[RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

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Child of Bodom
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 17 – Ein richtig dummer Plan:

Julian konnte nicht vermeiden, dass er laut aufschrie als er dieses Mal im neuen Zyklus wieder erwachen sollte. Diese Schmerzen waren einfach selbst nach dem tausendsten Mal absolut unerträglich. Nur sehr langsam gewöhnte er sich daran. Das musste er aber, denn es gab viel wichtigere Probleme um die er sich dringend kümmern musste. Wo befand er sich? Offensichtlich in einem Bett, so viel konnte er alleine durch das Liegegefühl sagen. Schnell dachte Julian an die Sonne und aktivierte so den Arm-Panzer den er immer noch am linken Arm trug. Die holographische Projektion einer Sonne erhellte das Innere des Raums ausreichend, dass Julian erkennen konnte, dass es sich immer noch um seinen Miet-Transporter handelte. Das Militär war offensichtlich auch noch nicht da und so entschied sich Julian das Vehikel schnell durch die Schiebetür zu verlassen, bevor die ersten Soldaten eintreffen könnten. Und tatsächlich konnte er die ersten Soldaten bereits um die Ecke stürmen sehen, als er draußen war. Schnell nahm Julian sich Deckung an der Frontseite seines Fahrzeugs, wo sie ihn nicht sehen konnten und entschied dann schnell aber möglichst leise zum nächsten Vehikel zu schleichen und von dort weiter zum übernächsten.
„AUFMACHEN!!! SOFORT!!!“, konnte er einen der Soldaten wie beim letzten Mal autoritär ausschreien hören, während er weiter zum nächsten Vehikel schlich und weiter versuchte Abstand zu den Soldaten zu gewinnen. Er konnte hören wie sie die Tür gewaltsam mit einem Brecheisen öffneten und dann das Fahrzeug stürmten.
„Er ist nicht hier, Sir!“, konnte er dann einen der Soldaten ausrufen hören.
„Ausschwärmen! Über das gesamte Gelände wenn nötig! Lasst ihn nicht entkommen!“, antwortete ein weiterer im Befehlston und Julian wurde schnell klar, dass er nicht die Zeit hatte sich von einem Fahrzeug zum anderen zu schleichen. Die Armee würde ihn trotzdem finden. Er brauchte einen anderen Plan. Kämpfen? Nein, das war eine echte Kackidee. Schnell flüchten? Nein, genauso kacke. Die würden ihn erschießen bevor er auch nur ansatzweise vom Festival-Gelände runter kommen würde. Schnell entschied Julian den Fabrikator seines Arm-Panzers zu benutzen und ein Plasma-Gewehr aus einer der Felgen der Autos herstellen zu lassen. Dieses Mal würde er sich zumindest verteidigen, wenn er das glaubte zu müssen. Dann schlich er weiter zum nächsten Fahrzeug, ebenfalls ein Transporter, der ihm guten Sichtschutz bieten würde und leider dann aber auch für eine weitere Strecke das letzte wäre, denn nun folgte ein breiter Zwischenraum, der als Zufahrtsstrecke für die Stellplätze auf dem Festival diente. Immer wieder stürmten Soldaten an seiner Deckung vorbei. Nun kam es auf den richtigen Moment an, den Julian jetzt meinte gefunden zu haben. Noch ein Blick nach rechts und einer nach links. Als er jedoch losstürmen wollte packte ihn jemand an beiden Schultern und zog ihn zunächst zurück in die Deckung. Als Julian laut aufschreien wollte, war ihm das nicht möglich, da dieser Jemand nun auch die Hand über seinen Mund hielt. Anhand des Aussehens der Hände und des Körperbaus hatte Julian bereits erkannt, dass es sich um eine Frau handeln musste und daher überraschte es ihn erstaunlich wenig als er sich nach ihr umdrehte und sah, dass es sich um Christina handelte. Diese nahm schnell ihre Hand von seinem Mund und hielt sich schnell als Geste für Julian, dass er ruhig sein sollte den Zeigefinger vor ihren Mund. Julian hatte genauso schnell verstanden und nickte zustimmend. Dann gab Christina ihm ein Handzeichen, dass er ihr folgen sollte, was er schnell tat. Christina führte ihn in die Gegenrichtung zu seinem eigentlichen Ziel, das der offizielle Ein- und Ausgang des Festivals war. Immer wieder stoppten sie und ließen Soldaten-Gruppen passieren, bevor sie weiter gingen. Tatsächlich hatte Christina ihn an eine offene Stelle in der Umzäunung geführt, durch die sie beide völlig unbemerkt das Festival-Gelände verlassen konnten und nun zusammen unterwegs in den Wald waren.

Immer tiefer drangen sie beide in den Wald vor, der auch immer dichter und schwieriger zu durchqueren wurde. Das Militär hatte sie nicht bemerkt und folgte ihnen auch nicht weiter. Für Julian war es jedoch nur eine Frage der Zeit bis ihnen auffallen würde, dass weder Julian noch Christina an den Orten sein sollten, an denen sie vom Militär vermutet wurden. Für den Moment waren sie jedoch sicher hier und entschieden sich, sich entkräftet mit dem Rücken an jeweils einen Baum zu setzen und erst einmal tief durchzuatmen.
„Ich danke dir… Ich weiß nicht ob ich das ohne deine Hilfe geschafft hätte“, kommentierte Julian dann entkräftet.
„Wenn du auf mich und die anderen beiden gehört hättest, wäre das gar nicht erst nötig gewesen“, antwortete Christina und Julian sackte innerlich kurz in sich zusammen, da ihm klar wurde, dass sie absolut recht hatte. „Was war denn jetzt da unten los?“, fragte sie dann wesentlich verständnisvoller als Julian sehr lange geschwiegen hatte.
„Es war eine Falle. Leutnant Palmer war nicht dort unten. Er war immer noch in der Basis. Wenn wir an ihn heran kommen wollen, müssen wir dort noch einmal rein... Irgendwie…“, erklärte Julian dann.
„Ja, aber die Aliens sagten, dass es sich um einen Angriff dieser Tentakel-Monster handeln würde und dass sich ein, warte kurz... Ein Dimensionaler Riss gebildet hätte…“, warf Christina verwirrt und unsicher wegen der wissenschaftlichen Details ein.
„Das ist der Teil, der mich auch noch sehr verwirrt dabei. Anscheinend kann das Militär diese Mistviecher her rufen. Aber sie können sie wohl noch nicht kontrollieren. Wieder etwas, das uns wahrscheinlich Leutnant Palmer genauer sagen könnte, wenn wir nur irgendwie an ihn heran kämen“, antwortete Julian niedergeschlagen. „Was ist mit Kim und Sandra und ihren Erinnerungen?“, fragte er dann noch einmal nach, aber bereits an ihrem Kopfschütteln konnte Julian die bevorstehende negative Antwort erkennen.
„Sie haben wohl scheinbar alles versucht, aber nichts hat funktioniert. Ganz am Ende wollten sie so ein Gerät in dem Raum aufstellen in dem wir dich gefunden hatten… Ich glaube sie nannten es einen Chronoton-Anker oder so ähnlich… Und meinten dass das vielleicht helfen würde, weil du dann da an dieser Stelle wieder aufwachen würdest oder so ähnlich. Aber leider hat der Zyklus geendet bevor sie es hatten starten können“, erklärte Christina ihre Reaktion nun auch noch und Julian brach weiter innerlich zusammen. Jetzt hatte er auch noch Kim und Sandra verloren… Schon wieder. Und dieses Mal war es auch noch durch sein eigenes Versagen. Er wusste nicht wie lange er diesen Zustand noch ertragen könnte und er war sich unsicher ob er fähig war diese Konsequenzen zu tragen, die sein Handeln gerade gehabt hatten.
„Gottverdammt! Ich hab´s verkackt!“, rief er dann wütend aus und schlug einmal mit der Faust auf den weichen Moosboden. „Ich bekomme auch wirklich gar nichts auf die Reihe. Ich bin zu blöd für wirklich alles… Ich…“, sprach er dann weiter und konnte nicht vermeiden, dass er in Verzweiflungstränen ausbrechen sollte. „Ich bin einfach ein beschissener, kleiner Vollversager… Ich…“, brachte er dabei noch zwischen seinen Schluchzern heraus als er plötzlich Christinas sanften Griff an seiner Hand fühlte. Sie hatte sich ferner vor ihm platziert und sah ihm nun direkt in die Augen. Himmel war diese Frau so wunderschön.
„Julian, bitte… Du kannst mir eine Sache glauben… Ich hätte dich niemals angesprochen und mich dir mit der Sache mit dem Time Loop anvertraut, wenn ich dich auch nur im Ansatz für einen Versager halten würde“, sagte sie dann sehr zu Julians Verwirrung. Er wusste überhaupt nicht wie er reagieren sollte. Noch dazu kam, dass er gerade wirklich jedes kleine bisschen Selbstkontrolle aufbringen musste um nicht etwas gefährlich dummes zu tun. Ein Rascheln im Wald riss sie beide aus dem Moment und lenkte die gesamte Aufmerksamkeit der beiden wieder auf die Gesamtsituation bei der sie immer noch auf der Flucht vor dem Militär waren. Selbst wenn es sich lediglich um ein Tier gehandelt hatte, sie konnten es unmöglich riskieren.
„Wir müssen weiter“, kommentierte Christina nun und Julian nickte zustimmend, bevor sie beide wieder aufstanden und sich weiter durch den Wald kämpften.
„Und als nächstes müssen wir irgendwie zuerst Kim und Sandra überzeugen uns zu helfen und dann die Aliens“, sprach Julian dann plötzlich.
„Das klingt so als hättest du einen Plan…“, kommentierte Christina.
„Den hab ich, aber der wird keinem von uns wirklich gefallen“, antwortete er.
„Das sehen wir dann. Überlass deine beiden besten Freundinnen mir“, sagte sie, während sie beide eine Straße erreichten und dieser vorsichtig zu folgen begannen. Immerhin nutzte auch das Militär diese Wege und wenn sie nicht aufpassten könnten sie gerade dort gefunden werden.

Tatsächlich sollte alles gut gehen und sie das nächste Dorf ohne größere Zwischenfälle erreichen. Von dort aus stahlen sie beide ein Auto, dass Christina mit Hilfe der Alien-Technologie in ihrem Arm-Panzer gehackt hatte. Eines dieser fortschrittlichen Elektro-Autos, ein Tesla oder sowas. Julian kannte sich mit dieser Sorte Vehikel überhaupt nicht aus.
„Du musst mir unbedingt zeigen, wie du das hinbekommen hast“, kommentierte Julian dennoch bevor er auf der Beifahrer-Seite einstieg und Christina fahren ließ. Auch diese Fahrt verlief erstaunlicher Weise ohne Zwischenfälle mit dem Militär und sie erreichten Kim und Sandras Unterkunft, wo Christina sehr schnell die beiden mit Hilfe von holographischen Projektionen aus ihrem Arm-Panzer, Voraussehen ihrer Handlungen und einer guten Portion eines selbstbewussten aber sehr freundlichen Auftritts von der Wahrheit überzeugt hatte. Schneller als Julian es jemals hätte können. Wäre Christina weniger hübsch gewesen, wäre er wahrscheinlich auch schrecklich neidisch geworden. Nun war es jedoch an der Zeit seinen Plan zu erklären und den dreien zu offenbaren.
„Julian! Das ist wirklich das dümmste das jemals jemand für mich tun wollte!“, rief Christina schockiert aus.
„Bist du wirklich sicher, dass du dich sowas nochmal aussetzen willst?“, fügte Sandra schnell an.
„Und überhaupt. Das kommt gar nicht in Frage, Julian! Wir finden einen anderen Weg“, kommentierte nun auch noch Kim.
„Und wie genau sollte der aussehen? Wir haben nur diese eine Möglichkeit. Es ist der einzige Weg an Palmer heran zu kommen. Und wenn wir ihn haben werden wir dem ganzen hier ein Ende setzen“, sagte Julian nun erstaunlich selbstsicher für seine Zwecke. Er hatte das Gefühl genau zu wissen was er da gerade tat.
„Und wenn der schlimmste Fall eintritt?“, warf nun dennoch eine unglaublich besorgte Christina ein.
„Dann werdet ihr drei da sein und mich raus holen“, antwortete Julian erneut äußerst selbstsicher.
„Ich weiß ja echt nicht… Von dem was du erzählst her scheint es wirklich der einzige Weg zu sein, aber der Plan ist irgendwie so… richtig dumm und setzt dich ganz alleine schlimmsten Höllenqualen aus wenn er schief geht“, kommentierte Sandra noch einmal.
„Ist mir immer noch lieber als dass ich eine von euch Dreien diesen Qualen aussetzen würde“, antwortete Julian darauf und unerwarteter Weise erhielt er darauf keine Antwort. Aber was hätten sie darauf auch antworten können? „Ich möchte auf gar keinen Fall je wieder, dass jemand der mir etwas bedeutet darunter leiden muss, dass ich mal wieder irgendwelchen Mist gebaut hab“, erklärte er sich dann leise noch weiter.

Huh? Was war denn nun geschehen? Der Zyklus hatte sich neu gestartet und Julian fand sich in seinem Bett im Transporter wieder. Aber wieso? Hatte ihn jemand getötet ohne dass Julian es bemerkt hatte? War es einer von diesen Dreien gewesen? Spielte es überhaupt eine Rolle? Lautstark begann Julian drauf los zu lachen, da ihm das alles gerade wirklich zu viel wurde. Jetzt war eine seiner drei Freundinnen auch noch eine Serien-Killerin oder wie? Julian hatte gar nicht mal richtig mitbekommen wie Soldaten die Seitentür aufgerissen hatten und ihn auf den Boden schleuderten. Er ließ einfach alles ohne jeden Wiederstand über sich ergehen. Auch dass man ihn einfach wieder in die Militär-Basis zurück brachte ließ er einfach über sich ergehen. Er lachte lediglich hin und wieder ein wenig verstandlos über alles. Ansonsten starrte er einfach in die Leere, so wie er das letzte Mal schon getan hatte als ihn das Militär in seiner Gewalt hatte. Mittlerweile waren sie in der Basis angekommen und Julian wurde aus dem Geländewagen geholt, der sie dorthin gebracht hatte. Nur langsam schlossen sich die gewaltigen Tore der unterirdischen Basis und besiegelten Julians Schicksal. Nun würde er für immer ein Versuchsobjekt des Militärs sein. Aber das war ihm egal. Vielleicht war es ein Weg hier raus. Ein Weg aus diesem sich immer und immer und immer wieder wiederholenden Weltuntergang. Drei Soldaten bewachten ihn mit bereiten Sturmgewehren. Darauf ihn mit Kabelbindern zu fesseln hatte man offensichtlich wegen seines geringen Wiederstandes verzichtet. Anscheinend warteten sie dort am Eingang auf etwas. Und als sich plötzlich Oberst Kurzmann und Leutnant Palmer durch das geordnete Chaos im Eingangsraum kämpften, wusste selbst Julian worauf sie gewartet hatten. Das Problem war jedoch einfach dass es ihm völlig egal war. Genauso wie es ihm egal war, dass sich Oberst Kurzmann äußerst provokativ vor ihm platzierte und versuchte einen tiefen Blick in seine Augen zu bekommen. Julian behielt seinen Blick in die Leere einfach weiter bei und reagierte nicht auf den Oberst.
„Was stimmt denn mit dem nicht?“, warf er dann äußerst irritiert ein.
„Das kann ich leider auch nicht so genau sagen, Sir. Aber wenn sie wünschen, kann ich es versuchen heraus zu finden, Sir“, antwortete Palmer schnell.
„Nein, Nein. Schon gut Palmer. Es interessiert mich nicht wirklich warum diese beschissene, kleine Schneeflocke hier sich aufführt als ob sie schon tot wäre. Wird sie bestimmt ohnehin bald sein“, kommentierte Kurzmann dann und sah Julian noch einmal skeptisch ins Gesicht, als würde er nicht glauben, dass Julians Zustand real wäre. „Nun… Ich denke dann, es handelt sich um ihr Versuchsobjekt, Leutnant Palmer“, sagte er dann und Palmer bestätigte schnell mit einem Salutieren und einem lautstarken „Sir!“, bevor er sich Julian ebenfalls noch einmal genau ansah.
„Bringen sie ihn zunächst in den Chronoton-Abschirmungs-Raum. Ich werde ihnen Bescheid geben, wenn sie ihn von dort aus in den Kristall-Raum verlegen sollen“, befahl nun Leutnant Palmer an die drei Soldaten, die Julian bewachten, welche ebenfalls mit einem lautstarken „Sir!“ bestätigten und dann Julian links und rechts am Arm packten um ihn in den leeren, sterilen Raum zu bringen in dem Julian schon zuvor viel mehr Zeit verbracht hatte als es ihm lieb gewesen war. Nur noch diese kurze Wartezeit und dann wäre bald alles vorbei.

Julian hatte erneut jedes Zeitgefühl in diesem viel zu kleinen Räumchen verloren. Dieses Mal hatten sie ihm nicht einmal diese Schiebeliege darin platziert. Nicht einmal einen Stuhl oder einen Tisch oder irgendetwas anderes, was ihm sein Dasein in irgendeiner Weise angenehmer hätte gestalten können. Nein, dieses Mal waren es nur er und dieser sterile Raum. Wie gut, dass ihm das alles eigentlich vollkommen egal war, so konnte es ihn auch nicht treffen. Er hatte sich lediglich auf den blanken Boden gesetzt, wo er verstandlos vor sich hin kicherte und in die Leere des Raumes starrte. Sein Vater hatte es immer gewusst. Er hatte immer gewusst, dass Julian kein gutes Ende nehmen würde und nun würde er offensichtlich recht behalten. Plötzlich begann sich die Tür vor ihm zu öffnen und drei Männer traten ein. Zwei davon waren Soldaten mit Sturmgewehren. Der dritte war Leutnant Palmer.
„Es ist soweit. Bringen wir´s zu Ende“, sagte Palmer als die beiden Soldaten sich Julian packten und ihn vom Boden auf die Beine hoben. Bis auf die Schwerkraft leistete Julian dabei keinen Wiederstand, ebenso wenig als er durch die Gänge der Basis geführt wurde. Julian hatte schon längst jeden Überblick verloren wo er eigentlich genau war und bekanntlich interessierte ihn das jetzt auch nicht mehr. Dennoch konnte er sich der Schönheit des Kristalls nicht entziehen, den er dort vor sich sah. Vielleicht wirkte er auch nur so schön weil Julian ihn als Schlüssel zum Ende betrachtete. Zum Ende seines Leidens. Er hatte lange genug in dieser Zeitschleife gesteckt und wenn er jetzt dem Militär half dieses Problem zu lösen, dann würde das Leben ihn mit dem Ende und einer Erlösung belohnen.
„Was war das?“, warf plötzlich einer der Soldaten ein als ein Erdbeben die Basis durchzog. Dann ein weiteres und noch ein weiteres.
„Wir werden angegriffen! Die selben Aliens wie einige Zyklen zuvor schon“, rief einer der Männer an den Computern aus.
„Dieses Mal werden sie nicht einmal…“, begann Leutnant Palmer auszurufen, bevor sich gleich 15 Aliens unterschiedlicher Größe und Bewaffnung in dem gewaltigen Kristall-Raum per Teleporter materialisierten und ihre Plasma-Gewehre in die Reihen der Soldaten richteten, welche in einer schnellen Reaktion die seltsamen Energie-Waffen die Julian schon bei seinem letzten Aufenthalt in der Basis gesehen hatte auf die Aliens richteten. Julian fiel direkt auf, dass dieser Angriffstrupp der Aliens größer war, aber wesentlich schlechter ausgerüstet.
„FEUER!“, schrie einer der Soldaten aus und das Chaos sollte beginnen. Blaue Plasma-Projektile fegten massenweise in die eine Richtung und rote Energie-Projektile in die andere. Der erste Soldat sollte von einem der Plasma-Projektile verdampft werden und hatte nicht einmal richtig Zeit zum Schreien. Allerdings wurde auch einem der Aliens durch eines der roten Energie-Projektile des Militärs der Kopf zur Explosion gebracht. Blut und Hirnmasse verteilten sich dabei auch über Julian, der immer noch wirkte als wäre ihm alles egal und einen völlig schockierten Leutnant Palmer, der völlig überfordert mit der gesamten Situation wirkte. Schnell suchten sich die Soldaten Deckung, während die Aliens versuchten ihnen genauso schnell dorthin zu folgen. Auch Leutnant Palmer suchte offensichtlich schnell nach etwas, dass ihm als Deckung dienen könnte. Er war allein. Er war in Julians Nähe. Niemand achtete gerade auf ihn. Einen besseren Moment würde Julian nicht bekommen. Und so begann er intensiv an eines der Alien-Schwerter zu denken, während er eine der ersten Barrikaden vor dem Kristall als Grundmaterial für seinen Fabrikator benutzte. Der Vorgang dauerte keine ganze Sekunde. Nun sollte es darauf ankommen. Das Timing musste genau passen.


Leutnant Palmer reagierte offensichtlich vollkommen irritiert als Julian ihm das Schwert an den Hals hielt und sich schnell seine Pistole aus dem Waffengürtel nahm, die er dem irritierten Leutnant zusätzlich noch an den Kopf hielt.
„Was zum…?“, brachte er lediglich noch raus. „DU!“, schrie er dann wütend auf. „Dein Zustand… Das war alles nur gespielt!“, fügte er dann noch hinzu.
„Bingo... Und du bist drauf rein gefallen“, antwortete Julian gelassen und zog den wütenden aber wehrlosen Leutnant langsam nach hinten in Richtung der Tür ungeachtet des Projektil-Regens der sich vor den beiden ereignete. Palmer leistete bei allem dem erstaunlich wenig Wiederstand, aber Julian wusste auch genau, dass er wachsam bleiben musste. Vielleicht wartete er nur auf eine besonders gute Gelegenheit. Mittlerweile hatten sie den Raum verlassen und schnell musste Julian feststellen, dass dies ein gewaltiger Großangriff war mit dem Ziel die Militär-Basis zu vernichten. Die Aliens griffen das Militär mit einer gewaltigen Einsatz-Truppe an. Julian hatte längst den Überblick über ihre Anzahl und Bewaffnung verloren. Mal ganz davon zu Schweigen, dass Julian sich unsicher war ob die Aliens das überhaupt schaffen konnten, das war nicht der Plan gewesen. Ursprünglich hatten sie lediglich etwas Chaos verursachen sollen, so dass Julian mit Palmer entkommen konnte. Eine kleine Ablenkung eben. Da waren Christina, Sandra und Kim wohl offensichtlich massiv über ihr eigentliches Ziel hinaus geschossen, als die Aliens von dem Angriff überzeugt hatten. Julian wusste nicht was er jetzt tun sollte. Aber er musste schnell etwas tun, denn nun kam ein kleinerer Militär-Trupp mit Energie-Waffen auf ihn und Palmer zu.
„Waffen fallen lassen!!! SOFORT!!!“, schrie einer von ihnen Julian autoritär an und hätte Julian fast zum Lachen gebracht durch die Absurdität der Situation. Aber er wusste auch, dass er jetzt unbedingt konzentriert und bei der Sache bleiben musste. Außerdem wusste er, dass sie ihm nichts tun konnten so lange wie er Leutnant Palmer in seiner Gewalt hatte. Plötzlich krachte ein Plasma-Projektil von einer Quelle hinter Julian in einen der Soldaten und ließ diesen umgehend in einem blutigen Vorgang zerplatzen. Die Soldaten erwiederten das Feuer mit ihren roten Energie-Waffen. Julian bekam noch mit wie eines der Aliens hinter ihm von einem der Projektile am Torso durchschlagen wurde und laut schreiend zu Boden ging. Julian entschied sich Palmer weiter voran zu treiben, da die Soldaten jetzt definitiv mit dem Kampf mit den Aliens beschäftigt waren. Julian zählte die Projektile die ihn knapp verfehlt hatten schon gar nicht mehr, als er Palmer an den Soldaten vorbei, weiter in Richtung Ausgang führte. Dabei krachten plötzlich zwei Exoskelete der beiden Fraktionen durch die linke Wand direkt vor ihnen, die sich gerade in einem Kräftemessen befanden und verschwanden wieder durch die rechte. Da war der Ausgang. Es war nicht mehr allzu weit. Die Tür war sogar schon aufgesprengt worden. Allerdings war der gesamte Eingangsbereich ein einziges Chaos. Eine einzige Todeszone. Projektile von unterschiedlichen Waffensystemen, Raketen, Strahlen. Alles flog in völlig chaotisch wirkenden Mustern von einer Seite auf die andere und manchmal hinterließ es nicht zu unterschätzende Explosionen. Exoskelete befanden sich in Faust und Schwert-Kämpfen oder waren Teil dieses Projektil-Infernos. Nur langsam sollte Julian mit Palmer voran kommen, da dieser sich massiv dagegen wehrte in diese Todeszone gebracht zu werden. Ein Schwarm Raketen krachte direkt neben den beiden in den Boden und hinterließ dort nicht zu unterschätzende Explosionen. Ein Plasma-Projektil fegte knapp an Palmers Kopf vorbei und ein rotes Energie-Projektil verfehlte Julians Fuß nur sehr knapp. Ein Militär-Exoskelet schleuderte eines der Aliens mit deiner gewaltigen Kraft gerade zurück, wo es nur wenige Zentimeter an Julian und Palmer vorbei fegte. Anschließend verwickelten sich beide Kampfanzüge direkt hinter den Beiden in einen gewaltigen Faustkampf. Plötzlich fühlte Julian einen gewaltigen Schmerz in seinem Fuß, den Palmer mit einem kräftigen Tritt darauf hinterlassen hatte. Er konnte nicht vermeiden, dass er seinen Griff lockerte und Palmer die Möglichkeit eröffnete einen Tritt gegen sein Bein hinzu zu fügen. Unter starken Schmerzen ging Julian kurz zu Boden, während Palmer schnell voran stürmte.
„STOPP!“, rief Julian noch aus als in dem gewaltigen Chaos ein rotes Energie-Projektil den Leutnant treffen sollte und direkt seinen Torso zerplatzen ließ. Die Blutfontäne traf sogar noch Julian, der sich in Reaktion darauf flach auf den Boden warf um möglichst keinem Projektil in den Weg zu kommen. „FUCK! SCHEIßE!“, fluchte er dann lautstark als ihm klar geworden war, dass Leutnant Palmer gerade gestorben war und damit der einzige Weg das Geheimnis hinter den Time Loops als auch das hinter dieser Monster-Apokalypse zu erfahren verschwunden war. Aber das aller schlimmste war dass es Julian jetzt nicht mehr möglich sein sollte sich an diesem Schwein, das ihm all diese Dinge angetan hatte, dass es jetzt nicht mehr möglich werden sollte sich an ihm zu rächen. Julian musste sich die Verzweiflungstränen zurück halten, denn er befand sich immer noch mitten in einer Großoffensive gegen eine Militärbasis. Plötzlich begannen sich jedoch völlig von selbst die Blutspritzer an Julian abzulösen und selbstständig zurück zu den Resten von Palmer zurück zu kehren. Langsam setzte sich der Leutnant wieder zusammen und reagierte im Anschluss genauso wie Julian es immer nach einer Zeitschleife getan hatte. Erst jetzt fiel Julian das metallische Armband am rechten Arm des Leutnants auf, der sich immer noch nach Verletzungen abtastete und weder auf Julian, noch auf die Schlacht achtete.
„Praktisch…“, kommentierte Julian diese unerwartete Wiederauferstehung noch, bevor er schnell aufsprang und sich den Leutnant wieder packte, wobei er ihn erneut mit Pistole und Schwert bedrohte. Plötzlich platzierte sich ein Panzer des Militärs in den Weg der beiden und richtete seine Kanone in ihre Richtung. Julian entschied sich jedoch in einem unglaublichen Geistesblitz den Holoprojektor seines Arm-Panzers einzusetzen und eine Projektion eines Alien-Exoskelets dass den Panzer von rechts angreifen würde zu bilden. Und tatsächlich reagierte das Panzerfahrzeug darauf. So konnte Julian Palmer unbehelligt am Panzer vorbei führen und den Ausgang der Basis erreichen. Als der Panzer die Hauptwaffe abfeuerte und lediglich ein Hologramm treffen sollte waren sie schon längst an diesem vorbei und hatten die Basis verlassen. Tatsächlich hatte dort bereits eines der größeren Raumschiffe auf ihn gewartet und teleportierte sie alle beide an Bord.
„Was zum…? Was geschieht hier? Was…?“, fragte Palmer direkt verwirrt aus, bevor ihn zwei gewaltige Alien-Kämpfer an beiden Armen packten. „Was werdet ihr mit mir machen? Hey du da! Hey!“, rief er dann Julian zu, der ihn die ganze Zeit bewusst ignoriert hatte.
„Was weiß ich? Seh ich aus als ob mich das irgendwie interessieren würde?“, fragte Julian lediglich in ehrlichem Desinteresse zurück und sah zu wie die Aliens den schreienden Palmer weg brachten. Erst jetzt bemerkte Julian wie angespannt er immer noch war und wie schwer es ihm fallen sollte zu entspannen, trotz der Tatsache, dass sein schrecklich dummer Plan gerade tatsächlich funktioniert hatte, trotz der Tatsache, dass gerade keine offensichtliche Gefahr mehr drohte. Noch immer war sein Atem im Notfallmodus und durch gezwungenes tiefes Ein- und Ausatmen schaffte Julian es langsam seine Anspannung etwas zu senken. Zumindest so lange bis eine Erschütterung das Schiff durchzog und ihn auf den Boden der Tatsachen zurück brachte. Eine weitere folgte. Dann wies ein anderes Alien ihn durch ein Handzeichen an ihm zu folgen. Julian tat wie ihm geheißen, obwohl ihm die ständigen Erschütterungen missfallen sollten und er sich immer noch nicht sicher war ob er diesen Aliens vertrauen konnte.

Tatsächlich hatten sie Julian dieses Mal in einen zumindest minimal freundlicher wirkenden Raum gebracht als beim letzten Mal. Das lag vor allem daran, dass sich zumindest ein Tisch in Stehhöhe dieser Aliens darin befand, wenngleich Julian sich auch wenigstens ein paar Sitzplätze gewünscht hätte. Außerdem gab es einen Blick nach draußen, wo Julian erkennen konnte, dass sie sich einige tausend Meter über der Erdoberfläche befanden und die Tatsache dass die Erschütterungen gestoppt hatten sagte Julian dass sie wohl auch die Nähe der Militärbasis verlassen hatten mussten und jetzt auch nicht in direkter Gefahr waren. Zumindest wenn man von Gefahr durch diese Aliens absah. Ansonsten war der Raum so steril und düster wie alles in diesem Schiff es war. Was Julian allerdings überhaupt nicht düster erscheinen sollte, war die Tatsache dass sich die Tür öffnete und sowohl Kim und Sandra als auch Christina eintraten. Julian konnte fühlen wie er ganz automatisch begann zu lächeln da er sich definitiv sehr freute die drei zu sehen. Erneut war es Kim, die sich nicht zurück halten konnte und Julian direkt umarmte. Sandra folgte als nächste. Christina hielt sich lieber etwas zurück und platzierte sich einfach ein Stück abseits der Gruppe am Tisch. Irgendetwas missfiel ihr an der gesamten Situation und Julian war sich unsicher was es war.
„So, jetzt haben wir diesen Typ eingefangen… Und wie hilft uns das jetzt genau das Festival und meinen Freund zu retten?“, warf sie dann als erste ein und zog Julian zurück in die Realität in gleich so vielen Belangen.
„Naja… Ich bin mir sicher, dass Palmer weiß wie wir die Zeitschleife beenden können“, antwortete Julian gelassen.
„Und selbst wenn… Er wird es uns niemals freiwillig sagen“, wiedersprach Christina ziemlich aufgebracht.
„Lass das doch einfach mal meine Sorge sein“, versuchte Julian sie zu beschwichtigen.
„Julian? Was hast du vor?“, warf nun Sandra äußerst besorgt ein.
„Ich hab da einen Plan. Und wenn ich fertig bin, werde ich alles wissen was ich wissen muss“, antwortete Julian absichtlich sehr wage.
„Das beantwortet unsere Frage aber ganz und gar nicht“, stellte Kim jetzt jedoch fest.
„Das sollte es auch nicht“, kommentierte Julian immer noch unglaublich gelassen und selbstsicher und sowohl Kim als auch Sandra reagierten in einer schockierten Art und Weise. Christina eher weniger. Julian wusste, dass sie ahnte was er vor hatte, aber sich absichtlich heraus hielt, da sie erkannte dass es der einzige Weg sein würde um ihren Freund zu retten.
„Aber jetzt mal ganz nebenbei… Ihr hattet die Aliens zu einer kleinen Show überreden sollen, nicht gleich zu einem kompletten Großangriff“, warf er dann mit einem leicht scherzhaften Tonfall ein.
„Naja… Das war insgesamt nicht so einfach sie überhaupt dazu zu bewegen“, antwortete Kim.
„Wie habt ihr es überhaupt geschafft?“, fragte Julian weiter.
„Indem wir ihnen gesagt haben, dass das Militär diese Monsterviecher herrufen wird“, antwortete Christina anstelle der anderen beiden, die ohnehin gewirkt hatten als ob sie etwas zu verbergen hätten.
„Moment… IHR HABT WAS?“, rief nun Julian schockiert aus.
„Wir hatten kaum eine andere Wahl. Irgendeinen Grund der ihnen gereicht hätte, mussten wir ihnen geben. Wegen einem oder zwei Menschen, die dort gefangen gehalten werden, würden sie niemals eingreifen, das war letztes Mal auch schon so. Selbst wenn es du und dieser Leutnant Palmer sind“, antwortete Christina.
„Verstehe…“, kommentierte Julian, der das ganze zwar erst einmal verarbeiten musste, aber nicht leugnen konnte, dass er verstehen konnte, weshalb die drei diese Entscheidung getroffen hatten.
„Aber ernsthaft Julian! Bitte mach sowas nie wieder, auch wenn´s dieses Mal gut gegangen ist“, meldete sich nun Sandra zu Wort.
„Sobald die Sache hier vorbei ist werde ich sowas auch nie wieder machen, das kann ich dir versprechen“, antwortete Julian als sich die Tür öffnete und eines der Aliens eintrat.
„Es ist nun möglich den Gefangenen zu sehen und zu verhören, Terraner“, sprach die bekannte Computer der Übersetzungsgeräte Julian an und ohne ein weiteres Wort machte Julian sich auf den Weg aus dem Raum. Er konnte nicht leugnen, dass er sich unglaublich auf das freute was ihm nun bevor stehen würde. Sogar so sehr, dass er ungewollt seine Schritte beschleunigte. Der Plan, den er im letzten Loop mit den dreien gemacht hatte, hatte funktioniert und gleich würde er endlich die Rache bekommen, die er verdiente nach allem dem was dieser Palmer ihm angetan hatte.
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OK. Ganz unerwarteter Weise bin ich tatsächlich in diesem Teil genau dorthin gekommen wo ich hin wollte. Der Weg missfällt mir aber teilweise (nur teilweise, die Idee dass er sich absichtlich vom Militär einkassieren lässt und dann Palmer entführt gefällt mir selbst schon ziemlich :mrgreen:, bloß der Rest irgendwie nicht so sehr :headbang: ) und ich werde das Gefühl nicht ganz los, dass hier irgendetwas nicht mehr ganz stimmt. Aber selbst nach einem ganzen Zusatztag Bedenkzeit, wollte mir das einfach nicht dämmern. Ansonsten hoffe ich, dass alle weiterhin Spaß mit der Geschichte haben und zum nächsten Kapitel wieder da sind. :D
Ob das allerdings so bald kommt, kann ich noch nicht sagen. Ich hab jetzt noch vier Tage zeit, dann bin ich eine Woche weg... Mal wieder ein Metal Festival. :rofl: Es ist möglich dass der nächste Teil nicht mehr vorher fertig wird und dann erst in zwei Wochen oder so kommt. Bisher war´s ja so zwei Teile pro Woche. ^^"
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Neues Intro: The Amity Affliction – Break These Chains

Neues Outro: Cyhra – Miss Me When I Am Gone

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Kapitel 18 – Rache wird am besten kalt serviert:

Bild

Tatsächlich hatte das Alien Julian in den Raum geführt in dem sie Leutnant Palmer gefangen hielten. Offensichtlich eine dafür vorgesehene Zelle, anders als die Räume in denen sie Julian unter gebracht hatten. Dieser Raum wurde offensichtlich von außen mit gleich vier Wachposten bewacht und war zusätzlich zur Tür mit einer Art Schleuse versehen, welche wiederrum von zwei Energie-Feldern geschützt wurden. Eindeutig sollte das was sich dort drinnen befand nicht so einfach wieder heraus kommen können. Der Raum selbst war extrem düster und wohl auch nicht unbedingt im besten Zustand. Es gab keine Fenster nach draußen. Lediglich eine für Menschen möglicherweise gar nicht geeignete sanitäre Anlage und eine harte Metall-Liege. Obwohl es sich genauso gut um einen Tisch handeln konnte, das ließ sich anhand der Optik des Gebildes gar nicht so genau sagen. Leutnant Palmer saß dort an der hintersten Wand des Raums und hatte sich so klein gemacht wie es ihm mit seinen in Metallfesseln vor ihm völlig fixierten Armen möglich war. Er sah verängstigt und ein wenig herunter gekommen aus. Julian war nicht bewusst, dass bereits so viel Zeit vergangen war. Als er Julian sah riss Palmer direkt die Augen auf und zeigte direkt erste Anzeichen von neu gewonnener Hoffnung. Nicht unbedingt das was Julian sich gewünscht hatte, aber irgendwo war es zu erwarten gewesen. Schnell sprang der Leutnant auf und stürmte so nahe an der Energiefeld, das die beiden voneinander trennte, wie es ihm möglich war ohne es zu berühren.
„Hey! Du musst mir unbedingt helfen! Du hast doch Einfluss auf sie. Das hier ist doch bestimmt nur irgendein Missverständnis. Sag denen, dass sie mich gehen lassen sollen“, sprach er Julian direkt aufgeregt an. Dieser spannte direkt jeden einzelnen Muskel in seinem Körper an und brachte jedes bisschen Selbstkontrolle auf um nicht gleich zu versuchen dem Leutnant durch das Energiefeld hindurch einen Schlag zu verpassen. Hatte er gerade wirklich so etwas zu Julian gesagt? Zu dem Menschen an dem er qualvolle Experimente durchgeführt hatte? Dem er 50 Mal den Arm versucht hatte abzuschneiden? Den er so oft qualvoll getötet hatte, dass Julian gar nicht mehr so genau wusste wie oft eigentlich?
„Lasst mich rein“, sprach er die Aliens ruhig aber bereits hörbar wütend an und nach ein paar Sekunden, die sich für Julian wie Stunden anfühlten, deaktivierte sich das Energiefeld vor ihm.
„Bitte… Du musst mir helfen… Ich…“, konnte Palmer gerade noch heraus bringen bevor ihn der Schlag von Julian mit voller Wucht ins Gesicht traf. Blut spritzte zur Seite und Palmer verlor das Gleichgewicht, so dass er nach hinten umfiel. Julian war gar nicht klar gewesen, dass er so fest zugeschlagen hatte. Es war ihm aber auch vollkommen egal. Er genoss gerade viel zu sehr den erschrockenen Blick von Palmer, dem offensichtlich gerade völlig die Worte fehlten. „Nein… Bitte… Bitte…“, bettelte der Militär-Wissenschaftler bevor Julian noch einen weiteren Schlag in dessen Gesicht hinzu fügte und dann noch einen und noch einen weiteren. Blut begann durch den gesamten Raum zu spritzen, gefolgt von einem Schneidezahn und dann gleich zwei Backenzähnen des Leutnants. Julian stoppte lediglich weil seine Arme anfingen zu schmerzen vor Anstrengung und nicht mehr die Kraft hatten für noch einen weiteren Schlag. Palmer blutete stark und sein gesamtes Gesicht war dick und blau von den Schlägen. Dazu fehlten ihm nun sehr offensichtlich Zähne. Unter Schmerzen stöhnend blieb der Leutnant auf dem Rücken auf dem Boden liegen, während Julian einmal tief durchatmete und es noch einmal innerlich besonders genoss dem Mann solche Schmerzen zugefügt zu haben, der dies vorher mit ihm getan hatte.
„Du hast an mir herum experimentiert, mich gequält, mich getötet… Und du hast tatsächlich die Dreistigkeit mich in dieser Situation auch noch um Hilfe zu bitten, du beschissenes kleines Stück Hühnerdreck?“, sprach er dann den fast bewusstlosen Palmer noch an. Dann ging er zu ihm und packte ihn an seiner Kleidung um ihm direkt in die Augen sehen zu können. „Damit das klar ist. Es interessiert mich einen Scheißdreck was die mit dir anstellen, wenn ich mit dir fertig bin. Und das bin ich noch lange nicht“, sagte er dann, schleuderte Palmer wieder unsanft zu Boden und schlug weiter auf dessen Kopf ein. Julian stoppte auch nicht als Palmer sich nicht mehr bewegte. Erst als er bemerkte dass er dessen Schädel völlig zertrümmert haben musste mit seinen vielen Schlägen stand er auf und ging ein paar Schritte zurück. Direkt darauf piepste das Armband an Palmers Arm und Blut, Zähne, Hirnmasse und alles andere kehrten zu der Leiche zurück woraufhin sich der Kopf neu zusammen setzte als wäre das gerade geschehene nicht passiert.

