[RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

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Child of Bodom
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[RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

So, da ist es also, mein neuestes Werk. Ohne Action-Szenen, ohne Mechas und ohne Superkräfte. Bin mal gespannt ob das irgendwem gefällt und ob´s überhaupt irgendwen interessiert. :rofl:

Ach ja, ich hab jetzt wegen dem Ende von Kapitel 2 mal RC18 als Altersfreigabe genommen. Ich behalte mir allerdings vor auch noch auf die nächste Stufe zu erhöhen. Das weiß ich selbst noch nicht so genau, es könnte aber passieren, was auch bedeutet, dass es durchaus noch heftiger zugehen könnte als das. Wie gesagt... Behalte ich mir mal vor. :D
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Musikempfehlungen:

Intro: Kill the Lights - Panic Blooms


Outro: Motionless in White - Afraid of the Dark

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Lost in Time:

Bild

Kapitel 1 – Die Reise:

Ob Julian sich das tatsächlich angetan hätte, wenn er gewusst hätte wie viel harte Vorbereitungsarbeit auf ihn zukommen würde? Naja, höchstwahrscheinlich schon. Schon seit frühester Jugend hatte er davon geträumt ein Metal-Festival zu besuchen, aber damals kämpfte seine Familie mit starken finanziellen Problemen, die sein Vater verursacht hatte, und ein solcher Festival-Besuch wäre niemals möglich gewesen. Und auch jetzt bedeutete ein solcher Festival-Besuch eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung für Julian, der diese nur stemmen konnte, weil er sein gesamtes Leben lang sehr enthaltsam gelebt hatte. Nur so war es möglich dass er sowohl die Karte für das Festival als auch die Miete für den kleinen Transporter bezahlen konnte, mit dem er dorthin fahren wollte. Deshalb und weil er das unwahrscheinliche Glück hatte dass seine beiden besten Freundinnen, Sandra und Kim sich ein wenig daran beteiligten, da sie selbst in die Gegend fahren wollten um dort einige Verwandte zu besuchen. Julian hatte jedoch nicht damit gerechnet dass die vorläufige Einrichtung des Transporters so viel Kraft und Energie kosten würde. Eine große Matratze musste hinein getragen werden, dazu eine kleine Autobatterie und noch viele weitere Gegenstände, die man auf einer solchen Reise besser bei sich hatte, darunter auch sein Fahrrad, einige Gefäße mit Wasser, Getränke und Essen. Letztere zumindest dann wenn man nicht vor hatte die überteuerten Festival-Preise auf dem Gelände zu bezahlen. Es hatte sehr lange gedauert, aber einen Tag nachdem das Fahrzeug von der Auto-Vermietung abgeholt worden war, war es nun endlich soweit und Julian würde sein erstes Metal-Festival besuchen gehen. Zu aller erst würde er allerdings noch den Super Mark aufsuchen und dort seine Essens- und Getränkereserven für die Reise auffüllen. Und nicht zuletzt wollte er nicht ohne wenigstens ein paar Dosen Bier dort erscheinen. Er trank zwar selbst seit länger als einem Jahrzehnt keinen Alkohol mehr, aber er wusste dass es die anderen Festival-Besucher taten und wollte nicht ohne die Option jemand anderem ein Bier anzubieten dort erscheinen. Man wusste ja nie was sich an Kontaktmöglichkeiten mit anderen Menschen dort ergeben könnte. Mit unerwartet sicherer Hand steuerte Julian den Transporter durch die engen Straßen des Dorfes in dem er lebte und selbst auf dem Supermarkt-Parkplatz kam er unerwartet gut mit dem vergleichsweise recht großen und vor allem breiten Vehikel zurecht. Anscheinend half es ihm, dass er mit seinen Eltern schon als kleines Kind in einem großen Camper mitgefahren war und er dort seinem Vater zusehen konnte, wie dieser ein solch übergroßes Vehikel steuerte. Zumindest dachte Julian sich das als er ausstieg und sich in den Supermarkt begab um seine Einkäufe zu tätigen. Das Gefühl das er dabei hatte war mehr als eigenartig. Er konnte nicht genau sagen ob er sich auf die Reise und das Festival freute oder ob er wahnsinnige Angst davor hatte. Er war eigentlich eher ein Nerd, der viele Video Spiele spielte und das Haus so wenig verließ wie er konnte. Er hatte auch bis auf die beiden Damen, die er mit in die Gegend nehmen wollte niemanden und selbst die sah er tatsächlich recht selten, nicht zuletzt deshalb weil beide eigentlich in festen Händen waren und sich daher mehr mit ihren festen Freunden abgaben als mit ihm. Aber das war in Ordnung für Julian, er hatte seine Video Spiele und brauchte keine anderen Menschen… zumindest wenn man von denen auf dem Metal-Festival absah. Mittlerweile hatte Julian alle seine gewünschten Einkäufe zusammen und ging ziemlich schwer beladen zur Kasse. Vielleicht hätte er sich doch lieber vorne einen Einkaufswagen zu Hilfe nehmen sollen, aber er hielt es ursprünglich nicht für notwendig. Immerhin war er ein Brocken von fast zwei Metern Größe und besuchte seit fast zwei Jahren regelmäßig ein Fitness-Studio. Er sollte wohl mit ein paar schweren Einkäufen zurecht kommen, dachte er sich während er alle Einkäufe auf das Kassen-Förder-Band legte und sich in die recht kurze Warteschlange einreihte.
„Hi“, sprach ihn die Kassiererin in einer unglaublich freundlichen Art und Weise an, als er an der Reihe war. Versuchte die Dame etwa gerade mit ihm zu flirten? So freundlich hatte sie doch die Leute vor ihm auch nicht angesprochen... Julian konnte fühlen wie er innerlich anspannte und bereits jetzt Schwierigkeiten mit seiner Wortwahl bekam. Eine Sache mit der Julian einfach nicht umgehen konnte waren leider nun einmal Frauen. Bis auf Sandra und Kim, die er schon so lange kannte, dass sie 3 sich wahrscheinlich am ehesten wie Geschwister anfühlten, konnte er überhaupt nicht mit Frauen umgehen oder reden und von flirten ganz zu schweigen. Er wusste einfach nicht wie.
„Hallo“, antwortete er daher ziemlich nüchtern, denn höchst wahrscheinlich hatte er sich ohnehin mit dem anflirten geirrt. Welche Frau hätte schon Interesse an einem hässlichen Nerd wie ihm?
„Das ist aber ein interessanter Großeinkauf… Geht es auf eine Reise?“, sprach die Dame an der Kasse weiter, während sie mit großer Routine die Waren einscannte.
„Ein Festival… Mein Erstes…“, antwortete Julian und fühlte wie er immer unsicherer wurde.
„Ui… Das klingt aber wirklich spannend… Das macht dann 137,67€“, kommentierte die Frau an der Kasse und sah ihn in Erwartung der Bezahlung an.
„Ja, wollte ich schon immer mal machen und jetzt habe ich die Chance dazu“, antwortete Julian, während er der Frau 140€ in die Hand gab.
„So und 2,33€ zurück… Einen schönen Tag noch und viel Spaß auf dem Festival wünsche ich“, sagte die Dame noch und reichte Julian die besagten 2,33€.
„Danke, werde ich hoffentlich haben… Ihnen auch noch einen schönen Tag…“, antwortete Julian während er die 2,33€ annahm und die letzten Einkäufe irgendwie auf seine Arme packte. Dann verließ er nach seinem eigenen Gefühl fluchtartig den Super Markt und begab sich so schnell er konnte zu seinem Vehikel. Situationen wie diese verängstigten ihn sehr. Nicht nur dass er sich unsicher war weshalb die Dame ihn in ein kurzes Gespräch verwickelt hatte, er hatte auch massive Angst wegen dem was er war abgelehnt zu werden. Ein Problem, dass er schon hatte seitdem er ein kleines Kind war. Leute und besonders andere Kinder lehnten ihn aus Gründen sie er nicht verstehen konnte einfach ab und zurück blieb nun im Erwachsenenalter diese massive Angst davor. Hatte er sich richtig verhalten in dieser Situation oder hätte er sich anders verhalten müssen? Nun ja, es hatte nun nicht den geringsten Sinn weiter darüber nachzudenken und so verstaute Julian seine Einkäufe so schnell es ihm möglich war und machte sich dann wieder auf den Weg, zunächst zu Sandra, dann zu Kim um die beiden abzuholen. Das lag gottseidank auf dem Weg zu seinem Festival, so dass der Umweg recht gering ausfallen würde. Da ihn seine Gedanken wegen der Situation im Super Markt jedoch nicht in Ruhe lassen wollten, entschied Julian sich schnell für ein wenig passende Stimmung zu sorgen und schaffte es irgendwie sein Smartphone mit der Anlage des Mietfahrzeugs zu verbinden um dann ein wenig Metal laufen zu lassen. Nach einer längeren Nachdenkphase entschied er sich für die Band Extermination Dismemberment. Ziemlich harter Stoff und nur für solche Leute wie ihn tatsächlich überhaupt geeignet. Das würde er sich auch nur so lange anhören, wie er alleine Unterwegs wäre. Spätestens wenn er Sandra mit ihm Fahrzeug hatte würde er etwas leichter zu verdauendes anschalten oder gleich ganz auf Hintergrundmusik verzichten.

Es ging alles relativ schnell und einfach von sich als Julian an Sandras Wohnort ankommen sollte. Eine Nachricht auf dem Smartphone und fünf Minuten später sollte sie mit einem fertig gepackten Koffer und einem Rucksack aus dem Haus kommen. Sandra war mit 1,64m relativ klein, aber recht breit gebaut. Ihre Kleidung bestand aus recht weiten Hosen und einem T-Shirt das so weit wirkte als wäre es ein paar Größen zu groß für sie. Wenn man es nicht besser wusste, dann hätten ihr großer Hintern und ihre ziemlich hohe Oberweite sie in Kombination mit der weiten Kleidung ein wenig übergewichtig wirken lassen, was sie in Wirklichkeit aber ganz und gar nicht war. Ihre schwarzen langen Haare hatte sie zudem hinten zusammen gebunden, wo sie ihr ein wenig bis über die Schultern reichten. Sie war gewiss nicht unattraktiv für Männer und auch für Julian nicht, aber er hatte ohnehin keine Chance bei ihr, zumal das wahrscheinlich ohnehin nicht angebracht gewesen wäre, nach der langen Zeit die sie sich nun kannten. Schnell hatte sie ihren Koffer hinten zu Julians Festival-Ausstattung in den Laderaum des Transporters gestellt und setzte sich dann auf einen der beiden Beifahrerplätze auf der Sitzbank neben Julian.
„Hi Julian“, grüßte sie ihn freundlich, aber anders als es die Kassiererin im Supermarkt, so dass es Julians Ängste nicht ganz so schlimm triggerte als es diese Situation getan hatte.
„Servus. Bereit für die Reise?“, fragte Julian sie dann ungewöhnlich selbstsicher für seine Zwecke und Sandra nickte das ganze ab.
„Ich kann´s kaum noch abwarten. Ich hab meinen Vater schon seit Jahren nicht mehr gesehen“, kommentierte sie dann, während Julian sich entschieden hatte noch ein wenig musikalische Untermalung einzuschalten. Dieses Mal aber Memphis May Fire. Eine Band die er auch sehr liebte, die er aber für wesentlich geeigneter hielt in Situationen in denen er mit Damen zusammen war, auch wenn es sich um Sandra handelte.
„Wie ist der eigentlich so?“, fragte er dann und startete das Fahrzeug.
„Naja… Ich sag´s mal so… Es gibt einen guten Grund weshalb er und meine Mutter sich zerstritten haben und er gegangen ist“, antwortete Sandra etwas bedrückt.
„Ich dachte das wäre wegen seiner Affäre gewesen…“, kommentierte Julian etwas verwirrt, während er das Fahrzeug auf die Hauptstraße zurück steuerte.
„Naja, das ist leider nur ein Teil davon, glaube ich. Meine Mutter hat auch immer behauptet er hätte sie geschlagen. Er selbst behauptet dass er das nie hätte und sie hätte sich das selbst zugefügt. Ich weiß nicht was da wahr ist. Zu mir jedenfalls war er soweit ich mich erinnern kann immer lieb“, erklärte Sandra weiter. „Was ist eigentlich mit dir? Bist du schon aufgeregt? Ist immerhin dein erstes Metal-Festival“, fragte sie ihn dann.
„Naja, ich hab schon unglaublich Angst vor dem was da auf mich zukommen könnte. Aber ich komme schon klar. Ich hab ja in letzter Zeit ein paar Konzerte besucht und schätze mal dass das so ähnlich ablaufen wird… Nur mit mehr Bands und noch mehr Leuten“, antwortete Julian nüchtern und versuchte sich auf die Straße anstelle seiner Ängste zu konzentrieren.
„Wo fahren wir denn hin? Ich dachte wir fahren direkt rauf zum Festival“, warf Sandra dann irritiert ein, als Julian unerwartet abbog.
„Naja… Kim wollte auch mit. Sie hat dort in der Gegend wohl auch ein paar alte Bekannte die sie besuchen gehen wollte… Also hat sie zumindest mal behauptet…“, antwortete Julian und wurde immer unsicherer dabei, da er Sandra ein gewisses Missfallen im Gesicht ansehen konnte. Hatte er etwa einen Fehler gemacht als er Kim ebenfalls mit in die Sache involviert hatte?
„Verstehe…“, antwortete Sandra dann auch noch in einem hörbar enttäuschten Tonfall und verunsicherte Julian offensichtlich noch weiter. Aber es war längstens zu spät sich darüber allzu viele Gedanken zu machen. Er hatte sie nun beide in seine Reise involviert und jetzt, so knapp vor dem Start der Aktion, war es nicht mehr möglich einen Rückzieher bei einer von beiden zu machen. Beide zählen auf ihn.

Kim hatte sich dazu entschieden lieber zwei Koffer und einen Rucksack zu packen und verstaute beide Koffer ebenfalls zuerst im Laderaum, bevor sie dann zuerst einmal kurz auf die Fahrerseite zu Julian kam und ihn einmal zur Begrüßung durch die offene Seitenscheibe umarmte ungeachtet dessen, dass Julian das eigentlich gar nicht so recht war. Er wünschte eigentlich keinen Körperkontakt zu Frauen, zumindest nicht wenn er sich auf diese Art beschränkte und nicht noch viel weiter reichte. Zumal Kim wirklich eine wirkliche Schönheit geworden war seit er sie im Grundschulalter kennen gelernt hatte. Julian schätzte sie auf 1,72m und entsprechend ihrer Größe war sie eher lang und schmal gebaut, was auf ihn jedoch ganz besonders anziehend wirkte und das obwohl sie einen kleineren Hintern und wesentlich kleinere Brüste hatte als Sandra. Ihre weit über schulterlangen blonden Haare, die sie ebenfalls zusammen gebunden hatte und ihre meistens immer froh wirkende Art taten ihr Übriges dazu. Aber Julian musste sich zusammen reißen, denn die Gedanken die ihm gerade durch den Kopf gingen waren definitiv nicht angebracht, besonders nicht bei einer so langen Bekanntschaft wie er sie mit diesen beiden hatte.
„Hi Julian. Hi Sandra“, grüßte Kim die beiden als sie den Platz auf der Sitzbank ganz rechts einnahm und die Fahrzeugtür schloss.
„Hi Kim. Du auch hier?“, grüßte Sandra immer noch ein wenig irritiert zurück.
„Ja, als ich gehört hab, dass Julian auf dieses Festival da im Nord-Osten fährt, musste ich einfach mit. Du kennst doch noch Sarah und Julia oder? Die leben jetzt beide da oben in der Nähe und ich glaube eine bessere Gelegenheit die beiden mal wieder zu besuchen, werde ich wohl kaum kriegen. Außerdem ist es wirklich eine tolle Gegend da. Vielleicht kann ich mir die ja ein wenig ansehen und ein paar tolle Fotos machen, wenn ich schon mal dort bin“, erklärte sich Kim, während Julian das Fahrzeug wieder startete und sich auf den Weg zum Festival machte. Auf Musikuntermalung verzichtete er dabei lieber.
„Sarah und Julia? Das ist ja ewig her. Wissen die beiden denn überhaupt noch wer du bist?“, warf nun Sandra ein und Julian konnte fühlen wie Kim dieser Einwand missfiel.
„Na klar wissen die das noch. Ich hab regelmäßig mit denen geschrieben nachdem sie weg gezogen sind“, antwortete Kim trotz ihrem Missfallen unglaublich froh und freundlich.
„Na dann…“, kommentierte nun Sandra unter einem gewissen Missfallen. Julian konnte fühlen wie sich die Situation zwischen den beiden Damen immer stärker anspannte und das sollte ihm stark missfallen. Außerdem ging ihm immer noch diese Situation mit der Kassiererin im Supermarkt nach und da momentan keine Musik spielte die ihn ablenken konnte, war es ihm auch nicht möglich sich seinen eigenen sich um sich selbst drehenden Gedankengängen zu entziehen.
„Aber sag mal Julian… Du hast dich ja wirklich heftigst vorbereitet. Bist du sicher dass das alles notwendig war?“, warf nun Kim ein und spielte auf die Sachen im Laderaum an.
„Naja, ich brauche eben ein gutes Bett, wenn das alles nicht in einen kompletten Vollhorror ausarten soll und wenn ich kein Fahrrad dabei hab weiß ich nicht wie ich vom Festival in die Stadt kommen soll, wenn ich Nachschub beim Essen und den Getränken brauche. Einen Kühlschrank hab ich ja jetzt nicht mit eingepackt“, erklärte sich Julian, während er auf die Autobahn abbiegen sollte.
„Verunsichere ihn doch nicht so… Ich hab zwar keine Festivalerfahrung aber ein wenig mit Camping und ich kann dir sagen… Besser ein paar Dinge zu viel als zu wenig eingepackt. Wenn du etwas brauchst, dass du dann nicht dabei hast, hast du ein größeres Problem wie andersrum“, verteidigte Sandra ihren langjährigen guten Freund schnell.
„Da hast du wohl einen Punkt“, stelle Kim fest. „Oh, die Musikanlage ist ja noch an… Wieso läuft denn nichts?“, warf sie dann ein und schockierte Julian mit der Aussage ein wenig.
„Ähm…“, antwortete er schnell, während er verzweifelt nach einer Ausrede dafür suchte. „Ich wollte deine Nachbarschaft nicht stören“, fügte er dann schnell noch hinzu.
„Naja, jetzt sind wir auf der Autobahn, da kannst du keinen stören“, erklärte Kim ihm schnell.
„Ja, genau. Mach mal etwas Musik an. Es dauert bestimmt noch eine Weile bis wir dort ankommen wo die Umgebung auch wirklich interessant für uns wird“, drängte Sandra ihn nun förmlich
„Danke… Passt schon. Im Moment ist mir gar nicht nach Musik zumute. Davon bekomme ich auf dem Festival sicherlich mehr als genug“, antwortete Julian verzweifelt und beide Frauen sahen sich kurz an, bevor Kim kurz mit den Schultern zuckte und Sandra den Kopf schüttelte.
„Ganz wie du willst“, kommentierte Kim dann die Situation und begann sich der Landschaft zu zuwenden, während Julian sich weiterhin versuchte auf die Straße und die Strecke zu konzentrieren.

