Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Hier ein Platz für (allgemeine) Diskussionen die in kein spezifisches Forum passen.
Benutzeravatar
Tom
Gründer
Gründer
Beiträge: 4052
Registriert: Fr 17. Jan 2014, 19:39
Wohnort: Bavaria
Kontaktdaten:

Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Tom »

Mein Eindruck von Kapitel 16 bis 20 ist insgesamt ziemlich positiv. Der Abschnitt fühlt sich wie eine deutliche Weiterentwicklung der Geschichte an, weil Julian inzwischen nicht mehr nur auf die Ereignisse reagiert, sondern zunehmend selbst die Initiative übernimmt. Besonders gut funktioniert dabei seine Entwicklung: Sein schwarzer Humor und seine Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Tod wirken inzwischen weniger wie reine Comedy und immer stärker wie die Konsequenz dessen, was die Zeitschleife mit ihm gemacht hat.
Auch die Dynamik zwischen Julian, Christina, Kim und Sandra wird in diesen Kapiteln deutlich stärker. Die vier wirken zunehmend wie ein echtes Team, ohne dass ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten verloren gehen. Gleichzeitig gefällt mir, dass Julians Pläne zwar clever sind, aber keineswegs reibungslos funktionieren. Dadurch bleibt trotz seiner Loop-Erfahrung eine gewisse Unberechenbarkeit erhalten.
Am stärksten finde ich allerdings die Entwicklung des eigentlichen Mysteriums. Die Geschichte beginnt in diesem Abschnitt, ihre bisherige Handlung deutlich zu überschreiten. Militär, Palmer und der Kristall wirken zunehmend wie Teile eines viel größeren Problems. Kapitel 20 setzt dafür einen besonders starken Akzent, weil die Bedrohung plötzlich eine völlig andere Größenordnung bekommt.
Der einzige Punkt, bei dem ich inzwischen etwas aufpassen würde, ist die Menge an offenen Geheimnissen. Die Kapitel machen sehr neugierig, aber irgendwann müssen die ganzen Hinweise – Time Loop, Chronotonen, Kristall, Palmer, Armband, Plage, Omega und Sigma – auch miteinander verbunden werden. Wenn die späteren Kapitel diese Dinge sauber zusammenführen, funktioniert der Aufbau rückwirkend sehr gut.

Ich hasse Perfektion.
Sie bietet keinen Platz für Kreation.

Bild

Benutzeravatar
Tom
Gründer
Gründer
Beiträge: 4052
Registriert: Fr 17. Jan 2014, 19:39
Wohnort: Bavaria
Kontaktdaten:

Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Tom »

Wenn man Kapitel 21 bis 24 zusammen betrachtet, wirkt der Abschnitt inzwischen ziemlich klar wie der Übergang vom normalen Zeitloop-Abenteuer zum eigentlichen Endgame der Geschichte. Kapitel 21 baut die große Allianz auf, Kapitel 22 eskaliert das Ganze zum offenen Krieg, Kapitel 23 lässt praktisch alles scheitern und Kapitel 24 startet den nächsten Anlauf mit einem deutlich besseren Plan. Insgesamt gefällt mir dieser Abschnitt ziemlich gut, weil Julian hier spürbar von einem Typen, der irgendwie versucht zu überleben, zu jemandem wird, der aktiv versucht, die Ereignisse zu kontrollieren.

Kapitel 21 ist dabei vor allem wichtig, weil die Geschichte erstmals richtig auf die große Zusammenarbeit zuläuft. Julian, Palmer, Sigma und die Außerirdischen werden zunehmend miteinander verbunden und die Handlung bekommt eine viel größere Dimension. Das funktioniert grundsätzlich gut, weil die Bedrohung inzwischen so groß geworden ist, dass ein einzelner Protagonist sie gar nicht mehr lösen könnte. Gleichzeitig wird hier aber auch ein Problem der Geschichte sichtbar: Es gibt mittlerweile verdammt viele Parteien, Technologien und Bedrohungen. Militär, Kurzmann, Palmer, Julian, Aliens, Sigma, Zeitloop, Chronoton-Technologie und später noch das planetengroße Wesen – das ist eine Menge. Solange die einzelnen Elemente klar miteinander verbunden bleiben, funktioniert es. Wenn nicht, kann es schnell so wirken, als würde immer einfach noch eine größere Sache aus dem Hut gezogen.