Palmer nahm ähnlich wie Julian, wenn er nach einem Time Loop wieder erwachte, einen tiefen Atemzug und tastete seinen Kopf nach Verletzungen ab, die nicht mehr da waren.
„Hmmmm… Das ist tatsächlich ein ziemlich praktisches Ding. Ich bin mir sicher, dass meine Freunde das gerne haben wollen, zu rein wissenschaftlichen Zwecken natürlich“, kommentierte Julian dann mit einem gewissen Maß an Sarkasmus bevor er zu einem der Aliens hinter dem Energiefeld ging. „Gebt mir bitte folgende Gegenstände oder welche die ähnlich sind“, sagte er zu diesem und nutzte seinen Holoprojektor um eine Kreissäge, ein großes Messer, eines der Plasma-Gewehre und noch einige andere Gegenstände zu projezieren.
„Wir benötigen Zeit. Warte hier Terraner“, antwortete das Alien und machte sich auf den Weg. Dann wandte Julian sich wieder einem völlig schockierten Leutnant Palmer zu. Er schien zu verstehen was Julian gleich vor hatte und hatte offensichtlich Angst davor.
„Bitte… Was willst du? Ich geb dir alles… Bitte…“, bettelte Palmer, während Julian wie ein Raubvogel Kreise um den Leutnant zog.
„Nun… Wie wäre es wenn du mir sagst, was es mit diesen Time Loops die ich erlebe auf sich hat und vor allem… Wie wir sie wieder beenden können“, sagte Julian nun gezwungen freundlich.
„Aber das… Nein… Das ist ein Militärgeheimnis… Das kann ich dir nicht sagen“, antwortete Palmer und wirkte sogar noch panischer als vorher.
„Du kannst und du wirst mir das sagen. Du weißt genau was ansonsten passiert“, kommentierte Julian etwas eindringlicher als zuvor noch.
„Nein… Niemals… Er wird mich töten…“, sagte Palmer und irritierte Julian einen kurzen Moment. Wer würde ihn töten? Etwa dieser Oberst Kurzmann? Und was interessierte Julian das überhaupt?
„Wenn du es mir nicht sagst, werde ich schlimmere Dinge als das tun“, antwortete Julian als sich das Alien am Energiefeld meldete.
„Terraner… Die von dir geforderten Gegenstände sind jetzt bereit“, sprach die Computerstimme des Übersetzungsgeräts und Julian wandte sich kurz von Palmer ab um einen Rollwagen mit diesen darauf am Ausgang entgegen zu nehmen. Nachdem sich das Energiefeld wieder aufgebaut hatte, nahm Julian sich das Gerät, dass einer Kreissäge am ähnlichsten wirkte. Der größte Unterschied bestand darin, dass es sich eher um fünf Klingen handelte die im Kreis rotierten anstelle einer einzigen Kreisförmigen, aber ansonsten schien es ähnlich zu funktionieren.
„Bitte… Ich… Nein… Bitte…“, wimmerte Palmer, brach in Tränen aus und versuchte sich mit seinen Beinen verzweifelt von Julian weg zu schieben, kam aber lediglich in ein paar Zentimetern voran.
„Denkst du wirklich, dass mich dein Gewimmere und Geflenne von irgendetwas abhält? Hat dich etwa meins damals von irgendetwas abgehalten?“, fragte Julian noch und sah in Palmers erschrockenes Gesicht als diesem genau das klar wurde. „Moment mal… Das ist doch jetzt nicht dein beschissener Ernst… Hast du dich etwa wirklich voll gepinkelt du mieser kleiner Wurm?“, fragte Julian dann hörbar wütend darüber, bevor er die Kreissäge startete und den Arm des Leutnants abtrennte. Er sollte sich weder an dessen Schmerzensschreien noch an dem ganzen Blut dass er dabei über den Raum und sich selbst spritzte noch am Vorgang selbst besonders stören. Im Gegenteil. Julian genoss es so unglaublich. Jeder einzelne Schrei dieser miesen kleinen Ratte gab ihm mehr Befriedigung als es seine ersten Liebschaften auf dem Festival hatten können. Direkt als der abgetrennte Arm zu Boden fiel begann das Armband zu piepsen und setzte wohl für Palmer den Zyklus zurück, so dass sich Arm recht schnell wieder an Palmer befand. „Hmmmm… Interessant…“, kommentierte Julian gelassen. „Sieht aus als ob wir das noch einmal mit mehr Sorgfalt probieren müssten“, fügte er dann noch sarkastisch hinzu, bevor er den Arm einfach noch einmal absägte. Und dann noch einmal und dann noch ein weiteres Mal.

Julian genoss es einfach zu sehr wie Palmer sich unter Schmerzen wandte und wie er litt. Erst nach dem fünfzigsten Mal fühlte Julian sich langsam davon gelangweilt seinen Arm ständig abzusägen. Es war Zeit für die nächste Stufe. Und so ging Julian langsam und gelassen zu dem Wagen voller Werkzeuge und Waffensysteme und begann sie ruhig und ausgiebig zu begutachten. Er musste jetzt ganz genau wählen was er als nächstes tun würde. Schließlich sollte Palmer leider, aber Julian musste auch aufpassen. Nicht dass er ihn in einen ähnlichen Zustand versetzen würde wie Palmer das bei ihm selbst getan hatte. Dann könnte er ihm auch nichts mehr mitteilen.
„B… B… Bitte… Ich… Ich… Ich… Es tut mir leid… Es… Ich…“, stotterte Palmer und Julian hob mit einem unglaublich wütenden Blick den Kopf und sah ihm direkt in die Augen. „Ich wollte das alles nicht… Ich hatte meine Befehle… Ich hatte keine andere Wahl…“, begann Palmer dann weiter zu stottern und konnte gar nicht ahnen wie sehr er Julian mit dieser Aussage gegen sich aufgebracht hatte. Schnell hatte Julian sich für das nächste Gerät entschieden, dass er gegen Palmer einsetzen wollte und nahm es vom Rollwagen. Dann stürmte er auf Palmer zu und rammte sein Knie einmal so fest in dessen Bauch, dass ihm die Luft weg blieb. Dann folgte die Faust, die er Palmer ins Gesicht rammte.
„Du kleines Stück Scheiße willst mir jetzt tatsächlich verkaufen, dass du das alles nur getan hast weil du wegen eines Befehls keine andere Wahl hattest?!?!“, schrie er den Leutnant an. „IST DAS DEIN GOTTVERDAMMTER ERNST DU BESCHISSENER MILITÄR-ABSCHAUM?!?!“, fügte er dann noch hinzu während Palmer begann in Tränen auszubrechen.
„Es tut mir so leid“, wimmerte er dabei.
„Vielleicht würde ich dir das abkaufen, wenn unsere Rollen gerade nicht vertauscht wären. So muss ich leider sagen… Fick dich, du Ratte“, antwortete Julian nun wesentlich ruhiger als vorher noch. „Aber ich bin gnädig mit dir Palmer… Ich werde hiermit aufhören, wenn du mir sagst was ich wissen will. Das ist mehr Ausweg als ich damals bei dir hatte und wesentlich mehr als ein beschissenes kleines Stück Dreck wie du verdient hat“, fügte er dann noch äußerst eindringlich hinzu und sah Palmer noch einmal tief in die Augen.
„Das kann ich aber nicht tun…“, antwortete Palmer leise und weiterhin unter Tränen.
„Echt nicht… Schade aber auch…“, kommentierte Julian wieder extrem sarkastisch und nahm mit seinem anderen Arm eines der Plasma-Gewehre der Aliens hinter seinem Rücken hervor, dass er direkt auf Palmer abfeuerte. Diesem blieb nicht einmal eine ganze Sekunde um aufzuschreien, bevor das Projektil ihn traf und er einfach in einem unglaublich blutigen Vorgang zerplatzte. Im Anschluss begann das Arm-Band wieder zu piepen und Palmer setzte sich wieder zusammen und warf sich auf den Boden wo er laut vor Schmerzen aufschrie und sich auf dem Boden wälste als würde er versuchen ein Feuer an einem Körper zu löschen. „Himmel das ist ja jetzt mal richtig erbärmlich. Reiß sich mal zusammen, du Loser. Reagiert ihr Offiziers-Müll vom Militär immer so, wenn ihr selbst in Probleme geratet?“, kommentierte Julian dann im Anschluss.
„Fick dich, Mann! Du kannst ja mal bei Millionen Grad verdampfen und dich wieder zusammen setzen, dann…“, antwortete nun Palmer wütend und stoppte als ihm plötzlich klar wurde zu wem er diese Worte da eigentlich gerade sprach.
„Schön, dass es dir von alleine aufgefallen ist“, kommentierte Julian, richtete die Waffe aus und feuerte sie noch einmal ab. Und dann noch einmal.

Julian musste nach allem dem was er bereits getan hatte eine Sache zugeben. Palmer war entweder offensichtlich ziemlich hart im Nehmen oder, was Julian eigentlich eher annahm, irgendjemand hatte ihm so sehr Angst gemacht, dass selbst das was Julian ihm gerade antat ihm lieber war als das was man ihm angedroht hatte. Und Julian war wesentlich kreativer gewesen in seinen Methoden wie Palmer es gewesen war. Neben Zerstückeln, bei lebendigem Leib Verbrennen, mit Plasma-Waffen erschießen, den Arm abschneiden, abstechen und vielen anderen vergleichsweise schnellen Todesarten hatte Julian ihm auch noch Knochen überall im Körper mehrmals zertrümmert und ihm Zähne und Augen mit einer Zange ausgerissen und das alles auch noch mehrmals, da Palmer sich ja durch sein Armband wieder zusammen setzte sobald sein Blutdruck unter einen bestimmten Wert fallen sollte, so viel hatte Julian bereits durch seine Aktionen und einfache Beobachtung in Erfahrung bringen können. Mittlerweile wusste er nicht einmal mehr wie lange er sich mit Palmer befasst hatte. Es mussten bereits unzählige Stunden vergangen sein, zumindest nach Julians eigenem Gefühl. Und mittlerweile musste Julian sich auch eingestehen, dass es ihn angefangen hatte zu langweilen Palmer auf diese Weise zu quälen. Irgendetwas musste er sich überlegen wie er doch noch an die Informationen kommen könnte.
„Wenn ich dir sage was du wissen willst… Darf ich dann hier raus?“, fragte Palmer plötzlich auf eine Art die Julian überraschte. Es war nicht die übliche unterwürfige Art eines Lehrer- und Vorgesetztenschleimers, die er sonst immer an sich hatte. Eher die Art wie ein gebrochener Mensch diese Frage stellen würde.
„Palmer, du solltest dir über eine Sache absolut im Klaren sein… Du wirst hier nie wieder raus kommen. Egal was du tust oder sagst“, antwortete Julian gelassen und überlegen, bevor Palmer erneut in Tränen ausbrechen sollte. Aber dieses Mal war es ebenfalls anders. Dieses Mal fühlten sich seine Tränen realer an, weniger wie Etwas dass er tat um Mitleid zu erregen und Julian zu manipulieren.
„Bitte… Ich werde dir alles sagen, was du wissen willst… Aber lass mich hinter her gehen… Ich… Ich hab Familie… Eine Frau… Eine kleine Tochter… Eine niedliche kleine Katze… Ein Haus…“, begann er dann vorsichtig zu verhandeln.
„Wenn du mir gleich alles sagst, was ich wissen will, dann werde ich dem hier in jedem Fall ein Ende setzen“, fügte er dann noch hinzu und konnte sehen wie neue Hoffnung in Palmer Blick aufkommen sollte.
„Klar doch… Also wo soll ich anfangen?“, sagte der Leutnant dann und Julian ging zurück zu seiner Ansammlung an Folter-Werkzeugen um das, was er gerade in der Hand hatte zu verstauen. Während dessen hörte er sich Palmers Ausführungen über den Kristall in der Basis, dimensionale Risse, Tentakel-Monster, Kaiju-Monster, Raumfaltung, Zeitdehnung, Zeitstreckung, Zeitblasen und letzten Endes auch Zeitschleifen an. Er hörte sich an wie es dazu kam und wer dafür verantwortlich war. Und er hörte sich Palmers Theorien darüber an wie man das alles beenden könnte, allerdings sollte ihm jedes einzelne Wort über dieses Thema stark missfallen.
„Soll das jetzt etwa ein Witz sein oder so? Willst du mich gerade verarschen?“, fragte Julian extremst aggressiv den davon völlig schockierten Leutnant Palmer.
„Wieso? Ich… Nein… Ich schwöre… Das ist die Wahrheit… Alles was ich weiß… Alles was ich rausfinden konnte… Und alles was ich damit zu tun hatte…“, versuchte Palmer offensichtlich schnell zu beschwichtigen und Julian begann wütend eine Runde um den Rollwagen voller Werkzeuge zu gehen. Das konnte doch nicht der einzige Weg sein… Das war völlig unmöglich... Es musste irgendetwas anderes geben, dass sie alle zusammen tun könnten. Immerhin gab es hier an Bord Alien-Technologie. „Ähm… Entschuldigung… Sir…“, sprach Palmer Julian noch einmal nach einer ganzen Weile an. „Darf ich bitte gehen?“, fragte er dann vorsichtig und Julian nahm sich daraufhin noch einmal ohne ein weiteres Wort das Plasma-Gewehr. „Sir? Bitte… Was haben sie vor?“, fragte Palmer dann schrecklich schockiert, während Julian mit der Waffe auf Palmer zukam und begann das Zeit-Armband zu untersuchen. Er suchte nach einem Öffnungsmechanismus und nahm das Armband ab nachdem er diesen gefunden hatte. „Bitte… Nicht… Bitte… Meine Familie… Meine Tochter…“, begann er dann zu wimmern als ihm klar wurde was gleich geschehen würde.
„…Deine kleine Katze und dein Goldfisch… Jaja, schon klar… Hab verstanden…“, vervollständigte Julian sarkastisch den Satz des Leutnants. „Du kannst dir mit einer Sache sicher sein... Wenn ich mit dir fertig bin, werde ich mit denen gleich als nächstes weiter machen“, fügte er dann noch hinzu.
„Das würdest du niemals tun…“, kommentierte Palmer leise und unsicher.
„Denkst du wirklich, dass der Mann der dazu fähig war dir das alles anzutun nicht dazu fähig ist deine gesamte Drecksippe auszulöschen? Um ehrlich zu sein kommt mir die Kotze hoch, wenn ich nur schon dran denke dass von solchem Abschaum wie dir noch Abkömmlinge auf diesem Planeten rum laufen“, antwortete Julian und schockiert begann Palmer im Anschluss völlig verstandlos zu lachen.
„Aber… Aber… Du hattest versprochen mich gehen zu lassen…“, warf er dann noch schockierter ein.
„Das einzige was ich dir jemals versprochen habe ist dass ich dem hier eine Ende setzen würde… Und das werde ich“, antwortete Julian bevor er das Plasma-Gewehr auf seinen Peiniger ausrichtete.
„Bitte… Bitte… Hab doch Mitleid…“, wimmerte Palmer noch ein letztes Mal besonders erbärmlich.
„Faschistendreck wie du verdient kein Mitleid“, antwortete Julian ihm lediglich bevor er ein letztes Mal die Waffe auf den völlig verstandlos lachenden Palmer abfeuerte und ein letztes Mal genoss wie er zerplatzte und sich in blutigen Stücken im gesamten Raum verteilte. Julian war dieses Mal weit genug von ihm weg geblieben um von der roten Flüssigkeit nichts abzubekommen. Er wollte nicht unbedingt dass Kim, Sandra oder auch nur Christina irgendwie davon erfahren würden, was er gerade getan hatte. Und wenn er keine Spuren davon an sich trug würden sie das wahrscheinlich auch nie. Schnell begann er sich selbst noch einmal auf welche zu überprüfen, aber er konnte keine finden. Erleichtert wie wahrscheinlich noch niemals zuvor in seinem Leben atmete Julian zunächst einmal tief durch, verstaute die Waffe wieder auf dem Rollwagen und meldete sich dann bei einem der Alien-Wachposten um seine Ergebnisse mitzuteilen.

Julian konnte kaum beschreiben wie gut er sich auf der einen Seite fühlte, weil er Palmer endlich das hatte antun können was er verdient hatte, und sich auf der anderen Seite völlig zerstört fühlte wegen der Informationen die dieser ihm gegeben hatte. Am liebsten würde er den gesamten Vorgang gerade noch einmal wiederholen, so sehr regte Julian das Ganze auf. Er hatte zwar gelogen was das vernichten von Palmers Familie anging, aber zumindest hatte er ihn in dem Glauben sterben lassen, dass er das tun würde. Das gab ihm doch zumindest ein wenig Befriedigung wenn er daran dachte was nun alleine schon auf ihn zukommen würde. Er müsste es allen anderen sagen. Und das würde schwierig genug für ihn werden. Dazu hatte er sowohl Christina, Sandra und Kim als auch einige der Aliens in einen der Räume mit einem großen Tisch bestellt an dem jeder bereits die vorgesehenen Plätze eingenommen hatte.
„Alle für dieses Treffen vorgesehenen Personen sind anwesend. Nun sprich, Terraner“, sprach die Übersetzerstimme direkt darauf Julian an.
„Nun zu aller erst mal. Es stimmt wohl tatsächlich dass diese Arschlöcher vom Militär diese Horror-Monster in unsere Welt geholt haben. Sie haben mit diesem Kristall dort unten Experimente gemacht und dabei einen Dimensionsriss gebildet, der sich auch auf das Raum-Zeit-Kontinuum ausgebreitet hat und jetzt diese Zeitschleifen in denen ich und Christina stecken ausgelöst hat“, erklärte Julian ungewöhnlich gefasst und konnte bei den drei Damen lediglich Verwirrung im Gesicht erkennen. Das war wohl etwas zu viel Wissenschaft für sie gewesen.
„Wenn sie einen Riss gebildet haben, der sich auf diese Weise ausgebreitet hat, sind die Monster der Plage die wir gesehen haben und Zeitschleifen das weit geringste Problem“, begann sich die Computerstimme nun zu Wort zu melden und irritierte alle vier Menschen im Raum, inklusive Julian mit dieser Aussage. Plötzlich erinnerte sich Julian an das gewaltige dreiköpfige Super-Kaiju-Monster dass er bereits in zwei seiner Zeitschleifen gesehen hatte.
„Ihr meint dieses drei-köpfige Viech, dass in den vorigen Loops die gesamte Armee platt gemacht hat?“, warf er dann immer noch verwirrt ein.
„Was du beschreibst ist ein Omega der Plage, Terraner. Die Bedrohung von der ich gesprochen habe, ist weitaus schlimmer als ein Omega“, antwortete die Übersetzerstimme. „Wenn sie tatsächlich einen Sigma in dieses Universum gerufen haben gibt es nichts was wir noch unternehmen könnten“, fügten die Aliens dann noch hinzu.
„Wieso das denn? Was ist so schlimm an diesem Sigma-Dingsda?“, warf nun Kim ein.
„Der Sigma ist das höchste Wesen der Plage und kontrolliert diese. Er verfügt über gewaltige Ausmaße, Angriffs- und Defensiv-Kapazitäten und hat einen dimensionalen Kristall in seinen Körper integriert. Sobald er stirbt, wird er den Zyklus zurück setzen“, erklärten die Aliens und Julian konnte nicht vermeiden, dass er schlucken musste. Diese Bestie klang selbst nach allem was er bereits gesehen, erlebt und durchgemacht hatte noch furchterregend.
„Dann hat das Vieh also die gleichen Fähigkeiten wie Julian und Christina?“, fragte Sandra noch einmal genauer nach.
„Das ist korrekt“, antwortete die Übersetzerstimme und einen kurzen Moment sagte niemand etwas, da alle vier Menschen zu sehr damit beschäftigt waren diese Information zu verdauen.
„Naja… Keiner von uns beiden hat so einen Sigma jemals zu Gesicht bekommen, also ist er wahrscheinlich gar nicht da“, kommentierte nun Christina, die offensichtlich versuchte ein paar positive Punkte in der negativen Situation zu finden. Und dabei wusste sie das schlimmste ja noch überhaupt gar nicht.
„Das ist korrekt. Allerdings steigt die Chance seines Erscheinens mit jeder Zeitschleife die vergeht“, erklärten die Aliens weiter.
„Ich verstehe…“, kommentierte Julian ziemlich niedergeschlagen, denn es bedeutete auch, dass er nicht mehr leichtfertig die Zeit zurück setzen durfte um seine Pläne ausführen zu können.
„Hat er denn auch irgendetwas gesagt wie wir dem Ganzen ein Ende setzen können?“, warf nun Sandra ein und riss Julian zurück in die Realität. Aber sollte er diese Information wirklich mit den anderen teilen? Wer wusste schon wie sie darauf reagieren würden?
„Um den Riss zu schließen muss jemand mit sehr hohen Chronoton-Werten… Also Christina oder ich… Zu dem Kristall gehen und ihn berühren. Er hatte mir erklärt wie es genau funktioniert und dass die Chronotonen über den Kristall die Raum-Zeit versiegeln und dann alles reparieren oder so ähnlich. Allerdings lief es einfach darauf hinaus, dass wir das Ding berühren müssten. Aber er kann nicht genau sagen was dann mit demjenigen passiert der es tut. Im schlimmsten Fall könnte derjenige komplett aus der Zeit gelöscht werden“, erklärte Julian weiter und schockierte die drei Damen offensichtlich sehr. Kim hob sogar schnell die Hand vor den Mund und Sandra gab einen schockierten Laut von sich.
„So als ob derjenige nie existiert hätte?“, versicherte Christina sich noch einmal und Julian nickte lediglich zustimmend mit dem Kopf.
„Das erscheint uns das wahrscheinlichste Szenario zu sein, Terraner“, meldete sich auch noch die Übersetzerstimme und schockierte Julian noch weiter.
„Das bedeutet einer von euch beiden muss sich opfern um die Sache hier zu beenden?“, warf nun auch noch Kim ein und auch dieses Mal nickte Julian einfach nur zustimmend.
„Nein! Das werde ich nicht einfach hinnehmen. Dieser Palmer ist auch nur ein Mensch und bestimmt gibt es irgendeinen anderen Weg, den er nur nicht kannte“, rief nun Sandra aus und schlug wütend beide Fäuste auf den Tisch, was die anwesenden Aliens kurz aufschrecken ließ, zum Glück jedoch nicht mehr.
„Im nächsten Loop werden wir uns an die nächst gelegene Universität wenden oder sowas. Dann werden sich Leute das Problem ansehen die von der Sache wesentlich mehr verstehen als wir“, schlug nun Kim vor.
„Ich hätte da noch eine bessere Idee“, meldete Christina sich zu Wort. „Ihr könntet uns helfen“, sagte sie dann und sprach die fünf anwesenden Aliens direkt an. „Es ist in eurem Interesse dass diese Sache beendet wird. Dann werden auch diese Monster nicht in unsere Welt kommen und ihr müsst gar nicht hier sein. Aber wir beide werden nicht kooperieren wenn es das Ende von einem von uns bedeutet und dann kommt eben dieses Sigma-Viech in unsere Welt vor dem ihr solche Angst habt“, erklärte sie den fremden Wesen weiter.

Die Spannung im Raum war absolut spürbar geworden. Julian konnte nicht mehr im geringsten abschätzen wie diese Aliens jetzt reagieren würden. Es wäre möglich dass sie ihn und Christina sofort gefangen nehmen würden und Kim und Sandra auf der Stelle töten würden nach dieser Ansage. Dann würden sie einen von beiden einfach mit Gewalt dazu zwingen zu kooperieren. Anscheinend zog sich diese Spannung jedoch auch durch die Reihen der Aliens, denn diese fünf schienen sich nicht um geringsten einig zu sein. Hektischer und aggressiver als jemals zuvor schienen sie ihre seltsamen Laute auszutauschen, die immer noch keiner der Vier zu verstehen schien. Einer schlug mit der Faust auf den Tisch und schockierte nun stattdessen die vier Menschen, dann schubste ein anderer seinen Kollegen. Dann hob der größte der fünf seine Arme und schien die anderen vier zu beschwichtigen. Anscheinend waren sie im Anschluss zu einer Einigung gekommen.
„Wir werden euch helfen. Unsere Wissenschaftler werden sich der Sache umgehend annehmen, Terraner“, sprach die Übersetzerstimme nun und alle vier atmeten erleichtert aus.
„Wie lange wird es dauern?“, warf nun Christina noch schnell ein.
„Das lässt sich unmöglich vorher sagen. Und es ist unabdingbar, dass die vier Terraner aus Sicherheitsgründen bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit für die Dauer dieser Forschungsarbeiten auf diesem Schiff bleiben. Wir können nicht riskieren den Zyklus erneut zu starten“, antworteten die Aliens. „Damit ist dieses Treffen beendet. Die Entscheidung ist endgültig“, kommentierten sie dann noch und verließen dann nacheinander den Raum. Julian sollte mit Christina, Sandra und Kim zurück bleiben.
„Na toll… Jetzt sollen wir hier bei ihnen bleiben, für unbestimmte Zeit, während da unten auf der Erde alle sterben oder schon tot sind“, kommentierte Christina niedergeschlagen.
„Was sollen wir denn die ganze Zeit über machen? Ich hab nicht mal Klamotten zum Wechseln mitgenommen!“, stellte Kim nun erschrocken fest.
„Und das dann vielleicht über mehrere Monate oder Jahre?“, fügte Sandra noch hinzu.
„Ihr müsst euch keine Sorgen machen. Ich werde nochmal versuchen mit ihnen zu reden“, meldete sich Julian nun zu Wort.
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Yoah... Ich hab mich tatsächlich hingesetzt und das Ding hier in 3 Tagen noch zusammen getippt. Es hat sich allerdings auch irgendwie wie geschnitten Brot schreiben lassen. ^^" Eigentlich hat´s nur zwei Tage gedauert... Und dann hab ich noch einen gerätselt ob ich das Ding tatsächlich bringen soll. ^^" :headbang: Wie ihr sehen könnt hab ich mich dazu entschieden es zu bringen. Wir sind hier immerhin a) im Horror-Bereich und b) ist die Szene für mich eigentlich eher vergleichbar mit der wo Ramsey Bolton in Game of Thrones von seinen eigenen Hunden gefressen wird. Ich bin nicht unbedingt unzufrieden mit meinem Erzeugnis, aber denke natürlich wie meistens dass es eigentlich noch wesentlich besser geht. Ich hoffe irgendwer fand die Szene genauso befriedigend zu lesen wie ich es fand sie zu schreiben und dass alle Leser auch in ungefähr zwei Wochen zum nächsten Teil wieder mit dabei sein werden.
Bis dahin mal...
:grinsundweg: :suw: :ichmussweg:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 19 – Das große Duell:

Nur vorsichtig traute Julian sich durch die Gänge des Alien-Schiffes zu bewegen auf dem er und die drei Damen gezwungen sein sollten zu bleiben. Zumindest wenn Julian es nicht gleich irgendwie schaffen würde das Ganze zu verhindern.
„Terraner. Zurück in deinen Aufenthaltsraum“, sprach ihn plötzlich eines der Aliens an, das von einer seitlichen Abzweigung her gekommen war und ihm nun auch im Weg stand.
„Ich wünsche noch einmal mit eurem Anführer zu sprechen. Ich kann die Bedingungen unmöglich so akzeptieren“, antwortete Julian dann selbst für seine eigenen Zwecke erschreckend selbstsicher.
„Du genießt zwar unseren Respekt, weil du in einem anderen Zyklus für unsere Sache gekämpft hast, Terraner, aber Respekt kann genauso schnell wieder verloren gehen wie er aufgebaut wurde“, sprach das Alien weiter.
„Und dennoch sind die Bedingungen untragbar und ich muss darüber noch einmal mit eurem Anführer verhandeln“, antwortete Julian erneut und das Alien begann in seinen komischen Lauten in eines seiner Geräte zu sprechen.
„Folge mir, Terraner“, sagte es dann zu ihm und ging in hohem Tempo voraus. Julian hatte sehr große Schwierigkeiten mit dem Alien Schritt zu halten. Es sollte Julian in einen kleinen Raum führen, der sich als Aufzug heraus stellen sollte, denn nachdem sich die Tür geschlossen hatte, hatte sich auch offensichtlich die Anordnung der Gänge und der Türen geändert. Das Alien ging weiter voraus, Julian folgte ihm bis zu einer Tür, die sich beim Öffnen als Eingang zu dem heraus stellen sollte was wohl bei den Aliens einer Brücke oder einem Kontrollzentrum entsprechen sollte. Mehrere Aliens arbeiteten hier an unterschiedlichen Konsolen vor einem Panorama-Fenster, welches einen sehr krassen Ausblick auf die Erde von geschätzten 8000 bis 10.000 Metern Höhe bot. Eines der Aliens trat im Anschluss direkt vor Julian und seinen Artgenossen. Es war von der Größe her vergleichbar mit dem größten der fünf aus dem letzten Verhandlungsraum und wahrscheinlich handelte es sich dabei auch um das Selbe. Schnell und hektisch tauschten die beiden Laute aus, dann drehte sich das kleinere der beiden Aliens um und verließ den Raum.
„Sprich Terraner. Welche Bedingungen sind zu deiner Unzufriedenheit“, sagte der Anführer der Aliens dann im Anschluss.
„Es ist untragbar für uns Terraner über mehrere Jahre hier mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit zu verbringen. Insbesondere weil eure Schiffe nicht unseren Bedürfnissen entsprechen“, antwortete Julian erneut mit einer Selbstsicherheit die ihn selbst erschreckte.
„Es ist unabdingbar, dass insbesondere die Terraner mit hohen Chronoton-Werten zu ihrer eigenen Sicherheit in unserer Nähe bleiben. Dass wir den anderen beiden Weibchen gestattet haben ebenfalls zu bleiben ist bereits ein massives Zugeständnis gewesen“, antwortete der Alien-Anführer.
„Wenn ihr uns in einer Umgebung haltet die nicht unseren Bedürfnissen entspricht werden wir genauso sterben wie wenn ihr uns einfach da unten in diese Apokalypse entlasst“, kommentierte Julian schnell und eine Weile wirkte sein Gesprächspartner nachdenklich auf ihn, was sich jedoch recht schwer durch die gewaltigen Metallrüstungen erkennen ließ.
„Was schlägst du stattdessen vor, Terraner?“, fragte er dann nach einer Weile.
„Ich würde vorschlagen, dass ihr uns in Absprache mit uns Räume zuteilt, die wir dann entsprechend unserer eigenen Bedürfnisse einrichten können. Dazu können wir in Begleitung von Schutzstaffeln Gegenstände vom Planeten hier hoch bringen oder ihr könnt sie mit euren Fabrikatoren selbst herstellen. Genauso müsst ihr uns Nahrung mithilfe eurer Fabrikatoren bereitstellen. Diese komischen Würmer und Pampen die ihr zu euch nehmt haben möglicherweise Nährwert aber sind nicht besonders Schmackhaft für uns oder nicht für unsere Verdauung geeignet“, erklärte Julian dem Anführer schnell der sich das alles sehr aufmerksam anhörte.
„In Ordnung. Wir werden eine entsprechende Mission vorbereiten. Nun geh und teile es deinen Begleiterinnen mit, Terraner“, kommentierte der Anführer und Julian bemerkte erst jetzt wie sehr ihn dieses Gespräch angespannt hatte. Nun fiel diese Anspannung auf einmal von ihm ab. Er hatte jedoch noch weitere Fragen.
„Gibt es denn bereits Fortschritte in irgendeiner Art?“, traute er sich dann nach einer kurzen Bedenkzeit zu fragen.
„Das Armband deines verstorbenen Spezies-Genossen erweist sich als äußerst nützlich. Wir haben noch nicht heraus gefunden wie genau es funktioniert, aber es scheint sein eigenes Chronoton-Feld und eine starke Chronoton-Strahlung um den Träger zu erzeugen, was es diesem ermöglicht den Zyklus lokal zurück zu setzen sollte er sterben“, antwortete der Alien-Anführer und Julian brauchte einen kurzen Moment um das was er da gehört hatte zu verstehen und einzuordnen. Offensichtlich hatte Palmer mit diesen Armbändern das umgesetzt wofür er Julian zuvor gequält hatte und Julian verstand auch dass die Armbänder um jeden der es trug eine eigene Zeitblase erzeugten und scheinbar Julians und Christinas Fähigkeit auf andere übertrugen. So lange das Armband Energie hatte, war scheinbar jeder der eines davon trug unsterblich und konnte selbst die schwersten Verletzungen überleben und regenerieren. So viel war ihm jedoch auch schon durch Beobachtung klar gewesen. Als er eine weitere Frage stellen wollte wurde das gesamte Schiff jedoch von einem gewaltigen Ruck durchgeschüttelt, der Julian beinahe zu Boden geworfen hätte und auch einige der Aliens schienen Schwierigkeiten mit ihrem Gleichgewicht bekommen zu haben. Es folgte ein weiterer und noch einer. Dann krachte irgendetwas direkt gegen die Front des Schiffes und explodierte dort so gewaltig dass es für einen kurzen Moment unmöglich war durch die Frontscheibe zu sehen, da die gesamte Front des Schiffes davon erfasst worden war.
„Was war das?“, rief Julian direkt aus und erhielt zunächst keine Antwort.
„Wir werden angegriffen. Sehr große Flugkörper vom Boden aus mit gewaltiger Sprengkraft. Wir wissen nicht sicher wie lange unsere Schilde dies aushalten können“, antwortete der Alien-Anführer und begann dann wieder undefinierbare Laute mit seinen Artgenossen zu wechseln.

Ein weiterer Ruck durchzog das Schiff, welches bereits einige kleinere Waffentürme ausgefahren hatte und mit kleinen blauen Energie-Projektilen auf anfliegende Flugkörper feuerte. Manche schienen jedoch trotzdem in die Schilde einzuschlagen, da der Schutz nicht ausreichend flächendeckend war. Und überhaupt… Bombardierte das Militär gerade wirklich dieses Schiff mit Cruise Missiles oder sogar mit Atom-Raketen? Ein weiterer Treffer folgte und dann ein weiterer nachdem ein Geräusch folgte, dass nur Hochtechnologie die sich abschaltete von sich geben konnte. Offensichtlich waren gerade die Schilde des Schiffes zusammen gebrochen. Die Aliens begannen weiter irgendwelche Laute sehr hektisch auszutauschen und der Anführer sichtbar schnell einige Befehle zu erteilen. Als er einem bestimmten Alien auf der Brücke einen Befehl erteilt hatte geschah jedoch etwas womit Julian nicht im geringsten gerechnet hätte. Die Stimme von Oberst Kurzmann sollte sich über Lautsprecher zu Wort melden.
„Eindringlinge aus einer anderen Welt... Ihr habt einen von uns in eurer Gewalt. Übergebt ihn umgehend an uns oder wir werden euch zusammen mit ihm und den anderen Menschen bei euch an Bord vernichten“, sprach er als zusätzlich noch mehrere Militär-Jets über die Brücke des Schiffes fegten und ein Wendemanöver starteten. Sicherlich würden sie angreifen, wenn Kurzmann nicht die Antwort erhielt die er wünschte. Offensichtlich wollte er Palmer zurück, was selbst dann keine Option gewesen wäre, wenn Julian ihn am Leben gelassen hätte. Dazu war dieser Typ einfach viel zu gefährlich gewesen. Wenn er ein Armband entwickeln konnte das unsterbliche Soldaten erschaffen konnte, was könnte er dann noch für Waffensysteme erschaffen? Das war aber wahrscheinlich genau der Grund weshalb Kurzmann ihn unbedingt zurück haben wollte.
„Lasst mich mit ihm sprechen“, warf Julian nun schnell ein und der Alien-Anführer drehte sich irritiert zu ihm um.
„Ich bezweifle dass du im Stande sein wirst ihn davon zu überzeugen diese Angriffe zu einzustellen, Terraner“, kommentierte dieser lediglich.
„Oh doch, das werde ich“, wiedersprach Julian nun erneut erschreckend selbstsicher.
„Sprich, Terraner… Er kann dich nun hören“, sagte das Alien nun.
„Oberst Kurzmann…“, meldete sich Julian kurz testweise zu Wort.
„Ah… Ich kenne deine Stimme… Du bist diese Schneeflocke von diesem Festival voller Schlappschwänze an der Palmer Tests durchgeführt hat“, kommentierte Oberst Kurzmann direkt abwertend und direkt konnte Julian fühlen wie seine Selbstsicherheit zusammen brechen wollte. Nichts machte ihm mehr Angst als autoritär auftretende Menschen, früher vielleicht noch hübsche Frauen. Aber Julian hatte bereits diese Angst besiegt und er würde sich nun auch nicht von diesem Oberst Kurzmann klein machen lassen.
„Wenn du Palmer willst, werde ich ihn dir geben. Triff mich dazu an einem neutralen Ort. Dieser eine Berg in der Nähe des früheren Festivals wäre passend. Alleine… Nur du, ich und Palmer. Bedenke dabei dass ich hier Verbündete mit hochentwickelter Sensor-Technologie an meiner Seite habe. Wenn du versuchst mir irgendeine Falle zu stellen werden sie das bemerken und mich rechtzeitig warnen“, begann Julian dann dennoch mit gefestigter Stimme zu sprechen und hoffte darauf dass Kurzmann die Lüge die er erzählte nicht bemerkte. Dieser begann jedoch zunächst einmal laut los zu lachen.
„Interessant… Der kleinen Schneeflocke sind anscheinend ein paar Eier gewachsen. Ich werde tun was du sagst. Aber bedenke auch du… Wenn du mich belogen hast oder mir irgendetwas versuchst unter zu schieben, werde ich dieses Schiff und alle deine Freunde und Verbündeten ins Nirvana bomben lassen“, kommentierte er Julians Ultimatum dann und ein Knacksen schien auf das Ende der Kommunikation hinzudeuten.
„Was hast du vor, Terraner?“, fragte der Anführer der Aliens direkt.
„Wenn alles gut geht uns ein Druckmittel gegen das terranische Militär auftreiben“, antwortete Julian erstaunlich gelassen.
„Und wenn es nicht funktioniert?“, harkte das Alien noch einmal genauer nach.
„Dann werde ich wahrscheinlich sterben und der Zyklus setzt sich zurück. Könnte schlimmer sein, glaube ich“, antwortete Julian immer noch sehr gelassen. „Ich würde euch aber um eines eurer Exoskelete bitten. Das wird die Chance auf einen Erfolg um einiges erhöhen. Ihr wisst auch aus euren Daten, dass ich ein solches Teil schon einmal verwendet habe. Ich weiß also wie es funktioniert“, sprach er dann weiter. Das Alien reagierte eine Weile nicht. Wahrscheinlich wog es gerade das Risiko ab ihm Technologie zu überlassen, gegen das Risiko dass der Plan scheiterte.
„Die gewünschte Technologie wird sich bei deinem Aufbruch im Teleportationsraum befinden, Terraner“, antwortete das Alien dann sehr zu Julians Erleichterung.
„Ich danke euch mehr als ihr euch vorstellen könnt“, kommentierte er dann und machte sich dann in Begleitung eines anderen, niederrangigeren Außerirdischen umgehend auf den Weg.