Sicher und erstaunlich routiniert, selbst nach seinem eigenen Verständnis, steuerte Julian das Gefährt über die Autobahn. Dafür dass er so ein großes Vehikel noch nie selbst gesteuert hatte, kam er wirklich gut damit zurecht. Eine seiner Befürchtungen bevor er aufgebrochen war. Selbst an die ungewöhnliche Breite des Fahrzeugs hatte Julian sich recht schnell gewöhnt und bereits nach einer Stunde Fahrt steuerte er den Transporter so entspannt als ob er in seinem Leben noch nie etwas anderes gefahren hatte. Mittlerweile, nach drei Stunden Fahrzeit hatten sie auch längst die bekannte Umgebung verlassen und immer wieder nahm die Landschaft Formen an, die man nur als wunderschön bezeichnen konnte. Julian bekam regelmäßig Probleme seine Aufmerksamkeit auf der Straße zu halten und sich nicht in alle Richtungen umzusehen. Die Tatsache, dass die Sonne schien, keine einzige Wolke am sich besonders blau anfühlenden Himmel war und es mindestens 30 Grad warm war, sollte sicherlich ihr Übriges dazu beitragen. Regelmäßig hingen auch beide Damen aus genau diesem Grund an der Seitenscheibe und betrachteten beeindruckt die Umgebung. Kim nahm sich sogar regelmäßig ihr Smartphone zur Hand und machte viele Fotos. Julian wusste gar nicht so genau wovon und besonders weshalb gleich so viele. Und obwohl ihn die Umgebung regelmäßig ablenkte und eigentlich die Fahrt selbst den größten Teil seiner Konzentration in Beschlag nahm, so konnte er nicht verhindern dass seine Gedanken immer wieder um die Sache mit den beiden Damen und um die Geschichte im Supermarkt kreisten. ARG! Was hatte denn dieser Bullshit genau jetzt in seinen Gedanken verloren? Auch ein schnelles Kopfschütteln schien ihm hier nicht weiter zu helfen. Aber irgendwie musste er diese Gedanken los werden. Dies sollte eine Zeit des Feierns und der Freude für ihn werden, da hatte so etwas nichts in seinem Gehirn verloren.
„Julian… Stimmt etwas nicht?“, sprach ihn plötzlich Kim an und schockierte ihn, so dass er kurzzeitig überhaupt nicht wusste, wie er überhaupt reagieren sollte.
„Ähm… Nein, alles gut…“, antwortete er nach einer ungewöhnlich langen Zeit völlig unsicher.
„Das klingt aber jetzt gerade ganz und gar nicht so“, kommentierte Sandra.
„Genau… Und auch sonst bist du selbst für deine Zwecke ungewöhnlich still… Also was stimmt mit dir nicht? Immerhin willst du gleich auf´n Metal-Festival, da solltest du gute Laune mitbringen“, sprach nun Kim wieder und Julian seufzte kurz.
„Naja… Ich…“, sagte er und geriet dann ins Stocken, da er nicht wusste was er jetzt genau sagen sollte. „Ich hatte ein kurzes Gespräch mit dieser einen Kassiererin im Supermarkt und sie war ganz besonders nett zu mir und ich wusste damit irgendwie nicht umzugehen…“ sprach er dann weiter unsicher und sackte in sich zusammen während er sprach.
„Uhhhhh…“, rief Kim direkt aus. „Unser Julian wurde an der Kasse angeflirtet“, kommentierte sie dann auf ihre besonders frohe Art.
„Sie hat mich nicht angeflirtet. Sie hat nur nach meinen Einkäufen gefragt und ich hab ihr gesagt was ich vor habe. Mehr ist nicht passiert“, unterbrach Julian sie lieber schnell.
„Oh doch, das hat sie“, mischte sich nun auch noch Sandra ein, die jedoch nicht so positiv darüber wirkte wie Kim es tat, so als ob es ihr missfiel dass eine andere Frau einen Flirtversuch bei ihm gestartet hatte.
„Hast du sie wenigstens nach ihrer Nummer gefragt?“, warf nun Kim ein.
„Nein… Sie hat anders als ihr beiden das jetzt behauptet ja auch gar nicht mit mir geflirtet“, antwortete Julian.
„Wir wissen alle drei, dass du das gar nicht wirklich unterscheiden könntest“, kommentierte Sandra und Julian sackte weiter in sich zusammen, da sie absolut recht hatte.
„Julian… Du solltest wirklich mal dein Selbstwertgefühl in den Griff bekommen. Du bist nicht mehr das hässliche, fette, kleine Kind, dass du warst als wir uns zum ersten Mal getroffen haben“, warf nun Kim weiter ein.
„Ja, aber ich bekomme außer Zocken und meiner Gitarre nichts auf die Reihe“, antwortete Julian und bemerkte selbst wie er immer kleinlauter wurde.
„Und du hast gerade erst 50 KG verloren. Guck dir doch die ganzen anderen übergewichtigen Typen an, die das gerne schaffen würden, aber es nicht hinbekommen“, meldete sich Sandra zu Wort.
„Danke, aber du weißt genau weshalb ich das tatsächlich geschafft habe“, antwortete Julian.
„Ich bin mir nicht sicher welche Rolle das dabei spielt“, kommentierte nun Kim und Julian wollte gerade eine Antwort geben als sich sein Navigationssystem auf dem Handy zu Wort meldete.
„In einem Kilometer… Nehmen sie die Ausfahrt“, sprach es.
„Oh… Jetzt schon? Ich dachte es wäre noch weiter“, kommentierte schnell Julian und versuchte absichtlich das Thema zu wechseln. Er war nicht wirklich daran interessiert dieses Gespräch fort zu setzen oder sich an seinen Selbstmordversuch zu erinnern, bei dem er einfach das Essen verweigert hatte, nachdem er auf einen klassischen Internet-Troll herein gefallen war, der ihm vorgespielt hatte eine hübsche Frau zu sein, die an ihm interessiert wäre. Und so konzentrierte er sich lieber darauf nicht die Abzweigung zu verpassen, welche ihn auf den nächsten Autobahnabschnitt bringen sollte. Von dort an waren es noch zwei weitere Stunden Fahrt bis zum Ziel und dann wäre das Thema ohnehin für ihn erledigt.

Kapitel 2 – Das erste Metal-Festival:

Die Reise sollte weiterhin wie geplant verlaufen, sowohl was die Dauer als auch den Ablauf anging. Bevor Julian jedoch das Festival selbst besuchen konnte, musste er noch seine beiden Begleiterinnen zu deren Unterkunft bringen. Gottseidank hatten sie beide sie selbe Unterkunft gebucht. Ein unerwarteter aber sehr glücklicher Zufall. Nicht so sehr nach Plan verlief jedoch die Tatsache, dass Kim ihn dazu überredet hatte am nächsten Tag noch einmal mit dem Vehikel bei den beiden zu erscheinen und sie beide zu ihren ersten Zielorten, Sandra zur Wohnung ihres Vaters und Kim zu einer ihrer beiden Freundinnen, zu fahren. Julian hoffe lediglich dass sein kurzzeitiges Verschwinden nicht später zu Problemen mit der Platzvergabe auf dem Festival führen würde, aber auch hier galt wieder dass er das alles zunächst hinten an stellen musste. Jetzt musste er zu aller erst einmal überhaupt dort ankommen und seinen ersten Tag dort lebend überstehen. Allerdings schon als er das Festival-Gelände, scheinbar ein kleiner Sport- und Freizeitflugplatz für besser gestellte Privat-Piloten, von weitem sehen sollte verbesserte sich seine innere Stimmung erheblich. Er hatte es also endlich geschafft und war dort angekommen. Entspannt steuerte er sein Vehikel zum ersten Kontrollpunkt, wo ihn die Platzzuweiser bereits erwarteten.
„Servus. Zum ersten Mal hier?“ fragte der Mann im extra aufgebauten kleinen Kontrollhäuschen.
„Ja, generell zum ersten Mal auf nem Festival würde ich sagen“, antwortete Julian und kratzte sich verlegen am Hinterkopf.
„Ach so, das erklärt natürlich deine leichte Anspannung. Aber alles ist gut. Du bist ja jetzt angekommen, alles andere werden wir schon irgendwie hinbekommen“, kommentierte der Mann im Häuschen. „OK, dann machen wir mal den Anfang indem du mir dein Ticket zeigst“, sagte er anschließend und Julian reichte ihm dieses direkt. „OK, cool. Dann halte jetzt mal deinen Arm raus, damit ich dir dein Bändchen anlegen kann“, kommentierte er dann und Julian tat wozu er angewiesen worden war. Keine Sekunde später hatte er ein graues Stoffband mit einem Skelett-Muster an seinem rechten Arm und Julian konnte nicht vermeiden, dass er das Design unglaublich cool fand. „OK, das war´s dann schon. Jetzt fährst du als nächstes durch bis zum Bereich 5. Dann nach links und da sollten eigentlich genügend Flächen frei sein. Such dir einfach eine aus“, erklärte sich der Mann weiter.
„Ich hätte da noch eine kleine Frage“, meldete sich Julian etwas schüchtern zu Wort. „Die Sache ist die… Ich habe vor den Platz morgen noch einmal zu verlassen. Ich habe da zwei Damen versprochen sie noch woanders hin zu bringen. Wie ist das denn dann mit meinem Platz? Ist der dann weg, wenn ich wieder komme und gibt das irgendwelche Probleme?“ sprach er weiter und merkte selbst wie er immer kleinlauter wurde.
„Ach so… Ja, gut dass du mir das sagst… Das machen wir dann ganz kurz anders… Einen Moment…“, sagte der Platzanweiser und verschwand kurz in seinem Häuschen hinter seinem Rechner. „So, ich habe dir jetzt den Platz 5-G fest zugewiesen. Den übernimmt jetzt auch keiner mehr, selbst wenn du mal kurz diese Sache erledigen gehst“, sagte er dann nachdem er wieder vor Julian erschienen war, der direkt erleichtert ausatmete und merkte wie sich sein gesamter Körper entspannte. Das würde also schon mal keine weiteren Probleme mehr geben. „Ansonsten sollte ein Dixie-Klo an deinem Stellplatz stehen. Falls nicht, es gibt in der Nähe der Bühnen auch immer eine Reihe öffentliche Klos, aber die sind oft voll und es gibt Warteschlangen. Was zu Futtern und Bier gibt´s ansonsten überall hier, oder unten in der Stadt. Und ich hoffe mal über gutes Benehmen müssen wir uns nicht großartig unterhalten, das sollte sich von selbst verstehen“, sprach der Mann weiter.
„Auf gar keinen Fall. Ihr werdet kaum merken dass ich hier bin“, kommentierte Julian ein wenig schockiert von der Aussage die Situation.
„Ganz so heftig musst du dich jetzt auch nicht zurück nehmen. Was wir hier nur nicht wollen ich so richtig übles Chaos, also Schlägereien und sowas. Und Mageninhalte bitte in den Klo und nicht übers ganze Gelände verteilen. Genauso gehört der Müll in die Mülltüten und nicht übers Gelände verteilt. Gutes Benehmen eben“, erklärte sich der Mann noch einmal und Julian nickte dieses Mal lediglich mit dem Kopf. „Ach ja… Solltest du dich irgendwie verletzen, da vorne sind die Sanis. In einem solchen Fall bitte nicht zögern, wir wollen nicht dass irgendwas noch schlimmeres draus wird“, sagte der Mann noch und Julian nickte erneut mit dem Kopf. „OK, wenn dann alles klar ist und du keine weiteren Fragen mehr hast... Viel Spaß bei uns auf dem Festival“, sagte er dann zum Abschluss.
„Danke, Mann… Werde ich mit ziemlicher Sicherheit haben“, antwortete Julian noch und setzte sein Fahrzeug in Bewegung zu dem Platz den man ihm zugewiesen hatte. Nun war er tatsächlich angekommen und würde in Kürze seinen Stellplatz haben. Julian wusste nicht genau ob er erleichtert oder völlig aufgeregt war. Es war einfach völlig überwältigend und er musste irgendwie zusehen dass er sich vielleicht für den Anfang eine leichte Übersicht verschaffen würde.

Nachdem Julian den Platz besetzt hatte, den man ihm zugeteilt hatte, sein Fahrrad ausgeladen und am Transporter angekettet hatte, nur zur Sicherheit, sich damit befasst hatte ob Gegenstände bei der Reise beschädigt worden waren, was sie nicht waren und sein Smartphone zum Laden an die mitgebrachte Autobatterie gehängt hatte, war es nun endlich soweit. Er konnte das tatsächliche Festival besuchen gehen. Zunächst einmal galt es jedoch sich den schon erwähnten Überblick zu verschaffen. Wo waren öffentliche Toiletten? Wo ging es zu den Bühnen? Wo wäre der Ausgang, wenn er mit dem Rad Einkäufe in der Stadt tätigen gehen wollte? Und was für Leute waren eigentlich noch anwesend? Konnte er vielleicht jemanden ausmachen mit dem er rein oberflächlich betrachtet gerne in Kontakt treten würde? Das alles waren Dinge die Julian durch den Kopf gingen, während er seinen ersten Spaziergang über das Festivalgelände startete. Bereits in den ersten Minuten begann eine Phase der Entspannung einzusetzen, da ihm direkt auffallen sollte dass die Leute hier auf dem Festival im Wesentlichen die selbe Kleidung trugen wie er selbst. Meist schwarze T-Shirts mit typischen Metal-Band-Motiven und Logos darauf. Und Julian konnte nicht bestreiten dass es ihm ein gewisses Vergnügen bereitete diese zu entziffern und festzustellen, dass er tatsächlich weit über 90% der Bands, von denen die Leute Shirts trugen, kannte. Bands deren Namen er noch nie gehört hatte fand er tatsächlich eher selten vor. Einer der Anwesenden sollte ihm jedoch auffallen, da er anstatt eines typischen Band-Shirts eher ein buntes T-Shirt mit fünf niedlichen kleinen Katzen tragen sollte. Eine ungewöhnliche Wahl von Kleidung auf einem Metal-Festival, aber nichts worüber Julian sich beschweren würde. Immerhin war er selbst ein großer Katzenliebhaber und hatte zu Hause selbst Kleidung mit Katzen-Motiven, er trug diese nur nicht auf dem Metal-Festival. Und trotz alles Wohlgefühls durch das optische zusammenpassen mit den Anderen konnte Julian das Gefühl nicht loswerden, dass er oft und viel von den Leuten angestarrt wurde. Zu Hause hätte er das seinem Kleidungsstil zugeschrieben, aber hier sahen alle ganz genauso aus, das musste also einen anderen Grund haben. Vielleicht einfach weil er ein fast 2m großer Brocken war. Die waren offensichtlich selbst hier auf dem Festival ziemlich selten. Es gab sie, aber sie waren selten. Zumindest war das die Erklärung die sich Julian selbst geben sollte.
„Hey Mann… Colles Shirt“, sprach ihn plötzlich im Vorbeigehen einer der anderen Festivalbesucher an. Und ja, Julian fand sein T-Shirt von der Band Benighted auch unglaublich cool und sah sich fast reflexartig an was der andere Festival-Besucher trug. Es handelte sich um ein Shirt von der Band Stillbirth und lustiger Weise auch noch um eins dass er selbst ebenfalls zuhause hatte.
„Danke Mann, deins aber auch“, antwortete Julian ihm noch schnell, bevor sie beide aneinander vorbei gingen und ihren Weg fortsetzten. Aber Julian konnte nicht bestreiten, dass dies gerade seinen Wohlfühlfaktor um mindestens 50% erhöht hatte. Wie lange war er nun eigentlich schon auf dem Gelände unterwegs? Es fühlte sich an wie eine ganze Stunde und die Sonne brannte von oben auf seinen Kopf herab. Mittlerweile musste die Temperatur auch bei über 34 Grad liegen, zumindest fühlte es sich genauso an. Langsam drückte ihn der Durst und da er für den Moment nicht genau wusste wie weit er zurück zu seinem Platz laufen musste, entschied er sich lieber schnell ein alkoholfreies Bier an einem der Trinkstände zu kaufen und zu trinken. Das war zwar mit 4,50€ den Becher nicht billig, aber es fühlte sich auch in diesem Moment an als würde er eine ausgetrocknete Pflanze bewässern. Erst jetzt merkte Julian wie kraftlos er durch die Austrocknung geworden war. Plötzlich sollte ihm in einem Busch ein eigenartiges Funkeln auffallen, dass er nicht zuordnen konnte. Vorsichtig bewegte er sich in die Richtung davon und fokusierte seinen Blick auf das Gebüsch, falls es noch einmal passieren würde. Und tatsächlich… Da war es wieder. Dieses Mal bewegte Julian sich schneller und zielgerichteter zum Gebüsch. Als er jedoch dort ankam und hinein sah, war dort nichts. Was auch immer dort gewesen war, es war wieder weg. Wahrscheinlich hatte es sich ohnehin nur um ein Wildtier gehandelt. Eine Maus, ein Hase oder vielleicht sogar ein Fuchs. Julian konnte nicht vermeiden, dass ihm das arme Mäuschen, Häschen oder Füchschen, das er gerade verschreckt hatte unglaublich leidtun sollte. Aber es war nun einmal geschehen und nicht mehr zu verhindern, so dass er die Situation lieber wieder bei Seite schob und sich wieder auf das Festival selbst konzentrierte. Schnell nahm er sich sein Smartphone zur Hand und sah auf die Uhr und den Ablaufplan, wobei er feststellen sollte, dass die nächste Band bald ihren Auftritt beginnen sollte. Sodom, eine alte Thrash Metal-Band. Nichts was Julian sich freiwillig auflegen würde, aber er entschied sich vor Ort zu sein und den Auftritt anzusehen. Immerhin war er dafür die ganze weite Strecke überhaupt erst gefahren. Die Menge vor der Bühne stellte sich als recht klein und überschaubar heraus. Eher vergleichbar mit den Konzerten die Julian vor dem Festival schon besucht hatte. Aber sobald die Band begann zu spielen sollte sich direkt ein kleiner Moshpit bilden in dem die Leute unkontrolliert in der Gegend herum sprangen und regelmäßig absichtlich miteinander kollidierten. Und Himmel diese Musik war live wirklich richtig gut. Viel besser als Julian erwartet hatte, so dass auch er sich diesem Moshpit nicht entziehen konnte und es auch nicht wollte. Ein paar Schritte mitten in die Menge und schon sollte bereits der erste andere rechts mit ihm kollidieren, dann der nächste von links. Julian war völlig überwältigt von diesen Kräften und kämpfte extremst mit seinem Gleichgewicht. Offensichtlich hatte er die Situation etwas unterschätzt. Weshalb auch nicht? Sein letzter Moshpit war mehrere Jahre her und als er dabei mitgewirkt hatte, hatte er 50 KG mehr auf den Rippen. Nach ungefähr zehn Kollisionen konnte Julian sein Gleichgewicht einfach nicht mehr wieder finden und stürzte zu Boden. Schmerzen durchzogen besonders sein rechtes Bein, das wohl mit dem Knie zuerst aufkommen sollte. Dabei hatte Julian noch großes Glück, denn es handelte sich um einen Boden aus Erde, Sand und vertrockneter Wiese. Es hätte sich genauso gut auch um Schotter- oder Beton-Boden handeln können. Schnell reagierten die anderen Leute und zwei davon packten seine Arme um ihm wieder auf die Beine zu helfen, während zwei weitere sich um die drei platzierten um den übrigen Moshpit von ihnen fern zu halten. Julian zeigte allen schnell einen Daumen nach oben um zu zeigen, dass alles in Ordnung war, so dass die beiden die ihm auf die Beine geholfen hatten sich wieder dem Moshpit widmeten, während er sich lieber daraus zurück zog und an den Rand ging um dort kurz seine Verletzungen zu begutachten. Tatsächlich hatte sich wohl ein kleines Stück eines Astes in sein rechtes Knie gebohrt, so dass dieses nun ungewöhnlich stark blutete. Julian spürte ein leichtes Brennen, aber er hatte keine starken Schmerzen. Und was das Bluten anging dachte er sich, dass das schon irgendwann auch wieder von selbst aufhören würde. Und so entschied er sich wieder in den Moshpit zurück zu kehren und den Auftritt der Band noch zu beenden. Dieses Mal war er besser vorbereitet und wusste welche Kräfte auf ihn wirken würden, so dass es ohne weitere Zwischenfälle verlaufen sollte. Und obwohl Julian am Ende des Auftritts der Band das Gefühl hatte, er hätte gerade eine Runde Extrem-Sport gemacht und er am Ende seiner Kräfte wäre, so hatte er auch ein massives Glücksgefühl, dass er nur schwer beschreiben konnte. Nun untersuchte er jedoch lieber schnell sein Bein und stellte fest, dass es leider immer noch blutete. Vielleicht sollte er das doch lieber behandeln lassen. Offene Verletzungen waren immer gefährlich und konnten zu weitaus schlimmeren Dingen führen als dem Verlust von ein paar Millilitern Blut. Und so führte Julians nächster Weg ihn zu den Sanitätern vor Ort, welche seine Verletzung reinigten und ihm einen Verband anlegten. Das war zwar nur sehr mittelmäßig gelaufen, aber er wusste nun besser worauf es ankam, so dass der Tag ohne weitere Zwischenfälle dieser Art verlaufen sollte. Völlig fertig zog er sich in sein Mietfahrzeug zurück und fiel förmlich in sein Bett. Morgen musste er ja zu Sandra und Kim zurück. Wie gut, dass in dem Zeitraum den er dafür vorgesehen hatte, gerade keine Bands spielten die er unbedingt sehen wollte. Da er genau wusste, dass er die beiden Damen nicht im Halbschlaf zu ihren Zielen fahren konnte gab er seiner Müdigkeit einfach nach und schlief ein ohne es überhaupt selbst zu bemerken und ungeachtet der Musik, die von anderen Leuten noch bis in die späte Nacht hinein gehört wurde.