Kapitel 22 fand ich dann vor allem wegen der Action stark. Der Konflikt mit Kurzmann wird persönlicher und Julian ist nicht mehr einfach nur passiver Spielball. Der Kampf fühlt sich dadurch relevanter an. Gleichzeitig merkt man hier aber auch die größte Schwäche der Actionpassagen: Es passiert teilweise unglaublich viel auf einmal. Exoskelette, Plasmawaffen, Aliens, verschiedene technische Systeme, Soldaten und Spezialfähigkeiten sorgen für ordentlich Spektakel, aber manchmal ist schwer nachzuvollziehen, wer gerade wo steht, was genau passiert und warum eine bestimmte Waffe plötzlich funktioniert oder nicht funktioniert. Gerade weil die Geschichte später mit noch größeren Waffen arbeitet, wäre es sinnvoll, die technischen Regeln etwas sauberer festzulegen.

Kurzmann selbst funktioniert als Gegner ziemlich gut, weil er nicht einfach nur „böse“ ist, sondern für Julian inzwischen eine persönliche Bedrohung darstellt. Sein Problem ist eher, dass seine Fähigkeiten teilweise so extrem wirken, dass man irgendwann erklären muss, wo seine Grenzen liegen. Besonders seine scheinbare Unsterblichkeit beziehungsweise die Wirkung des Zeitarmbands muss sauber erklärt werden. Kapitel 23 liefert dafür immerhin eine wichtige Lösung, weil Julian und Jake das Armband entfernen können und Kurzmann dadurch seine besondere Fähigkeit verliert.

Kapitel 23 ist für mich dann der stärkste Wendepunkt der vier Kapitel. Hier wird endlich richtig deutlich, dass die bisherigen Erfolge möglicherweise überhaupt nichts wert sind. Kurzmann wird besiegt, Jake opfert sich für Christina, Christina tötet Kurzmann und Julian steht unmittelbar davor, den Kristall zu berühren – und dann kommt Palmer und erklärt ihm, dass sein bisheriges Verständnis des Resets möglicherweise falsch ist. Das ist ziemlich stark, weil die Geschichte dadurch ihre eigenen Regeln infrage stellt.

Palmer ist für mich überhaupt eine der interessantesten Figuren in diesem Abschnitt. Seine Aussage, dass Julian beim Reset möglicherweise einfach verschwindet, während der Kristall, die Toten und die Apokalypse bestehen bleiben, verändert die gesamte Bedeutung des Loops. Gleichzeitig ist genau das aber auch eine der größten offenen Fragen. Warum sollte Palmer damit recht haben? Welche Daten hat er tatsächlich? Warum hat er diese Erkenntnis erst jetzt? Und kann er überhaupt wissen, was nach Julians Tod beziehungsweise einem Reset passiert? Wenn seine Aussage später einfach als Tatsache bestätigt wird, muss die Geschichte erklären, wie Palmer zu diesem Wissen gelangt ist.

Sehr gut funktioniert dagegen Palmers Befehl zur Kapitulation. Dadurch beweist er zumindest praktisch, dass er nicht einfach nur irgendeinen Unsinn erzählt. Er übernimmt nach Kurzmanns Tod tatsächlich die Kontrolle und beendet den Kampf. Dadurch bekommt seine Figur plötzlich eine ganz andere Bedeutung.

