Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

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Child of Bodom
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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Child of Bodom »

Hey, vielen Dank für den Kommentar. Das weiß ich echt zu schätzen und freue mich gerade tierisch darüber. ;) :1tu:
Das meiste, gerade das mit den Wiederholungen versuche ich tatsächlich anzunehmen und zu verbessern, wobei du nicht der erste bist, der das kritisiert hat (aber da war es in den anderen Geschichten ^^" ). Wobei ich da auch dazu sagen muss, dass es gerade wenn es um solche Sachen wie Sozialphobie/Intimitätsphobie geht, sich leider sehr oft die Gedankengänge der Betroffenen wiederholen und im Kreis drehen. Das ist also eigentlich eher realistisch als es eine Wiederholung ist, aber ich gebe auch gerne zu, dass wir ja hier eine Geschichte schreiben und lesen und da auch nicht unbedingt alles immer 100% realistisch sein muss, insbesondere in einer in der dann auch noch Horror Monster auftauchen und unmögliche Sachen mit der Zeit passieren. :mrgreen: Auch dass die Unfallszene aus dem nichts kommt, ist eigentlich ziemlich Absicht gewesen. Ich finde persönlich, dass es so am besten wirkt. Ein großartiger Buildup hätte vielleicht die Zeit bis dorthin besser überbrücken können, aber meiner Meinung nach die Szene selbst sehr stark abgeschwächt in ihrer Wirkung. Die Splatterbeschreibungen hab ich eigentlich soweit tatsächlich versucht recht kurz und gezielt zu halten und ich denke dass sie Szene auch ohne sie nicht wirklich als Horror-Szene funktioniert hätte. Deshalb überrascht mich die Kritik daran dann doch ein wenig, muss ich gestehen.
Nice zu sehen, dass mein Plan außerdem aufgegangen ist die Neugier wie es denn jetzt weiter geht zu wecken. :mrgreen: :1tu:
Das nächste Kapitel ist eigentlich auch schon fertig. Ich überlege allerdings gerade ob ich es tatsächlich auch schon posten soll, oder ob ich dich (und andere) nicht noch ein wenig schmoren und auf heißen Kohlen sitzen lassen soll, da der Plan ja so gut aufgegangen ist. :rofl:
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Tom
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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Tom »

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Kapitel 3
Kapitel 3 ist für mich bisher das stärkste Kapitel der Geschichte, weil hier erstmals klar erkennbar wird, worum es in Lost in Time eigentlich geht. Während Kapitel 1 vor allem eine Charaktereinführung war und Kapitel 2 den Horror eingeleitet hat, beginnt hier das eigentliche Mysterium. Zum ersten Mal merkt der Leser, dass Julian offenbar nicht einfach gestorben ist, sondern irgendwie wieder an denselben Punkt zurückgesetzt wurde. Dadurch entsteht sofort Neugier, weil man wissen möchte, was genau passiert ist und warum er plötzlich Ereignisse vorhersehen kann.

Besonders gut funktioniert dabei, dass Julian die Situation zunächst selbst nicht versteht. Er denkt erst, er hätte nur einen merkwürdigen Traum gehabt. Dadurch entdeckt der Leser die Wahrheit gemeinsam mit ihm. Als dann das Gespräch mit Sandra und Kim fast wortwörtlich genauso abläuft wie zuvor, wird langsam klar, dass hier mehr dahintersteckt. Das erzeugt Spannung deutlich effektiver als eine direkte Erklärung.

Auch die Szene mit dem Wesen auf der Straße gefällt deutlich besser als der Unfall in Kapitel 2. Diesmal kann Julian reagieren und verhindert den Tod der drei. Dadurch fühlt er sich nicht mehr wie ein passives Opfer an, sondern wie jemand, der versucht gegen sein Schicksal anzukämpfen. Gleichzeitig entsteht direkt die Frage, ob er tatsächlich die Zukunft kennt oder ob er einfach dieselben Ereignisse noch einmal erlebt.