Als Julian am nächsten Morgen wieder aufwachte fühlte er sich als ob ihn ein LKW überfahren hätte. Er war zwar wach, aber geistig nicht wirklich anwesend und innerlich tat sein gesamter Körper weh. Klassische Erschöpfungsschmerzen, die man wohl auf solchen Festivals und nach mehreren solcher Moshpits bekommen konnte. Sein Knie hingegen tat nicht mehr weh. Sein Verband war allerdings auch immer noch da wo er sein sollte. Hätte er nicht mit Sandra und Kim einen festen Zeitpunkt vereinbart an dem er wieder bei ihnen erscheinen sollte, wäre er wahrscheinlich einfach erst einmal liegen geblieben und hätte versucht noch etwas mehr Schlaf zu finden oder sich in anderer Art und Weise zu erholen, bevor die nächste Band die er meinte sich ansehen zu wollen auftreten würde. Aber so musste er sich irgendwie auf die Beine quälen, da der Zeitpunkt unweigerlich näher rückte. Schnell noch die Zähne putzen und sein Fahrrad wieder einladen und dann könnte er sich auch wieder auf den Weg machen. Dass er völlig mit dem im Moshpit aufgewirbelten Staub bedeckt war, ließ er sich jetzt einmal recht wenig stören. Das würde ohnehin heute und die anderen beiden Tage noch schlimmer werden. Nachdem er sein Fahrrad eingeladen hatte entschied er sich jedoch lieber noch einen Besuch auf der Toilette zu machen. Ein klassisches Dixi-Klo dass lediglich ein paar Chemikalien im Sammelbecken hatte um den Geruch minimalst zu überdecken. Allerdings die schienen schon längst aufgebraucht zu sein, denn der Gestank war wirklich unerträglich. Offensichtlich hatten sich mehrere Personen bereits in diese Toilette übergeben und einer hatte starken Durchfall gehabt oder noch schlimmeres. Ferner war Julian sich nicht sicher ob nicht ein paar Leute daneben gepinkelt hatten, zumindest deuteten die Flecken überall in der Toilette darauf hin. Hätte Julian die Toilette nicht so dringend besuchen müssen, hätte er wahrscheinlich lieber darauf verzichtet. Zum Glück war noch ausreichend Papier darin vorhanden. Wenn dieses jetzt auch noch ausgegangen wäre, dann hätte Julian ein größeres Problem als er hätte zugeben wollen. Nachdem dies nun erledigt war, setzte er sich in sein Fahrzeug und startete langsam seine Reise zu Sandra und Kim, die er recht früh erreichen sollte. Eine Nachricht über das Smartphone später verließen beide die Unterkunft mit ihren fertig gepackten Rucksäcken.
„Hi Julian“, sprach Kim den schon vor dem Fahrzeug wartenden Julian an und stoppte dann etwas schockiert, bevor Sandra hinzu kam und eine ähnliche Reaktion zeigte.
„Himmel Julian, was ist denn mit dir passiert?“, fragte Sandra dann direkt und deutete offensichtlich auf den Verband an seinem rechten Knie.
„Ach das… Klassische Moshpit-Verletzung“, kommentierte der lediglich und kratzte sich verlegen am Hinterkopf, bevor ihm auffallen sollte, dass keine der beiden Damen mit der Antwort zufrieden war. „Ich war gestern noch bei Sodom und wurde dort einmal ordentlich umgesenst. Aber passt schon. Alles in Ordnung. Der Sani hat gesagt ist nur oberflächlich und hat mir den Verband angelegt. Tut auch schon fast nicht mehr weh“, führte er dann vorsichtig weiter aus.
„Du musst echt etwas besser aufpassen“, kommentierte Sandra dann noch.
„Das tue ich seitdem auch. Es war halt der erste Moshpit seit vielen Jahren für mich und ich hatte keine Ahnung wie heftig das werden kann, aber jetzt weiß ich´s und komme besser klar. Ich war danach noch in zwei weiteren, da ist nichts passiert. Ihr müsst euch da also keine Sorgen um mich machen. Ich passe schon auf mich auf“, antwortete Julian dann noch. „Können wir dann jetzt los? Ich muss gestehen, dass ich möglichst schnell zurück auf´s Festival will. In zwei Stunden spielen die Warkings, die würde ich schon gerne sehen“, fügte er dann eilig an.
„Na gut, das kann ich verstehen. Also los dann“, kommentierte nun Kim und ging als erste zur Beifahrertür, direkt gefolgt von Sandra und schon waren sie auf dem Weg. Bis auf eine unglaublich tolle Landschaft mit vielen Bergen und alten Bauwerken, die man sich gut von der Straße aus ansehen konnte, sollte die Fahrt auch ereignislos bleiben. Julian kämpfte jedoch mehr mit seiner Konzentration und dem Einschlafen als er selbst bereit war zu zugeben. Er hätte niemals gedacht, dass ein Festival auf diesem Level anstrengend für ihn werden würde. Hätte er nicht die letzten 2 Jahre viel im Fitness-Studio trainiert, wäre wohl vieles von alle dem weit über seine Kräfte hinaus gegangen. Und wie der Sturz der sein Knie beschädigt hatte ausgegangen wäre, wenn er noch 50 KG mehr auf die Waage gebracht hätte, darüber wollte er lieber nicht so genau nachdenken.
„Julian… Wach bleiben“, sprach ihn plötzlich Kim von der Seite an und Julian schreckte kurz auf. Tatsächlich stand er gerade kurz davor in einen Sekundenschlaf zu fallen. Eine gefährliche Situation im Straßenverkehr, die sie alle drei das Leben kosten konnte.
„Soll ich vielleicht lieber fahren?“, warf nun Sandra noch ein und Julian schüttelte schnell verneinend den Kopf.
„Nein nein, alles gut. Ich schaff das schon. Außerdem ist von euch beiden niemand als Fahrer bei der Vermietung eingetragen. Das könnte vielleicht noch ganz andere Probleme geben“, antwortete er dann noch.
„Na gut, dann…“, brachte Sandra gerade noch heraus bevor tatsächlich etwas die Straße betreten sollte. Julian konnte in seinem verschlafenen Kopf kaum erkennen was es war. Es sah humanoid aus, ging auf zwei Beinen und hatte Arme, aber es war definitiv kein Mensch. Dafür hatte es viel zu viele Tentakel auf dem Rücken und die Art wie es ging erinnerte mehr an einen Zombie als an einen Menschen. Julian blieb kaum Zeit für überhaupt eine Reaktion als er sich entschied die Bremse so fest zu treten wie er konnte. Reifen quietschten lautstark und beide Damen schrien panisch auf vor Angst, aber es war längst zu spät. Blut und Körperteile des undefinierbaren Wesens klatschten gegen die Fahrzeugfront als es dagegen krachte. Zusätzlich dazu führte die Kollision dazu dass das Fahrzeug sich unkontrolliert zur Seite drehte und Julians verzweifelter Versuch dagegen zu lenken sollte alles nur noch schlimmer machen. Als das Vehikel sich vollkommen seitlich zur eigentlich Fahrtrichtung gedreht hatte begann es sich mehrfach zu überschlagen, bevor es den Abhang auf der linken Seite hinunter stürzte und dort nacheinander gegen mehrere Bäume krachte.

Huh? Was war gerade geschehen? Wo war er? Und wieso war er überhaupt? In Julians Kopf drehte sich alles und er konnte lediglich noch völlig verschwommen sehen. Dazu kam dieses laute unerträgliche Piepsen in seinen Ohren, dass sich immer stärker in ein noch lauteres Pfeifen umwandelte. Er konnte seinen Unterkörper nicht mehr fühlen und seine linke Körperhälfte ebenfalls nicht. Und die rechte verursachte ihm Schmerzen, wie er sie noch nie in seinem Leben gefühlt hatte. Was war gerade geschehen? Nur langsam begann sich seine Sicht zu stabilisieren und zeigte ihm einen Anblick den er unter gar keinen Umständen hätte sehen wollen. Der Transporter war völlig vernichtet an einem der Bäume hängen geblieben. Das Fahrzeug wäre unmöglich noch zu retten. Praktisch alles daran war zerstört. Sämtliche Scheiben, die Lichtanlage, die Form des Vehikels, die Front, wahrscheinlich der Motor, einfach alles. Lediglich das rechte Hinterrad war noch vorhanden und die seitliche Kollision mit dem Baum hatte eine Biegung auf diese Seite darin hinterlassen. Viel schlimmer war jedoch das ganze Blut überall. War das etwa seins? Und wo waren seine beiden Begleiterinnen geblieben? Er selbst war offensichtlich während des Unfalls aus dem Fahrzeug geschleudert worden und lag nun auf der Wiese. Aber wo waren Sandra und Kim geblieben? Ein Blick nach rechts offenbarte ihm ein weiteres Bild auf dass er lieber verzichtet hätte. Dort sollte sich eine völlig blutüberströmte Sandra wieder finden der ein Arm und ein Bein fehlte. Ihr Blick zeigte lediglich Panik und Todesangst, vielleicht noch starke Schmerzen, aber sonst nichts. Ferner zeigte sie keine Regung mehr. Offensichtlich war sie bereits tot. Aber wo war Kim? Julian versuchte nach ihr zu rufen, bekam aber keinen einzigen Laut heraus. War sein Kehlkopf zertrümmert oder kämpfte er lediglich mit Entkräftung nach einem solchen Desaster? Julian konnte es nicht sagen. Alles was er wusste war, dass er unmögliche Schmerzen hatte. Irgendetwas musste er doch unternehmen um diese wieder loszuwerden. Aber da war nichts was er unternehmen konnte. Er konnte selbst seine Gliedmaßen nicht mehr fühlen. Er konnte nicht um Hilfe rufen, er konnte gar nichts. Verzweifelt begann Julian in Tränen auszubrechen, während er sich aus für ihn unerklärlichen Gründen entschied sich mit seinem rechten Arm, dem Arm den er noch fühlen konnte vorwärts zu schleppen, in Richtung des zerstörten Fahrzeugs. Nur langsam kam er voran und jede Bewegung verursachte ihm noch stärkere Schmerzen. Dort sollte er tatsächlich Kim auf der Beifahrersitzbank finden. Sie war von einer Fahrzeugstrebe mitten durch den Torso durchstoßen worden und regte sich ebenfalls überhaupt nicht mehr. Offensichtlich war sie ebenfalls schon längst tot. Panik begann sich in Julian zu regen. Er versuchte erneut zu schreien, aber er konnte es nicht. Dann der Blick zu seinem eigenen Körper oder dem was davon übrig war. Schockiert sollte Julian feststellen, dass er lediglich noch aus seinem Torso bestand. Sein Unterkörper war zusammen mit der Hüfte ausgerissen. Sein Darm hing heraus und sein linker Arm fehlte ebenfalls. Lediglich ein Stummel seines Oberarmknochens ragte noch aus der Schulter. Julian fühlte das Bedürfnis sich zu übergeben, aber das war ihm ebenfalls nicht mehr möglich. Genauso wenig wie er schreien konnte. Was sollte er nun überhaupt noch tun? Was? WAS ZUR HÖLLE??? Plötzlich konnte er Schritte hören und als er zur Seite blickte sollte er ein weiteres dieser humanoiden Wesen mit Tentakeln auf dem Rücken erblicken, dass sich langsam und vorsichtig der Unfallstelle nährte. Was zum Teufel war das für ein Drecksviech? Es hatte mit nichts Ähnlichkeit was Julian kannte und war offensichtlich nicht in diesen Wäldern heimisch. Langsam begann es sich Sandras Leichnam zu zuwenden und schien daran zu riechen, bevor es seine gewaltigen spitzen Zähne in den leblosen Körper seiner langjährigen Freundin rammte und ein Stück daraus heraus riss um es langsam und genüsslich zu verspeisen. Julian versuchte erneut zu schreien, aber er konnte nicht. Seine Kräfte begannen zu versagen, aber er konnte doch nicht zulassen dass dieses Mistvieh seine langjährige Freundin einfach auffraß. Aber alles was er tun konnte war dabei zu zusehen, wie das Wesen Stück um Stück mit seinem Gebiss aus ihrem Körper riss, während matschige, vollkommen wiederliche Kaugeräusche seine Ohren betäubten und alles andere verdrängten was Julian sonst noch hören konnte. Er konnte nichts unternehmen. Er hatte einfach völlig versagt, so wie er es immer in Ernstfällen tat. Somit konnte er auch nicht verhindern, dass ihm schwarz vor Augen wurde und er einfach mit den anderen beiden am Unfallort verstarb.
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So, keine Angst. Die Geschichte endet nicht nach nur 2 Kapiteln. Ich denke/hoffe aber, dass jetzt mal wirklich auch jeder wissen will wie´s weiter geht und was da denn überhaupt noch weiter gehen kann. :mrgreen: Kapitel 3 wird derzeitig schon intensiv und fleißig geschrieben. Wird sicherlich nicht mehr lange dauern bis es kommt. :D
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 3 – Das Kaiju-Monster:

Als Julian am nächsten Morgen wieder aufwachte fühlte er sich als ob ihn ein LKW überfahren hätte. Er war zwar wach, aber geistig nicht wirklich anwesend und innerlich tat sein gesamter Körper weh. Klassische Erschöpfungsschmerzen, die man wohl auf solchen Festivals und nach mehreren solcher Moshpits bekommen konnte. Sein Knie hingegen tat nicht mehr weh. Sein Verband war allerdings auch immer noch da wo er sein sollte. Irgendetwas fühlte sich jedoch sehr seltsam an. Julian hatte das Gefühl als wäre er eigentlich gerade gestorben, aber das war völlig absurd. Immerhin war er ja wach und auf dem Festival. Außerdem fühlte er seine Erschöpfung vom Vortag und das war wohl im Jenseits eher nicht möglich. Nein, wahrscheinlich hatte er irgendetwas ganz besonders gemeines geträumt und das gab ihm dieses seltsame Gefühl, dass er gerade gestorben wäre. Ja, genau das musste es wohl sein. Wie spät war es denn eigentlich mittlerweile? Schon fast 9:00. Verdammt. Er musste irgendwie schnell zu sich kommen und dann Sandra und Kim um 10:00 abholen, so wie er es versprochen hatte. Nachdem er seine Zähne geputzt und das Fahrrad verstaut hatte und diese völlig wiederliche Toilette aufgesucht hatte, setzte er sich mit seinem Fahrzeug in Bewegung und sollte tatsächlich um Punkt 9:55 an der Unterkunft der beiden Damen erscheinen, die auf eine Smartphone-Nachricht von ihm hin auch schon sehr bald bei ihm mit ihren fertig gepackten Rucksäcken erschienen.
„Hi Julian“, sprach Kim ihn direkt an und reagierte offensichtlich schockiert auf seinen optischen Zustand, bevor Sandra hinzu kam und eine ähnliche Reaktion zeigte.
„Himmel Julian, was ist denn mit dir passiert?“, fragte Sandra dann auch noch und deutete auf seinen Verband am rechten Bein.
„Ach das… Klassische Moshpit-Verletzung“, kommentierte der lediglich und kratzte sich verlegen am Hinterkopf, bevor ihm auffallen sollte, dass keine der beiden Damen mit der Antwort zufrieden war. „Ich war gestern noch bei Sodom und wurde dort einmal ordentlich umgesenst. Aber passt schon. Alles in Ordnung. Der Sani hat gesagt ist nur oberflächlich und hat mir den Verband angelegt. Tut auch schon fast nicht mehr weh“, führte er dann vorsichtig weiter aus, bevor er selbst ziemlich schockiert reagierte. Hatte er dieses Gespräch nicht irgendwie schon einmal geführt? Nein, das hatte er ziemlich sicher nicht. Hatte er das etwa nur geträumt? Aber wie war es dann möglich dass es sich in der Realität genauso abspielte wie im Traum? Ach was, wahrscheinlich bildete er sich das alles einfach nur ein, so wie meistens wenn ihm irgendetwas seltsam erschien, so wie zum Beispiel die Kassiererin im Supermarkt von der er dachte sie würde mit ihm flirten, es aber wahrscheinlich gar nicht wirklich hatte.
„Du musst echt etwas besser aufpassen“, kommentierte Sandra und riss ihn aus seinem völlig absurden Gedankengang.
„Das tue ich seitdem auch. Es war halt der erste Moshpit seit vielen Jahren für mich und ich hatte keine Ahnung wie heftig das werden kann, aber jetzt weiß ich´s und komme besser klar. Ich war danach noch in zwei weiteren, da ist nichts passiert. Ihr müsst euch da also keine Sorgen um mich machen. Ich passe schon auf mich auf“, antwortete Julian darauf. „Können wir dann jetzt los? Ich muss gestehen, dass ich möglichst schnell zurück auf´s Festival will. In zwei Stunden spielen die Warkings, die würde ich schon gerne sehen“, fügte er dann eilig an.
„Na gut, das kann ich verstehen. Also los dann“, kommentierte nun Kim und ging als erste zum Transporter, Sandra folgte direkt drauf, so dass Julian dann seinen Platz als Fahrer einnehmen konnte und so schnell er konnte und es die Verkehrssicherheit zuließ die Reise startete.

Bis auf eine unglaublich tolle Landschaft mit vielen Bergen und alten Bauwerken, die man sich gut von der Straße aus ansehen konnte, sollte die Fahrt ereignislos bleiben. Julian kämpfte jedoch ein wenig mit seiner eigenen Müdigkeit. Wahrscheinlich war es einfach nur viel zu warm hier im Vehikel und deshalb entschied er sich schnell das Fenster zu öffnen. Tatsächlich sollte sich ein Luftzug bilden, der zwar nicht wirklich kühl war, sich aber bei der unmöglichen Hitze im Fahrzeug zumindest so anfühlte. Er konnte außerdem direkt fühlen wie seine Müdigkeit etwas abnahm und er sich wieder etwas besser auf die Straße konzentrieren konnte.
„Wie weit ist es eigentlich noch bis wir ankommen?“, warf nun Kim ein.
„Sollte laut Navi nicht mehr allzu weit sein. Noch zwei Dörfer oder so“, antwortete Julian, bevor er instinktiv das Steuer nach links riss und sogar kurz die Gegenfahrbahn schnitt. Reifen quietschten laut auf und beide Damen schrien panisch, bevor Julian eine weitere Lenkbewegung nach rechts ausführte und zurück in seine normale Fahrspur kehrte, wo er weiter geradeaus fuhr als wäre gerade nicht das geringste geschehen. Tatsächlich war er gerade einem eigenartigen humanoiden Wesen ausgewichen, dass plötzlich und ohne jede Vorwarnung von der rechten Seite her auf die Straße getreten war. Er konnte jedoch nicht viel mehr erkennen als dass es Arme und Beine hatte, wie ein Mensch auf zwei Beinen ging, sich dabei aber eher bewegte wie ein Zombie das würde. Für einen Zombie sah es allerdings nicht menschlich genug aus.
„Was war das?“, warf Sandra noch völlig unter Schock ein, während Kim offensichtlich noch versuchte die Situation irgendwie geistig zu verarbeiten.
„Keine Ahnung…“, antwortete Julian unsicher darüber was ihm gerade passiert war. Und wie zum Teufel war es ihm möglich gewesen diesem Etwas auszuweichen, bevor er überhaupt wusste dass es kommen würde. „Ich schätze irgendein einheimisches wildes Tier, oder so… Keine Ahnung…“, fügte er offensichtlich selbst noch etwas unter Schock hinzu.
„Ich hab´s echt gar nicht kommen gesehen. Wahnsinns Reaktion von dir Julian, echt ey“, kommentierte Sandra die Situation, während Kim sich lieber entschied ihm einfach eine ungewollte Umarmung zu verpassen.
„Das war wirklich genial Julian. Wir wären wahrscheinlich alle tot, wenn du nicht so unglaublich gut reagiert hättest“, kommentierte sie dann.
„Ähhh… Danke… Aber kannst du mich jetzt wieder los lassen? Ich muss hier immerhin noch fahren“, antwortete Julian extrem unsicher und nicht zuletzt deshalb weil ihm Kims Umarmung nicht so recht war, wie sie es sich wahrscheinlich selbst vorstellte.
„Schaffst du das denn, nach einer solchen Sache, oder sollen wir nicht lieber eine kurze Pause machen?“, fragte dann Kim während sie sich wieder von Julian löste.
„Nein, Nein. Alles gut. Das schaffe ich schon. Es sind ja nur noch zwei Dörfer und dann sollten wir zumindest schon in der Stadt sein“, antwortete Julian auf den sowohl der Schock des gerade beinahe geschehenen Verkehrsunfalls, als auch der über die ungewollte Umarmung von Kim nachwirkten.
„Das stimmt wohl… Aber wir sollten irgendwo ne Pause machen und was essen oder so, wenn wir ankommen“, kommentierte Sandra.
„Ja, das sollten wir wohl…“, antwortete Julian, der erst jetzt merkte wie angespannt er immer noch war und wie schnell sein Atem.
„Fahren wir doch einfach zum BK oder so. Ich brauche jetzt wirklich irgendwas, was mich ablenkt“, schlug nun Kim vor und die anderen beiden nickten lediglich zustimmend.