Dann kommt natürlich das planetengroße Tentakelwesen. Das ist völlig bescheuert groß – aber inzwischen auf eine Art, die ich ziemlich passend finde. Die Geschichte hat zu diesem Zeitpunkt ohnehin sämtliche normalen Maßstäbe verlassen. Das Problem ist weniger die Größe des Wesens als die Frage, welche Regeln dafür gelten. Was genau ist Sigma? Woher kommt dieses Wesen? Warum ist es so mächtig? Warum kann es einen ganzen Planeten verschlingen? Und vor allem: Warum sollte sein Tod einen Zeitreset auslösen? Genau diese Fragen müssen irgendwann beantwortet werden, sonst besteht die Gefahr, dass Sigma am Ende einfach wie ein beliebiger „größter Boss aller Zeiten“ wirkt.

Das Ende von Kapitel 23 ist dafür emotional ziemlich stark. Julian verliert trotz aller Bemühungen und stirbt mit dem Gedanken, versagt zu haben. Dass er sich sogar wünscht, die schwarze Leere möge diesmal bleiben, zeigt, wie fertig er inzwischen psychisch ist. Das ist wichtig, weil die Geschichte damit nicht nur die äußere Bedrohung steigert, sondern auch Julians inneren Zustand.

Kapitel 24 gefällt mir dann gerade deshalb so gut, weil es nicht einfach wieder bei null anfängt. Julian nimmt das Wissen aus dem vorherigen Loop mit und verändert den Ablauf massiv. Er versucht diesmal nicht, alles alleine zu lösen, sondern bringt Palmer und die Aliens zusammen. Das ist meiner Meinung nach die wichtigste Charakterentwicklung dieses Abschnitts. Julian erkennt langsam, dass seine Stärke nicht darin besteht, jede Schlacht selbst zu gewinnen, sondern die richtigen Leute zusammenzubringen.

Auch die Christina-Handlung bekommt hier deutlich mehr Gewicht. In Kapitel 23 kommt es zum Liebesgeständnis, und Kapitel 24 zeigt, dass diese Beziehung tatsächlich etwas mit Julian macht. Besonders seine Unsicherheit darüber, ob Christina ihn außerhalb dieser ganzen Apokalypse überhaupt mögen würde, finde ich gut. Er hält sich selbst für einen nutzlosen Arbeitslosen, während Christina ihn aufgrund seiner tatsächlichen Handlungen beurteilt. Das gibt Julian endlich etwas mehr Persönlichkeit außerhalb von Kämpfen und Zeitreisen.

Gleichzeitig steckt genau bei Christina eines der größten ungeklärten Probleme. Sie erinnert sich offenbar nicht bewusst an den vorherigen Loop, empfindet aber trotzdem Gefühle für Julian und hat sogar bereits mit Jake Schluss gemacht. Woher kommen diese Gefühle? Wenn der Reset wirklich alles zurücksetzt, dürfte Christina davon eigentlich nichts wissen. Wenn emotionale Veränderungen oder Entscheidungen über den Reset hinweg bestehen bleiben können, dann ist das eine extrem wichtige Regel des Systems. Und dann stellt sich sofort die nächste Frage: Was bleibt sonst noch aus vergangenen Loops erhalten?

Das ist überhaupt das zentrale Logikproblem: Was genau wird beim Reset zurückgesetzt und was nicht?

Julian behält Erinnerungen. Offenbar können aber auch andere Dinge beeinflusst werden. Palmer hat neue Informationen. Kurzmann kann möglicherweise anders behandelt werden. Christina entwickelt Gefühle. Und in Kapitel 24 ist der neue Ablauf bereits deutlich anders als die vorherigen. Das ist grundsätzlich spannend, aber die Regeln müssen irgendwann klar werden. Sonst kann später praktisch alles mit „der Loop funktioniert halt so“ erklärt werden.