Eine Aufzugfahrt und eine nicht mehr feststellbare Anzahl an Schritten später sollten Julian und dem Alien Christina, Sandra und Kim in einem der Gänge über den Weg laufen.
„Terraner… Zurück in die Räume die wir euch zugeteilt haben“, sprach das Alien die drei sofort an.
„Nicht bevor uns irgendwer gesagt hat was hier los ist“, antwortete Sandra direkt bevor es eine der anderen beiden hätte können. Das Alien wollte gerade antworten als Julian sich zwischen es und die drei Frauen drängte und beschwichtigend die Arme hob.
„Tut einfach was er sagt“, kommentierte er dabei.
„Ja, aber was ist denn da draußen los?“, warf nun Kim ein.
„Wir wurden angegriffen. Vom Militär. Sie wollen Palmer zurück“, antwortete Julian kurz und knapp.
„Ja… Und weiter?“, fragte nun Christina.
„Sie werden ihn nicht bekommen“, antwortete Julian erneut kurz und knapp. Die Drei wussten noch gar nicht dass Julian Palmer bereits getötet hatte und das Beste wäre aus Julians Sicht, wenn sie das niemals erfahren würden.
„Und was hast du eigentlich vor? Ich bezweifle dass der da dich zu deinem Raum bringen wollte“, warf nun wieder Sandra ein und deutete bei „der da“ auf das Alien, das ihn durch die Gänge führte. Julian schüttelte verneinend den Kopf.
„Ich hab mit Oberst Kurzmann verhandelt und bin jetzt auf dem Weg mich ihm zu stellen. Alleine“, erklärte Julian sich dann schnell.
„Und du glaubst nicht, dass er dir eine Falle stellen, dich einkassieren und noch schlimmer foltern als vorher wird?“, kommentierte Christina das Vorhaben und Julian schüttelte erneut verneinend den Kopf bevor er sprach.
„Er will Palmer zurück haben weil der ihm neue Waffen bauen kann. Und er hat euch und dieses Schiff als Druckmittel. Er wird mir da unten keine Falle stellen, da bin ich mir sicher“, erklärte sich Julian schnell.
„Aber du hast gesagt, dass du ihm diesen Palmer nicht geben willst… Was hast du dann vor?“, fragte Kim, die mittlerweile noch wesentlich aufgebrachter wirkte als vorher schon.
„Wie ich schon sagte. Ich werde mich ihm stellen. Wenn wir ihn haben können wir das Militär kontrollieren oder zumindest seine Einheit. Dann schaffen wir es vielleicht auf diesem Weg allem dem ein Ende zu setzen“, erklärte Julian weiter.
„Und wenn du es nicht schaffst?“, warf nun Christina besorgt ein.
„Dann werde ich sterben und der Zyklus startet neu. Eine Sache die wir ohnehin tun müssen, wenn wir wirklich Jake und das Festival retten wollen“, antwortete Julian gelassen und sowohl Christina als auch die anderen beiden Frauen reagierten mit offensichtlich schockierten Blicken darauf.
„Aber… Wir wollen nicht dass du…“, begannen Sandra und Kim fast gleichzeitig zu sprechen und Julian unterbrach sie erneut durch das Heben seiner Arme.
„Ich weiß… Ich will auch nicht sterben, glaubt mir… Aber es wird uns an einem bestimmten Punkt keine andere Wahl bleiben. Und vielleicht ist es wirklich am besten wenn ich beim Versuch euch alle zu beschützen sterbe“, antwortete er dann so einfühlsam wie es die hektische Situation gerade zuließ.
„Aber…“, stotterte Kim noch einmal als sich das Alien wieder zu Wort meldete.
„Die Zeit drängt. Das geplante Treffen beginnt jeden Moment“, sprach es mit der monotonen Computer-Stimme des Übersetzungsgeräts.
„Ihr seht… Ich muss leider los… Aber ihr könnt mir glauben… Ich würde jetzt lieber hier bei euch bleiben“, erklärte Julian sich noch einmal als Kim und Sandra ihn gleichzeitig umarmten.
„Bitte… Pass da unten auf dich auf…“, sagte Sandra dabei.
„Ich will nicht schon wieder vergessen was du hier alles für uns getan hast“, fügte Kim noch hinzu, bevor sie sich beide von ihm lösten und Christina kurz vortrat.
„Du weißt dass ich mich im schlimmsten Fall ganz besonders auf dich verlasse. Bitte kümmer dich um die Beiden und bring sie in Sicherheit“, sagte Julian direkt.
„Und du? Das Militär wird wieder vor deinem Transporter sein und versuchen dich zu entführen“, fragte Christina.
„Dafür hab ich auch schon einen Plan. Aber du musst dich dringend um die beiden kümmern“, antwortete Julian und Christina nickte zustimmend mit dem Kopf. „Also gut dann…“, sagte Julian noch, bevor Christina ihn ebenfalls umarmte, sehr zu Julians Überraschung.
„Pass auf dich auf da unten…“, kommentierte sie dabei und Julian kämpfte für einen Moment massiv gegen seine eigenen Gedanken und Gefühle an, bevor er sich entschied sie Umarmung noch kurz zu erwiedern.
„Das werde ich. Macht euch keine Sorgen. Egal wie es ausgeht, ich werde zu euch dreien zurück kehren. In diesem Zyklus oder im nächsten“, antwortete Julian bevor sich Christina ebenfalls von ihm löste und Julian sich mit dem Alien zusammen wieder auf den Weg machte.

Tatsächlich hatten die Aliens im Teleportationsraum ein Exoskelet platziert, so wie es der Anführer ihm versprochen hatte. Es war bereits geöffnet und Julian musste lediglich eintreten und die schmerzhafte Verbindungs-Prozedur über sich ergehen lassen. Das war es auch was ihn einen kurzen Moment zögern ließ. Er hatte gewiss kein Interesse daran dies erneut zu erleben, aber offensichtlich sollte ihm keine Wahl bleiben. Er musste sich Kurzmann stellen. Und das täte er am besten mit einem solchen Kampfanzug.
„Sobald du das Exoskelet angelegt hast, werden wir dich auf die Oberfläche bringen und der Einsatz beginnt“, sprach das Alien Julian noch einmal an und riss ihn aus seinen Überlegungen zurück in die Realität. Dennoch ging er nur langsam zum Exoskelet und trat ein. Noch etwas ängstlich betätigte er den Schalter zur Schließung. Wie beim letzten Mal schloss sich das Exoskelet und aktivierte holographische Anzeigen, die wie beim letzten Mal ebenfalls schon die Worte „Stelle Link her“ zeigten, was die Worte waren die Julian am meisten fürchtete. Er konnte sich einen lauten Schmerzensschrei nicht verkneifen als sich das Metall hinten in seine Wirbelsäule bohrte und die Verbindung hergestellt wurde.
„Beginnen Transport“, konnte er im Anschluss das Alien das ihn begleitet hatte sagen hören, bevor sich wie zuvor schon die Umgebung in blauen Streifen auflöste und dann neu zusammen setzte. Tatsächlich sollte Julian sich auf einem Berg wieder finden. Die Landschaft war jedoch völlig verwüstet. Bäume waren umgefallen und oft nur noch in Stücken vorhanden. Krater von Kämpfen und Waffensystemen durchzogen das Gebiet und von dem was einst das Metal-Festival gewesen war, das Julian hatte besuchen wollen, waren lediglich Reste der Aufbauten übrig geblieben. Teilweise waren Erde und Wald verbrannt, teilweise einfach nur ausgetrocknet. Definitiv war diese Landschaft nicht sehr einladend und würde leider auch nur wenig Deckung in einem Feuergefecht bieten, so viel konnte Julian direkt erkennen. Vor sich konnte Julian eines dieser Exoskelete erkennen, die er in der Militärbasis schon öfter gesehen hatte. Er vermutete dass es sich um Oberst Kurzmann handelte, der wohl die selbe Idee gehabt hatte wie er selbst. Und als der Oberst zu sprechen begann bestätigte sich Julians Vermutung.
„Wo ist Palmer?“, fragte er einfach direkt auf den Punkt. Eine Einführung, keine Art Smalltalk, er kam einfach direkt zum geschäftlichen Teil und Julian konnte nicht leugnen, dass ihm das so am liebsten sein sollte. Er hatte sich mit dieser Ratte die hinter allem dem steckte und Christina einfach vor seinen Augen erschossen hatte ohnehin nicht allzu viel zu sagen.
„Den wirst du nie wieder sehen“, antwortete Julian ungewöhnlich ruhig für seine Zwecke.
„Verstehe…“, kommentierte Kurzmann ebenfalls ungewöhnlich gelassen für das was er gerade erfahren hatte. „Ich muss gestehen, dass ich dich ein wenig unterschätzt hatte. Ich hätte niemals gedacht, dass ein kleiner Loser wie du dazu fähig wäre sich mit Aliens zu verbünden und einen meiner besten Männer aus der Basis zu entführen“, kommentierte er dann.
„Und ich wusste zwar dass ihr Typen vom Militär Dreck seid, aber niemals hätte ich gemeint, dass ihr dazu fähig wärt eine Apokalypse wie diese auf die Welt los zu lassen. Ja ich weiß dass ihr es wart, die diese Monsterviecher her gerufen haben“, antwortete Julian.
„Das war ein Unfall. Wir haben diesen Kristall gefunden und ihn untersucht. Mehr nicht“, kommentierte Kurzmann.
„Und das soll dir wer bitte nochmal glauben?“, antwortete Julian jetzt eine gute Ecke wütender als vorher. „Aber genauso seid ihr Militär-Abschaum. Ihr macht irgendwelche Experimente mit Dingen die ihr nicht versteht, entführt einfach Menschen, Schießt und stellt später die Fragen. Alles nur für noch stärkere Waffen und noch ein kleines bisschen mehr Macht“, führte er dann weiter aus und Kurzmann reagierte einen Moment nicht.
„Sowas muss ich mir von einer kleinen Schneeflocke wie dir nicht sagen lassen. Du hast doch in deinem ganzen Leben nichts auf die Reihe gebracht. Du bist ein Nichtsnutz, ein Versager und hast nicht den geringsten Wert für die Welt. Niemanden wird es interessieren, wenn du tot bist und noch weniger wird es jemanden interessieren, wenn du nie existiert hast“, antwortete Kurzmann nicht weniger wütend.
„Zumindest hab ich nicht die ganze Welt in Brand gesteckt nur weil ich unbedingt eine Beförderung wollte. Lieber bin ich ein kompletter Vollversager als ein narzistischer, machtgieriger Bastard wie du es bist. Du hast Christina abgeknallt ohne auch nur kurz dabei zu zucken. Alleine das verrät mir schon alles über dich was ich wissen muss“, sagte Julian und bereitete sich innerlich auf das vor was er bereits vermutete.
„Du hast Palmer umgebracht. Tu du nicht so als ob du auch nur einen kleinen Funken besser wärst als ich. Eine Doppelmoral wie die deine kann ich nicht leiden, Schneeflocke“, kommentierte Kurzmann nun wirklich wütend.
„Hör auf mich so zu nennen, Militärabschaum“, antwortete Julian erstaunlich ruhig für das was er da sagte und in Anbetracht der Gesamtsituation.
„Nun… Ich hatte da gerade einen Gedanken… Wenn dich töte setzt das die Zeitlinie doch zurück und dann müsste auch Palmer wieder zurück kommen, oder etwa nicht?“, warf nun Kurzmann ein.
„Nun… Du kannst es ja gerne versuchen und sehen ob sich deine Theorie bewahrheitet“, antwortete Julian darauf und ballte bereits die Fäuste seines Kampfanzugs. Kurzmann begann kurz zu lachen.
„Du mieser kleiner Hosenscheißer hast keine Ahnung wie sehr ich das was gleich kommt genießen werde“, sagte er dann, bevor er das Großschwert seines Exoskelets vom Rücken nahm und auf Julian richtete.
„Dann komm doch her du verdammter Bastard. Ich hab schließlich auch noch ne Rechnung mit dir offen“, sagte Julian bevor das große Duell der beiden beginnen sollte.

Schnell nahm Julian den schnell auf ihn zustürmenden Oberst Kurzmann mit den beiden Plasma-Kanonen unter Feuer, konnte diesen jedoch einfach nicht treffen, da anscheinend die automatische Zielvorrichtung nicht mit dessen Geschwindigkeit mithalten konnte. Immer wieder krachten Projektile neben Kurzmann in den Boden, explodierten dort und wirbelten Dreck auf. Aber trotz allem stürmte Kurzmann ungehindert weiter vor. Schnell hatte Julian entschieden das Selbe zu tun, während er die Arm-Klingen an seinem Exoskelet aktivierte. Ein lautes Klirren von Metall das zusammen traf bildete sich und ein gewaltiger Schock durchzog Julian und das gesamte Exoskelet als die Arm-Klingen mit dem Großschwert zusammen trafen. Beide Maschinen schienen sich in Kraft und Geschwindigkeit gleichwertig zu sein, so dass keiner von beiden in diesem Kräftemessen die Oberhand gewinnen konnte. Und dennoch versuchte Julian es laut schreiend weiter. Es war Kurzmann, der sich entschied zurück zu weichen und stattdessen mit roten Energie-Projektilen aus einer Waffe im anderen Arm seines Kampfanzugs zu feuern. Julian wich jedoch schnell zur Seite und erwiederte das Feuer mit Plasma-Waffen. Gleichzeitig versuchte er Kurzmann mit seinen Raketenwerfern zu erfassen, jedoch sollte dies eine gewisse Zeit dauern. `Schneller, Schneller´, hetzte Julian innerlich seine Maschine als Kurzmann ihm offensichtlich zuvor kam und seinerseits dessen Raketen-Werfer auf Julian abfeuerte. Der entschied sich schnell mit Fronttriebwerken zurück zu weichen und feuerte weiter mit den Plasma-Kanonen auf Kurzmann, während Raketen vor ihm in den Boden krachten und dort explodierten. Weitere rote Energie-Projektile von Kurzmann verfehlten Julians Exoskelet knapp, während dieser mit zwei Energiestrahlen aus den Armen feuerte und diese nach Kurzmann schwenkte. Kurzmann sprang jedoch ab und entkam ihnen beiden, bevor er noch in der Luft mit vollem Schub stürmte und einen weiteren Schwertschlag vorbereitete. Mittlerweile hatte Julian jedoch die Zielerfassung seiner Raketenwerfer beendet und feuerte sie direkt ab. Kurzmann feuerte jedoch selbst eine weitere Ladung Raketen ab, welche auf die von Julian treffen sollten. Gewaltige Explosionen bildeten sich rund um Kurzmann herum und machten es Julian unmöglich zu erkennen was dieser als nächstes tat. Dennoch hatte Julian rechtzeitig die Arme gehoben und fing das Großschwert mit seinen Arm-Klingen ab, als der Schlag, durch die Explosionen verdeckt, wie aus dem Nichts kommen sollte. Plötzlich versuchte Kurzmann den Kampfanzug von Julian mit dem anderen Arm zu packen, aber Julian wich erneut zurück und sah nun eine Chance auf einen Gegenangriff. Schnell stürmte er nach vorne und schlug mit beiden Arm-Klingen zu, aber Kurzmann hielt sein Schwert dazwischen und fing den Schlag ab.
„Wenn du so kämpfst Schneeflocke, sind wir morgen früh noch hier“, kommentierte Kurzmann überlegen und abfällig und Julian konnte leider nicht behaupten dass er unrecht hatte. Kurzmann hatte vielleicht den technisch unterlegenen Kampfanzug, aber definitiv wesentlich mehr Erfahrung und Kampftraining hinter sich. Julian bemerkte schnell dass er eigentlich keine Chance hatte. Er befand sich die meiste Zeit in der Defensive und versuchte nicht von Kurzmann getroffen zu werden, während dieser scheinbar mühelos einen Angriff auf den nächsten folgen ließ.
„Nun, das werden wir noch sehen“, antwortete Julian dennoch und stieß Kurzmann mit einem kurzzeitig erhöhten Krafteinsatz zurück bevor beide Maschinen in einen unglaublich schnellen Schlagwechsel gerieten, der Julian sogar eine gute Ecke zu schnell verlaufen sollte. Seine Handlungen basierten lediglich noch auf Instinkt und er empfand es als einziges Wunder, dass er nicht schon längst mehrere Treffer hatte einstecken müssen. Ob es Kurzmann wohl ähnlich erging oder waren dies für ihn alles kontrollierte Handlungen? Plötzlich stoppte Kurzmann den Schlagwechsel und richtete seine rote Energie-Waffe auf Julian aus. Julian war jedoch schneller und feuerte die Plasma-Kanonen im Torso seiner Maschine ab. Kurzmann war jedoch zurück und zur Seite gewichen und entkommen, während er nun zwei größere Projektile in langsamerer Abfolge aus der Waffe abgab.

Nur durch zwei gezielte seitliche Triebwerksstöße war es Julian möglich gewesen diesem überraschenden Angriff von Kurzmann zu entkommen. Nur sehr knapp fegten die beiden Projektile an seinem Exoskelet vorbei, während Julian die G-Kräfte dieser Stöße hart an sich reißen fühlte. Julian hatte nun also verstanden, dass die Schuss-Waffe die Kurzmann verwendete multifunktional war. Das hätte ihn gerade fast auf dem falschen Fuß erwischt. Es blieb ihm aber auch keine Zeit allzu lange darüber nachzudenken und sich dem Gefühl hinzugeben, dass er gerade hatte. Denn Kurzmann startete bereits den nächsten Angriff mit dem Großschwert. Ein Schlagangriff von oben nach unten, den Julian zwar abfangen konnte, aber er merkte auch wie die Attacke ihn und seinen Kampfanzug nach hinten aus dem Gleichgewicht werfen sollte. Ein weiterer Angriff von Kurzmann folgte direkt. Ein Stichangriff der so heftig ausgefallen war, dass Julian sogar einen ausgleichenden Schritt nach hinten nehmen musste um nicht nach hinten umzufallen. Aber Julian erkannte auch eine Chance und nutzte die beiden Strahlenwaffen wie sehr lange Energie-Klingen indem er beide Unterarme beim Abfeuern von Innen nach Außen bewegte. Hätte Kurzmann nicht mit Hilfe seiner Triebwerke einen sehr schnellen, hohen Sprung ausgeführt, wäre er wohl in der Mitte zerteilt worden. Es folgten fünf weitere Angriffe mit dem Großschwert, die Julian ebenfalls nur sehr notdürftig mit seinen Arm-Klingen abfangen konnte. Generell war dieses Großschwert ein viel zu großes Problem für Julian. Er musste es irgendwie schaffen es loszuwerden. Aber es wollte ihm einfach kein passender Plan dafür einfallen. Solche Dinge würden wahrscheinlich Kurzmann einfallen, aber Julian war dazu nicht fähig. Und so fing er weiter verzweifelt Schwertangriffe ab und versuchte das Gleichgewicht zu behalten, während er hin und wieder Plasma-Kanonen oder Strahlen-Waffen abfeuerte, Kurzmann jedoch immer um Längen verfehlte. Und je länger dieser Kampf andauerte umso klarer wurde Julian, dass Kurzmann ihn wahrscheinlich schon längst erledigt haben könnte. Aber er spielte lieber mit ihm, so viel hatte Julian nun verstanden. Genauso wie dass er eigentlich keine Chance auf einen Sieg hatte, selbst mit dieser mächtigen Alien-Technologie die er momentan nutzte nicht. Und dennoch… Christina, Sandra und Kim zählten auf ihn und er durfte unmöglich zulassen dass der Loop auslöste und Palmer zurück kehrte. Als Kurzmann gerade einen besonders heftigen Schlag ausführte entschied Julian sich dieses Mal ihn nicht mit seinen Arm-Klingen abzufangen, sondern zur Seite zu weichen. Tatsächlich krachte das Schwert mit voller Wucht in den Boden und blieb dort einen kurzen Moment stecken. Die Chance auf die Julian gewartet hatte, denn nun führte er selbst einen Schlag mit seinen Arm-Klingen aus und zwang Kurzmann nicht nur dazu schnell zurück zu weichen, sondern auch das gewaltige Großschwert zurück zu lassen. Schnell setzte Julian Schüsse aus seinen Plasma-Kanonen nach und fügte eine Ladung Raketen hinzu als die Zielerfassung ihm das gestattete. Kurzmann wirkte einen kurzen Moment überfordert mit der Situation und wich lediglich weiter nach hinten zurück wo er Julian mit gleich zwei dieser roten Energie-Waffen an beiden Armen im Schnellfeuermodus unter Feuer nahm, wohl um ihn von dem Großschwert weg zu zwingen, wie Julian annahm. Aber er nutzte schnell den frontalen Energie-Schild seines Kampfanzugs und fing sie so alle ab. Dann stürmte er vor und führte einen Faustschlag auf Kurzmann aus, der diesen schnell mit seinem eigenen Arm abfing und Julian mit einem starken Tritt zurück stieß. Julian schrie lautstark auf während er versuchte das Gleichgewicht zu halten, während ihn die Wucht des Trittes eine Meter zurück zum Großschwert schieben sollte.

Julian hatte nicht die Zeit sich von dem Schock dieses letzten Angriffs zu erholen, denn nun sollten zwei große rote Energie-Projektile in beide Schultern seines Exoskelets krachen und dort gewaltige Explosionen hinterlassen. Die Torso-Panzerung wurde extrem stark beschädigt und beide Plasma-Kanonen unbrauchbar. Es folgte eine Reihe Raketen wovon eine in die linke Schulter krachte, drei in den Beinbereich und zwei weitere frontal in den Torso, genau dorthin wo Julian selbst sich in dem Exoskelet befinden sollte. Gewaltige Explosionen zerstörten hauptsächlich Panzerung, aber auch die linke Schulter wurde vollständig zerstört, so dass der linke Arm nun nur noch nach unten hängen konnte. Kurzmann fügte weitere Schläge gegen die Frontal-Panzerung die Julian selbst beschützte hinzu und jeder Treffer verbog sie und schob sie weiter in Julians Richtung. Lediglich noch ein paar Schläge und die Panzerung würde Julian in dem Exoskelet zerquetschen. Er musste etwas unternehmen. Er konnte diese möderische Ratte nicht einfach dieses Duell gewinnen lassen. Und so packte Julian mit dem rechten Arm seines Kampfanzugs schnell den Kopf des Exoskelets von Kurzmann und quetschte diesen so fest er konnte, während er so viel Zug darauf ausübte wie die Mechanik einer eigenen Maschine es zulassen sollte. Aber Julian musste leider zugeben, dass der Kopf dieser Maschine unglaublich stabil gebaut sein sollte. Wahrscheinlich hatte der Erfinder, Julian vermutete es war Palmer, gewusst dass man diesen als Schwachstelle wahrnehmen würde und ihn besonders stabil gebaut und auch am Gesamtkonstrukt angebaut. Verzweifelt versuchte Julian mehr Kraft aufzubringen, aber leider hatte die mechanische Konstruktion des Kampfanzugs in diesen Dingen ebenfalls eine Grenze, auch wenn er vollständig aus Alien-Technologie bestand. Ein weiterer Schlag von Kurzmann gegen die Frontal-Panzerung und mittlerweile war sie lediglich noch ein paar Zentimeter von Julian entfernt. Das hier würde er nicht akzeptieren. Er war zwar bereits viele Tode gestorben, aber diesen würde er nicht einfach akzeptieren. Und so rammte er nun den Fuß seines Exoskelets gegen den Torso von dem von Kurzmann und nutzte dessen zusätzliche Kraft um tatsächlich in einer ruckartigen Bewegung den Kopf von Kurzmanns Exoskelet auszureißen. Ein lautes metallisches Krachen bildete sich und kleine Metallsplitter spritzten unkontrolliert in alle Richtungen. Im Anschluss taumelte die Maschine von Kurzmann einige Schritte zurück. Offensichtlich hatte Julian gerade das Wahrnehmungszentrum der Maschine entfernt und Kurzmann hatte keine Orientierung mehr. Als Kurzmann mit beiden roten Energie-Kanonen in zwei zufällig wirkende Richtungen feuerte in denen sich Julian definitiv nicht befand, erschien es diesem sogar schon wie eine panische Reaktion. Er durfte jetzt nicht einfach nach lassen und so setzte er zwei weitere Faustschläge gegen den Torso-Panzer von Kurzmann nach der sich auf ähnliche Weise einbeulte wie sein eigener und fügte dann einen Fußtritt hinzu der den Oberst des Militärs sogar nach hinten schleuderte, wo er auf dem Rücken aufkommen sollte. Schnell griff Julian nun nach dem Großschwert, dass eigentlich Kurzmann gehörte und stürmte mit diesem auf den Oberst zu. Dieser schien immer noch orientierungslos auf dem Rücken zu liegen und könnte daher den finalen Schlag nicht einmal kommen sehen. Nur noch ein Schlag von oben nach unten und die Sache wäre erledigt.

Huh? Was war denn nun passiert? Vor einer Sekunde hatte Julian noch völlig die Oberhand über dieses Gefecht. Und plötzlich war das Schwert einfach aus seiner Hand verschwunden, so dass der Schlag lediglich mit der bloßen Faust in der Luft ausgeführt worden war. Aber noch schlimmer war dass Oberst Kurzmanns Exoskelet gerade wieder vollständig wieder hergestellt worden war. Der Kopf war wieder da und höchst wahrscheinlich auch die Orientierung von Kurzmann. Während Julian noch versuchte seine Verwirrung darüber was gerade geschehen war zu verarbeiten hatte Kurzmann sich jedoch wieder aufgerichtet und stürmte erneut auf Julian zu. Ein weiterer Schlag gegen den Front-Panzer und Julian konnte das kalte Metall bereits an sich fühlen. Zu seinem Glück erinnerte er sich gerade an eine weitere Waffe über die sein Exoskelet verfügte. Noch während Kurzmann zum nächsten Schlag ausholte öffneten sich im seitlichen Torso-Bereich von Julians Kampfanzug zwei weitere Waffenschächte die sich beim Abfeuern als die Schall-Kanonen heraus stellten, die er bereits in Aktion gesehen hatte als fünf dieser Exoskelete ihn aus Kurzmanns und Palmers Gewalt geholt hatten. Aus dieser Nähe war es auch selbst für Kurzmann unmöglich dem Angriff noch auszuweichen. Ein mächtiges, tiefes, dumpfes Geräusch bildete sich als die Waffe abgefeuert wurde, aber nicht den geringsten Schaden an dem Militär-Exoskelet selbst hinterließ. Stattdessen schoss eine Blutfontäne aus dem Frontalbereich und Julian hätte schwören können Kurzmanns Schmerzensschreie durch die beiden gewaltigen Metallgebilde hindurch gehört zu haben, als er offensichtlich einfach zerplatzt war. Bevor jedoch das Exoskelet nach vorne umkippen konnte, begann sich das Blut genauso schnell wie es heraus gespritzt war wieder in das Exoskelet zurück zu ziehen, welches schnell einen ausgleichenden Schritt nach vorne trat und nun waren sowohl Kampfanzug als auch Pilot wieder im gleichen Zustand wie zuvor. Verdammt, wie hatte Julian das Zeit-Arm-Band entfallen können, dass er nun mehrfach bei Palmer in Aktion erlebt hatte? Es war doch völlig klar gewesen, dass Kurzmann ebenfalls ein solches Exemplar tragen würde. Was Julian nicht hätte vorher sehen können, war dass es auch auf Exoskelete und möglicherweise auf Fahrzeuge die der Träger bemannte angewandt werden konnte, aber das spielte für sein Versäumnis nur eine begrenzte Rolle.
„Das war ein mieser billiger Trick…“, kommentierte Julian die Situation und Kurzmann konnte sich offensichtlich ein lautstarkes Lachen nicht verkneifen.
„Vielleicht… Aber im Krieg sind alle billigen Tricks erlaubt. Wer am Ende gewinnt, der lebt und der andere stirbt“, kommentierte er dann plötzlich ernst und völlig nüchtern und Julian konnte der Logik in seinen Worten nichts entgegen setzen, deshalb regten sie ihn wahrscheinlich gerade auch so sehr auf. Deshalb oder weil das alles erneut bedeutete dass er versagt hatte. „Hier Oberst Kurzmann. Angriff beginnen“, konnte Julian den Hochrangigen Militär-Offizier dann durch dessen Kommunikationsgerät sprechen hören und schon im nächsten Moment fegten mehrere Militär-Jets an dem Raumschiff über den beiden vorbei und nahmen dieses mit Bordkanonen und Raketen unter Feuer. Mehrere Explosionen überzogen es und rissen ganze Stücker aus der Konstruktion heraus.
„Du hattest niemals vor das Schiff und meine Leute darin zu verschonen…“, stellte Julian dann fest und er konnte fühlen wie er innerlich zusammen brach wenn er an sein eigenes Versagen und seine Dummheit dabei dachte.
„Richtig kleine Schneeflocke. Und jetzt bist du dran… Und wenn ich erst Palmer wieder zurück habe werde ich endlich im Stande sein die stärkste Militärmacht der Welt zu stellen. Niemand wird noch verhindern können, dass unser Land wieder zu der Größe findet, die es einst hatte“, begann Kurzmann dann zu sprechen und richtete sein Großschwert wieder auf Julian aus.
„Ach so… Heil Hitler oder wie jetzt?“, kommentierte Julian lediglich sarkastisch.
„Besser als das. Dieser Loser hat kurz vor dem Ende versagt. Ich werde das nicht. Und du wirst mir dabei auch nicht im Wege stehen“, antwortete Kurzmann.
„Oh doch das werde ich. Genau jetzt und genau hier“, kommentierte Julian und fuhr noch ein letztes Mal die Armklinge seines rechten Arms aus, bevor sie beide wütend schreiend aufeinander zustürmten und den letzten Schlag ausführten. Beide durchschlugen den Torso des jeweils anderen Exoskelets. Aus beiden Maschinen wurden gewaltige Stücke und kleinere Verbindungsteile gerissen. Blut spritzte aus dem inneren beider Maschinen. Dann wurde für Julian alles Schwarz. Er wusste nicht ob er tot war, er wusste auch nicht ob er Kurzmann noch erwischt hatte. Alles was er wusste, war dass alles schwarz wurde und es keine Option für Julian geben sollte noch irgendetwas zu unternehmen.
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So, da ist er. Der neue Teil von Lost in Time. Auf der einen Seite mag ich ihn, weil ich es geschafft hab einen Mecha VS Mecha-Fight in die Geschichte rein zu schmuggeln :mrgreen: , auf der anderen Seite ist genau das auch irgendwie das Problem das ich damit hab. Immerhin ist der Teil eigentlich nur Setup und Ausführung des Duells zwischen Julian und Kurzmann. Ich hoffe trotzdem jemand hat die Action-Szene ganz gerne gelesen und ich hoffe dass durchaus raus kam dass Julian das Duell eigentlich gewonnen hat und Kurzmann lediglich den Trick mit dem Zeitarmband hatte um die Situation für sich zu entscheiden. Es war eigentlich noch einiges mehr für das Kapitel geplant, aber da das eh schon ein ziemlich langes Ding geworden ist, fiel das leider entweder der Kürzungsscheere zum Opfer oder wurde ins nächste Kapitel verschoben. Daher seid gespannt auf das nächste Kapitel, welches den Titel "Die größte aller Bedrohungen" tragen wird. Sollte eigentlich schon Spoiler genug sein und wenn nicht, dann seid gespannt was am Ende darin steht. :mrgreen:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 20 – Die größte aller Bedrohungen:

Was war gerade geschehen? Wo war er? Wer war er? Wie war er? Und vor allem: Warum war er eigentlich? Wie konnte er überhaupt sein? War er überhaupt? Er brauchte eine ganze Weile um sich zu orientieren. Wieso bestand dieser Raum aus so unglaublich vielen Farben? Gerade als er sich darüber beschweren wollte dass diese vielen Farben seinen Augen weh taten sollte er feststellen, dass er über gar keine Augen verfügte die weh tun konnten. Richtig… Sein Name war Julian und er war in einer Zeitschleife gefangen worden während er ein Metal Festival besucht hatte. Das klärte die wichtigste Frage von allen. Aber nicht die übrigen. Wieso musste dieser Raum aus so vielen Farben bestehen? Das machte jede Orientierung fast unmöglich. Dazu schien der Raum noch zu flimmern, was es lediglich noch schwieriger machte. Richtig… Er war gar nicht wirklich hier. Und aus irgendeinem Grund war er es doch. Zu viel für Julians Gehirn und er entschied sich diesen Gedanken schnell wieder zu verdrängen. Schnell begann er sich irgendwie, er wusste nicht wirklich wie, durch reinste Willenskraft durch diesen Raum zu bewegen. Er hatte ein Ziel ausgemacht. Eine Art Fleck in dem bunten Raum. Etwas das in diesem extremen Chaos hervorstach. Und so begann er sich auf dieses etwas zu zubewegen. Je näher er kommen sollte umso mehr sollte ihn überraschen wie gigantisch dieses Etwas tatsächlich sein sollte. Es hatte problemlos die Größe eines kompletten Planeten. Möglicherweise war es sogar wesentlich größer als die Erde, das konnte Julian ohne einen direkten Vergleich nicht so genau abschätzen. Und es bestand lediglich aus unzähligen Tentakeln. Einige kürzer, einige Länger. Insgesamt wirkte das Gebilde wie ein gewaltiger dreidimensionaler Stern der aus Tentakeln bestand. Je weiter man jedoch in die Mitte kommen sollte, umso mehr begann das Gebilde wie ein Ball aus Tentakeln zu wirken. Julian war diesem Etwas nun bereits sehr nahe. Er konnte die einzelnen Arme erkennen. Die dicken, gepanzerten Schuppen die sie schützten. Und sogar den zusätzlichen Panzer, der das Zentrum dieses Gebildes schützte. Julian kam nicht umhin zu glauben, dass es sich um ein Wesen handeln musste. Ein riesiges, gewaltiges, planetengroßes Lebewesen. Er konnte nicht leugnen, dass es ihn verängstigte alleine durch seine Existenz. Zum Glück hatte es Julian noch nicht bemerkt und wenn es stimmte dass er gar nicht wirklich hier war, dann würde es das auch nie. Schnell begann Julian sich das Wesen weiter anzusehen. Es war fast wie ein Verkehrsunfall. Man wollte nicht hin sehen, aber man konnte auch nicht weg sehen. So einem Viech wollte er definitiv niemals im echten Leben begegnen. Was war jedoch überhaupt das echte Leben? Und wo war er überhaupt? Was war das hier überhaupt? Julian hatte nicht bemerkt wie er über einen Bereich im Zentrum des Wesens schwebte der über recht wenige Tentakel verfügte. Stattdessen wirkte dieser Bereich wie eine Öffnung im Wesen. Plötzlich klappte die vermeidliche Öffnung nach oben und offenbarte dass es sich in Wahrheit um ein einziges, riesiges Auge gehandelt hatte. Wie Feuer wirkte es in seiner Farbgebung und wie die reinste materialisierte Gefahr. Als würde dies nicht genügen um Julian vollständig zu verängstigen schien es sich auch noch genau auf ihn zu fokussieren. Wie war das überhaupt möglich? Julian war doch überhaupt nicht wirklich hier. Wie konnte dieses Auge ihn dann sehen? Wie konnte dieses Wesen ihn wahr nehmen? Ein gewaltiger Schock durchzog sein Dasein und Julian verstand nicht einmal wie dies möglich sein konnte. Er wollte laut schreien, stellte aber dann fest, dass er über keine Stimme verfügte. Wahrscheinlich nicht einmal über einen Körper. Ein weiterer Schock und das gewaltige Wesen begann ihn noch intensiver anzustarren als zuvor schon. Plötzlich folgte ein richtiger Schlag der sich durch sein Dasein zog und dann wurde alles weiß, bevor es wieder schwarz wurde. Was zur Hölle war gerade geschehen? Was hatte Julian da gerade zu sehen bekommen? Und die wichtigste aller Fragen: Wieso hatte er das hier gerade zu sehen bekommen? Wieso konnte er überhaupt irgendetwas sehen? Sollte er nicht eigentlich tot sein?

Julian konnte nicht vermeiden, dass er bei seinem Erwachen im Transporter auf dem Festival laut aufschrie. Was zur Hölle war das gerade gewesen? Welches Wesen war so groß wie ein Planet? Und wieso hatte es so viele Tentakel? Hatte es etwa etwas mit den anderen Tentakel-Monstern zu tun die das Festival und die ganze Welt angriffen? Julian kam der schreckliche Verdacht, dass es nicht nur Teil dieser „Plage“ war wie die Aliens das nannten, er vermutete sogar dass es sich um diesen sogenannten Sigma handelte, den die Aliens so sehr fürchteten. Nun konnte Julian verstehen weshalb. Wenn dieses Mistviech die Realität betreten würde hätte die Erde nicht die geringste Chance. Das Vieh würde den gesamten Planeten einfach verschlingen, so viel sollte für Julian direkt fest stehen. Um das zu erkennen musste man sich das Vieh nur ansehen. Aber zum Glück war es noch nicht in dieser Realität, zumindest wirkte es nicht so auf Julian. Plötzlich hämmerte jemand unsanft an die Seitentür seines Fahrzeugs. Das Militär wie in früheren Zyklen auch schon.
„AUFMACHEN!!! SOFORT!!!“, schrie wie die Male zuvor auch schon die autoritäre Stimme des Soldaten und Julian konnte hören, dass jemand versuchte die Tür zu öffnen. Nur Julian war dieses Mal schneller gewesen und hatte das Vehikel mit Hilfe des Fernbedienungs-Schlüssels abgesperrt bevor der Soldat die Tür hatte öffnen können. Wütend hämmerte er mehrmals mit der Faust dagegen. „SOFORT AUFMACHEN!!!“, schrie er erneut und hämmerte weiter dagegen, während Julian die nächste Phase seines Plans vorbereitete. Dies war der Teil der am schwierigsten ausfallen sollte, denn nun versuchte er seinen Fabrikator zu benutzen um aus Boden und Fahrgestell des Transporters ein Exoskelet der Aliens zu erschaffen und das am besten direkt um sich herum. Es erforderte eine gewaltige Konzentration, die er nur schwer aufbringen konnte, während das Militär draußen an sein Vehikel hämmerte. „AUFMACHEN!!! ODER WIR WENDEN GEWALT AN!!!“, schrie einer der Soldaten erneut in einem extrem autoritären Tonfall.
„Leck mich, du Wichser!“, antwortete Julian mittlerweile wutentbrannt, da sein Plan ohnehin bereits abgeschlossen sein sollte und ihn nun nicht weiter interessierte was mit dem Vehikel geschehen würde. Im Anschluss begann er das Exoskelet zu aktivieren, ertrug dieses Mal die Schmerzen die von den Steuerungsmodulen beim Anlegen hinterlassen wurden und richtete dann den Kampfanzug ruckartig auf, wobei er durch die metallischen Wände und Decke des Vehikels stieß, diese zerriss und in mittelgroßen Stücken nach allen Seiten schleuderte. Einige davon verfehlten die überrascht nach hinten umfallenden Soldaten nur sehr knapp.
„Verdammt! Wo kommt das Ding denn jetzt her?“, rief einer der schockierten Soldaten aus.
„Spielt keine Rolle! FEUER!!!!“, schrie ein anderer und wie er es angesagt hatte begannen die fünf Soldaten das Feuer mit ihren Sturmgewehren auf Julians Exoskelet zu eröffnen. Der interessierte sich reichlich wenig dafür, da die Kugeln einfach an dem gewaltigen Panzer des Kampfanzugs abprallten. Im Anschluss schlug er einmal mit der flachen Hand nach dem Soldaten der sich am nächsten bei ihm befand und traf ihn so fest, dass der Druck des Treffers ihn zermatschte und die blutigen Überreste in der halben Umgebung verteilte. Im Anschluss packte er einen weiteren Soldaten, zerquetschte ihn unter lautstarkem Krachen von brechenden Knochen zwischen den Fingern seiner Maschine und schleuderte ihn anschließend mehrere Meter in eine zufällige Richtung. Die übrigen drei Soldaten wollten sich gerade zurück ziehen als Julian einem von ihnen noch einen Fußtritt verpasste der ihn mit voller Wucht gegen ein anderes Fahrzeug schleuderte, wo er das Fahrzeug zerstörte, aber auch selbst völlig daran zermatschte. Die letzten beiden Soldaten schafften es Abstand zu Julian zu gewinnen, der beide Plasma-Kanonen abfeuerte und dabei zusah wie jedes der beiden Projektile einen der beiden Soldaten zerplatzen ließ und sie in unappetitlichen Stücken in der Umgebung verteilte. Ab jetzt musste er sich beeilen. Die erste Gefahr war überstanden, aber das Militär würde ihn hiernach noch stärker jagen als zuvor. Und so begann er sich schnell in die Richtung zu bewegen wo ihm das Ende des Festival-Geländes am nächsten erschien, ungeachtet dessen was er eventuell durch die Größe seines Kampfanzugs alles dabei beschädigte.

