sie vielleicht auch noch andere Dinge. Und so begann er sich auf die Tür zu konzentrieren und tatsächlich wurde diese massive Panzertür plötzlich nach hinten weg und dann in hunderte Stücke gerissen. Der Weg aus dem Labor war nun frei. Und das wurde auch an der Zeit. Diese innere Leere war völlig unerträglich.

Immer weiter rückte er durch diese eigenartigen Gänge vor und fraß jedes Alien, dass ihm in den Weg kam. Teilweise sogar mehrere gleichzeitig. Die innere Leere füllte sich trotzdem einfach nicht. Es war nicht zu ertragen. Er brauchte einfach mehr. Plötzlich sollte er ein Fenster finden und dieses zerstören, so dass der Weg nach draußen nun frei für ihn war. Es schien sich um eine Wüstenumgebung zu handeln. Jedoch keine wie sie auf der Erde zu finden war. Die wenigen Pflanzen die es gab sahen nicht wie Kakteen aus. Das sollte ihm jedoch für den Moment egal sein, denn nun schlug ein gewaltiges Plasma-Projektil von der Seite in ihn ein und zerstörte einen nicht zu unterschätzenden Teil seiner Tentakel. Scheiße! Diese Schmerzen! Lautstark begann er aufzuschreien und das mit derselben monströsen, quälenden Stimme, die er auch im Labor schon gezeigt hatte. Das Projektil war offensichtlich von einem Panzerfahrzeug abgefeuert worden, dass jedoch aus seinem Blickwinkel recht mickrig wirken sollte. Er hatte bereits unzählige Aliens konsumiert und war entsprechend gewachsen. Ein weiteres Projektil wurde abgefeuert, aber er entkam durch eine schnelle Bewegung zur Seite und jagte seine Tentakel mit hoher Geschwindigkeit auf das Vehikel, dass mehrmals durchschlagen wurde und explodierte. Es sollten weitere Plasma-Projektile und Raketen folgen. Unzählige Explosionen ereigneten sich an seinem Körper und sollten sich wie extrem tiefe Einstiche anfühlen. Erneut schrie er mit seiner monströsen Stimme auf, bevor er einen Teil der Exoskelete mit einem Schlag eines seiner gewaltigen Tentakel beiseite fegte. Plötzlich schwenkte ein gewaltiger blauer Energie-Strahl von hinten links an ihm vorbei und verfehlte ihn nur unglaublich knapp. Offensichtlich sollte ein Raumschiff der Aliens diesen Strahl auf ihn abgefeuert haben und nun mit weiteren Plasma-Geschütztürmen auf ihn feuern. Von beiden Seiten schlugen Projektile in ihn ein und zerrissen einige der Tentakel. Es war schmerzhaft… So unglaublich schmerzhaft… Jeder Treffer fühlte sich an wie ein Tod durch dieses Projektil sich normalerweise anfühlte, nur dass der Tod ausbleiben sollte. Ferner waren dies einfach viel zu viele Feinde auf einmal für ihn. Er war zwar so groß wie gleich zwei dieser Raumschiffe und hatte tausende, vielleicht sogar zehntausende Tentakel zur Verfügung und dennoch waren dies bereits zu viele Feinde auf einmal für ihn. Er fühlte jedoch dass er noch eine weitere Fähigkeit hatte und spuckte etwas hartes, wiederlich aussehendes aus, das ungefähr halb so groß wie er selbst war und im Anschluss auf den Wüstenboden klatschte. Schnell begann sich dieses harte etwas aufzuklappen und als der erste Omega der Plage heraus zu stellen, der das angreifende Raumschiff schnell mit seinem Flammenstrahl beiseite fegte. Während dessen entschied er selbst sich weitere Aliens in Massen am Boden mit Tentakeln zu greifen und nacheinander in sein gewaltiges Maul zu schieben. Blut spritzte in gewaltigen Massen umher als die unzähligen Körper zu Brei zermahlen und dann geschluckt wurden. Ein weiteres Omega wurde ausgespuckt und dann noch eins und je größer er selbst wurde umso mehr von ihnen konnte er gleichzeitig produzieren. Die Omegas begannen ebenfalls Aliens zu fressen und kleinere Wesen in Massen zu produzieren. Schnell war ein gigantischer Schwarm entstanden, der begann alles was auch nur im entferntesten lebte anzugreifen und zu fressen. Dies war eindeutig die Geburtsstunde der Plage. Mittlerweile war er selbst beinahe auf die Größe des Planeten angewachsen. Er hatte keine Ahnung wie viele Aliens und andere Lebewesen er bereits konsumiert hatte. Aber diese innere Leere verschwand einfach nicht. Er brauchte mehr. Er brauchte noch so unglaublich viel mehr. Und so begann er die Tentakel um den gesamten Planeten zu wickeln und fraß diesen ebenfalls innerhalb weniger Minuten. Und im Anschluss würde er sich auf den Weg durch das Universum machen und weitere Planeten fressen. Er musste diese innere Leere irgendwie füllen.

Mittlerweile wusste er nicht mehr wie viel Zeit bereits vergangen war. Es mussten bereits mehrere Jahre gewesen sein. Oder waren es eher Jahrzehnte? Oder sogar noch mehr? Er sollte in dieser Zeit mehr als hundert Planeten gefressen haben. Aber die innere Leere sollte einfach nicht verschwinden. Was sollte er nur tun? Immer wieder hatten die Aliens ihn mit Raumschiffen angegriffen und einmal hatten sie ihn auch besiegen können, was lediglich dazu geführt hatte, dass er sich kurz vor der Schlacht wieder gefunden hatte und den Kampf erneut aufnehmen konnte. Er war sich nicht sicher wieso dies geschehen war, aber er wusste aus seinem anderen Leben, wie sich das Zurücksetzen der Zeit anfühlte. Dies war ähnlich oder sogar ganz genauso. Aber mittlerweile war er ohnehin bereits so groß, dass selbst die Waffensysteme dieser Aliens sich eher wie Treffer mit Wattebällchen anfühlten als wie Treffer mit Waffen. Es war vollkommen klar, dass sie ihn nicht aufhalten könnten. Und so nahm er Kurs auf den nächsten Planeten, den er auf Grund seiner grün-blauen Farbe für bewohnt hielt. Es war das einzige was seine Leere für zumindest ganz kurze Zeit füllen konnte. Die anderen unbewohnten Planeten konnten dies nicht. Es war nicht mehr weit. Er konnte sein Ziel bereits deutlich erkennen. Plötzlich krachten zwei Energiestrahlen von nicht zu unterschätzender Größe durch seinen Körper und durchschlugen ihn von beiden Seiten. Verdammt diese Schmerzen! Ein lautstarker Schrei sollte folgen, bevor ein weiterer Strahl von rechts folgte. Wütend begann er den Feuerstrahl in seinem Maul aufzuladen und feuerte ihn in die Richtung des ersten Strahls. Der Lichtblitz einer gewaltigen Explosion war auf extrem weite Entfernung zu erkennen, was ihn annehmen ließ, dass er sein Ziel zerstört hatte. Es folgten zwei weitere Strahlenangriffe, denen er jedoch schaffte durch seitliche Bewegung nach rechts zu entkommen. Allerdings stimmte hier irgendetwas nicht. Irgendetwas, er konnte jedoch nicht genau bestimmen was. Plötzlich ein weiterer Volltreffer von links. Dieses Mal ein Projektil, das eine gewaltige Explosion verursachte, die genügte um selbst ihn mit seiner gewaltigen Masse zur Seite zu schleudern… Genau durch einen dimensionalen Spalt, der sich unbemerkt neben ihm gebildet hatte und in einen Raum führte, der in allen Farben flimmerte. Er versuchte so schnell seine gewaltige Masse es zuließ zu entkommen, aber es war längst zu spät. Der Spalt hatte sich bereits wieder geschlossen. Er war in diesem seltsamen Raum gefangen und würde nicht so einfach entkommen können.

Er wusste nicht mehr wie lange er in diesem eigenartigen Raum schon umher schwebte. Er fühlte sich völlig leer und gleichzeitig unendlich groß an. Außer der flimmernden, extrem grellen, extrem bunten Färbung des Raumes, die sich nicht veränderte, gab es hier nichts. Keine Planeten, keine anderen Lebewesen und was am wichtigsten war… Keine Nahrung… Keinen Weg diese innere Leere zu füllen. Es war qualvoll. Unerträglich qualvoll. Er wusste nicht wie lange er es noch ertragen konnte ohne dass er einen Versuch starten würde sein Leben zu nehmen. Er begann Feuerstrahlen beliebig in alle Richtungen abzufeuern, danach Lichtstrahlen aus seinem Auge. Nichts traf auf irgendetwas. Dieser Raum war völlig leer. Und er war hier drinnen absolut alleine. Plötzlich begann er jedoch etwas anderes zu fühlen. Irgendwo hier in diesem leeren Raum befand sich doch noch etwas anderes. Langsam begann er seinem Gefühl nachzugehen und sollte tatsächlich eine eigenartige Verzerrung dieses Raumes finden. Fasziniert starrte er über viele Stunden die Stelle an, an der das Flimmern des bunten Raumes eine eigenartige Form angenommen hatte, die sich vom Rest völlig unterschied. Erst nach langer Bedenkzeit begann er langsam zu verstehen, dass es sich hierbei um einen Riss in seinem Gefängnis handelte. Woher dieser kam, warum er da war und wohin er führte… Nichts davon interessierte ihn in diesem Moment. Alles was er wollte war diesen Raum verlassen und seine innere Leere wieder füllen. Leider war dieser Riss im Raum lediglich ein paar Meter groß und sollte somit niemals genügen, dass er mit seiner gewaltigen Planetengröße dort hindurch passte. Aber vielleicht könnte er etwas anderes tun. Er hatte einige neue Fähigkeiten an sich entdeckt seit er in diesem Raum eingesperrt war und eine davon war das ‚Aussenden seines Geistes‘, was genau das war was er tun sollte. Es fühlte sich immer noch eigenartig an, wenn sein Bewusstsein seinen gigantischen Körper verließ und er sich nun noch müheloser durch den Raum bewegen konnte als zuvor schon, aber das vereinfachte ihm die Bewegung durch den Spalt erheblich. Als er in den Spalt eintrat wurde plötzlich kurzzeitig alles weiß, dann fand er sich in einer völlig fremden Umgebung wieder. Hier hatten sich unzählige eigenartige Wesen, die er noch nie gesehen hatte, versammelt und taten irgendetwas, was er nicht verstehen konnte. Was waren dies für eigenartige Vehikel, die sich auf runden Gebilden über den Boden bewegten anstatt einfach zu schweben? Und was war das für ein eigenartiger Krach, der aus einer der Richtungen kommen sollte? Schnell entschied er sich, sich zurück zu ziehen und verschwand in eine der Pflanzen in der Nähe. Er war sich unsicher ob die Wesen im Stande waren ihn in dieser Geistesform zu sehen, aber er wollte auch kein Risiko eingehen. Von hier aus würde er weiter beobachten was geschehen würde. Plötzlich fühlte er die Aufmerksamkeit von einem der Wesen auf sich. Langsam und vorsichtig sollte es sich seinem Versteck näheren und niemals den Blick von ihm nehmen. War er etwa entdeckt worden? Nein, unmöglich… Absolut unmöglich… Und dennoch kam dieses Wesen ihm immer näher. Dann entschied es wohl jedoch, dass die Situation nicht bedeutend genug war, wandte sich wieder ab und ging seiner Wege. Eines war ihm während seiner Beobachtungen jedoch eindeutig klar geworden. Diese seltsamen Wesen waren eine perfekte Nahrungsquelle… Ein perfekter Weg um vielleicht doch noch seine innere Leere füllen zu können. Ein Weg wie er diesen unmöglichen Qualen doch noch entgehen könnte. Plötzlich kam ein weiteres Wesen auf sein Versteck zu. Und dieses schien aufmerksamer und interessierter zu sein als das Letzte. Es sollte ihm immer näher kommen und steckte sogar seinen Arm in die Pflanze hinein in der er sich Schutz gesucht hatte. Eine kurze Berührung folgte und kurzzeitig wurde alles wieder weiß bevor er sich wieder in dem bunten Raum in seinem planetengroßen Körper finden sollte. Egal was gerade gesehen war. Er musste irgendwie durch diesen Riss gelangen und diesen Planeten fressen, den er gerade gefunden hatte. Es gab jedoch nichts mehr was er nun noch tun konnte. Oder doch? Er könnte einige der Wesen, die er im Stande war mit seinem Körper zu produzieren dort hindurch senden, was genau das war was er auch tun sollte. Nun blieb ihm lediglich das Abwarten. Und tatsächlich… Nach einiger Zeit schien sich der Spalt tatsächlich von selbst zu erweitern, so dass er den Vorgang wiederholte und das mehrmals. Bald würde er aus diesem Gefängnis entkommen können… Bald… Sehr bald…


Einmal mehr erwachte Julian laut schreiend in seinem Transporter auf dem Festival. Dieses Mal war sein Tod vergleichsweise schnell und schmerzlos verlaufen. Nein, das war nicht der Grund weshalb er aufschrie. Der Grund war das was er zwischen diesen beiden Loops erlebt und gesehen hatte. Was hatte das überhaupt alles zu bedeuten? Julian hatte gerade das gesamte Leben des Sigmas bis zu dem Punkt an dem es aus der anderen Dimension erscheinen würde noch einmal durchlebt. Oder hatte er es nicht viel mehr einfach nur durchlebt weil in Wahrheit er das Sigma war? Wie konnte das sein? Das war doch völlig unmöglich. Genauso unmöglich wie es war, dass er und Christina ihre Chronoton-Verstrahlung von dem Sigma erhalten hatten und nicht von dem Experiment des Militärs. Das war alles so unglaublich verrückt und ergab nicht den geringsten Sinn. Julian begann erneut in völlig irres Gelächter auszubrechen. Wer zum Teufel war er überhaupt? War er überhaupt real? War das alles hier überhaupt real? Was bedeutete überhaupt real? Wie definierte sich das? Nein Stopp! Das ging gerade alles einen Schritt zu weit. Er wusste genau wer er war… Sein Name war Julian und er steckte in dieser Zeitschleife fest nachdem er eigentlich nur dieses Metal-Festival besuchen wollte. Er hatte eine wunderschöne Freundin die Christina hieß und zwei ebenfalls sehr hübsche beste Freundinnen die Kim und Sandra hießen. Ganz besonders der Gedanke an Christina erinnerte ihn an so viele wunderschöne Dinge, dass er es tatsächlich noch einmal schaffte von der Verrücktheit zurück zu kehren und das bevor er damit beginnen konnte sich selbst wie beim letzten Mal Dinge anzutun. Es spielte im Endeffekt keine Rolle ob er das Sigma war oder ob er lediglich dessen gesamte Erinnerungen gesehen hatte. Es änderte nichts daran, dass er den Loop durchbrechen musste und dann zusammen mit Christina ein glückliches Leben führen würde. Diese Aliens allerdings müsste er wahrscheinlich irgendwann noch mit dem konfrontieren, was er da gesehen hatte. Jetzt müsste er erst einmal zurück in die Militärbasis… Genau in diesem Moment piepste sein Arm-Panzer und zeigte eine Nachricht von Christina an. Schockiert sollte Julian zum ersten Mal seit Beginn dieses Zyklus auf die Uhr sehen können und feststellen, dass bereits mehr als eine Stunde vergangen war. Er hatte so lange gebraucht um aus der Verrücktheit wieder zu sich zu finden? Entsprechend lautete die Nachricht von Christina auch: „Wo bleibst du? Palmer will uns alle so schnell es geht zu einer Besprechung sehen. Vielleicht hat er endlich einen Weg gefunden wie wir hier raus kommen“ und Julian konnte nicht vermeiden, dass sich ein Gefühl der Hoffnung in ihm breit machte. Wenn Palmer wirklich einen Weg aus der Zeitschleife gefunden hatte, dann würde vielleicht wirklich am Ende noch alles gut werden können. „Tut mir leid. Ich war kurz noch mal etwas ‚außer Betrieb‘. Es geht mir aber wieder gut. Ich mache mich direkt auf den Weg“, antwortete Julian schnell auf die Nachricht, betrieb etwas notdürftige Körperpflege und setzte sich dann in den Transporter um zur Militärbasis zu fahren. Dabei nahm er kurz noch einmal einen Blick über das Festivalgelände. Ob es wohl eine Möglichkeit gab, dass er zurück ganz an den Anfang des Festivals springen könnte, wenn er den Time Loop durchbrach? Das würde er eigentlich schon gerne noch einmal erleben können. Aber wahrscheinlich war das etwas zu viel verlangt. Jetzt musste er zuerst einmal zur Basis und sehen was Palmer unbedingt von ihnen allen wollte.