Ein zweites großes Fragezeichen ist Palmer selbst. Seine Aussagen über den Reset sind potenziell extrem wichtig. Gleichzeitig weiß man noch nicht, ob er wirklich die Wahrheit kennt oder nur eine plausible Theorie aufstellt. Seine wissenschaftliche Kompetenz macht ihn glaubwürdig, aber er kann unmöglich automatisch alles über eine metaphysische Zeitschleife wissen. Ich würde diese Unsicherheit deshalb unbedingt beibehalten, bis die Geschichte eine echte Erklärung liefert.

Ein weiteres Problem ist die Technik. Die Geschichte hat inzwischen eine ganze Sammlung an extrem mächtigen Waffen. Die Menschen besitzen den Ripper, die Aliens den Hammer der Götter, dazu gibt es Plasmawaffen, Exoskelette, Arm-Panzer, Teleporter und weitere Prototypen. Das ist unterhaltsam, aber irgendwann muss erklärt werden, warum man diese Waffen nicht schon früher eingesetzt hat beziehungsweise warum bestimmte Probleme nicht einfach mit einer dieser Technologien gelöst werden können. Besonders beim Ripper und Hammer der Götter wird das wichtig. Wenn beide wirklich planetenvernichtende Waffen sind, warum gibt es dann überhaupt noch einen Kampf? Die Antwort ist momentan: Sie brauchen Zeit, müssen treffen und das Wesen könnte den Zyklus zurücksetzen. Das reicht erstmal, aber die Geschichte sollte daraus keine beliebig verschiebbare Regel machen.

Auch der Zeitablauf in Kapitel 24 ist momentan inkonsistent. Nach dem Treffen mit den Aliens heißt es, es seien noch sieben Stunden übrig. Später wird erwähnt, dass drei Stunden vergangen sind und nur noch drei weitere bleiben. Das müssten vier Stunden sein. Gerade bei einer Geschichte mit einem zentralen Countdown ist das ein Fehler, den ich korrigieren würde.

Dann gibt es noch die Frage nach Jake. Sein Tod in Kapitel 23 funktioniert emotional und gibt Christina einen glaubwürdigen Grund, sich endgültig von ihm zu lösen. Trotzdem passiert der Wechsel von Jake zu Julian extrem schnell. Kapitel 24 versucht das dadurch abzufangen, dass Christina schon vor diesem Loop mit Jake Schluss gemacht hat. Damit wird die Beziehung etwas glaubwürdiger, gleichzeitig verschiebt sich aber das Problem wieder auf die Loop-Regeln: Warum wusste Christina das beziehungsweise warum hat sie diese Entscheidung getroffen?

Und dann ist da noch Sandra. Julian weiß aus früheren Loops, dass Sandra Gefühle für ihn hatte beziehungsweise dass zwischen ihnen andere Beziehungen möglich waren. Christina weiß davon offenbar nichts. Das ist ein potenziell interessanter emotionaler Konflikt, der bisher nur angedeutet wird. Wenn Sandra weiterhin Gefühle für Julian hat, obwohl Julian sich jetzt für Christina entschieden hat, könnte daraus später noch einiges entstehen. Wenn nicht, sollte irgendwann erklärt werden, warum gerade diese Variante des Loops anders läuft.

Was ich an Kapitel 21 bis 24 insgesamt besonders gut finde, ist die zunehmende Konsequenz der Handlung. Die Geschichte fühlt sich inzwischen nicht mehr wie eine Aneinanderreihung von „noch ein Gegner, noch eine Waffe, noch ein stärkeres Monster“ an. Zumindest in Kapitel 24 entsteht endlich ein strategischer Zusammenhang: Die Menschen brauchen die Aliens, die Aliens brauchen die Menschen, Palmer braucht Zeit, Julian verbindet die Parteien und alle müssen gleichzeitig herausfinden, wie sie verhindern, dass der Tod des Wesens wieder den Zyklus zurücksetzt.

Das ist eigentlich ein ziemlich guter Endgame-Aufbau.

Ich hasse Perfektion.
Sie bietet keinen Platz für Kreation.