Der zweite große Pluspunkt ist das Kaiju-Monster selbst. Die Beschreibung vermittelt ein gutes Gefühl für die Größe und die Bedrohlichkeit des Wesens. Vor allem die Tatsache, dass es ganze Häuserreihen einfach ignoriert und sich direkt durch Gebäude hindurch bewegt, vermittelt echte Macht. Das Monster wirkt nicht wie irgendein normales Horrorwesen, sondern wie eine Naturkatastrophe auf Beinen. Dadurch entsteht ein völlig anderes Bedrohungsgefühl als bei den kleineren Tentakelwesen aus Kapitel 2.

Trotzdem hat das Kapitel auch einige Schwächen. Die größte ist mittlerweile ein bekanntes Problem der Geschichte: Wiederholungen. Die erste Hälfte des Kapitels besteht fast vollständig aus Szenen, die der Leser bereits aus Kapitel 2 kennt. Natürlich ist das aufgrund der Zeitschleife beabsichtigt, aber viele Dialoge und Beschreibungen sind nahezu identisch übernommen. Das macht zwar Sinn, bremst aber das Tempo. Man hätte einige bekannte Abschnitte deutlich kürzer zusammenfassen können, damit die Handlung schneller zu den neuen Entwicklungen kommt.

Außerdem fällt auf, dass Julian inzwischen fast schon übernatürlich gut reagiert. Im Auto schafft er es, dem Wesen auszuweichen, obwohl niemand sonst überhaupt erkennt, was passiert. Das lässt sich zwar durch seine Erinnerungen an den vorherigen Ablauf erklären, wirkt aber noch etwas unsauber dargestellt. Der Leser versteht zwar ungefähr, warum es passiert, aber Julian selbst denkt erstaunlich wenig darüber nach, wie unmöglich seine Reaktion eigentlich war.

Der Horrorteil funktioniert erneut sehr gut, allerdings bewegt sich die Geschichte mittlerweile stark in Richtung Splatter. Besonders Kims Tod und die Szene mit Sandra sind extrem brutal beschrieben. Das erzeugt zwar Schockwirkung, aber manchmal entsteht der Eindruck, dass die Gewalt selbst im Mittelpunkt steht und nicht die emotionale Wirkung dahinter. Oft ist weniger tatsächlich mehr. Die Vorstellung, wie Kim verschlungen wird, wäre wahrscheinlich sogar noch unangenehmer, wenn manche Details etwas zurückhaltender beschrieben würden.

Was mir jedoch sehr gefällt, ist Julians psychologische Reaktion am Ende. Als er in der Sackgasse steht, bricht nicht einfach irgendein Held zusammen, sondern genau die Figur, die wir seit Beginn kennen. Seine Gedanken drehen sich sofort um seine Selbstzweifel, seinen Vater und die Dinge, die er im Leben nie erlebt hat. Dadurch fühlt sich sein bevorstehender Tod persönlicher an als die reinen Gewaltszenen zuvor. Hier merkt man wieder, dass die größte Stärke der Geschichte nicht die Monster sind, sondern Julian selbst.

Insgesamt wirkt Kapitel 3 wie der eigentliche Startschuss der Handlung. Die Zeitschleifen-Thematik wird eingeführt, die Bedrohung eskaliert massiv und der Leser versteht nun, dass hinter den Ereignissen etwas Größeres steckt als ein einfacher Monsterangriff. Gleichzeitig bleiben viele Fragen offen: Warum lebt Julian wieder? Warum erinnert er sich? Was haben die Tentakelwesen mit dem Kaiju zu tun? Und wie oft kann er überhaupt sterben? Genau diese Fragen sorgen dafür, dass man weiterlesen möchte. Von den bisherigen drei Kapiteln hat dieses den stärksten Spannungsfaktor und macht am deutlichsten neugierig auf den weiteren Verlauf.

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Kapitel 4
Kapitel 4 hebt die Geschichte noch einmal auf eine deutlich größere Ebene. Während die vorherigen Kapitel vor allem von Flucht, Verwirrung und unmittelbarem Horror gelebt haben, rückt jetzt das Militär in den Mittelpunkt. Dadurch bekommt die Welt plötzlich mehr Größe. Man merkt, dass die Katastrophe längst kein lokales Problem mehr ist, sondern etwas, auf das sogar die Streitkräfte reagieren müssen. Das sorgt dafür, dass sich die Bedrohung noch ernster anfühlt.