Es war nicht sehr lange zu fahren bis zur Basis. Und dennoch hatte Julian sich entschieden dieses Mal etwas zu tun, was er schon lange nicht mehr getan hatte. Er hatte sich sein Smartphone genommen und mit diesem ein wenig seiner Musik auf die Anlage des Transporters gelegt. Generell sollte Julian auffallen, dass er sein Handy schon lange nicht mehr benutzt hatte. Wahrscheinlich weil der Arm-Panzer der Aliens die Kommunikationsfunktion die meiste Zeit übernahm. Er bezweifelte aber, dass der Arm-Panzer sich mit der Anlage des Transporters verbinden konnte und selbst wenn, bezweifelte er sehr stark, dass sich dort seine Musik auffinden ließe. Generell fühlte er sich so unglaublich hoffnungsvoll wegen dieser Besprechung, er konnte kaum ausdrücken wie sehr. Schnell hatte er das Fahrzeug vor der Basis geparkt und diese dann betreten. Ein Soldat fing ihn dort bereits ab und führte ihn dann in einen größeren Besprechungsraum in dem sich bereits auch schon Palmer, fünf andere Soldaten die Julian nicht kannte, Christina, Kim, Sandra, der Anführer der Aliens und fünf weitere Aliens befanden. Man schien lediglich noch auf ihn gewartet zu haben. Sowohl die Aliens als auch Palmers Leute wirkten bereits etwas unruhig. Allerdings konnte Julian auch nicht behaupten, dass seine drei Begleiterinnen entspannt wirkten. Wahrscheinlich wollten sie alle jetzt unbedingt wissen was Palmer heraus gefunden hatte. Julian wirkte tatsächlich von allen Anwesenden am entspanntesten, als er sich auf den freien Sitzplatz zwischen Christina und Kim platzierte. Direkt darauf erhob sich Palmer, der ebenfalls wirkte als ob er etwas verkünden wollte wofür er mit starkem Wiederstand rechnete. Nun war Julian tatsächlich selbst extrem gespannt was er gleich ansagen und erklären wollte.
„In Ordnung… Da wir nun alle vollständig sind kann ich auch beginnen…“, kommentierte Palmer die Situation und sah einmal durch die Runde. Keiner sagte etwas. „Wie alle wissen haben wir zwei gewaltige Probleme. Das ist einmal dieser Planetenfresser und die Zeitschleife. Den Planetenfresser können wir zwar mittlerweile töten…“, begann er dann weiter zu sprechen.
„…Nicht mehr. In den letzten beiden Zeitschleifen hat er sich irgendwie auf die Waffen eingestellt. Wir bräuchten da etwas neues…“, unterbrach Julian schnell Palmer. Er hatte eigentlich erwartet dass Palmer direkt weiter sprechen würde, aber er ließ sich Zeit und schien abzuwägen ob er das was er sagen wollte auch wirklich sagen sollte. Eine Verhaltensweise die Julian gut von sich selbst kannte und deshalb auch bei Palmer gut erkennen konnte.
„Die Sache ist die… Wenn wir die Methode wählen die ich entwickelt habe, wird das Sigma vollständig verschwinden, zusammen mit der gesamten Plage… Wir haben heraus gefunden wo genau sich der Kristall in dem Wesen befindet und es stellte sich heraus, dass wir lediglich unseren eigenen Kristall ebenfalls dorthin bringen müssen und wenn beide Kristalle aufeinander treffen wird es zu einer gewaltigen Vernichtungsreaktion kommen, die sowohl das Sigma als auch die Kristalle vollständig aus der Zeitlinie löscht… So als hätte es sie niemals gegeben… Das bedeutet es wird auch niemals eine Zeitschleife gegeben haben und keine Plage“, erklärte Palmer dann weiter und Julian begann sich bereits unglaublich zu freuen.
„Das ist doch wirklich klasse… Warum sitzen wir dann noch hier und reden? Sehen wir lieber zu, dass wir das Viech endlich loswerden“, konnte Julian sich nicht verkneifen zu kommentieren und bemerkte wie Palmer immer nervöser wurde.
„Julian… Lass ihn bitte zu Ende erklären…“, meldete sich Christina neben ihm zu Wort. Sie klang unglaublich niedergeschlagen für ihre Zwecke und schien sich schon die ganze Zeit die Tränen zurück halten zu müssen. Bei Kim und Sandra hatte er einen ähnlichen Eindruck und er verstand noch nicht so recht weshalb, insbesondere bei diesen Nachrichten.
„…Die Sache ist die…“, begann Palmer die Stille kurz zu füllen. „Stellt euch das ganze am ehesten wie eine exotherme chemische Reaktion vor. Ihr habt zwei Substanzen die ihr vermischt. Es passiert nichts. Wenn ihr eine Flamme dran haltet explodiert die Mischung förmlich, weil ihr dem Gemisch die nötige Aktivierungsenergie gegeben habt. Und genau sowas brauchen wir hierfür auch... Und diese Aktivierungsenergie… Die kann nur von jemandem mit hoher Chronotonen-Verstrahlung kommen. Also von einem von ihnen beiden…“, erklärte Palmer weiter unsicher und deutete bei seinem letzten Satz auf Julian und Christina. „Das Problem dabei ist aber… Dass die Person die das übernimmt ebenfalls aus der Zeitlinie gelöscht wird und niemals existiert hat“, fügte er noch schnell hinzu und wirkte als würde er innerlich zusammen brechen bei seinen letzten Worten.
„Moment… Der einzige Weg aus der Zeitschleife auszubrechen ist indem sich einer von uns beiden für den anderen opfert und dann nie existiert hat? Du willst mich wohl gerade verarschen oder sowas…“, kommentierte Julian lediglich unglaublich wütend und schockiert gleichzeitig.
„Ganz bestimmt will ich das nicht…“, antwortete Palmer schnell. „Ich wünschte es gäbe irgendeinen anderen Weg. Aber den gibt es nicht. Der einzige Weg wie wir die Welt retten können ist indem wir einen von euch beiden Opfern… Und vorzugsweise sie, da ihre Hirnschäden weiter fortgeschritten sind und ihre Chronotonen-Verstrahlung höher ist als ihre… Das erhöht die Erfolgschancen erheblich…“, fügte er dann noch hinzu.
„Was ist mit deinen neu erfundenen Waffen?“, warf Julian ein.
„Werden mit verschwinden…“, antwortete Palmer
„Und das stört dich nicht?“, fragte Julian schnell nach.
„Natürlich stört es mich… Aber was nutzen mir meine Erfindungen, wenn die Welt unter geht und ich sie nicht einmal jemandem präsentieren kann, der Interesse daran hat…“, antwortete Palmer lediglich und eine Weile sagte keiner der Anwesenden etwas.
„Wann können wir mit der Umsetzung des Plans rechnen?“, fragte dann der Anführer der Aliens mit seiner monotonen Übersetzerstimme.
„Das ist ja jetzt mal wieder typisch für euch. Die beiden haben gerade erfahren, dass einer von ihnen für immer verschwinden wird und ihr…“, fuhr Sandra nun den Alien-Anführer wütend an, aber Julian hob beschwichtigend den Arm.
„Ich brauche etwas Zeit um eine Entscheidung zu treffen. Und eventuell noch etwas mehr“, antwortete Julian, als das Alien offensichtlich wütend von seinem Sitzplatz aufsprang.
„Das ist völlig inakzeptabel!“, rief es mit seiner monotonen Computerstimme aus.
„Ich bin derjenige der niemals existiert haben wird. Ich entscheide ob und wann der Plan ausgeführt wird. Eure Meinung dazu interessiert mich ehrlich gesagt einen Scheißdreck. Ihr seid diejenigen die dieses Monster und die Plage geschaffen haben. Ihr habt das alles überhaupt verursacht“, kommentierte Julian lediglich ruhig und gelassen, wohl wissend dass dieses Alien durchaus fähig wäre ihm einfach mit einem Arm den Kopf abzureißen wenn es wollte.
„Wie kannst du davon wissen?“, fragte es jedoch stattdessen lediglich verwirrt.
„Ich habe es gesehen… Zwischen meinen Zyklen…“, antwortete Julian.
„Wir haben verstanden… Alles…“, kommentierte dann der Alien-Anführer und aktivierte den Teleporter der sie alle sechs zurück auf deren Raumschiff brachte.
„Wenn ihr mich kurz entschuldigt… Ich und meine Leute müssen noch die Details des Plans ausarbeiten… Wenn ihr noch irgendetwas braucht, egal was es ist, lasst es meine Leute wissen, sie werden dafür sorgen dass es da ist… Und jetzt lasse ich euch Vier mal alleine, ihr habt euch sicher einiges zu sagen…“, meldete sich dann Palmer zu Wort bevor er und die anderen Anwesenden vom Militär ebenfalls den Raum verlassen sollten.

Julian wusste überhaupt nicht genau wie er sich jetzt verhalten sollte. Er wusste nicht einmal wie er sich fühlen sollte. Seine ganzen Hoffnungen auf ein glückliches Leben mit Christina zusammen waren gerade von einem auf den anderen Moment zerstört worden. Gleichzeitig war dies auch ein Ende. Ein Abschluss. Und damit auch etwas, dass er sich schon lange gewünscht hatte. Egal wie oft er darüber nachdachte, er wusste immer noch nicht wie er sich jetzt genau damit fühlte. Fakt war jedoch auch für ihn dass er es tun würde. Ein Blick nach beiden Seiten, wo Kim, Sandra und Christina sitzen sollten, teilte ihm alle Gründe mit die er brauchte um zu tun was er scheinbar tun müsste.
„Julian… Lass mich es an deiner Stelle tun…“, brach Christina nach einer Weile vorsichtig das Schweigen und riss Julian mit einem Schock aus seinen Überlegungen.
„Auf gar keinen Fall… Ich könnte ohne dich nicht existieren“, antwortete Julian schnell.
„Denkst du ich könnte das?“, erwiederte Christina genauso schnell.
„Du wirst nicht einmal wissen, dass es mich je gegeben hat…“, antwortete Julian nach einem kurzen Moment Bedenkzeit.
„Das würde ja dann auch umgekehrt für dich gelten“, kommentierte Christina und warf Julian einmal völlig aus dem Konzept.
„Ich kann das trotzdem nicht zulassen“, sagte er dennoch unerwartet selbstsicher. „Ich würde niemals zulassen, dass eine Frau die unglaublich lieb, stark, verlässlich, tolerant und vor allem aber wunderschön ist sich für so etwas opfert, wenn ich es auch selbst tun kann“, fügte er dann vollkommen ruhig und gelassen hinzu, aber in einer Art die keine Wiederrede mehr zuließ.
„Du musst das trotzdem nicht tun… Lass es einfach sein und bleib für immer in dieser Zeitschleife…“, warf nun Kim ein.
„Das kann ich leider auch nicht tun. Ihr wisst doch selbst, dass mein Gehirn jetzt schon Schweizerkäse ist und wenn ich zu viele Loops hatte, ist gar nichts mehr von mir übrig. Es spielt also im Endeffekt keine Rolle ob ich mich aus der Existenz löschen lasse oder so weiter mache und sich meine Persönlichkeit auflöst. Tot bin ich in beiden Fällen“, antwortete Julian immer noch unglaublich gelassen für das was er da sagte. Er wusste immer noch nicht so richtig wie er sich fühlen sollte.
„Aber du… Wieso kannst du das hier so einfach hinnehmen?“, fragte nun Sandra.
„Du wirst das nicht mehr wissen, es war in einem anderen Loop, bevor ich euch beide sicher in der Basis hier unterbringen konnte, aber ich hab mich schon einmal damit abgefunden. Und ich muss nur einmal durch den Raum sehen um zu wissen was ich tue und warum ich es tue. Ich werde die Welt retten… Für euch…“, antwortete Julian unglaublich gefasst für seine Zwecke. Und es waren die letzten zwei Sätze die ihm klar machten wie er sich über diese Sache fühlte. Und wenn er noch mehr darüber nachdachte wurde ihm eine weitere Sache immer klarer. Er würde es jederzeit wieder tun. Immer wenn er diese Entscheidung treffen müsste würde sie genauso aussehen.

Nach dem letzten Gespräch der Vier waren sie zunächst einmal auseinander gegangen und alle in ihre Räume verschwunden. Es waren noch geschätzte vier Stunden bis das Sigma in diesem Zyklus die Erde angreifen würde. Julian saß an dem Tisch in seiner Unterkunft und versuchte weiterhin seine Gefühle zu ordnen, während er sich entschieden hatte noch ein letztes Mal eines seiner Lieblingsspiele auf dem Smartphone zu spielen. Es war immerhin die aller letzte Option dazu. Plötzlich klopfte es an einer Tür und Kim sollte eintreten, was Julian sehr überraschte. Er hatte eigentlich mit Christina gerechnet.
„Hi, Kim… Was führt dich hier her?“, sprach er sie dennoch unglaublich freundlich an, wohl wissend dass nun nichts mehr was er jetzt noch tat wirklich eine Rolle spielen würde.
„Ich verstehe einfach nicht wie du so ruhig bleiben kannst bei dem was du vor hast zu tun…“, antwortete Kim und zum ersten Mal seit er sie kannte war ihre permanente Fröhlichkeit die nur schwer zu trüben war vollständig verschwunden und lediglich Besorgnis an diese Stelle getreten.
„Ich dachte ich hätte mich ausreichend im Besprechungsraum erklärt…“, antwortete Julian.
„Ja, das hab ich verstanden… Aber du wirst bald aus der Existenz gelöscht werden und niemals existiert haben… Niemand wird sich an dich erinnern oder an das was du getan hast… Und das stört dich überhaupt gar nicht?“, warf Kim nun noch einmal völlig aufgebracht ein und Julian fühlte wie ihn dieser Gedanke innerlich zusammen brechen ließ. Er konnte nichts dazu sagen und schwieg eine ganze Weile bevor er sich aufrichtete und einmal wütend mit den Fäusten auf den Tisch schlug.
„FUCK!“, schrie er dabei aus, bevor sich die stärkste Verzweiflung in ihm auszubreiten begann, die er überhaupt jemals in seinem Leben gefühlt hatte, was in seinem Fall einiges bedeutete, und er einfach in Tränen ausbrach. „Scheiße… Natürlich stört mich das… Ich wollte mir ein glückliches Leben mit Christina aufbauen, wenn das alles vorbei ist, vielleicht noch ein paar Festivals besuchen gehen, dieses Festival fertig besuchen, noch ein paar coole neue Leute treffen und kennen lernen und noch so unglaublich viele weitere Dinge… Nichts davon werde ich noch können… Ich will nicht gehen… Ich will nicht… Aber ich muss…“, schluchzte er dann bei, bevor er zunächst Kims Hand auf seiner Schulter fühlte und dann ihre Umarmung an seinem Rücken. Er entschied sich, sich zu ihr umzudrehen, so dass er sie ebenfalls umarmen konnte. Eine Weile verharrten sie so und Julian fühlte Kims Wärme, ein letztes Mal bevor er für immer verschwinden würde. Der Gedanke daran, dass er diese Umarmungen so lange abgelehnt hatte aus Angst was sie in ihm Auslösen würden, führte zu fast unerträglichen Reuegefühlen. Wie konnte er nur?
„Julian… Ich…“, begann Kim zu sprechen und wirkte unglaublich unsicher dabei. Julian ahnte bereits was sie sagen wollte, aber er wusste nicht ob er es wirklich hören wollte und was er damit anfangen würde. „Ich bin mir wirklich nicht sicher ob ich dir das wirklich sagen soll… Aber es wird meine letzte Gelegenheit für immer sein und wahrscheinlich spielt es gar keine Rolle…“, erklärte sie sich dann schnell und schien vor allem Zeit gewinnen zu wollen um ihren Mut zu finden. „Julian… Ich liebe dich… Ich hab dich schon immer geliebt… Schon damals in der Schule und darüber hinaus…“, sagte sie dann vorsichtig und offensichtlich sehr ängstlich, da sie wohl erwartete von Julian weggestoßen zu werden. Aber Julian hatte sich bereits entschieden sie lediglich noch fester an sich zu drücken, sobald er diese Sätze gehört hätte.
„Ich liebe dich auch… Schon immer… Ich hatte nur immer zu viel Angst dass du es nicht würdest und hab dich zurück gestoßen“, antwortete er ihr dann.
„Und Christina?“, begann Kim dann genauer zu fragen.
„Liebe ich ebenfalls… Und Sandra… Ich liebe euch alle Drei… Und deshalb werde ich das hier auch zu Ende bringen und die Welt für euch retten...“, antwortete Julian ihr und Kim begann sich ein wenig von ihm lösen, beide hielten sich trotzdem weiter in den Armen und sahen sich einen kurzen Moment lediglich an. Dann küsste Kim ihn schnell, sehr zu Julians Überraschung. Er brauchte einen Moment um zu verstehen dass dies gerade tatsächlich geschah und um zu verstehen, dass es nicht wirklich eine Rolle spielte. Er würde in den nächsten Stunden ohnehin für immer verschwinden und so sehr ihn sein Gewissen drückte wegen Christina, er konnte nicht leugnen, dass sich der Kuss mit Kim genauso gut anfühlte wie in seiner Erinnerung. Also erwiederte er ihn. Immer wieder. Mindestens fünf Minuten küssten sich die beiden bevor Kim sich entschied zu stoppen und sie beiden auseinander gingen.
„Julian… Ich hätte da eine Bitte…“, begann sie dann zu sprechen. „Kannst du vielleicht noch eine Schleife abwarten, bevor du es zu Ende bringst?“, fragte sie dann.
„Ich kann das schnell mit Palmer besprechen, aber ich verstehe nicht ganz warum…“, antwortete Julian etwas irritiert.
„Ich würde da gerne etwas organisieren und das schaffe ich wahrscheinlich in dreieinhalb Stunden nicht mehr. Und du solltest dir auch noch etwas mehr Zeit nehmen. Es ist schließlich die letzte in deinem Leben“, erklärte Kim sich dann und Julian nickte zustimmend, auch wenn er sich lediglich noch verwirrter fühlte als vor der Erklärung. Was könnte sie denn organisieren wollen, was sie nicht in der übrigen Zeit schaffte? „OK. Wir sehn uns dann im nächsten Zyklus wieder“, sagte sie dann und wirkte ein wenig als wäre ihre permanent frohe Art wieder zurück gekehrt, bevor sie den Raum wieder verließ und Julian wieder alleine mit seinen Gedanken zurück lassen sollte.

Palmer sollte ihn etwas irritiert ansehen, als Julian dessen Büro-Raum betrat. Anscheinend hatte er nicht mit Julian gerechnet.
„Ich muss zugeben, dass ich etwas überrascht bin… Was führt dich ausgerechnet zu mir?“, fragte er direkt und Julian bemerkte wie er innerlich anspannte bei dem was er gleich vor hatte.
„Bist du dir wirklich sicher, dass das der einzige Weg ist wie wir die Welt retten können?“, fragte Julian ziemlich niedergeschlagen.
„Für den Moment bin ich das leider und ich weiß nicht wie viele Zyklen uns das Sigma und dein Zustand noch lassen werden um vielleicht doch noch einen anderen Weg zu finden“, antwortete Palmer schnell. „Sonst würde ich so lange suchen bis ich einen habe, das kannst du mir glauben“, fügte er dann noch schnell hinzu.
„Bist du dir sicher, dass sich die Zeitlinie auch zurück setzen wird und es so sein wird als ob die Kristalle und das Sigma und… Ich… nie existiert haben?“, fragte Julian weiter nach.
„Zu absolut 100%“, antwortete Palmer äußerst selbstsicher.
„Damals als wir diese Allianz gebildet haben, hast du behauptet es würde so nicht passieren und ich würde mich lediglich selbst aus der Zeit löschen“, kommentierte Julian nun sehr zu Palmers Verwirrung.
„Da ich mich nicht erinnern kann so etwas je gesagt zu haben, gehe ich davon aus, dass es sich um einen anderen Palmer aus einem anderen Zyklus gehandelt hat. Was ich dir allerdings sagen kann, ist dass ein anderes Ich, wenn es so etwas gesagt hat, dich dabei angelogen hat um irgendetwas damit zu bewirken“, erklärte Palmer sich und seine Verwirrung schnell und Julian musste kurz seine Wut kontrollieren, da ihm auch klar wurde, dass diese nicht diesem Palmer galt den er vor sich hatte.
„In dem Fall will ich noch einen weiteren Zyklus…“, sagte er dann leise und unsicher.
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass du dafür niemanden um Erlaubnis bitten musst“, stellte Palmer schnell fest.
„Das ist es nicht… Es ist eher… Wie hoch sind die Risiken?“, antwortete Julian etwas sicherer.
„Nun, das ist eine andere Frage, aber die kann dir niemand wirklich ernsthaft beantworten. Niemand weiß ob das Sigma nicht in noch einem Zyklus schneller da ist, niemand weiß ob deine Persönlichkeit den Zyklus überstehen wird und die Aliens wird das ganz schön anpissen, denke ich“, kommentierte Palmer und Julian hätte bei der Erwähnung der Aliens beinahe angefangen zu lachen. „Aber es gibt noch einen anderen Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Und der hat mit unserem Plan zu tun. So wie es im Moment aussieht werden wir unseren Kristall an dem Prototypen befestigen, den du bereits kennst, und dann wirst du ihn in das Zentrum des Sigmas bringen müssen, wo sich der andere Kristall befindet. Dort wirst du dann beide Kristalle gegeneinander krachen lassen und sie zerstören. Zusammen mit deiner Chronotonen-Verseuchung sollte das die Kettenreaktion auslösen die wir brauchen. Aber du hast auch so schon gemerkt… Du musst in das Innere eines gewaltigen Tentakelballs. Das wird nicht einfach. Ich werde dir unser letztes Zeitarmband übergeben. Es wird auch jedes Mal gleich den Prototypen regenerieren und da du von dir aus Chronotonen strahlst muss es diese Aufgabe nicht übernehmen und die Energiequelle nicht belasten. Das alles wird dann dafür sorgen, dass du geschätzte 25 bis 30 Versuche hast. Aber es wird trotzdem nicht einfach“, erklärte Palmer sich schnell weiter und Julian hörte ihm aufmerksam zu. „Alleine deswegen würde ich dir empfehlen die ganze Sache in diesem Zyklus vielleicht erst mal in einem Simulator zu trainieren oder sowas und dann erst im nächsten Zyklus den tatsächlichen Versuch zu starten“, fügte Palmer noch schnell hinzu.
„In Ordnung… Dann werde ich am Ende von diesem Zyklus einfach nur wieder den Planeten verlassen und zusehen, dass ich sterbe bevor der Planet gefressen wird…“, antwortete Julian dann direkt äußerst erleichtert.
„Ich werde zusehen, dass ich dir das so einfach mache wie es möglich ist“, kommentierte nun Palmer. „Ach ja und in einer Stunde kannst du dich im Raum G45 für den Simulator einfinden“, fügte er dann noch schnell hinzu und Julian nickte zustimmend. „Ich muss trotzdem sagen, dass mich die Tatsache, dass du vorher um Erlaubnis gefragt hast massiv irritiert. Wenn mich eine deiner drei Begleiterinnen um noch einen Zyklus gebeten hätte, dann hätte mich wahrscheinlich nichts davon abhalten können noch einen Zyklus zu nehmen“, sagte er dann nach einer Weile.
„Moment… Woher weißt eigentlich von allen Leuten du davon?“, fragte Julian dann etwas schockiert.
„Sie war vor dir bei mir und hat mich darum gebeten. Ich hab ihr dieselbe Antwort gegeben wie dir“, antwortete Palmer.
„Das passt zu ihr“, kommentierte Julian mit einem deutlichen Lächeln im Gesicht.
„Ich muss ja schon gestehen… Ich bin trotzdem ein wenig neidisch…“, warf nun Palmer ein.
„Ich werde aus der Existenz gelöscht wenn das alles hier vorbei ist…“, kommentierte Julian minimal aufgebracht.
„Das ist mir bewusst… Und ich werde danach zu einem Dasein unter einem Chef wie Oberst Kurzmann zurück kehren… Auch nicht gerade der Renner, wenn du mich fragst…“, antwortete Palmer. „Ich weiß nicht was die Drei vor haben… Aber man muss nicht mal besonders genau hinsehen um zu erkennen wie sehr sie dich lieben und wie sehr du sie. Und ich weiß nicht wie viel dir das von einem Typ wie mir überhaupt bedeutet, aber du solltest dir so viel Zeit mit den dreien nehmen wie du brauchst und wie du der Meinung bist, dass ihr sie braucht“, sprach er weiter und Julian nickte noch einmal zustimmend, bevor er den Raum verlassen sollte.