Bild

Benutzeravatar
Child of Bodom
Gardist
Gardist
Beiträge: 1454
Registriert: Sa 18. Jan 2014, 20:53

Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Child of Bodom »

Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Wenn man Kapitel 21 bis 24 zusammen betrachtet, wirkt der Abschnitt inzwischen ziemlich klar wie der Übergang vom normalen Zeitloop-Abenteuer zum eigentlichen Endgame der Geschichte. Kapitel 21 baut die große Allianz auf, Kapitel 22 eskaliert das Ganze zum offenen Krieg, Kapitel 23 lässt praktisch alles scheitern und Kapitel 24 startet den nächsten Anlauf mit einem deutlich besseren Plan. Insgesamt gefällt mir dieser Abschnitt ziemlich gut, weil Julian hier spürbar von einem Typen, der irgendwie versucht zu überleben, zu jemandem wird, der aktiv versucht, die Ereignisse zu kontrollieren.
Wirklich unglaublich vielen Dank für diese positive Rückmeldung und den insgesamt sehr langen Kommentar, den ich gleich noch im einzelnen beantworten werde. Leider sind mir auch Dinge daran aufgefallen die entweder an der langen Wartezeit zwischen den Kapiteln liegt (anders als jetzt bei dir, wo teilweise zwei Kapitel an einem Tag kommen ^^" ), daran dass ich etwas überhaupt nicht gut rüber gebracht und erklärt habe, oder einfach daran dass eine Zeitreise/Zeitschleife-Thematik immer in irgendetwas komplexem endet, dass dann halt nicht jeder immer versteht. Aus meiner Sicht stehen viele Dinge die du bemängelst aber eigentlich im Text drin. ^^"
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Kapitel 21 ist dabei vor allem wichtig, weil die Geschichte erstmals richtig auf die große Zusammenarbeit zuläuft. Julian, Palmer, Sigma und die Außerirdischen werden zunehmend miteinander verbunden und die Handlung bekommt eine viel größere Dimension. Das funktioniert grundsätzlich gut, weil die Bedrohung inzwischen so groß geworden ist, dass ein einzelner Protagonist sie gar nicht mehr lösen könnte. Gleichzeitig wird hier aber auch ein Problem der Geschichte sichtbar: Es gibt mittlerweile verdammt viele Parteien, Technologien und Bedrohungen. Militär, Kurzmann, Palmer, Julian, Aliens, Sigma, Zeitloop, Chronoton-Technologie und später noch das planetengroße Wesen – das ist eine Menge. Solange die einzelnen Elemente klar miteinander verbunden bleiben, funktioniert es. Wenn nicht, kann es schnell so wirken, als würde immer einfach noch eine größere Sache aus dem Hut gezogen.
Ja, ein immer noch größeres Ding aus dem Hut ziehen, kann ich ja bekanntlich ziemlich gut. Man braucht sich nur Inferno angucken. :rofl:
Allerdings das mit der technologischen Erklärung lasse ich die meiste Zeit ziemlich bewusst weg, weil ich Leser nicht mit dummen Technikgebrabbel langweilen will und lege dann solche Datenblätter/Datenbanken nach für alle die nicht mehr mit kommen oder die es einfach so genau wissen wollen. Erscheint mir der optimale Kompromiss um Leser die mehr die Handlung und das Geschehen interessiert nicht zu langweilen und die anderen dennoch befriedigen zu können. Gerade in dieser Geschichte wurde das alles aber sehr bewusst weg gelassen. War anscheinend was dich betrifft nicht so ne gute Idee wie´s aussieht. ^^"