Selten war Julian so froh an seinem vorläufigen Zielpunkt angekommen zu sein, wie er es dieses Mal war. Gerade war er noch dem Tod um ein Haar entkommen und nun saß er in einer Burger King-Filiale mit seinen beiden besten Freundinnen und verspeiste genüsslich ein Big King XXL-Menü, dass er nach seinem eigenen Gefühl auch dringend nötig hatte, da ihn immer noch die Kraftlosigkeit nach dem ersten Festivaltag drückte. Vielleicht würde ihm das etwas Energie zurück geben, immerhin brauchte er die wenn er heute tatsächlich noch zu den Warkings und anderen Bands in den Moshpit gehen würde. Sandra hatte sich lieber ein Crispy Chicken-Menü geholt und Kim bevorzugte es lediglich eine große Portion Pommes und einen Kaffee zu sich zu nehmen. Aber allen dreien konnte man im Gesicht ansehen wie sehr sie immer noch mit der Situation kämpften. Lange Zeit sprach keiner von ihnen ein Wort, während sie sich ihre Bestellungen zu Gemüte führten.
„Was mich immer noch sehr verwirrt ist was das für ein komisches Viech war und wo es überhaupt herkam“, traute sich dann Sandra zu sagen.
„Mich verwirrt da ehrlich gesagt eher wie Julian es hatte sehen können“, fügte Kim dann noch an.
„Ja das ist tatsächlich auch ein guter Punkt. Es kam ja wirklich aus dem Nichts. Niemand hat es sehen können…“, kommentierte Sandra weiter.
„… Und Julian hier hat es irgendwie geschafft das alles voraus zu sehen und dem Vieh dann sogar noch auszuweichen“, beendete Kim den Satz von Sandra nun.
„Ernsthaft mal Julian. Wann bist du eigentlich ein Hellseher geworden?“, fragte nun Sandra und wandte sich dabei Julian zu. Ihr Tonfall deutete auch darauf hin, dass dies ihr völliger Ernst war, was Julian so sehr erschreckte, dass er sich an einem Stück seines Big King XXLs verschluckte und zunächst eine Weile hustete, bevor er antworten konnte. Es war sogar keine Übertreibung zu sagen, dass er beinahe an dem Stück seines Burgers erstickt wäre.
„Naja, ich hab´s schon irgendwie rechts im Augenwinkel gesehen… denke ich…“, antwortete er dann auf Sandras Frage und wirkte auch auf sich selbst erschreckend unsicher bei der Antwort. Er wusste ja selbst nicht so genau wieso er eine solche schnelle Reaktion gezeigt hatte. Auch für ihn selbst fühlte es sich an als hätte er genau gewusst, dass das Wesen in genau diesem Moment an genau dieser Stelle erscheinen würde und was er tun musste. Beinahe so als hätte er die Situation schon einmal erlebt. Aber das war vollkommen unmöglich, das wusste er. Und dennoch konnte er das Gefühl nicht abschütteln, dass da noch mehr war, wesentlich mehr. Kim wollte offensichtlich gerade etwas sagen, aber als sie den Mund aufmachte um die Laute zu formen krachte es draußen in extremer Lautstärke, vergleichbar mit einem Flugzeugabsturz oder dem Einschlag einer Bombe. Panische Schreie von Passanten folgten, bevor die ersten panischen Menschen an der Burger King-Filiale vorbei rannten. Offensichtlich kamen sie wohl aus dem Zentrum der Stadt und schienen diese so schnell verlassen zu wollen, wie es ihnen möglich war.
„Was war das?“, fragte eine verängstigte Kim und auch Sandra zeigte starke Angstreaktionen.
„Ich schätze wenn wir das wissen wollen, müssen wir nach draußen gehen und nachsehen“, kommentierte Julian die Situation, schmiss seinen Burger aufs Tablett und stürmte als erstes nach draußen. Nicht aus Neugier, eher weil er der erste sein wollte, der über eine mögliche Gefahr Bescheid wüsste und ihr dadurch schneller entgehen könnte. Was er dort jedoch vorfinden sollte überstieg alles was er sich jemals auch nur im Ansatz hätte vorstellen können.

Alleine die Größe des Wesens dass Julian vor sich sehen sollte war absolut erschreckend. Mindestens 15m hoch musste es sein, vielleicht aber auch 20. So genau konnte Julian das nicht sagen bei dieser Größenordnung. Fakt war jedoch, dass dieses Etwas die Gebäude um sich herum um sein eigenes Kopfmaß einmal vollständig überragte. Es ging ein wenig gebückt, so dass es sogar noch länger wirkte als es hoch war und nutzte seine gewaltigen Arme, die in Sicheln endeten als Stütze. Es wirkte dabei außerdem als würde es lediglich aus seinem eigenen Skelett bestehen, wobei es definitiv kein übergroßer Mensch war und auch sonst nichts was Julian bekannt wäre. Als wäre ein solches Wesen nicht schon erschreckend genug, erledigten der Kopf und das Gesicht den Rest. Dieses erinnerte mit seinen spitzen, riesigen Zähnen und seinem breiten Maul am ehesten an einen Anglerfisch. Ein Fisch den Julian kannte, weil er ihn schrecklich verängstigte, was nicht zuletzt auch daher kam, dass er ohnehin starke Angst vor Fischen hatte, vor derartig heftig aussehenden wie Anglerfischen erst recht. Panik machte sich in ihm breit. Schweiß begann ihm unkontrolliert aus allen Körperporen zu laufen und er wusste nicht mehr was er jetzt genau tun sollte. Kims unkontrollierter lauter Aufschrei und Sandras erschrockener Gesichtsausdruck machten die Sache nicht gerade einfacher für ihn. Ebenso wenig die schreienden Passanten, die eindeutig versuchten vor diesem Monster zu fliehen und an den dreien vorbei fegten ohne sie zu beachten. Was sollte Julian denn jetzt tun? Was war das überhaupt für ein Vieh? Wäre weglaufen jetzt nicht irgendwie angebracht? Könnte er dem Viech dort überhaupt entkommen, ganz besonders zu Fuß? Seine Gedanken waren einfach völlig vernebelt und so sehr er versuchte wegzulaufen, seine Beine wollten sich einfach nicht bewegen. Himmel, er musste doch irgendetwas tun. Er konnte doch nicht einfach warten bis dieses Wesen ihn und die beiden Frauen die ihn begleiteten einfach umbringen würde. Nachdem das Wesen eine Weile selbst nur da gestanden hatte und keine Reaktion gezeigt hatte, begann es sich nun in Bewegung zu setzen, wobei seine Bewegungsart am ehesten mit einem Schimpansen zu vergleichen sein sollte. Entsprechend schnell war es dabei auch, was überraschend schnell sein sollte für seine gewaltige Größe. Dabei interessierte das Wesen nur wenig ob es auch tatsächlich durch den Straßenzug passte, durch den es gerade stürmte. Fahrzeuge wurden einfach zur Seite geschleudert oder gleich überrannt und platt gequetscht und Engstellen bei den Gebäuden einfach ignoriert ungeachtet der Tatsache, dass das Monster dabei ganze Stücke aus ihnen heraus riss, die wiederum auf die Straße krachten und dort weitere Fahrzeuge oder auch die Fahrbahn selbst beschädigten. Und kam es etwa gerade auf Julian, Sandra und Kim zu? Um Gottes Willen, jetzt war nicht die Zeit um irritiert und schockiert in der Gegend herum zu stehen und dem Verderben zu zusehen. Wo stand der gemietete Transporter? Mit dem könnten die drei vielleicht einfach entkommen. Da weder Sandra, noch Kim auf die Gefahr reagierten und nicht genug Zeit war ihnen beiden den Plan zu erklären, packte Julian sie schnell beide am Arm und zog sie hinter sich her, als er versuchte sein Mietfahrzeug zu erreichen. Dummerweise war es wesentlich schwieriger als er es erwartet hatte mit den beiden Frauen zusammen zu rennen, zumal diese ihn leider eher ausbremsten als alles andere. Dennoch zog er sie weiter hinter sich her, während das Monster ihm schnell immer näher kommen sollte. Er würde es nicht bis zum Vehikel schaffen, nicht bevor das Monster ihn und beide Damen überrennen würde. Somit entschied er schnell die Richtung zu ändern. Nach rechts, auf eine kleinere Seitenstraße zu. Unaufhaltsam kam das Wesen näher und Julian merkte wie ganz besonders Kim die Ausdauer ausgehen sollte, aber sie traute sich nicht sich zu beschweren. Sie ließ sich einfach weiter von ihm hinter her ziehen, während hinter ihr lautstarke Zerstörung tobte. Als Julian sich das nächste Mal umdrehte um nach dem Monster zu sehen, stellte er fest, dass es seinen Kopf nach unten bewegt hatte und sein Maul geöffnet hatte, während weitere Passanten verzweifelt versuchten zu entkommen. Und noch schockierter sah er mit an, wie es in einer unglaublich schnellen Bewegung zubeißen sollte und dabei den größten Teil der Passanten in seinem riesigen, mit spitzen Zähnen besetzten Maul verschlag. Lautstarke Schreie gefolgt von matschigen Geräuschen zerquetschter Körper und Krachen von brechenden Knochen durchzogen die Straßen, während Blut die gesamte nähere Umgebung rot färbte. Julian entschied sich seine Schritte noch weiter zu beschleunigen ungeachtet der Tatsache, dass er Sandra und Kim hinter sich her schleppen musste und Kim sicherlich nicht mehr lange rennen konnte. Aber auch bei Sandra zeigten sich erste Erschöpfungserscheinungen. Es jedoch nicht mehr weit bis zur Seitenstraße. Plötzlich stolperte Kim und fiel zu Boden. Lediglich der Tatsache, dass Julian ihren Arm dabei losgelassen hatte, war es zu verdanken, dass sie die anderen beiden nicht mitgerissen hatte. Schnell stoppten diese, während Kim sich wieder aufrichtete und einen Schritt tat um ihnen zu folgen, als plötzlich das Maul des Monsters hinter ihr erschien und dieses versuchte sie zu verspeisen. Zwei der spitzen Zähne bohrten sich direkt durch ihren Kopf und ihre linke Schulter. Blut spritzte in förmlich alle Richtungen, bevor sie völlig im Maul des Wesens verschwand und nicht einmal die Zeit gehabt hatte zu schreien. Knochen krachten, Fleisch matschte und Blut lief dem Maul der Bestie während dieses noch auf Kims Körper rumkaute. Sandra schrie lautstark auf wobei sie ungewollt die Aufmerksamkeit der Bestie auf sich ziehen sollte. Es war jedoch nicht mehr weit bis zur Seitenstraße und obwohl Julian nicht weniger schockiert von dem eben Geschehenen war, entschied er sich Sandra erneut am Arm zu packen und hinter sich her zu ziehen, während er versuchte die Straße zu erreichen. ‚Schneller, Schneller‘, dachte er sich, während er immer näher kommen sollte und die Straße tatsächlich erreichte.

„Puh, das war ganz schön knapp kommentierte er noch“, und sah zu Sandra, die jedoch nur noch aus einer Hälfte bestand. Kurz bevor er mit ihr hatte in der Seitenstraße verschwinden können, hatte die Bestie mit ihrem sichelförmigen Arm zugeschlagen, der offensichtlich genauso scharf gewesen war, wie er optisch gewirkt hatte. Sandra war fein säuberlich in der Mitte zerteilt worden und eine Hälfte von ihr war dort zurück geblieben, während Julian die andere am Arm hinter sich her gezogen hatte ohne das alles bemerkt zu haben. Entsprechend waren einige ihrer Innereien bereits heraus gequollen und hatten sich zusammen mit ihrem Blut über die gesamte Laufstrecke verteilt. Erschrocken stieß er ihre Überreste von sich, während er sich schnell die Hand auf den Mund drückte um nicht ebenfalls laut aufzuschreien und gegen das Bedürfnis sich zu übergeben ankämpfte. Zumindest würde das Monster nicht in diese Straße hinein passen, dessen war Julian sich relativ sicher, auch wenn es versuchte ihn in dem Straßenzug zu erkennen. Auf einmal sollten die beiden vordersten Gebäude der Straße mit einem lautstarken Krachen zerstört und in Stücken in alle möglichen Richtungen geschleudert werden. Trümmer krachten rum um Julian auf den Boden und verfehlten ihn nur knapp, während das Monster ihm nun wieder folgten sollte. Erschrocken wandte Julian sich wieder der Flucht zu und stürmte die Straße entlang, was er ohne beide Damen hinter sich her ziehen zu müssen auch wesentlich schneller konnte. Aber das Wesen sollte nicht einfach aufgeben und durchbrach eine Gebäudereihe nach der anderen, während Julian nun erneut nach rechts in eine noch kleinere Straße abbiegen sollte. Aber auch die sollte das Monster nicht zum Aufgeben bringen, welches sich weiter durch ganze Gebäudezüge hindurch bewegte und diese einfach zerstörte. Schockiert sollte Julian nun auch noch feststellen, dass er in eine Sackgasse hinein gerannt war, als er vor einer hohen, massiven Mauer stand.
„Nein, nein, NEEEEEEEEIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!“, schrie er auf, während er mehrmals mit der Faust gegen die Wand schlagen sollte ungeachtet der Tatsache, dass er damit eher seine Hand als die Mauer beschädigte. Schockiert drehte Julian sich um und stellte fest, dass das Monster ihm bereits sehr nahe gekommen war und dass es nicht den geringsten Ausweg aus der Situation geben sollte. Verzweifelt sah er nach links und nach rechts ob es nicht doch eine Option gäbe, aber da war nichts. Lediglich massive Mauern und auch keine anderen Optionen die sich ihm erschlossen. Als ihm sein eigenes Versagen und der bevorstehende, sichere Tod bewusst werden sollten, begann Julian in Tränen auszubrechen. Sein Vater hatte immer recht gehabt. Er war ein verdammter, beschissener Vollversager und jetzt würde er wie einer sterben. Und gottverdammt er wollte nicht sterben. Er hatte doch gerade erst eine perfekte Umgebung auf dem Metal-Festival für sich entdeckt, es fühlte sich einfach so unglaublich scheiße an genau jetzt zu sterben. Er hatte doch noch nicht einmal seine erste Freundin gehabt. Langsam begann er nun auch noch vor dem Monster auf die Knie zu fallen, in dessen unglaublich hässliches und fürchterliches Gesicht er noch starrte, bevor es ihn mit einem schnellen Biss verschlingen sollte. Zähne bohrten sich in seinen Körper und für einen kurzen Moment wurden die Schmerzen unerträglich bevor einfach alles schwarz wurde und er, genau wie zuvor Kim und Sandra, einfach sterben sollte.
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So, wie man sehen kann hab ich mich doch entschieden das nächste Kapitel heute noch zu posten, anders als ich im Kommentar-Thema angekündigt hatte. Der Grund ich einfach der, dass man dadurch jetzt vielleicht minimalst mehr Ahnung haben sollte, worum diese Geschichte jetzt genau geht und warum sie den Titel "Lost in Time" bekommen hat. :D Ich hoffe es bleiben immer noch genug Mysterien übrig um Interessenten beim Lesen zu halten. Ich muss an der Stelle zugeben, das mein eigenes Vorab-Konzept ungefähr bis hier hin gegangen ist und ich tatsächlich selbst genauso gespannt bin, wie ich die Geschichte jetzt weiter gestalte wie ihr. :rofl:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 4 – Der große Militäreinsatz:

Laut schreiend wachte Julian aus seinem Schlaf auf und begann schnell seinen Körper nach Verletzungen abzusuchen. Da waren aber keine, lediglich der Verband an seinem rechten Knie, welches ebenfalls kaum noch schmerzte. Offensichtlich war alles wohl nur ein ziemlich gemeiner Traum gewesen. Natürlich war es das. Als ob so etwas tatsächlich passieren könnte, dachte Julian sich als er in unkontrolliertes Gelächter ausbrach. Gefressen von einem riesigen Kaiju-Monster… Was für einen Schwachsinn sich das menschliche Gehirn aber auch manchmal ausdenken konnte und es dann nachts im Traum als Real verkaufte, so wie in seinem Falle. Und manchmal fühlte sich so etwas auch einfach ziemlich echt an, auch wenn es das gar nicht war. Andere klassische Beispiele für solche Träume waren etwa der unendlich tiefe Absturz oder die Variante in der man schon längst tot war und sich als Geist durch die Welt bewegte. Keiner davon war real und dieser hier war es auch nicht, egal wie es sich für Julian gerade anfühlte. Jetzt musste er sich aber unbedingt beeilen. Immerhin wollte er Sandra und Kim abholen und in die Stadt fahren und das am besten bevor er die nächste Band verpassen würde, die sein Interesse geweckt hatte. Und so quälte er sich aus seinem improvisierten Bett auf, öffnete die Seitentür des Transporters und putzte schnell draußen seine Zähne.
„Hey Mann… Ist alles klar bei dir? Ich hab dich eben schreien gehört…“, sprach ihn plötzlich einer der anderen Festivalbesucher, die den Platz neben ihm belegt hatten, an.
„Ähm… Ja… Alles in Ordnung… Hatte wohl nur nen voll fiesen Albtraum“, antwortete Julian noch etwas unsicher.
„Ah… Verstehe… Ich seh grad, du hast da auch ein Fahrrad dabei. Fährst du hier eigentlich auf dem Festival Rad oder wie?“, fragte sein Festival-Nachbar nun weiter.
„Nö… Aber runter in die Stadt zum Supermarkt und so… Da ist das ganz praktisch“, antwortete Julian.
„Ahhhh… Na klar. Das ist tatsächlich ziemlich schlau“, kommentierte der Festival-Nachbar. „Kannst du uns eventuell Bescheid sagen, wenn du so eine Einkaufstour machst? Wir bräuchten da auch noch ein paar Sachen“, sprach er dann weiter.
„Tatsächlich fahre ich jetzt erst nochmal kurz vom Platz weg. Ich hab da zwei Damen versprochen sie mit der Kiste hier in die Stadt zu bringen. Wenn du mir schnell ne Liste geben kannst, kann ich dir von der Tour die Sachen mitbringen. Das einzig wichtige ist, dass ich wieder hier bin, wenn die Warkings spielen. Die wollte ich schon sehen“, antwortete Julian.
„Die Warkings? Ja, die wollte ich auch sehen. Dann lass erst mal mit den Einkäufen und erledige diese Sache die du da vor hattest. Das ist nicht so dringend, dass es nicht noch bis zu deiner nächsten Tour warten könnte“, antwortete der Nachbar Julian.
„Ey Marc… Komm schon… Gleich spielt Immortal. Die wollten wir uns doch zusammen ansehen“, warf nun einer der Gruppe seines Nachbarn ein.
„Yo, ich komme gleich“, antwortete der als Marc angesprochene Typ aus Julians Nachbar-Camp. „Also, ich muss dann wohl auch mal los. Wir sehen uns. Wir sind ja Camp-Nachbarn“, kommentierte er dann noch und machte sich auf den Weg. Julian verstaute nun noch sein Fahrrad und suchte eine Toilette auf, wobei er sich spontan vor dem Toilettenhäuschen entschied lieber ein anderes zu wählen, da er bei dieser ganz speziellen Toilette aus einem ihm nicht bekannten Grund ein ziemlich schlechtes Gefühl hatte. Allerdings war auch diese Toilette ziemlich wiederlich und Julian fragte sich ob die andere nicht doch besser gewesen wäre. Dennoch beendete er was er begonnen hatte und machte sich dann auf den Weg um Kim und Sandra abzuholen.