Besonders gelungen ist, wie Julians Wissen aus den vorherigen Zeitschleifen eingesetzt wird. Er ist nicht mehr nur der völlig ahnungslose Schüler, sondern beginnt langsam, die Situation auszunutzen. Er weiß, was passieren wird, versucht andere zu warnen und trifft Entscheidungen, die er beim ersten Durchlauf nicht treffen konnte. Dadurch entwickelt sich seine Figur weiter. Er wirkt immer noch überfordert und hat Angst, aber er handelt inzwischen deutlich aktiver. Genau das macht ihn interessanter als in den ersten Kapiteln.

Der Militäreinsatz selbst erzeugt zunächst Hoffnung. Als Panzer, Soldaten und schwere Waffen auftauchen, denkt man automatisch, dass jetzt endlich jemand etwas gegen das Monster ausrichten kann. Diese Hoffnung wird aber nach und nach zerstört. Das Monster wirkt praktisch unaufhaltsam und selbst moderne Waffen scheinen kaum Wirkung zu zeigen. Dadurch vermittelt die Geschichte sehr gut das Gefühl absoluter Aussichtslosigkeit. Das erinnert stellenweise an klassische Kaiju-Geschichten oder Cosmic Horror, bei denen die Menschheit gegen etwas kämpft, das ihre Möglichkeiten völlig übersteigt.

Auch das Tempo gefällt insgesamt. Es passiert ständig etwas und das Kapitel hat kaum Leerlauf. Gleichzeitig gibt es immer wieder kurze Momente, in denen Julian nachdenken oder mit anderen Figuren sprechen kann. Dadurch wirkt die Handlung abwechslungsreicher als in Kapitel 3, das durch die Wiederholung der Zeitschleife teilweise etwas ausgebremst wurde.

Trotzdem fallen wieder einige Schwächen auf. Die größte bleibt die Länge vieler Szenen. Gerade während der Kämpfe werden einzelne Bewegungen, Explosionen oder Reaktionen sehr detailliert beschrieben. Das erzeugt zwar Bilder im Kopf, manchmal verliert sich die Geschichte aber etwas in diesen Details. Einige Kampfszenen könnte man straffen, ohne dass Spannung verloren geht. Im Gegenteil, ein höheres Tempo würde den chaotischen Charakter der Schlacht wahrscheinlich sogar noch verstärken.

Außerdem wiederholen sich Julians Gedanken teilweise. Er denkt mehrfach darüber nach, dass alles aussichtslos ist, dass Menschen sterben oder dass er Angst hat. Diese Gefühle passen zwar zur Situation, aber nicht jede Wiederholung bringt neue Informationen. Würde man einige dieser inneren Monologe kürzen oder unterschiedlich formulieren, würden sie stärker wirken.

Ein weiterer Punkt betrifft die Nebenfiguren. Viele Soldaten tauchen auf, erfüllen ihren Zweck und verschwinden wieder. Das ist bei einer großen Militäraktion zwar nachvollziehbar, sorgt aber dafür, dass manche Todesfälle eher wie Kulisse wirken. Wenn ein oder zwei dieser Figuren etwas mehr Persönlichkeit bekommen würden, hätte ihr Schicksal deutlich mehr Gewicht.

Was dagegen sehr gut funktioniert, ist die Atmosphäre. Man spürt ständig den Ausnahmezustand. Überall herrscht Chaos, Menschen fliehen, Schüsse fallen und trotzdem scheint das Monster einfach unaufhaltsam weiterzulaufen. Dadurch entsteht das Gefühl, dass die Menschheit zwar alles versucht, letztlich aber völlig machtlos ist. Gerade dieser Kontrast macht das Kapitel spannend.

Insgesamt wirkt Kapitel 4 wie der Übergang von einer persönlichen Horrorgeschichte zu einer echten Katastrophengeschichte. Die Welt wird größer, der Konflikt eskaliert weiter und Julian entwickelt sich langsam vom Opfer zu jemandem, der versucht, die Ereignisse zu beeinflussen. Gleichzeitig bleiben genügend offene Fragen bestehen, damit die Geschichte interessant bleibt. Vor allem möchte man wissen, ob die Zeitschleifen irgendwann einen Sinn ergeben und ob das Monster überhaupt besiegt werden kann.