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Kapitel 22 fand ich dann vor allem wegen der Action stark. Der Konflikt mit Kurzmann wird persönlicher und Julian ist nicht mehr einfach nur passiver Spielball. Der Kampf fühlt sich dadurch relevanter an. Gleichzeitig merkt man hier aber auch die größte Schwäche der Actionpassagen: Es passiert teilweise unglaublich viel auf einmal. Exoskelette, Plasmawaffen, Aliens, verschiedene technische Systeme, Soldaten und Spezialfähigkeiten sorgen für ordentlich Spektakel, aber manchmal ist schwer nachzuvollziehen, wer gerade wo steht, was genau passiert und warum eine bestimmte Waffe plötzlich funktioniert oder nicht funktioniert. Gerade weil die Geschichte später mit noch größeren Waffen arbeitet, wäre es sinnvoll, die technischen Regeln etwas sauberer festzulegen.
Ich behaupte aber auch mal, dass das den chaotischen Charakter der Schlacht und der einzelnen Kämpfe eher noch unterstreicht. Wenn du den Überblick verloren hast, was meinst du wie es dann Julian gegangen sein muss, der sich da mitten drinnen befunden hat? :rofl:
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Kurzmann selbst funktioniert als Gegner ziemlich gut, weil er nicht einfach nur „böse“ ist, sondern für Julian inzwischen eine persönliche Bedrohung darstellt. Sein Problem ist eher, dass seine Fähigkeiten teilweise so extrem wirken, dass man irgendwann erklären muss, wo seine Grenzen liegen. Besonders seine scheinbare Unsterblichkeit beziehungsweise die Wirkung des Zeitarmbands muss sauber erklärt werden. Kapitel 23 liefert dafür immerhin eine wichtige Lösung, weil Julian und Jake das Armband entfernen können und Kurzmann dadurch seine besondere Fähigkeit verliert.
Das Zeitarmband wird größtenteils erklärt in Kapitel 19. :mrgreen:
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Dann kommt natürlich das planetengroße Tentakelwesen. Das ist völlig bescheuert groß – aber inzwischen auf eine Art, die ich ziemlich passend finde. Die Geschichte hat zu diesem Zeitpunkt ohnehin sämtliche normalen Maßstäbe verlassen. Das Problem ist weniger die Größe des Wesens als die Frage, welche Regeln dafür gelten. Was genau ist Sigma? Woher kommt dieses Wesen? Warum ist es so mächtig? Warum kann es einen ganzen Planeten verschlingen? Und vor allem: Warum sollte sein Tod einen Zeitreset auslösen? Genau diese Fragen müssen irgendwann beantwortet werden, sonst besteht die Gefahr, dass Sigma am Ende einfach wie ein beliebiger „größter Boss aller Zeiten“ wirkt.
Ja, planetengroße Wesen die andere Planeten fressen sind so ein Thema, dass bei mir auch öfter vor kommt. ^^" Inferno hat ja gleich ne ganze Reihe verschiedene Varianten davon, Crimson Space hat nen mechanischen Planetenkiller und ich glaube in Visions of Doom kam damals auch so ein Viech am Schluss vor, das noch viel bescheuerter und bescheuert größer war als das hier. :rofl:
Ich dachte aber in einer Geschichte die auch im Horror-Bereich drin ist, passt das schon irgendwie. Alles andere hab ich durchaus als Input mitgenommen und werde entsprechende Parts in der Story bringen. :1tu:
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Gleichzeitig steckt genau bei Christina eines der größten ungeklärten Probleme. Sie erinnert sich offenbar nicht bewusst an den vorherigen Loop, empfindet aber trotzdem Gefühle für Julian und hat sogar bereits mit Jake Schluss gemacht. Woher kommen diese Gefühle? Wenn der Reset wirklich alles zurücksetzt, dürfte Christina davon eigentlich nichts wissen. Wenn emotionale Veränderungen oder Entscheidungen über den Reset hinweg bestehen bleiben können, dann ist das eine extrem wichtige Regel des Systems. Und dann stellt sich sofort die nächste Frage: Was bleibt sonst noch aus vergangenen Loops erhalten?

Das ist überhaupt das zentrale Logikproblem: Was genau wird beim Reset zurückgesetzt und was nicht?