Tatsächlich sollte die Fahrt recht ereignislos bleiben. Sandra und Kim standen bereit und natürlich hatten weder Kim noch Sandra es sich nehmen lassen seinen Verband am Bein zu kommentierten. Julians größtes Problem war dabei jedoch nicht dass sie sich Sorgen um ihn machten, sondern dass dieses Gespräch dem aus seinem Traum viel zu ähnlich verlaufen war. Was war hier eigentlich los? Seit wann wurden Träume real? Und musste er sich jetzt auch Sorgen machen, dass ihn ein großes Kaiju-Monster fressen würde? Julian entschied sich darüber lieber nicht allzu viel nachzudenken und gab die nötigen Daten in sein Navigations-System ein, welches gleich eine passende Route anzeigte. Aber auch hier missfiel Julian irgendetwas. Er konnte nicht genau sagen was es war, aber er entschied sich lieber die alternative Route zu wählen, welche zwar etwas länger sein sollte, ihn aber auch aus der anderen Richtung in die Stadt führen sollte.
„Julian? Stimmte irgendwas mit der Strecke da nicht oder warum nimmst du lieber die längere?“, warf Sandra ein, die ihn offensichtlich genauer beobachtet hatte als Julian das gerade recht war.
„Naja, ich hab bei der Kürzesten hier nicht so ein gutes Gefühl, irgendwie. Da ist doch bestimmt ne Baustelle auf dem Weg oder sowas“, antwortete er dann etwas unsicher, da er sich diesen Grund offensichtlich schnell aus den Fingern gesaugt hatte um irgendwie sein absolut unfundiertes, schlechtes Gefühl erklären zu können.
„Spielt ja auch eigentlich nicht wirklich ne Rolle, welche Strecke wir nehmen. Hauptsache wir kommen am Ende auch dort an“, kommentierte nun Kim und Sandra schien zumindest zustimmend zu nicken, da auch sie sich der Logik beider Antworten nicht entziehen konnte. Danach startete Julian den Motor und setzte das Fahrzeug in Bewegung. Bis auf die unglaubliche Landschaft auf dieser Strecke sollte die Fahrt jedoch recht ereignislos bleiben, so dass die drei die Stadt sehr bald erreichen sollten. Ab jetzt waren es nur noch wenige Minuten Fahrt bis er Sandra und Kim an deren Zielort abliefern konnte und er lag ziemlich gut in der Zeit, trotz des Umwegs den er wegen seines schlechten Gefühls genommen hatte. Wenn alles weiter so gut verlief, dann käme er nicht nur eine halbe Stunde vor dem Auftritt der nächsten Band die ihn interessierte an, er könnte sich vielleicht auch noch in der Stadt etwas zu Essen holen gehen. Beim Gedanken an Essen konnte Julian leider nicht vermeiden, dass sein Magen sich ungewollt lautstark meldete, sehr zu seinem eigenen Missfallen. Noch ungewollter musste er wahrscheinlich gerade auch noch rot angelaufen sein, was die ohnehin schon peinliche Situation noch peinlicher für ihn machte. Sandra und Kim kicherten jedoch lediglich kurz.
„Ich glaube du brauchst dringend mal was zu futtern, so wie ich das sehe“, kommentierte erstere.
„Wir sind ja eh etwas zu früh dran. Wir sollten noch zum BK fahren oder so“, fügte letztere noch an.
„Passt schon… Ich komme klar“, antwortete Julian immer noch schrecklich peinlich berührt, als tatsächlich ein Burger King-Filiale in seinem Sichtfeld erschien und diese auch den anderen beiden direkt auffiel.
„Na das nenn ich ja mal wirklich gutes Timing“, kommentierte Sandra die Situation.
„Ich eher Schicksal, aber ja. Wir sollten wirklich dort anhalten, wenn wir denn schon mal da sind“, fügte Kim hinzu und Julian seufzte einmal kurz, da ihm klar wurde dass es keinen Sinn hatte zu wiedersprechen. Und so steuerte er das Fahrzeug auf den Parkplatz und die drei gingen hinein, wo sie recht schnell ihre Bestellung aufgeben konnten und diese auch erhielten, da um diese Uhrzeit ohnehin gerade wohl recht wenig Betrieb war. Julian wollte sich das Essen zwar mitnehmen, aber auch hier bestanden die beiden Damen darauf es in der Filiale zu essen, so dass er sich auch hier mit recht wenig Aufwand überreden ließ und sich mit seinem Tablett gerade zu den beiden setzen wollte als es draußen lautstark krachte. Das konnte doch nicht wahr sein. Das war ja alles wie in seinem Traum. Erschrocken lies Julian sein Tablett mitsamt Essen auf den Tisch fallen und stürmte nach draußen um sich davon zu überzeugen, was hier gerade vor sich gehen sollte und auch Kim und Sandra ließen nicht lange auf sich warten und folgten ihm recht schnell.

Julian konnte kaum glauben was er da zu sehen bekam. Mal ganz zu schweigen davon dass dort vor ihm ein Gebäude hohes Monster stand: Das war doch das selbe Monster wie das aus seinem Traum heute Nacht. Wie war das alles überhaupt möglich? Und was hatte das zu bedeuten? Julian begann lediglich innerlich noch panischer zu werden als er langsam begann zu verstehen, dass es sich nicht nur um einen Traum gehandelt haben musste. Aber um was dann? Schnell nahm er einen Blick nach rechts und einen nach links, wo er Sandras und Kims fast noch schockiertere Gesichter sehen konnte, die ihm verraten sollten, dass er sich das gerade nicht nur eingebildet hatte. Ebenso taten dies die panisch von dem Monster weg rennenden und dabei laut schreienden Passanten. Schnell hatte Julian jedoch auch erkannt, dass es keinen Sinn hatte vor dem Wesen in Ehrfurcht zu erstarren. Er, Sandra und Kim mussten schnell von hier weg, bevor das Monster sich vielleicht entscheiden würde in ihre Richtung zu stürmen.
„Los… Zum Transporter… Schnell…“, sprach er die beiden lediglich an und es war Sandra, die als erste darauf reagierte und nun Kim am Arm packte um sie hinter sich her zu ziehen. Anders als in seinem Traum sollten sie das Fahrzeug dieses Mal erreichen und alle drei sprangen förmlich hinein. Da Julian der erste war, sollte er bereits den Motor gestartet haben, als Sandra und Kim ebenfalls einstiegen.
„Los! Los! Los!“, rief Sandra aus, als Julian den ersten Gang einlegte und mit Vollgas und laut quietschenden und sogar qualmenden Reifen das Burger King-Gelände verließ. Dabei störte es ihn unglaublich wenig, dass er ein anderes geparktes Fahrzeug an dessen Front mit der seitlichen Front seines Fahrzeugs berührte und nicht zu unterschätzende Schäden an beiden hinterließ. Viel schneller als Julian eigentlich das Gefühl hatte ein Fahrzeug noch kontrolliert steuern zu können bog er nun mit der beschädigten Front seines Transporters auf die Straße und beschleunigte so schnell es ihm möglich war. Momentan sollten die drei recht gut voran kommen, da sich sonst keine Fahrzeuge auf dem Weg zu befinden schienen und mit etwas Glück könnten sie die Stadt bald verlassen und sich in Sicherheit bringen.
„Was zum Teufel ist das für ein Mistvieh?“, traute sich nun Kim zu fragen, nachdem sie offensichtlich die ganze Zeit zu verängstigt gewesen war um irgendetwas zu sagen oder zu tun.
„Ich hab keine Ahnung!“, rief Sandra aus, während Julian sich lieber auf das Steuern des Fahrzeugs konzentrierte. Immerhin raste er gerade mit weit über 80KM/H über eine Stadt-Hauptstraße. Das wäre auch ohne ein riesiges Kaiju-Monster im Hintergrund lebensgefährlich. Plötzlich rammte er in einer unglaublich schnellen Reaktion den Fuß auf das Bremspedal. Erneut quietschten die Reifen und sowohl Sandra als auch Kim schrien laut in Panik auf, bevor das Vehikel tatsächlich nur wenige Zentimeter vor dem Endes eines Staus zum Stehen kommen sollte.
„FUCK! FUCK!!! FUUUUUUCK!!!!!!!“, fluchte Julian und schlug mit beiden Fäusten auf das Lenkrad.
„Was machen wir jetzt?“, meldete sich Kim erneut völlig in Panik zu Wort, als plötzlich laut krachen sollte und ein Stoß das Fahrzeug durchzog, der sie alle drei durchschütteln sollte. Ganz eindeutig hatte jemand anderes nicht solche guten Reaktionen wie Julian gezeigt und war hinten in den Transporter der drei gekracht.
„Shit!“, konnte sich nun Sandra einen Fluch nicht verkneifen, während Julian versuchte zu erkennen, was den Stau denn eigentlich verursacht hatte. Aber es war zwecklos, dazu war die Schlange aus Autos einfach zu lang ausgefallen. Auf einmal krachte es erneut, aber in anderer Form, bevor Gebäudetrümmer von oben herab regneten und auf Autos rund um die drei krachten. Julian hatte keinen Zweifel daran, dass das Monster dafür verantwortlich sein sollte.
„Gottverdammt… Scheiß drauf!“, rief er aus, bevor er den ersten Gang einlegte und noch einmal Vollgas geben sollte. Dabei versuchte er mit der größeren Größe und höheren Masse seines Transporters einfach durch die Auto-Schlange vor sich zu brechen, scheiterte aber bereits an den ersten beiden Fahrzeugen vor sich. Erneut krachte es, bevor lediglich dumpfe, tiefe Geräusche die Umgebung beschallen sollten. Wahrscheinlich hinterließen Monster wie dieses solche Töne, wenn sie einfach nur Schritte ausführten. Julian sollte außerdem bemerken, wie immer mehr Leute ihre Fahrzeuge verließen und zu Fuß weiter in die entsprechende Richtung rennen sollten. Allerdings erst ein kurzer Blick in die Rückspiegel seines eigenen sollte ihm den Grund dafür verraten, denn das Monster sollte mit erschreckend hohem Tempo genau auf diesen Stau und damit auch auf die drei zukommen. Andere Vehikel wurden dabei einfach zerquetscht oder zur Seite weg geschleudert, während das Wesen sich unaufhaltsam nährte und sie sicherlich schneller erreichen würde als ihnen allen lieb sein sollte. Mittlerweile waren nur noch vier andere Fahrzeuge zwischen dem Transporter und dem Monster.
„Raus hier!“, rief Julian schnell aus, bevor er als erster die Tür öffnete und heraus sprang. Kim, welche auf der rechten Seite der Beifahrer-Sitzbank saß, versuchte zwar die Tür ebenfalls zu öffnen, aber sie war durch ein anderes Fahrzeug, dass sich daneben platziert hatte, blockiert.
„Scheiße!“, fluchte sie, während das Monster lediglich noch zwei weitere Vehikel von diesem entfernt sein sollte.
„Los! Nehmt die andere Tür! Kommt schon!“, rief Julian noch und beide Frauen reagierten darauf. Leider war es gar nicht so einfach sich zwischen Schalt- und Handbremshebel hindurch zu manövrieren um auf die Fahrerseite zu gelangen.
„Hilfe Julian!“, schrie Sandra noch und streckte ihren Arm aus. Julian versuchte ihre Hand noch zu greifen, als plötzlich einer der Sensenarme des Monsters von oben auf das Fahrzeug krachte und es vollständig zertrümmerte. Julian stürzte dabei vor Schreck nach hinten, wo er mit dem Rücken auf die Straße fallen sollte.

Die Schmerzen des Sturzes waren zwar nicht zu verachten, aber Julian hatte keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen. Das Monster stand direkt vor ihm, nachdem es den Transporter völlig zerstört hatte… mit Sandra und Kim darin. Das noch aus der Türöffnung in Massen laufende Blut verriet Julian, dass keine der beiden das überlebt hatte. Sie waren einfach von dem Monster überrannt worden und Julian hatte es nicht verhindern können. Plötzlich wandte sich das Wesen in seine Richtung. Schlimmer noch. Es schien explizit ihn von oben herunter anzusehen. Was wollte dieses Viech ausgerechnet von ihm? Sollte er nicht zu klein und zu unbedeutend sein um von einem solchen Koloss überhaupt wahrgenommen zu werden? Erstaunlich langsam bewegte das Monster seinen Kopf nach unten und begann an ihm zu riechen. Sein Atem stank dabei genauso grässlich wie sein Gesicht aussehen sollte und die Tatsache dass Blut unten aus seinem Maul tropfte deutete sehr stark darauf hin, dass die Bestie sich bereits mehrere Passanten einverleibt hatte. Nun wäre Julian offensichtlich der nächste. Er hatte also versagt. Schon wieder, nachdem er diesem Etwas dort schon einmal begegnet war, versagte er nun ein zweites Mal. In Panik begann Julian auf dem Rücken zurück zu krabbeln so lange bis er mit dem Kopf gegen eines der Autos um die beiden herum stieß. Das war es also. Das Ende. Er würde sterben. Plötzlich fegte jedoch eine Staffel Militär-Jets über den Straßenzug, welche auch die Aufmerksamkeit des Monsters auf sich ziehen sollten. Lautstark schreiend folgte es den Flugzeugen mit dem Kopf, die Julian auf Grund ihrer Form als Tornados wieder erkennen sollte. Plötzlich krachte etwas in den Rücken der Bestie und hinterließ dort eine nicht zu unterschätzende Explosion. Das Wesen schrie einmal kurz laut auf und drehte sich um, bevor sich zwei weitere Explosionen direkt am Bauch ereigneten. Anscheinend setzte das Militär gerade Panzer ein, welche es auch waren, die diese Explosionen verursachten. Weitere Projektile schienen in die Stadt zu krachen wo sie ebenfalls explodierten und Trümmerstücke von Gebäuden durch die gesamte Umgebung schleuderten. Während alle dem führten die Tornados ein Wendemanöver durch und nahmen das Monster mit ihren Bordkanonen unter Feuer. Julian konnte doch direkt sehen, dass diese Waffen trotz der lauten Schreie der Bestie, nicht den geringsten Schaden anrichten sollten. Plötzlich nutzte das Wesen seine gewaltigen Arme und schleuderte mit diesen gleich mehrere Autos auf einmal in die Richtung der Militärjets, welche zu schnell waren um von diesen noch getroffen zu werden. Weitere Einschläge von Panzer-Waffen sollten an dem Monster folgen, welches zwar erneut laut aufschrie aber keinen Schaden nehmen sollte. Nun wendeten sie Jets erneut und feuerten mit Raketen auf die Bestie, als sie über das Wesen hinweg fegten. Es sollten jedoch lediglich zwei davon ihr Ziel treffen. Der Rest krachte unkontrolliert in die Umgebung, wo die Explosionen der Militärwaffen weiteres Chaos in der Stadt verursachten. Gebäude wurden getroffen und Trümmerstücke wurden aus diesen heraus gerissen und in die nähere Umgebung geschleudert. Julian wurde von einem davon knapper verfehlt als es ihm lieb war. Wusste das Militär etwa nicht, dass er und andere Zivilisten noch hier waren? Oder war es ihnen schlicht und einfach egal? Was auch immer die Antwort auf die Frage sein sollte, Julians Ziel hatte sich nicht geändert. Er musste immer noch so schnell es ihm möglich war von hier verschwinden. Und so sollte er sich wieder aufrichten und so schnell er konnte in dieselbe Richtung weiter rennen in die er ursprünglich ohnehin unterwegs gewesen war. Weitere Explosionen von Waffeneinschlägen sollten sich dabei um ihn herum ereignen, während das Monster einmal laut aufschrie und dann mit den Sichelarmen scheinbar unkontrolliert um sich schlug, als die Jets es zu umkreisen begannen. Dabei sollte das Wesen tatsächlich eines der Flugzeuge treffen und mittig zerteilen. Eine weitere Explosion durchzog die Straße und zog sich wie ein Flammenmeer durch den Straßenzug in den die Flugzeugteile gekracht waren. Julian rannte weiter und versuchte dabei Blicke nach den Seiten zu vermeiden. Zu viele Tote, von denen er schon gar nicht mehr unterscheiden konnte ob das Monster oder das Militär sie verursacht hatten. Zu viel Blut, zu viele Stücke von menschlichen Körpern, die Julian nicht mehr richtig zuordnen konnte. Die gesamte Situation war zu viel für ihn. Selbst wenn er überleben würde, wie sollte er weiter leben nachdem er so etwas gesehen hatte? Mehr aus dem Augenwinkel bekam Julian noch mit wie Panzer dem Monster von hinten nun näher kommen sollten und dieses keine Sekunde zögerte die Militärvehikel direkt und alle fünf auf einmal mit einem gezielten Sichelschlag zu zerteilen, bevor es sich erneut eines der umkreisenden Flugzeuge packte und dieses gewaltsam in den Boden rammte, wo es eine weitere Explosion hinterließ. Plötzlich wandte es sich in Julians Richtung und sprang ab um dann schnell abzuspringen und einige Meter vor Julian wieder zu landen. Der Boden riss auf als der riesige Koloss aufkam und Fahrzeuge wurden in Julians Richtung geschleudert. Fast so als hätte die Landung des Monsters eine Schockwelle verursacht. Julian hatte lediglich Glück, dass ihn die Schockwelle ebenfalls ein Stück zurück geschleudert hatte, wo er sehr zwar unsanft mit dem Rücken auf den Boden fallen, aber auch von allen Fahrzeugen und Asphalttrümmern verfehlt werden sollte. Schnell hatte er sich wieder aufgerichtet und stürmte nun nach links, kurz bevor zunächst weitere Raketen von den Jets in das Monster krachten, dicht gefolgt von mehreren gewaltigen Einschlägen die direkt von oben kommen sollten. Scheinbar hatte ein schwerer Bomber seine gesamte Ladung auf das Monster und das nähere Gebiet um es herum fallen gelassen und damit ein gewaltiges Flächenbombardement durchgeführt. Julian selbst wurde von den Einschlägen unkontrolliert weggeschleudert und krachte mit dem Rücken gegen etwas extrem hartes, wahrscheinlich eine Mauer, aber das konnte er nicht mehr wahr nehmen, da ihm schwarz vor Augen wurde.

