Kapitel 31: OK, insgesamt zwar schon interessant aber an dem kurzen historischen Abriss habe ich einiges rumzumotzen. Zum einen ist das Ding so ne klassische Bayrische Machtfantasie. Bayern ist nicht halb so überlegen in Wirtschaftsfragen und solchen der Technologie wie es dieser Part rüber kommen lässt. Und ja mir ist bewusst, dass Sprüche von der Bayrischen Abspaltung regelmäßig aus deren Regierung kommen, aber das ist alles Kappes, denn dann wären die Bayern im Arsch, nicht der Rest von Deutschland. Außerdem ignoriert dieser kurze pseudohistorische Abriss völlig die Existenz von Militär, dass man in einem solchen Falle wie er hier beschrieben ist definitiv eingesetzt hätte und da hätte Bayern nicht das geringste entgegen zu setzen gehabt. Das Ganze ist also wie schon geschrieben nichts weiter als eine massive Bayrische Machtfantasie, die weder besonders realistisch noch in irgendeiner Weise besonders Glaubwürdig ist. Große machen Kleine platt. Das war immer so und wird auch immer so bleiben, deshalb ist die Welt ja insgesamt so beschissen wie sie ist.

Aber auch sonst war mir entfallen dass der Protagonist wohl ein Bayer ist, was ich definitiv so nicht gemacht hätte. Das gibt ihm einen unschönen Beigeschmack von einem Selfinsert, was für mich nur in den wirklich aller seltensten Fällen nicht negativ behaftet ist.

Ich kann zwar verstehen, dass du über deine eigene Heimat am besten schreiben kannst, aber es ist auch recht wenig davon in die Geschichte eingeflossen weshalb ich die Entscheidung das so zu machen nicht wirklich nachvollziehen kann. Du hättest genauso gut einen Berliner, Hamburger, Dresdener oder sogar einen Österreicher, Franzosen oder Italiener draus machen können. Hätte für die Geschichte nur wenig unterschied gemacht.
Das alles geschrieben sind die Beschreibungen und Eindrücke auf diesem Erdausflug durchaus interessant und das Worldbuilding durchaus gelungen, auch wenn mir hier wieder einige Wiederholungen aufgefallen sind. Da solltest du dringend drauf achten, gerade wenn du die Geschichte nicht künstlich in die Länge ziehen willst, so wie du selbst behauptet hast.
Kapitel 32: OK... Jetzt ist die Terranische Soldatin auch eine Bayerin? Sorry, aber das war jetzt mal wieder ein Fall von too much. Das sind mir jetzt wirklich ein paar zu viele Zufälle auf einmal. Das gesagt ist auch hier das Worldbuilding durchaus gelungen. Auch die kurze moralische Diskussion über KI passt hier irgendwo noch ganz gut rein und gibt wenigstens mal ne kurze Verbindung zu dem Auftrag, den er eigentlich ausführen soll, dachte ich zumindest mal. Allerdings fehlt der mir immer noch massiv bei dem ganzen. Es kommt fast so rüber als wäre das irgendwie völlig in Vergessenheit geraten. Ich hoffe da kommt nochmal was, denn auch wenn das Worldbuilding gelungen ist... Was mit dem Auftrag ist würde mich jetzt seit mindestens 2 Kapiteln wesentlich mehr interessieren als diese ganzen Details über die Welt in der das Ganze spielt. Und ich bin mir sicher, dass ich da nicht der einzige bin/wäre. Ich gehe sogar so weit und würde sagen, dass die letzten Kapitel nicht wirklich einen Zweck für den Fortgang der Geschichte erfüllen und weggelassen werden könnten, so weh mir das fast selbst tut. Dazu auch hier in diesem Kapitel wieder meine Kritik über die vielen Wiederholungen. Eine Beschreibung der Äußerlichkeiten genügt völlig. Neu beschreiben muss man nur wenn sich die Umgebung gravierend ändert, wie etwa der Wechsel von Neo-Tokyo nach Beo-München. Ich habe aber das Gefühl, dass du von grundauf neu beschreibst, wenn die Charaktere nur ein paar Schritte weiter gehen. Weshalb er das Angebot am Schluss mit dem Essen nicht annehmen will kommt auch nur begrenzt rüber. Ist es weil er das Essen vorher nicht vertragen hat oder wegen dem emotionalen Zusammenbruch den er danach hat? Oder beides? Das könnte auf jeden Fall etwas klarer kommuniziert werden in der Story. Denn so kommt es irgendwie einfach nur wie´n Dick-Move rüber.

Ansonsten kann ich den emotionalen Zusammenbruch nur begrenzt nachvollziehen. Weshalb will er zurück in sein altes Leben? Hier in dieser Realität hat er doch alles was ein Mensch sich nur im Ansatz wünschen kann. Selbst eine direkte Konfrontation mit dem was er unfreiwillig zurück gelassen hat (Was denn eigentlich genau? Da war doch alles Kacke nach dem wie es sich in den ersten Kapiteln liest

) würde meiner Meinung nach nicht zu solchen Reaktionen führen. Das hätte wesentlich früher kommen müssen, bevor er ein großes Firmenimperium und 2 tolle Ehefrauen mit Nachwuchs in Aussicht hatte. Hier ist es einfach nur Fehl am Platz.