Julian fand sich tatsächlich im entsprechenden Raum ein und nutzte den Simulator, den Palmer meinte, dass er nutzen sollte um sich auf das Gefecht vorzubereiten. Es war nur in keiner Weise mit dem realen Gefecht zu vergleichen. Nicht nur dass der Simulator recht schlecht gemacht war, sowohl was die Grafik anging, als auch was alles andere anging, er wurde auch noch mit Joystick und Gashebel bedient, nicht wie der Raumjäger den Julian dann auch steuern würde. Julian fühlte sich eher als würde er Colony Wars auf der Playstation spielen als in einem realen Gefecht. Entsprechend einfach schnitt er im Simulator dann auch gut ab.
„Das war nicht schlecht…“, kommentierte Palmer der daneben gestanden und die simulierten Gefechte mit angesehen hatte.
„Und in wie weit soll mich das jetzt auf das vorbereiten was mir bevorsteht?“, fragte Julian etwas irritiert von der Gesamtsituation.
„Niemand kann die Entwicklung eines Gefechts mit einem solchen Gegner vorher sagen. Aber wir können zumindest ein paar Dinge versuchen zu trainieren. Es besteht kein Zweifel, dass das Sigma dich an einem bestimmten Punkt mit seinen Tentakeln bombardieren wird. Nun hast du bereits einige Erfahrung darin ihnen auszuweichen und schaffst es vielleicht besser ihre Muster vorher zu sehen. Wenn allerdings etwas Unvorhergesehenes passiert, wirst du improvisieren müssen“, erklärte Palmer schnell und Julian atmete enttäuscht ein und aus.
„Verstehe… Ist im Hangar alles bereit dass ich bald den nächsten Zyklus starten kann?“, fragte er dann lieber schnell und Palmer nickte zustimmend. „Im nächsten Zyklus werde ich wahrscheinlich erst ganz am Ende hier in der Basis erscheinen“, kommentierte er dann noch.
„Ich wäre wirklich enttäuscht wenn doch“, antwortete Palmer lediglich bevor Julian den Raum verließ und sich auf den Weg in den Hangar machte. Wahrscheinlich wären Christina, Kim und Sandra ebenfalls dort und das war ein größeres Problem für Julian als er bereit war zu zugeben. Immerhin hatte er Kim das letzte Mal als er sie gesehen hatte geküsst und Christina seitdem nicht mehr gesehen, so dass er ihr das hätte beichten könnten. Seine Schuldgefühle drückten ihn stark und er hatte das Gefühl seine Freundin kurz vor dem Ende noch betrogen und ihr ernsthaft weh getan zu haben. Und gleichzeitig drückte ihn immer noch sein drohendes Ende, das dafür sorgte dass alle diese Gedanken und Gefühle beinahe absurd wirkten, da sie ohnehin keine wirkliche Bedeutung mehr hatten. Noch einmal hielt er kurz vor der Tür an und atmete tief durch, bevor er eintrat und dort wie er es erwartet hatte außer dem Raumjäger-Prototypen auch noch Christina, Kim und Sandra vorfand, die dort schon auf ihn gewartet hatten. Christina kam als erste auf ihn zu, fiel ihm direkt um den Hals und küsste ihn sanft aber leidenschaftlich.
„Warte…“, sagte Julian direkt als sie eine kurze Atempause machte.
„Wieso?“, fragte sie etwas irritiert.
„Ich hab vorhin Kim geküsst“, gestand er ihr schnell bevor er keine andere Gelegenheit mehr dazu bekommen würde und erwartete offensichtlich gleich von Christina angewiedert weggestoßen und angeschrien zu werden, aber die erwartete Reaktion blieb aus.
„Ach das… Das weiß ich doch schon längst, Dummerchen… Das hat sie mir direkt erzählt nachdem es passiert ist“, kommentierte Christina lediglich mit ihrer unglaublich tollen Stimme und lächelte ihn dabei unglaublich freundlich an.
„Und du hast damit kein Problem?“, fragte Julian noch einmal genauer nach.
„Hätte ich wahrscheinlich unter anderen Umständen… Aber nun ist es so wie es ist und deshalb hab ich mich dazu entschieden dich friedlich mit den anderen beiden zu teilen… Diese kurze Zeit die uns allen noch mit dir bleibt werde ich das schon schaffen“, antwortete Christina weiter und Julians Gefühlswelt eskalierte einmal völlig. Sämtliche positiven Gefühle auf einmal brachen aus, gefolgt von der gewaltigen Verzweiflung, die aus der Tatsache folgte dass er im Begriff war aus der Existenz gelöscht zu werden. Tränen begannen ihm unkontrolliert aus den Augen zu laufen. Er konnte es einfach nicht verhindern. Ungeachtet dessen konnte er gar nicht mehr beschreiben wie sehr er diese Frau in seinen Armen gerade liebte und küsste sie während ihm weiter unkontrolliert die Nässe ins Gesicht strömte. Wieder und wieder küsste er Christina, bevor sie beide langsam auseinander gingen, was ihnen offensichtlich beiden sehr schwer fallen sollte. Kim sollte die nächste sein. Sie sagte nichts, lächelte ihn nur einfach kurz an und fiel ihm dann ebenfalls um den Hals um ihn dieses Mal direkt vor Christinas Augen zu küssen. Auch das fühlte sich unglaublich gut an, auch wenn in Julian Unsicherheiten blieben wegen Christina. Er konnte nicht vermeiden, dass er während dessen zu ihr sah, nur um dann wiederrum von ihr angelächelt zu werden als sie es bemerkt hatte. Und so genoss er diese Möglichkeit Kim zu küssen und in den Armen zu halten ebenfalls noch einmal, bevor auch diese beiden sich voneinander lösten und nun Sandra an Kims Stelle trat. Sie wirkte wesentlich unsicherer dabei und schien zunächst gar nicht zu wissen was sie machen sollte. Schnell drehte sie sich zu den anderen beiden um, die ihr ermutigend zunickten, was dann auch dazu führte dass auch Sandra Julian schnell umarmte und ihn dann vorsichtig küsste. Und auch bei ihr war Julian unglaublich froh, dass er diese Gelegenheit noch einmal bekommen hatte. Plötzlich ertönte der Alarm, der das Erscheinen des Sigmas ankündigte und riss sie beide aus ihrem Gefühlsfeuerwerk.
„Ich liebe euch… Ich liebe euch alle drei…“, sagte Julian noch.
„Und wir lieben dich…“, antwortete Kim ihm.
„Ach ja… Julian… Komm nicht zur Basis im nächsten Zyklus… Wir kommen zu dir…“, meldete sich Christina noch einmal zu Wort und Julian nickte bestätigend mit dem Kopf, bevor er sich zum Raumjäger wandte und versuchte einzusteigen.
„Julian… Was auch immer im nächsten Zyklus mit dir ist… Wir sind bei dir…“, sprach Sandra ihn nun noch an und Julian wandte sich ihr noch einmal zu.
„Ich weiß…“, antwortete er ihr freundlich mit einem Lächeln bevor er in das Vehikel stieg und den Hangar verlassen sollte. Schnell war er im Weltall und erblickte erneut das Chaos, dass sie Schlacht der Aliens gegen die Plage und das Sigma hinterlassen sollte. Dieses Mal würde er jedoch nicht daran teilnehmen. Alles was er tun musste war hier oben zu sterben. Nun hatte er die freie Auswahl zwischen einer Giftspritze, einer Pistole, die Palmer beide vorsorglich im Raumjäger unterbringen hatte lassen, oder doch dem Versuch an der Schlacht teilzunehmen wo er von einem Waffensystem getroffen würde oder ein ähnlicher Tod. Julian entschied sich für die Pistole. Und wenn er ganz ehrlich war konnte er es kaum noch abwarten bis zum nächsten Zyklus, denn er ahnte dass ihm am letzten Tag seines Lebens noch etwas unglaublich positives bevor stehen würde.
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So, das zweitletzte Kapitel von Lost in Time ist damit abgeschlossen und ich bin jetzt schon innerlich völlig zerstört. Für das letzte kann ich jetzt schon ankündigen, dass ich sehr sehr sehr sehr sehr viel innere Kraft brauchen werde um das zu schreiben und es sich deshalb auf bisher noch unbestimmte Zeit verzögern wird. Ich schätze aber mal es dürfte sich jetzt schon extremst abgezeichnet haben, weshalb ich das Ende von Lost in Time an anderer Stelle wohl als kontrovers bezeichnet habe. Ich hoffe mal dass es trotzdem am Ende noch irgendwie klar geht. Genau wie ich hoffe dass jeder, der bis jetzt dran geblieben ist zum großen Finale und wirklich aller letzten Lost in Time-Kapitel dran bleiben wird. Wir sehn uns, wenn ich tatsächlich die innere Stärke hatte es auch zu schreiben. :oops: :(

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Sa 17. Okt 2026, 10:05
von Child of Bodom
Neues Intro: Catch Your Breath – Cold Light

Neues Outro: Catch Your Breath - 21 Gun Salute


Kapitel 28 – Der beste letzte Tag seines Lebens:

Bild

Er nahm wie meistens wenn er wieder erwachte zunächst einen tiefen Atemzug. Dann tastete er im Reflex seinen Kopf nach der nicht mehr vorhandenen Schussverletzung ab bevor er in verstandloses Gelächter ausbrach. Moment mal… Wer zum Teufel war er eigentlich? Wo war er genau? Was machte er eigentlich hier? Wie war eigentlich sein Name? Wie zur Hölle war sein gottverdammter Name? Er wusste die Antwort auf alle diese einfachen Fragen nicht mehr. Stattdessen konnte er sich noch daran erinnern, dass er aus einer Glasröhre mit Flüssigkeit darin ausgebrochen war und in einem Labor voller Aliens jedes einzelne davon getötet und gefressen hatte. Was war hier eigentlich los? Und wieso konnte er einfach nicht aufhören zu lachen? Wieso fühlte sich das alles hier so falsch an? Und wer zum Henker war er eigentlich? Plötzlich piepte sein Arm-Panzer. Moment er erinnerte sich an dieses Teil… Er steckte in dieser Zeitschleife fest… Irgendwann hatte er sich dieses Teil von einer Spezies Außerirdischer anlegen lassen… Plötzlich kam da ein weiteres Bild in seinen Kopf. Drei wunderschöne Frauen die ihn anlächelten, während er in dieses seltsame Metallgebilde stieg. Er kannte diese drei Frauen. Eine seit frühester Kindheit, ihr Name war Sandra. Die andere seit der Mitte seiner Schulzeit, ihr Name war Kim. Und die andere war ihm während dieser ganzen Zeitschleife begegnet und hieß Christina. Sein Name war Julian und er liebte sie alle drei. Schnell begann er mehrmals tief durch zu atmen, stoppte sein irres Gelächter noch einmal und fühlte wie er langsam aus der Finsternis zurück kehrte. Heilige Scheiße… Das war knapp gewesen… Julian fühlte mit jeder einzelnen Faser seines Körpers, dass dies sein letzter Zyklus sein müsste, sonst würde er dieses Mal für immer in diesem Zustand der Verrücktheit bleiben und dann wären auch die drei Frauen die er liebte, zusammen mit dem Rest der Welt nicht mehr zu retten. Richtig, sein Arm-Panzer hatte gepiept… Es stellte sich heraus, dass es sich um eine Nachricht von Christina gehandelt hatte. ‚Hey Julian! Bleib wo du bist und halte durch. Wir sind in 30 Minuten bei dir‘, lautete sie lediglich. Mittlerweile waren von diesen 30 Minuten noch 20 übrig, so dass Julian sich schnell entschied aus seinem improvisierten Bett in seinem Miettransporter aufzustehen, seine Zähne zu putzen, sich schnell einen ganzen Kanister Wasser über den Kopf als Ersatz für eine Dusche zu kippen und dann seine Kleidung zu wechseln. Leider war seine Auswahl durch den Festival-Besuch etwas begrenzt und seine aller liebsten Kleidungsstücke hatte er nicht mit auf das Festival genommen, aber er sollte etwas anderes finden. Er hatte sich nämlich bereits eines der Festival-Shirts eingekauft welches er sich direkt über werfen sollte. Dann ein Blick auf die Uhrzeit. Es waren noch fünf Minuten und Julian entschied sich noch einmal ein paar Schritte vom Transporter weg zu gehen und die Atmosphäre aufzunehmen, die hier auf diesem Gelände herrschte. Er hätte hier sicherlich eine gute Zeit gehabt, aber es sollte nun alles ganz anders kommen. Und dann konnte er sie bereits auf die Entfernung sehen… Die Drei Frauen hatten sich offensichtlich entschieden sich besonders für diesen Moment heraus zu putzen und trugen dazu noch Outfits wie sie Sängerinnen von manchen Bands die hier auftraten tragen würden. Christina hatte sich dabei das freizügigste von allen ausgewählt, was ein schwarzes Kleid aus Leder war, dass jedoch sehr viel von ihrer Haut, ihren Armen und vor allem ihren Beinen zeigte. Und himmelherrgott, diese Frau hatte einfach einen so tollen Körper, dass es Julian lediglich möglich war die Aufmerksamkeit auch zu den anderen beiden zu lenken, weil sie genauso toll aussahen. Kim hatte ähnliche Kleidung gewählt wie damals in dem Loop in dem Julian mit ihr zusammen gekommen war. Ein schwarzes Oberteil, dieses Mal auch aus Leder und ein schwarzer Minirock auch aus Leder. Sandra hatte sich dagegen für sehr kurze Hosen entschieden, die lediglich ihre Hüfte bedeckten und ein schwarzes Oberteil aus Leder, dass gerade einmal notdürftig ihre Vorderseite bedeckte und dabei ihre große Oberweite betonte. Ein weißer symbolischer Drache war außerdem darauf. Julian erkannte jedoch an ihrer Körperhaltung, dass sie diese Kleidung gerade gar nicht so gerne trug und sich nicht ganz wohl damit fühlte. Kim und Christina winkten ihm bereits lächelnd auf die Entfernung zu. Julian winkte zurück und kam ihnen direkt ein paar Schritte entgegen.
„Hi, Julian“, sprachen ihn Kim und Christina fast gleichzeitig an. Julians Aufmerksamkeit galt aber für den Moment weiterhin Sandra, die scheinbar immer noch mit ihrem Wohlgefühl kämpfte.
„Ist alles in Ordnung?“, sprach er sie dann an und sie schüttelte verneinend den Kopf.
„Ich fühl mich so fett in diesen Klamotten…“, erklärte sie sich dann vorsichtig.
„Du bist wunderschön, genau wie die anderen beiden“, antwortete Julian jedoch einfach nur und legte zunächst seine Hand vorsichtig oben auf ihren Kopf, bevor er zunächst sanft über ihre Wange strich und sie dann als erste der drei küsste. Sandra schien sich kurz schwer damit zu tun das Kompliment und den Kuss anzunehmen, aber sie erwiederte den Kuss und legte sogar ihre Arme dabei um ihn.
„Hey! Lass uns auch noch was übrig!“, rief Kim scherzhaft aus bevor Sandra sich von ihm löste und sie alle vier kurz lachen mussten. Dann folgten eine Umarmung und ein Kuss mit Kim und dann das Ganze noch einmal mit Christina.
„OK. Lass uns gehen…“, kommentierte letztere dann.
„Wohin denn eigentlich?“, warf Julian etwas irritiert ein.
„Naja, du erinnerst dich, dass ich in der letzten Schleife noch ein paar Dinge organisieren wollte?“, meldete sich nun Kim zu Wort und Julian nickte zustimmend. „Genau dorthin werden wir gehn“, fügte sie dann noch hinzu.
„Komm schon… Ich bin mir sicher das wird dir gefallen“, sagte dann Christina, harkte sich links in seinen Arm ein und zog ihn hinter sich her. Kim und Sandra folgten direkt, wobei Kim seine rechte Hand nehmen sollte.

Es war schon irgendwie lustig, wie sehr diese vier auf dem Festivalgelände auffallen sollten und das obwohl die Kleidung von ihnen der Veranstaltung durchaus angemessen war. Wo sonst als auf einem Metal Festival sollte man so etwas sonst tragen? Und dennoch drehten sich ständig Leute zu ihnen um. Darunter waren jedoch nicht nur neidische Männer, die sich nicht nehmen ließen die drei Damen zu bewundern, sondern scheinbar auch Frauen die ganz besonders Julian bewunderten oder sich einfach nur wunderten wie es ein Kerl wie er geschafft hatte mit gleich drei solchen Damen hier auf einem Festival zu sein. Ihr Weg führte sie zu den Bühnen wo bereits die erste Überraschung auf Julian warten sollte, denn das Programm war wohl scheinbar verändert worden. Man hatte sich entschieden die Bands die erst am nächsten Tag spielen sollten, aber bereits anwesend waren vor zu ziehen und die anderen nach hinten zu verlegen. Julian war sich sicher, dass Kim und möglicherweise auch Christina etwas mit dieser Entscheidung zu tun hatten. Nun war es ihm jedoch tatsächlich zum Schluss noch möglich geworden Any Given Day zu sehen, die Band wegen der er sich überhaupt auf diesem Festival befand. Noch ein letztes Mal packte ihn die Leidenschaft, die diese Musik bei ihm auslöste und er sprang direkt vor der Band im Moshpit herum, während die drei Damen lieber weiter hinten auf ihn warteten. Aber noch krasser sollte es werden als die Band die auf Any Given Day folgte ihn zu sich nach oben auf die Bühne rufen sollte. Nicht irgendwen… Explizit ihn… Kaum hatte er die Bühnenfläche noch etwas unsicher betreten wurde ihm bereits eine Gitarre in die Hand gedrückt und ein kurzer Soundcheck gemacht. Tatsächlich durfte er bei den letzten drei Stückern der Band den einfachen Part spielen und Julian konnte kaum beschreiben wie glücklich ihn das gerade gemacht hatte. Sein großer Traum war gerade in Erfüllung gegangen und er hatte auf einem Festival mit einer Band auftreten dürfen. Als sein Auftritt vorbei war und er sein geliehenes Instrument zurück geben musste, konnte er nicht verhindern, dass seine Gefühle ausbrachen und er alle Bandmitglieder nacheinander umarmte. Es folgte noch ein letztes Stück der Band bevor deren kompletter Auftritt endete und die nächste Band folgen sollte. Diese Band war noch ein Stück langsamer und spielte eine ganze Reihe an Baladen, die zwar nicht so gut zum moshen geeignet waren, aber dafür umso mehr um den drei Damen die ihn begleiteten immer wieder näher zu kommen. Besonders sollte ihm dabei ein Moment in Erinnerung bleiben bei dem er während eines solchen Stückes seine Hände bei Christina um die Hüften gelegt hatte, während diese sich sehr aufreizend im Rhythmus des Stückes bewegt hatte und sich im Anschluss Kim und Sandra von beiden Seiten an ihn geschmiegt hatten und zwischen seinen Körper und seine Arme geschmuggelt hatten. Und obwohl die Stimmung unglaublich ausgelassen und froh sein sollte, ein gewisses drückendes Gefühl ließ sich nicht ganz beiseite schieben. Julian bemerkte dass es nicht nur bei ihm, sondern auch bei den dreien bleiben sollte. Und wer konnte ihnen allen das übel nehmen, bei dem was er vor hatte am Ende dieses Zyklus zu tun?