Es hatte nicht sehr lange gedauert bis er die Absperrung erreicht hatte, die er mit einem gezielten Faustschlag seines Kampfanzugs beseitigte und weiter voran stürmte, mitten in den anschließenden Wald hinein. Bisher noch keine Spur vom Militär. Sie waren nicht schnell genug gewesen, nachdem Julian diese fünf Soldaten beseitigt hatte. Zumindest hoffte er das, denn in der derzeitigen Situation ließ sich das alles gar nicht so genau sagen. Fakt war jedoch auch, dass er durch die Hecktriebwerke seines Exoskelets in ziemlich schnellem Tempo voran kommen sollte. Höchstwahrscheinlich wäre er der erste am Treffpunkt, der wie üblich die Unterkünfte von Kim und Sandra sein sollte. Und genau darin lag auch das Problem. Er durfte dort für den Moment nicht hin. Das Militär verfolgte ihn, er würde sie direkt zu den beiden führen und ihnen Christina gleich mit liefern. Nein, er würde sich so lange es seine Fähigkeiten zuließen im Wald verstecken und auf den nächsten Zug des Militärs, auf den nächsten Zug von Oberst Kurzmann warten. Ob wohl Leutnant Palmer tatsächlich durch das letzte Zurücksetzen des Zyklus wieder am Leben war? Höchstwahrscheinlich, dachte Julian sich. Immerhin hatte er ihn nur im vorigen Zyklus getötet, nicht ihn vollständig aus der Zeit gelöscht. Der Gedanke missfiel Julian so sehr, dass er sich am liebsten übergeben hätte. Aber es gab ihm auch eine Chance dieser Ratte noch einmal das gleiche anzutun. Plötzlich piepste eine Anzeige und die holographische Karte in Julians Sichtfeld begann ein unbekanntes biologisches Lebenszeichen anzuzeigen. Es war ihm klar gewesen, dass das Militär ihn irgendwann finden würde, aber es irritierte ihn sehr, dass es sich lediglich um ein einzelnes biologisches Lebenszeichen handelte. Noch dazu bewegte es sich sehr gezielt auf ihn zu, als wüsste es genau wo er war und das konnte das Militär unmöglich wissen, selbst mit Palmers Technologie. Und ein Wesen der Plage wäre als ein solches markiert worden und ganz bestimmt nicht alleine unterwegs. Wer oder was kam da gerade auf Julian zu? Erleichtert atmete er auf als er feststellte dass es sich lediglich um Christina handelte, die ihn mit Hilfe ihres Arm-Panzers, den auch sie von den Aliens hatte, gefunden hatte.
„Julian? Bist du das?“, fragte sie direkt etwas verwirrt, wahrscheinlich wegen Julians Exoskelet.
„Ähm… Ja…“, antwortete Julian etwas unsicher wie er jetzt darauf reagieren sollte. „Was tust du hier?“, fragte er dann jedoch schnell und besorgt, als ihm klar wurde welche Gefahr beiden immer noch drohte.
„Mir wurde schnell klar, dass du nicht zum Treffpunkt kommen könntest, also bin ich hier her gekommen“, antwortete Christina.
„Was ist mit Kim und Sandra?“, fragte Julian sie weiter.
„Wissen bescheid und kümmern sich gerade um ein sicheres Versteck für uns alle“, antwortete Christina schnell.
„Ein sicheres Versteck?“, fragte nun Julian verwirrt. „Was ist mit dem Kontakt zu den Aliens?“, fragte er dann weiter.
„Das ist genau weshalb ich dich hier abgefangen hab. Ich muss da mit dir über was reden. Im letzten Zyklus da hab ich mich auf dem Schiff umgesehen und plötzlich war da so ein Raum mit solchen Glasröhren und in den Röhren waren diese Horror-Viecher drin die sie „die Plage“ nennen“, begann Christina schnell zu erzählen und wirkte unglaublich aufgeregt dabei. „Das ist noch nicht alles. Eines der Aliens hat mich da drinnen erwischt und mich im letzten Zyklus umgebracht!“, fügte sie dann noch hinzu. Wahrscheinlich waren Kim und Sandra ebenfalls im letzten Zyklus dort gestorben, so dass er seinen eigenen Tod gleich viel weniger als Versagen wahrnehmen sollte wie noch davor. Er hatte selbst nicht gedacht, dass ihn das in einer solchen Art und Weise erleichtern würde, aber Julian hatte einen kurzen Moment Probleme damit sich die Tränen zurück zu halten. „Verstehst du, Julian?“, riss Christina ihn ins Gespräch zurück. „Die Aliens haben irgendwas mit diesen Viechern aus der anderen Dimension zu tun“, sprach sie dann weiter.
„Es würde mich sogar nicht wundern, wenn sie die Plage überhaupt erst erschaffen hätten“, antwortete Julian ihr dann gelassen und überraschte sie scheinbar sehr mit seiner Aussage. Anscheinend hatte sie damit gerechnet, dass sie noch etwas mehr Überzeugungsarbeit leisten müsste. „Ich hatte doch gesagt, dass ich ihnen nicht vertraue“, fügte er dann noch hinzu.
„Und Julian… Da ist noch etwas… Ich…“, begann sie dann zu sprechen und kam dem Exoskelet näher, wobei sie unglaublich verängstigt wirkte. Scheinbar suchte sie gerade seine Nähe, welche Julian gerade leider nicht wirklich anbieten konnte. „Ich glaube ich hab das Sigma gesehen“, sagte sie dann unsicher und immer noch verängstigt.
„Das hab ich auch. Zwischen den zwei Zyklen. Mach dir keine Sorgen. Es wird nie so weit kommen dass es hier erscheint“, antwortete Julian und versuchte dabei möglichst einfühlsam zu klingen.
„Aber deshalb musst du sobald zum Versteck kommen wie es möglich ist. Wir sitzen diese Apokalypse irgendwo zusammen aus und fangen dann nochmal neu an“, warf Christina dann ein. Julian konnte nicht leugnen dass er diese Gelegenheit gerade wirklich gerne wahrnehmen würde. Mit gleich drei Traumfrauen eine Apokalypse aussitzen klang doch so schlecht wirklich nicht. Aber da war noch etwas anderes was ihn davon abhalten sollte.
„Das kann ich nicht tun. Ich hab dir versprochen deinen Freund und das gesamte Festival zu retten, erinnerst du dich?“, sagte Julian dann und hoffte dass er das nicht irgendwann einmal bereuen würde.
„Ich wollte mit Jake sowieso schon länger Schluss machen, weil er sich einfach nicht benehmen kann“, antwortete Christina und auch wenn Julian sich ziemlich sicher war, dass es sich nicht um eine Lüge handelte, er bemerkte auch dass diese Aussage vor allem aus Angst getätigt worden war, aus Angst vor diesem Sigma.
„Und dennoch werde ich ihn und das Festival retten“, antwortete Julian um ihr keinen anderen Ausweg zu lassen. Christina atmete einmal tief durch und entfernte sich dann wieder ein Stück von ihm und seinem gewaltigen Kampfanzug.
„In Ordnung… Wie genau sieht dein Plan aus?“, fragte sie dann.
„Du wirst mit den beiden in das Versteck gehen. Immer wieder, in jedem Zyklus den ich vielleicht noch auslösen werde. Und ich werde gleich zurück zum Festival gehen und als aller erstes Jake retten. Vielleicht kann ich die beiden nicht retten, aber ich habe gesehen, dass du es kannst. Und vielleicht gilt das selbe auch für Jake“, erklärte Julian und Christina nickte den Plan schnell ab. „Und wegen dem Festival, naja, da fällt mir schon was ein, wie ich die Evakuierung erzwingen kann“, kommentierte er dann weiter und Christina lächelte kurz hoffnungsvoll.
„In Ordnung. Ich vertraue dir Jake und das Festival an und du mir Sandra und Kim“, kommentierte sie dann und wandte sich in die Gegenrichtung. Als sie jedoch losgehen wollte entschied sie sich, sich doch noch einmal umzudrehen. „Julian… Wenn du alles erledigt hast… Komm unbedingt zum Versteck. Ich würde wirklich nur ungern einen so guten Kerl wie dich verlieren“, sagte dann noch, bevor sie tatsächlich in den Tiefen des Waldes verschwand und Julian nicht einmal die Chance für eine Antwort ließ.

Auch Julian hatte sich wieder auf den Weg gemacht und kämpfte sich weiter durch den Wald vor. Immer noch kein Anzeichen des Militärs, was ihn in dem Glauben ließ, dass er es abgeschüttelt hatte. Nun müsste er sehr schnell einige Dinge auf einmal erledigen gehen. Das erste wäre den Kontakt mit den Aliens wieder herstellen, egal was Christina darüber dachte. Julian brauchte sie weiterhin als Verbündete wenn er irgendwie die Zeitschleife beenden wollte. Und dann müsste er zurück auf das Festival wo er es irgendwie schaffen müsste dass es abgebrochen und evakuiert wird. Wütend stellte Julian fest, dass die Zeit nicht für beides reichen würde, da er sich für ein Treffen mit den Aliens zu weit davon entfernen müsste um danach noch rechtzeitig vor dem Angriff der Plage dort einzutreffen. Selbst mit diesem Exoskelet oder den noch schnelleren Raumschiffen der Aliens war dies einfach nicht mehr möglich. Julian brauchte schnell eine andere Idee. Irgendetwas dass er auf dem Festival tun konnte um die Überlebenschancen zu verbessern. Er hatte bereits die Richtung gewechselt und war unterwegs dorthin. Aber ohne wenigstens den Ansatz eines Plans war das ganze Unterfangen nicht sehr sinnvoll. Wahrscheinlich würde er improvisieren müssen wenn er dort ankam, denn er wusste auch nicht wie viel Militär mittlerweile dort anwesend wäre. Es war nicht mehr sehr weit. Julian konnte es bereits auf die Entfernung sehen und entschied sich die Richtung zu wechseln und stattdessen auf einem nahen Berg erst einmal für einen Überblick über die Situation zu sorgen. Und was er dort sehen musste übertraf seine schlimmsten Befürchtungen. Scheinbar hatte Kurzmann das Festival kurzerhand zu einer zweiten Militärbasis ausbauen lassen. Julian konnte zwei Panzer erkennen, vier Gelände-Wagen und eine ganze Menge Soldaten, die das Festival-Gelände überwachten. Was er allerdings bisher nicht sah waren Hinweise auf Palmers Technologie, wie etwa die Exoskelete oder Zeit-Armbänder an den Armen der Soldaten. Das würde auch bedeuten, dass Julian es im Ernstfall auch mit ihnen aufnehmen könnte, zumindest so lange er dieses Exoskelet nutzen würde. Aber es gab noch ein weiteres Problem. Er wusste nicht wo Jake sich im Moment befand, aber Julian vermutete in seinem Camp, genauso wie er vermutete dass gerade keine Musik auf dem Festival gespielt werden würde, während das Militär es gerade als Basis verwendete. Das war sein einziger Anhaltspunkt und deshalb begann er sich ab jetzt langsam in Richtung des Festivalgeländes zu bewegen. Er durfte trotz seines gewaltigen Exoskelets nicht gesehen werden. Immer wieder nahm er sich dazu Deckung hinter Transportern wenn er eine Gruppe Soldaten auch nur in seiner Richtung vermutete und tatsächlich sollten die holographischen Anzeigen in seinem Kampfanzug auch äußerst hilfreich sein und Soldaten anzeigen, lange bevor sie ihm gefährlich werden konnten. Und so sollte er tatsächlich das Camp erreichen, das Christina ihm damals gezeigt hatte und in dem er zum ersten Mal auf Jake getroffen war. Wie Julian vermutet hatte, befand er sich dort, zusammen mit einer Gruppe aus zwei weiteren Männern und einer weiteren Frau. Nun kam der schwierigste Teil und der würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit scheitern. Er musste Jake und die anderen irgendwie davon überzeugen mit ihm zu kommen ohne sie dabei gegen sich aufzubringen, so dass sie das Militär auf ihn hetzen würden. Und Julian musste eines zugeben… Dieser Kampfanzug war bei dieser Aufgabe tatsächlich ziemlich hinderlich. Aber er konnte ihn leider nicht einfach abnehmen und verlassen. Dazu verursachte das Herstellen des Links einfach zu große Schmerzen.

Nur langsam wagte Julian sich aus seinem Versteck zu Jake und dessen Gruppe. Er wusste noch nicht im geringsten was er sagen sollte, noch wie er das Exoskelet erklären würde. Aber er müsste es zumindest versuchen.
„Hey, Leute“, sprach er die Gruppe aus fünf Personen an.
„FUCK!“, rief einer von ihnen direkt aus und sprang aus seinem Stuhl auf.
„Scheiße! Was ist das denn für´n Dingsda?“, fügte ein weiterer hinzu, der lieber sitzen blieb, wahrscheinlich weil er ohnehin zu langsam reagiert hatte.
„Alles ist cool. Ich bin ein Mensch wie ihr“, versuchte Julian die Gruppe mit ruhiger Stimme zu beschwichtigen. „Was ihr hier seht ist ein Exoskelet und ich versuche es zu benutzen um euch eventuell gleich den Arsch zu retten“, sprach er dann weiter.
„Den Arsch retten? Vor was denn?“, fragte nun Jake äußerst irritiert.
„Und wieso überhaupt… Die Armee ist hier. Die werden uns schon beschützen“, fügte die Frau der Gruppe noch schnell hinzu.
„Vor dem was kommt werden sie euch nicht beschützen können“, kommentierte Julian.
„Was sollte denn so schlimmes kommen, dass uns die Armee nicht beschützen kann?“, fragte die Frau weiter nach.
„Tentakel-Monster… Und Kaijus“, antwortete Julian nun extremst kleinlaut und er bemerkte wie er langsam immer mehr in sich zusammen brach. „Und später auch noch Aliens…“, fügte er dann fast piepsend leise noch hinzu. Das musste sich alles so absurd und unmöglich für diese Gruppe anhören. Das Exoskelet war zwar real, aber das konnten diese fünf dort nicht wissen. Vielleicht hielten sie es einfach nur für ein gut gemachtes Kostüm.
„Und davor willst du uns mit diesem Teil hier beschützen? Du? Ganz alleine?“, fragte nun Jake etwas irritiert nach und Julian nickte zustimmend mit dem Kopf seiner Maschine.
„Ich hab da ne bessere Idee. Wir übergeben den da an die Armee. Die werden schon wissen was sie mit ihm anstellen sollen“, warf nun die Frau ein.
„Nein“, antwortete Jake schnell.
„Aber Jake, guck dir den da doch mal an mit seiner Kostümierung. Der hat sie doch nicht mehr alle beieinander“, meldete die Frau sich nochmal zu Wort.
„Ich hab Nein gesagt. Denn ich weiß nicht warum, aber ich glaube ihm“, wies Jake sie noch einmal zurecht. „Wann sollen diese Monster auftauchen?“, fragte Jake weiter nach.
„In einer Stunde kommen die Tentakel-Monster. Die Kaijus dann noch eine Stunde später. Und in noch einer weiteren Stunde sollten Aliens hier eintreffen, die einen kleinen Krieg mit diesen Monstern anfangen. Aber wir haben ein sicheres Versteck und würden euch alle dorthin mitnehmen“, erklärte Julian die Situation.
„Junge, du spinnst doch mal so richtig… Verschwinde, bevor ich doch noch die Armee rufe“, warf nun einer der anderen Männer der Gruppe ein.
„Wo ist dieses Versteck?“, fragte Jake weiter und ignorierte absichtlich den anderen.
„Das weiß ich nicht genau. Werde ich bald erfahren hoffe ich. Ich hab da ein ganz brauchbares Informationsnetzwerk, wenn du so willst“, erklärte Julian sich weiter.
„In Ordnung, das reicht mir. Ich komme mit“, antwortete Jake und nahm sich schnell einen Rucksack vom Boden der wahrscheinlich ihm gehörte.
„Dein ernst jetzt, Jake?“, fragte einer der anderen Männer.
„Jop. Ihr könnt ja hier bleiben, wenn ihr wollt, aber ich gehe lieber mit ihm“, antwortete dieser.
„Wir müssen und beeilen. Die Zeit wird knapp“, warf nun Julian ein und Jake folgte ihm direkt.

Das Festival-Gelände zu verlassen stellte sich als einfacher heraus als es zu betreten und Jake trotz der Tatsache, dass er körperlich mit einem Exoskelet mithalten musste, nicht als allzugroße Belastung. So sollten die beiden schnell den Wald erreichen in dem Julian zuvor schon Christina getroffen hatte.
„So, jetzt sind wir weit genug von allem dem weg und jetzt nochmal von vorne. Wer bist du eigentlich?“, meldete sich nun Jake nochmal zu Wort, der Julian mit einer Pistole bedrohte und sie auf seinen Rücken ausgerichtet hatte, wo auch immer er die her hatte und wie auch immer er sie auf das Festival-Gelände geschmuggelt hatte. Vielleicht hatte er sie aber auch einem der Soldaten unbemerkt entwendet. Julian wusste es nicht und es war ihm im Wesentlichen auch völlig egal.
„Ich hoffe dir ist bewusst, dass deine Erbsenwaffe da nicht das geringste gegen mein Exoskelet ausrichten wird“, kommentierte Julian lediglich ruhig.
„Ist mir sowas von egal… Ich muss es wenigstens versuchen“, antwortete Jake aufgebracht. „Nicht umdrehen!“, rief er dann aus als Julian ursprünglich genau das tun wollte.
„Wenn ich dir etwas antun wollte, hätte ich das schon längst“, antwortete Julian dann darauf. „Hör mal. Mach´s mir bitte nicht unnötig schwer. Lass uns einfach in dieses Versteck gehen sobald ich die Koordinaten bekommen hab. Christina wird auch schon dort sein“, begann er dann weiter zu sprechen.
„Christina? Was hast du mit meiner Freundin zu tun?“, fragte Jake stattdessen vollkommen irritiert und Julian hörte die Eifersucht direkt in seiner Stimme. Verdammt… Genau das war offensichtlich das Öl gewesen, dass Julian eigentlich nicht hatte ins Feuer gießen wollen.
„Wir stecken beide in einer Zeitschleife fest und versuchen dich und meine beiden besten Freundinnen zu retten seit dem wir wissen was passieren wird“, antwortete Julian wahrheitsgemäß.
„Du meinst diese Tentakel-Monster und die Kaijus? Oder doch eher die Aliens?“, fragte Jake mit völlig sarkastischem Unterton dennoch genauer nach.
„Richtig. Ich könnte dir zumindest beweisen, dass das Exoskelet hier echt ist, aber wenn ich eine Waffe abfeuere ohne jeden Grund werden unsere Feinde auf uns aufmerksam“, erklärte Julian sich weiter und erkannte zunehmendes Misstrauen in Jakes Gesicht.
„Richtig…“, sprach der lediglich irritiert aus und zog es so sehr in die Länge wie er konnte, was mehr als alles andere ausdrückte dass er Julian nicht glaubte.
„Jake… Steck die Waffe weg und komm einfach mit…“, konnte Julian dann Christinas Stimme sagen hören. Anscheinend hatte sie sich den beiden von hinten bis unbemerkt genährt und war nun an Jake heran getreten.
„Aber… Was zum…? Was machst du hier? Und was zum Geier hast du mit dem Freak da zu tun?“, warf der jedoch nun nur noch irritierter ein.
„Alles was er gesagt hat, Jake, und noch viel mehr und jetzt komm schon“, sagte Christina und versuchte Jake am Arm zu packen. Der zog ihn jedoch schnell weg.
„Moment mal… Was heißt hier „und noch viel mehr“? Läuft da was zwischen euch beiden?“, warf er dann wütend und irritiert gleichzeitig ein, als sich plötzlich Alarmsignale in Julians Exoskelet und scheinbar auch an Christinas rechtem Arm-Panzer meldeten.
„Nein, Jake… Da ist nichts gelaufen und jetzt bitte komm mit… Uns läuft die Zeit weg…“, erklärte Christina sich schnell.
„Ich fürchte sie hat recht, Jake… Die Monster sind schon auf dem Weg hier her“, fügte nun Julian noch hinzu und irritierte Jake nur noch weiter.
„Ihr beiden habt sie doch nicht mehr alle beieinander. Das ist die krasseste Geschichte die sich jemals eine meiner Freundinnen ausgedacht hat um…“, sagte Jake und versuchte sich offensichtlich durch einige Schritte zurück von beiden zu distanzieren, als Julian ihn unterbrach.
„Stopp! Nicht in diese Richtung! Von da werden sie kommen!“, rief er aus.
„Jake! Dreh dich um!“, rief Christina nun auch noch schockiert aus und Jake tat tatsächlich wozu ihn beide aufgefordert hatten, so dass er direkt in das Gesicht einer der Bestien der Plage sah und für einen Moment solche Angst fühlte, dass er nicht wusste wie er reagieren sollte und daher einfach erstarrte.
„RUNTER JAKE!“, schrie nun Julian und richtete seine Plasma-Kanonen aus. Tatsächlich tat Jake auch dieses Mal wie angewiesen und Julian fegte das Monster mit einem gezielten Schuss der Waffe einfach beiseite.
„FUCK!!!“, schrie ein völlig von Blut und Eingeweiden bedeckter Jake in einem Tonfall aus der sich gleichermaßen panisch ängstlich als auch wütend anhörte. „Was zum Teufel war das jetzt?“, fügte er dann noch hinzu.
„Das waren die Tentakel-Monster und wenn wir nicht gleich alle drei die Beine in die Hand nehmen, werden da so viele kommen, dass wir ihnen nicht mal mehr dann noch entkommen könnten“, erklärte Julian schnell und Jake ließ sich von seiner Freundin auf die Beine helfen. „OK, bring ihn zum Versteck. Ich folge euch und versuche euch zu beschützen so gut wie ich kann“, sagte dann Julian und Christina nickte einmal zustimmend mit dem Kopf bevor die den verwirrten Jake schnell hinter sich herzog, der nicht einmal die Zeit hatte noch etwas zu sagen.

Zunächst waren es nur wenige, dann wurden es immer mehr. Immer wieder feuerte Julian mit Plasma-Ladungen auf Tentakel-Monster die sich schnell von praktisch allen Seiten nährten und fegte sie in blutigen Vorgängen einfach beiseite, während er weiter Jake und Christina folgte und peinlichst genau darauf achten musste nicht einen von beiden aus Versehen zu treffen. Ein einziger Fehler bedeutete den Tod für einen der beiden. Und wenn Julian ein einiges der Monster verpasste ebenso. Und so feuerte er weiter mit Plasma-Ladungen nach hinten auf zwei weitere Monster, während er versuchte eine von rechts kommende Fünfer-Gruppe mit den Raketen zu erfassen. Gerade hatte er diese abgefeuerte stürzte sich mit einem gewaltigen Sprung eines der Monster von der anderen Seite her auf die beiden. Aber Julian reagierte schnell und packte es noch in der Luft am Hals um es dann mit voller Wucht in den Boden zu rammen. Ihm blieb keine Zeit sein blutiges Werk zu begutachten, denn es folgten bereits die nächsten beiden Monster, die Julian dieses Mal mit den Arm-Klingen mittig zerteilte. Es folgte ein Angriff einer größeren Gruppe direkt von vorne, aber Julian feuerte die Schallwellen-Kanonen auf diese ab und sah zu wie sie alle in einem blutigen Vorgang zerplatzten.
„Schnell weiter!“, wies er schnell die anderen beiden an, die sich kurz geduckt hatten um nicht von den Schallwellen mitgerissen zu werden. Schnell stürmten die drei weiter voran, während Julian weiter Tentakel-Monster beseitigte. „Wie weit ist es noch?“, fragte er dann schnell zwischen seinen Plasma-Schüssen.
„Nicht mehr weit. Noch über die nächsten beiden Hügel und da hat irgendjemand einen kleinen Bunker in die Erde gebaut. Da sind wir eine ganze Zeit lang sicher“, antwortete Christina, während Julian gerade eine weitere große Gruppe der Monster vernichtete, die von hinten angestürmt gekommen war, indem er seine Strahlen-Kanonen über sie schwenkte und sie alle mittig zerteilte. Es folgte ein Angriff mit den Raketen-Werfern auf eine Gruppe die von links kam.
„In Ordnung. Das schaffen wir auch noch“, kommentierte Julian und nahm sich einen ganz kurzen Moment der Aufmerksamkeit um nach Jake zu sehen, der offensichtlich mit allem völlig überfordert war und sich einfach von Christina hinterher ziehen ließ. Im Anschluss bemerkte Julian, dass ihm zwei der Tentakel-Monster dadurch entgangen waren, welche sich nun auf die beiden stürzen wollten. „NEIN!“, rief er laut aus während er sich schnell einmal mit ausgefahrenen Arm-Klingen um sich selbst drehte. Ein unglaublich riskantes Vorgehen, bei dem er genauso gut auch hätte einen der beiden Menschen die er beschützte enthaupten oder zerteilen können. Aber Julian hatte Glück und traf lediglich die beiden Monster die er treffen wollte, bevor er ein frontal anstürmendes Monster mit einem unglaublich schnellen Stichangriff zustach und die Klinge dann nach oben riss um es ebenfalls zu zerteilen. Es war nicht mehr weit. Nur noch wenige Meter. Julian wusste dass sie es schaffen konnten. Und sie hatten noch reichlich Zeit bis zu den ersten Angriffen der Kaiju-Monster. So lange er jetzt nicht versagte und ein Monster durch seine Verteidigung brechen ließ, gab es nichts was ansonsten noch schief gehen konnte. Plötzlich sollte ihn jedoch ein Schlag von der rechten Seite treffen, der offensichtlich mächtig genug war um ihn zusammen mit dem Exoskelet wegzuschleudern, wo er mit dem Rücken voran in einen Felsen krachte. Tatsächlich war gerade eines der größeren Monster in Exoskelet-Größe erschienen und hatte Julian diesen Schlag verpasst.
„Lauft weiter! Ich halte den hier auf!“, rief Julian aus und sah die beiden noch weiter rennen, während er mit Hilfe der Schubdüsen auf das besonders große Monster zustürmte und einen gewaltigen Faustschlag vorbereitete.

Ein gewaltiger Schock durchzog die gesamte Maschine als der Faustschlag von Julian traf. Er hatte jedoch lediglich den Arm des Monsters getroffen, den es hergenommen hatte um den Schlag abzufangen. Schnell setzte Julian zwei Schüsse aus beiden Plasma-Kanonen nach, die jedoch nicht den geringsten Effekt zeigten, und schlug dann zwei weitere Male mit den Fäusten zu. Beide Male fing das Monster sie ab und stieß Julian beim letzten Treffer mit aller Kraft laut schreiend nach hinten weg. Julian verstand es jedoch mittlerweile recht gut das Gleichgewicht in diesen Situationen zu halten, so dass er ebenfalls den folgenden Faustschlag des Monsters abfangen konnte und dabei in ein Kräftemessen mit ihm geriet, dass keine der beiden Seiten zu gewinnen schien. Auf einmal begannen einige der Tentakel des Monsters auf Julian zu zuschießen und versuchten die Arme seiner Maschine zu packen. Julian reagierte jedoch schnell und aktivierte beide Arm-Klingen mit denen er schnell durch die Tentakel schnitt und dann einen doppelten frontalen Stich mit diesen auf das Monster ausführte. Dieses war jedoch mit zwei Schritten nach hinten entkommen und fügte noch einen weiteren Schritt an um dem Angriff, bei dem Julian die beiden nach vorne gerichteten Arme zur Seite bewegte, erfolgreich zu entkommen. Da nun beide weiter voneinander entfernt waren feuerte Julian den Raketen-Werfer ab und überzog das laut schreiende Monster mit zahlreichen Explosionen. Plötzlich riss Julian ein lauter, panischer Schrei zurück in die direkte Realität, der von Christina stammte. Als Julian gerade gedacht hatte es könnte nicht mehr schlimmer kommen war tatsächlich ein weiteres diese besonders großen Tentakel-Monster aufgetaucht und griff Christina und Jake direkt an. Christina war offensichtlich erschrocken nach hinten umgekippt als das Monster hinter einem Felsen hervor gekommen war und Jake hatte sich schützend vor sie mit seiner Pistole von zuvor platziert, wohl wissend dass er gegen dieses Viech überhaupt keine Chance hatte, besonders nicht mit einer solchen lächerlichen Waffe. Julian wollte gerade seinen ersten Schritt tätigen um den beiden zu Hilfe zu kommen, als ihn ein Tentakel von hinten packte und fest hielt. Weitere Tentakel folgten direkt und stammten offensichtlich von dem Monster, dass er zuvor mit Raketen überzogen hatte. Offensichtlich hatten diese nicht den geringsten Effekt gehabt. Schnell versuchte Julian sich erneut loszuschneiden, aber als er das gerade geschafft hatte stürzte sich das eigentlich Monster mit einem weiteren Faustschlag auf ihn und schleuderte ihn mit seinem Kampfanzug mit dem Rücken zu Boden. Nun konnte er nichts mehr tun um den beiden zu helfen. Er musste selbst die Schläge des Monsters dass er gerade bekämpfte abfangen. Drei Schüsse waren noch zu hören als Jake mit seiner Pistole auf das Monster feuerte. Julian versuchte weiter das Monster direkt vor sich zu bekämpfen und schaffte es nach fünf von dessen Faustschlägen die Arme zu packen und fest zu halten. Ein lauter schockierter Schrei von Christina und heftigste Schmerzensschreie von Jake sollten ihm jedoch sein Versagen schlagartig bewusst machen. Ein Blick zur Seite offenbarte ihm dass das zweite Monster sich Jake gepackt hatte und in einer schnellen Bewegung dessen Oberkörper komplett abgebissen und ausgerissen hatte. Blut war in sämtliche Richtungen verteilt worden, besonders aber über das Monster, während dieses auf Jakes Oberkörper herum kaute und ihn versuchte herunter zu schlucken.
„NEEEEEIIIIIIIIN!!!!!!!!!“, schrie Julian einmal wütend und selbst vollkommen schockiert aus, während er die Schall-Kanonen ausfuhr und auf das Monster direkt vor sich abfeuerte. Laute Schreie und dann zerplatzte es in einer gewaltigen Blutfontäne. Anschließend rammte er das zweite Monster mit einem gezielten Schulterstoß zur Seite und platzierte sich dann vor die völlig tränenaufgelöste und mit dem Blut ihres festen Freundes bespritzte Christina. „Los! Komm schon! Wir müssen weiter!“, rief Julian ihr zu, aber es hatte keinen Zweck. Plötzlich sollte es in der Entfernung lautstark krachen und als Julian genauer hinsah konnte er das erste Kaiju-Monster, wahrscheinlich auf dem Festival-Gelände, erkennen das gerade von einem Raumschiff der Aliens unter Feuer genommen wurde. Auch ein Blick um sich herum offenbarte Julian den gewaltigen Schwarm der Plage, der sich bereits um die beiden herum gebildet hatte. Es gab keine Chance mehr zu entkommen. Sie waren zu spät und die Aliens kämpften dort hinten auf dem Festival-Gelände. Niemand würde ihnen hier, mitten in irgendeinem Wald, zu Hilfe kommen. Sie hatten versagt. Julian hatte versagt. Einmal mehr hatte er vollkommen versagt und er wüsste nicht wie er es im nächsten Zyklus besser machen sollte. „Christina… Vergib mir bitte… Ich hab versagt… Aber ich werde es im nächsten Zyklus besser machen. Bitte kümmere dich weiter um Kim und Sandra, wie die ganze Zeit vorher auch schon. Ich werde der Sache ein Ende setzen“, sprach er seine Leidensgenossin in Sachen Zeitschleifen noch einmal an, bevor er mit allen Waffen eines Kampfanzugs das Feuer auf den Schwarm der Plage eröffnete. Explosionen und Blutfontänen durchzogen diesen, aber es hatte nicht den geringsten Zweck. Julian konnte dennoch nicht vermeiden, dass der Schwarm ihn und Christina völlig überrannte. Er konnte weder verhindern, dass unzählige Tentakel sich Christina packten und zur Seite rissen, wo eines der Monster ihr in den Hals biss und ebenso wenig konnte er verhindern, dass noch mehr Tentakel sich seinen Kampfanzug packten, die Frontalabdeckung aufrissen und eines der Monster ihn mit Gewalt heraus riss und weg schleuderte, wo er zunächst auf dem Boden liegen bleiben sollte. Schmerzen durchzogen seinen gesamten Körper als seine Wirbelsäule brutal und gewaltsam von dem Metall, dass sich in sie hinein gebohrt hatte um den Link herzustellen, entfernt wurde. Aber noch schlimmer war, dass er seine Beine nicht mehr fühlen konnte. Anscheinend hatte dies seine Wirbelsäule beschädigt und ihn Querschnittsgelähmt zurück gelassen. Verzweifelt versuchte Julian sich mit Hilfe seiner Arme vorwärts zu schleppen, aber er kam kaum voran. Plötzlich platzierten sich zwei gewaltige Arme genau vor ihn, die zu einem Monster gehörten wie er es bei dem ersten Mal besiegt hatte, wo er ein Exoskelet verwendet hatte. Panik machte sich in Julian breit als er nach oben sah und in das hässliche Gesicht der Bestie blickte. Zunächst bohrte sich ein Klingen-Tentakel in seinen Rücken, dann ein weiterer und dann noch drei weitere und jedes Mal verursachte es Julian Schmerzen die er lediglich durch lautes Schreien ausdrücken konnte. Das Monster störte sich daran nicht. Es hob ihn lediglich genüsslich auf die Höhe seines Mauls an, während ihm dickflüssiger Sabber auf der rechten Seite heraus tropfte. Ein Biss, noch einmal extremst intensive Schmerzen und es war vorbei. Alles war nur noch Schwarz. Leider wusste Julian, dass es das nicht für immer sein würde.

Was war nun schon wieder los? Wieso geschah dies? Und wieso gerade jetzt? Richtig sein Name war Julian und er steckte in einer Zeitschleife fest. Dies war nicht das erste Mal, dass er das hier erlebte. Schon einmal zuvor hatte er sich in diesem bunten Raum wiedergefunden in dem Orientierung fast unmöglich sein sollte. Und schon einmal hatte er dieses planetengroße Monster aus Tentakeln gesehen vor dem er sich nun direkt wieder finden sollte. Immer noch starrte ihn dieses besonders gewaltige, an Feuer in seiner Farbgebung erinnernde Auge an. Wie konnte es ihn überhaupt wahr nehmen? Er war doch eigentlich gar nicht hier. Er war doch längst tot und wartete auf seine Reinkarnation innerhalb des Zyklus. Er hatte keinen Körper den man sehen konnte, er hatte nicht einmal eine richtige Präsenz die man hätte wahr nehmen können. Er war einfach nur eigentlich gar nicht da. Und dennoch starrte diese gewaltige Bestie ihn gerade mit diesem Auge an als ob er es doch wäre. Julian hätte vor Angst am ganzen Leibe gezittert, wenn er denn einen Körper gehabt hätte, der hätte zittern können. Was sollte er nun machen? Wie konnte eine Situation noch aussichtsloser werden, als die seines letzten Todes? Immer noch starrte das Wesen ihn an und Julian starrte zurück.
„Hunger… Fressen… Alles…“, konnte er plötzlich eine tiefe, stark flüsternde aber trotzdem unglaublich laute Stimme sprechen hören. „Alles ist mein…“, sprach die Stimme erneut, die scheinbar von überall gleichzeitig herkommen zu schien. War dies das Wesen? Wie konnte es mit ihm reden und dann auch noch in seiner eigenen Sprache? Plötzlich durchzog erneut ein gewaltiger Schock sein Dasein. „Ich werde kommen“, sprach die Stimme erneut und nun noch aggressiver als zuvor. „Ich werde fressen! Alles ist mein!“, fügte sie noch hinzu und ein weiterer Schock durchzog sein Dasein. „Die Koordinaten… Gib sie mir!“, schrie die flüsternde Stimme nun förmlich als ein weiterer besonders heftiger Schock folgte und kurz alles weiß wurde, bevor es schwarz wurde und Julian in den Zustand des Todes zurück kehrte. Was war gerade geschehen? Und würde er tatsächlich nach diesem Ereignis wieder zum Anfang des Zyklus zurück kehren, so wie sonst auch immer?