Insgesamt würde ich Kapitel 4 etwas stärker als Kapitel 3 bewerten. Es hat ein gutes Erzähltempo, erweitert die Welt sinnvoll und entwickelt Julian glaubwürdig weiter. Die größten Schwächen sind weiterhin einige Längen, wiederholte Gedanken und teilweise etwas zu ausführliche Actionszenen.

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Child of Bodom
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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Child of Bodom »

OK... WOW... Mein Hirn klebt gerade immer noch als Matsch an der Wand nachdem ich das gelesen hab. oO oO oO Ich entnehme diesem Kommentar nämlich, trotz vieler Kritiken die auch darin stehen, dass es dir eigentlich ziemlich gut zu gefallen scheint. :mrgreen: Und das freut mich insgesamt unglaublich. Vielen Dank dafür und auch für die ausführlichen Kommentare, die definitiv nahe legen, dass du dich auch tiefgreifend mit meinem Text befasst hast und nicht nur kurz mal drüber gelesen. :1tu: Wegen der Kritik sage ich mal, dass am Ende niemand eine perfekte Geschichte schreibt, nicht mal Tolkien oder George RR Martin und man immer irgendetwas finden kann, was man kritisieren kann. Ich werde aber sehen was ich davon am Ende tatsächlich übernehme und ob vielleicht auf anderen Seiten nicht andere Leute nicht ähnliches kritisieren. ;)
In jedem Fall dürfte es dich freuen zu erfahren, dass mein Kopf mittlerweile schon einige weitere interessante Dinge für die Geschichte zusammen gebastelt hat, die auch alle noch drin vorkommen werden. Ich weiß noch nicht wie lange es am Ende wird, aber da kommt noch eine ganze Menge. Eine gewisse Idee wie es enden kann habe ich auch schon und vielleicht kriegt die Geschichte irgendwann auch noch einen Beititel, so wie die anderen 3 von mir auch. :mrgreen: Ich wünsche in jeden Fall wiederhin viel Spaß mit dem Werk, ich muss jetzt wohl gleich mal weiter schreiben gehen. :D

Ädit: Mir ist gerade noch ein minimaler Fehler in deiner Kritik aufgefallen. Und zwar taucht in Kapitel 4, bis auf jene, die Fahrzeuge steuern und daher eher indirekt auftauchen, tatsächlich kein einziger Soldat auf. Wie gesagt zumindest nicht als Infanterie. Ich halte zwar nichts vom Militär und denke eigentlich dass die dumm sind wie ein Stück Brot (was immer noch eine Beleidigung für´s Brot ist :D ) aber ich denke selbst die wären nicht so bescheuert Infanterie gegen Kaiju-Monster los zu schicken. Wenn dann eben Fahrzeuge die auf Distanz kämpfen können oder eben sie bomben das Vieh gleich mit schweren Bomben weg, oder versuchen es zumindest. Hat ja in meiner Geschichte nicht geklappt. Fakt ist aber, dass da kein einziger Soldat auftaucht, folglich kann auch kein einziger als Charakter gehandelt werden. ^^"
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Tom
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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Tom »

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Kapitel 5
Kapitel 5 überzeugt vor allem durch die Mischung aus ruhigen Charaktermomenten und brutalem Horror. Julian beginnt erstmals aktiv, die Zeitschleife zu nutzen und versucht, Ereignisse zu verändern. Die Szenen mit Marc, Pete, Nils und Alex geben dem Festivalleben mehr Persönlichkeit und sorgen dafür, dass die späteren Verluste stärker wirken. Besonders gelungen sind Julians zunehmende Traumatisierung und sein erster erfolgreicher Kampf gegen eines der Monster. Das Kapitel zeigt sehr gut, dass jeder Tod Spuren hinterlässt und Julian langsam psychisch verändert.

Die größte Schwäche sind die teilweise sehr ausführlichen Gewaltbeschreibungen und einige erzählerische Längen.