Leider hatte es sich lediglich um drei Bands gehandelt die nach vorne gezogen worden waren, der Rest sollte erst am nächsten Tag eintreffen. Somit wurde das eigentliche Programm für den Tag weiter geführt, welches Julian leider schon ein paar Mal zu oft gehört hatte. Somit machten sich die Drei wieder auf den Rückweg zu seinem Miettransporter. Dieses Mal hielt er Kim und Sandra an den Händen, während Christina nebendran her ging.
„Das war wirklich das Beste was ich jemals erlebt habe…“, entwich es Julian als Kommentar.
„Das war aber gerade erst der Anfang. Wart erstmal ab was da noch kommt, wenn wir wieder im Camp sind“, antwortete Christina ihm und lächelte ihn dabei an, so dass selbst jemand wie Julian zwangsweise verstanden hatte was auf ihn zukommen würde.
„Aber wie habt ihr es geschafft die Festival-Leitung zu überreden, das Programm für mich umzuwerfen?“, fragte Julian dann.
„Ach weißt du… Mit ein wenig Charme und etwas Geld lässt sich auch sowas regeln“, antwortete Kim ihm etwas verlegen.
„Und mein Kurzauftritt bei dieser zweiten Band? Wie habt ihr das denn hinbekommen?“, fragte Julian noch weiter nach.
„Ach das war Christina… Damit hatte ich nichts zu tun…“, antwortete Kim schnell.
„Eigentlich war es Sandra… Ich hab bei allem hier nur die Rechnung bezahlt…“, fügte Christina hinzu und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Generell war es auch ihre Idee das hier auf dem Festival so zu organisieren“, sprach sie dann weiter.
„Ich…“, stotterte Sandra lediglich verlegen und ihre Gesichtsfarbe war nun endgültig auf Rot gewechselt. Als sie Julians Hand los ließ um ihrer Verlegenheit nachzugeben, packte Julian sie sich noch einmal, zog sie näher zu sich, legte seine Arme um sie und küsste sie.
„Ich danke dir… Mehr als du dir jemals vorstellen könntest…“, sagte er dann und Sandra lächelte kurz bevor sie ihn ebenfalls küsste. Dann gingen die Vier wieder weiter zum Transporter. Es war nicht mehr weit. Sie konnten ihn bereits sehen.
„Ich muss euch noch um eine letzte Sache bitten…“, meldete sich Julian vorsichtig zu Wort.
„Was denn, Julian?“, fragte Christina genauer nach und hatte dabei ihre unglaublich liebe, tolle Stimme angenommen.
„Wenn es vorbei ist und es an der Zeit ist… Kommt nicht mit mir… Ich möchte euch genauso in Erinnerung behalten wie ihr jetzt hier seid. Nicht bei einem tränenreichen Abschied in irgendeinem Militär-Hangar…“, begann er langsam zu sprechen, während er selbst gegen seine eigenen Tränen ankämpfte und als er fertig gesprochen hatte, konnte er sehen und fühlen, dass es den drei Damen ähnlich erging was den Kampf gegen die Tränen anging. Sandra schien es dabei am schwersten zu fallen, weshalb nun Kim zu ihr ging und sie über ihre Schultern streichelte. Nach einer Weile der Stille atmeten sie alle noch einmal tief durch.
„In Ordnung… Wenn es das ist was du willst, werden wir das respektieren…“, antwortete dann Kim stellvertretend für alle Drei. Damit schien das Thema für alle Vier erledigt zu sein, zumindest empfand es Julian so.
„Aber Julian… Dein Kurzauftritt vorhin… Der war wirklich klasse“, warf nun Christina ein.
„Fandest du?“, fragte Julian noch einmal genauer nach.
„Klar doch… Du kannst wirklich gut Gitarre spielen… Es ist die Fähigkeit, die du dachtest nicht zu haben... Definitiv…“, erklärte sie genauer. „Ich hab vorhin schon gesehen, dass du im Auto auch eine Gitarre hast und ich hab mich gefragt ob… Du uns vielleicht noch etwas vorspielen könntest?“, fragte sie dann etwas unsicher. Aber Julian nahm sie lediglich zu sich und küsste sie ein paar Mal.
„Jedes Stück, dass du hören willst. Das hatte ich dir doch versprochen“, antwortete er ihr dann bevor sie die letzten Schritte zum Transporter gingen. Julian nahm sich gleich als erstes seine akustische Gitarre die er für genau diese Art von Situation überhaupt eingepackt hatte und setzte sich auf sein improvisiertes Bett. Draußen setzten sich die drei Damen im Halbkreis vor ihn und warteten darauf dass er anfing. Auf dem Spontan-Auftritt war klar was er spielen sollte, aber jetzt hier war es etwas schwieriger. Nach einer Weile begann er sein erstes Stück zu spielen. Er hatte sich für einen echten Klassiker entschieden, den üblicherweise alle Leute hören wollten, wenn sie erfuhren dass jemand Gitarre spielen konnte. Nothing Else Matters von Metallica. Ein Lied das er noch gar nicht so lange spielen gelernt hatte und deshalb auch gar nicht mal so gut spielen konnte. Verdammt… Gleich am Anfang passierte ihm schon sein erster Fehler und es wurde nicht unbedingt besser, nicht zuletzt auch deshalb weil seine Gitarre nicht dafür gebaut war, dass er weiter als bis zum zwölften Bund greifen konnte, aber er spielte das Stück von Anfang bis zu Ende, egal wie viele Fehler er seiner Meinung nach gemacht hatte. Es war immerhin das aller letzte Mal, dass er das tun könnte. Die Reaktion der drei Damen, die aus überwältigendem Beifall und Hände klatschen bestehen sollte, überraschte ihn jedoch massivst.
„Das war echt klasse Julian! Du solltest eigentlich hier auf dem Festival mit deiner Band auftreten“, kommentierte Christina direkt darauf und irritierte Julian lediglich noch mehr. Aus seiner eigenen Sicht hatte er die beschissenste Version von Nothing Else Matters gespielt, die jemals ein Mensch gespielt hatte und noch dazu voller Fehler, die anscheinend außer ihm niemand gehört hatte.
„Spiel noch eins…“, meldete sich Sandra direkt als nächstes.
„Singst du eigentlich auch hin und wieder dazu?“, warf nun Kim ein und Julian fühlte wie er innerlich zusammen klappte. Wäre die Situation nicht wie sie war und dies hier seine letzte Gelegenheit, hätte er sich das was er nun gleich tun würde niemals getraut.
„Eigentlich kann ich echt überhaupt nicht singen… Aber ich kann´s für euch drei gleich mal probieren…“, antwortete Julian auf Kims Frage und atmete einmal tief durch. „OK… Ich garantiere für überhaupt nichts…“, kommentierte er dann halb ernst halb scherzhaft und begann das nächste Stück zu spielen. Everything We Need von der Band A Day To Remember. Das Stück war auf der Gitarre sehr einfach zu spielen und funktionierte daher von vorne herein schon besser. Es war der Gesangspart der Julian verängstigte, aber er gab sein bestes und scheinbar genügte das zumindest für diese Situation. Im aller letzten Part konnte er sogar seine drei Zuhörerinnen dazu bewegen sich seinem Gesang anzuschließen. Als das Stück zu Ende war, sollte ihm Christina direkt um den Hals fallen und ihn sanft aber leidenschaftlich küssen. Und auch bei den anderen beiden bemerkte er, dass sie sich kaum noch zurück halten konnten. Er schaffte es gerade noch seine Gitarre auf die Seite zu legen, bevor alle drei Damen zu ihm in das provisorische Bett kletterten und förmlich über ihn herfallen sollten.

Entspannt und glücklich wie er es niemals zuvor in seinem Leben gewesen war sollte Julian sich zwischen Kim und Sandra wieder finden, von denen jeweils eine in einem seiner Arme lag, während Christina gleich ganz auf ihm lag und ihn ebenfalls umarmte. Er fühlte und genoss noch ein wenig die Wärme dieser drei Frauen und ihre Liebe. Das alles war so viel mehr als er verdient hatte und dennoch hatte er es bekommen. Nun begann sich Christina aufzurichten und sah Julian ins Gesicht.
„Julian? Meinst du nicht, dass du noch einen Zyklus mehr bleiben kannst?“, fragte sie ihn mit ihrer zuckersüßen unglaublich verführerischen Stimme. Julian nahm seinen Arm von Sandra weg und griff stattdessen sanft Christinas Wange.
„Ich würde nichts lieber als das tun… Aber ich wusste schon beim Aufwachen vor ein paar Stunden, dass dies mein letzter Zyklus sein würde. Es tut mir leid, aber ich kann nicht mehr bleiben“, antwortete Julian dann erstaunlich ruhig dafür was er da sagte und dafür dass es ihn gerade innerlich zerriss und er eigentlich gegen einen schweren emotionalen Zusammenbruch ankämpfte.
„Dann lass mich die Zeitlinie zurück setzen. Ich werde…“, begann Christina weiter zu sprechen, bevor Julian sie unterbrach indem er sanft seinen Zeigefinger auf ihre Lippen legte und dann verneinend den Kopf schüttelte.
„Du hast auch schon Gehirnschäden und wir wissen nicht wie lange es bei dir dauert bis du genauso verrückt bist wie ich. Das kann ich einfach unmöglich zulassen“, erklärte er ihr dann in einem erstaunlich ruhigen verständnisvollen Tonfall, der ihn selbst stark überraschte. Er konnte Christina ansehen, dass sie gegen ihre Tränen ankämpfte, aber sie schaffte es sich zu beherrschen und lächelte stattdessen lieber. Zumindest so lange bis es Sandra nicht mehr gelang und sie beide in Tränen ausbrechen sollten. Kim folgte direkt darauf.
„Es ist einfach so gottverdammt beschissen unfair…“, kommentierte Sandra zwischen ihren Schluchzern. „Du wirst die Welt retten und niemand wird sich auch nur im Ansatz daran erinnern was du getan hast“, erklärte sie sich dann schnell weiter.
„Das ist OK für mich. Ich tue das nicht für eine große Belohnung. Ich tue das für euch. Und ihr habt mir bereits mehr gegeben als ich dafür von euch erwartet hätte und als ich verdiene“, antwortete Julian ihnen weiterhin ruhig.
„Das ist nicht wahr! Wenn es jemand verdient hat dann bist du das! Das und noch so viel mehr was du nie bekommen wirst…“, rief Christina aufgebracht aus und Julian musste trotz der Tatsache dass er eigentlich lieber weinen würde kurz lächeln.
„Ja du hast wahrscheinlich sogar recht…“, antwortete er ihr und zog alle drei Frauen noch einmal zu sich in seine Nähe um sie zu umarmen.
„Scheiße… Wir können dir nicht einmal versprechen, dass wir das alles niemals vergessen werden… Das werden wir…“, brachte Kim nun während ihren Schluchzern noch hervor.
„Ist schon OK“, kommentierte Julian weiterhin nach außen hin ruhig und voller unglaublicher Stärke.
„Nein… Ist es nicht…“, meldete sich Christina zu Wort.
„Aber unvermeidlich…“, fügte Sandra noch hinzu und die drei verharrten weiterhin in dieser Position, bevor sich Julians Arm-Panzer mit einem Piepen meldete. Der von Christina ebenso. Es war also an der Zeit für das Ende. Nur wiederwillig lösten sich die Damen von ihm als er sich aufrichtete und seine Kleidung langsam wieder anzog. Dann öffnete er die Tür des Transporters und ging noch einmal zu den drei Frauen, die immer noch nicht aufhören konnten um ihn zu trauern, um sie jede einzeln zu umarmen.
„Ich liebe dich…“, sagte er dabei zu jeder der drei.
„Ich liebe dich auch…“, antwortete jede einzelne und Julian wollte sich gerade umdrehen und gehen, als sie ihn noch einmal aufhielten und noch einmal zu dritt umarmten.
„Wisst ihr… Ihr werdet das hier vielleicht vergessen, aber egal was das am Ende für mich bedeutet… Ich werde es niemals vergessen… Ich liebe euch… Euch alle drei…“, sagte Julian noch abschließend und bekam ein fast gleichzeitiges „Wir lieben dich auch“, von ihnen allen zurück, bevor er sich von ihnen löste und bewusst schnellen Schrittes in Richtung des Ausgangs ging. Ebenso bewusst sah er nicht mehr zurück. Er hatte Angst, dass er sich sonst noch anders entscheiden könnte.

Julian hatte geahnt, dass das Militär ihn mit einem ihrer Fahrzeuge am Ausgang abholen würde. Er hatte jedoch nicht erwartet dass Palmer persönlich erscheinen würde um die Aufgabe zu übernehmen. Aber wahrscheinlich wollte er einfach sicher stellen, dass am Ende alles gut ging, notfalls persönlich.
„Bist du bereit für das was kommt?“, fragte er Julian direkt als er angekommen war.
„Nein…“, antwortete Julian lediglich noch, bevor er emotional völlig zusammen brechen sollte und direkt vor Palmer in blanke Verzweiflungstränen ausbrach. „Ich… Fuck... Wieso passiert das ausgerechnet jetzt und hier vor dir?“, brachte er gerade noch heraus, während er weiter gegen seinen Tränenausbruch versuchte anzukämpfen. Dann fühlte er Palmers Hand auf seiner Schulter.
„Es tut mir Leid. Die Frage war unangebracht. Niemand ist jemals wirklich bereit für das was du vor hast zu tun“, sagte Palmer und Julian merkte wie ihn diese Aussage innerlich etwas beruhigte.
„Ich will einfach nicht gehen… Ich…“, schluchzte Julian weiter.
„Dann geh nicht…“, warf Palmer schnell ein. „Nimm dir noch ein paar mehr Zyklen…“, fügte er hinzu, aber Julian schüttelte verneinend den Kopf.
„Ich hab´s diesen Zyklus beim Aufwachen schon gefühlt. Das hier muss mein letzter sein, sonst wird meine Persönlichkeit weg sein und die Welt immer wieder auf´s Neue untergehn. Das kann ich nicht zulassen“, sprach Julian weiter und während er diese Wort sprach fühlte er wie sie ihm die Kraft gaben um sich zumindest noch einmal emotional fangen zu können und weiter zu machen. „OK. Fahren wir… Jetzt… Sofort…“, drängte er Palmer dann schon förmlich und ging selbst zur Autotür. „Los doch… Bevor ich´s mir vielleicht noch anders überlege“, drängelte Julian Palmer noch einmal der sich nun nicht noch einmal bitten ließ und zu Julian ins Auto stieg um ihn dann zur Basis zu fahren.
„Hey… Ich weiß nicht was dir das von mir überhaupt bedeutet, aber es tut mir leid was ich getan habe…“, traute sich Palmer nach ungefähr fünf Minuten Fahrzeit und Schweigen zu sagen. Julian sah ihn ziemlich irritiert an. „Ich war ein Feigling und dachte ich müsste die Militärstruktur bewahren. Befehlskette und der ganze Scheiß. Ich hätte es besser wissen müssen“, sprach er dennoch weiter.
„Ich hab schon verstanden, Palmer… Und ich vergebe dir…“, antwortete Julian dann nach einer Weile und konnte Palmer an seinen entspannten Schultern ansehen wie sehr ihn das gerade erleichtert hatte. „Ist ja nicht so als ob ich nicht an einem deiner anderen Ichs ausreichende Rache genommen hätte“, fügte Julian dann noch absichtlich hinzu um Palmer zu schocken. Aber diese Reaktion blieb aus. Es folgte eher noch mehr Erleichterung.
„Ich habe bereits die Nachricht abgeschickt, die ich mir im neuen Zyklus zukommen lassen möchte. Die Wahrscheinlichkeit dass sie jedoch ankommt ist so gering, dass ich es bisher nicht für nötig gehalten hatte dir überhaupt davon zu erzählen“, sprach Palmer nun weiter.
„Ich verstehe… Zumindest ist es ein kleiner Hoffnungsschimmer auf irgendetwas…“, kommentierte Julian ruhig, nicht abwertend aber auch nicht zustimmend.
„Sollte ich mich in irgendeiner Form geirrt haben und du im neuen Zyklus noch irgendwo in irgendeiner Form existieren und diese Nachricht an mich selbst irgendwie durch ein Wunder bei mir ankommen, schwöre ich dass ich dich irgendwie suchen, finden und zumindest kontaktieren werde“, sagte nun Palmer bestimmt.
„Ist schon gut, Palmer. Du musst das nicht für mich machen“, kommentierte Julian nun doch abwertend.
„Doch, das muss ich. Es ist nur eine kleine Rückzahlung für das was ich dir angetan und genommen habe in gleich so vielerlei Hinsicht“, antwortete Palmer bestimmt und in einer Art die nach Julians Gefühl keinerlei Wiederspruch duldete. Und er verspürte auch nicht das Bedürfnis auszuprobieren was passieren würde wenn er es doch tat.
„Verstehe…“, antwortete er stattdessen ruhig kurz bevor die beiden die Basis erreichten und Palmer ihn durch das große Haupttor hinein brachte. Im Eingangsbereich verließen die beiden das Gelände-Fahrzeug und Palmer führte Julian in den Hangar in dem er den Raumjäger-Prototypen aufbewahrte. Man hatte des Weiteren den Kristall aus diesem einen besonderen Raum in der Basis dort hinaus gebracht und irgendwie oben auf dem Raumjäger angebracht. Langsam begann Julian in das Vehikel hinein zu klettern.
„Bevor ich´s vergesse. Ich sagte doch, dass das Ding ein paar Sachen kann, die die Jäger von den Aliens nicht können“, begann Palmer noch einmal zu sprechen. „Damit meinte ich vor allem, dass das Teil hier transformieren kann. Das kann es zwar nur im All, aber dann kann es das auch und das sogar sehr flüssig und in kurzer Abfolge“, erklärte er sich dann und Julian konnte nicht vermeiden, dass er erstaunt die Augen auf riss.
„Du willst mir jetzt nicht ernsthaft sagen, dass ich tatsächlich die Welt mit einem Mecha retten darf?“, warf er freudig und überrascht ein.
„Ähm… Wenn du es so formulieren möchtest…“, antwortete Palmer etwas unsicher.
„Gerade als ich dachte dass mein Tag kaum noch besser werden könnte, lässt Leutnant Palmer noch meinen letzten großen Kindheitstraum wahr werden“, kommentierte ein völlig glücklicher Julian sehr zu Palmers Irritation.
„OK. Hier noch das Zeitarmband. Es wird dich und den Prototypen regenerieren sobald du stirbst. Allerdings nur so lange das Armband selbst unbeschädigt bleibt“, erklärte Palmer weiter während er Julian das besagte Armband am rechten Arm anlegte, direkt hinter sein Festival-Bändchen.
„Bist du denn sicher, dass du das auch schaffen wirst? Du hast zwar das Zeitarmband aber so wie ich dich verstanden hab, auch nur einen Versuch“, fragte Palmer noch einmal nach.
„Keine Sorge, Palmer… Ich bin mir sicher…“, antwortete Julian noch bevor er den Raumjäger abschloss den Link herstellte, die Triebwerke startete und mit vollem Schub den Hangar verließ.