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So, da ist der neue Lost in Time-Teil. Und geht natürlich genauso Action-Lastig weiter wie der letzte Teil auch schon. Das dürfte jetzt zum Ende hin wahrscheinlich auch ein immer krasseres "Problem" werden. Aber ich hoffe dass der neue Teil trotzdem irgendwie gefällt, denn er besinnt sich auch irgendwie ein wenig auf die Wurzeln des Werks, sowohl was das retten von Leuten auf dem Festival angeht, als auch den Horror-Faktor wie ich persönlich finde. Ich hab schon einen Plan wie es weiter geht und auch einen wie es aus geht. Bin selbst aber durchaus mal gespannt wie ich das am Ende dann auch umsetze. :mrgreen: Bis dann Leute. ;)
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 21 – Die finale Allianz:

Panisch und ohne sich in irgendeiner Weise zu bremsen schrie Julian auf als er in seinem Transporter auf dem Festival-Gelände wieder erwachte. Er war vollkommen durchnässt von Angstschweiß und nachdem er geschrien hatte blieb ihm scheinbar der Atem weg. Egal was er tat und wie tief er atmete, er hatte immer noch das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen. Was war das nur für eine Bestie, die er zwischen seinen Zyklen zu sehen bekam? Niemand könnte dieses Etwas aufhalten, wenn es sich ein Ziel gewählt hätte. Nichts und niemand. Und schon gar nicht jemand wie er. Nur langsam begann sich sein Atem wieder zu stabilisieren und das war ebenfalls ein größeres Problem als Julian zugeben wollte. Er hatte nicht die Zeit darauf zu warten, dass sich sein Atem normalisierte, er musste schnell hier weg. Das Militär war bereits unterwegs um ihn abzuholen. Er konnte ihre stampfenden Schritte in ihren schweren Stiefeln bereits hören und er hatte noch nicht einmal damit begonnen sein Exoskelet vorzubereiten. Verdammt sein Atem normalisierte sich einfach nicht. Und wenn er an das dachte was ihm gleich bevor stehen würde, wurde es nur noch schlimmer.
„WAFFEN FALLEN LASSEN, IHR DRECKSVIECHER!!!“, schrie plötzlich einer der Soldaten in seiner typischen autoritären Art aus, bevor Julian die Geräusche von Plasma-Waffen, kombiniert mit Sturmgewehr-Feuer hören konnte. Dann kurze abgebrochene Schmerzensschreie und das Geräusch von zerplatzenden Körpern. Im Anschluss öffnete jemand die Seitentür seines Transporters. Es war jedoch anders als Julian erwartet hatte nicht das Militär. Es waren die Aliens. Jene Aliens die ihm den Arm-Panzer mit Fabrikator gegeben hatten. Jene Aliens die ihn damals aus der Militärbasis geholt hatten. Was wollten sie jetzt schon hier? Und wie konnten sie jetzt schon hier sein? In welcher Art hatte Julian die Zeitlinie nun schon wieder verändert?
„Mitkommen, Terraner“, begann die Computer-Stimme des Übersetzungsgeräts zu sprechen und Julian verstand schnell, dass ihm nicht die Wahl bleiben würde. Langsam und vorsichtig um kein Missverständnis zu verursachen, verließ Julian den Transporter und ließ sich von der Fünfer-Gruppe Aliens wiederstandslos an den Armen packen. Anschließend gab einer von ihnen undefinierbare Geräusche von sich und der Teleport setzte ein. Wie auch sonst wenn dies geschah löste sich die Umgebung in blau-weiße Streifen auf und setzte sich aus diesen dann wieder neu zusammen. Julian kannte die Innenräume der Alien-Raumschiffe mittlerweile gut genug um nicht mehr irritiert auf sie zu reagieren. Die Frage war auf welchem Raumschiff er gelandet war. Der Teleportations-Raum wirkte bereits jetzt schon größer als der in den anderen Schiffen. Das ließ Julian vermuten, dass dieses Schiff auch insgesamt wesentlich größer sein sollte als die vorherigen. Das ließ sich aber aus dem Inneren heraus ohne Baupläne, ohne einen Blick nach draußen und ohne etwas anderes als diesen Raum davon gesehen zu haben nur schwer sagen. Die beiden Aliens die seine Arme gepackt hatten, hielten diese weiter fest. Scheinbar hatte er irgendetwas getan oder auch nicht getan, was diese Aliens so wahr nahmen als ob er ihnen ans Bein gepinkelt hätte. Zumindest ließen sie ihn nicht einfach wieder frei. Julian konnte sich jedoch beim besten Willen nicht erklären was es sein sollte, außer dass er im letzten Zyklus keinen Kontakt zu ihnen gesucht hatte. Nachdem die fünf Aliens die ihn mitgenommen hatten aufgeregt Laute untereinander und mit ihren Kommunikationsgeräten ausgetauscht hatten setzten sie sich in Bewegung. Julian wurde einfach von den beiden die ihn fest hielten hinter her gezogen. Er bekam nicht einmal mitgeteilt wohin er gebracht wurde oder warum man ihn überhaupt direkt zu Beginn des neuen Zyklus eingesammelt hatte. Mit hohem Tempo schleppten sie ihn durch die Gänge des scheinbar gewaltigen Schiffes. Julian hatte bereits jetzt schon Probleme sich zu merken welche Wege, Aufzüge und Abzweigungen sie eigentlich genau genommen hatten. Und sie waren immer noch nicht am Ziel angekommen. Erst als sie einen weiteren, besonders gewaltigen Aufzug nach oben genommen hatten offenbarte es sich. Auch dieses Mal sollte es sich um die Brücke des Schiffes handeln. Nur dass es diese Brücke mindestens die doppelte Größe brachte, verglichen mit der letzten die Julian gesehen hatte. Von hier aus konnte er auch sehen, dass dieses Schiff tatsächlich gigantisch ausgefallen war. Es fühlte sich von hier aus dreimal so groß an wie das letzte Schiff und Julian konnte nicht vermeiden, dass er sich fragte wie etwas so riesiges in der Planetenatmosphäre schweben konnte und nicht einfach von der Gravitation zu Boden gerissen wurde. Der auffälligste Unterschied auf dieser Brücke war jedoch der gewaltige Thron in deren Mitte. Auf diesem Thron saß ein Alien, dass ebenfalls eine Rüstung trug, die sich jedoch von den anderen deutlich durch mehr Dekoration und einige Stacheln an Schultern und Rücken, die nach oben ragten unterschied. Offensichtlich war dieses Alien im Rang noch höher als es alle anderen waren, die er zuvor getroffen hatte. Als es sich von dem gewaltigen Stuhl aufrichtete sollte Julian zusätzlich noch feststellen, dass es auch noch einmal ein gutes Stück größer und massiver im Körperbau war als die anderen. Julian schätzte mindestens 2,30m in der Höhe bei einem Körperbau der Julian kurz vor Angst erstarren ließ. Schnell stieß ihn eines der fünf anderen Aliens von hinten an, wahrscheinlich wollte es ihn auf die Knie zwingen, aber der Anführer hob seinen Arm, woraufhin sich die fünf anderen von Julian zurück zogen. Nur langsam kam er Julian näher und Julian fühlte, dass gleich sein Schicksal, das seiner Freunde und das des gesamten Planeten von der Einschätzung dieses gigantischen Außerirdischen abhängen würden.

Julian konnte nicht vermeiden, dass er sich schrecklich begann unwohl zu fühlen, während der Alien-Anführer mehrfach von einer Seite auf die andere ging und ihn dabei offensichtlich tiefgreifend musterte. Er war sich offensichtlich in vielerlei Hinsicht unsicher wie er mit Julian umgehen sollte. Und Julian war sich unsicher was er jetzt tun sollte. Sollte er etwas sagen? Sollte er etwas tun? Oder sollte er besser nur weiter dumm da rum stehen und diesen gewaltigen Koloss da vor sich seine Kreise ziehen lassen? Vielleicht wäre aber genau das der Fehler, den er besser nicht machen sollte. Julian befand sich selten im Leben in einer solch unklaren Lage.
„Also du bist der Terraner, der die Zeitschleife auslöst“, sprach dann die Computerstimme seines Übersetzungsgeräts. Julian entschied sich zunächst noch nicht zu antworten. „Ich hoffe dir ist bewusst was du noch ausgelöst hast“, sprach der Anführer der Aliens dann weiter und in Julian zog sich alles zusammen, wenn er nur daran dachte was er gemeint haben könnte. Er musste sogar massiv darauf achten nicht wieder in Panikatmung zu verfallen, wie zuvor im Transporter. Dieses Sigma war eine weitaus größere Bedrohung als er sich auch nur in seinen schlimmsten Vorstellungen hätte ausmalen können.
„Ich habe es gesehen. Ich weiß wovon du da sprichst. Und aus diesem Grund habe ich entschieden in diesem Zyklus alles zu Ende zu bringen“, entschied Julian sich nun doch zu sprechen.
„Wie willst du es zu Ende bringen, Terraner?“, fragte der Anführer der Aliens.
„Meine… Speziesgenossen haben eine Basis nicht weit von hier errichtet. In dieser Basis befindet sich ein Kristall an dem diese Terraner herum experimentiert haben. In einem anderen Zyklus hat mir einer von ihnen verraten dass ich dorthin zurück muss und den Kristall berühren. Dann wird er mich und sich selbst aus der Zeitlinie löschen und nichts von alle dem wird jemals geschehen sein. Und dieses… Sigma wird diese Welt niemals betreten. Das werde ich aber nicht ohne eure Unterstützung schaffen können. Das terranische Militär ist stark bewaffnet und gerade diese Basis verfügt über Waffen die auch euch gefährlich werden können, von mir mal ganz zu schweigen. Daher brauche ich eure Unterstützung um dort hinein zu kommen. Und ich hätte auch noch drei weitere Bedingungen für meine Kooperation“, erklärte sich Julian so kurz und knapp wie er konnte und erwartete die Antwort des Aliens.
„Sprich weiter, Terraner. Wie lauten deine Bedingungen?“, wollte dieser jedoch weiter wissen.
„Die erste Bedingung ist dass ihr die Ansammlung von Terranern dort unten, aus der ihr mich entführt habt, dass ihr sie alle temporär auf eure Schiffe holt. Ihr habt die nötigen Kapazitäten um sie aufzunehmen, das weiß ich. Und das werdet ihr in diesem Zyklus tun und in den darauf folgenden ebenso. Besonders wichtig sind die folgenden Personen…“, sprach Julian weiter und nutzte nun seinen Holoprojektor um Bilder von Christina, Kim und Sandra und dann im Anschluss auch noch Jake, dessen Gruppe und Julians Camp-Nachbarn auf dem Festival zu zeigen. „…sollte auch nur eine einzige der gezeigten Personen fehlen haben wir keinen Deal. Wenn sie in einem neuen Zyklus fehlt, haben wir keinen Deal mehr“, fügte Julian noch hinzu.
„Verstanden, Terraner. Wie lautet deine zweite Bedingung?“, fragte der Alien-Anführer weiter nach.
„Ich hab da unten das Sagen. Ich halte meinen Kopf, wahrscheinlich meine gesamte Existenz hin. Ich treffe die Entscheidungen. Nicht ihr. Ihr stellt mir Ausrüstung und die Armee, ich setzte sie dort unten nach meinem eigenen Verständnis ein“, sprach er weiter.
„Das haben wir ebenfalls verstanden, Terraner. Nenne deine dritte und letzte Bedingung“, kommentierte der Anführer zwischenzeitig.
„Die ersten vier Personen, die ich euch gezeigt habe, kommen auf dieses Schiff. Außerdem gebt ihr uns etwas Zeit, dass ich ihnen die Situation erklären kann. Dann werde ich mich eurer Kampftruppe anschließen und diese Sache beenden“, antwortete Julian und eine Weile sollte keiner von beiden noch irgendetwas sagen. Julian konnte nicht mehr vermeiden, dass er innerlich sehr stark anspannte. Er hatte gerade in einem unglaublich autoritären, fast schon bedrohlichen Tonfall mit demjenigen gesprochen, den er für den Anführer der Aliens hielt, oder zumindest für den Kommandanten der Flotte hier auf der Erde. Das alleine grenzte an Selbstmord, nachdem was er bereits auch schon durch diese Aliens an Härte erfahren hatte. Allerdings war Julian sich auch über eine andere Sache ziemlich sicher geworden. Was diese Aliens am meisten respektierten waren Kraft, Stärke und Intelligenz. Also genau die Eigenschaften die Julian nicht an sich hatte. Genau deswegen hatte er sie jedoch versucht durch einen autoritären Auftritt vorzuspielen und vielleicht war dies genau der richtige Weg gewesen. Mittlerweile war einige Zeit vergangen und keiner der beiden hatte irgendetwas gesagt oder getan. Es wurde fast unerträglich für Julian.
„Ich habe entschieden deine Bedingungen zu akzeptieren, Terraner. Meine Leute werden umgehend mit der gewünschten Evakuierung beginnen. Sobald diese abgeschlossen wurde, werden wir mit der nächsten Phase des Plans beginnen. Teile dem Waffen-Offizier deine gewünschte Ausstattung für diesen Kampf mit, Terraner. Du wirst sie erhalten“, sagte der Anführer dann jedoch und Julian musste sich massiv zusammen reißen um keine offensichtlichen Anzeichen von Erleichterung zu zeigen. Dafür war es auch noch viel zu früh. Noch hatte er weder den Kristall erreicht, noch den Riss in der Raum-Zeit repariert, noch das Erscheinen des Sigmas verhindert.
„Ich danke euch… Mehr als ihr euch vorstellen könnt…“, antwortete er dann dennoch erstaunlich unterwürfig für das was er zuvor gesagt hatte und musste sich innerlich stoppen sich nicht vor dem Anführer zu verbeugen. Denn dies hätte der Fehler im Umgang mit diesen Außerirdischen sein können, den er nicht begehen wollte.

Ab diesem Moment hatte Julian ein Gefühl als ob sich Ereignisse völlig überschlagen würden. Innerhalb weniger Minuten begannen sich die Schiffe mit Menschen zu füllen, so dass es sich auch auf dem besonders großen Kommando-Schiff auf dem Julian sich momentan befand immer voller anzufühlen begann. Julian hatte bereits aus einem Gespräch heraus erfahren, dass die Aliens nicht unbedingt das einfühlsamste Vorgehen beim Einsammeln der Leute an den Tag gelegt hatten. Sie erschienen lediglich in ihrer Kampfmontur und schwer bewaffnet unten auf dem Planeten sagten Sätze wie „Ihr seid in Gefahr, Terraner“ oder „Kommt mit uns wenn ihr weiter leben wollt, Terraner“ und nutzten dann die Teleporter um die irritierten Menschen einfach auf die Schiffe zu holen. Er hatte auch von einem Feuergefecht mit dem Militär gehört, dass aber besonders schlecht für das Militär ausgegangen war. Und obwohl die Menschen sicherlich alle gerade große Angst haben mussten, Julian fühlte auch dass er gerade nicht die Zeit hatte um ihnen allen die Situation zu erklären. Es genügte wenn er Christina, Kim, Sandra und mittlerweile höchstwahrscheinlich Jake das alles erklären musste. Das wäre noch schwierig genug, bei dem was er gerade vor hatte. Noch schwieriger war es allerdings für den Moment sie überhaupt in diesem Gedränge zu finden. Es geschah eher zufällig, dass er in einem der Gänge auf Kim traf, die ihn direkt bemerkt hatte, was Julian erkannte weil sie ihre Augen einmal sehr weit aufgerissen hatte.
„ Julian! Da bist du ja!“, rief sie dann direkt freudig aus und umarmte ihn spontan, ungeachtet der Tatsache dass Leute hinter ihr in die eine Richtung und hinter Julian in die andere Richtung drängelten. „Weißt du irgendwas, was hier los ist?“, fragte sie dann nachdem sie sich wieder von ihm gelöst hatte. Julian nickte lediglich bestätigend mit dem Kopf.
„Weißt du denn wo die anderen sind?“, fragte er dann und dieses Mal nickte Kim bestätigend mit dem Kopf.
„Ich bring dich zu ihnen. Komm schon…“, sagte sie dann, packte seinen Arm um ihn nicht zu verlieren und zog ihn in die Gegenrichtung, in die er eigentlich unterwegs gewesen war. Einige Gänge und Abzweigungen später führte Kim ihn in einen sehr großen, hohen Raum, der wie ein leerer Hangar wirkte, nicht zuletzt auch wegen des gewaltigen Tors an der Frontseite, das jedoch geschlossen war. Tatsächlich sollten sich dort Sandra, Christina, Jake und zwei weitere Männer die Julian aus der letzten Zeitschleife als Teil von Jakes Gruppe wieder erkannte befinden.
„Du hast ihn gefunden“, rief Sandra nun direkt aus.
„Ja und er behauptet dass er weiß was hier los ist“, fügte Kim noch hinzu.
„Also Julian… Was ist denn jetzt hier los?“, fragte nun Christina und Julian konnte einen kurzen Schockmoment bei dieser Frage nicht leugnen. Immerhin musste er ihnen allen erklären was er jetzt vor hatte und das würde definitiv nicht einfach werden.
„Vielleicht zu aller erst mal… Ich bin der Grund weshalb ihr alle hier seid. Ich hab mit den Aliens einen Deal gemacht. Sie retten euch alle und das Festival vor der Plage und ich… Ich beende die Zeitschleife“, erklärte Julian sich vorsichtig.
„Moment mal… Du beendest die Zeitschleife?“, warf Christina direkt ein und wirkte in gleichem Maße verwirrt und aufgebracht, während die anderen, inklusive Kim und Sandra die beiden lediglich verwirrt ansahen. Anscheinend hatte Christina dieses Mal die Situation noch nicht erklärt gehabt.
„Moment mal… Zeitschleife?“, warf nun Jake ein. „Du meinst so wie in den Filmen oder wie? Und wieso bist du die einzige von uns die außer dem da sonst noch davon wissen?“, fragte er weiter.
„Später Jake…“, antwortete Christina kühl.
„Nein, jetzt!“, kommentierte Jake nun seinerseits aufgebracht.
„Wir wollen das auch wissen…“, traute sich nun Sandra sich einzumischen und Julian atmete einmal tief durch.
„Ja, eine Zeitschleife in der ich und Christina stecken. Deswegen wissen wir ja auch was für eine Hölle auf das Festival und uns wahrscheinlich alle zukommt“, antwortete er dann. „Immer wenn ich sterbe wird die Schleife ausgelöst und ich wache vor ungefähr zwei Stunden auf dem Festival auf und alle außer Christina haben alles wieder vergessen“, erklärte er dann weiter.
„Moment mal… WAS?!?!“, schrie nun Jake noch irritierter als vorher aus.
„Ja, Jake… Ist das so schwer zu glauben, während du dich gerade auf einem Raumschiff von irgendwelchen Aliens aufhältst?“, meldete sich nun Christina wieder zu Wort und schien Jake mit diesem Satz ruhig gestellt zu haben.
„Ich hab leider nicht die Zeit euch das alles im Detail zu erklären. Ich muss mich hier beeilen und dann mit den Aliens in diese unterirdische Militär-Anlage. Dort steht so ein komischer Kristall und wenn ich an den ran komme, kann ich die Zeitschleife beenden“, erklärte Julian sich dann weiter.
„Ja, aber… Wenn du das tust…“, begann Christina unglaublich besorgt und aufgeregt zu sprechen und atmete dann einmal kurz tief durch. „…dann wirst du dich mit dem Kristall zusammen aus der Zeit löschen“, sprach sie dann weiter.
„Das ist mir bewusst“, kommentierte Julian lediglich gelassen.
„Moment mal! Aus der Zeit löschen? So als ob du nie existiert hättest?“, warf nun Sandra ein, was Julian kurz ein leichtes Lächeln entlocken konnte. Diesen Satz hatte sie doch das letzte Mal auch schon gesagt, als dies zur Debatte stand. Dann nickte er lediglich zustimmend.
„Aber… Du kannst doch nicht einfach…“, begann Kim zu sprechen und stoppte dann wieder, scheinbar um sich die Tränen zurück zu halten und wenn er Sandra ins Gesicht sah bemerkte er, dass es ihr ähnlich ergehen musste.
„Julian! Das ist eine Selbstmord-Mission! Noch schlimmer als das!“, rief nun Christina aus ungeachtet dessen, wer es alles in diesem Raum hören konnte.
„Ich weiß“, antwortete Julian lediglich gelassen. „Aber es war und es ist der einzige Weg wie wir dem hier ein Ende setzen können und alle anderen überleben werden“, fügte er dann noch hinzu.
„Aber Julian… Wir wollen nicht, dass du aus der Existenz verschwindest…“, unterbrach ihn Sandra direkt. Mittlerweile hatte sie es aufgegeben sich die Tränen zurück zu halten.
„Aber du wirst es nicht einmal wissen, wenn es soweit ist“, kommentierte Julian lediglich.
„Das ist uns egal! Jetzt wissen wir es. Und wir wollen das nicht miterleben müssen!“, unterbrach ihn dieses Mal eine ohnehin schon die ganze Zeit schluchzende Kim.
„Julian, das ist ein wirklich bescheuerter Plan! Wir spannen die Aliens wieder in die Forschung darüber mit ein und finden alle gemeinsam eine bessere Lösung!“, meldete sich nun Christina zu Wort, die zwar nicht in Tränen aufgelöst war, aber ausreichend aufgebracht auf Julian wirkte.
„Gerade du solltest doch wissen, dass wir nicht unendlich Zeit haben. Das Sigma ist bereits nahe und es wird kommen, wenn wir noch ein paar mehr Time Loops durchlaufen“, erklärte Julian sich weiter.
„Das ist mir egal! Auch gegen dieses Viech finden wir zusammen irgendeine Lösung!“, kommentierte Christina weiter und Julian kam nicht umhin sich davon mehr geschmeichelt zu fühlen, als er es wahrscheinlich sollte.
„Ich fürchte der einzige Weg das alles zu verhindern ist dem ganzen hier und jetzt ein Ende zu machen. Ich verschwinde aus der Existenz, dafür wird der Rest der Welt weiter existieren. Ein nutzloser Versager geht, der Rest der Menschheit bleibt. Fairer Deal würde ich sagen“, sprach er dann weiter nicht ahnend was er gerade ausgelöst hatte.

Julian hatte seinen letzten Satz gerade fertig gesprochen als er bereits bemerkte wie die Stimmung unter den drei Frauen die ihn in den letzten Loops begleitet hatten zu kippen begann. Zu seinem eigenen Erstaunen war es aber Christina, die gerade die größte emotionale Reaktion darauf zeigte. Ein leichter ziehender Schmerz durchzog die rechte Seite seines Gesichts als ihr Schlag mit der Handfläche landete, viel stärker sollte jedoch der Schock auf Julian wirken. Selbst Jake und die anderen beiden Männer aus seiner Gruppe standen lediglich mit aufgerissenem Maul daneben und starrten die beiden gerade lediglich irritiert an, während Julian noch versuchte zu begreifen was gerade geschehen war.
„Wie kannst du nur…? Hast du irgendeine Ahnung was du den beiden damit antust?“, fragte sie ihn dann völlig wütend und deutete bei „den beiden“ auf Sandra und Kim, die nichts sagten, aber deren Tränenausbruch sich nach Julians letzten Worten noch verstärkt hatte.
„Aber ich…“, wollte Julian sagen, er kam aber nicht dazu.
„Hast du eigentlich irgendeine Ahnung was… du mir damit antust?“, unterbrach Christina ihn nämlich einfach ein weiteres Mal und Julian fühlte sich so schockiert, dass er gerade nicht mehr zu reagieren wusste. Sein geringes Selbstwertgefühl konnte einfach nicht verputzen, dass es da drei Personen in seinem Leben gab, die ihn so sehr mochten dass sie sein Verschwinden nicht miterleben wollten. Die ihn in zwei Fällen sicher und in einem Fall vielleicht sogar liebten. Und noch weniger konnte er verputzen dass es sich um drei wunderschöne Frauen wie diese Drei handelte. Völlig fertig taumelte er vier Schritte zurück zur nächsten Wand an die er sich mit dem Rücken setzte und dort selbst in Tränen ausbrechen sollte.
„Verdammt… Ich… … … Gottverdammt… Scheiße…“, brachte er lediglich heraus als er etwas versuchte zu sagen, das hätte beschwichtigend wirken und seinen Fehler von gerade eben überdecken sollen. Leider wurde ihm schnell klar, dass man das was er gerade getan hatte nicht mehr einfach zurück nehmen konnte. Es handelte sich um genau die Art von Fehler und Konsequenz die er schon immer gefürchtet hatte und die er nur aufgehört hatte zu fürchten wegen dieses Time Loops. Was sollte er denn jetzt tun? Was sollte er nur tun? Er hatte einen schrecklichen Fehler gemacht, der dazu führen würde, dass man sich nun nach allem was er schon mit ihnen allen erlebt hatte von ihm abwenden würde. Und das schlimmste war, dass er ihnen das nicht einmal übel nehmen konnte. Julian verspürte das tiefe Bedürfnis zu sterben, nicht um zu sterben, sondern um den Zyklus zurück zu setzen. Eine Option die nicht mehr bestand oder die er nicht mehr leichtfertig auf diese Weise einsetzen sollte, wenn er nicht das Sigma in diese Welt rufen wollte. „Ich… Es… Ich…“, stotterte er noch einmal als er etwas zu sagen versuchte aber wegen seines verzweifelten Tränenausbruchs kein Wort heraus bekam. „Es tut mir so leid… Ich wollte lediglich dass ihr alle gerettet werdet, ihr und das gesamte Festival… Und dass das hier alles einfach vorbei ist…“, brachte er dann doch noch heraus und kämpfte sich dann wieder auf seine Beine, als ihm klar wurde dass er den Einsatz mit den Aliens noch zu Ende bringen musste. „Aber selbst wenn ich das nicht mehr tun wollen würde… Es ist ein Teil des Deals gewesen und da komme ich jetzt nicht mehr so einfach raus“, erklärte er sich dann weiter. „Gottverdammt, ich hab´s mal wieder völlig verkackt… Ich…“ , brach er dann emotional völlig zusammen, als er Kims und Sandras Umarmungen auf jeweils einer Seite fühlte und Christina direkt vor ihm stand und ihm tief in die Augen sah.
„Uns alle und das Festival retten… Julian, ich weiß nicht ob dir das wirklich klar ist… Aber… Du hast uns gerade alle gerettet. Jeden der jetzt hier im Raum steht. Und damit sogar am Ende das Festival“, erklärte sie ihm dann. „Ein nutzloser Versager hätte das niemals schaffen können“, fügte sie dann noch hinzu.
„Aber ich…“, versuchte Julian noch zu wiedersprechen.
„…Was denn? Du stolperst und fällst?...“, warf nun Kim ein.
„…Du machst Fehler? Das macht dich nicht zu einem Versager… Es macht dich zum Mensch!“, beendete nun Sandra was Kim angefangen hatte und Julian wusste noch weniger zu reagieren. Er begann lediglich die Umarmung der beiden zu erwiedern und ließ seinen Tränen freien Lauf.
„Trotzdem komme ich aus diesem Deal mit den Aliens nicht mehr raus… Ich muss das machen…“, sagte er dann nach einer Weile, nachdem er sich emotional etwas gefangen hatte.
„In dem Fall lass uns wenigstens mit dir kommen… Wir kämpfen uns bis dort unten hin mit dir zusammen durch und wenn der Moment tatsächlich kommt, werden wir bis zum Schluss bei dir sein“, schlug nun Kim vor und Sandra stimmte durch Kopfnicken zu.
„Aber… Das ist wirklich gefährlich… Ihr könntet dabei sterben…“, kommentierte Julian die Idee.
„Wenn du aus der Zeitlinie gelöscht wirst, setzt sich doch die Zeit noch ein letztes Mal zurück und dann ist das doch sowieso egal… Zumindest so wie ich das jetzt verstanden hatte“, warf nun Christina ein und Julian kämpfte innerlich massiv mit sich selbst. Er wollte weiter wiedersprechen und den dreien das ausreden, aber er wusste kein wirklich sinnvolles Argument mehr dagegen. Also nickte er einfach nur zustimmend mit dem Kopf und hoffte dass er das nicht später bereuen würde.
„Hey! Ihr wolltet mich doch nicht einfach hier oben lassen oder etwa doch?“, meldete sich nun von allen Leuten auch noch Jake zu Wort. „Wenn meine Freundin da runter geht um zu kämpfen, komme ich sowas von auch mit“, fügte er dann noch hinzu.
„Das wäre keine gute Idee, Jake“, kommentierte diese direkt.
„Genauso wenig ist es eine gute Idee, wenn ihr mit ihm geht. Und ich denke mir, dass ihr da unten jeden Mann extra gebrauchen könnt“, erklärte der sich jedoch lediglich und auch hier konnte Julian lediglich zustimmend mit dem Kopf nicken.
„Ach was… Scheiß drauf… Wir kommen auch mit“, meldete sich dann einer der beiden Männer von Jakes Camping-Gruppe zu Wort und der andere nickte lediglich zustimmend.
„In Ordnung… Ich werde den Aliens bescheid geben, dass sie euch auch für den Kampf ausrüsten sollen“, kommentierte Julian lediglich und drückte Kim und Sandra noch einmal besonders fest an sich, bevor er sich von ihnen löste und sich auf den Weg zu einem der Außerirdischen in der Nähe machte um die gerade vorgenommenen Änderungen am Plan bekannt zu geben.

Zum ersten Mal sollte Julian einen Eindruck über das gesamte mögliche Equipment der Aliens und deren Technologie erhalten. Wie er vermutet hatte, hatte er gerade einmal einen ganz kleinen Teil davon in Aktion gesehen. Er hatte ein Exoskelet im Kampf eingesetzt, es gab aber alleine fünf verschiedene Typen davon zur Auswahl und dazu noch pro Typ mindestens fünf Erweiterungsmodule, die das Gerät mit weiteren Systemen unterschiedlichster Art ausrüsten konnten. Ähnlich sah es bei den Handfeuerwaffen aus. Julian hatte die Plasma-Kanone gesehen, aber darüber hinaus gab es noch Energie-Pistolen, Biologische Waffen, Energie basierte Sturm-Gewehre und vieles mehr. Und die Zahl an Waffen für den Nah-Kampf verlor sich ohnehin in der Unübersichtlichkeit. Da Julian sich mit der Technologie nicht auskennen sollte, nicht wusste was für welchen Zweck tatsächlich geeignet war und nicht die Zeit da war um ihm alles ins Detail erklären zu können, entschied er sich für das Exoskelet dass er bereits kannte, jedoch mit einem Fern-Waffen-Erweiterungsmodul dass zwei weitere große Schusswaffen auf der Schulter hinzu fügte und zwei weitere an den Armen. Das Alien dass diese Zuteilung vornahm warnte ihn zwar davor, dass die Balance mit dem Erweiterungsmodul schwieriger zu halten sein würde und das Exoskelet insgesamt schwieriger zu kontrollieren, aber Julian entschied sich trotzdem bewusst für das Modul. Immerhin war er gerade kurz davor sich in eine Militärbasis rein zu kämpfen. Auf weitere Handfeuer-Waffen verzichtete er jedoch freiwillig. Sollte irgendetwas spontan benötigt werden könnte er es zumindest mit Hilfe des Fabrikators schnell herstellen. Die anderen hätten diese Option nicht. Sie müssten also direkt die passende Ausrüstung für sich selbst wählen und das ohne jede Kampferfahrung oder Erfahrung mit der Alien-Technologie. Im Endeffekt hätte Julian wesentlich stärker gegen diese Idee protestieren müssen, aber es erschien ihm logisch dass keine wirkliche Gefahr drohte und er wollte nicht ganz alleine von Aliens denen er nicht wirklich vertraute umgeben sein wenn er gleich aus der Zeitlinie gelöscht würde. Nein er wollte bei seinem Verschwinden von Freunden umgeben sein. Von Menschen denen er etwas bedeutete. Das galt zwar vielleicht nicht für Jake oder dessen Camp-Gruppe, aber sicherlich für Christina und in besonderem Maße noch einmal für Kim und Sandra.
„Die gewählte Ausrüstung wird rechtzeitig zum Einsatz bereit stehen, Terraner“, kommentierte das Alien das mit ihm die Ausrüstung zusammen gestellt hatte abschließend. „Der Einsatz startet nach terranischer Zeitrechnung in 15 Minuten. Wir erwarten bis dorthin eure vollständige Kampfbereitschaft, Terraner“, fügte der Außerirdische noch hinzu und verließ den Raum. Auch die anderen Aliens die sich um Julians menschliche Mitstreiter gekümmert hatten verließen nun nach und nach den Raum und ließen die Gruppe zusammen zurück.
„Wow… Das war echt krass, Leute… Was habt ihr euch so ausgesucht?“, warf nun direkt Jake ein der aufgedreht wie ein kleines Kind wirkte.
„Ich hoffe doch keine Exoskelete. Die Dinger verursachen starke Schmerzen wenn sie angelegt werden. Dabei bohrt sich solches Metall hinten in eure Wirbelsäule und solche Sachen“, warf Julian sehr zu Jakes Schock ein.
„Echt jetzt?“, fragte dieser noch einmal genauer nach.
„Echt jetzt…“, antwortete Julian lediglich ruhig und gelassen als ob ihm das alles schon gar nichts mehr ausmachen würde. Was nicht stimmte, er verstand es nur mittlerweile besser diesen Schmerz zu unterdrücken, nachdem er ein solches Gerät schon dreimal im Kampf benutzt hatte.
„Fuck…“, kommentierte Jake dann niedergeschlagen und offensichtlich etwas ängstlich.
„Hast du denn ein Exoskelet gewählt, Julian?“, warf nun Christina ein und schockierte nun Julian sehr mit ihrem Einwand, da er ahnte worauf sie hinaus wollte.
„Ja…“, antwortete er dann leise und äußerst kleinlaut.
„Und was lässt dich annehmen, dass du der einzige bist, der sich selbst Schmerzen zufügen darf um stärker zu werden?“, fragte ihn nun Sandra und Julian konnte fühlen wie er innerlich zusammen brach bei dieser Argumentation.
„Nichts… … …“, antwortete er dann noch kleinlauter als vorher.
„Also dann… Was habt ihr euch denn nun ausgesucht? Wir müssen das schon vom anderen wissen, sonst können wir gar nicht vernünftig zusammen arbeiten“, warf nun wieder Jake ein, der seine Angst anscheinend nach Christinas Einwand besiegt hatte oder überzeugend so tat als ob um nicht vor seiner Freundin schwächer zu wirken als Julian.

Es stellte sich heraus dass praktisch jeder ebenfalls ein Exoskelet gewählt hatte, spätestens dann als sie alle den Teleporter-Raum für den Start des Angriffs betraten. Die Konfigurationen unterschieden sich, aber jeder der sechs anderen Mitstreiter hatte ebenfalls ein Exoskelet gewählt. Auf der einen Seite bedeutete das mehr Kampfkraft für den Angriff auf die Militär-Basis und auf der anderen Seite sollte Julian einfach massiv missfallen, dass ganz besonders die drei Damen der Truppe sich den Schmerzen die dabei auf sie zu kamen freiwillig aussetzen wollten. Das war es absolut nicht gewesen was Julian gewollt hatte. Zumindest sollte sich heraus stellen, dass Sandra und Kim zwei recht große, massive Maschinen für die Feuer-Unterstützung aus den hinteren Reihen gewählt hatten. Damit würden sie zumindest weiter hinten sehen, aber es müsste sich in der Praxis zeigen ob ihnen das auch tatsächlich irgendeinen Schutz bieten würde. Weit weniger sollte Julian die Wahl von Christina zusagen, die sich praktisch das selbe mittlere Exoskelet hatte übergeben lassen wie Julian. Das bedeutete dass sie weit vorne mit ihm zusammen kämpfen würde. Allerdings Jake und seine beiden Kollegen vom Festival hatten unterschiedlich große und unterschiedlich schwere Maschinen gewählt, die definitiv für den Nah-Kampf an der vordersten Front gebaut worden waren. Sie alle waren im typischen Design der Aliens gehalten dass auf hoch entwickelte Technologie hindeutete, aber nicht glatt poliert oder repräsentativ wirkte. Während die anderen sechs noch ihre Maschinen anstarrten und anscheinend noch nicht ganz glauben konnten dass dies gerade tatsächlich geschehen würde und sie die Exoskelete tatsächlich von den Aliens bekommen hatten, entschied Julian sich direkt auf seines zu zugehen und es direkt zu betreten. Wie er es erwartet hatte sollte der Link wieder auf die selbe schmerzhafte Art und Weise hergestellt werden, wie die anderen Male zuvor. Aber Julian ertrug es dieses Mal auch wenn es schmerzhaft war. Das galt jedoch nicht für Jake der als nächster sein Exoskelet anlegen sollte.
„ARRRR!!!! Scheiße tut das weh!!!“, schrie er dabei lautstark aus, bevor der Kampfanzug vollständig hoch gefahren sein sollte und Jake ihn tatsächlich mit seinen Gedanken steuern konnte. Noch etwas ungläubig begann er sich immer ausfallender zu bewegen und testete in wie weit das Exoskelet auch tatsächlich das ausführte was er dachte. „WOW… Das ist echt krass Leute…“, kommentierte er dann.
„Ehrlich? Jetzt will ich´s auch wissen!“, rief einer von seinen beiden Kollegen aus und legte seins als nächster an.
„Hey! Wartet auf mich!“, rief der andere aus und folgte als nächster. Beide schrien ebenfalls vor Schmerzen auf als der Link hergestellt wurde und reagierten dann ähnlich wie Jake zuvor. Die drei Frauen zögerten etwas länger, aber es war Christina die als erste ihr Exoskelet anlegte und die Schmerzen erstaunlich gut ertragen sollte. Das galt leider weniger für Kim und Sandra die beide lange aufschrien und dann noch eine ganze Weile danach mit ihrem Atem und Kreislauf kämpften. Aber auch wenn Julian nicht dafür gewesen war, er musste zugeben dass diese sechs das erste Anlegen eines Exoskelets besser weg gesteckt hatten als er das damals hatte. Weitere Exoskelete der Aliens begannen sich nun den sechs anzuschließen.
„Der Einsatz beginnt in Kürze, Terraner“, sprach eine dieser Übersetzerstimmen gleichzeitig in allen sechs Exoskeleten, wahrscheinlich über das Kommunikationssystem.
„Ihr seid euch auch wirklich sicher, dass ihr das hier für mich und mit mir tun wollt?“, warf nun Julian noch einmal ein.
„Absolut…“, antwortete Sandra ihm so direkt und ohne zu zögern dass Julian gar nicht darauf zu reagieren wusste.
„Hey, ich kann dich doch hier nicht ganz alleine den Helden spielen lassen. Wie stehe ich denn sonst vor Christina da?“, kommentierte Jake weiter.
„Wir sind uns sicher, wie du sehen kannst“, fügte Christina dann noch hinzu und Julian verzichtete darauf noch ein letztes Mal einen Ausstieg aus der Situation anzubieten. Stattdessen atmete er einmal tief durch, wobei er nicht wusste ob er erleichtert oder nur noch angespannter dabei war, und wartete wie alle anderen darauf dass sich die Umgebung in blaue Streifen auflösen und wieder zusammen setzen würde. Wenn dies geschehen war würde der Angriff beginnen und Julian wusste ganz genau dass das was ihnen allen bevor stand bestimmt nicht einfach werden würde. Aber er wusste auch, dass es das Ende sein würde. Der letzte Kampf und das letzte Mal dass er so etwas erleben müssen würde.
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So, das ist dann also der neue Lost in Time-Teil. Ich bin mir mit vielen Dingen ziemlich unsicher was da drinnen steht, aber auf der anderen Seite auch wieder nicht. Dafür dass es die Vorbereitung für das große Finale sein soll, fehlte nach meinem Gefühl irgendwie noch etwas. Und vieles geht irgendwie zu schnell und zu einfach, aber ich wüsste jetzt auch nicht genau wie ich es verkomplizieren sollte. Das Finale (oder dieser Arc? :mrgreen: ) sind ohnehin schon ziemlich brutalst in der Länge eskaliert. Alles was in den nächsten Teilen kommt hatte eigentlich komplett in diesen hier gequetscht werden sollen. :rofl: Also mal sehen wie die allgemeine Meinung zu dem hier sein dürfte. Ich hoffe auf jeden Fall weiterhin es hat jemandem der das hier liest gefallen. ;)
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 22 – Der große Angriff:

Julian hatte bereits erwartet dass nicht einfach werden würde gewaltsam in die Militärbasis zu kommen und er hatte aus den anderen Loops bereits einige Kampf-Erfahrung gesammelt, allerdings was tatsächlich auf ihn und seine kleine Truppe zukommen sollte, das hatte er niemals auch nur im Ansatz geahnt. Direkt nach der Ankunft fegten bereits die ersten roten Energie-Projektile um die Exoskelete, während ein Raketenschwarm hinter ihnen einschlug und dort eine kleinere Gruppe normaler Alien-Infanterie weg fegte.
„Deckung! Schnell!“, rief Julian lediglich aus und stürmte mit seinem Exoskelet direkt zu einer mächtigen aber niedrigen Beton-Barriere die wahrscheinlich das Militär für sich selbst dort platziert hatte. Sie genügte nicht um ein Exoskelet vollständig abzuschirmen, aber sie sollte genügen damit es nicht offen wie eine Zielscheibe da rum stand. Die anderen versuchten es ihm gerade gleich zu tun als eine Reihe gewaltiger roter Energie-Strahlen durch die Gruppe fegte. Christina, Kim und Sandra erreichten die Deckung nur wenig nach Julian. Jake schaffte es sich durch zwei der Strahlen zu schlängeln. Einer seiner beiden Freunde ebenfalls. Der andere wurde jedoch einfach von einem weiteren dieser Strahlen erfasst und nach hinten weg gerissen, wo er sich einfach auflöste und nicht das geringste mehr von ihm übrig bleiben sollte.
„Marco!“, schrie der andere von Jakes Freunden noch des Verstorbenen Namen aber es war bereits zu spät und von Marco ohnehin nicht mehr das geringste übrig was man hätte retten können. Julian merkte wie die Gruppe bereits damit begann ihren Kampfgeist zu verlieren. Keiner von ihnen hatte auch nur die geringste Vorstellung davon gehabt was es bedeutete in einer solchen Schlacht zu kämpfen. Außer vielleicht noch Christina, die zumindest einige seiner Schlachten mit Julian zusammen gekämpft hatte.
„Reißt euch zusammen Leute. Ihr habt das hier selbst gewählt. Und jetzt steht nicht nur da rum. Schießt wenigstens zurück!“, rief Julian ihnen zu und feuerte als erster seine Plasma-Kanonen auf einen Soldaten ab, der scheinbar gerade versuchte alleine vor zu stürmten und in einer Blutfontäne zerplatzte als das Plasma-Projektil ihn traf. Es war Christina, die sich dem Kampfgeschehen als erste anschließen sollte und ebenfalls die Soldaten mit Raketen unter Feuer nahm. Ein Militär- und ein anderes Alien-Exoskelet gerieten zwischen der direkten Frontlinie und den fünfen in ein Kräftemessen, dass keine der beiden Maschinen gewinnen sollte. Nun war es Sandra die sich entschieden hatte eine der beiden großen, hellblauen Strahlen-Kanonen auf der Schulter ihrer Maschine auf die des Militärs abzufeuern. Der Strahl löste die Maschine des Militärs einfach auf und ließ nichts mehr von ihr übrig. Nach und nach schlossen sich auch die anderen dem Kampf an und feuerten ihre Waffen auf das Militär ab. Gerade fegte eine Staffel Raumjäger über die gesamte Schlacht hinweg und feuerte ihre Waffen ab. Plötzlich stießen jedoch Jets des Militärs von oben aus den Wolken herab die das Feuer mit roten Energiewaffen eröffneten, ähnlich denen die sie auch am Boden verwendeten. Einer der Raumjäger wurde getroffen, verlor den rechten Flügel dabei und krachte unkontrolliert in den Boden. Der Rest wich in einem Bogen nach oben und versuchte die Wolken zu erreichen. Die Jets des Militärs verfolgten sie. Am Boden vernichtete Julian gerade eine ganze Gruppe Soldaten mit seinen Schall-Kanonen und Jake nutzte eine der gewaltigen Klingen seiner Maschine um damit ein anderes Exoskelet des Militärs in der Mitte zu zerteilen. Mittlerweile hatte Julian den Eingang zur Basis wieder gefunden und festgestellt, dass er von gleich vier gewaltigen Panzern des Militärs mit roten Strahlen-Kanonen bewacht wurde. Dazu kamen mindestens 20 Exoskelete und eine dreistellige Anzahl an normalen Soldaten. Dort hindurch zu kommen würde schwierig werden, selbst mit Alien-Technologie und Menschen denen er vertraute an seiner Seite.
„OK, da ist der Eingang. Kim, Sandra… Ihr bleibt hier und feuert dort auf alles was uns oder euch gleich zu nahe kommen könnte“, wies Julian nun die beiden an und beide ließen zur Bestätigung ihre Kampfanzüge mit dem Kopf nicken. „Christina, Jake, ich und wie auch immer du heißt, rücken weiter vor und versuchen da rein zu kommen. In Ordnung… Und los!“, befahl Julian förmlich weiter und stürzte sich als erster in die Schlacht, direkt gefolgt von Christina und dem Rest. Das hier lebend zu überstehen und in die Basis hinein zu kommen wäre der erste und wahrscheinlich auch der schwierigste Teil des Ganzen, zumindest hoffte Julian das wirklich sehr.