Das schlagartige Erwachen von Julian fühlte sich wie ein gewaltiger Schock an, bei dem er unweigerlich einen tieferen Atemzug nehmen sollte, als er es normalerweise getan hätte. Er fand sich auf dem Bauch liegend, mit dem Gesicht nach unten wieder. Sein gesamter Körper tat weh und das Atmen sollte ihm schwer fallen. Ein starker Husten folgte. Wahrscheinlich von der gewaltigen Staubbelastung in der Luft, von dem er gerade bei seinem Erwachen einen tiefen Zug genommen hatte. Aber das war nicht der einzige Grund weshalb das Atmen ihm schwer fallen sollte. Er befand sich mit dem gesamten Unterkörper und auch dem unteren Teil seines Oberkörpers unter einem gewaltigen, extrem schweren Stück Mauer. Seine Ohren piepsten außerdem sehr stark und seine Sicht begann sich nur sehr langsam zu stabilisieren. Ein Versuch sich zu bewegen sollte sich als völlig sinnlos heraus stellen und ihm starke Schmerzen verursachen. Wahrscheinlich waren die meisten Knochen in seinem Körper von dem Mauerstück völlig zertrümmert worden. Es war ein einziges Wunder, dass er überhaupt noch lebte. Verzweifelt versuchte Julian weiter sich zu befreien, aber es war einfach zwecklos. Und so entschied er sich den Kopf zu heben und nach vorne zu sehen. Was er dort jedoch vorfinden sollte erschreckte ihn so sehr, dass er lediglich aufschreien konnte. Nicht nur, dass alles was er von der Stadt noch erkennen konnte völlig in Trümmern lag, das Monster dem er versucht hatte zu entkommen, hatte den Angriff des Militärs vollständig überstanden und schlimmer noch, zwei weitere dieser riesigen Bestien, die sich jedoch von der ersten und voneinander unterschieden, waren in seinem Blickfeld erkennbar. Damit aber noch nicht genug. Durch den gesamten Straßenzug humpelten eine nicht mehr zählbare Anzahl jener humanoiden Monster mit Tentakeln auf dem Rücken, denen Julian als erstes in seinen Träumen begegnet war. Offensichtlich handelte es sich gar nicht um einen Traum, sondern um die Realität. Julian konnte sich einen weiteren Schrei nicht verkneifen als ihm diese Tatsache schlagartig bewusst wurde. Er musste dringend von hier weg, irgendwie, und so begann er verzweifelt mit seinen beiden Armen nach Halt am Boden zu suchen um sich vielleicht auf diese Weise fortbewegen zu können. Aber auch dieser Versuch war zwecklos.
„HILFE!!! HIIIIIILFEEEEEE!!!!!!!!“, begann er mehrmals zu schreien so laut es ihm möglich war, aber er bemerkte selbst, dass er nicht besonders laut war. Ferner war es absolut unwahrscheinlich dass auch nur noch ein einziger anderer Mensch in dieser Umgebung am Leben war und selbst wenn, würde ihm niemand zu Hilfe kommen. Nicht während diese Monster durch die Straßen humpelten. Plötzlich wandte sich eines davon ihm zu. Wahrscheinlich hatte es seine Schreie und seine verzweifelten Befreiungsversuche bemerkt. Dann ein weiteres. Dann immer mehr von ihnen.
„Nein… Bitte… Nein…“, kommentierte Julian noch leise bevor eine nicht mehr zählbare Masse aus diesen Monstern, mindestens jedoch zehn oder sogar zwanzig Stück, unerwartet schnell auf ihn zustürmen sollten.
„NEEEEEIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!“, schrie Julian schmerzerfüllt auf als das erste seine Zähne in seinen rechten Arm rammte und ein Stück Fleisch aus seinem Oberarm riss und es unter genüsslichen, aber für Julian unerträglich wiederlichen Kau- und Schmatzgeräuschen verspeiste. Es folgte ein zweiter Biss eines anderen Monsters direkt in seine Brust und ein dritter in seinen linken Oberarm.
„NEEEEIIIIIN! BITTE NICHT!!!! BITTEEEEEEEEE!!!!!!!!“, schrie Julian weiter unter den schrecklichsten Schmerzen die er sich vorstellen konnte, während immer mehr Monster damit begannen Stücke aus ihm heraus zu reißen und sie aufzufressen. Erst als eines davon in seinen Kopf biss und diesen entfernte sollten seine Höllenqualen endlich ein Ende finden und Julian seinen Tod.

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Ja, irgendwie ein Kapitel dass wieder recht typisch für mich ist, würde ich sagen. Ich kann halt doch nicht ganz aus meiner Haut raus. :lol: Ich hoffe aber dass die Art der Materialschlacht sich zumindest ausreichend von dem unterscheidet, was man in Crimson Space oder Inferno zu lesen bekommen hat, dass es als was eigenständiges durch geht. :D
Aber ich denke/hoffe es funktioniert trotzdem und ich kann versprechen, dass es das letzte sein wird bei dem sich das Geschehen am Anfang auf diese Weise wiederholt. Ließ sich leider bei dem Thema der Geschichte nicht ganz vermeiden. Wie gesagt, jetzt wo der Protagonist selbst kapiert hat, was da im wesentlichen vor sich geht wird es ab den nächsten Kapiteln auch ganz anders ablaufen. Mehr wie das versprechen kann ich an der Stelle eben leider nicht. ^^"
Ich hoffe es hat trotzdem gefallen und hält euch dabei. Ich habe auf jeden Fall durchaus Spaß dabei dieses Ding hier zusammen zu tippen, weshalb es auch noch eine Weile gehen dürfte. ;)
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 5 – Eine schmerzhafte Erkenntnis:

Laut schreiend wachte Julian aus seinem Schlaf auf und stoppe seine Schreie kaum wieder. Diese Schmerzen von seinem letzten Tod… Er konnte sie immer noch spüren. Jeden einzelnen Biss, jede einzelne Verletzung die ihm diese Monster zugefügt hatten. Nichts davon war mehr da, aber Julian fühlte es immer noch. Plötzlich musste er jedoch zwangsweise seine Schreie stoppen, da ihm bereits unaufhaltsam der Mageninhalt hoch kommen sollte. In einer ungewöhnlich besonnenen Reaktion öffnete Julian die Seitentür seines Fahrzeugs und übergab sich einfach zur Seite hinaus in die Wiese auf der er geparkt hatte. Gerade als er dachte, dass es geendet hätte, sollte der nächste Schwall aus seinem Magen kommen. Das einzig Positive an der gesamten Situation sollte jedoch sein, dass er aufgehört hatte die Schmerzen zu fühlen. Als sich sein Magen dann auch noch völlig von selbst erholte und er kurz einige schnelle, tiefe Atemzüge hatte nehmen müssen, konnte Julian sogar behaupten, dass es ihm eine gute Ecke besser ging. Es folgten jedoch die grauenhaften Bilder, die das Monster und der Kampf des Militärs mit diesem hinterlassen hatten. Julian verspürte daraufhin erneut das Bedürfnis sich übergeben zu wollen, aber er konnte sich auf unerklärliche Weise noch selbst davon abhalten. Das alles war real gewesen! ALLES! Jeder einzelne Moment war real gewesen. Jeder eigene Tod, jeder Tod von Sandra oder Kim und jeder Tod eines unbeteiligten Passanten. Alles war real und nichts davon ein Traum! Und aus irgendeinem Grund wachte ausgerechnet er immer wieder an genau diesem Punkt auf und erlebte das selbe Geschehen wieder und wieder. Wieso geschah so etwas absurdes überhaupt? Und was war das ganze überhaupt genau? Eine Zeitschleife die durch ein physikalisches Phenomen oder unbekannte Technologie verursacht wurde? Oder eine spezielle Fähigkeit, die er gerade am Entwickeln war und noch nicht vernünftig einsetzen und kontrollieren konnte? Und wieso von allen Leuten auf dem Festival auch noch er? Wer war er denn schon um eine solche Fähigkeit verdient zu haben, egal ob es sich jetzt um einen Segen oder einen Fluch handelte? Julian entschied sich jedoch schnell diese Gedanken kurz zu verwerfen. Irgendwie musste er versuchen der Situation aus dem Weg zu gehen. Und er brauchte schnell eine Idee, denn er hatte Sandra und Kim ja versprochen sie mit in die Stadt zu nehmen, wo sie dann alle drei sterben würden. Und genau an dieser Stelle würde er ansetzen. Er würde dafür sorgen, dass weder er, noch Sandra, noch Kim dort in der Stadt wären. Und wenn keiner von ihnen dort wäre, dann könnten sie dort auch nicht sterben. Und so nahm er schnell sein Smartphone in die Hand und öffnete Whatsapp um dort eine Nachricht einzutippen, die er an beide Frauen verschicken würde.
„Hey Sandra, Hey Kim,
Ich bin leider heute vollkommen im Arsch und werde es wahrscheinlich nicht zu euch schaffen. Ich war gestern noch in 3 Moshpits und hab mir in einem davon das rechte Knie etwas verletzt. Und fertig von der Action bin ich leider auch mehr als ich zugeben möchte. Vielleicht treffen wir uns dann stattdessen morgen um 9:00. Da hätte ich auch nochmal ein Fenster von 3 oder 4 Stunden, wo nichts gescheites spielt.
Grüße, Julian“, sollte die Nachricht lauten. Es dauerte nicht lang als die erste Antwort kam.
„Oh, verstehe. Erhol dich gut. Passt schon. Wir kommen die nächsten Tage auch ohne dich klar. Ich gucke jetzt gleich mal nach Busverbindungen in die Stadt. Danke für´s Bescheid geben, trotzdem, Kim“, lautete diese.
„Schade, dass wir die Stadt nicht zusammen erkunden konnten. Aber es wäre auch wirklich nicht sehr cool von uns dich mit einem verletzten Knie in der Gegend rum fahren zu lassen. Bleib auf dem Festival und versuche die Zeit so gut zu genießen wie du unter den Umständen noch kannst. Viel Spaß, Sandra“, sollte sehr bald die nächste Nachricht folgen. Nun zumindest war er selbst außer Gefahr und wenn die beiden dort bleiben sollten wo sie waren, würde ihnen sicherlich ebenfalls nichts geschehen. Allerdings deutete ja gerade Kims Nachricht auf etwas ganz anderes hin und Julian konnte nicht vermeiden, dass er sich unglaubliche Sorgen um die beiden machte. Aber er konnte es nun auch nicht mehr wirklich verhindern, außer vielleicht er würde die Wahrheit sagen… Allerdings… Würden sie das auch glauben? Die Geschichte dass er in einem Time Loop feststeckte und Horror- und Kaiju-Monster erscheinen würden und sie alle drei sterben, klang selbst für ihn schrecklich absurd, wenn er sich das im Kopf ausmalte. Nein, so war es am besten. Es würde schon kein Bus rechtzeitig in diese Stadt fahren um die beiden in den sicheren Tod zu schicken.
„Hey Mann… Ist alles klar bei dir? Ich hab dich eben schreien gehört… und du hast hier offensichtlich alles voll gekotzt“, sprach ihn plötzlich einer der anderen Festivalbesucher, die den Platz neben ihm belegt hatten, etwas angewiedert an und Julian erkannte ihn aus seiner Zeitschleife wieder, wo er ebenfalls schon nach seinem Wohlbefinden gefragt hatte. Julian erinnerte sich auch an seinen Namen. Marc.
„Ähm… Ja… Alles in Ordnung… Hab wohl gestern nur zu viel gesoffen oder so“, log Julian noch etwas unsicher ob man ihm das glauben würde, da er ja eigentlich gar keinen Alkohol konsumierte.
„Ah… Verstehe… Gute Besserung wünsche ich dann mal…“, antwortete Marc ihm daraufhin. „Sag mal… Ich hätte da mal ne Frage. Fährst du hier eigentlich auf´m Festival Fahrrad oder wie?“, fragte er dann noch anschließend und Julian erinnerte sich diese Frage schon mal gehört und beantwortet zu haben.
„Nö… Aber runter in die Stadt zum Supermarkt und so“, antwortete Julian ihm dieses Mal wesentlich gelassener als vorher.
„Ahhhh… Na klar. Das ist tatsächlich ziemlich schlau“, kommentierte der Festival-Nachbar. „Kannst du uns eventuell Bescheid sagen, wenn du so eine Einkaufstour machst? Wir bräuchten da auch noch ein paar Sachen“, sprach er dann weiter.
„Ich fürchte da mein Knie im Sodom-Moshpit was abbekommen hat, könnte die noch eine Weile auf sich warten lassen“, antwortete Julian.
„Schade, aber sag Bescheid, wenn du doch noch fährst“, antwortete Marc offensichtlich etwas enttäuscht.
„Ey Marc… Komm schon… Gleich spielt Immortal. Die wollten wir uns doch zusammen ansehen“, warf nun einer der Gruppe seines Nachbarn ein.
„Yo, ich komme gleich“, antwortete Marc. „Also, ich muss dann wohl auch mal los. Wir sehen uns. Wir sind ja Camp-Nachbarn“, kommentierte er dann noch bevor er gehen wollte.
„Warte!“, rief Julian ihm nach. „Ihr geht zu Immortal? Ich komme auch mit“, sagte er dann schnell und sprang aus seinem Bett auf.
„Cool Mann. Klar, komm doch mit“, antwortete Marc ihm gelassen und die beiden gingen in Richtung der Bühnen, wo sie dann auch auf die anderen aus Marcs Gruppe treffen sollten.
„Ach ja. Ich bin übrigens Marc“, stelle dieser sich vor und reichte Julian die Hand.
„Julian“, antwortete er gelassen und beide schüttelten kurz die Hand.
„Yo, Servus… Ich bin Pete“, stellte sich einer der anderen drei aus Marcs Gruppe vor.
„Servus, Mann. Ich bin Nils“, fügte der nächste hinzu.
„Und ich bin Alex“, stellte der letzte sich vor und nacheinander reichte Julian jedem die Hand zur Vorstellung, bevor sie sich auf den Weg zu den Bühnen machten

Wie Julian es erwartet hatte stellte sich Immortal überhaupt nicht als seinem Geschmack entsprechend heraus und live sollte er die Band auch nicht besser finden als auf der Aufnahme. Der Black Metal-Hype aus den 2000ern in der Szene war ohnehin schon immer an ihm vorbei gegangen, was auch zu vielen Problemen mit anderen Menschen geführt hatte, die eigentlich zumindest auch Metal mochten, so wie er. Das gute an der Situation war jedoch, dass die Anderen nicht unbedingt zufriedener mit der Band gewesen waren wie er, zumindest deutete deren unzufriedener Gesichtsausdruck darauf hin.
„Also… Sind wir mal ehrlich… Das war doch irgendwie ziemlich kacke“, kommentierte Pete.
„Ja, also ich hatte mir da echt mehr erwartet“, fügte Nils hinzu.
„Wie fandest du´s denn, Julian?“, fragte nun Marc und überraschte Julian so sehr damit, dass jemand überhaupt nach seiner Meinung von irgendetwas fragte, dass er einen kurzen Moment brauchte um sich die Antwort zu überlegen.
„Naja… Bei guten Bands will man doch eigentlich automatisch moshen gehen. Und das hat hier echt ziemlich gefehlt… Ich meine… Es war ja auch echt niemand moshen…“, antwortete er dann vorsichtig.
„Ganz genau, Mann… Da kam irgendwie überhaupt kein Feel rüber. Vollkommen unnötiger Auftritt, eigentlich“, stimmte Pete zu.
„Also so schlecht fand ich´s jetzt auch wieder nicht“, meldete sich Alex zu Wort.
„Ja, Alex, du bist ja auch so´n Black Metal-Junkie. War ja klar, dass dir das wieder gefallen hat“, antwortete Marc ihm und die Gruppe lachte einmal kurz darüber.
„Was machen wir jetzt eigentlich?“, warf Nils ein.
„Zurück ins Camp?“ schlug Alex vor.
„Naaaa… In 30 Minuten spielen Vader. Vielleicht sind die ja besser“, antwortete Pete.
„Zumindest ist es eher Thrash/Death. Da hab ich jetzt echt bock drauf“, kommentierte Nils.
„Ich geh lieber ins Camp zurück. Mich jucken Vader und die Warkings nicht so“, sagte Alex.
„Also ich geh mit zu Vader glaub ich. Danach kommen ja dann auch die Warkings und die will ich echt unbedingt sehen“, antwortete Marc. „Und du Julian?“ fragte er dann und irritierte Julian kurz erneut. Vader war zwar ebenfalls nicht seine Lieblingsband, aber je nachdem welche Songs sie spielen würden, hatten sie zumindest Potential.
„Ich denke dass ich noch mit zu Vader komme und die Warkings wollte ich ja auch sehen. Das wird bestimmt klasse“, antwortete er dann ungewöhnlich sicher bei seiner Entscheidung. „Wir sollten allerdings dringend irgendwo mal noch was zu Trinken auftreiben. Ich bin schon wieder ganz ausgetrocknet“, fügte er dann unsicher hinzu.
„Das stimmt… Also doch erst nochmal zurück ins Camp“, antwortete Marc.
„Ich hab auch ziemlich Kohldampf. Lasst uns stattdessen lieber da diesen einen Laden ausprobieren, wo sie dieses Ochsen-Fleisch verkaufen“, kommentierte Pete.
„Au ja. Ich könnte den Ochsen jetzt wahrscheinlich komplett alleine verdrücken“, fügte Nils hinzu.
„Den Ochsen?“, warf Julian verwirrt ein.
„Wirst du schon sehen, wenn wir dort sind… Los, komm schon…“, antwortete Marc und die Gruppe setzte sich in Bewegung. Tatsächlich gab es auf dem Festivalgelände diesen einen Stand der damit warb dass sein Rindfleisch von besonders hoher Qualität wäre, mit Bildern der Rinder oder sogar des speziellen Rindes. Da es auf dem Bild nicht nur gewaltig wirkte, sondern auch noch zwei gewaltige Hörner hatte, erklärte sich die Bezeichnung „Ochse“ plötzlich von selbst. Es bestand tatsächlich eine entsprechende optische Ähnlichkeit. Die Warteschlange war zwar lange gewesen, wurde aber unglaublich schnell abgehandelt. Innerhalb von 10 Minuten hatten alle in der Gruppe ihre Portion erhalten, die recht mikrig auf Julian wirkte. Allerdings nachdem er sie aufgegessen hatte, stellte er fest, dass dies wohl ein Trugschluss oder eine optische Täuschung gewesen war, denn er fühlte sich gut gefüllt. Und das Fleisch hatte tatsächlich die Qualität die es laut Werbung haben sollte. Julian würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass er noch nie so gutes Rindfleisch gegessen hatte. Und insgesamt hatte er nun nach allem dem, was er gerade erst erlebt hatte dringend eine positive Erfahrung in irgendeiner Art nötig. Dennoch kam er nicht umhin sich große Sorgen um Sandra und Kim zu machen. Er hoffte nur dass sie nicht in die Stadt gefahren waren und somit auch nicht mitten im Zentrum des Monster-Angriffs gelandet waren.