Julian behält Erinnerungen. Offenbar können aber auch andere Dinge beeinflusst werden. Palmer hat neue Informationen. Kurzmann kann möglicherweise anders behandelt werden. Christina entwickelt Gefühle. Und in Kapitel 24 ist der neue Ablauf bereits deutlich anders als die vorherigen. Das ist grundsätzlich spannend, aber die Regeln müssen irgendwann klar werden. Sonst kann später praktisch alles mit „der Loop funktioniert halt so“ erklärt werden.
Ich dachte eigentlich dass das alles ziemlich klar erklärt worden wäre. Und zwar in Kapitel 14 und 15 schon. Julian ist der Hauptauslöser der Loops und behält daher alle seine Erinnerungen, immer. Christina behält sie eigentlich ebenfalls und kann den Loop ebenfalls auslösen, wenn sie sich in einer anderen "Zeitblase" wie Julian befindet. Ansonsten behält sie nur ihre Erinnerungen beim Neustart. Das Militär, besser gesagt diese spezielle Basis, und damit auch Palmer und Kurzmann, haben Technologie entwickelt mit denen sie sich in eine eigene Zeitblase einschließen können, wodurch bei ihnen die Zeit normal weiter läuft während draußen sich alles ständig wieder zurück setzt. Dadurch konnten die diese neuen Waffensysteme entwickeln, während sich draußen immer wieder alles auf Null zurück gesetzt hat. Einzige Ausnahme ist in Kapitel 18 und 19 wo Palmer und Kurzmann und in letzter Konsequenz ja auch Julian alle außerhalb der Basis sterben und sich daher auch wieder mit Julian zurück setzen, als der stirbt. Und in Kapitel 24 wird der gesamte Planet vernichtet, also auch die Basis und die Technologie für die Zeitblasen, die dann nicht mehr existieren. Folglich setzt sich mit Julians Tod alles komplett wieder zurück und die Basis zumindest dorthin wo sie in dem Loop zu dem Zeitpunkt wo er startet gewesen war (Scheiße das auszudrücken ist schon böse kompliziert, ich hoffe es ist klar was ich meine :argh2: ). Mir fällt allerdings gerade selbst auf, dass an der Stelle noch etwas fehlt. Hier muss ich tatsächlich noch klären wie Palmer an die neuen Infos gekommen ist. Bei den Aliens ist es eigentlich auch in Kapitel 12 schon geklärt, denn die bekommen von dem Arm-Panzer den sie Julian gegeben haben ständig neue Daten zugesandt und sind daher eigentlich zu jedem Zeitpunkt perfekt informiert über alles, selbst wenn sie die Zeit zurück setzt. Ob sie das interessiert ist natürlich immer eine andere Sache. Alle anderen vergessen immer alles wieder, da gibt´s keine Ausnahmen. :mrgreen:
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Auch der Zeitablauf in Kapitel 24 ist momentan inkonsistent. Nach dem Treffen mit den Aliens heißt es, es seien noch sieben Stunden übrig. Später wird erwähnt, dass drei Stunden vergangen sind und nur noch drei weitere bleiben. Das müssten vier Stunden sein. Gerade bei einer Geschichte mit einem zentralen Countdown ist das ein Fehler, den ich korrigieren würde.
Hab ich schon geändert. Sowas kommt, wenn man bis spät in die Nacht über seine Kapazitätsgrenzen hinaus versucht ne Geschichte zu schreiben. -.-' :headbang:
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Dann gibt es noch die Frage nach Jake. Sein Tod in Kapitel 23 funktioniert emotional und gibt Christina einen glaubwürdigen Grund, sich endgültig von ihm zu lösen. Trotzdem passiert der Wechsel von Jake zu Julian extrem schnell. Kapitel 24 versucht das dadurch abzufangen, dass Christina schon vor diesem Loop mit Jake Schluss gemacht hat. Damit wird die Beziehung etwas glaubwürdiger, gleichzeitig verschiebt sich aber das Problem wieder auf die Loop-Regeln: Warum wusste Christina das beziehungsweise warum hat sie diese Entscheidung getroffen?