Es sollte nicht sehr lange dauern bis Julian das Weltall erreicht hatte. Immer noch kreisten seine Gedanken regelmäßig um Christina, Kim und Sandra und um das was er gerade dabei war ihnen anzutun, während er gleichzeitig dabei war die Welt für sie zu retten. Und das war es auch worauf er sich dringend konzentrieren müsste. Auf das was ihm genau jetzt in diesem Moment bevor stehen würde. Das würde ganz bestimmt nicht einfach werden. Und dennoch war Julian sich sicher, dass er es schaffen würde. Er hatte nicht den geringsten Zweifel. Er würde es schaffen, weil er es schaffen musste. Mittlerweile hatte er die Flotte der Aliens erreicht, welcher er sich anschloss und konnte den gewaltigen Planetenfresser ebenfalls direkt vor sich erkennen. Dennoch beschäftigte ihn gerade mehr die Nachricht, die er mit seinem Arm-Panzer an die Aliens versandte um seine Kennung als Mitstreiter in der Schlacht und als Schutzziel durchzugeben. Kaum hatte er dies getan schloss sich auf jeder Seite eine vollständige Staffel Alien-Raum-Jäger, was insgesamt zehn Stück waren und bildete eine V-Formation mit Julian.
„Erste Staffel bereit...“
„Zweite Staffel bereit…“
„Hinterer Support bereit…“
„Wir sind hier zu deinem Schutz, Terraner…“, tönte es nacheinander mit verschiedenen Übersetzerstimmen durch das Kommunikationssystem und Julian bestätigte schnell, während sie sich unaufhaltsam weiter auf das Sigma zubewegten.
„Status der Plage?“, tönte eine weitere Übersetzerstimme durch die Anlage.
„Schwarm wird gebildet…“ „Die Größe nimmt zu…“ „Hält Kurs unaufhaltbar auf uns zu…“, tönten drei weitere künstliche Stimmen durch die Anlage und Julian konnte sie mittlerweile ohne Hilfsmittel seiner Bordelektronik erkennen. Den Schwarm der Plage, der sein erstes Hindernis darstellen würde. Aber zum Glück musste er dieses Hindernis nicht alleine bewältigen und hatte eine vollständige Raumschiff-Flotte an seiner Seite.
„Waffen voll aufgeladen…“ „Schilde aktiv…“ „Gesamte Flotte meldet vollständige Gefechtsbereitschaft…“ „Großkampfschiffe… Bereit halten zum Feuern… Raumjäger in Bereitschaft halten…“ „Feuerbereitschaft wird bestätigt…“ „Feuer!“, tönte es durch die Kommunikationsanlage noch bevor das Chaos beginnen sollte und die Schiffe der Alien-Flotte ihre gesamten Waffensysteme in die Plage leeren sollten. Gewaltige Explosionen zerfetzten unterschiedliche Wesen der Plage und verteilten ihre blutigen Stücke im Weltall, während weiter Plasma-Projektile unterschiedlicher Größe, Raketen, blaue Strahlen unterschiedlicher Größe und viele weitere Waffensysteme die sich in dem Chaos kaum noch unterscheiden ließen, in den Schwarm hinein regneten. Julian wusste jedoch bereits aus seinen vergangenen Zyklen, dass der Schwarm noch wesentlich größer werden würde und das Gefecht noch wesentlich unübersichtlicher. Erste Gegen-Angriffe der Plage sollten folgen als Feuerstrahlen von Omegas durch die Flotte zogen und ganze Schiffe einfach beiseite fegten. Allerdings wurden auch Säure-Projektile und Stacheln unterschiedlicher Größenordnung eingesetzt, während die Schwärme sich der Flotte mit hoher Geschwindigkeit näherten.
„Ich muss starten… Die Verluste werden sonst immer höher werden…“, kommentierte Julian.
„Der Terraner wird angewiesen in seiner Position zu verbleiben und auf das entsprechende Kommando zu warten. Ein Erfolg des Plans ist nur dann überhaupt möglich“, antwortete eines der Aliens ihm jedoch und so schwer Julian es auch fallen sollte, er entschied sich darauf zu hören und zu warten. Plötzlich fegte ein Flammenstrahl über ein kleines Großkampfschiff direkt rechts neben ihm hinweg und brachte es einfach zur Explosion. Daraufhin krachten Stacheln in ein etwas größeres Schiff über ihm und explodierten im Anschluss, wobei sie ein gewaltiges Loch in die Unterseite rissen. Auf einmal verlor ein brennendes mittleres Schiff die Kontrolle und fegte einmal von links nach rechts durch die Flugbahn von Julian und seiner Begleitstaffel, so dass sie gezwungen waren ausweichende Flugmanöver in praktisch alle Richtungen an dem Schiff vorbei zu machen. Das brennende Schiff krachte gegen ein größeres und brachte sie beide zur Explosion. Julian verstand immer weniger worauf er eigentlich genau warten sollte. Die Situation schien mit jeder Sekunde die verging aus seiner Sicht eher schwieriger zu werden, als einfacher. Vielleicht wäre dies der passende Moment den neuen Mecha-Modus auszuprobieren von dem Palmer ihm erzählt hatte.
„Der Terraner wird angewiesen auf die Transformation bis zum Vorstoß-Kommando zu verzichten“, tönte es plötzlich durch die Kommunikationsanlage. Wie hatten die Aliens seine Gedanken lesen können? Ach nein… Das war wahrscheinlich Palmer gewesen, der diese Anweisung von der Erde aus gegeben hatte. Der kannte Julian und seine Art vorzugehen lange genug um zu wissen, dass er in dieser Situation das tun würde. Ein Feuerball der knapp unter Julians Raumjäger entlang fegte riss ihn sofort wieder in die Realität zurück, bevor er nach unten wich und gerade noch einem gewaltigen Flammenstrahl eines Omegas entkam, der schnell von rechts nach links durch die Flotte geschwenkt wurde. Direkt darauf feuerte ein größeres Alien-Schiff links neben ihm mit zwei blauen Strahlen, die den Omega einfach durchschlugen und seine Eingeweide in einem blutigen Vorgang durchs Weltall verteilten. Plötzlich starteten die kleinen Insekten der Plage und bildeten einen noch größeren Schwarm im Schwarm, der nun, wie in vorigen Zyklen schon, in hohem Tempo auf die Flotte zustürmten sollte. Nun wurde Julian wirklich ungeduldig. Wann, wenn nicht jetzt, wäre denn der Zeitpunkt für seinen Durchbruchsversuch? Aber das Kommando sollte einfach nicht gegeben werden. Erste Schiffe wurden von kleinen Stacheln und Säurebällen getroffen und erste Geschütztürme explodierten, während der Insektenschwarm sich wie ein mächtiger Sand-Sturm durch die Flotte bewegte und auch Julian und seinem Geleitschutz immer näher kommen sollte. Auf einmal sollte die Flotte mit einem gewaltigen Regen aus kleinen Energie-Projektilen antworten, der einen nicht zu unterschätzenden Teil des Schwarms in einem blutigen Vorgang einfach beiseite fegte.
„Alle Einheiten… Sofort Vorrücken! Der Terraner wird versuchen die Frontlinie zu durchbrechen… Gebt ihm dabei jede Deckung die er benötigt!“, ertönte nun der Befehl und auch wenn Julian kurzzeitig erleichtert reagierte, dass es endlich soweit sein sollte, so sollte ihn die Beschleunigung seines Raum-Jägers direkt daran erinnern, dass ihm das Schlimmste noch bevor stehen würde.

Ab jetzt ging alles einfach unglaublich schnell. Julian hatte kaum Zeit dem Geschehen selbst überhaupt noch zu folgen. Er musste sich darauf konzentrieren am Leben zu bleiben, während er zusammen mit seinem Geleitschutz durch die Flotte der Aliens navigierte, welche immer noch den Schwarm der Plage mit allen möglichen Waffensystemen unter Feuer nehmen sollte. Gerade fegte er links an einem mittelgroßen Schiff vorbei, als sich noch weiter von links ein Insekt auf einen der Geschütztürme stürzen wollte und im Flugabwehr-Feuer des Schiffes zerrissen wurde, bevor Julian das Schiff hinter sich gelassen hatte. Im Anschluss fegte er unten an einem besonders großen Schiff vorbei, bevor er plötzlich gezwungen wurde das virtuelle Steuer nach oben zu reißen und so gerade noch an der Oberfläche eines etwas kleineren Schiffes entlang rasen konnte, das gerade von einem der drei Echsen-Köpfe eines Omegas gepackt und in den Weg gerissen worden war. Nachdem er dieses Schiff hinter sich gelassen hatte, entschied er mit einem wilderen Flugmanöver den Kurs zum Sigma wieder aufzunehmen, wo ein Tentakelball sich ein größeres Schiff der Aliens gepackt hatte und nun mit diesem zusammen von links nach rechts durch Julians Flugbahn fegte, jedoch zu schnell war um Julian ernsthaft in den Weg kommen zu können. Plötzlich verfehlten ihn zwei Stacheln die wohl von einem der vier Insekten kamen, die sich gerade hinter ihn gesetzt hatten und ihn verfolgten. Sogar über den absichtlich von Julian gewählten gefährlichen Kurs, der ihn an einem gewaltigen Alien-Schiff entlang führte und an einem Feuerstrahl vorbei. Als er und die Insekten dieses Schiff jedoch hinter sich gelassen hatten, erschienen zwei der zehn Begleit-Jäger von der anderen Seite des Schiffes und zerfetzten die Insekten in einem Sperrfeuer aus blauen Energie-Projektilen. Nach und nach schlossen sich der Rest der Staffel wieder an, während sie schnell in Richtung des Sigmas weiter voran stürmten. Jedoch sollte Julian keine Zeit zum durch atmen bleiben, denn nun hatten sie die direkte Frontlinie hinter sich gelassen. Ab jetzt befand er sich mitten im Schwarm der Plage und hatte außer seinem Geleitschutz keine weiteren Verbündeten, die fähig wären diese größeren Wesen von ihm fern zu halten. Das bedeutete jedoch grundsätzlich nur, dass er jetzt einfach noch besser fliegen musste. Direkt darauf überschlugen sich jedoch die Ereignisse noch weiter. Insekten griffen von vorne an und wurden von Waffenfeuer der Geleitstaffel zerfetzt. Dann stürzte ein mittlerer Tentakelball von oben in Julians Weg und jagte seine Tentakel auf ihn und die Staffel, aber Julian fand einen Weg zwischen ihnen hindurch. Einer seiner Geleitstaffel nicht, der gegen einen der Arme krachte und in einer nicht zu unterschätzenden Explosion verging. Im Anschluss setzte sich halber kleiner Insekten-Schwarm hinter ihn und die übrigen neun Raum-Jäger und nahm sie alle mit einem unglaublich heftigen Sperrfeuer aus Stacheln unter Feuer. Zwei weitere Raumjäger der Aliens explodierten direkt, so dass Julian zu abgelenkt war um den blauen Feuerball eines kleineren Tentakelballs zu bemerken, der seitlich von unten kam und ihn direkt treffen sollte. Eine gewaltige Explosion zerriss ihn und sein Vehikel, bevor plötzlich das Zeitarmband piepste und sich sowohl Julian als auch sein Raumjäger wieder herstellen sollten, so wie Julian es früher schon beim Militär gesehen hatte. Einen tiefen Atemzug wie dann wenn sein Zyklus neustartete, konnte er sich nicht verkneifen, aber mehr Zeit sollte die Plage ihm nicht lassen, denn nun stürzte sich ein Krabbenwesen von oben in seinen Weg. So konnte das nicht weiter gehen. Er musste irgendwie zurück schlagen und sich einen Weg mit Waffengewalt durch dieses feindliche Chaos kämpfen. Anderen Falls würde er niemals an seinem Ziel ankommen. Und so nutzte er die Transformation von der Palmer ihm noch erzählt hatte und zertrennte das Krabbenwesen schnell mit einer nicht zu unterschätzenden roten Energieklinge bevor es überhaupt etwas unternehmen konnte. Im Anschluss transformierte er schnell zum Raumjäger zurück und nahm den Kurs wieder auf. Die mittlerweile nur noch fünf Alien-Raum-Jäger folgten ihm weiter. Und das mussten sie, denn Julian hatte lediglich die Hälfte seines Weges zum Sigma hinter sich.

Ein weiterer Alien-Raum-Jäger krachte gegen einen der langen Hälse eines Omegas, während Julian und die übrigen sechs weiter voran rasten. Ein weiterer Schwarm Insektenwesen platzierte sich ihnen in den Weg und während Julian und drei seiner außerirdischen Mitstreiter das Feuer mit ihren Schnellfeuer-Waffen eröffneten und einen Weg zwischen ihnen hindurch sprengten, krachten die übrigen drei Raumjäger gegen jeweils eines der Insektenwesen und hinterließen nicht zu unterschätzende Explosionen. Es blieb keine Zeit um darüber nachzudenken wie knapp das gewesen war, als sich plötzlich ein weiterer recht großer Tentakelball in den Weg schob und das Feuer mit einem seiner blauen Feuerbälle in die Staffel eröffnete. Ein weiterer Alien-Raumjäger wurde getroffen und beiseite gefegt, bevor der Tentakelball seine namensgebenden Tentakel auf Julian und die übrigen drei loslassen sollte. Dieses Mal sollte Julian keinen Weg durch das gewaltige Geflecht aus Fangarmen finden so dass sie alle drei ungebremst dagegen krachten und in nicht zu unterschätzenden Explosionen vergingen. Lediglich Julian und seine Maschine setzten sich wieder zusammen und Julian nahm verärgert einen tiefen Atemzug. Dieser Tod, und vielleicht auch der von den anderen beiden, wäre nicht notwendig gewesen, wenn er nicht die Mecha-Transformation vergessen hätte, die er jetzt direkt einsetzte. Schnell hatte der Tentakelball bemerkt, dass Julian noch am Leben war und jagte ihm erneut seine Tentakel entgegen, die Julian jedoch alle schnell mit gezielten Schlägen seiner beiden roten Energie-Klingen abtrennte, bevor er eine davon mit einem Stich durch das Wesen der Plage rammte und sich dann zurück zog um es mit zwei schnellfeuernden roten Energiewaffen aus den Handflächen seines Mechas endgültig zu zerfetzen. Dann transformierte er die Maschine wieder zurück zum Raumjäger und stürmte weiter voran. Ab jetzt war er völlig auf sich allein gestellt und es war noch ein nicht zu unterschätzendes Stück Entfernung bis er das Ende des Plagen-Schwarms erreichen würde. Sein Atem war schwer und viel zu hektisch. Der Schweiß lief ihm in Strömen vor blanker Konzentration. Das hier verlangte ihm wirklich alles ab. Und dennoch. Er musste weiter machen. Er war so kurz vor dem Ziel, er konnte jetzt nicht einfach aufgeben. Er durfte jetzt nicht einfach aufgeben. Er hatte drei wunderschönen Frauen, die er liebte versprochen die Welt für sie zu retten und das würde er tun. Und so stürmte er weiter vorwärts auf das Sigma zu, egal was sich ihm noch in den Weg platzieren würde. Schnell wich er einem Krabbenwesen, dass sie von rechts nach links durch seinen Weg bewegte nach unten aus, bevor sich schnell ein kompletter Schwarm aus Insekten hinter ihm platzierte und ihn begann zu verfolgen. Schnell hatte Julian die Mecha-Transformation eingesetzt und feuerte nun mit den Schnellfeuer-Waffen aus den Handflächen nach hinten auf den Schwarm, während er weiter versuchte Kurs und Geschwindigkeit in Richtung des Sigmas zu halten. Immer wieder durchzogen Explosionen den Schwarm, der nicht allzu schwierig zu treffen war, aber aus so vielen Wesen bestand, dass ein paar Treffer keinen Unterschied machten. Unaufhaltsam folgten sie Julian und seiner Maschine, der schnell zwischen allen drei Köpfen eines Omegas hindurch tauchte als sie versuchen ihn mit ihren Mäulern zu packen und nun an ihren Hälsen in einer spiralartigen Flugbahn entlang raste, während er weiter den Schwarm der ihm folgte mit Energie-Schnell-Feuer-Projektilen bombardierte und sich nun sogar entschied einen Schwarm Raketen hinzu zu fügen. Weitere Explosionen durchzogen den Schwarm als Julian am Körper des Omegas vorbei war und nun zwischen gleich zwei besonders gewaltigen Tentakelbällen hindurch tauchte, bevor diese auch nur hatten reagieren können. Da war es, das Ende des Schwarms der größeren Wesen der Plage. Dummerweise waren die Insekten jedoch weiterhin dicht hinter ihm und folgten ihm in den freien Raum. Dabei sammelten sie sich jedoch an einem Punkt, so dass Julian sich entschied die Hauptwaffe des Mechas einzusetzen, bei der es sich um eine gewaltige rote Strahlenkanone aus dem Zentrum des Torsos handelte. Direkt getroffene Insekten lösten sich einfach auf, während weitere noch um den Strahl herum zunächst Feuer fingen und dann einfach zerplatzten. Als der Strahl abgeschaltet wurde waren lediglich noch ein paar Insekten übrig, die ihm auch nicht mehr folgten. Zufrieden wandte Julian sich wieder der Flugrichtung zu, transformierte das Vehikel wieder zum Raum-Jäger und erhöhte den Schub weiter. Das Sigma lag direkt vor ihm und auch wenn sich beinahe unfreiwillig durch den Abstand zwischen Sigma und Schwarm der Plage eine kurze Verschnaufpause für ihn gebildet hatte, so wusste Julian ganz genau dass sein Gegner es ihm sicherlich auch nicht allzu einfach machen würde.

Der weitere Flug verlief unerwartet ruhig. Ein wenig zu ruhig für Julians Gefühl. Es war für ihn ausgeschlossen dass das Sigma ihn noch nicht bemerkt hatte, genauso dass es ihn nicht für gefährlich genug hielt um auf ihn zu reagieren. Immerhin hatte er genug Zeit in dessen Körper und Geist verbracht um zumindest ein wenig zu verstehen wie es dachte. Also wieso reagierte es einfach nicht auf ihn? Die Antwort folgte schneller als Julian lieb war als das Sigma plötzlich sein gewaltiges Auge öffnete und damit begann Lichtpartikel darin zu sammeln. Julian hatte kaum Zeit zu reagieren als ein gigantisches Geflecht aus Lichtstrahlen auf ihn einregnete. Er versuchte einzelnen Strahlen durch gezielte Bewegungen auszuweichen, aber immer wieder trafen und vernichteten ihn einzelne Ausreißer aus dem vermeidlichen Muster, dass er hin und wieder glaubte gefunden zu haben. Mindestens zehn Mal wurde sein Raumjäger auf diese Weise getroffen und zerstört bevor Julian sich entschieden hatte, dass weitere Ausweichversuche sinnlos waren und einfach den Schub noch weiter zu erhöhen und durch diesen Angriff durch zu brechen. Insgesamt sechs weitere Male wurde der Raumjäger dabei zerstört und setzte sich neu zusammen, bevor Julian durch den Angriff durchgebrochen war und anscheinend nicht mehr davon erreicht werden konnte. Stattdessen begann das Sigma nun einen Flammenstrahl in seinem Maul aufzuladen und Julian entschied sich schnell seinen Kurs zur Seite zu korrigieren um noch rechtzeitig entkommen zu können. Tatsächlich schaffte er das aber ganz knapp nicht mehr und der Strahl fegte einfach über ihn und den Raumjäger hinweg, bevor dieser sich noch innerhalb des Strahls neu zusammen setzte und dem Angriff dennoch entkommen konnte. Schnell hatte Julian den Kurs auf das Sigma zu wieder aufgenommen, der ihn nun knapp an dem Feuerstrahl vorbei führte. Es war nicht mehr weit bis er das Innere des Planetenfressers erreicht hätte. Dieser begann jedoch seine Tentakel in unglaublichen Massen auf Julian loszulassen, der diesen zwar immer wieder in unglaublich heftigen, bogenförmigen Flugmanövern versuchte zu entkommen, aber auch immer wieder von ihnen getroffen wurde. Weitere fünf Mal explodierte sein Raumjäger nach einem Treffer, bevor Julian sich entschied den Mecha-Modus einzusetzen und Tentakel mit roten Energie-Klingen abzutrennen wenn sie ihm zu nahe kommen sollten. Ganze fünf Fangarme fielen dieser neuen Taktik zum Opfer, bevor Julian endlich das Ende erreicht hatte und schnell in das Maul der Bestie hinein flog. Diese reagierte zu spät und schaffte es nicht mehr ihr gewaltiges Maul rechtzeitig zu schließen, bevor Julian hätte hindurch fliegen können. Nun war es noch dunkler als im Weltall, wo wenigstens noch das Licht der Sonne für ein wenig Helligkeit sorgte. Hier gab es nichts und Julian hatte keine Ahnung wo er hin fliegen musste. Somit entschied er einfach weiter dem momentanen Gang zu folgen und hoffte dass er ihn tiefer in die Bestie hinein führen würde. Plötzlich wurde es hell. Ein violettes Leuchten bildete sich in dem Kristall, den er hinten auf dem Rücken seines Mechas befestigt hatte. Und scheinbar kam auch aus dem Ende dieses Ganges ein violettes Leuchten, Julian vermutete von dem anderen Kristall, den er versuchte zu erreichen. Und tatsächlich sollte er das riesige violette Gebilde in dem anschließenden kugelförmigen Raum finden, wo es sich förmlich in das Fleisch des Planetenfressers hinein kristallisiert hatte. Alles was er jetzt noch tun musste war den Kristall von seinem Rücken gegen den Kristall dort vor sich zu schleudern und darauf zu warten, dass es Kaboom machte, zumindest in seiner Vorstellung. Plötzlich wich Julian jedoch zurück und das gerade rechtzeitig bevor ihn ein gewaltiger Stachel getroffen hätte, der in seiner Form schon fast einer Lanze oder einem Speer ähnlich war und von dem Julian sich unsicher war ob er aus organischer Materie oder aus Metall bestand. Und als Julian in die Richtung sah aus der dieser Angriff gekommen war durchzog ihn ein tiefer Schock, denn er wusste dass dieser Gegner stärker werden würde als alle anderen, die er jemals zuvor bekämpft hatte.