Anders als Julian sich das vorgestellt hatte, sollten Vader sich ebenfalls als eine der schlechteren Bands des Festivals heraus stellen. Ob das einfach daran lag, dass sie nicht die Songs gespielt hatten, die Julian von ihnen mochte, oder daran, dass die Band live einfach nicht gut war, das konnte er so genau nicht sagen. Fakt war jedoch, dass diese Band ihn nicht abgeholt hatte. Aber nun war es an der Zeit für eine der Bands auf die Julian schon eine ganze Weile gewartet hatte und sogar drei Zeitschleifen durchlebt hatte und drei qualvolle Tode gestorben war um sie zu sehen, die Warkings. Und tatsächlich: Als die Band ihren wahrscheinlich bekanntesten Song „Gladiator“ als erstes spielte, hatte sie Julian schon direkt abgeholt. Erneut sollte er sich mitten im Moshpit wieder finden, wo er neben den klassischen unkontrollierten Kollisionen auch noch laut den Text mitbrüllen sollte und sich auch noch an den Circle Pits und am Ende sogar an einer Wall of Death beteiligen sollte. Während erstes noch lediglich im Kreis rennen war und damit nicht unbedingt gefährlich, war gerade letzteres für Julian immer ein Stück zu heftig gewesen. Und auch dieses Mal konnte Julian nicht verhindern, dass er bei den Kräften, die mitten im Zentrum einer Wall of Death wirkten, nach hinten umgerissen wurde und auf seinem Hintern landete. Zum Glück dieses Mal völlig ohne Verletzungen, was auch dem vergleichsweise weichen Boden zu verdanken gewesen war. Schnell hatte die Menge ihm hoch geholfen und er war wieder voll im Geschehen, so lange bis die Band ihren Auftritt beendet hatte. Plötzlich schrie eine Frau lautstark panisch auf. Ein Mann folgte und dann viele weitere Personen, während sich eine gewaltige Menschenmasse bilden sollte die in Richtung des Ausgangs drängte. Was geschah hier gerade? Auch wenn Julian keine genaue Ahnung hatte, was vor sich ging, er hatte eine grauenhafte Vermutung, die sich bestätigen sollte als er gerade den Bühnenbereich verlassen wollte und dort mit ansah wie mehrere Tentakel durch einen gerade seitlich vorbei rennenden Festivalbesucher schlugen. Blut spritzte in sämtliche Richtungen, aber besonders nach vorne, bevor der Festivalbesucher zurück gerissen wurde und dann eines der humanoiden, kleineren Monster in Julians Sichtlinie trat, wo es den gerade eingefangenen Festivalbesucher mit weiteren Tentakeln am Boden hielt und begann ihn in einem blutigen Vorgang und unter lautstarken Schmerzensschreien bei lebendigem Leibe aufzufressen. Dahinter sprang gerade ein anderes dieser Monster auf einen weiteren Festivalbesucher und rammte diesen mit dem Kopf voran auf den Boden, wo er ein ähnliches Schicksal erleiden sollte, wie der andere zuvor. Und nicht nur diese beiden Wesen waren auf dem Festival erschienen. Es waren hunderte, vielleicht sogar tausende. Wie ein Schwarm Insekten stürmten durch die viel zu instabilen Begrenzungen des Festivalgeländes und griffen einen Besucher nach dem anderen an und niemand hatte eine Chance dies zu verhindern. Einer der richtig muskulös gebauten Sicherheitskräfte ging mit Hilfe einer Metallstange auf eines der Viecher los, traf jedoch nur auf die Handfläche des Monsters, welches selbst diesem Muskelmonster von einem Kerl körperlich offensichtlich weit überlegen sein sollte und den Arm in einer so schnellen Bewegung zur Seite bog, dass er unter lautstarkem Krachen und Schmerzensschreien des Sicherheitsmannes brach. Anschließend packte das Monster ihn mit seinen Tentakeln und biss ihm ins Gesicht, welches es in einem ruckartigen, extrem blutigen Vorgang sogar einfach ausriss und dann verspeiste. Was sollte Julian jetzt tun? Was konnte er überhaupt tun, wenn selbst ein Typ wie dieser Sicherheitsmann keine Chance gegen diese Bestien hatte? Himmel, aus seiner letzten Zeitschleife wusste Julian, dass nicht einmal das Militär eine Chance gegen diese Mistviecher hatte. Aber was genau sollte er jetzt tun? Wegrennen? Kämpfen? Sich töten lassen und hoffen, dass der Zyklus erneut starten würde? Nein, er wusste ja nicht einmal ob das auch tatsächlich nochmal funktionieren würde, zumal die Qualen eines Todes nichts waren, was er als Erstrebenswert in irgendeiner Form betrachten würde. Blieben nur noch zwei Optionen. Und Julian entschied sich für die Erste. Und so rannte er so schnell er konnte in die Richtung seines Stellplatzes, in der Hoffnung dass sein Vehikel noch unversehrt war und er damit entkommen könnte.

Tatsächlich sollte Julian unglaubliches Glück gehabt haben, denn sein Transporter stand trotz des ganzen Gemetzels um ihn herum noch völlig unbeschädigt genau dort, wo er ihn zurück gelassen hatte. Das konnte er bereits auf die Entfernung erkennen, denn es waren noch einige Meter zu rennen, bis er seine Flucht mit diesem Gefährt beschleunigen könnte. Plötzlich rannte Alex lautschreiend von links nach rechts vor ihm vorbei, eines dieser undefinierbaren Wesen sollte folgen und seine Tentakel auf Alex loslassen. So sehr dieser sich auch versuchte dagegen zu wehren, er hatte nicht die geringste Chance gegen die überlegene Kraft dieses Wesens, verlor sein Gleichgewicht und stürzte frontal zu Boden.
„HILFE!!!! HILFE!!!!!“, schrie er noch bevor die Bestie seinen Kopf mit einem seiner beiden Hauptarme packte und ihn in einem blutigen Vorgang mit einem schnellen Ruck einfach ausriss. Julian hatte keine Zeit sich länger damit zu befassen, dass gerade eine Person gestorben war, die er nun ebenfalls kannte, er musste selbst von hier verschwinden. Es war nicht mehr weit zu seinem Vehikel.
„NEIN! LASS DAS!!!! NEEEEEIIIIIIIN!!!!!!!!“, konnte er den bereits am Boden liegenden Nils noch schreien hören bevor die Bestie, die ihn eingefangen hatte, seine Zähne in seinen Hals rammte und unter lautstarken Schmerzensschreien den größten Teil davon ausriss um ihn langsam und genüsslich zu kauen, während Blut in Massen aus der Verletzung spritzte und Nils lediglich noch verzweifelt nach Luft röchelte. Mittlerweile hatte Julian den Transporter erreicht und öffnete schnell die Tür, was relativ zügig vor sich ging, da er sie bereits per Fernbedienung auf die Entfernung hatte entsperren können. Jetzt nur noch den Schlüssel ins Schloss stecken, Kupplung treten und den Motor starten. Tatsächlich startete das Vehikel recht einfach. Nun noch den ersten Gang einlegen und… Plötzlich krachte eine Klaue durch das Fenster der Fahrertür wie sie nur zu einem der Monster gehören konnte packte sich Julian und riss ihn zusammen mit der Tür aus dem Fahrzeug noch bevor Julian hatte reagieren können. Die Bewegung war dabei so kräftig ausgefallen, dass Julian mehrere Meter von seinem Fahrzeug weggeschleudert wurde und dann zusammen mit der Tür sehr unsanft auf dem Boden aufschlug, wo er noch einige Meter weiter zurück rutschte. Das Wesen wandte sich ihm erneut zu und stürmte direkt in seine Richtung und das mit solch hohem Tempo, dass man es niemals erwarten würde, wenn man es wie Julian als erstes gesehen hatte wie es sich in einem Zombie-Gang bewegte. Panik machte sich in ihm breit. Irgendetwas musste er unternehmen, aber er hatte keine Optionen. Unaufhaltsam stürmte die Bestie auf ihn zu und holte zu einem Schlag mit ihrer Klaue aus, als Julian in einem Reflex entschied die Tür auf der er immer noch lag hervor zu holen und als Schild gegen diesen Angriff zu verwenden. Der Schlag hatte dabei eine solche Wucht, dass Julian nicht verhindern konnte, dass die Tür eine gewaltige Beule erhielt und ebenfalls nicht dass sie direkt an seinen Körper gedrückt wurde. Diese Bestie hatte einfach solch unglaubliche Kraft, es war ein Wunder, dass Julian diesen einen Schlag hatte abfangen können. Mehrere Schläge dieser Art sollten folgen und obwohl die Tür den größten Teil davon abfing, so traf Julian immer noch eine gewaltige Wucht, die ihm den Atem kurzzeitig abschnitt. Es musste doch noch irgendetwas anderes geben, was er tun konnte. Irgendetwas. Plötzlich traf ein Schlag von der Seite den Kopf des Monsters und Julian erkannte seine Chance als das Wesen sich umdrehte um nachzusehen. Denn nun sprang er förmlich auf und rammte die gesamte Fahrzeugtür von hinten in den Hals der Bestie. Blut spritzte, Knochen krachten lautstark und das Wesen stürzte frontal zu Boden. Allerdings waren die Tentakel scheinbar immer noch im Stande sich zu bewegen und das Monster damit auch noch nicht tot. Somit entschied Julian sich einen weiteren Schlag mit der Tür auf dieselbe Stelle auszuführen und dann noch einen und noch einen. Blut spritzte in alle Richtungen und auch über ihn. Hirnmasse begann aus dem zertrümmerten Kopf des Wesens auszutreten und irgendwann stoppten auch die Tentakel ihre Bewegung.
„Hey Mann… Es ist tot…“, sprach ihn plötzlich eine bekannte Stimme an , die zu Marc gehörte und packte seinen Arm als er versuchte weitere Schläge auf die tote Bestie auszuführen.
„Genau… Wir dürfen keine Zeit verschwenden. Wir müssen hier sofort weg!“, fügte Pete noch hinzu, der es wohl auch gewesen war, der dem Monster mit einer Stange einen Schlag verpasst hatte und Julian damit das Leben gerettet hatte. Erst jetzt merkte Julian wie er langsam verstand, dass das Monster tot war und sich etwas beruhigte, zumindest verglichen mit dem Zustand den er vorher hatte.
„OK, dann nichts wie zum Transporter und weg hier“, kommentierte er dann und rannte direkt los. Pete und Marc folgten ihm schnell. Nicht mehr lange und sie könnten aus diesem Horror entkommen. Plötzlich rissen fünf Tentakel Pete zur Seite, direkt gefolgt von sechs weiteren die sich Marc packten und ebenfalls zur Seite weg rissen. Julian selbst schaffte es zwar noch bis zum Transporter, aber als er angekommen war, sollte er fest stellen, dass sich ein kompletter Schwarm dieser Bestien bereits um ihn und sein Vehikel gebildet hatte. Plötzlich kletterte eines der Wesen auch noch auf das Dach des Transporters. Zwei weitere folgten unmittelbar. Er wusste genau, dass dies das Ende sein würde. Es gab nun keine Chance mehr für ihn zu entkommen. Selbst wenn er einstieg und das Gaspedal durchdrücken würde, selbst wenn er einige dieser Mistviecher platt fahren würde, der Rest würde ihn unweigerlich erledigen. Auf einmal begann Julian laut los zu lachen. Er wusste nicht weshalb. Er wusste auch nicht wie er es stoppen sollte. Er konnte einfach nicht aufhören. Er lachte im Angesicht des sicheren Todes, wie jemand der gerade völlig den Verstand verlor. Langsam begann er nun noch mit dem Rücken an seinen Transporter gelehnt in sich zusammen zu sacken, während die Monster den Kreis um ihn herum immer enger zogen. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis eines davon den Angriff starten würde, der sein Leben beendete. Ob er wohl wieder am Anfang des Tages aufwachen würde? Oder würde er nun tatsächlich sterben? Was wäre ihm selbst eigentlich lieber? Der Tod oder das Wiedererwachen? Wenn er tot wäre, hätte er es zumindest hinter sich und bräuchte diese Scheiße nicht mehr jeden Tag auf´s neue erleben, allerdings wäre er dann eben auch tot und alles das was er noch im Leben vor gehabt hatte, könnte er nun nicht mehr durchführen. Dies sollten seine letzten Gedankengänge sein, bevor tatsächlich das erste Wesen aus dem Schwarm ausbrach und einen Klauenschlag auf ihn ausführte, der einen kurzen, besonders intensiven Schmerz bei Julian verursachte und es ihm dann Schwarz vor Augen werden ließ. Wenn er ehrlich mit sich selbst war, wollte er einfach nur dass es vorbei war. Auf die Dinge die er sich im Leben noch vorgenommen hatte, hätte er ohnehin keine ernst zu nehmende Chance. Und vielleicht hätte er ja wirklich Glück und es wäre jetzt vorbei. Mehr als dies zu hoffen sollte Julian nicht übrig bleiben während er starb, erneut.
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So, wie versprochen verläuft die Sache dieses Mal schon ein wenig anders und es tauchen andere Personen auf. Das Ende ist dann halt auch wieder typisch für die Geschichte momentan, aber auch das wird in nicht allzu ferner Zukunft ein Ende finden. Wir sind ja gerade mal bei Kapitel 5, da müssen sich die Muster noch ein wenig etablieren, bevor man sie durchbrechen kann. :D Ich kann auf jeden Fall aber schon mal versprechen, dass in Kapitel 6 was komplett anderes passieren wird als das was jetzt hier passiert ist. ^^
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 6 – Das wahre Ausmaß der Katastrophe:

Laut schreiend wachte Julian aus seinem Schlaf auf. Irgendwie war es noch schlimmer für ihn nicht genau zu wissen wie und warum er überhaupt gestorben war als anders herum. Und nun wusste er, dass er nicht einmal hier auf dem Festival sicher vor diesen Bestien war. Was sollte er nun machen? Was konnte ein Versager wie er überhaupt in einer solchen Situation ausrichten? Er müsste dringend das Militär benachrichtigen, dass die sich darum kümmern würden. Aber auch die konnten nach seiner Erfahrung nichts unternehmen. Spätestens wenn diese Kaiju-Monster auf der Bildfläche erschienen waren auch die Leute vom Militär machtlos und wahrscheinlich wäre das alles sogar noch schrecklich kontraproduktiv, da das Militär offensichtlich einen Scheiß auf zivile Opfer geben sollte. Zumindest war es das was Julian in einer seiner Zeitschleifen bereits schon einmal erlebt hatte. Und überhaupt… Wer würde ihm diesen Schwachsinn den er da gerade erlebte überhaupt glauben? Nein… Julian hatte nur eine Option. Er musste hier so schnell verschwinden wie er konnte. Am besten würde er nach Hause fahren. 500KM in den Süden des Landes. Dort wäre er sicher vor dem was geschehen würde. Panisch stürzte er förmlich aus der Seitentür des Transporters und warf sein Fahrrad ein wenig unsanft in das Vehikel. Er würde nicht abwarten und er würde auch niemandem Bescheid sagen. Er musste einfach nur schnell weg von hier, dachte Julian sich als er sich hinters Steuer setzte, den Motor startete und den Platz so schnell verließ wie seine Fähigkeiten ein Fahrzeug zu steuern es zuließen. Eine Linkskurve auf die Hauptstraße des Festivalgeländes und er war unterwegs in Richtung des Ausgangs. Plötzlich platzierte sich einer der Platzanweiser in seinen Weg. Julian ignorierte das und raste weiter zum Ausgang. Der Mann zeigte jedoch ebenfalls keine Reaktion und schien es auf seinen Tod angelegt zu haben, oder er war sich sicher dass Julian die Bremse schon rechtzeitig finden und benutzen würde. Aber das würde er nicht. Niemand würde ihn aufhalten, auch dieser lebensmüde Platzanweiser hier nicht. Mehrmals nutzte Julian die Hupe, bevor er sich entschied schnell das Steuer nach links zu reißen und dabei auf die Gegenfahrbahn geriet. Erst als er am Platzanweiser vorbei war wechselte er wieder auf die richtige Straßenseite und bog dann auf der richtigen Straße nach rechts ab, wo er fast mit Vollgas weiter raste. Weiter in Richtung seines Zuhauses. Sein Smartphone meldete sich. Scheinbar versuchte ihn jemand zu erreichen, aber Julian ignorierte es einfach und fuhr weiter bis er die Autobahn erreicht hatte. Erst jetzt traute er sich nachzusehen wer ihn so dringend versucht hatte zu erreichen. Und tatsächlich hatte er drei Anrufe von Sandra und vier von Kim verpasst. Ebenso hatten beide ihm jeweils eine Nachricht gesendet, die er ebenfalls absichtlich ignoriert hatte und auch jetzt nicht lesen wollte. Ja er hatte ursprünglich geplant gehabt mit den beiden in die Stadt zu fahren um sie dort an ihren Zielorten abzugeben. Aber es war besser sie über alles im Dunkeln zu lassen. Das würde sie vielleicht genügend Zeit kosten, dass sie keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr nutzen konnten. Dann wären auch diese beiden sicher. Gerne hätte Julian auch die Festivalbesucher gerettet, aber denen konnte er nicht helfen. Höchstens wenn er es irgendwie schaffen würde sie von der Wahrheit zu überzeugen. Und das konnte er nicht. Er konnte ja nicht einmal eine Frau davon überzeugen ins Bett mit ihm zu steigen, wie sollte er dann eine Menschenmenge davon überzeugen, dass ihre Veranstaltung gleich von schrecklichen Horror-Monstern angegriffen würde? Das könnte er nicht. Und so raste er weiter unaufhaltsam über die Autobahn in Richtung seines Heimatdorfs.

Mittlerweile war er bereits vier Stunden unterwegs gewesen. Und seine Zeitschleife dauerte dieses Mal bereits eine Stunde länger als seine bisherigen. Vielleicht hatte er es geschafft und war diesem Horror endlich entkommen. Was auch immer weiter geschehen würde, es war nicht Julians Problem und er würde es auf gar keinen Fall zu seinem Problem machen. Es handelte sich nur noch um eine weitere Stunde Fahrzeit und dann wäre er endlich wieder zuhause. Zwar hatte er Sandra und Kim dort zurück gelassen, aber die könnte er später noch abholen gehen, wenn alles vorüber wäre. Und so fuhr er einfach weiter. Es zog allerdings langsam schon eine gewisse Skepsis seinerseits auf sich, wie leer die Straßen waren. Er fühlte sich bereits seit einer Stunde wie der einzige Autofahrer auf der gesamten Autobahn. Das konnte zwar hin und wieder vorkommen, aber eher mitten in der Nacht. Es war gerade 16:00 und damit eigentlich nicht die Uhrzeit in der so etwas vorkam. Ferner verwirrte ihn die Qualität der Straße die nun schon seit einer ganzen Weile stetig am ab nehmen war. Immer mehr Schlaglöcher und andere Beschädigungen sollten sich darin finden. Ebenfalls sehr ungewöhnlich für eine deutsche Autobahn und dann auch noch eine Hauptstrecke wie diese. Nun sollte eigentlich gleich eine längere Brücke und dann eine größere Stadt kommen. Plötzlich rammt Julian seinen Fuß auf die Bremse und schaffte es gerade noch rechtzeitig ein größeres Desaster zu verhindern. Dort wo sich hätte eine Brücke befinden sollen war einfach nur ein Trümmerhaufen einer solchen. Und dort wo sich hätte eine Großstadt hätten befinden sollen war nichts mehr weiter als ein gewaltiger Krater im Boden. Was war hier geschehen? Eine Atombombe vielleicht? Und wenn… Wieso? Und wieso ausgerechnet jetzt? Als er weiter in die Entfernung sah, konnte er außerdem weitere Krater entdecken. Und diese sollten sich genau in die Richtung durch die Landschaft ziehen wo sich sein Heimatdorf befand. Schlimmste Befürchtungen machten sich in ihm breit. Sein Atem beschleunigte und wurde tiefer, während sein Oberkörper sich anfühlte als würde er sich einmal zusammen ziehen. Julian war sich gerade nicht sicher ob er nicht sogar dabei war einen Herzinfarkt zu bekommen. Sein Zuhause, seine bekannte Umgebung… War das etwa alles weg? Es gab nur eine Möglichkeit das heraus zu finden und so wendete Julian sein Fahrzeug und steuerte es zurück ungeachtet der Tatsache, dass er die falsche Fahrspur für diese Richtung verwendete. Jetzt würde ihm ohnehin niemand entgegen kommen, dessen schien er sich sicher. Und selbst wenn… Was hatte er in dieser Situation eigentlich überhaupt noch zu verlieren? Nicht nur dass alles weg war, woran er sich emotional bis vor kurzem noch geklammert hatte, höchstwahrscheinlich würde er ohnehin nach seinem Tod wieder auf dem Festival aufwachen und die ganze Kacke ging einfach wieder von vorne los. Es dauerte eine gewisse Zeit, aber er sollte die erste unbeschädigte Ausfahrt finden und nach einem erneuten Wendemanöver auch nehmen. Nun musste er über die Landstraße weiter fahren. Das verlängerte seine Reise erheblich. Aber da war noch etwas, dass Julian massiv verwirrte und das war das Aussehen des Himmels. Irgendwie wirkte es als würden sich die Wolken regelmäßig darin selbst spiegeln. Das ganze wirkte unglaublich unnatürlich. Definitiv ging hier irgendetwas seltsames vor, dass Julian nicht erfassen konnte. Zuerst Horror-Monster, dann riesige Kaijus, dann eine Zeitschleife und jetzt das da? Wie viel wollte ihm das Leben denn noch zumuten? Alles was Julian tun wollte war doch nur sein erstes Metal-Festival besuchen gehen und jetzt steckte er hier in etwas fest, dass er nicht einmal selbst verstand und möglichweise gar nicht verstehen konnte. Erfreut stellte er jedoch fest, dass er zumindest ein kleines Dorf gefunden hatte, dass er nun gerade dabei war zu durchqueren und hoffe, dass auch das nächste Dorf noch vollständig intakt wäre, dass auf seinem Weg lag.