Ungeachtet seines eigenen Lebens oder dessen irgendeines anderen um ihn herum stürmte Julian auf den Eingang zu. Auch wenn immer wieder rote Strahlen und Projektile um ihn herum fegten und um ihn herum in den Boden einschlugen, man schien ihn und die anderen noch nicht bemerkt zu haben. Plötzlich stürmte von vorne eine Gruppe Soldaten auf die Gruppe zu, aber ein blauer Strahl fegte von weiter hinten über sie alle und ließ nichts mehr von ihnen übrig. Anhand des Winkels und der Richtung schloss Julian, dass der Strahl von Kim aus ihrer Deckung abgefeuert worden war. Ein Exoskelet stürzte sich plötzlich von oben ganz speziell auf Julian herab, aber Jake reagierte schneller und zerteilte den Feind noch im Flug mit einer seiner großen Klingen. Während die vier weiter vorstürmten krachte rechts neben ihnen ein Militär-Jet in den Boden und hinterließ eine gewaltige Flammenspur, während links neben ihnen ein Alien-Infanterie-Trupp eine Stellung des Militärs mit Nah-Kampf-Waffen stürmte. Plötzlich fegte ein Schwarm Raketen an Christina vorbei und krachte hinter den Vieren in den Boden, wo sie gewaltige Explosionen hinterließen. Nun entschieden die Panzer dass sie ihre gewaltigen Strahlen-Kanonen abfeuerten. Mehrmals krachten diese rund um die Gruppe in den Boden und hinterließen dort gewaltige Explosionen und Krater. Julian wurde von einem der Angriffe sogar nur deshalb verfehlt weil er mit Hilfe seiner Seitentriebwerke ausgewichen war. Das war anders als zuvor. Dieses Mal hatten sie die Strahlen gezielt auf sie Vier abgefeuert. Das bedeutete dass sie Julian und seine Helfer definitiv bemerkt hatten. Gerade als Julian eine neue Anweisung geben wollte, rammte ihn ein Militär-Exoskelet zur Seite und versuchte ihn anschließend mit dessen Großschwert zu durchstechen.
„Julian!“, rief Christina direkt aus.
„Verdammt!“, fügte der Freund von Jake noch hinzu und stürmte ebenfalls mit einer Klinge vor als ihn der rote Strahl eines Panzers von der Seite erfasste und einfach weg riss. Hilflos mussten Jake und Christina mit ansehen wie das Exoskelet explodierte, während Julian das Großschwert seines unfreiwilligen Gegners mit beiden Arm-Klingen abgefangen hatte.
„Verschwindet hier! Sucht euch Schutz!“, rief Julian noch und kämpfte weiter gegen seinen Gegner an, als ein Schwarm aus Raketen von der anderen Seite in ihn krachte und den gesamten Arm-Apparat zerstörte. Ein blauer Energiestrahl der den Torso durchschlug folgte und beendete das Leben von Julians Feind. Offensichtlich hatten Kim und Sandra ihm erneut aus dieser Situation geholfen. Die beiden stellten sich besser an als Julian es erwartet hätte. Schnell richtete er sein eigenes Exoskelet wieder auf und folgte Jake und Christina die einen größeren Felsen als Deckung gefunden hatten. Zumindest ein paar Treffer dieser Strahlenkanonen würde dieser nach Julians Einschätzung aushalten können.
„Scheiße… Jetzt haben sie auch noch Kai erwischt“, kommentierte Jake. „Ich glaube nicht, dass wir es hier nochmal lebend raus schaffen“, fügte er dann noch hinzu.
„Das war ja auch nie der Sinn der Sache. Wir müssen Julian bloß zu diesem Kristall bringen“, erklärte Christina die Situation noch einmal, während bereits der erste Strahl in den Felsen schlug der ihnen als Deckung diente. Plötzlich griff ein Raumjäger einen der Panzer an und zersägte diesen förmlich mit einem verglichen dünnen Strahl bevor die beiden Hälften explodierten. Schnell zog das Flugvehikel der Aliens sich wieder zurück, während weiter hinten die Außerirdischen ein gewaltiges Schwebevehikel in Stellung brachten. Nur langsam bewegte sich der gewaltige Waffenturm und feuerte mit gewaltigen blau-leuchtenden Energie-Bomben. Eine davon traf einen der Panzer am Eingang und zerstörte diesen ebenso. Das brachte Julian auf eine Idee. Schnell begann er mit Hilfe der holographischen Anzeige etwas Recherche über die schweren Exoskelete von Kim und Sandra zu betreiben und fand tatsächlich was in dieser Situation hilfreich sein würde.
„Kim, große Energie-Kanone, da hin“, gab Julian schnell durch und sein Exoskelet führte entsprechende zeigende Handbewegungen in die Luft aus, während scheinbar auch eine Markierung auf der holographischen Karte gesetzt worden war. „Sandra, Plasma-Raketen, da hin“, fügte er schnell hinzu und sein Exoskelet sowie die Anzeige verhielten sich ähnlich. Und tatsächlich krachte plötzlich ein gewaltiges blaues Energie-Projektil von oben in den ersten Panzer und hinterließ eine gewaltige Explosion, die nichts außer einem Krater vom Panzer und dessen näherer Umgebung übrig ließ. Direkt darauf krachte eine nicht mehr feststellbare Menge Raketen von oben in einen großen Bereich um den anderen übrigen Panzer. Auch hier rissen gewaltige Explosionen das Vehikel und seine nähere Umgebung in Stücke. „Der Eingang ist frei. Jetzt nichts wie los!“, rief Julian aus und stürmte als erster vor. Es war Jake der ihm als erster folgte und erst dann Christina. Plötzlich fegte ein gewaltiger roter, dauerhafter Energiestrahl aus dem gewaltigen Basistor und fegte durch die Alien-Armee. Julian und Jake wurden nur sehr knapp davon verfehlt. Sandra hatte dieses Glück nicht und wurde einfach hinter ihrer Deckung mit dieser zusammen weg gerissen. Nichts sollte mehr von ihr oder ihrem Exoskelet übrig bleiben und sie hatte nicht einmal mehr die Zeit zu schreien. Julian sollte ihren Tod jedoch lediglich anhand einer Anzeige auf seiner holographischen Karte bemerken. Ein weiterer schneller schwenk zur anderen Seite folgte, bevor der Strahl abgeschaltet wurde und anstelle dessen gewaltige rote Energie-Geschosse aus dem Hangar fegten. Ferner sollte Julian schockiert feststellen, dass der letzte Schwenk des roten Strahls Kim erwischt hatte und auch sie gerade ohne eine Chance von der gewaltigen Waffe weg gefegt worden war. Und als es zwei weitere Schritte durch das Tor trat konnte Julian das gewaltige mechanische Laufvehikel sehen, welches das Militär gebaut hatte. Ein Zweibeiner mit gewaltigen Füßen und gewaltigen Klauen, ansonsten aber sehr menschenartig gebaut in typischer funktional wirkender Militär-Optik, ähnlich wie auch deren Exoskelete. Scheinbar waren in die Handflächen der Klauen die gewaltigen Energie-Kanonen eingebaut worden, während die noch gewaltigere Strahlenkanone im Kopf ähnlich wie ein Auge verbaut war. Und niemand konnte auch nur ahnen welche Waffen dieses Vehikel noch verbaut haben würde.

Julians Atem war unglaublich schwer. Sein Herz schien ihm zu schmerzen und sein Brustkorb fühlte sich an als würde er sich gerade zusammen ziehen. Nicht nur dass das Militär nun auch noch diese gigantische Maschine gebaut und auf die Welt losgelassen hatte, sie hatte nun auch noch Kim und Sandra getötet. Und auch wenn Julian geahnt hatte, dass dies passieren könnte und er in jedem Fall, ob erfolgreich bei diesem Angriff oder nicht, den Zyklus wieder zurück setzen würde, ihr vorläufiges Ende nahm Julian stärker mit als er es befürchtet hatte. Aber er musste sich zusammen nehmen. Er musste dort hinein und den Kristall berühren gehen, ansonsten würde etwas noch viel schlimmeres geschehen, egal welche gewaltigen Maschinen ihm das Militär vor die Nase setzen würde. Und so schloss er kurz die Augen, atmete tief durch und zwang sich alle seine Gedanken an Kim und Sandra zu verdrängen. Hier waren immer noch Jake und Christina. Mittlerweile hatten die Aliens einen Gegenangriff gegen das gewaltige Militär-Vehikel gestartet. Unzählige Plasma-Projektile krachten in die Maschine ohne sichtbaren Schaden daran zu hinterlassen. Ein Schwarm Raketen folgte und Explosionen überzogen das Vehikel, welches jedoch lediglich einen ausgleichenden Schritt zur Seite tätigte und dann mit weiteren roten Energie-Geschossen in die Alien-Armee feuerte. Dabei sollten mehrere Stellungen der Aliens einfach zerstört werden. Eines der Projektile traf außerdem einen der Alien-Schwebe-Panzer und zerriss diesen in einer gewaltigen Explosion. Dennoch entschied Julian, dass jetzt der beste Moment war um zu versuchen an dem Vehikel vorbei zu kommen, aber bevor er auch nur in die Nähe kommen konnte, feuerte das Militär-Vehikel seine gewaltige Strahlen-Kanone ab und versuchte sie seitlich über Julian und die anderen beiden zu schwenken. Schnell entschied Julian zurück zu weichen und abzubrechen und wurde so ganz knapp von der Waffe verfehlt. Auch sein Versuch Gegenfeuer mit Raketen und Strahlen-Kanonen zu geben, erwies sich als genauso nutzlos wie die anderen Waffensysteme von zuvor. Julian konnte es kaum glauben als sich ein großes Raumschiff der Aliens über der Basis enttarnte und mit Plasma-Projektilen in die Truppen des Militärs zu feuern. Einige besonders große Ladungen bekam der Läufer des Militärs ab. Gewaltige Explosionen überzogen die Maschine und brachten sie so sehr aus dem Gleichgewicht, dass sie kurz einen ausgleichenden Schritt nach hinten nehmen musste um nicht umzufallen. Julian sah seine Chance und nutzte die Hecktriebwerke seines Exoskelets um vor zu stoßen in der Hoffnung an diesem viel zu starken Gegner vorbei zu kommen. Christina und Jake hatten offensichtlich schnell verstanden, denn sie blieben an Julian dran. Weitere Ladungen krachten in das Lauf-Vehikel und hinterließen einige Explosionen daran als die Drei unbehelligt daran vorbei fegten. Julian sollte gerade noch mitbekommen wie das gewaltige Lauf-Vehikel sein Gleichgewicht wieder gefunden hatte und nun Gegenfeuer mit Energie-Projektilen und dem gewaltigen Strahl gegen das Alien-Schiff geben sollte. Die Schilde hielten aber die neuen Waffen die Palmer entwickelt hatte waren mächtig und Julian wusste nicht genau wie lange selbst diese Alien-Raumschiffe dagegen stand halten würden. Er hatte jedoch andere Probleme. Er musste diesen Kristall erreichen und verhindern, dass weitere Time Loops stattfinden würden.

Es sollte Julian etwas unerwartet treffen, dass nur vergleichsweise sehr wenige Wachen in der Basis zurück geblieben waren. Hin und wieder fand sich ein vereinzelter Soldat mit Energie-Waffe an einer Tür, den Julian mit einer Plasma-Ladung verdampfen konnte. Nicht einmal Zeit-Armbänder hatte Julian bisher in Aktion gesehen. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. Es war nicht mehr weit bis zu dem Raum in dem er den Kristall erwartete, nur noch ein paar Meter, drei Kreuzungen und fünf andere Tore, und immer noch war es ab diesem Punkt viel zu einfach. Skeptisch stoppe Julian sein Exoskelet ab, Christina und Jake taten das selbe.
„Stimmt was nicht Julian?“, warf Christina schnell ein.
„Das hier ist zu einfach… Ich weiß dass sie noch was in der Hinterhand haben… Es…“, begann er unsicher zu erklären und stoppte dann nervös ab.
„Schon in Ordnung, Julian. Wir gehen langsam weiter“, antwortete Christina beruhigend und Julian konnte Jakes Eifersüchtigen Blick durch die dicke Metallschicht der beiden Exoskelete hindurch fühlen. Aber er wusste dass er recht hatte. Schnell nutzte er alle Scan-Vorrichtungen die sein Exoskelet hergeben sollte noch einmal um vielleicht etwas zu finden. Nichts. Weshalb auch? Letzten Endes war der manuelle Scan auch nichts anderes als das was das Exoskelet alle paar Sekunden automatisch ausführte um die holographische Karte aktuell zu halten. Und so entschied er sich sein Exoskelet ein Handzeichen zum Weitergehen geben zu lassen. Mit langsamen, aber leider sehr gut hörbaren Schritten bewegten die drei sich vorwärts wobei besonders Julian versuchte alle Seiten gleichzeitig im Auge zu behalten.
„ARG!“, tönte es auf einmal und genauso plötzlich krachte etwas von der Seite gegen Jakes Kampfanzug und rammte ihn in die nächste Wand. Erschrocken wandten sich Julian und Christina in Jakes Richtung und konnten erkennen, dass dieser gerade von einem neuen Typ Militär-Exoskelet angegriffen worden war. Dieser Typ war offensichtlich sehr schnell, weniger massiv als die anderen und nutzte zwei kleinere Dolch- oder Messerartige Nah-Kampf-Waffen anstelle des Großschwerts das von den anderen Exoskeleten des Militärs bisher verwendet worden war. Jake hatte es jedoch geschafft die Arme seines Feindes mit seinen eigenen zu packen und die Messer so von sich fern zu halten. Schnell nutzte er nun seine Beine und schleuderte den neuen Feind mit einem Tritt nach hinten, bevor er selbst zwei nicht zu unterschätzende Armklingen ausfuhr und in einen unglaublich schnellen Kampf geriet, der selbst Julian mit seiner Kampferfahrung aus den vorigen Time Loops überforderte. Er war sich sicher, dass Jake diesem Gegner nicht gewachsen wäre.
„Nein! Ich komme klar! Geht zum Kristall und bringt es zu Ende!“, rief der jedoch aus als ihm Christina zu Hilfe kommen wollte.
„Verstanden…“, antwortete Julian lediglich sachlich, wandte sich ab und stürmte nun wieder schnell mit Hilfe der Hecktriebwerke vor. Christina folgte ihm, aber auf einigen Abstand da sie eine Weile gezögert hatte.
„Ich hoffe es war richtig ihn zurück zu lassen“, kommentierte sie dann nach einer kurzen Weile.
„Er hat es sich selbst so ausgesucht“, antwortete Julian als plötzlich ein weiteres von der Seite, aus einem der Räume kommendes, Exoskelet des Militärs, dieses Mal der Standard-Typ, das Feuer mit der roten Energie-Schnellfeuer-Waffe auf Christina eröffnete. Diese wich schnell zur Seite und feuerte mit Raketen zurück, während Julian weiter vor stürmte ohne ein weiteres Wort. Keiner der beiden war wichtig für das Ziel dieses Angriffs. Der einzige der sicher zu seinem Ziel kommen musste war Julian selbst. Und das war nicht mehr weit. Lediglich noch eine Tür und dann… Erschrocken musste Julian jedoch feststellen, dass diese Tür anders war als die in den vorigen Time Loops. Möglicherweise war sie angepasst worden nachdem die Aliens gleich zwei Angriffe hatten ausführen können, bei einem hatten sie Julian damals mit Exoskeleten aus der Basis geholt. Nun war sie jedoch nicht mehr geeignet um sie mit einem solchen Exoskelet zu betreten. Und selbst wenn Julian ohne den Kampfanzug eintreten würde wäre es noch sehr eng für ihn. Die Tür war höchstens noch 1,90m hoch und 70cm breit, aber immer noch aus massiven Stahl gebaut. Schnell sah er zu Christina und Jake die sich immer noch im Kampf mit diesen beiden Feinden befanden und entschied sich dann zu sehen ob und wie sich dieser Link der Exoskelete wieder aufheben lassen würde, oder ob er nun querschnittsgelähmt zurück bleiben würde. Die Entfernung des Metalls aus seinem Rücken stellte sich als fast noch schmerzhafter heraus wie das Einführen. Noch etwas wackelig trat Julian aus dem Kampfanzug und dann durch die massive Tür, die er zunächst noch mit der brachialen Gewalt des Exoskelets eingetreten hatte. Zuvor hatte er noch so schnell es seine angeschlagene Konzentration zugelassen hatte eine der Plasma-Handwaffen mit Hilfe seines Fabrikators aus Teilen der Tür hergestellt. Was hinter dieser jedoch erwartete sollte ihn so sehr schockieren, dass er direkt wieder geistig vollständig anwesend sein sollte und seine Schmerzen und Schwäche einfach ignorierte.

Die gute Nachricht war, dass sich der Kristall dort befand wo Julian es erwartet hatte. In diesem Raum den er gerade betreten hatte. Das Problem war jedoch, dass sich nicht nur Julian dort befand. Es befand sich auch Oberst Kurzmann mit einigen seiner Leute dort. Julian zählte insgesamt sieben Soldaten und dazu Kurzmann. Sieben Energie-Gewehre gegen sein eines Plasma-Gewehr. Und dazu noch Oberst Kurzmann. Es war einfach eine völlig aussichtslose Situation und doch entschied Julian sich weiter mit der Plasma-Waffe in Richtung der sieben Soldaten zu zielen.
„WAFFE FALLEN LASSEN!!! SOFORT!!!“, schrie einer der sieben Soldaten in deren typisch autoritären Tonfall.
„Du kannst mich allerhöchstens mal am Sack lutschen“, antwortete Julian lediglich ruhig aber wütend zurück und Kurzmann konnte sich ein lautstarkes Lachen nicht verkneifen.
„Der kleinen Schneeflocke sind ja tatsächlich ein paar Eier gewachsen“, kommentierte er dann. „Noch ein bisschen mehr und ich fange dich vielleicht an ernst zu nehmen“, fügte er dann noch herablassend hinzu.
„Du wärst nicht hier unten und würdest mir im Weg stehen, wenn du mich nicht ernst nehmen würdest“, kommentierte Julian und konnte Kurzmann kurz das Missfallen über diesen Kommentar im Gesicht ansehen.
„Nun, so sehr mich deine neue Art amüsiert… Ich kann und ich werde dich nicht alles zerstören lassen, was ich aufgebaut und erreicht habe“, sagte er dann jedoch ohne ein besonderes Anzeichen von Hass oder Ärger.
„Was denn? Die Apokalypse auf die Welt losgelassen? Den Tod von Milionen von Menschen?“, fragte Julian lediglich sarkastisch.
„Waffensysteme erschaffen mit denen unser Land die Weltherrschaft übernehmen kann, sobald solche miesen kleinen Hurensöhne wie du das auch endlich eingesehen haben“, antwortete Kurzmann immer noch erstaunlich ruhig für das was er da sagte.
„Hier gibt es nur einen Weg Kurzmann. Entweder ich komme zu diesem Kristall oder ich sterbe, der Zyklus setzt sich zurück und ich werde zum nächsten Zyklus wieder genau hier sein und es wieder und wieder versuchen, so lange bis ich erfolgreich bin“, sagte nun Julian erstaunlich ruhig für das was er da gerade sagte.
„Ich sehe schon… Mit einem kleinen Hosenscheißer wie dir kann man nicht wie mit einem erwachsenen reden… Feuer!“, kommentierte und befahl nun Kurzmann und tatsächlich sollten die sieben Soldaten das Feuer eröffnen. Zuvor hatte jedoch bereits Julian gefeuert und den ersten Soldaten blutig zerplatzen lassen. Schnell stürmte er nun zu einer Konsole von der er hoffte dass sie ihm als Deckung genügen würde, während rote Energie-Projektile in nicht mehr zählbaren Massen an ihm vorbei fegten. Dabei feuerte er ein weiteres Plasma-Projektil ab und traf einen weiteren der Soldaten. Dann ein weiterer von der Deckung aus und dann noch einer. Julian verstand es mittlerweile wie eine Selbstverständlichkeit mit dieser Waffe umzugehen, so dass er schnell alle sieben Soldaten vernichtet hatte. Lediglich Blutlachen waren übrig geblieben wo sie sich befunden hatten. Einer fehlte jedoch immer noch. Wo war eigentlich Oberst Kurzmann in diesem Feuergefecht hin verschwunden?

Julian hatte den letzten Satz kaum zu Ende gedacht, da stürzte sich Oberst Kurzmann von links auf ihn ohne dass Julian es auch nur im Ansatz hätte kommen sehen können. Nicht nur dass die Waffe zur Seite gerissen wurde und Julian dabei seinen Zielfokus verloren hatte, Kurzmann packte die Waffe auch noch mit beiden Händen und entriss sie Julian einfach in einer schnellen, plötzlichen Bewegung. Ob er sie dabei mit Absicht oder aus Versehen auch in die selbe Richtung wegschleuderte konnte Julian dabei nicht beurteilen, Fakt war lediglich dass er es tat. Wie hatte er sich diesem Kreuzfeuer entziehen und dann auch noch so plötzlich neben Julian wieder erscheinen können? Und heilige Scheiße hatte dieser Typ Kräfte entwickelt. Julian hätte die Waffe wahrscheinlich nicht einmal dann festhalten können, wenn er den Angriff kommen gesehen hätte. Er war eben noch einmal gute 5 bis 10 cm größer als Julian es war und noch einmal unglaublich wesentlich muskulöser und Julian war bereits fast 2m groß und hatte zwei Jahre in einem Fitness-Center fast täglich trainiert. Wenn Jake und Steven, Kims Ex-Freund, schon gewaltige Monster aus blanken Muskeln für Julian waren… Was war dann eigentlich dieser Typ da? Im Exoskelet hätte Julian eine Chance gegen ihn gehabt, aber in einem direkten Kampf Mann gegen Mann bestand nicht die geringste. Und dennoch… Er war bereits so weit gekommen. Er konnte den Kristall bereits sehen und er würde nicht einfach aufgeben. Und himmelherrgott nochmal, es war nicht der passende Zeitpunkt um in Ehrfurcht und/oder Bewunderung vor seinem Feind zu erstarren. Und so nahm Julian schnell alle innere Stärke die er in sich trug zusammen und versuchte Kurzmann seine Faust ins Gesicht zu rammen, so lange wie er eine Gegenheit dazu erkennen konnte. Julian hatte sich jedoch geirrt, denn nun fing Kurzmann den Schlag mit seinem eigenen Arm ab und leitete ihn geschickt an seinem Kopf vorbei, so dass er selbst einen Faustschlag mit dem anderen Arm gegen Julians ungeschützten Brustkorb ausführen konnte. Schmerzen durchzogen erst die Trefferstelle, dann Julians gesamten Körper, dann blieb ihm die Luft einen kurzen Moment weg und er brach kurz vor Kurzmann zusammen, der offensichtlich darauf verzichtete einen weiteren Schlag auszuführen obwohl er es hätte ohne Probleme können.
„Steh auf du mieser, kleiner Hosenscheißer. Nach all den Problemen die du mir bereitet hast, ist DAS hier jetzt tatsächlich alles was du kannst, du erbärmliches Stück Dreck? Steh auf und kämpfe, damit du wenigstens im Ansatz die Tatsache wert bist, dass jemand wie ich sich überhaupt mit dir befasst!“, kommentierte er lediglich wütend, während Julian immer noch versuchte die Schmerzen des letzten Schlages zu verkraften und wieder zu Luft zu kommen. Aber selbst wenn er das schaffen würde… Er hätte dadurch auch nicht mehr Chancen gegen Kurzmann. Er brauchte irgendetwas dass ihm einen Vorteil verschaffen würde in dieser Situation und so legte er seine linke Handfläche hinter sich auf den Boden um den Fabrikator zu benutzen um eine neue Plasma-Kanone zu erschaffen. Aus dieser Entfernung könnte selbst Kurzmann nicht mehr entkommen. An dessen kurzen schockierten Blick bemerkte Julian allerdings dass Kurzmann den Plan bemerkt hatte. Als Kurzmann vor stürmte zog Julian jedoch seinen Arm vor und schlug mit einem der gebogenen Schwerter, wie sie auch die Aliens verwendeten zu, dass er schnell anstelle einer Plasma-Kanone mit dem Fabrikator geschaffen hatte, da es wesentlich schneller ging. Kurzmann wich schockiert zurück und entkam dem Schlag, der ansonsten problemlos seinen Kopf abgetrennt hätte. Julian ließ es nicht auf sich beruhen und führte noch fünf weitere Schläge aus bevor Kurzmann sich Julians Arm packte und mit der anderen Hand einen gezielten Schlag mit der Handkante auf den Arm ausführte, der Julian ausreichende Schmerzen bereitete dass er das Schwert fallen lassen musste, welches wiederrum von Kurzmann mit einem gezielten Tritt weggeschleudert wurde. Julian gab jedoch nicht einfach auf und nutzte den Fabrikator erneut, dieses Mal an einer Metallstange, um aus dieser einen der Speere der Aliens zu erschaffen. Kurzmann wich schnell sehr weit zurück und nutzte dann gezielte Körperbewegungen zur Seite um Julians unzählbarer Menge an Stichangriffen zu entkommen. Kein einziger sollte sein Ziel treffen, so dass Julian wütend einen seitlichen Schlag mit seiner Waffe ausführte, was Kurzmann nutzte um ein paar Schritte vor zu kommen, so dass ihn lediglich die Stange traf, die er nun packen konnte und sie Julian erneut aus der Hand riss, bevor er noch ein paar mehr Schritte vor kam und einen Faustschlag gegen Julians Kopf ausführte. Julian hielt schützend beide Arme vor sich, konnte aber nicht verhindern, dass noch etwas Kraft des Schlages sein Gesicht treffen sollte, zumal nun seine Arme unglaublich schmerzten. Ein weiterer Schlag folgte und dann einer gegen den Bauch, den Julian nicht hatte kommen sehen können. Erneut blieb ihm die Luft weg und er brach zusammen, aber dieses Mal fügte Kurzmann gleich drei weitere Schläge gegen Julians Kopf hinzu und dann einen Tritt in die Darmgegend der Julian sogar noch ein Stück zurück schleudern sollte. Schmerzen durchzogen mittlerweile seinen gesamten Oberkörper und das Atmen fiel ihm unglaublich schwer. Dazu kamen die Schmerzen im Gesicht die sogar noch schlimmer sein sollten. Blut lief ihm rechts aus dem Mund und oben an der linken Stirnseite herunter. Julian war sich außerdem nicht sicher in wie weit seine Zähne von den letzten Schlägen beschädigt worden waren. Er hatte einfach keine Chance gegen dieses Monster von einem Mann, das musste er sich nun selbst eingestehen. Und wieder würde er kurz vor dem Ende versagen. Kurzmann war einfach zu viel für ihn. Vielleicht hatte er doch immer recht gehabt. Julian war nichts weiter als ein mieser kleiner Hosenscheißer und Vollversager, der nichts auf die Reihe bekam und es waren Menschen wie Kurzmann, die Dinge geregelt bekamen und deshalb auch zurecht die Macht auf der Welt hatten. Wie sollte ein Loser wie Julian da überhaupt noch mithalten? Vielleicht sollte er besser einfach aufgeben und die Welt sich selbst überlassen.

Julian brauchte dieses Mal wesentlich länger um wieder auf die Beine zu kommen, aber er kämpfte sich dennoch durch. Er würde nicht kurz vor dem Ende versagen. Auf keinen Fall würde er das. Und selbst ein Monster wie dieser beschissene Oberst Kurzmann würde ihn nicht aufhalten.
„Oho… Ich bin tatsächlich mittelmäßig beeindruckt... Von deiner Dummheit. Es wäre besser für dich gewesen, wenn du liegen geblieben wärst, Schneeflocke…“, kommentierte Kurzmann lediglich sarkastisch und schien sich bereits auf den nächsten Schlag vorzubereiten.
„Ich hatte es doch gesagt… Hör auf mich so zu nennen, Militärabschaum“, antwortete Julian wütend bevor er sehr plötzlich einen Faustschlag auf Kurzmann ausführte, den dieser offensichtlich nicht kommen gesehen hatte. Mit voller Wucht traf ihn die Faust von rechts ins Gesicht. Das musste er eindeutig gefühlt haben. Kurzmann musste sogar einen Schritt zurück treten um sein Gleichgewicht zu halten. Julian war gar nicht bewusst gewesen, dass er so fest zugeschlagen hatte. Aber das genügte noch nicht und so fügte er lautstark schreiend einen weiteren Schlag hinzu und dann noch einen und dann noch einen weiteren. Blut spritzte dabei in alle Richtungen, bevor Kurzmann sich unerwartet schnell vom letzten Schlag erholte und dann den nächsten mit seinen Armen abfing bevor er einen weiteren Schlag in Julians Bauch ausführte. Dieses Mal war es jedoch Julian der den Schlag zur Seite umleitete und einen Tritt in Kurzmanns Bauch ausführte bevor ein weiterer direkter Volltreffer in Kurzmanns Gesicht mit der rechten Faust folgte. Dieses Mal war es Kurzmann der nach hinten zu Boden fiel und aus dem Mund stark blutete. Dann hustete er kurz und spuckte Blut, bevor er einmal lautstark lachte und sich beinahe in einem Sprung wieder auf seine Beine richtete.
„Na gut. Du willst unbedingt in der Erwachsenen-Liga mitspielen, dann kämpfen wir eben wie Männer. Jetzt werde ich dafür sorgen, dass du den Tag deiner Geburt bereust“, kommentierte er dann und zog schlagartig ein langes Militär-Überlebens-Messer aus seinem Waffengürtel dass er direkt für einen ersten Angriff nutzte. Julian wäre fast getroffen worden, aber er wich gerade noch schnell zurück bevor ihn das Messer hatte erreichen können. Dann noch einmal und noch ein weiteres Mal, bis er eine kurze Chance sah aus einer Absperrung ein neues Schwert mit Hilfe des Fabrikators zu erschaffen, dass er direkt Kurzmann ins Bein rammte. Lautstark schrie der Oberst auf vor Schmerzen, aber hielt sich ausreichend auf den Beinen um Julian mit einem weiteren Schwingen seines Militär-Messers zurück auf Abstand zu zwingen. Anschließend riss er sich in einer schnellen Bewegung das Schwert aus dem Bein und richtete sich dann wieder auf als ob die Verletzung ihn fast gar nicht behindern würde. Julian war sich jedoch sicher dass sie das tat. Ihn hätte ein solche Stichverletzung völlig handlungsunfähig gemacht. Nun hatte Kurzmann jedoch das Messer und das Schwert als Waffen die er gegen Julian einsetzen konnte und das sollte er auch direkt tun. Schnell wich Julian zurück als Kurzmann die ersten Angriffe startete. Er dürfte auf keinen Fall einen Treffer damit abbekommen, dann wäre es zu Ende. Als Kurzmann einen Angriff von oben nach unten mit dem Schwert ausführte entschied Julian seinen Fuß auf die Klinge zu platzieren, so das Kurzmann es los lassen musste, wenn er einen weiteren Angriff starten wollte. Und das tat er indem er versuchte mit dem Messer zu zustechen. Dabei stürmte er außerdem mit all seiner Kraft und Geschwindigkeit auf Julian zu. Es war bereits zu spät zum Ausweichen und auch sonst gäbe es keine Option für Julian das hier zu verhindern. Und dennoch packte er sich Kurzmanns Arme und versuchte das Messer mit aller Kraft die er zur Verfügung hatte von sich fern zu halten. Beide schrien angestrengt auf, während jeder versuchte mehr Kraft als der andere aufzubringen. Leider war Kurzmann definitiv der stärkere in diesem Kampf und das Messer näherte sich sehr langsam immer weiter Julian. Dies wäre das Ende. Aber es durfte einfach nicht das Ende sein. Es durfte einfach nicht… In einer unglaublich schnellen Bewegung rammte Julian seinen Fuß auf den von Kurzmann, so dass diesem kurz die Kräfte versagten. Genug Zeit für Julian sich in den Arm in dem Kurzmann das Messer hielt mit seinem eigenen Arm einzuharken und dann an Kurzmann vorbei zu stürmen, wobei er dessen Arm unter lautstarkem Krachen und Schmerzensschreien des Obersts brechen sollte. Auch das Messer fiel einfach zu Boden. Julian wollte gerade den nächsten Schlag ausführen als Kurzmann sich umdrehte und den Schwung nutzte um Julian einen weiteren Faustschlag mit dem anderen Arm zu verpassen. Der Schlag traf Julian genau in die Kehle hinein und brachte Julian völlig zum Zusammenbruch. Er bekam keine Luft mehr und war sich unsicher ob er das jemals wieder würde. Dennoch hob er den Kopf an und blickte in das hasserfüllte Gesicht Oberst Kurzmanns der offensichtlich nicht mitbekommen hatte, dass Julian in Griffweite des Schwertes war. Noch bevor Julian sich sicher war wieder genug Luft zu bekommen griff er die Waffe und trennte in einer schnellen Bewegung den noch heilen Arm des Obersts ab und genoss kurz dessen Schmerzensschreie bevor er die Sache mit einem letzten Schlag von oben nach unten beendete und den hochrangigen Militäroffizier feinsäuberlich in zwei Hälften zerteilte. Blut spritzte aus der Trennstelle in Massen bevor der Oberst einfach in sich zusammen fiel und weiteres Blut und Innereien ausliefen. Ein plötzliches Piepsen riss Julian schlagartig zurück in die Realität. Das Zeitarmband. Er hatte es schon wieder einfach vergessen, was wahrscheinlich daran gelegen hatte, dass er bisher kein einziges davon in Aktion gesehen hatte, bei keinem anderen Soldaten den er ansonsten auf dem Weg hierher bekämpft hatte.