Schockiert starrte Julian weiterhin seinen Feind an, ähnlich wie die Monster der Plage, die unten auf der Erde angegriffen hatten, eine menschenähnliche Grundform hatte, aber anders wie diesen wo sich tatsächlich Tentakel an einem menschenartigen Körper befanden, war es hier eher so als hätten die Tentakel eine solche Form gebildet, die auch noch eine Hand, Fuß und Kopflänge größer ausgefallen war als es der Mecha von Julian war. Hände und Füße hatten eher Ähnlichkeit mit Klauen und das gewaltige, mit spitzen Zähnen besetzte Maul sowie die spitzen kurzen Hörner an seinem biologischen Kopfpanzer, ließen diesen Gegner unweigerlich noch etwas bestialischer wirken als die anderen. Die violette Farbe, die sich von den eher braunen Monstern der Plage und dem Sigma selbst abhoben, tat dazu ihr übriges. In der Mitte des viel zu gewaltigen, muskulös wirkenden Torsos leuchtete außerdem etwas in einer gelben Farbe. Schnell begannen sich die Arme der Bestie zu Klingen umzuformen und Julian wusste weder wie es so schnell sein konnte, noch wie es sich überhaupt einfach durch den leeren Raum bewegen konnte, aber es stürmte direkt auf Julian zu, der den Angriff schnell mit beiden Energie-Klingen abfing, das Wesen zurück stieß und es mit roten Energie-Projektilen aus der Handfläche unter Feuer nahm. Das Wesen wich in einem Bogen zur Seite und schleuderte weitere Stacheln auf Julian der zurück wich, so dass sie ihn verfehlten. Schnell sollte ein Kampf ausbrechen, der viel zu schnell verlaufen sollte, als dass Julian überhaupt noch selbst im Stande war dem Geschehen noch vernünftig zu folgen. Immer wieder bewegten die beiden sich in kaum beschreibbaren Flugmustern, nahmen sich mit Projektilen, Raketen, Stacheln, Feuerbällen, Säure oder anderen Waffensystemen unter Feuer oder trafen mit Klingen zusammen. Weitere fünf Mal reagierte Julian zu langsam und wurde von dem Wesen getroffen oder zerteilt, während er nicht einmal im Stande sein sollte einen einzigen Treffer an dem Viech zu landen. Dies war wohl der unvorhergesehene Moment von dem Palmer gesprochen hatte und in dem er improvisieren müsste. Die Frage war lediglich: Wie? Improvisation war noch nie Julians Stärke gewesen. Schnell entschied er die Strahlen-Kanone von zuvor noch einmal einzusetzen, aber sein Gegner feuerte einen ähnlich mächtigen gelben Strahl aus der leuchtenden Stelle seines Torsos ab, der sich mit seinem eigenen Strahl aufheben sollte. Schockiert sollte Julian feststellen, dass sein Feind den Strahl sogar noch ein weiteres Mal abfeuern konnte und dann noch einmal als Julian gerade zur Seite entkommen war. Beim vierten Mal traf er Julian und seinen Mecha genau an der Hälfte und riss diese Seite einfach weg. Plötzlich regenerierte er jedoch noch einmal und Julian wich einem fünften Energiestrahl zur Seite aus, bevor er dessen Klingen mit seinen roten Energie-Klingen abfing. Es war einfach völlig hoffnungslos. Er konnte diesen Gegner vor sich nicht besiegen. Er würde sie alle enttäuschen. Christina, Kim und Sandra. Alle Drei würden sie auf immer und ewig in dieser Zeitschleife feststecken, in der die Welt wieder und wieder unterging, während Julian lediglich als sabbelnder Idiot daneben sitzen könnte und nicht einmal mehr wüsste wer er war. Plötzlich sollte ihm die rettende Idee kommen. Er musste diesen Feind nicht besiegen. Er musste nur die Kristalle aufeinander treffen lassen. Schnell sah er auf sein Zeitarmband, dass die Zahl der möglichen Regenerationen auf einem Display zeigte. Lediglich noch zwei waren übrig. Und dennoch stürmte Julian vor und raste direkt auf den Kristall zu. Sein Gegner hatte dies verstanden und platzierte sich genau in seinen Weg. Julian ignorierte es. Eine Klinge seines Gegners durchtrennte ihn, aber er setzte sich wieder zusammen. Noch eine Regeneration war möglich und Julian war an diesem Gegner vorbei. Schnell feuerte dieser einen Feuerball auf Julian, der diesen ebenfalls ignorierte und weiter auf den anderen Kristall zuraste. Eine Explosion zerriss einen Mecha und die anschließende Regeneration würde eindeutig seine Letzte sein. Aber er hatte es auch bald geschafft. Es war nicht mehr weit als ihn ein Stachel durch das Cockpit durchschlug. Julian selbst wurde davon am Bauch getroffen und durchstoßen. Der Schmerz war nicht zu verachten, aber harmlos gegen das was ihm seine ganzen Tode in der Zeitschleife bereits zugemutet hatten. Dennoch konnte er nicht vermeiden, dass er kurz Blut spucken musste. Genug Zeit für seinen Gegner um den Mecha mit beiden Armen zu packen und fest zu halten. Aber Julian musste nicht mehr weiter als er gekommen war. In einer schnellen Bewegung nahm er den violetten Zeit-Kristall vom Rücken seines Mechas und schleuderte ihn in Richtung des anderen. Schockiert ließ sein Gegner ihn frei und stürmte hinter dem Wurfgeschoss hinter her. Es war aber längst zu spät. Mit gewaltiger Geschwindigkeit krachte der kleinere Kristall gegen den Größeren und zersplitterte direkt beim Aufprall. Risse begannen sich durch den größeren Kristall zu ziehen, bevor er Gegner von Julian dagegen krachte und der größere Kristall völlig zerbrechen sollte. Weißes Licht bildete sich zwischen den Bruchstellen, das immer heller wurde so lange bis Julian nichts mehr erkennen konnte. Ja das war es gewesen. Er hatte es geschafft und die Welt war gerettet. Noch einmal dachte er an Christina, Kim und Sandra und daran, dass sie weiter existieren würden in einer Welt ohne eine Apokalypse. Christina, Kim und Sandra… Wie sehr er sie doch liebte… Wie unglaublich er sie liebte… Diese letzten Gedanken sollten ihn noch begleiten bevor das weiße Licht ihn völlig verschlingen sollte und absolute, ewige Schwärze folgen sollte. Die Schwärze des Todes. Die Schwärze der Nichtexistenz.

Es war ein extrem warmer Sommertag an dem keine einzige Wolke den Himmel bedeckte und die Sonne von oben herunter brannte. Wesen Idee war es nochmal gewesen hier herauf zu kommen? Ach ja… Die ihrer alten Schulfreundin Kim, die sich plötzlich nach so vielen Jahren aus dem Nichts meinte wieder bei ihr melden zu müssen und diesen komischen Ausflug hier herauf vorgeschlagen hatte, damit Sandra ihren Vater besuchen konnte. Und jetzt saßen sie da beide bei brennender Hitze und 36 Grad an einer Haltestelle irgendwo in einem seltsamen Dorf im Nordosten des Landes und hofften, dass sich tatsächlich auch ein Bus hier her verirrte.
„Verdammt… Mein Wasser ist schon leer…“, kommentierte Kim.
„Sieht so aus als müssten wir dir dann unterwegs in der Stadt noch eins besorgen…“, antwortete Sandra und sah nach vorne auf die andere Straßenseite wo sich ein Werbeplakat an einer Straßenlaterne befand.
„Ach ja… Richtig… Hier ist doch auch gerade dieses Metal Festival in der Nähe oder so…“, kommentierte plötzlich Kim als ob sie Sandras Gedanken gelesen hätte, denn das Plakat an der Straßenlaterne war von genau diesem Festival.
„Was wollen wir beide denn auf einem Metal Festival?“, warf Sandra dann doch etwas irritiert ein.
„Naja… Dort sind auf jeden Fall ziemlich viele Kerle und manche sind schon echt ziemlich scharf…“, kommentierte Kim ein wenig scherzhaft und irritierte Sandra noch weiter, die den Witz nicht wirklich verstanden hatte.
„Kim… Du hast einen Freund und du liebst ihn… Und wenn nicht reiße ich dir persönlich den Kopf ab, weil einen besseren wirst du wohl so bald nirgends finden…“, antwortete sie Kim dann in einem eindringlichen Tonfall und Kim begann kurz zu lachen.
„OK… OK… Ich hab schon verstanden…“, antwortete sie dann. „Steven ist schon unglaublich heiß, zugegeben… In Ordnung du hast wohl recht“, fügte sie dann noch hinzu.
„Siehst du… Die halbe Frauenwelt ist neidisch auf dich wegen Steven und du willst nach anderen Männern gucken gehen“, kommentierte nun Sandra.
„Na deshalb hab ich ja eine beste Freundin wie dich, die auf mich aufpasst“, antwortete Kim und hätte Sandra beinahe in Verlegenheit gebracht. Eine ganze Weile sagte sie nichts dazu. „Ich muss aber schon eine Sache zugeben… Christian ist auch echt nicht übel…“, sprach Kim dann einfach weiter.
„KIM!“, rief Sandra aufgebracht aus.
„Was denn? Es stimmt doch...“, erwiederte Kim jedoch lediglich und Sandras Gesichtsfarbe wurde noch roter als sie ohnehin schon war. Eine weitere Zeit lange schwiegen sie.
„Sag mal, Kim… Hast du eigentlich auch in letzter Zeit das Gefühl, dass wir irgendetwas echt richtig wichtiges vergessen haben?“, fragte dann Sandra nach einer Weile.
„Schon irgendwie…“, antwortete Kim und ein paar weitere Sekunden sprach keine von beiden. „Oh! Ich glaube da kommt der Bus!“, rief Kim dann aus.
„Wirklich? Oh Gott, das wird ja auch langsam Zeit!“, fügte Sandra noch hinzu und beide sprangen auf um dann in den Bus einsteigen und weiter fahren zu können.
An anderer Stelle in der Nähe sollte sich im Untergrund eine Militärbasis befinden. Ein gewaltiger Berg aus bloßen Muskeln trat aus seinem Büro heraus und ging dann in den Eingangsraum dieser Basis.
„Oberst Kurzmann, Sir! Die neuen Rekruten sind eingetroffen, Sir!“, sprach ihn ein Soldat von der Seite an und Kurzmann nickte bestätigend, bevor er schnellen Schrittes weiter ging und vor einer ganzen Gruppe aus mindestens 30 Leuten stoppte. Ein wesentlich kleinerer Mann trat schnell neben ihn und salutierte.
„Leutnant Palmer…“, sprach Kurzmann den kleineren an. „Bringen sie diese Schlappschwänze hier mal ordentlich in Form“, befahl er dann.
„Verstanden, Sir!“, antwortete Leutnant Palmer und Kurzmann machte sich wieder auf den weiteren Weg durch die Basis während Palmer bereits begann den neuen Rekruten die ersten Befehle zu zubrüllen.
An einem noch anderen Ort, in einer größeren Stadt kehrte gerade Christina in ihr großes, luxuriös aussehendes Apartment heim. Es war mittlerweile Abend und Christina hatte einen harten Arbeitstag hinter sich. Schnell waren die Schuhe ausgezogen und die Jacke aufgehängt und sie trat weiter ins Wohnzimmer herein.
„Hey…“, grüßte sie dort ein muskulös gebauter attraktiver Mann, der auf dem Sofa saß unglaublich freundlich und lächelte sie an.
„Hi, Jake…“, grüßte sie ihn ähnlich freundlich zurück und beugte sich zu ihm herunter um ihn zu küssen.
„Du bist spät dran heute…“, stellte Jake fest.
„Ja, der Verkehr war heute echt die Hölle irgendwie“, antwortete Christina und setzte sich neben ihn um dann ihren Oberkörper auf seine Beine abzulegen. Sie war sich sicher dass man ihr den Stress noch im Gesicht ansehen konnte.
„Wenn noch irgendetwas anderes ist, kannst du mir das auch sagen, weißt du?“, sagte nun Jake etwas scherzhaft und strich ihr sanft über die Haare.
„Naja… Ich… Ich hab irgendwie seit einer Weile das Gefühl, dass irgendetwas ganz besonders wichtiges vergessen würde…“ begann sie sich dann doch ihrem festen Freund und Verlobten anzuvertrauen. Weiter kam sie jedoch nicht, als aus dem Stockwerk darüber ein Baby lautstark schrie. Etwas enttäuscht davon, dass sie doch noch keine Ruhe bekommen würde, begann Christina sich aufzurichten.
„Ich kann mich auch um unsere Tochter kümmern gehn“, warf schnell Jake als Option ein, aber Christina schüttelte verneinend den Kopf.
„Ist schon in Ordnung… Ich hab die Kleine immerhin den ganzen Tag noch nicht gesehen“, antwortete sie, richtete sich auf und ging dann schnellen Schrittes nach oben.
An wieder anderer Stelle fand im Nord-Osten des Landes ein großes Metal Festival statt mit weit über 30.000 Menschen statt. Es wurde ausgiebig gefeiert, Alkohol konsumiert, Musik gespielt und sich an Festival-Aktivitäten wie Moshen und Crowdsurfen beteiligt. Niemand wusste mehr dass sie in einer Zeitschleife gesteckt hatten. Niemand wusste mehr welches Opfer für sie gebracht worden war. Niemand erinnerte sich an ihn.
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Yo, da sind wir also mit dem Finale von Lost in Time. Heilige Scheiße war das Ding für mich heftig zu schreiben. Ich brauchte mindestens 5 mal Taschentücher beim Schreibvorgang und ich hoffe doch, dass es Leuten die das gelesen haben noch heftiger ergangen ist. ^^" Aber wartet mal. Ganz vorbei ist es tatsächlich immer noch nicht, denn ich werde tatsächlich noch einen Epilog-Part unbekannter Länge schreiben und der wird auch noch einen ziemlich krassen Twist in die Story bringen. :mrgreen: Allerdings darf ich auch spoilern, dass das eher so werden dürfte wie wenn man Salzsäure auf die Verletzung kippt, also jetzt nicht zu viel auf ein nachträgliches Happy End hoffen. Und ja... Ich dachte mir tatsächlich im letzten Kapitel sowas wie Wenn-schon-denn-schon. :mrgreen: Deshalb tauchen auch alle Autoren-Sünden auf die man sich nur vorstellen konnte. Von Mechas bis hin zu Harem-Faktor des Todes mit nachträglich rauszensiertem Vierer. Ich hoffe aber dass der Harem-Faktor sich mit der Tatsache dass am Schluss sogar was noch schlimmeres als dort Tod des Protagonisten mit ihm passiert ein wenig ausgleicht und dadurch eher noch dramatisch rüber kommt als dass er stört. Und ob der letzte Endboss noch hatte sein müssen kann man sich auch gerne mit mir streiten, aber auch hier dachte ich ein wenig so "Wenn-schon-denn-schon". :mrgreen: Ich hoffe allen hat trotzdem gefallen was sie gelesen haben und ich hoffe ich sehe euch dann auch noch zum Epilog-Part, wenn ich den geschrieben hab. Das kann nicht mehr allzu lange dauern. Das Projekt ist so kurz davor fertig gestellt zu werden, ich will´s jetzt auch fertig haben. :mrgreen: Der richtig harte Selbstkritikpart von mir wird dann auch im Nachwort folgen. Bis dann. ^^

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: So 18. Okt 2026, 22:25
von Child of Bodom
Neues Intro: Sable Hills - Scars

Neues Outro: Samurai Pizza Cats – Super Zero


Epilog – Das Erwachen:

Nur langsam schaffte er es die Augen zu öffnen. Das Licht erschien ihm so hell, dass es ihm Schmerzen verursachte. Nur ganz langsam schaffte er es sich daran zu gewöhnen und seine Augen geöffnet zu lassen. Es war jedoch alles immer noch verschwommen. Das war definitiv anders als sonst wenn er wieder erwachte. Dazu dieses permanente Piepen in seinem Ohr. Er kannte dieses Geräusch. Typische medizinische Geräte. Erst als sich seine Sicht langsam stabilisierte konnte er das standardisierte Krankenzimmer erkennen, wie sie üblicher Weise in Krankenhäusern so angelegt waren. Das Bett in dem er lag sollte ebenfalls ein klassisches Krankenbett sein. Seine Sicht war jedoch immer noch verschwommen. Er konnte keine Details sehen und er fühlte sich immer noch so unglaublich müde und schwer. Er schaffte es kaum seine Augen offen zu halten. Da er nichts erkennen konnte tat er sich damit auch schwerer als er nach einem eigenen Gefühl sollte. Drei andere Personen waren im Raum. Eine reagierte sofort auf ihn und kam ihm näher.
„Oh, mein Gott. Er ist tatsächlich wach“, kommentierte eine andere. Er kannte diese weibliche Stimme. Er hatte sie schon oft gehört. Wo war das noch gewesen? Während er langsam versuchte zu sich zu finden, begann die Person, die in seine Nähe gekommen war mit einem Licht in seine Augen zu leuchten und irgendetwas zu überprüfen. Er verstand nicht was genau.
„Augenfunktionen normal“, kommentierte sie dann, ebenfalls mit einer Frauenstimme die ihm einfach viel zu bekannt erschien, als dass er sich nicht erinnern dürfte. Wer waren diese beiden und wieso erkannte er sie gerade nicht? Langsam begann sich seine Psyche etwas zu stabilisieren, ebenso seine Sicht. Er glaubte nun genau zu wissen wer er war und wer die anderen drei waren. Als sich die erste Dame mit dem Licht-Test wieder über ihn beugte entschied er sich sie mit dem Arm am Rücken zu packen und versuchte sie zu küssen. Die Dame wehrte sich jedoch dagegen und er war momentan in seinem Zustand viel zu schwach um überhaupt nur im Ansatz gegen sie anzukommen.
„Was zur Hölle tun sie da?“, sprach sie ihn dann völlig empört an.
„Christina? Was ist los? Erkennst du mich etwa nicht mehr?“, sprach er nun sie extremst schwach an und seine Stimme klang durch seine Schwäche anders als er es erwartet hätte.
„Bitte Wer? Was? Und könnten sie mich bitte los lassen?“, fragte die als Christina bezeichnete Dame direkt noch viel irritierter.
„Christina… Bitte… Du… Du weißt nach alle dem nicht mehr wer ich bin?“, brachte er noch heraus.
„Nein, außer dass sie Patient hier in unserem Krankenhaus sind, hab ich sie noch nie gesehen. Und ich bin auch nicht Christina. Mein Name ist Doktor Juliane Neufeld. Ich bin ihre behandelnde Ärztin“, antwortete die Frau und der Schock war für ihn so stark, dass er die Dame einfach los lassen sollte.
„Das ist völlig unmöglich… Wir haben zusammen in dieser Zeitschleife festgesteckt… Wir waren ein Liebespaar… Das…“, brabbelte er dann vollkommen verwirrt vor sich hin, bevor er sich schnell den anderen beiden ihm bekannten Damen im Raum zu wandte. „Kim! Sandra! Ihr wisst doch aber noch wer ich bin, oder?“, fragte er sie dann direkt merkte aber auch schnell dass diese beiden noch viel irritierter reagierten als die behandelnde Ärztin zuvor.
„Ich bin Schwester Bianca von der Frühschicht“, stellte sich dann die als Kim angesprochene Person lieber schnell vor.
„Und ich bin Schwester Anna von der Spätschicht“, meldete sich die als Sandra angesprochene Person zu Wort und er fühlte direkt wie etwas in ihm zerbrechen sollte.
„Jetzt aber kurz nochmal zu ihnen…“, meldete sich Doktor Neufeld, bevor ihr Patient einfach völlig in Tränen ausbrechen sollte. „Ich weiß, dass das hier gerade für sie nicht einfach ist. Das wäre es wohl für niemanden. Aber bitte konzentrieren sie sich noch ein letztes Mal, Ja?“, begann sie dann mit ihrer unglaublich tollen Stimme, die er von ihr kannte, zu sprechen und machte es damit eigentlich nur noch schlimmer. „Wissen sie ihren Namen?“, fragte sie dann jedoch trotzdem einfach weiter.
„Julian…“, quetschte er zwischen seinen Schluchzern noch heraus.
„Nur Julian…?“, fragte die Ärztin weiter nach und wirkte noch irritierter als vorher. Julian schüttelte lediglich den Kopf als Antwort auf ihre Frage, denn das war alles wozu er sich noch im Stande fühlte. „Wissen sie woher sie kommen?“, fragte sie dann weiter, wieder nur Kopfschütteln von Julian. „Wissen sie noch irgendetwas von dem was passiert ist, bevor sie hier aufgewacht sind?“, fragte sie weiter und Julian schaffte es noch einmal seinen Ausbruch zu kontrollieren.
„Ich war auf diesem Metal Festival im Nord-Osten des Landes. Dort bin ich irgendwie in einer Zeitschleife gelandet und hab den selben Tag wieder und wieder erlebt. Ich war dort mit Kim und Sandra, meinen beiden besten Freundinnen und wir sind dann nochmal in die Stadt gefahren, wo wir auf riesige Kaiju-Monster getroffen sind, die uns alle getötet haben. Aber wegen der Zeitschleife sind wir alle dann wieder am Leben gewesen. Dann hab ich rausgefunden, dass das Festival auch von Horror-Monstern mit Tentakeln auf dem Rücken angegriffen wurde und unser Heimatort von Aliens mit Plasma-Waffen weggebombt worden ist. Nachdem ich eine Weile vergeblich versucht hab Kim und Sandra zu retten, bin ich dann auf Sie… Ähm… Auf Christina getroffen, die ebenfalls in so einer Zeitschleife gesteckt hat. Zusammen haben wir uns mit diesen Aliens verbündet und zunächst das Militär davon abgehalten die Apokalypse immer wieder auszulösen. Dabei bin ich dann mit Christina zusammen gekommen, aber ein gewaltiges planetenfressendes Monster hat die Erde direkt darauf angegriffen. Und um das Viech platt zu machen, die Zeitschleife zu beenden und weil es für mich am Ende eh keinen Unterschied gemacht hätte, hab ich mich dann selbst geopfert. Ich wollte dass Christina, Kim und Sandra weiter existieren können und glücklich sind, auch wenn ich es dann nicht mehr sein kann. Bei der Aktion wurde kurz alles weiß und dann schwarz und dann war ich hier“, begann Julian zu erzählen und bemerkte an den Gesichtern der drei Damen, dass das für sie alles lediglich wirres Zeug gewesen sein musste.
„Ich verstehe… Wir werden das alles in unserer Team-Besprechung durchgehen und sie dann über die weiteren Schritte informieren“, kommentierte Doktor Neufeld dann und wollte gerade gehen als Julian sie ungefragt nochmal am Arm packte.
„Ist eigentlich irgendetwas von dem was ich gesagt habe, bei ihnen angekommen?“, fragte er dann eindringlich aber immer noch stark geschwächt. Eine Antwort der Ärztin sollte ausbleiben. „Was passiert jetzt weiter mit mir?“, fragte er dann stattdessen lieber.
„Bei dem was sie uns hier erzählt haben, werden wir sie wahrscheinlich so bald wie möglich in die Psychiatrie übergeben. Sobald sie soweit wieder auf den Beinen sind, dass sie unsere Überwachungsgeräte nicht mehr brauchen wird das passieren“, erklärte die Ärztin.
„Psychiatrie? Ich bin aber nicht verrückt! Was soll denn diese Scheiße?“, erwiederte Julian nun ziemlich wütend.
„Das hat auch niemand gesagt. Aber sie sind gerade nach einem schweren Unfall aus einem mehrere Monate langen Koma aufgewacht und wir können nicht sicher sagen welche Schäden ihr Gehirn davon genommen hat und welche nicht“, erklärte Doktor Neufeld, riss sich mit einer gezielten Bewegung aus seinem Griff los und verließ dann den Raum. Kurz vorher gab sie den beiden Schwestern noch ein Handzeichen ihr zu folgen. Julian begann in völlig verstandloses Gelächter auszubrechen. Das hier war gerade wirklich viel zu viel für ihn. Und es konnte auch überhaupt nicht sein. War eigentlich irgendetwas real von dem was er erlebt hatte? Irgendetwas?

Tage vergingen. Die meiste Zeit versuchte Julian einfach nur zu verschlafen. Weshalb auch nicht? Er hatte hier nichts zu tun und an das was er verloren hatte, wollte er einfach nicht mehr denken. Dummerweise erinnerte ihn jeder Kontroll-Besuch einer der beiden Krankenschwestern, die scheinbar hauptsächlich für ihn zuständig waren immer wieder daran. Wieso tat ihm das Leben das hier an? Zuerst die Zeitschleife, dann gab es ihm alles was er immer gewollt hatte, nur um es ihm dann wieder wegzunehmen. Er hätte nichts dagegen gehabt, wenn er tatsächlich aus der Existenz gelöscht worden wäre. Lieber das als diese Hühnerscheiße die er jetzt hier erlebte. Auf der positiven Seite stand zwar, dass er stückchenweise seine Kraft und seine Selbstständigkeit zurück erhielt, aber was war das schon wert, wenn ihm dafür alles andere was seine Existenz für ihn wertvoll gemacht hatte genommen worden war? Er konnte bei allen diesen Gedanken nicht vermeiden, dass er in Verzweiflungstränen ausbrach. Plötzlich klopfte es an der Tür zu seinem Krankenzimmer. Schwester Anna trat ein. Julian fing sich so schnell wieder wie er konnte. Er wollte vor gerade diesen beiden Krankenschwestern nicht schwächer wirken als ihn sein genereller Zustand ohnehin schon wirken ließ. Für ihn waren sie immer noch Kim und Sandra, zwei der drei Frauen in die er sich verliebt hatte.
„So, Herr Baumann… Es ist Zeit für ihr Abendessen“, sprach sie Julian an und stellte das Tablett auf dem Betttisch der neben dem Krankenbett stand ab.
„Hey… Ich…“, stotterte Julian kurz als die Schwester gerade gehen wollte. Sie entschied sich noch kurz zu warten und ihm die nötige Zeit zu geben. „Ich wollte mich für meinen seltsamen ersten Eindruck entschuldigen… Das war alles so schrecklich unangebracht…“, sagte er dann vorsichtig, leise und in der Art wie er lange vor dem Festival und Zeitschleife gesprochen hätte.
„Ist schon in Ordnung, Herr Baumann… Was sie getan haben ist noch ziemlich harmlos. Wir hatten schon Patienten die richtig randaliert haben oder die versucht haben uns betatschen oder die richtig miese Sprüche gebracht haben. Dagegen ist das was sie getan haben nicht mehr als ein kleines Missverständnis gewesen. Machen sie sich keine Sorgen“, antwortete die Krankenschwester mit einem Lächeln, was ihn unweigerlich wieder daran erinnerte was er verloren hatte.
„Da ich nicht weiß ob ich sie nochmal sehe bevor ich verlegt werde… Könnten Sie Doktor Neufeld auch meine Entschuldigung überbringen? Ich fühle mich echt beschissen deswegen…“, sprach Julian die Krankenschwester noch einmal an.
„Doktor Neufeld hat da glaube ich auch viel schlimmeres erlebt als das. Aber ich kann ihr ihre Entschuldigung überbringen, wenn sie wünschen. Sie sollten sich aber wirklich viel weniger Gedanken darüber machen was in der Vergangenheit war, noch dazu wenn es sich um Dinge handelt, die ein Stück weit außerhalb ihrer eigenen Kontrolle lagen“, antwortete Schwester Anna ihm und wollte sich gerade auf den Weg machen als Julian sie noch einmal am Arm packte, sie dann aber schockiert wieder losließ.
„Tschuldigung… Macht der Gewohnheit…“, kommentierte er wieder niedergeschlagen.
„Schon in Ordnung, Herr Baumann… Weshalb haben sie mich denn aufgehalten?“, fragte die Krankenschwester jedoch lieber.
„Könnten sie einen Spiegel her holen, damit ich mich selbst sehen kann?“, fragte wiederrum Julian etwas unsicher.
„Ich würde ihnen in ihrem Zustand nicht empfehlen sich anzusehen… Warten sie lieber noch ab, bis es ihnen noch etwas besser geht…“, antwortete die Schwester, aber Julian schüttelte den Kopf.
„Ich muss wissen ob ich noch der bin, der ich glaube zu sein. Nur so kann ich vielleicht damit klar kommen was hier gerade gelaufen ist“, erklärte Julian sich dann lieber schnell.
„In Ordnung, warten sie kurz…“, antwortete Schwester Anna und verschwand kurz um den Spiegel zu holen und platzierte sich genau vor Julians Krankenbett, so dass er sich selbst deutlich sehen konnte. Anhand dessen wie seine Gliedmaßen ausgesehen und sich angefühlt hatten, hatte er bereits erwartet, dass er lediglich noch aus Haut und Knochen bestehen würde. Es schockierte ihn zwar ein wenig, dass er so dünn geworden war, aber es gab auch einen wirklich positiven Punkt an diesem Anblick. Er war offensichtlich immer noch dieselbe Person, die er glaubte zu sein. Seine Gesichtszüge waren dieselben, seine Haare hatten die selbe Farbe, seine Augen waren identisch. Das einzige was sich geändert hatte, waren tatsächlich Dinge die sich einem monatelangen Koma-Zustand zuschreiben ließen. Julian konnte nicht vermeiden, dass er zum ersten Mal seit dieser neuen Situation in Erleichterungstränen ausbrach.
„Ist alles in Ordnung?“, sprach ihn Schwester Anna an.
„Ja, absolut…“, antwortete Julian zwischen seinen Schluchzern und Schwester Anna lächelte ihn kurz an, bevor sie den Spiegel zurück stellte.
„Wenn sonst nichts ist… Ich muss leider weiter zum nächsten Patienten…“, sagte sie dann.
„Ja, bitte doch… Ich danke ihnen… Mehr als sie sich gerade vorstellen können…“, antwortete Julian noch und die Krankenschwester nickte, bevor sie den Raum verließ und Julian mit seinen Tränen und Gefühlen alleine dort zurück ließ.

Es dauerte lediglich noch eine weitere Woche, bis man ihn tatsächlich im Rollstuhl in die Psychiatrie verlegte und ihn dann dort noch eine Weile im Krankenbett liegen ließ. Auf dieser Station kannte er niemanden mehr. Die Leute waren ihm völlig fremd und das schloss in diesem Falle das Personal mit ein. Es dauerte tatsächlich noch eine ganze weitere Woche bis man Julian aus seinem Krankenzimmer holte und ihn im Rollstuhl in einen kleineren Büro-Raum brachte. Wahrscheinlich würde jetzt der Teil kommen der Julian am meisten auf die Nerven gehen würde. Die Tür öffnete sich erneut und ein Mann mittleren Alters mit einem Vollbart und einer runden Brille trat ein.
„Bleiben sie sitzen… Wir fangen direkt an…“, sagte er in einem flotten Tonfall, der auf Julian fast schon gefährlich übermotiviert wirkte und längst nicht so angenehm wie es sich der Mann selbst vorstellte. „Ich bin Doktor Mayer, ihr Psychiater… Und sie sind?“, stellte dieser sich dann vor, nachdem er auf der anderen Seite des Schreibtisches Platz genommen hatte.
„Julian…“, antwortete dieser lediglich.
„Ach ja… Von ihnen wurde mir schon berichtet…“, kommentierte der Psychiater daraufhin.
„Ach echt? Was denn?“, kommentierte wiederrum Julian lediglich sarkastisch.
„Spielt für den Moment keine Rolle… Ich mache ihnen einen Vorschlag… Ich möchte jetzt erstmal ihre Version nochmal hören. Alles und lassen sie bloß kein Detail weg. Danach werde ich ihnen meine Version erzählen. Dann gleichen wir unsere Versionen der Geschichte miteinander ab und danach werden wir beide eine Entscheidung treffen. Klingt das für sie annehmbar?“, sprach der Psychiater weiter und überraschte Julian unglaublich mit dieser Aussage, denn es handelte sich um das Vernünftigste was er bisher von irgendeiner anderen Person in diesem Krankenhaus zu dieser Sache gehört hatte. Also nickte er zunächst zustimmend und erzählte seine Geschichte. Mit allen Details, allen Hässlichkeiten und allen schönen Dingen die er erlebt hatte. Selbst die letzte Erfahrung mit allen drei Frauen zusammen auf diesem Festival und sein anschließendes Opfer beschrieb er dem Psychiater im Detail. Der stellte tatsächlich immer wieder Zwischenfragen und wirkte zumindest interessiert an der Geschichte, auch wenn sein Verhalten keinen Aufschluss darüber gab ob er Julian glaubte oder nicht.
„OK… Ich muss echt sagen… WOW… Das ist eine wirklich krasse Geschichte, die sie da kennen. Sie sollten in jedem Falle unbedingt ein Buch schreiben. Das verkauft sich sicher wie geschnitten Brot“, kommentierte der Psychiater dann teils ernst teils scherzhaft, bevor sein Blick und seine Körperhaltung mit einem Mal viel ernster wurden. „In Ordnung, Herr Baumann. Halten sie sich fest, denn jetzt bin ich dran ihnen meine Version der Geschichte zu erzählen“, sprach er dann mit einer Außenwirkung die Julian lediglich als finster bezeichnen konnte. „Sie hatten einen schweren Autounfall als sie auf der Autobahn mit einem Kleinwagen unterwegs waren. Ein LKW hat sie nicht gesehen und auf der Überholspur mit guten 150 KM/H gegen die Begrenzung geschoben. Sie waren im Anschluss eine gute halbe Stunde im Fahrzeug eingeklemmt, mussten raus geschnitten werden und danach mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Dort waren sie dann ganze vier Monate im Koma bis sie vor kurzem wieder aufgewacht sind. Wissen sie noch irgendetwas davon, Herr Baumann?“, erzählte Doktor Mayer und Julian fühlte wie ihn jedes einzelne Wort dieses Mannes schrecklich wütend machte. Wäre er nicht so schwach gewesen, dass er mit dem Rollstuhl in den Raum gefahren werden musste, hätte er ihm wahrscheinlich ohne zu zögern mit der Hand ins Gesicht geschlagen.
„Nein… Und wieso zur gottverdammten Hölle nennen sie und die anderen mich eigentlich ‚Herr Baumann‘?“, antwortete er dann jedoch lieber.
„Nun, das ist ihr Nachname, Herr Baumann. Und ihr Vorname ist auch eigentlich nicht Julian, sondern Henning“, sagte Doktor Mayer.
„Sie wollen mich wohl verarschen oder so… Henning Baumann soll mein Name sein? Ich weiß aber ziemlich genau, dass ich Julian heiße“, antwortete dieser lediglich noch irritierter als er ohnehin schon gewesen war.
„Nun für den Moment können wir beide uns auf Julian Baumann einigen, wenn sie wollen…“, schlug der Psychiater vor und Julian nickte den Vorschlag zustimmend ab. „Wissen sie denn sonst noch irgendetwas aus ihrem Leben als Henning Baumann?“, fragte er dann weiter und Julian schüttelte verneinend den Kopf. „Wirklich gar nichts?“, fragte Doktor Mayer nochmal, aber Julian schüttelte wieder verneinend den Kopf.
„Was können sie mir denn über Henning Baumann erzählen?“, fragte nun Julian wieder nach.
„Zuerstmal kann ich ihnen dieses Bild hier zeigen…“, antwortete der Psychiater und zeigte Julian tatsächlich ein Bild von einem Mann, der ihm optisch recht ähnlich sah, aber wesentlich mehr fett auf den Rippen hatte als er es jemals in seiner gesamten Erinnerung gehabt hatte. In seinem Kleidungsstil war nichts von dessen Persönlichkeit oder Vorlieben zu erkennen. Wenn Henning Metal oder Video Spiele mochte, dann zeigte er es auf diesem Bild erstaunlich wenig.
„Das bin nicht ich…“, antwortete Julian erstaunlich ruhig und selbstsicher, was ihn selbst sogar ein wenig verwirrte und auch verängstigte.
„Ich verstehe…“, kommentierte der Psychiater und nahm seine Akten zu Hilfe. „Hier steht außerdem dass sie Abitur gemacht haben und eine Ausbildung zum Fachinformatiker“, fügte der Arzt noch an.
„Können sie mir auch was wirklich relevantes über den da erzählen? Sowas wie seine Hobbys oder was er sonst halt so gerne tut? Was hört er für Musik? Was sieht er für Filme? Und das wichtigste: Hatte er schon mal eine Freundin?“, warf Julian nun nahezu schon aggressiv ein.
„Das kann ich ihnen alles leider nicht sagen…“, antwortete der Psychiater.
„Gut… Das reicht mir auch, denn ich hab da eine neue Theorie… Das was sie da von sich geben ist Bullshit!“, kommentierte Julian immer noch wütend.
„Wie lautet denn ihre Theorie was hier los ist?“, fragte der Arzt nun.
„Meine Theorie…? Ich hab das alles was ich erzähle wirklich erlebt. Es war real. Und als ich gelöscht worden bin ist mein Geist irgendwie in diese andere Realität geraten hier und hat sich diesen Körper hier ausgesucht, weil er wegen dem Unfall den sie beschreiben gerade keinen eigenen Geist gehabt hatte und deshalb einfach zu übernehmen war“, begann Julian weiter zu reden.
„Verstehe… Jetzt sind sie aber auch dran sich meine Theorie anzuhören…“, meldete sich der Arzt wieder zu Wort.
„Nur zu… Ich bin gespannt was für einen Mist sie dieses Mal auspacken…“, kommentierte Julian lediglich abwertend.
„Nun sie haben ein traumatisches Erlebnis durchgemacht und lagen vier Monate im Koma. Ihr Gehirn kam damit nicht zurecht und hat sich diese Geschichte über Zeitschleifen, Metal Festivals, Kindheits und Jugendfreundinnen, Traumfrauen, Aliens und Horror-Monster ausgedacht um das alles irgendwie zu verarbeiten. Dass sie sich an alles davor nicht erinnern können ist auch normal. Das nennen wir hier in Fachkreisen ‚Dissoziative Amnesie‘. Ich meine… Denken sie doch mal nach. Die Zeitschleife ist ein Konstrukt dass ihr Geist geschaffen hat, weil sie dann mit einer geringen Anzahl an Orten, Erinnerungen und Personen arbeiten konnten, als sie es sonst hätten müssen. Noch dazu sind sie ein Mensch der starke Angst vor den Konsequenzen seiner Handlungen hat. Die Zeitschleife hat dafür gesorgt, dass diese Konsequenzen praktisch nicht mehr existierten. Das Festival, ihr Auftritt, die drei Frauen… Alles Manifestationen ihres Begehrens. Der Dinge die sie immer haben und tun wollten, aber nie bekommen konnten. Die Aliens die ihren Mut heraus gekitzelt haben und stellvertretend für diesen stehen. Und natürlich die Plage, die ihre Angst dargestellt hat. Ach ja und nicht zu vergessen das Sigma, der große Planetenfresser, der am Ende sie selbst waren, was ja wirklich passend ist… Denn ihre Angst ist ein Teil von ihnen selbst und sie stehen sich mit dieser Angst sehr oft selbst im Wege. Genau wie das Sigma ihnen im Wege stand. Und als es für sie an der Zeit war aufzuwachen und sie bereit waren ihre Angst davor zu besiegen haben sie das Sigma und ihre Angst zusammen mit sich selbst aus dieser künstlichen Realität gelöscht. Erst danach konnten sie auch tatsächlich wach werden.“, begann der Psychiater weiter zu erklären und Julian fühlte wie er innerlich zusammen klappte und dieser Logik immer weniger entgegen zu setzen hatte.
„Aber… Wie war es dann möglich, dass in meiner Fantasie Personen wie Doktor Neufeld oder die beiden Krankenschwestern auftauchen konnten? Wie konnte ich das Festival so realistisch wahr nehmen? Wie konnte ich die Schmerzen meiner Tode so real fühlen? Wie…?“, begann Julian dann fast panisch eine Frage nach der anderen zu stellen bevor er in Verzweiflungstränen ausbrach.
„Wir wissen nicht was Menschen im Koma alles wahr nehmen und was nicht. Vielleicht lief gerade etwas im Fernsehen über Metal Festivals was sie gesehen haben und dann in dieser Form verbaut haben. Doktor Neufeld und die beiden Schwestern werden es auf jeden Fall auf diesem Weg in ihren Koma-Traum geschafft haben. Der Rest kam bestimmt auf eine ähnliche Art und Weise“, erklärte der Psychiater noch und erhielt keine Antwort mehr von Julian zurück. Der saß lediglich in seinem Rollstuhl, weinte aus blanker Verzweiflung und starrte auf den Tisch des Arztes. „Ich sehe schon, das ist gerade alles etwas zu viel für sie. Ich lasse sie auf ihr Zimmer zurück bringen“, kommentierte der Arzt lediglich und erhob sich von seinem Platz.
„Warten sie… Ich…“, schluchzte Julian jedoch. „Kann ich wenigstens mein Handy oder irgendetwas anderes elektronisches zur Beschäftigung bekommen? Ich langweile mich hier echt zu Tode und ich will nicht die ganze Zeit hieran denken müssen…“, brachte er dann dennoch heraus, bevor er wieder in Tränen ausbrechen sollte.
„In Ordnung… Ich werde veranlassen, dass man ihnen ihr Smartphone zur Beschäftigung übergibt. Vielleicht finden sie ja darin noch irgendetwas, was sie an ihr Leben als Henning Baumann erinnert“, antwortete der Arzt und verließ dann den Raum.