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Kapitel 6
Kapitel 6 erweitert die Geschichte massiv. Julian erkennt, dass die Katastrophe weit über das Festival hinausgeht und offenbar die gesamte Welt betrifft. Die zerstörten Städte, leeren Dörfer und riesigen Krater erzeugen eine starke postapokalyptische Atmosphäre. Die Einführung der Aliens sorgt für eine weitere Eskalationsstufe und erweitert das Mysterium erheblich. Emotional stark sind vor allem Julians Reaktion auf die Zerstörung seiner Heimat und seine völlige Hoffnungslosigkeit.

Gleichzeitig entsteht hier erstmals die Gefahr, dass die Geschichte etwas überladen wirkt, weil ständig neue Bedrohungen hinzukommen.


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Kapitel 7
Kapitel 7 ist das stärkste Charakterkapitel der bisherigen Geschichte. Der Fokus liegt weniger auf Action und mehr auf Julians psychischem Zerfall. Seine Versuche, andere vor der Katastrophe zu warnen, scheitern ausnahmslos, weil die Wahrheit zu absurd klingt, um glaubwürdig zu sein. Besonders das Telefonat mit Sandra und die Begegnung mit dem Awareness-Team funktionieren sehr gut, weil alle Figuren nachvollziehbar handeln. Niemand ist böse oder dumm – Julian wirkt schlicht verrückt. Das Kapitel zeigt eindrucksvoll, wie isolierend die Zeitschleife ist und wie sehr sie Julian langsam zerstört. Die Handlung schreitet zwar etwas langsamer voran, dafür ist die Figurenentwicklung stärker als zuvor.

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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Tom »

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Kapitel 8 – Freiheit ohne Konsequenzen
Kapitel 8 dient als bewusste Verschnaufpause nach den schweren Ereignissen zuvor. Julian beginnt, die Möglichkeiten der Zeitschleife für sich auszunutzen, und holt Erfahrungen nach, die er sich früher nie zugetraut hätte. Besonders gelungen ist die psychologische Entwicklung: Sein neues Selbstbewusstsein wirkt nachvollziehbar und zeigt, wie sehr die Zeitschleife ihn verändert. Gleichzeitig deutet das Kapitel an, dass diese Freiheit ihn moralisch langsam abstumpfen könnte. Kleine Schwächen sind das etwas schnelle Interesse von Lisa an Julian und einige Wiederholungen in seinen Gedanken.

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Kapitel 9 – Was wirklich zählt
Kapitel 9 ist eines der emotional stärksten Kapitel des Romans. Julian erkennt, dass oberflächliche Erlebnisse ihn nicht erfüllen und entscheidet sich bewusst für Sandra. Die Beziehung entwickelt sich glaubwürdig und die gemeinsame Zeit bildet einen starken Kontrast zum bevorstehenden Horror. Besonders eindrucksvoll ist der Bruch durch Kims Hilferufe und Julians Entscheidung, freiwillig zu sterben, um im nächsten Loop eine bessere Chance zu haben. Das Kapitel vertieft seine Figur enorm. Lediglich die Liebesentwicklung mit Sandra wirkt stellenweise etwas schnell.

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Kapitel 10 – Vom Überleben zum Handeln
Kapitel 10 verbindet Romantik, Charakterentwicklung und Action zu einem Wendepunkt der Geschichte. Die Beziehung zu Kim erweitert Julians Persönlichkeit um eine weitere emotionale Ebene und zeigt, wie sehr falsche Selbstzweifel sein Leben geprägt haben. Gleichzeitig beginnt Julian erstmals aktiv gegen die Bedrohung vorzugehen, anstatt nur zu reagieren. Dadurch fühlt sich das Kapitel wie der Abschluss der Einführungsphase und der Beginn des eigentlichen Hauptkonflikts an. Die größte Schwäche ist die hohe Stoffdichte, wodurch besonders die romantischen Entwicklungen teilweise etwas zu schnell wirken.