Hilflos musste Julian mit ansehen wie sein gerade besiegter Gegner sich einfach wieder zusammen setzte, genauso wie er es bereits mehrfach bei Palmer und anderen Soldaten hatte beobachten können. Nun stand Julian einem völlig unverletzten Oberst Kurzmann gegenüber und er selbst hatte bereits einige schwerere Verletzungen erlitten. Dazu kam seine völlige Entkräftung, die er erst begonnen hatte zu bemerken als er geglaubt hatte gewonnen zu haben. Sein Atem war unglaublich schwer, Verletzungen bluteten immer noch und alles verursachte ihm gefühlt Schmerzen. Kurzmann dagegen zeigte nicht die geringsten Anzeichen die in eine solche Richtung gingen. Er stand einfach vollkommen unversehrt vor Julian und grinste ihm ins Gesicht.
„Ich hätte ja nicht geglaubt, dass du wirklich so dämlich bist und auf den selben Trick gleich zweimal reinfällst, aber hier sind wir dann wohl“, kommentierte Kurzmann lediglich.
„Also den Spruch würde ich ja wirklich gerne zurück geben“, antwortete Julian mit einem stark sarkastischen Tonfall bevor er sich die Plasma-Kanone griff, die am Anfang des Kampfes von Kurzmann weggeschleudert worden war und sich seit kürzerer Zeit wieder in Julians Reichweite befand und sie auf den überraschten Oberst abfeuerte. Ohne dass er auch nur noch fähig war zu schreien zerplatzte der hochrangige Militäroffizier nun einfach in einer Blutfontäne und verteilte sich durch den halben Raum. Julian wusste jedoch, dass ihm lediglich ein paar Sekunden bleiben würden und so stürmte er schnell in Richtung des Kristalls. Das Zeit-Armband piepste bereits und Kurzmann begann sich wieder zusammen zu setzen, aber es war nicht mehr weit. Nur noch ein paar Zentimeter. Julian streckte bereits den Arm aus als er von hinten an seiner Kleidung gepackt und in einer kräftigen Bewegung zurück gerissen wurde. Unsanft landete Julian auf seinem Hintern und rutschte mit seinem Rücken gegen eine der Absperrungen. Die Plasma-Kanone ging ihm dabei ebenfalls irgendwann verloren. Es war Kurzmann gewesen der sich rechtzeitig neu zusammen gesetzt hatte.
„Fuck…“, kommentierte Julian leise, da ihm nun langsam die Ideen ausgingen. Er musste dringend zu diesem Kristall und Kurzmann, ein größerer Berg als er selbst, der nur aus Muskeln zu bestehen schien und dazu noch durch ein Zeit-Armband von Palmer unsterblich war, stand ihm dabei im Weg. Es gab keinen Weg wie das für Julian irgendwie gut ausgehen könnte… Außer er würde es schaffen das Zeit-Armband irgendwie von Kurzmanns Arm abzunehmen, zu beschädigen oder vielleicht sogar völlig zu zerstören.
„Unten bleiben, du kleiner Hosenscheißer“, sagte Kurzmann lediglich als Julian auch nur erste Anzeichen für einen Versuch sich wieder aufzurichten zeigte. Somit entschied er lieber seinen Arm auf die Absperrung zu legen um eine neue Waffe mit dem Fabrikator daraus herstellen zu können. „Das würde ich an deiner Stelle auch lieber sein lassen“, kommentierte Kurzmann wieder und Julian sah auch von dieser Maßnahme ab. Aber irgendetwas musste er doch tun. Irgendetwas. Er war einfach so dicht dran an der Lösung aller dieser Probleme. „Jetzt hast du´s kapiert Schneeflocke. Du wirst hier gar nichts mehr anfassen. Du wirst einfach nur mit meinen Leuten mitgehen wenn sie durch diese Tür kommen um dich abzuholen“, fügte Kurzmann dann noch hinzu.
„Damit ihr wieder qualvoll an mir herum experimentieren könnt? Auf keinen Fall… Eher sterbe ich…“, kommentierte Julian und bemerkte die unglaublich gute Idee, die dahinter steckte. Er war in diesem Zyklus zwar gescheitert, aber es gäbe immer noch einen weiteren. Er würde alles noch einmal genauso wiederholen und dieses Mal besser auf das Zeit-Armband vorbereitet sein.
„Scheiße!“, rief nun Kurzmann aus und stürmte vor. Auch er hatte offensichtlich Julians Geistsblitz bemerkt. Aber es war bereits zu spät. Julian hatte es geschafft heimlich ebenfalls ein Messer mit dem Fabrikator zu erschaffen. Jetzt musste er es sich nur noch durch das Herz oder den Hals rammen damit er auch sicher sterben würde. Er hatte so etwas schon einmal getan, damals in einer seiner ersten Schlachten. Aber auch dieses Mal zögerte er. Der menschliche Verstand war einfach nicht dafür geschaffen worden sich auf diese Weise selbst Schaden zu zufügen. Und dieses Zögern war genau die Zeit die Kurzmann gebraucht hatte um Julian zu erreichen und dieses Mal ihm den Arm unter lautstarkem Krachen zu brechen. Julian schrie lautstark auf vor Schmerzen und ließ ebenfalls gezwungener Maßen sein Messer fallen. Er hatte bereits so unglaublich viele schmerzhafte Tode erlebt, aber der Schmerz eines gebrochenen Arms machte ihn immer noch handlungsunfähig. Weiterhin schreiend wandte Julian sich auf dem Boden und hielt mit dem anderen unverletzten Arm seinen verletzten Arm fest.
„Du verdammter Bastard! Mein Arm!“, schrie Julian weiter aus.
„Wie war das? Hast du mich etwa gerade noch beleidigt du kleiner Hosenscheißer?“, fragte Kurzmann lediglich wütend und sarkastisch aus, bevor er mehrere Tritte in Julians Bauch ausführte. Nach dreien davon spritzte Blut aus Julians Mund und als er hustete kam eine weitere Welle Blut. „Du hast wirklich Glück, dass du momentan noch nicht sterben darfst. Aber das bedeutet nicht, dass ich dir keine Schmerzen zufügen kann, du Scheißhaufen von einem Vollversager“, kommentierte Kurzmann weiter und lachte kurz. Und er hatte recht. Julian hatte versagt und damit bewiesen dass er tatsächlich zu gar nichts gut war. Weitere Schritte waren zu hören. Wahrscheinlich das Militär um ihn einzukassieren und wieder in eine Zelle für weitere Experimente zu sperren. Langsam begann Julian in Verzweiflungstränen auszubrechen als ihm klar wurde, dass er weder Kim noch Sandra nun je wieder sehen würde. Und Christina und Jake waren mit hoher Wahrscheinlichkeit nun ebenfalls tot. Was sollte er ihnen allen im Jenseits erzählen, falls es so etwas überhaupt gab? Und würde er sie überhaupt tatsächlich dort wiedersehen können, wenn er in der Militär-Basis gefangen war und sie weitere Experimente an ihm durchführten, höchstwahrscheinlich bis an sein Lebensende, falls er dies unter diesen Umständen überhaupt je erreichen konnte?
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So, da ist der neue Lost in Time-Teil. Ein einziges Action-Feuerwerk, so wie ein Finale das nun mal so sein muss. :mrgreen: Wer wissen will, wie der Kampf zwischen Julian und Kurzmann jetzt am Ende ausgeht und ob er tatsächlich aus der Zeit gelöscht wird oder ob alles nicht doch ganz anders kommt, der muss jetzt allerdings unbedingt dran bleiben. ;)
Bis dann Leute, ich hoffe irgendwer hat immer noch seinen Spaß damit. :mrgreen:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 23 – Das große Ende/Drohendes Unheil:

Sehr zu Julians Überraschung sollte nicht das Militär durch die Tür treten, sondern Jake, ohne sein Exoskelet, der direkt den Ernst der Situation erkannt hatte und auf Oberst Kurzmann zustürmte. Dieser war offensichtlich so überrascht dass er den Schlag den Jake in seinen Bauch ausgeführt hatte nicht mehr abfangen konnte. Julian konnte die Schmerzen dieses Treffers förmlich selbst fühlen, da die Auswirkungen sich so offensichtlich bei Kurzmann zeigten. Plötzlich sollte der Oberst zusammen brechen und sich einmal blutig übergeben. Jake sah scheinbar von weiteren Angriffen ab und versuchte erst einmal einen Überblick über die Lage zu bekommen. Kurzmann fing sich jedoch schneller als geplant wieder und stürzte sich nun förmlich auf Jake. Dieser packte schnell beide Arme von Kurzmann und hielt sie angestrengt von sich fern. Julian hatte in einer ähnlichen Situation keine Chance gegen Kurzmann gehabt. Jake hatte sie hingegen schon. Er konnte nicht nur mit diesem Monster von einem Militär-Offizier mithalten, er schien ihm sogar mehr als gewachsen zu sein. Und das obwohl er wesentlich kleiner war als Kurzmann oder Julian.
„Jake… Das Armband!“, rief Julian ihm schnell zu sehr zu Kurzmanns offensichtlichem Missfallen und Jake schien zumindest das nötigste verstanden zu haben, bevor Kurzmann ihn mit einem Tritt zwang zurück zu weichen. Beide gerieten in einen Schlagwechsel der zu schnell war als dass Julian ihm vernünftig folgen konnte und eine gute Ecke zu professionell auf ihn wirkte, als dass er fähig wäre diesen vernünftig beschreiben zu können. Julian konnte jedoch den Volltreffer deutlich sehen, den Jake plötzlich mit der Faust in Kurzmanns Gesicht landete. Im Anschluss packte er den einen Arm von Kurzmann und rammte ihn mit voller Wucht gegen die nächste Absperrung. Und dann noch einmal und noch ein weiteres Mal. Tatsächlich beschädigte er deutlich das Gehäuse des Zeitarmbands dabei, aber ob es genügte um es auch zu zerstören, das war für den Moment sehr schwer abzuschätzen. Kurzmann hatte sich von Jakes letztem Volltreffer erholt und schlug nun mit dem Arm von einer Seite zur anderen, aber Jake duckte sich einfach unter dem Schlag weg, bevor er zwei Volltreffer in Kurzmanns Bauch landete, danach aber nur noch dessen Arme treffen sollte. Julian musste sich irgendwie zusammen reißen und wieder in den Kampf eingreifen. Vielleicht könnten sie es zusammen schaffen Kurzmann das Zeit-Armband zu entreißen. Wenn nur sein gebrochener Arm nicht solche Schmerzen verursachen würde… Und dennoch schaffte Julian es zumindest noch einmal auf seine Beine zu kommen und sich das Messer vom Boden zu nehmen, dass er zuvor verloren hatte. Nur langsam trat er von hinten an Oberst Kurzmann heran. Das Timing musste jetzt ganz genau stimmen und Jake würde hoffentlich auch sofort wissen was er tun müsste. Auf gar keinen Fall dürfte Kurzmann Julian bemerken. Aber der war ohnehin durch Jake ziemlich abgelenkt, der ihm einen durchaus angemessen Gegner bot. Schnell hatte Julian Kurzmann das Messer durch den Rücken gerammt, so dass er nun lautstark schreiend zu Boden ging. Jake hatte die Chance schnell verstanden und griff sich das Zeit-Armband. Da es bereits beschädigt war zerbrach das Gehäuse einfach und das Armband ließ sich ohne weitere Schwierigkeiten entfernen.
„NEIN!“, schrie Kurzmann wütend aus bevor ihn ein weiterer Schlag von Jake zum Schweigen brachte und ihn nach hinten zu Boden schleuderte. Julian und Jake sahen beide von oben auf Kurzmann herab, der mit dem Zeit-Armband seinen bedeutensten Vorteil verloren hatte und nun wieder so sterblich war wie jeder andere. „Ihr miesen kleinen… Das war nicht fair… Das war ein mieser kleiner billiger Trick“, kommentierte er dann und spielte wahrscheinlich auf die zahlenmäßige Überlegenheit der beiden in diesem Kampf an.
„Vielleicht… Aber ein waiser Mann sagte einmal: ‚Im Krieg sind alle billigen Tricks erlaubt. Wer am Ende gewinnt, der lebt und der andere stirbt‘ oder so ähnlich“, antwortete Julian lediglich sarkastisch sehr zu Kurzmanns Missfallen, der lediglich wütende Knurrlaute als Antwort darauf von sich geben konnte.
„Und was machen wir jetzt mit ihm? Umlegen oder was anderes?“, fragte nun Jake recht trocken.
„Spielt keine Rolle. In wenigen Minuten wird hier sowieso der Zyklus ein letztes Mal zurück gesetzt“ antwortete Julian genauso trocken.
„Also gut dann…“, kommentierte Jake noch bevor er Kurzmann einen so kräftigen Tritt gegen den Schädel verpasste, dass selbst ein Berg wie Kurzmann das Bewusstsein davon verlor. Damit war die Sache für Julian für den Moment erledigt.

Er bemerkte erst jetzt wie extrem angespannt er immer noch war. Und das lag nicht nur an den Schmerzen in seinem gebrochenen Arm. Es war die gesamte Situation gewesen die ihn in diese Anspannung getrieben hatte. Plötzlich schreckte Julian auf, als ihm klar wurde dass draußen immer noch um die Basis gekämpft wurde und er sich beeilen musste, wenn er noch etwas gegen die Zeitschleifen unternehmen wollte. Es würde sicherlich nicht mehr lange dauern bis das Militär die Situation ebenfalls bemerkte und hier eintreffen würde. Schnell wandte Julian sich dem Kristall zu.
„Hey Mann… Bist du sicher dass du da keine Hilfe brauchst?“, warf nun Jake noch einmal ein und deutete auf Julians gebrochenen Arm.
„Spielt keine Rolle. Gleich gibt es da sowieso nichts mehr zu versorgen“, antwortete Julian und spielte auf seine gleich stattfindende Löschung aus der Zeitlinie an.
„Julian! Warte!“, stoppte ihn plötzlich Christina als er einen Schritt auf den Kristall zugehen wollte. Erleichtert sollte Julian feststellen, dass sie es ebenfalls geschafft hatte ihren Feind mit dem Exoskelet zu besiegen und jetzt ohne Exoskelet hier im Raum war wo er sie nun zumindest noch ein letztes Mal sehen könnte. Gottverdammt, diese Frau war so unglaublich wunderschön, selbst wenn sie gerade sehr besorgt aussah. Julian konnte gar nicht vermeiden dass er sie anlächelte.
„Ist schon OK. Ich geh´s jetzt zu Ende bringen“, sagte er dann.
„Nein! Ist es nicht! Der Grund weshalb ich, Kim und Sandra mit dir hier runter wollten war um dich hiervon abzuhalten wenn es soweit ist!“, rief Christina nun aus.
„Es ist aber der einzige Weg den wir haben. Du weißt genau dass das Sigma jeden Zyklus eingreifen könnte. Du weißt dass wir keinen anderen Weg kennen die Zeitschleife zu beenden… Und du weißt dass es der einzige Weg ist den Deal mit den Aliens einzuhalten. Und denen wollen wir ganz bestimmt nicht ans Bein pinkeln“, erklärte Julian ihr noch einmal, aber er konnte ihr im Gesicht ansehen, dass sie das alles bereits wusste, aber es ihr aus irgendeinem Grund vollkommen egal war. Sie wollte lediglich Julian nicht endgültig verlieren. Eine Weile sahen sich beide nur an und sagten gar nichts. „Wieso?“, fragte Julian dann lediglich. „Ich bin doch lediglich…“, konnte er gerade noch sagen als sich plötzlich von allen Menschen Jake zwischen Julian und ein Plasma-Projektil werfen sollte, das Kurzmann mit einer der beiden Waffen die im Raum lagen abgefeuert hatte nachdem er unerwartet früh sein Bewusstsein wieder erlangt hatte. Das Projektil hatte nur noch Jakes Unterkörper getroffen, aber diesen völlig zerplatzen lassen und verdampft. Christina stürmte sofort laut schreiend zu Jakes Überresten, während Julian schnell ein weiteres Schwert mit dem Fabrikator erschuf und in einer schnellen Bewegung die der Oberst kaum hatte sehen können von der Seite beide Arme gleichzeitig am Oberarm abtrennte. Blut schoss aus den Stummeln während die Arme zusammen mit der Plasma-Kanone auf den Boden klatschten. Christina hatte mittlerweile Jakes Oberkörper erreicht. Er war noch am Leben, aber es war vollkommen klar, dass er das nicht mehr sehr lange sein würde. Julian wollte Kurzmann gerade den Kopf mit dem Schwert abtrennen als er stoppte und es lediglich in Bereitschaft an seine Kehle hielt. Christina kniete derweilen neben Jake und brach völlig verzweifelt in Tränen aus.
„Wieso Jake? Wieso hast du das getan?“, schluchzte sie.
„Weil er… dir offensichtlich… alles bedeutet… Ist schon OK… Ich…“, antwortete Jake noch langsam und sehr schwach bevor er an seinem massiven Blutverlust starb und Christina noch einmal laut aufschrie bevor sie sich aufrichtete und auf Kurzmann zukommen sollte. Der hatte bei Jakes Tod ohnehin begonnen lautstark zu lachen. Das Julian ihm weiterhin die Klinge an den Hals hielt und ihm beide Arme fehlten schien ihn dabei erstaunlich wenig zu interessieren.
„Was ist so lustig?“, fragte Christina als sie die Plasma-Kanone erreichte die Kurzmann verwendet hatte um damit Jake zu töten.
„Du Püppchen. Ich erinnere mich an dich. Eine der wenigen die ich wirklich ungern erschossen habe. Aber es erschien mir zu diesem Zeitpunkt notwendig um unsere Geheimnisse zu schützen“, antwortete Kurzmann. „Was hast du denn jetzt schon wieder vor, Püppchen? Mich abknallen oder was?“, sprach er dann weiter als Christina sich nach unten beugte die Arm-Reste von der Waffe entfernte und sie vom Boden aufhob um sie auf den Oberst zu richten. Julian hatte sofort verstanden und rammte das Schwert Kurzmann lieber schnell durch beide Beine bevor er schnell ein paar Schritte zur Seite ging. Laut schreiend vor Schmerzen kniete Kurzmann nun vor Christina und starte in den Lauf der Plasma-Waffe als er wieder aufsah. „Ach komm schon Püppchen. Leg das Ding weg. Ich sag dir was. Du hast es doch nicht in dir. Du bist…“ begann er dann wieder abwertend zu sprechen bevor Christina einfach den Abzug der Waffe drückte und Kurzmann in Stücken durch den gesamten Raum verteilte. Sie hatte ihn tatsächlich ohne auch nur kurz zu zucken einfach abgeknallt… Genau wie er es zuvor mit ihr einfach getan hatte. Julian konnte nicht vermeiden dass sich nun tatsächlich Anzeichen von Erleichterung bei ihm zeigten. Er atmete tief durch, erinnerte sich aber daran, dass nun das Schwerste noch vor ihm liegen sollte. Zuerst wandte er sich dem Kristall noch einmal zu, dann Christina die immer noch gegen ihre Tränen wegen des Verlusts von Jake ankämpfte. Und selbst wenn sie trauerte war sie noch wunderschön. Es versetzte Julian innerlich einen weiteren Schlag wenn er daran dachte was er ihr jetzt antun müsste, aber es würde ihm keine andere Wahl bleiben. Und so begann er sie anzulächeln, so lange bis er ihre Aufmerksamkeit hatte.
„Das ist jetzt der Abschied“, sprach er sie dann an und ihr Tränenausbruch wurde noch schlimmer.
„Bitte nicht Julian… Bitte… Ich… Ich…“, brachte sie zwischen alle dem noch immer leiser heraus und trat langsam ein paar Schritte näher zu ihm. „Ich…“, wiederholte sie noch einmal als sie direkt vor Julian stand, stoppte dann ganz plötzlich ihren Tränenausbruch und senkte mit einem düsteren Blick ihren Kopf. Sie schien unglaubliche Angst vor dem zu haben was sie gleich vor hatte zu tun und Julian konnte nicht anders als ein wenig irritiert davon zu sein. Was könnte sie vor haben zu sagen oder zu tun, was ihr solche Angst bereiten würde? „Ich liebe dich, Julian… Ich liebe dich…“, sagte sie dann und sah ihm nun direkt in die Augen. Julian brauchte einen kurzen Moment um das zu verstehen. Hatte nun kurz vor seinem endgültigen Ende ihm tatsächlich seine absolute Traumfrau gesagt dass sie ihn lieben würde? Ihn und nicht Jake, mit dem sie eigentlich fest zusammen war?

Julian wusste nicht mehr genau wie lange er da gestanden hatte und Christina einfach nur angestarrt hatte. Sein niedriges Selbstwertgefühl konnte das was gerade geschehen war einfach nicht verputzen, egal wie viel Mühe er sich dabei geben sollte. Noch dazu kam die Situation in der es geschehen war. Jake war gerade gestorben, Julian kurz davor für immer zu verschwinden und das Militär würde sicherlich jeden Moment erscheinen und die beiden einkassieren. Und genau jetzt hatte Christina sich entschieden ihm ein Liebesgeständnis abzulegen? Das konnte doch nicht ihr gottverdammter Ernst sein!
„Aber du… Ich…“, brabbelte Julian während er die Schönheit gerade anstarrte und verzweifelt versuchte zwischen seiner eigenen Anziehung zu ihr und den Fakten seine Gedanken zu ordnen. Als ihm plötzlich jedoch der einzig logische Gedanke in dem ganzen wirren Chaos kam, dass es ohnehin keine Rolle spielte was in diesem Zyklus noch weiter geschah, brach jedoch seine Blockade. „Ich liebe dich auch Christina. Ich will nicht dass ich verschwinde. Ich würde jetzt lieber mit dir hier bleiben. Aber ich kann nicht. Ich muss es zu Ende bringen, sonst werden wir alle auf ewig in dieser Zeitschleife gefangen werden und die Welt geht wieder und wieder auf´s neue unter“, sagte er dann und Christina nickte kurz. Dann lächelte sie Julian unglaublich freundlich an.
„Dann ist das jetzt also tatsächlich der Abschied“, sagte sie dann und Julian nickte lediglich zustimmend. Plötzlich griff Christina bestimmt, aber immer noch unglaublich sanft seine Wange und küsste ihn. Julian wusste gar nicht wie ihm geschah. Er hatte bereits einige unglaublich intensive Küsse mit Sandra und Kim erlebt, aber dieser hier fühlte sich besser an als sie alle zusammen. Und das obwohl sein rechter, gebrochener Arm immer noch stark schmerzte. Das Feuerwerk an Gefühlen dass Julian gerade hatte war unbeschreiblich und so begann er den Kuss zu erwiedern und seinen linken Arm um Christina zu legen und sie fest zu halten. Nein er wollte jetzt lieber noch diese Frau küssen und sehen wohin ihn das treiben würde. Er wollte jetzt mit dieser Frau zusammen sein und nicht für immer verschwinden, aber er musste. Es blieb ihm keine andere Wahl. Und so trennten sich die beiden nach gefühlten fünf Minuten wieder und lächelten sich an.
„Ich fürchte das ich gehen muss, bevor das Militär kommt“, flüsterte Julian ihr einfühlsam zu und Christina nickte vorsichtig. Nur langsam ging Julian auf den Kristall zu und drehte sich dabei immer wieder zu ihr um. Himmel war diese Frau so wunderschön. Julian war froh, dass sie tatsächlich das letzte sein würde, was er vor seinem Ende zu sehen bekam. Nur noch ein kleiner Griff zur Seite und er würde den Kristall berühren. Er lächelte Christina an, die noch zurück lächelte.
„Stopp! Tu das nicht!“, rief eine Stimme aus die Julian erschreckend bekannt vorkommen sollte. Es war Leutnant Palmer. Genau der Leutnant Palmer der diese grausamen Experimente an Julian durchgeführt hatte und genau der Leutnant Palmer der eigentlich tot sein sollte. Anscheinend hatte dieses eine Zurücksetzen der Zeitschleife auch diese Ratte wiederbelebt.
„Und warum sollte ich das nicht tun?“, fragte Julian vollkommen wütend über die Tatsache dass jemand wie Palmer gerade wieder lebend vor ihm stand.
„Ich weiß dass du glaubst dass du damit dich selbst und den Kristall aus der Zeit löschst und damit alles was geschehen ist auch niemals passiert ist. Der Zyklus setzt sich zurück und alle die jetzt gestorben sind, kommen wieder zurück. Richtig? Das ist doch was du glaubst. Ja, nur leider wird das so nicht passieren. Das einzige was du damit bewirken wirst, ist dass du dich selbst aus der Zeit löschst. Der Kristall und die Apokalypse werden weiter bestehen und die Leute die im Moment tot sind, werden es auch bleiben“, erklärte Palmer schnell.
„Erzähl das deiner Katze, die ist vielleicht dumm genug dir das zu glauben, du Arschloch. Und jetzt verpiss dich und lass mich das hier beenden“, kommentierte Julian als er plötzlich in den Lauf von Palmers Pistole starrte.
„Ich werde das auf gar keinen Fall zulassen“, sagte der anschließend. „Falls nötig werde ich dich hier und jetzt töten und den Zyklus noch einmal zurück setzen“, fügte er noch hinzu.
„Dachte ich es mir doch. Alles was du beschützen willst sind deine neuen Waffen, die du aus dieser ganzen Hühnerkacke heraus erfunden hast“, kommentierte Julian noch wütender.
„Selbst wenn du recht hast… Es ändert nichts daran, dass ich dich davon abhalten möchte etwas unglaublich dummes zu tun. Und jetzt hör mir genau zu. Ich weiß dass ich die letzte Person bin, der du sowas glauben willst, aber du weißt auch ganz genau, dass ich der einzige bin der es überhaupt wissen kann. Ich habe Tests durchgeführt während du dich anderen Dingen gewidmet hast. Und die haben alle genau das ergeben was ich dir gesagt habe“, sprach nun wieder Palmer.
„Selbst wenn ich dir glauben würde… Ich muss es trotzdem versuchen… Ich weiß nicht wie viel Zyklen uns noch bleiben bis…“, sagte Julian.
„…Das planetengroße Monster aus der anderen Dimension hier erscheint und alles vernichtet?“, unterbrach Palmer ihn und beendete seinen Satz sehr zu Julians und sogar Christinas Schock, die ohnehin nur untätig daneben gestanden hatte und nicht wusste was genau sie jetzt tun sollte. „Es ist bereits in dieser Welt. Dein Verschwinden wird es nicht mehr stoppen können. Und wenn du jetzt einfach aus der Zeit entfernt wirst, wird die Welt unweigerlich unter gehen und niemand wird es dann noch aufhalten können“, sprach Palmer dann weiter und Julian konnte die wachsende Unsicherheit fühlen. Was wenn Palmer die Wahrheit sagte?
„Kannst du irgendwas von dem Käse den du da von dir gibst in irgendeiner Art auch beweisen?“, fragte Julian dann trotz der Tatsache dass sein inneres Gefühl förmlich aus sich heraus schrie dass er jemandem wie Palmer nicht glauben sollte.
„Jetzt sofort nicht… Aber wenn ich dir meine Daten zeigen kann, auf jeden Fall. Ich kann dir die Satellitenaufnahmen von dem Viech zeigen. Ich kann dir die Bildaufnahmen zeigen, die wir von den Tests gemacht haben. Und ich kann dir die ganzen anderen Daten zeigen, wenn dir die etwas nutzen“, antwortete Palmer erstaunlich ruhig und gelassen und irritierte Julian noch weiter. Palmer war entweder ein viel besserer Lügner als Julian dachte oder er sagte die Wahrheit und hatte nichts zu verbergen.
„Das genügt nicht…“, antwortete Julian dennoch angespannt.
„In Ordnung… Es gibt auf jeden Fall noch einen Weg wie ich dir beweisen kann, dass ich die Wahrheit sage…“, kommentierte nun Palmer und nahm sich sein Funkgerät. „Hier spricht Leutnant Palmer. Oberst Kurzmann ist im Kampf gefallen. Das bedeutet ich übernehme hiermit das Kommando über diese Basis. Alle Einheiten sofort Feuer einstellen und Waffen ablegen. Wir ergeben uns“, erklärte und befahl er dann offensichtlich den Einheiten, die draußen immer noch gegen die Aliens kämpften.
„Das hast du gerade nicht ernsthaft getan…“, kommentierte Julian vollkommen überrascht und auch Christina konnte man die Überraschung darüber im Gesicht ansehen.
„Doch das habe ich... Und ich vertraue darauf, dass du deine Verbündeten anweisen wirst uns gut zu behandeln… Und jetzt bist du an der Reihe. Wirst du mir vertrauen und von diesem Kristall weg gehen?“, fragte Palmer nun erwartungsvoll. Er hatte jedoch während des gesamten Gesprächs die Waffe nicht gesenkt und schien dies auch nicht zu beabsichtigen. Wie sollte Julian sich entscheiden? Die falsche Entscheidung könnte in der schlimmsten Situation enden, die Julian sich nur vorstellen könnte. Aber welche war das? Und welche Entscheidung war die Richtige?

Es dauerte noch eine ganze Weile bis Julian sich tatsächlich entschieden hatte. Vorsichtig und unsicher trat er den ersten Schritt vom Kristall weg. Dann den nächsten. Beim dritten Schritt konnte er eine erste freudige und erwartungsvolle Reaktion in Christinas Gesicht sehen. Beim fünften Schritt senke Palmer tatsächlich seine Pistole und als Julian mehr als zehn Schritte vom Kristall weg war warf Palmer seine Waffe einfach zur Seite.
„Puh… Wie gut, dass ich das blöde Ding nicht benutzen musste…“, kommentierte er dann und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Ich hab noch nie jemanden erschossen… Und ich habe nicht das geringste Interesse daran es zu tun… Ich bin Wissenschaftler“, erklärte er sich dann weiter als Julian ihn irritiert ansah und lediglich noch stärker von Palmers Aussage irritiert wurde. Plötzlich warf sich eine vollkommen glücklich lachende Christina auf der linken Seite an Julian, umarmte ihn und warf ihn mit ihrem Schwung beinahe noch ungewollt um. Julian erwiederte die unerwartete Umarmung noch etwas verwirrt mit seinem nicht gebrochenen, linken Arm und strich ihr sanft durch die Haare.
„Ich bin so froh, dass du nicht für immer gegangen bist“, kommentierte sie und brach dabei in Freudentränen aus. Julian musste sich stark unter Kontrolle halten um es ihr nicht gleich zu tun. Auch er war unglaublich froh darüber dass er zumindest noch etwas mehr Zeit mit ihr zusammen hatte.
„Ich störe die Freude nur ungern, aber wir haben nicht mehr viel Zeit bis das Monster hier eintrifft. Benötigst du die Beweise noch die ich dir versprochen hatte?“, meldete sich Palmer nun zu Wort.
„Nein… Aber wenn sich jemand um meinen rechten Arm kümmern könnte… Das wäre gerade echt nett“, antwortete Julian und Palmer rief über Funk einen Sanitäter in den Raum. Der würde allerdings sicherlich noch etwas mehr Zeit benötigen bis er eintraf.
„In Ordnung. Jemand wird kommen und sich um deinen Arm kümmern. So lange wir warten sollten wir unbedingt über den Plan sprechen“, kommentierte Palmer dann, während Julian sich völlig fertig auf einem der nahen Bürostühle platzierte, die an den Konsolen und Rechnern standen mit denen der Kristall untersucht worden war. Christina hatte dabei seine Hand keine Sekunde los gelassen und begann sich die anderen Verletzungen von Julian anzusehen.
„Das da im Gesicht sollte sich auch gleich einer ansehen“, kommentierte sie besorgt dabei, lächelte aber im Anschluss auf ihre unglaublich freundliche Art und Julian konnte sich ihrer Schönheit erneut nur schwer entziehen.
„Was ist eigentlich mit dir? Du hast auch in einem Exoskelet gegen mächtige Gegner gekämpft und bist mit hier runter gekommen. Bist du verletzt?“, fragte er dann jedoch und Christina schüttelte verneinend den Kopf.
„Alles gut. Vielleicht ein paar blaue Flecken an Bauch und Rücken, aber ansonsten hatte ich wohl Glück“, antwortete sie als Palmer sich wieder durch ein demonstratives lautstarkes Räuspern in den Mittelpunkt zurück drängte nachdem die beiden ihn ignoriert hatten.
„Wie ich schon sagte…“, sprach er dann.
„…Der Plan… Schon gut… Ich hab verstanden…“, vervollständigte Julian den Satz. „Moment mal… Welcher Plan denn eigentlich?“, fragte er dann extrem verwirrt aus. „Und wie lange sind wir eigentlich schon in diesem Loop hier drinnen?“, fügte er dann noch hinzu und sah auf eine holographische Zeitanzeige die sein Armpanzer projezierte. Zu seinem Schock befanden sie sich bereits seit über acht Stunden in diesem Loop und das war wesentlich länger als jeder andere bisherige gedauert hatte. Bisher waren weder Tentakel- noch Kaiju-Monster der Plage aufgetaucht. In welcher Art und Weise hatte Julian gerade durch Kurzmanns Tod die Zeitlinie verändert? Hatte er etwa gerade das Ausschlag gebende Experiment des Militärs und damit auch das Erscheinen der Plage auf diesem Planeten vollständig verhindert? „Ach ja… Richtig der Plan… Wie soll der aussehen?“, erinnerte er sich dann wieder an das Wesentliche und wandte sich Palmer zu.
„Das Viech ist zwar riesig aber bestimmt auch nicht unsterblich. Und es hat bestimmt Schwachpunkte. Wenn wir es schaffen die zu finden und anzugreifen, dann können wir es töten. Vielleicht haben deine Verbündeten auch eine Waffe, die dem Vieh gewachsen ist. Dann werden wir es im nächsten Zyklus vernichten. Wir alle zusammen. Die Aliens, das Militär, du, ich, sie und deine momentan noch verstorbenen Freunde“, erklärte Palmer seine Idee schnell.
„Ist ja ein wirklich netter Plan… Ich bezweifle aber, dass der werte Oberst Kurzmann da im nächsten Loop mitziehn wird“, kommentierte Julian genauso schnell.
„Kurzmann kannst du in dem Fall mir überlassen. Mein Problem sind diese Aliens, mit denen ich nicht einmal kommunizieren kann. Aber du hast sie sogar überzeugt hier einzumarschieren. Ich bin mir sicher das mit der Zusammenarbeit mit uns, kriegst du auch irgendwie hin“, erwiederte nun Palmer und Julian konnte nicht vermeiden, dass er ein wenig rot anlief vor Verlegenheit. Jetzt behandelte Palmer ihn auch schon wie einen Superhelden und legte eine solche Mammutaufgabe in seine Hände. Plötzlich durchzog ein lautes, unglaublich tiefes, monströs klingendes Geräusch, das Julian nicht einordnen konnte und noch nie zuvor gehört hatte, die gesamte Militäranlage. Julian konnte nicht vermeiden dass er erschrak, Christina ebenso. „Verdammt. Die Zeit ist uns ausgegangen. Es ist schon hier“, kommentierte nun Palmer und Julian erhob sich schlagartig von seinem Bürostuhl um mit Christina an der Hand aus der Anlage zu stürmen. Wenn irgendetwas von Bedeutung geschehen würde, musste er zumindest anwesend sein um es zu sehen, nur so könnte er vielleicht tatsächlich auch einen Plan entwickeln der als Gegenmaßnahme funktionierte.

Julian konnte seinen eigenen Augen kaum glauben als er die unmöglich gigantische Bestie sah. Sie war so groß dass sie selbst vom Boden aus problemlos die komplette Sonne verdeckte und hatte bereits begonnen ihre unglaublich langen Tentakel in Richtung der Erde auszustrecken. Es von Palmer zu hören war eine Sache. Das Vieh in echt zu sehen noch einmal eine ganz andere. Julian konnte fühlen wie sein Atem aussetzte. Sein gesamter Oberkörper schien sich zusammen zu ziehen und er konnte auf nichts anderes mehr starren als diese Bestie dort oben im Himmel. Erst als er Christinas Körper an seinem zu fühlen begann, da sie seine Nähe suchte, und er bemerkte dass sie sich beide nun noch fester an den Händen hielten, konnte er sich wieder ein wenig von dem Monster lösen.
„Scheiße! Was ist das für´n Vieh?“, schrie einer der Soldaten in der Nähe.
„Keine Ahnung, Mann!“, schrie ein anderer zurück.
„Wie sollen wir gegen das Ding da kämpfen?“, fragte ein weiterer.
„Überhaupt nicht! Und deswegen bin ich dann jetzt auch mal weg, Leute!“, antwortete ein anderer und rannte in die Gegenrichtung zur Sonne und damit auch des Monsters. Plötzlich drehten sich weitere Soldaten um und taten das selbe. Völliges Chaos brach aus. Einige Soldaten schrien sogar panisch auf, während sie versuchten zu flüchten. Keiner von ihnen schien genügend logisches Denken zu besitzen um zu verstehen, dass dies ohnehin völlig zwecklos sein würde, wenn das Monster den gesamten Planeten umgreifen und verschlingen würde. Julian sollte ebenfalls mitbekommen wie die Truppen der Aliens auf ihre Raumschiffe zurück teleportiert wurden, welche offensichtlich bereits den Weg zur Bestie ins Weltall aufgenommen hatten. Julian konnte auf die weitere Entfernung bereits weitere Schiffe erkennen und wenn er die Bestie genauer ansah konnte er ebenfalls kleine leuchtende Punkte auf ihr erkennen, die immer wieder verschwanden und woanders erschienen. Einschläge von Alien-Waffen-Feuer, so nahm er zumindest an. Er wusste ganz genau dass die Aliens nicht die geringste Chance gegen diese Bestie hatten. Selbst von dort unten konnte er noch sehen, dass die Waffen der Aliens auf diese Bestie eher wirkten wie kleine Bällchen aus Watte und nicht den geringsten Schaden an ihr anrichten würden.
„Julian? Was wird jetzt weiter passieren?“, traute sich Christina nach einer ganzen Weile die sie lediglich verängstigt zugesehen hatte zu fragen.
„Um ehrlich zu sein… Ich hab keine Ahnung“, antwortete Julian und beide lächelten sich kurz an, bevor Christina sogar kurz kicherte. Sie verzichtete darauf sich zu erklären, das war auch gar nicht nötig. Nach all diesen Time Loops fühlte es sich auch für Julian wieder wie etwas Neues an nicht genau zu wissen wie es weiter gehen würde. Nicht genau zu wissen, dass er vor acht Stunden wieder erwachen würde und nicht genau zu wissen dass dann der Weltuntergang auf ihn zu käme. Die ersten Tentakel waren bereits ganz nahe. Julian schätzte dass es vielleicht noch ein paar tausend Meter wären bis sie die Erde erreichten. Plötzlich eröffnete ein Alien-Schiff das Feuer mit einer Strahlen-Waffe und schaffte es damit tatsächlich einen der Tentakel abzutrennen. Ein tiefes, ohrenbetäubendes Geräusch hallte über die gesamte Erde, das Julian lediglich als Schrei der Bestie identifizieren konnte. Während dessen stürzte der abgetrennte Teil des gewaltigen Tentakels zu Boden. Staub wirbelte auf und ein unglaublich tiefes, aber extrem lautes Krachen ertönte bei dem Aufschlag, der sich zum Glück mehrere hundert Meter von Julian und Christina entfernt ereignet hatte. Weitere Waffeneinschläge aus Plasma-Kanonen und Raketen-Werfern sprengten einen weiteren Tentakel ab und hinterließen eine ähnlich heftige Geräuschkulisse als plötzlich eine Reihe kleinere Tentakel aus den großen Tentakeln heraus stieß und sich die Alien-Schiffe als Ziel wählte. Einige der Schiffe wurden einfach durchschlagen, andere gepackt und zerquetscht oder als Wurfgeschosse gegen andere Schiffe verwendet. Eine ganze Reihe aus Lichtblitzen durchzog den näheren Raum der Erde. Julian vermutete Explosionen von Alien-Schiffen. Damit war nun vollkommen klar, was ohnehin schon zu erwarten gewesen war. Das Monster würde die Erde fressen und niemand, nicht das Militär und auch nicht diese Aliens könnten es verhindern.
„Willst du wirklich hier bei mir bleiben? Willst du nicht lieber einen schnelleren, schmerzloseren Tod?“, fragte Julian noch Christina, aber sie schüttelte lediglich verneinend den Kopf.
„Nein. Ist schon in Ordnung. Ich möchte jede Sekunde die mir mit dir noch bleibt nutzen. Wenn ich schon den Weltuntergang in dieser Form erleben muss, bin ich wirklich froh dass es mit dir zusammen ist“, antwortete sie und Julian strich ihr mit seinem gesunden Arm sanft über die Wange. „Was denkst du gerade?“, fragte sie ihn dann.
„Dass du absolut unglaublich wunderschön bist und ich dich gerade gerne küssen würde“, antwortete Julian und Christina übernahm die Aufgabe für ihn und küsste ihn. Wieder und wieder. Beide bekamen gar nicht mehr mit wie sich die Tentakel der Bestie dem Planeten näherten und ihn immer mehr umschlossen. Wie gewaltige Hochhäuser türmten sie sich um die beiden herum auf. Dabei hatten sie sogar unglaubliches Glück, dass die Tentakel den Planeten vor und hinter ihnen umklammerten und sie so dabei nicht zerquetscht wurden. „Es geht los“, kommentierte Julian und beide wandten sich wieder der gewaltigen Bestie zu, welche begann immer größer zu werden. Das lag jedoch eher daran, dass sie den Planeten langsam zu sich zog und es dadurch so wirkte als würde sie größer werden. Immer größer schien die Bestie zu werden, bevor sich in ihrer Mitte die Tentakel zurück zogen und eine weitere Öffnung freigaben die entfernt an ein Maul erinnerte. Unzählige gewaltige Zahnreihen befanden sich darin, welche eigentlich eher wie Klingen wirkten und begannen an der Außenseite spiralförmig im Kreis zu rotieren. Ein lautstarkes Krachen ertönte als der Planet auf den ersten Zahn traf und sich dieser begann durch das Gestein zu fressen. Erschütterungen die am ehesten mit Erdbeben auf aller höchster Stärke zu vergleichen waren durchzogen den gesamten Planeten und waren auch für Julian und Christina noch zu fühlen. Risse durchzogen den Boden vor den beiden. Eine Spalte wurde immer länger, zog aber rechts an ihnen beiden vorbei. Aus dieser und einigen anderen begann flüssiges Magma nach oben zu schießen. Einer der gewaltigen Klingenzähne zog plötzlich von rechts nach links durch ihr Sichtfeld und verfehlte die beiden nur sehr knapp. Julian war schnell klar, dass der nächste Zahn sie treffen würde. Wenn sie flüchten wollten, wäre dies noch einmal der letzte passende Moment. Nur wohin sollten sie flüchten? Die Erde wurde gerade im ganzen gefressen und vor ihnen verschwand ohnehin gerade jeglicher Boden über den sie hätten rennen können. Es gab keinen Weg zu entkommen. Für nichts und für niemanden. Julian sah kurz zu Christina. Sie lächelte ihn an, er lächelte zurück. Auch sie schien zu wissen, dass eine Flucht ohnehin keinen Sinn hätte und blieb bei ihm. Schnell legte Julian noch einmal seinen Arm um sie und zog sie zu sich, bevor die Klinge sie alle beide gleichzeitig treffen und von rechts nach links, genau in der Mitte zerteilen sollte. Julian fühlte noch kurz den gewaltigen Schmerz und dachte an sein eigenes Versagen. Selbst wenn der Zyklus neu starten würde… Was sollte er gegen dieses Viech ausrichten? Die Welt war am Ende und es gab nichts womit er das verhindern könnte. Egal was Christina, Kim und Sandra von ihm hielten, er war nichts weiter als ein Versager und schon gar kein Superheld, der gegen planetengroße Monster bestehen konnte. Es folgte Schwärze… Und Julian hoffe zutiefst dass es dieses Mal so bleiben würde.