Tatsächlich sollte man Julian sein Smartphone noch am selben Tag übergeben und Julian konnte es mittlerweile kaum noch erwarten zu sehen was sich dort alles darauf befinden sollte. Schnell bemerkte er jedoch, dass es sich wohl um das Handy von Henning Baumann handelte und nicht wirklich um sein eigenes, dass er noch aus seinen Erinnerungen kannte. Nachdem er verzweifelt nach Emulatoren für alte Spielekonsolen darauf gesucht und keine gefunden hatte, entschied Julian sich daher die Kontakte von Henning Baumann durchzusehen. Nicht ein einziger Name sagte ihm auch nur irgendetwas. Außerdem fiel Julian massiv auf, dass es sich lediglich um männliche Namen handelte. Vor dem Unfall eine feste Freundin gehabt zu haben konnte Julian damit schon mal vergessen. Eine weitere Hoffnung die völlig zerstört worden war. Im Anschluss ging Julian die Bilder in der Galerie durch. Einige Interessante Dinge waren dort zu finden. Besuche von Museen, Großstädten und anderen touristisch interessanten Gegenden und Einrichtungen waren dort eindeutig dokumentiert. Julian konnte sich an nicht einen einzigen davon erinnern. Es fiel ihm außerdem deutlich auf, dass es von Henning Baumann kaum Bilder auf seinem eigenen Handy gab. Anscheinend fühlte er sich nicht ansehnlich genug dafür. Zumindest war dies eine Erklärung die Julian sich dafür gegeben hatte, da er ja selbst in seiner ursprünglichen Realität einmal Gewichtsprobleme gehabt hatte und daher wusste wie sich das anfühlte. Hin und wieder gab es dennoch welche, meist in Kombination mit seinen optisch wesentlich ansprechenderen Kollegen. Wahrscheinlich gehörten einige der Namen in der Kontaktliste zu den Menschen auf den Fotos. Aber leider sollte nichts wirklich nützliches dabei heraus kommen, außer dass Henning Baumann eine völlig andere Person war als Julian. Selbst sein Musikgeschmack war mit diesen komischen Schlagern und diesem wiederlichen Elektro-Schrott komplett anders als Julian es sich überhaupt jemals ausgemalt hätte. Als Julian das alles einfach zu absurd war brach er ab und legte sich wieder schlafen. Am nächsten Tag sollten seine Physio- und Psychotherapien beginnen. Und das wurde alles wesentlich schwieriger und ermüdender als Julian es sich erwartet hatte. Erste Erfolge stellten sich jedoch nach der ersten Woche schon ein, so dass er nun schon wieder selbstständig die Toilette und generell das Badezimmer aufsuchen und auch ein paar Schritte durch die psychiatrische Station gehen konnte. Dennoch war er stärker mitgenommen als er zugeben wollte. Er wusste nicht was er jetzt machen sollte. Er hatte alles verloren und eigentlich würde er am liebsten sterben. Bisher hatte sich auch noch niemand bei ihm gemeldet, nach fast einem Monat in dem er nun schon wieder aus dem Koma erwacht war. Vielleicht hatte es immer noch niemand bemerkt, aber das konnte Julian sich nicht wirklich vorstellen. Wahrscheinlicher war einfach nur, dass es niemanden interessierte. Wenn Henning Baumann ihm auch nur ein wenig ähnlich war, dann war dies sogar die wahrscheinlichste Variante. Wer würde sich schon für einen Haufen Scheiße wie ihn interessieren? Julian schleppte sich gerade weiter als er an einem Raum vorbei kam, der die meiste Zeit verschlossen war. Scheinbar ein Materiallager für Ergotherapie oder etwas ähnliches. Was Julian jedoch an diesem Raum am meisten interessierte war die akustische Gitarre die sich dort befinden sollte. Als er fragte ob er die haben und benutzten könnte für seinen Aufenthalt war die Antwort, dass man nachfragen wollte und sie ihm dann bringen würde. Etwas enttäuscht zog Julian sich daraufhin wieder in sein Zimmer zurück und legte sich auf das Bett. Plötzlich meldete sich sein Handy. In Whatsapp war eine Nachricht eingegangen deren Absender Julian zwar von Nummer und Name her unbekannt war, aber als er die ersten Zeilen der Nachricht in der Anzeige lesen sollte freute er sich unglaublich darüber. Zum ersten Mal ein kleiner Hoffnungsschimmer in dieser grauenhaften Zeit. Bevor er die Nachricht jedoch öffnen konnte, klopfte es an seiner Tür.
„Herr Baumann… Man sagte mir sie wollten die hier…“, sagte der eintretende Pfleger direkt und hielt Julian die Gitarre hin, die er angefordert hatte.
„Ich danke ihnen…“, antwortete Julian als er das Instrument übernahm und sich ihm direkt widmete. Der Pfleger beobachtete ihn kurz noch und verließ dann den Raum. Julian war sich im Übrigen sicher, dass er noch eine Weile brauchen würde bis er dieses Instrument in spielbaren Zustand gebracht hatte. Es war sehr alt und nicht mehr im besten Zustand. Insbesondere die Saiten wirkten so als ob das Instrument seit mehr als zwei Jahren nicht mehr beachtet worden wäre. Sie hatten jeglichen metallischen Glanz verloren und an einigen Stellen sogar Rost angesetzt. Dennoch versuchte Julian das Instrument noch einmal zu stimmen. Stimmen nach Gehör war absolut nicht seine Stärke, aber er tat sein bestes und erreichte einen Zustand mit dem er zumindest klanglich leben konnte. Dann begann er zu spielen. Nothing Else Matters von Metallica. Wie in seiner letzten Erinnerung auf dem Festival vor seinen drei Traumfrauen. Ob überhaupt irgendetwas davon jemals real gewesen war? War all diese Liebe die er erfahren und gegeben hatte wirklich nur ein Konstrukt seines Verstandes gewesen? Und was machte dann diese ominöse Whatsapp-Nachricht auf seinem Handy? Ach ja richtig. Die Nachricht wollte er ja noch lesen. Aber nun spielte er zuerst mal Nothing Else Matters fertig.
„Henning? Seit wann kannst du denn Gitarre spielen?“, sprach ihn plötzlich eine Frau an, die Julian anhand ihres Aussehens direkt als seine oder eher die Mutter von Henning Baumann erkannte. Sie war wohl durch die Tür gekommen ohne dass Julian es bemerkt hatte. Schlagartig verbesserte sich Julians Stimmung… Er konnte Gitarre spielen… Eine Fähigkeit die Henning Baumann eigentlich gar nicht hatte… Das war der Beweis den er gebraucht hatte… Der Beweis der den Unterschied machte.

THE END

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Nachwort:

So, da wären wir wohl also zum endgültigen Ende und meinem Nachwort zur Geschichte. Es ist mein neuestes Projekt und versucht besser zu sein als alle davor und tatsächlich bin ich selbst ziemlich erstaunt wie zufrieden ich mit der Geschichte bin. Ich habe wirklich das Gefühl hier meine eigene Entwicklung als Schriftsteller ein wenig gefühlt zu haben. Auch wenn Lost in Time natürlich am Ende wieder wie alles was ich schreibe vollkommen eskaliert ist in so vielen Belangen. Grundsätzlich hätte die Geschichte ursprünglich viel kürzer sein sollen. Mindestens die Hälfte weniger. Eine Christina war im ursprünglichen Plan gar nicht vorhanden, die hab ich erst während des Schreibens dazu erfunden und im eigentlichen Plan hatte das Ganze zu einem Drei-Wege-Krieg Aliens-Plage-Militär eskalieren sollen bei dem Julian sich in dem Chaos einen Mecha von den Aliens klaut und sich mit dem dann im kompletten Alleingang in die Basis vorkämpft um dann dort den Kristall zu berühren um sich aus der Zeit löschen zu lassen und alles zu beenden. Generell hatte Julian noch wesentlich mehr alleine agieren sollen im ursprünglichen Plan und ja… Während ich das hier so tippe fällt mir auch auf wie unglaubwürdig der alte Plan eigentlich war und dass es wohl ganz gut ist was am Ende aus Lost in Time anderes wurde. XD Allerdings ist mir bewusst, dass Lost in Time absolut nicht perfekt ist. Mir ist klar, dass die Zeitschleife-Mechanik immer mehr in der Komplexität eskaliert ist und die Geschichte daher wahrscheinlich für Leser schlichteren Gemüts gar nicht wirklich geeignet ist, weil die ganz schnell den Überblick verlieren. Außerdem musste ich wegen des Charakterspezifischen Blickwinkels, den ich hier genutzt habe, viele Szenen weg lassen, die ich etwa in einem neuen Inferno-Teil eingebaut hätte, da der Protagonist in ihnen nicht vorgekommen wäre und die an einigen Stellen für Erklärung gesorgt hätten. Das hat mich auch ein wenig in Kapitel 22 beim Schreiben angekotzt, da ich eigentlich gerne die Kämpfe von Jake und Christina mit deren Exoskeleten gegen die des Militärs an der Stelle ausgeschrieben hätte, aber das hat mir leider mein gewählter Blickwinkel verboten. Am Ende hätte ich auch ein wenig die Eifersüchteleien, Sticheleien, Streitigkeiten und Denkprozesse beschreiben können, die sich hinter dem Rücken des Protagonisten zwischen seinen drei Herzensdamen abgespielt haben und dann letzten Endes zu der friedlichen Einigung führen zu der es dann kommt, aber auch das war wegen des Blickwinkels leider nicht möglich. Ach ja, der Harem-Faktor darf bei der Selbstkritik nicht fehlen. Ich denke/hoffe aber dass die Tatsache dass am Ende noch was schlimmeres als der Tod mit ihm passiert, er das Bewusst auf sich nimmt und ich ihm eine ausreichende Motivation dafür geben musste und der optionale Epilog-Teil das dann irgendwie wieder ausgleichen konnten. Ich hab auch am Ende wesentlich mehr Mecha-Faktor in der Geschichte drin gehabt als ich eigentlich wollte und das gefällt halt leider nicht jedem. Ebenso die Kämpfe, die ich aber versucht habe zu reduzieren im Vergleich mit allen Vorgängern. Ich hoffe auch dass Verbesserungen am gesamten Bedrohungsgefühl und generell allem stattgefunden haben. Jetzt folgen aber noch ein paar Kritikpunkte, die mir selbst echt weh tun und meine Charaktere betreffen. Ich halte meine drei Damen für absolut ätzende Abziehbilder ohne jeden Charakter, die einfach nur da sind um vom Protagonisten am Ende ordentlich durch genommen zu werden. Ansonsten bin ich mir unsicher welchen Zweck sie in der Geschichte erfüllt haben könnten. Noch dazu sind ihre Persönlichkeiten zu ähnlich und jede davon ist viel zu sehr idealisiert. Leider muss ich auch sagen, dass ich dieses idealisieren mit Absicht tue. Wenn ich Frauen so darstelle wie ich sie draußen im echten Leben kennen gelernt habe geht das für die Damenwelt wesentlich schlechter aus und dann ist der Aufschrei noch größer. Und nicht zuletzt wäre wohl auch gar keine Geschichte zustande gekommen, weil Julian spätestens in Kapitel 15 komplett erledigt gewesen wäre, nie die Basis verlassen hätte und auch nicht mehr zu sich selbst gefunden hätte, ohne die etwas stark idealisierten Damen. Kommen wir zu Julian, dem wirklich grausamsten Selfinsert den ich jemals geschaffen habe. Er hat meinen Musik-Geschmack, meine Hintergrundgeschichte und am Anfang noch Teile meiner Festival-Erfahrungen abbekommen. Das machte ihn für mich unglaublich einfach zu schreiben, denn ich musste mich lediglich immer fragen wie ich selbst in der entsprechenden Situation reagieren würde. Julians Gedankengänge und Probleme sind tatsächlich zu nicht geringem Teil meine eigenen. Allerdings musste nicht zuletzt dazu auch die Time Loop-Mechanik her. Ansonsten hätte Julian genau wie ich selbst an mehreren Stellen in der Geschichte wahrscheinlich den Suizid gewählt. Diese Option musste ihm also unbedingt genommen werden. Mir wurde außerdem gerade beim tippen dieser Zeilen klar, dass ich wahrscheinlich auch deswegen so mitgenommen vom Ende bin. Aber vielleicht geht´s ja noch jemandem so. Schreibt mir das gerne mal in die Kommentarspalte. ^^ Kommen wir zu den Action-Szenen, die ich wirklich schon versucht habe kurz zu halten und an den neuen Blickwinkel anzupassen. Dadurch ging leider auch massiv die Übersicht verloren. Während in Inferno verschiedene Charaktere an verschiedenen Stellen agieren und auch immer wieder Übersichten über die Schlacht gegeben werden und in MODULAR Kämpfe selten mehr als 1VS5 werden, musste hier eine chaotische, gigantische Materialschlacht aus der Sicht eines einzigen Charakters beschrieben werden. Dabei ist leider auch ein wenig die Übersicht, teilweise das Geschehen selbst und auch die Intensität, wie ich finde, verloren gegangen. Ich muss das Ende dieses Projekts aber erstmal sitzen lassen und noch eine Weile warten und vielleicht auch sehen was andere Leute schreiben. Denn trotz aller Selbstzufriedenheit mit dem neuen Projekt muss ich leider auch sagen, dass ich massivst gescheitert bin. Was ich erschaffen wollte war eine Geschichte die für die Massen attraktiv ist, weil sie Kurz genug ist um Leute nicht mit der Länge abzuschrecken, nicht zu komplex und vor allem nur wenig Technologisches Zeugs enthält. Was ich erschaffen habe ist ein Monster, dass für niemanden richtig geeignet ist, zu komplex ist für die Masse, viel zu schwer zu verstehen ist für ein schlichtes Gemüt, extrem Kontrovers ist am Ende und wahrscheinlich meine Beliebtheit in Autoren-/Leserkreisen auch nicht unbedingt verbessern wird. Wegen dem Ende würde ich sagen eher im Gegenteil. Wenn man richtig fies und gemein sein will behauptet man sogar ich hätte einen richtig schlechten Zusammenschmiss aus Re:Zero, Alien VS Predator, Edge of Tomorrow und Monster Hunter oder sowas geschaffen. Und ich könnte jetzt ehrlich gesagt nicht einmal so richtig wiedersprechen. Das mal zu meiner Selbstkritik. Ich werde hier sicherlich noch ein paar Sachen ergänzen die mir so mit der Zeit einfallen und sicherlich wird es noch ein paar weitere Überarbeitungen wegen der Rechtschreibung und den etwas schlecht formulierten Sätzen geben. ^^ Ansonsten seit ihr jetzt dran. Wie hat euch das Werk gefallen? War es gut? War es kacke? Hat es euch beim Lesen emotional so berühren können wie mich beim Schreiben? Und vor allem würde mich auch interessieren: Wie gefallen die K.I.-Cover-Bilder? Und: Passte die gewählte Musik zur Geschichte oder sollte ich doch lieber was anderes nehmen in Zukunft? Ich bedanke mich bei allen die bis hier her gekommen sind. Auch wenn ihr keinen Kommentar schreibt, ich liebe euch, ihr seid der Grund weshalb ich trotzdem immer wieder solche Werke zusammen tippe. Ich danke euch mehr als ihr euch vorstellen könnt, wie Julian es in der Geschichte regelmäßig ebenfalls formuliert. Die wahrscheinlich wichtigste Frage ist aber wahrscheinlich: Wie geht’s für mich jetzt nach Lost in Time weiter? Das kann ich euch noch nicht sagen. Hängt ein wenig von meinem Erfolg ab um ehrlich zu sein. Ich habe eine ganze Menge übrige Konzepte rum liegen. Darunter ist ein Projekt dass Lost in Time ein wenig ähnlich ist, aber ohne einen Time Loop auskommt, ein Inferno-Nachfolger, ein gewaltiges Projekt im MODULAR-Universe und noch einiges mehr. Wenn an irgendetwas daran Interesse besteht, lasst es mich unbedingt wissen. Ich werde mich umgehend der Erschaffung widmen. Noch einmal vielen Dank an alle meine Leser, ihr seid die besten. Wir sehen uns, hoffentlich zu einem neuen Projekt. ^^

Nehmt so lange noch zum Abschluss das endgültige Outro, das ich gewählt habe:
Mittel Alta - Kein Metal