Wie schon weiter oben geschrieben, sie erinnert sich an alles nach einem Loop und das Schluss machen mit Jake ist dann praktisch nach dem Neustart ihre erste Handlung gewesen. Seltsam, dass es in diesem Kapitel so rüber kam als ob sie sich nur unbewusst erinnern würde. Ich frage mich wo genau ich da einen Fehler gemacht haben könnte. :think1:
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Und dann ist da noch Sandra. Julian weiß aus früheren Loops, dass Sandra Gefühle für ihn hatte beziehungsweise dass zwischen ihnen andere Beziehungen möglich waren. Christina weiß davon offenbar nichts. Das ist ein potenziell interessanter emotionaler Konflikt, der bisher nur angedeutet wird. Wenn Sandra weiterhin Gefühle für Julian hat, obwohl Julian sich jetzt für Christina entschieden hat, könnte daraus später noch einiges entstehen. Wenn nicht, sollte irgendwann erklärt werden, warum gerade diese Variante des Loops anders läuft.
Sie weiß es. Sie war sogar mehr oder weniger Zeuge als Julian mit den beiden zusammen gekommen ist. Sie ist ihm ja anfangs gefolgt um raus zu kriegen ob er tatsächlich auch im Time Loop steckt oder nicht. Und bei den Dates mit den beiden hat Julian sich beide Male verfolgt gefühlt. Der Satz "Die beiden mögen dich wirklich sehr" sollte eigentlich auch ausdrücken, dass sie da bescheid weiß und zusätzlich hab ich kürzlich gesehen, dass es an der Stelle sogar im Text steht. Auch hier hab ich wohl etwas schlechter rüber gebracht als ich ursprünglich gedacht hatte. :headbang:
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Was ich an Kapitel 21 bis 24 insgesamt besonders gut finde, ist die zunehmende Konsequenz der Handlung. Die Geschichte fühlt sich inzwischen nicht mehr wie eine Aneinanderreihung von „noch ein Gegner, noch eine Waffe, noch ein stärkeres Monster“ an. Zumindest in Kapitel 24 entsteht endlich ein strategischer Zusammenhang: Die Menschen brauchen die Aliens, die Aliens brauchen die Menschen, Palmer braucht Zeit, Julian verbindet die Parteien und alle müssen gleichzeitig herausfinden, wie sie verhindern, dass der Tod des Wesens wieder den Zyklus zurücksetzt.
Ja, Konsequenz der Handlung(en) ist eine Sache und das Gefühl dass es weniger "Noch ein Gegner, noch eine Waffe, noch ... " sein soll, die ich ein wenig versuche seit Inferno etwas zu verbessern. Sollte schon in MODULAR - Rise of a Mercenary wesentlich besser geworden sein. Es freut mich wirklich im Kommentar zu lesen, dass das wohl ganz gut geklappt hat. :mrgreen:
Tom hat geschrieben: Mo 14. Sep 2026, 21:14 Das ist eigentlich ein ziemlich guter Endgame-Aufbau.
Vielen Dank. Ich gebe mir beste Mühe es nicht auf den letzten Meter noch gegen die Wand zu fahren. ;)

Insgesamt auch nochmal vielen Dank für diesen Kommentar, der mir neben der Positivität die ich für diesen Schluss brauche auch einigen Input geliefert hat wie ich ihn noch etwas besser machen kann. Ich war mir auch mit einer Sache schrecklich unsicher, die ich jetzt nach diesem Kommentar definitiv genauso mache wie ich es vor hatte. Vielen Dank auch wieder dafür. :1tu: Als nächstes muss ich aber wohl erstmal deinen neuen Isekai no Xistence-Teil fertig lesen und kommentieren, bevor´s hier weiter gehen kann. ^^"
Antworten