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Yo, das ist dann der neue Lost in Time-Teil. Und naja ich muss da noch was gestehen... Ich hab gelogen als ich geschrieben hatte, dass die letzten drei Teile das Finale wären. Wollte es etwas spannender machen. Ich entschuldige mich. ^^"
Dafür denke ich dass die nächsten 2 bis 5 Kapitel tatsächlich das Finale sein werden. Genau weiß ich es noch nicht wie viel Text es gibt, aber das was drin vorkommen wird steht schon ziemlich genau fest.
Also dann... Ich hoffe die Geschichte macht immer noch irgendwie Spaß und sehe jeden der bis hier her dran geblieben ist auch jetzt tatsächlich bis ganz zum Schluss. :mrgreen: :1tu:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Neues Intro: Ov Ruin – Oh, Death

Neues Outro: Doomcrusher - Breakout

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Kapitel 24 – Der Hammer der Götter:

Bild

Julian konnte sich einen tiefen Atemzug nicht verkneifen als er in seinem Transporter wieder erwachte. Scheiße… Was war eigentlich gerade passiert? Was zur gottverdammten Hölle war gerade passiert? Hatte er gerade tatsächlich erlebt wie der ganze Planet von einem gigantischen planetenfressenden Super-Tentakel-Monster im Ganzen verschlugen wurde? Und war gerade tatsächlich der Zyklus noch einmal neu gestartet? Müsste er das hier jetzt ständig, wieder und wieder durchleben und das bis in alle Unendlichkeit, da er durch den Loop nicht alterte? Einen kurzen Moment begann Julian völlig verstandlos zu lachen, riss sich aber schlagartig wieder zusammen als er sich an Christina und ihr Liebesgeständnis im vermeidlichen aller letzten Moment erinnerte. Er musste schnell zu ihr. Und er musste schnell zu den Aliens. Und er musste schnell… Einfach viel zu viel. Er konnte nicht einmal mehr genau sagen wie viel Zeit ihm in diesem Loop bleiben würde, da er sich sicher war, dass das Wesen über Fähigkeiten verfügte, die er nicht einmal richtig verstehen konnte. Und gottverdammt, er musste hier so schnell er konnte weg, bevor das Militär eintreffen würde. Er hatte bisher noch nicht einmal das Exoskelet erschaffen und angelegt. Er lag ihnen in diesem Loop einfach auf dem Präsentierteller ausgeliefert. Plötzlich bemerkte Julian jedoch, dass der Zeitpunkt an dem sie üblicherweise bei ihm am Transporter eintrafen längst vergangen war. Vorsichtig begann er die Tür zu öffnen und sich umzusehen. Niemand da. Kein Militär zumindest mal. Bisher nur die üblichen Festival-Besucher und das übliche Geschehen. Einen kurzen Moment fragte Julian sich ob das ganze letzte Geschehen nicht nur ein völlig fieser Albtraum gewesen war, bevor ihm klar wurde dass es genauso gut bedeuten konnte, dass Palmer sein Versprechen gehalten und Kurzmann an die Leine genommen hatte. Wie auch immer er das geschafft haben könnte… Noch etwas irritiert von der gesamten Situation, stand Julian auf, verließ seinen Transporter und sah sich kurz ein wenig um. Die Festival-Umgebung war ursprünglich so friedlich gewesen. Julian begann sich zu erinnern, dass er sich hier ursprünglich einmal lediglich ein wenig Live-Musik hatte ansehen wollen. Ein wenig Party mit Metal-Untermalung feiern und sehen was weiter geschehen würde. Nun versuchte er den Weltuntergang auf gleich so unglaublich vielen Ebenen zu verhindern. Schnell entschied Julian sich zumindest einmal ein wenig notdürftiger Körperpflege nachzugehen, da er weder Christina, Kim und Sandra noch den Aliens in diesem Zustand begegnen wollte. Würde er als nächstes die Aliens aufsuchen gehen oder besser zuerst Christina um sich mit ihr zu besprechen?
„Ähm… Hi, Julian…“, sprach ihn plötzlich Christina an, während er gerade mit dem Rücken in genau dieser Richtung stand und Julian schreckte auf, nicht zuletzt da er eigentlich gerade dabei war seine staubbedeckte Hose aus dem Moshpit, die er immer noch trug, zu wechseln. Dann beendete er jedoch einfach den Vorgang und drehte sich zu Christina um. Vielleicht war nicht einmal die Apokalypse ständig erleben zu müssen wirklich etwas schlimmes, wenn man es mit einer Frau wie ihr zusammen erlebte, dachte Julian sich noch als er sie sah.
„Hi, Christina…“, grüßte er sie dann zurück und versuchte ihren unglaublich freundlichen Tonfall zu treffen. „Stimmt etwas nicht? Du bist irgendwie nervös“, fragte er sie dann aber lieber.
„Naja… Ich hab gerade mit Jake Schluss gemacht bevor ich her gekommen bin…“, antwortete sie.
„Du hast WAS?!?!?!“, rief Julian vollkommen irritiert aus.
„Naja… Weißt du… Jake ist zwar ein echt guter Kerl und so, und es fühlt sich auch nicht so gut an wie ich erst dachte… Aber ich liebe Dich, Julian“, erklärte Christina sich weiter. „Lass es bitte einfach mal diesen einen Loop so passieren. Im nächsten ist es ohnehin wieder vorbei“, sagte sie dann und wirkte äußerst kleinlaut bei dieser Bitte, senkte sogar den Kopf dabei.
„Ich hab nie gesagt, dass ich es verhindern wollen würde… Ich liebe dich auch… Ich war nur etwas überrascht, das ist alles“, antwortete Julian nachdem er direkt vor sie getreten war, sanft ihr Kinn gegriffen und ihren Kopf wieder angehoben hatte, so dass sie sich nun wieder in die Augen sahen. Dann küsste Christina ihn und das noch viel intensiver als die Male zuvor im letzten Loop. Julian verstand zwar worauf sie hinaus wollte, aber er wusste auch, dass er sich jetzt zusammen reißen musste.
„Warte…“, sagte er bei einer günstigen Gelegenheit leise. „Die Aliens werden jeden Moment hier sein. Das wird echt nicht ungefährlich für uns beide, da bist du eigentlich besser nicht in der Nähe. Geh stattdessen noch Kim und Sandra einsammeln und erklär ihnen alles nochmal. Wenn alles gut geht treffen wir uns dann später alle bei Palmer in der Basis. Und dann, wenn das alles gut gegangen ist, werde ich mir das hier nicht nehmen lassen, von niemandem. Ich liebe dich auch und ich will das hier unbedingt“, erkläre er sich dann noch vorsichtig und lächelte Christina an, während er weiter ihre Hände hielt. Sie brauchte eine Weile um wirklich zu versehen, entschied sich aber verständnisvoll zurück zu lächeln und nickte dann zustimmend mit dem Kopf.
„OK. Aber noch einmal wirst du mir nicht entkommen“, kommentierte sie dann scherzhaft und beide lachten kurz ein wenig darüber, bevor Julian sich entschied sie noch einmal kurz zu küssen.
„Das hätte ich auf keinen Fall vor gehabt“, antwortete er dann noch. „Und jetzt los… Wir sehen uns… Versprochen…“, sagte er dann und Christina machte sich ganz langsam auf den Weg, wobei sie Schwierigkeiten damit hatte sich von seinen Händen zu lösen und auch noch dreimal zu ihm zurück sah bevor sie hinter einem Zelt verschwand. Keine Sekunde zu früh denn nun sollten tatsächlich die Aliens mit ihren Teleportern direkt vor Julian erscheinen und ihn mit ihrem fünfköpfigen Kampfteam einkreisen. Julian hätte keine Chance zu entkommen, selbst wenn er es gewollt hätte. Falls die Menge an Aliens, ihre unmöglichen Körpermaße und ihre Rüstungen noch nicht genügt hätten um Julians Flucht zu verhindern, richteten sie nun auch noch ihre Speere und zwei Plasma-Gewehre auf Julian aus. Er wusste nicht in wie weit diese Geste von den Aliens überhaupt verstanden wurde, aber Julian hob beide Arme um zu zeigen dass er keine Gefahr darstellte.
„Mitkommen, Terraner“, sprach die Stimme aus dem Übersetzungsgerät wieder, dieses Mal klang sie jedoch wütender als sonst. Und auch sonst wirkten diese Aliens dieses Mal wesentlich wütender als zuvor schon. Ihre Körperhaltungen wirkten aggressiver und die Art wie sie Julian mit ihren Waffen bedrohten ließ dieses Mal nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie diese auch benutzen würden und es sogar sehr gerne tun würden. Die Verhandlungen mit ihnen würden sicherlich wesentlich schwieriger werden als alle vorherigen und Julian war sich immer noch unsicher ob sie überhaupt erfolgreich verlaufen könnten. Dennoch und auch weil er eigentlich ohnehin keine andere Wahl hatte nickte er zustimmend mit dem Kopf, auch wenn er nicht wusste ob die Aliens es verstanden und wartete ab was sie tun würden.

Julian war die Teleportationen der Aliens mittlerweile schon fast gewöhnt. Und das war auch dieses Mal was geschehen sollte. Die neue Umgebung war erneut einer der Teleportationsräume auf einem Alien-Raumschiff. Genauer gesagt auf dem letzten auf dem Julian sich Julian zuvor schon einmal wieder gefunden hatte. Und leider senkte während des gesamten Vorgangs kein einziges Alien seine Waffe, so dass sie ihn immer noch mit gleich zwei Plasma-Kanonen und zwei Speeren bedrohten. Das fünfte Alien in der Gruppe schob Julian vor sich her, wobei Julian versuchte möglichst keinen Wiederstand zu leisten. Es wäre ohnehin zwecklos gewesen. Wie Julian befürchtet hatte brachten sie ihn in den selben Kommando-Raum um ihn dem selben Anführer vorzusetzen wie bereits letztes Mal. Alleine das würde die Verhandlungen unglaublich viel schwieriger machen, Julian konnte gar nicht ausdrücken wie viel. Es war wirklich ein hoffnungsloses Unterfangen, das wusste Julian direkt als er vor dem gewaltigen Anführer dieser Außerirdischen stehen sollte. Seine ohnehin bedrohlich wirkende Größe und Aufmachung wirkte durch seine nun sehr deutlich wütende Körperhaltung noch gefährlicher. Ein plötzlicher Stoß von hinten brachte Julian auf seine Knie, wobei die anderen weiter ihre Waffen auf ihn gerichtet ließen. Dieses Mal griff der Anführer auch nicht ein. Stattdessen trat er in langsamen Schritten direkt vor Julian und sah von oben auf ihn herab.
„Terraner… Du hast dein Wort gebrochen und noch zusätzlich haben deine Handlungen das Sigma in dieses Universum geführt. Normalerweise wäre deine Strafe der Tod, aber da das den Zyklus zurück setzt werden wir dich zunächst in einer unserer Zellen behalten bis wir deine Zeitschleife beenden können. Dann werden wir dich töten“, sprach die Computerstimme des Übersetzers und gab der Situation durch seine monotone Stimme etwas unglaublich absurdes.
„Ich habe überhaupt nichts in dieses Universum gebracht! Es war im letzten Zyklus als ich es zu Ende bringen wollte bereits da! Deshalb hab ich es auch nicht zu Ende gebracht. Es hätte einfach nur überhaupt nichts genutzt!“, rief Julian direkt aus. Der Anführer der Aliens antwortete nicht. Er tat aber auch nichts anderes. Anscheinend hatte Julian seine Aufmerksamkeit und die musste er nun sinnvoll nutzen. „Ich gebe zu dass das Sigma hier ist, ist nicht besonders ideal gelaufen, aber nun brauchen wir einfach nur einen neuen Plan mit dem wir dieses Viech vernichten können… oder es zumindest dorthin zurück schicken können wo es her kam“, sprach er weiter.
„Du klingst als ob du den bereits hättest, Terraner“, kommentierte der Anführer.
„Nein… Den habe ich nicht… Aber ein anderer Terraner hat ihn. Er hat eine hohe Position in der terranischen Kampfeinheit und wenn ihr mit ihm zusammen arbeitet wird die gesamte terranische Kampftruppe mit euch zusammen arbeiten“, erklärte Julian sich schnell weiter und hoffe einfach auf das Beste auch wenn seine Hoffnung gering war.
„Du erwartest tatsächlich dass wir mit noch weiteren Terranern zusammen arbeiten, nach dem was du getan hast?“, fuhr der Anführer Julian an und packte ihn wütend am Hals. Gerade fest genug dass es unangenehm war, aber locker genug, dass Julian weiter Luft bekam und weiter reden konnte.
„Ich erwarte überhaupt nichts. Ich mache einen Vorschlag und ihr entscheidet ob ihr ihn annehmen wollt oder nicht. Es wäre aber einfach aus rein logischer Sicht sinnvoll ihn anzunehmen“, antwortete Julian erstaunlich gefasst dafür dass ihn gerade der Anführer der Aliens am Hals gepackt hatte und ihn zusätzlich zwei weitere Plasma-Gewehre und zwei Speere bedrohten. Es dauerte eine ganze Weile und Julian war sich sicher dass er hier eine Grenze erreicht hatte, die er nicht einfach überwinden konnte. Nur sehr langsam sollte der Anführer der Aliens zu seinem Entscheidungsprozess kommen. Plötzlich löste er seinen Griff um Julians Hals und richtete sich wieder auf. Seine Haltung war anders. Weniger wütend und weniger bedrohlich. Das alleine bedeutete aber leider noch nichts. Dann hob er seinen linken Arm und direkt senkten alle seine fünf Untergebenen ihre Waffen.
„Wir werden diesen Anführer deiner terranischen Kampftruppe treffen und uns anhören was er uns zu sagen hat, Terraner“, sprach die Übersetzerstimme dann und Julian sackte kurz in sich zusammen vor Erleichterung. Zum Glück kniete er ohnehin schon auf dem Boden, denn er war sich unsicher ob seine Beine ansonsten nicht nachgegeben hätten. „Was dich und den Bruch deines Wortes angeht… Wir werden die Daten überprüfen. Wenn deine Worte der Wahrheit entsprechen wird dir dieser eine Bruch vergeben werden“, sprach er dann weiter und Julian war sich kurzzeitig unsicher ob er angespannt oder noch stärker erleichtert reagieren sollte, entschied sich dann aber für Letzteres. Dann atmete er dreimal tief durch und richtete zumindest seinen Oberkörper wieder auf.
„Ich danke euch wesentlich mehr als ihr euch jemals vorstellen könnt“, sagte er dann und der Anführer gab ein weiteres Handzeichen, woraufhin man Julian wieder auf seine Beine hob und dann aus dem Raum führte. Mit Hilfe seines Arm-Panzers war es ihm möglich eine Nachricht zu Christina zu versenden, noch während man ihn durch die Gänge des gigantischen Kommando-Schiffes führte. Nun musste nur noch das Treffen mit Palmer irgendwo organisiert werden und Julian hoffe, dass es sehr bald stattfinden würde.

Es hatte länger gedauert das Treffen zu organisieren als Julian gedacht hatte. Die Aliens wollten das Militär nicht in deren Basis treffen, Palmer musste erst durch harte Verhandlungen davon überzeugt werden die Außerirdischen irgendwo anders als dort zu treffen. Aber nach einer ganzen Stunde sollte es nun endlich soweit sein und sowohl Julian, als auch der Anführer der Aliens und fünf weitere Außerirdische wurden auf die Oberfläche teleportiert. Nun blieben ihnen immer noch sieben Stunden bis zum Ende der Welt. Und so sehr Julian es schätzte einmal ein Raumschiff von Aliens von innen gesehen zu haben, er schätzte den festen Erdboden dann doch viel mehr. Der Ort war tatsächlich recht neutral ausgefallen und befand sich auf einem kleinen Hügel außerhalb eines Waldes. Deckung in einem Feuergefecht war hier nicht zu finden, außer eben in dem Wald der sich aber einige Meter entfernt befand. Julian sollte außerdem feststellen, dass sie als erste den Treffpunkt erreicht hatten. Schnell ließ Julian sich mit Hilfe seines Arm-Panzers die Umgebung holographisch darstellen und konnte sehen, dass sich eine ganze Reihe an Militär-Fahrzeugen dem Treffpunkt schnell näherten. Als die ersten beiden um die Ecke bogen, konnte Julian sehen dass es sich um zwei große Gelände-Wagen handelte. Sieben Soldaten, einer davon Palmer, stiegen aus den Fahrzeugen aus. Sie alle waren mit Palmers Energie-Waffen bestückt und würden sie wahrscheinlich im Ernstfall auch problemlos einsetzen. Momentan hatten sie diese aber lediglich locker mit Gurten umhängen, die Arme befanden sich nicht einmal in der Nähe, was Julian mitteilte dass es sich nur um eine massive Vorsichtsmaßnahme gehandelte hatte. Langsam bewegten sich Palmers Truppe und die Aliens aufeinander zu, so lange bis sie nahe genug für ein ernst zu nehmendes Gespräch waren.
„Leutnant Palmer… Ich führe im Moment die Basis hier in der Nähe...“, stellte dieser sich zögerlich vor und reichte dem Alien zunächst die Hand. Dieses sah jedoch nur völlig irritiert zu den anderen fünf welche offensichtlich genauso irritiert reagieren sollten. Die Metallmasken ihrer Rüstungen verdeckten zwar ihre Gesichter, aber die Irritation war dennoch deutlich zu erkennen. Daher entschied Palmer sich auch schnell die Hand wieder zurück zu ziehen als er offensichtlich erkannt hatte, dass diese Wesen diese terranische Geste nicht verstehen würden.
„Terraner… Dieser hier meinte, dass du einen Plan hättest… Sprich…“, sagte die Computerstimme des Übersetzers sehr zu Palmers offensichtlicher Überraschung, die er aber versuchte zu verbergen da er um den Ernst der Lage wusste.
„Wir haben eine Waffe in unserer Basis. Eine gewaltige Fusions-Rakete mit einem Bohrmechanismus bestückt und genügend Sprengkraft um diesen gesamten Planeten zu vernichten. Wir nennen sie ‚Ripper‘… Und wir werden diese Rakete gegen dieses planetengroße Mistviech einsetzen und es endgültig vernichten. Dafür brauchen wir aber Zeit. Wir können die Waffe nicht einfach sofort abfeuern. Und leider ist lediglich die Technologie auf dieser Basis auf dem Level den ihr hier sehen könnt, wir verfügen insgesamt über keine Raumfahrt. Aber ihr könntet das Viech da oben noch im Weltall abfangen und es so lange beschäftigen bis wir es auslöschen können“, begann Palmer dann wie gefordert seinen Plan zu erklären. Eine Weile reagierte der Anführer der Aliens nicht und schien darüber nachzudenken.
„Wie viele dieser Ripper existieren?“, fragte er dann nach.
„Einer. Deshalb auch die Vorbereitungszeit. Wir haben diesen einen Schuss und der muss sitzen“, antwortete Palmer.
„Und wie sieht der Reserve-Plan aus, falls dieser Ripper ineffektiv sein sollte?“, fragte er Alien-Anführer weiter nach und Palmer geriet sichtbar in Bedrängnis. Julian war schnell klar, dass es keinen Reserve-Plan für diesen Fall geben sollte. Aber er hatte einen Verdacht und hoffte, dass sich dieser gleich bestätigen würde.
„So wie das klingt möchtet ihr einen Reserve-Plan vorschlagen…“, meldete er sich nun sehr vorsichtig zu Wort und sprach den Anführer der Aliens dabei an.
„Das ist korrekt, Terraner… Wir möchten vorschlagen in diesem Fall den ‚Hammer der Götter‘ einzusetzen“, kommentierte dieser daraufhin lediglich und verwirrte alle menschlichen Anwesenden offensichtlich.
„Den ‚Hammer der Götter‘???“, fragte Palmer lediglich irritiert.
„Auch wir verfügen über ein Waffensystem mit der Fähigkeit einen ganzen Planeten zu vernichten. Es handelt sich um einen mächtigen Energie-Strahl. Der Hammer der Götter. Allerdings benötigen auch wir Zeit um diese Waffe her zu bringen und sie einzusetzen. Sollten unsere Flotte und eure Fusions-Rakete nicht genügen um ihn ausreichend zu aufzuhalten benötigen wir einen weiteren Plan um die nötige Zeit zu gewinnen“, erklärte nun der Anführer der Aliens.
„Wir könnten versuchen mit anderen Waffensystemen auf und um den Planeten Zeit zu gewinnen. Ich habe noch einige ungetestete Prototypen, die wir in diesen Kampf werfen könnten. Ich kann aber nicht einschätzen wie effektiv die insgesamt am Ende sein werden und genauso wenig kann ich sagen wie viel Zeit wir dadurch gewinnen können. Es könnten ein paar Sekunden sein, aber auch ein paar Minuten“, antwortete Palmer.
„Das soll uns genügen. Es gibt jedoch noch ein letztes Problem. Wir müssen verhindern, dass er den Zyklus zurück setzt“, sagte die Übersetzerstimme nun und schockierte Palmer und seine Soldaten massivst. Julian ebenfalls, denn er hatte dieses Wissen eindeutig verdrängt gehabt.
„Aber das… Das Wesen setzt den Zyklus zurück, wenn es stirbt so wie… Er?“, kommentierte Palmer nun immer noch völlig unter Schock und deutete dabei mit dem Finger auf Julian.
„Das ist korrekt, Terraner. Ohne einen Weg dies zu verhindern ist der gesamte Plan völlig nutzlos“, antwortete der Alien-Anführer und eine Weile sagte keiner mehr irgendetwas.
„Nun auch das solltet ihr doch in Zusammenarbeit lösen können. Leutnant Palmer ist ein unglaublich fähiger Wissenschaftler, der die gesamte Technologie die seine Leute tragen selbst entwickelt hat und sich mit diesen Zeitreise-Problemen ziemlich gut auskennt. Und ihr… Ihr habt wesentlich weiter entwickeltere Technologie als die terranische Welt sich jemals hätte erträumen lassen. Ich bin mir sicher, dass ihr alle zusammen da irgendwas hinbekommt“, mischte sich nun Julian noch einmal in die Verhandlung ein und schockierte Palmer damit noch einmal mehr.
„Aber das… Ich…“, stotterte dieser lediglich und versuchte schnell seine Gedanken zu ordnen und der Anführer der Aliens schien einen kurzen Moment völlig erstarrt zu sein.
„Wir stimmen zu, Terraner. Wir werden Wissenschaftler von unseren Schiffen in eure Basis entsenden um das Problem in Zusammenarbeit zu lösen“, sagte dieser dann jedoch. Nun fehlte lediglich noch Palmers Zustimmung. Und der schien sich unglaublich schwer damit zu tun. Julian konnte den Schweiß auf seinem Gesicht sehen, der sich vor Angst oder vor Anstrengung gebildet hatte. Dann atmete er einmal tief durch bevor er antwortete.
„Wir stimmen ebenfalls zu und erwarten die Wissenschaftler vor unserer Basis“, sagte er dann und Julian musste sich zusammen reißen nicht einmal lautstark ein freudiges ‚Fuck Yeah!‘ auszurufen, so sehr erleichterte und erfreute ihn diese erfolgreiche Verhandlung.
„Diese Verhandlung ist hiermit abgeschlossen“, kommentierte nun der Anführer der Aliens noch bevor er und seine fünf Wächter sich von Palmer und seiner Truppe abwandten und ein paar Schritte zurück gingen.
„Ich werde eine gewisse Zeit in der terranischen Basis verbringen und mich dann mit den Wissenschaftlern zusammen auf euer Schiff begeben um mich dem Kampf direkt anschließen zu können“, erklärte Julian sich noch schnell.
„Wir haben verstanden, Terraner“, antwortete die Übersetzer-Stimme, bevor die Aliens per Teleport auf ihr Schiff zurück kehrten. Wesentlich mehr als alles andere sollte Julian an diesem Punkt die achte Person interessieren, die sich in einem der Gelände-Wagen befunden hatte. Es handelte sich um Christina, die dort gewartet hatte bis keine offensichtliche Gefahr mehr bestanden hatte und nun erst das Fahrzeug verließ.
„Julian!“, rief sie direkt unglaublich freudig aus als sie schnell auf ihn zukam und ihm direkt um den Hals fallen sollte. Julian erwiederte die Umarmung direkt und küsste sie. Auch er war unglaublich glücklich darüber dass sie jetzt genau in diesem Moment da war, gerade als die schwierigste Verhandlung in seinem gesamten Abenteuer gut ausgegangen war. Immer wieder und immer intensiver begannen sich die beiden zu küssen als sich plötzlich Palmer direkt neben ihnen räusperte und sie aus ihrem Gefühlsausbruch heraus riss. Dennoch wandten sie sich nur langsam voneinander ab und Palmer zu. In den Armen lagen sie sich dennoch weiterhin.
„Wir müssen zurück in die Basis und sobald es möglich ist mit den Experimenten beginnen“, sagte dieser dann und Julian nickte einmal kurz zustimmend.
„Sind Sandra und Kim auch dort?“, fragte er dann Christina.
„Beide sind dort und wissen über alles wirklich Wichtige bescheid“, antwortete diese ihm mit ihrer extrem frohen, zuckersüßen Stimme.
„Und Oberst Kurzmann?“, fragte Julian dann weiter nach und richtete diese Frage offensichtlich an Leutnant Palmer.
„Sitzt im Arrest wegen Positionsmissbrauch, Hochverrats, illegalen Experimenten an gefährlichen Objekten, illegalen Experimenten mit Menschen und nicht zuletzt dem Auslösen einer Apokalypse“, antwortete dieser dann.
„Ich wusste noch gar nicht dass sowas als Verbrechen im Gesetz steht, besonders im Militärgesetz“, kommentierte Julian lediglich mit einigem Sarkasmus.
„Tut es noch nicht… Wird es aber bald...“, antwortete Palmer lediglich. „Also dann… Wollen wir?“, sagte er dann noch und deutete mit seinem Arm in Richtung der Gelände-Fahrzeuge. Julian sah noch einmal kurz zu Christina, die ihn lediglich anlächelte. Dann nickten sich beide kurz zu und küssen sich noch einmal bevor sie mit jeweils einem Arm um den anderen langsam Leutnant Palmer zu den Fahrzeugen folgten.

Die Fahrt zur Basis dauerte nicht allzu lange und für Julian und Christina noch viel zu lange. Sie hofften darauf endlich etwas Zeit für sich zu bekommen und konnten es kaum noch abwarten, aber sie wussten auch, dass es wahrscheinlich so nicht laufen würde. Mittlerweile hatten sie das gewaltige Haupttor hinter sich gelassen und waren nun im Haupteingangsbereich angekommen. Dort wurden die Fahrzeuge abgestellt und alle Insassen stiegen einer nach dem anderen aus. Julian reichte Christina dabei noch kurz die Hand um ihr aus dem Fahrzeug zu helfen und nutzte dann die Gelegenheit um sie wieder ihre Hand halten zu können. Danach sah er sich kurz um. Immer wieder bewegten sich Soldaten, Wissenschaftler oder manchmal auch nur einfache Arbeiter von einer Seite auf die andere. Fahrzeuge wurden bewegt, Kisten umher gehoben. Es herrschte tatsächlich eine nicht zu unterschätzende Aktivität auf dieser Basis, die man fälschlicher Weise für Chaos halten könnte, wenn man nicht wusste dass es sich um eine Militär-Basis handelte.
„Julian!“, konnte dieser eine weitere freudige, weibliche Stimme ausrufen hören und als er über einen Kistenstapel hinweg sah, konnte er Kim erkennen die ihm zuwinkte und dann auf ihn zukam. Sandra war ebenfalls dort und folgte Kim schnell. Als sie vor den beiden standen wanderten ihre Blicke kurzzeitig zu deren Händen an denen sie sich immer noch hielten. Dann entschied Kim sich trotzdem Julian auf der linken Seite zu umarmen.
„Hey, gratuliere Julian“, kommentierte sie dann unglaublich fröhlich dabei und spielte offensichtlich auf die Tatsache an, dass er mit Christina zusammen gekommen war.
„Danke Kim“, antwortete Julian und umarmte Kim ebenfalls mit seinem linken Arm, während er mit dem rechten weiter Christinas Hand hielt.
„Gratuliere Julian“, sagte nun Sandra, die ihn nun ebenfalls auf die selbe Art und Weise umarmte nachdem Kim sich von ihm gelöst hatte, aber dabei definitiv nicht so glücklich klang wie Kim es tat. Und Julian wusste aus einem seiner vielen vorherigen Zyklen an die diese beiden sich nicht mehr erinnerten auch warum. Das versetzte ihm einen leichten Schlag und trübte seine Freude stärker als er es sich ursprünglich vorgestellt hatte.
„Danke Sandra“, antwortete er dennoch und umarmte auch Sandra kurz noch bevor sie wieder auseinander gingen.
„Trotzdem… Ich muss schon sagen… Ein Time Loop… Das Ende der Welt… Das ist schon echt ne krasse Hintergrund-Geschichte für so ne Beziehung“, kommentierte dann Kim.
„Naja… Wir haben die Apokalypse zusammen überlebt… Mehrfach… Wie viele Paare können das schon von sich behaupten?“, antwortete nun Julian und spätestens als Christina über den Witz angefangen hatte zu lachen folgten auch Kim und Sandra. „Wie geht’s euch eigentlich hier? Behandeln die Typen vom Militär euch auch anständig?“, wollte er dann jedoch lieber im Anschluss wissen.
„Klar doch… Alles bestens…“, antwortete Sandra direkt.
„Sie haben jedem von uns sogar einen eigenen Raum gegeben in den wir uns zurück ziehen können, wenn wir das müssen“, fügte Kim noch hinzu und Julian nickte wohlwollend.
„In Ordnung… Dann sollten wir beide mal zu Palmer gehen und mir auch so eine Gäste-Unterkunft geben lassen“, sagte er dann.
„Klar doch… Wir sehn uns später bestimmt nochmal“, antwortete Kim darauf bevor Sandra es konnte und packte diese dann am Arm, während sie sich umdrehte und tiefer in die Basis zurück ging. Sandra wurde dabei einfach von ihr hinter her gezogen. Christina konnte sich ein kurzes Kichern darüber nicht verkneifen.
„Die beiden mögen dich wirklich sehr“, erklärte sie sich dann.
„Ich mag sie auch sehr… Aber dich liebe ich“, antwortete Julian daraufhin, wohl wissend dass sie die entsprechenden Zyklen und Situationen in denen er mit einer dieser beiden zusammen gekommen war, wahrscheinlich ebenfalls miterlebt hatte.
„Ich liebe dich auch“, sagte sie jedoch lieber und küsste Julian kurz, bevor sie ihn an der Hand hinter sich her zog, Julian vermutete in die Richtung ihrer Unterkunft. Auf dem Weg dorthin konnte er noch sehen wie die Aliens von Palmer und seinen Leuten in die Basis geführt wurden und Julian konnte lediglich hoffen, dass sie alle zusammen eine Lösung finden würden.

Das konnte unmöglich passiert sein. Julian konnte es kaum glauben als er neben sich sah und die wunderschöne Christina neben sich in seinen Armen liegen sah. Julian lag dabei auf dem Rücken und hielt Christina mit einem Arm fest mit dem er auch ihren Rücken streichelte, während sie zur Hälfte auf ihm lag und ebenfalls einen Arm um ihn gelegt hatte. Mit der anderen Hand streichelte sie seinen Bauch. Ihren Kopf hatte sie auf seiner Schulter abgelegt. Plötzlich hob sie ihren Kopf an. Wahrscheinlich hatte sie bemerkt dass er sie ansah.
„Was ist los?“, fragte sie dann äußerst lieb mit ihrer unglaublich tollen Stimme.
„Ich kann noch nicht richtig glauben, dass das hier gerade wirklich passiert ist“, antwortete Julian und Christina küsste ihn einmal.
„Ich auch nicht… Aber das ist es…“, sagte sie dann und Julian nahm mit seinem noch freien Arm ihre Hand und streichelte diese vorsichtig. Eine Weile sagte keiner von beiden etwas. Julian hätte gerade gerne eine weitere Runde gestartet, einfach weil er Angst hatte, dass es bald wieder vorbei wäre, aber er war körperlich an seiner Leistungsgrenze angekommen. Er musste erst warten und sich ein wenig von der letzten erholen, bevor er eine neue starten könnte. Er war sich sicher dass es Christina ähnlich ergehen musste. „Sag mal… Bist du dir wirklich sicher?“, fragte er dann nach einer Weile vorsichtig.
„Womit?“
„Mit… mir…“
„Absolut…“, antwortete Christina ihm ohne zu zögern.
„Aber ich… Du weißt doch gar nicht was ich außerhalb von alle dem hier für ein Typ bin…“, kommentierte Julian die Antwort unsicher.
„Dafür weiß ich dass du dich mit Aliens, Wesen aus einer anderen Dimension und dem Militär angelegt hast. Ich weiß dass du dir einen schmerzhaften Armpanzer hast anlegen lassen und vom Militär einkassiert wurdest damit sie grausame Experimente an dir durchführen konnten und ich weiß dass du in gewaltigen Schlachten mit Monstern, Plasma-Waffen und Raumschiffen gekämpft hast. Alles nur um mich, deine beiden besten Freundinnen oder jemanden von dem du dachtest dass er mir viel bedeutet zu beschützen“, sprach Christina weiter und so wie sie es darstellte, klang es tatsächlich ein wenig als ob Julian eine Art Superheld wäre. Julian sagte dazu nichts. Was sollte er auch sagen? Er war zwar kein Superheld, aber was sie gesagt hatte entsprach trotzdem alles der Wahrheit. „Ansonsten weiß ich noch über dich, dass du gerne Metal hörst, ausgehend von deinen Shirts ziemlich harten Metal, Festivals besuchst und vorne an der Bühne in diesen wirklich gefährlich aussehenden Moshpits rum springst. Und ich weiß dass du als einer von unglaublich wenigen Kerlen auf diesem Planeten nicht völlig dem Alkohol verfallen bist. Das ist zwar noch nicht viel, aber zumindest eine Ausgangsbasis um damit zu arbeiten“, fügte sie dann noch hinzu.
„Aber ich… Draußen im echten Leben bin ich ein nutzloser Arbeitsloser, der außer Zocken und Gitarre spielen nichts auf die Reihe bekommt… Ich kann sonst wirklich nichts womit man Geld verdienen und da draußen überleben könnte… Willst du wirklich eine Beziehung mit jemandem wie mir anfangen?“, fragte er sie noch einmal und klappte innerlich ein wenig zusammen. Der Schock darüber dass er das gerade wirklich zu ihr gesagt hatte saß ziemlich tief. Dies war nun wahrscheinlich der Moment an dem sie ihn verstoßen und nie wieder sehen wollen würde. Langsam begann sie sich aufzurichten und sah ihm tief in die Augen. Dann lächelte sie wieder.
„Und ich komme aus einer Familie mit viel Geld. Wir finden schon die eine Sache die du wirklich gut kannst und werden sie irgendwie nutzen. Dazu haben wir eine Ewigkeit Zeit, wenn wir erst hier raus sind. Und selbst wenn der schlimmste Fall eintreten würde und mein Vater dich nicht leiden könnte… Selbst wenn er deswegen versucht mich zu enterben, wir würden immer noch genug bekommen um wirklich gut damit leben zu können. Du siehst also… Das ist alles nicht wichtig für mich. Wir haben zusammen die Apokalypse erlebt. Mehrmals… Und du hast während alle dem mehrmals bewiesen dass ich auf dich zählen kann, wenn es wirklich wichtig ist“, erklärte Christina sich weiter und Julian fühlte eine solche Erleichterung in sich, dass er das Bedürfnis verspürte in Tränen auszubrechen. Er versuchte es vor Christina zu verhindern, aber es fiel ihm schwer. Sie schien es zu bemerken und begann ihm sanft über den Kopf und durch das Gesicht zu streichen.
„Ist schon in Ordnung… Lass es einfach zu…“, kommentierte sie mit ihrer unglaublich freundlichen Stimme dabei und Julian begann zu weinen wie er es lediglich nachdem er aus der Gefangenschaft des Militärs befreit worden war schon einmal getan hatte. „Ist schon gut… Alles ist gut“, kommentierte Christina während Julian und sie sich weiter in einer Umarmung hielten und sie tatsächlich alles von ihm akzeptierte was Julian die ganze Zeit als völlig unverzeihlich an sich selbst angesehen hatte. Langsam begann er sich wieder zu beruhigen. „Du hast mir überhaupt nie erzählt dass du selbst auch Gitarre spielst“, sagte sie dann nach einer ganzen Weile.
„Ich mache da eigentlich gar nicht so ein großes Ding draus“, antwortete Julian etwas verlegen.
„Solltest du vielleicht aber… Es könnte genau die Fähigkeit sein, die du immer geglaubt hast nicht zu haben. Ich bin jetzt auf jeden Fall schrecklich neugierig und will´s jetzt auf jeden Fall mal hören“, kommentierte Christina daraufhin.
„Jetzt müssen wir erstmal den Kampf gegen diesen Planetenfresser gewinnen. Danach spiel ich dir auf der Gitarre jedes Lied vor dass du hören willst“, antwortete Julian teils ernst, teils scherzhaft.
„Ich werde dich auf jeden Fall beim Wort nehmen“, sagte Christina im selben Tonfall bevor sich bei beiden die Arm-Panzer meldeten und ihnen mitteilten, dass bereits drei Stunden vergangen waren. Nun blieben ihnen lediglich noch vier weitere und es gab noch so unglaublich viel zu erledigen bevor der hoffentlich letzte Kampf auch tatsächlich beginnen konnte.
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So, da ist dann also der neue Lost in Time-Teil. Bin mir mit dem hier mal wieder unsicher, nicht zuletzt weil ich mal wieder ne Sex-Szene rauszensiert hab. Ich hoffe das bringt keine Kontinuitätsprobleme mit sich. -.-' :headbang: Aber auch sonst hab ich das Gefühl, dass außer dem (rauszensierten) Sex eigentlich gar nicht so viel passiert ist wie es vielleicht hätte müssen. Es ist aber auch so ein "Ruhe vor dem Sturm"-Kapitel, da passiert ja meistens nicht allzuviel vorher. ^^"
Ich hoffe trotzdem irgendwer hatte trotz allem was hier schief gelaufen ist seinen Spaß mit dem Kapitel und dass auch alle meine Leser bis zum tatsächlichen Ende dran bleiben, jetzt wo wir praktisch mitten im Finale sind. :mrgreen:
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