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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Child of Bodom »

Hey, danke nochmal für die Kommentare. Besonders die Alternativen Kapitelnamen gefallen mir dabei sehr. Es kann sogar sein, dass ich den von Kapitel 9 übernehme, wenn das OK ist? Der ist nämlich tatsächlich wesentlich besser als mein eigener. ^^ Ansonsten vielen Dank dass du immer noch dabei bist und mich kommentierst, wo ich das ja bei dir gerade ein wenig vernachlässigt habe. :argh2: :headbang:

Eine etwas traurige Ankündigung kann ich wohl gerade auch noch machen... Lost in Time wird wohl gar nicht mehr so lange gehen. Ich weiß zwar noch nicht wie viele Kapitel genau, aber ich schätze dass nach aller höchstens 30 Schluss sein dürfte. Eher weniger als mehr. Es wird allerdings noch einiges passieren bis dorthin. Da dürfen alle (oder auch nur du? ^^" ) durchaus weiter gespannt bleiben. :D
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Tom
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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Tom »

Es kommt nicht auf die Menge der Kapitel an, sondern auf das, was du erzählen willst.
Künstlich alles in die Länge zu ziehen schadet meist nur.

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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Child of Bodom »

Ich wollte mal noch auf den Punkt eingehen, dass dir das mit der Liebesentwicklung "zu schnell geht"... Dabei scheint dir nämlich entfallen zu sein, dass die drei sich schon ziemlich lange bevor die eigentliche Geschichte losging kennen und praktisch in diesen beiden Kapiteln nur Gefühle aktiviert werden/zum Tragen kommen, die eigentlich schon die ganze Zeit da waren. So hatte es eigentlich auch im Text stehen sollen... Ob das genauso rüber kam ist eine andere Sache. Bei der Sache mit Lisa in Kapitel 8... Ja, da gings etwas schnell, zugegeben, aber da muss ich auch sagen... Auf nem Festival oder nem Konzert passiert sowas durchaus mal (nur mir persönlich jetzt halt nicht -.-'). Da hab ich schon einiges mitansehen dürfen/müssen.
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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Tom »

Die Geschichte erreicht hier eine neue Qualitätsstufe. Aus dem reinen Überlebenskampf in der Zeitschleife entwickelt sich eine deutlich größere Science-Fiction-Geschichte mit mehreren Fraktionen, wachsendem Worldbuilding und einem klaren strategischen Handlungsfokus. Die Einführung von Christina als zweite Looperin funktioniert hervorragend und sorgt dafür, dass Julian nicht länger allein agiert. Die Enthüllungen über die Aliens, ihre Rolle im Krieg gegen die Monster und die Alien-Technologie erweitern die Welt glaubwürdig, ohne das zentrale Mysterium um die Zeitschleife zu früh aufzulösen. Gleichzeitig eskaliert der Konflikt zu einem globalen Krieg, während Julians psychischer Zustand immer stärker unter den unzähligen Toden und Rückschlägen leidet. Besonders Kapitel 15 setzt mit dem Kristall, den wissenschaftlichen Untersuchungen und Julians emotionalem Tiefpunkt noch einmal neue Akzente und verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe. Kleinere Schwächen liegen hauptsächlich in gelegentlich sehr informationslastigen Dialogen und der hohen Dichte neuer Konzepte. Die Handlung gewinnt deutlich an Dynamik, die Figuren entwickeln sich spürbar weiter und die Geschichte wirkt größer, komplexer und gleichzeitig emotional intensiver als zuvor.

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Re: Kommentare und Kritiken zu Child of Bodoms Geschichten

Beitrag von Child of Bodom »

Hey, wirklich unglaublichen vielen Dank für diese positive Rückmeldung. Ich hab deinen Comment bestimmt zehn mal gelesen seit du ihn gestern geschrieben hast und freue mich immer noch genauso sehr darüber wie beim ersten Lesen. :mrgreen:
Lustiger Weise dachte ich sogar noch ich hätte mich mit der Einführung neuer Konzepte hier stark zurück gehalten. Zumindest ist das kein Vergleich zu der Menge neuer Konzepte die in MODULAR und Crimson Space auf einmal auftauchen... von Inferno fange ich mal lieber gar nicht erst an. :rofl: *lach* Dazu würde ich mir auf jeden Fall am Ende der Geschichte nochmal einen Satz wünschen, denn eigentlich wollte ich genau das hier in Lost in Time etwas vermeiden. :headbang: :mrgreen:
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