Bereits im zweiten Dorf sollte Julian auffallen, dass auch mit den Dörfern etwas nicht stimmte. Die Gebäude standen zwar noch und einige Autos standen am Straßenrand, aber er sah nicht einen einzigen Menschen. An Straßenverkehr existierte auch nur er selbst und niemand sonst. Was zum Teufel war hier vorgefallen? Und dieser unnatürlich spiegelnde Himmel trug auch nicht gerade dazu bei, dass Julian sich mit der Situation besser fühlte. Es sollte ein drittes Dorf folgen. Schon der Weg dorthin hatte eine ziemlich schlechte Straßenqualität. Das geschah auf solch kleinen Dorflandstraßen zwar auch in Deutschland öfter mal, aber im Kontext dessen was Julian bereits gesehen hatte, war es doch recht besorgniserregend für das was folgen sollte. Hinzu kam, dass die Straßen der vorigen Dörfer alle in gutem Zustand gewesen waren. Dann der Anblick des Dorfes, welches immer zerstörter war, je weiter Julian die Hauptstraße entlang fuhr. Die ersten Gebäude waren noch vollständig in Takt, die letzten Gebäude am Ortsausgang waren lediglich noch Trümmerhaufen. Die Straße wurde auch immer schlechter befahrbar, so dass Julian ganz unfreiwillig die Geschwindigkeit reduzieren musste um die Stöße etwas zu verringern und die Kontrolle über das Vehikel behalten zu können. Das nächste Dorf wäre das Nachbardorf zu seinem eigenen gewesen, allerdings sollte Julian niemals dort ankommen, denn erneut musste er schnell das Fahrzeug stoppen bevor er damit in einen tiefen Krater gestürzt wäre. Auch von diesem Dorf war nichts mehr übrig außer diesem Krater dort vor sich. Ein Blick in die Ferne verriet ihm außerdem, dass noch weitere Dörfer zu solchen Kratern verarbeitet worden waren… und seine Heimat war es offensichtlich ebenfalls. Schockiert stieg er aus seinem Transporter aus und sah sich den Krater vor sich genauer an, suchte nach irgendetwas, dass ihm Aufschluss über das geben konnte, was hier geschehen sein könnte, aber da war einfach nichts. Zudem war er nicht gerade ein Experte für moderne Waffensysteme und selbst wenn er einen Hinweis auf diese Weise hätte entdecken können, wäre er ihm wohl eher nicht aufgefallen. Und dann waren da immer noch diese unnatürlichen Spiegelungen im Himmel, die er sich nicht erklären konnte, die gerade über diesem Krater noch einmal eine andere Intensität hatten, wie sie es auf dem Weg dorthin gehabt hatten. Wütend und verzweifelt trat er gegen einen Stein und im Anschluss mehrmals gegen ein Verkehrsschild an der Seite.
„FUCK! FUCK! FUCK! FUUUUUUUUCK!!!!!!!!!! VERDAMMTE SCHEIßE!!!!!!!“, fluchte er dabei lautstark und zählte schon gar nicht mehr mit wie oft er gegen das Schild getreten hatte. Als er irgendwann bemerkte wie sehr sein Fuß von dieser Aktion schmerzte ging er zurück zu seinem Transporter, wo er sich mit dem Rücken an die Seite des Fahrzeugs lehnte und langsam aber sicher zusammen und in Tränen ausbrach. Sein Zuhause war einfach weg. Nichts war mehr davon übrig und alle waren tot. Nicht dass er außer Sandra und Kim allzu viele Freunde dort gehabt hätte und er sich an diesem Ort jemals besonders wohl gefühlt hätte, aber es war der Ort an dem er den größten Teil seines Lebens verbracht hatte und die daraus resultierte Vertrautheit hatte ihm Halt gegeben. Das schlimmste daran war jedoch, dass ihm das erst jetzt klar wurde. Jetzt wo das alles plötzlich weg war. Was sollte er denn jetzt tun? Es gab keine Supermärkte mehr und auch sonst nichts was ein Vollversager wie er dringend brauchte um zu überleben. Zudem gab es nicht mehr den geringsten Grund für ihn überhaupt noch überleben zu wollen. Verzweifelt wischte Julian sich die Tränen aus dem Gesicht, richtete sich auf und ging noch einmal in die Richtung des Kraters vor sich. Ein Blick nach unten verriet ihm jedoch, dass der Krater nicht tief genug wäre als dass ein großer Brocken wie er auch sicher durch den Sturz sterben würde. Bei seinem Glück würde er das auch noch Querschnittsgelähmt überleben oder so etwas in der Art. Und dann kam auch noch hinzu, dass er sich gar nicht sicher war, ob er tatsächlich sterben würde und ob er nicht direkt darauf wieder auf dem Festival erwachen würde. Aber was sollte er sonst tun? Er hatte niemanden, alle die er kannte waren tot oder würden wahrscheinlich bald sterben und alleine bekam er nicht das geringste auf die Reihe. Plötzlich hörte Julian das Klicken einer Waffe und hob reflexartig die Arme um seine Ungefährlichkeit zu verdeutlichen.
„Hey du da, Junge! Wer bist du? Was hast du hier verloren?“, sprach ihn eine Stimme an, die er dem Klang nach einem alten Mann zuordnete.

Tatsächlich war da gerade ein alter Mann rechts neben ihm hinter einem Hügel hervor gekommen und zielte mit etwas auf ihn, dass aussah wie eine uralte doppelläufige Schrotflinte. Julian schluckte unweigerlich beim Anblick der auf ihn gerichteten Schusswaffe. Selbst wenn er auf dem Festival wieder aufwachen würde, er hatte kein Interesse daran heraus zu finden wie sich ein Treffer von diesem Ding anfühlte.
„Ich frage dich nicht nochmal, Junge… Wer bist du? Und was hast du hier zu suchen?“, sprach der alte Mann ihn nochmal an und erinnerte Julian daran, dass er ja eine Antwort geben musste. Was sollte er ihm jedoch antworten? Wie viel von der Wahrheit sollte er erzählen? Oder lieber gleich eine komplette Lüge erzählen?
„Ich… Mein Name ist Julian… Ich komme aus dem Dorf dass dahinten liegen sollte, da wo jetzt nur noch einer dieser Krater hier ist. Ich war kurz weg… wollte eigentlich mein erstes Metal-Festival besuchen gehen und als ich wieder zurück kam, war alles so wie es jetzt ist“, antwortete er tatsächlich wahrheitsgemäß und der alte Mann entschied tatsächlich seine Waffe zu senken.
„Ach so… Gut… Ich dachte du wärst vielleicht von der Regierung oder so und willst hier alles vertuschen“, kommentierte er dabei.
„Regierung? Alles vertuschen?“, antwortete Julian äußerst irritiert von der Aussage des alten Mannes. „Was sollte denn die Regierung zu verstecken haben? Und was zur Hölle nochmal ist hier überhaupt passiert? Wieso ist hier alles zerstört?“, begann er dann weiter aus sich heraus zu platzen.
„Aliens haben das hier getan“, antwortete der alte Mann. „Und die Regierung will nicht, dass wir das erfahren“, erklärte er weiter.
„Aliens? So wie Außerirdische?“, fragte Julian nur noch irritierter als vorher.
„Ja Junge. Siehst du diese komischen Spiegelungen da am Himmel? Das sind ihre Schiffe. Die sind jetzt im Tarnmodus, deswegen sehen wir sie nicht. Aber die Tarnung ist offensichtlich nicht perfekt. Daher diese komischen Reflektionen“, erklärte der Alte weiter und Julian reagierte immer irritierter. Offensichtlich hatte dieser Typ nicht mehr alle Latten am Zaun, so wie er schon aussah. Auf der anderen Seite standen die Time Loops, die Horror-Monster und die gigantischen Kaiju-Monster die Julian schon gesehen hatte. So viel verrückter als das waren Aliens und Raumschiffe jetzt auch wieder nicht. Daher entschied Julian sich zumindest dem alten Mann weiter zu zuhören und zu sehen welche Informationen er von ihm vielleicht noch bekommen könnte.
„Jetzt mal angenommen, dass es wirklich Aliens sind…“, begann er vorsichtig zu sprechen.
„…Es sind Aliens“, unterbrach der Alte ihn jedoch sehr energisch.
„OK… Auf jeden Fall… Was wollen die denn dann hier?“, fragte Julian dann dennoch.
„Das weiß ich doch nicht. Bin ich etwa ´n Alien oder was?“, kommentierte der Alte dann offensichtlich ziemlich beleidigt.
„Dann spekulieren sie doch einfach mal ein wenig“, bat Julian den alten Mann.
„Vielleicht wollen sie den Planeten übernehmen, weil er für sie zum drauf leben besser geeignet ist als ihr eigener, vielleicht wollen sie unsere Rohstoffe, vielleicht hat´s auch was mit diesen anderen Riesenviechern zu tun, die rund um die Welt aufgetaucht sind, vielleicht machen sie hier irgendein Experiment mit ihrer Technologie bei uns und benutzen uns als Versuchskarnickel… Was weiß ich…“, begann der alte Mann dann zu reden.
„Moment mal…“, schaffte Julian es dann doch ihn zu unterbrechen. „Es sind riesige Monsterviecher überall auf der Welt aufgetaucht?“, warf er dann noch irritierter als vorher ein.
„Ja, Junge… Siehst du denn keine Nachrichten? Vor kurzem sind da riesige Viecher im Norden vom Land, drüben in Amerika, in Afrika und unten in Australien aufgetaucht, die dort auch alles platt gemacht haben“, erklärte der alte Mann und Julian reagierte schockiert. Er hatte dort auf seinem Metal-Festival nicht die geringste Ahnung wie schlimm die Situation tatsächlich sein sollte. Das hier war eine gewaltige Katastrophe. Das überstieg seine Fähigkeiten bei weitem. In einer solchen Welt könnte ein Looser wie er gar nicht überleben und schon gar nicht jemanden beschützen. Seine Beine gaben nach, so dass er sich schnell auf den Boden setzen musste, bevor er nach hinten umgefallen wäre. Ganz ohne dass er es irgendwie verhindern konnte, sollte Julian vor dem alten Mann erneut in Tränen ausbrechen.
„Ist alles in Ordnung, Junge?“, begann dieser offensichtlich verunsichert zu fragen.
„Nein… Ich hab gerade alles verloren und weiß nicht was ich machen soll oder wofür sich das Leben überhaupt noch lohnt“, antwortete er wahrheitsgemäß, als ihm eine Idee kommen sollte. „Können sie mir einen Gefallen tun und mir mit dieser Knarre, die sie da haben einfach in den Kopf schießen?“ fragte er den Mann dann, sehr zu dessen Schock.
„BITTE WAS?“, rief er dann schockiert aus. „Auf gar keinen Fall werde ich irgendwas dergleichen tun. Ich wirke vielleicht etwas senil, aber ein Killer bin ich bestimmt nicht“, fügte er dann noch hinzu.
„Aber ich will nicht mehr… Ich hab nichts mehr… Am besten sterbe ich hier und jetzt und hab meine Ruhe vor diesem Dreck hier...“, sagte Julian.
„Das Leben wird schon irgendwie weiter gehen Junge. Lass dir das von nem alten Sack wie mir gesagt sein“, kommentierte dieser.
„Und wird es auch lebenswert sein oder nur ein vom einen Tag zum nächsten quälen?“, antwortete Julian und der alte Mann schien darauf keine Antwort zu haben. „Wusste ich´s doch“, fügte Julian dann nach einer Weile hinzu. „Knallen sie mich endlich ab! NA LOS!!!!!“, schrie er den Alten dann an nachdem er schlagartig aufgesprungen war. Aber der sollte auch auf diese Provokation nicht reagieren. „Wissen sie was… Ich mach´s einfach selbst… Geben sie das verdammte Ding her“, sagte Julian dann und griff nach der Schrotflinte, aber der alte Mann zog sie vorher weg.
„Auf keinen Fall, Junge“, antwortete der alte Mann.
„HER DAMIT!!!!“, schrie Julian ihn an und versuche es mit noch mehr Nachdruck, wobei er die Waffe zu fassen bekam. Der alte Mann hielt sie jedoch weiter fest mit beiden Händen im Griff und ließ sie nicht los, egal wie fest Julian daran ziehen sollte. Selbst als er beide Arme zu Hilfe nahm konnte er dem alten Mann nicht die Waffe entreißen. Ein kleines Kräftemessen entstand, bevor sich plötzlich ein Schuss löste, der jedoch nur zur Seite abgefeuert wurde und keinen der beiden traf. Der laute Knall erschreckte Julian jedoch so sehr, dass er nicht nur die Waffe einfach los ließ, sondern auch noch nach hinten umfiel.
„Scheiße!“, fluchte der alte Mann. „Jetzt wissen sie, dass wir hier sind!“, fügte er noch schnell hinzu, während Julian sich wieder aufrichtete und versuchte die Schmerzen die der Sturz hinterlassen hatte so gut zu ignorieren wie er konnte.
„Wer? Die Aliens?“, fragte er dann völlig irritiert als im Himmel etwas erscheinen sollte, was selbst Julian noch vollständig schockieren sollte, nach allem was er bereits gesehen hatte.

Tatsächlich hatte der alte Mann recht gehabt und wie aus dem Nichts erschien ein gewaltiges Raumschiff am Himmel. Da es mehrere Kilometer weit oben schweben musste und es dennoch gigantisch groß wirkte, schätzte Julian, dass es auch mindestens einen ganzen Kilometer lang sein musste. Genau sagen konnte ein unfähiger Mensch wie er, der Entfernungen ohnehin nur schwer abschätzen konnte, das aber sowieso nicht. Die Grundform glich einer Zigarre oder einem Zeppelin, allerdings vollständig aus Metall gebaut und mit vielen weiteren Ausläufern versehen, die diese Form durchbrachen. Die Technologie wirkte extrem fortschrittlich, aber nicht glatt gebügelt, so wie Julian es aus Science Fiction-Serien, wie etwa Star Trek, kannte. Eher ziemlich roh und gewalttätig. Die Tatsache dass das Schiff mit gewaltigen Panzerplatten, Stacheln und Klingen überzogen war, trug sicherlich ebenfalls zu diesem Bild bei. Alleine das Aussehen dieses Schiffes flößte Julian Angst ein, die er kaum beschreiben konnte, sogar noch mehr als der Anglerfisch-Kaiju aus den vorigen Zeitschleifen. Sein Atem war unglaublich schnell und unkontrolliert, Schweiß lief in Strömen und seine Brust schmerze als würde sein Herz gleich explodieren. Ein kurzer Blick rüber zu dem alten Mann teilte ihm mit, dass es diesem ähnlich ergehen musste. Was sollte er jetzt machen? In seinen Transporter springen und damit flüchten so schnell er konnte? Wohl kaum. Wenn das Schiff so fortschrittlich war wie es wirkte, hätte das wahrscheinlich nicht den geringsten Sinn. Es würde ihn wahrscheinlich mit seinen Waffensystemen ins Nirvana bomben bevor er überhaupt die Autobahn erreichen könnte, wenn es nicht ohnehin trotz der gewaltigen Größe viel schneller war als er mit seinem Transporter. Und dann gab es noch die Option, dass es im Stande sein würde ihm kleinere Vehikel hinterher zu schicken, die dann unter Garantie schneller als er wären. Nein, eine Flucht war ausgeschlossen. Aber was sollte er denn unternehmen? Irgendetwas musste er doch tun. Plötzlich zogen ihn weitere Geräusche, die er nicht zuordnen konnte aus seinen düsteren, panischen Gedankenschleifen. Erst als er nach hinten sah, konnte er sehen, dass es sich um einen Teleport-Mechanismus gehandelt haben musste, denn dort befanden sich nun gleich drei der Außerirdischen, die der alte Mann erwähnt hatte. Zumindest nahm Julian an, dass es sich um Aliens vom Raumschiff handelte, denn sie waren eindeutig humanoid in ihrem Körperbau und hatten zwei Arme und zwei Beine. Allerdings waren sie auch gewaltig und massiv gebaut. Julian schätzte den kleinsten von ihnen auf 2,10m und den größten auf 2,25m. Sie waren in jedem Fall alle einen ganzen Kopf größer als er selbst und er selbst war 1,98m groß. Dazu hatten sie einen Körperbau von dem wahrscheinlich jeder Bodybuilder nachts träumte, zumindest was die grobe Körperform anging. Denn so genau konnte Julian das gar nicht erkennen, da die Aliens Rüstungen trugen, die optisch zu ihrem Raumschiff passten. Der größte von ihnen trug einen gewaltigen Speer, der jedoch zu drei viertel aus einer gewaltigen, schwertartigen Klinge bestand. Der mittlere trug eine gewaltige Handfeuerwaffe und der kleinste zwei kleinere Schwerter die nach oben gebogen waren und die er so hielt, dass sie in diesem Moment eher wie Armklingen wirkten. Ob sie noch über weitere Waffensysteme verfügten oder ob das alle waren, das konnte Julian nicht genau sagen. Ebenso wenig konnte er etwas über die Gesichter der Wesen sagen, denn die waren unter Metallmasken oder sogar Metallhelmen versteckt. Auch das konnte er nicht so genau sagen.
„Ihr… Ihr habt meine gesamte Familie getötet… IHR VERDAMMTEN DRECKSVIECHER!!!!!!“, schrie der alte Mann plötzlich auf, richtete die Schrotflinte auf einen von ihnen und drückte ab. Ein lauter Knall durchzog die Landschaft und mehrere Projektile schlugen in den mittelgroßen Alien ein, prallten jedoch einfach an dessen gewaltigem Torso-Panzer ab. Dann sah dieser Alien kurz zu dem größten der drei und Julian glaubte einen kurzen Moment der Verwirrung in ihm gesehen zu haben und der große Alien blicke zu dem mittleren zurück. Im Anschluss hob der mittlere Alien seine Waffe an und richtete sie auf den alten Mann aus. Noch bevor dieser reagieren konnte krachte ein hell-blaues, großes Projektil in dessen Torso. Zunächst sprengte es mit großem Druck ein gewaltiges Loch hinein und verteilte Blut, Gedärme und andere innere Organe die Julian nicht mehr identifizieren konnte hinter dem Mann, bevor sich der Rest von ihm einfach auflöste. Der ganze Vorgang dauerte keine ganze Sekunde und lediglich die heraus gesprengten Organe und das Blut blieben von dem alten Mann noch übrig. Er hatte nicht einmal die Chance gehabt vor Schmerzen aufzuschreien. Was für eine Art von Waffe war das gewesen? Eine Energie-Waffe oder eher eine Plasma-Waffe? Julian hatte den Verdacht dass es sich um eine Plasma-Waffe handelte und der alte Mann verdampft worden war. Aber er hatte ohnehin ein ganz anderes Problem. Das alles wurde ihm langsam viel zu viel. Nun kamen zu allem dem auch noch Aliens mit Plasma-Waffen hinzu. Wutentbrannt stürmte er auf die drei Aliens zu.
„GOTTVERDAMMT!!!! WOLLT IHR MICH EIGENTLICH ALLE KOMPLETT VERAR…“, schrie er den größten von ihnen direkt an und kam nicht mehr dazu seinen Satz zu beenden, denn nun feuerte der mittlere erneut seine Waffe ab. Dieses Mal auf Julian. Bereits das nach hinten reißen seiner Innereien stellte sich als unmöglich Schmerzhaft heraus. Wesentlich schlimmer als bei lebendigem Leibe von Kaijus oder Horror-Monstern gefressen werden. Als Julian allerdings dachte es würde nicht mehr schlimmer werden als das sollte der Verdampfungsprozess folgen. Für einen kurzen Moment fühlte es sich an als würde jede einzelne Zelle, jedes einzelne Molekül seines Körpers verbrennen, bevor sein Blickfeld zunächst einmal komplett weiß wurde und dann nur noch Schwärze, so wie er es von den anderen Toden her kannte. Vielleicht hätte er ja dieses Mal Glück und es wäre einfach vorbei. Was sollte ein Versager wie er schon in einer solchen Situation ausrichten?
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So, endlich mal eine Pause von der ganzen Action aus den vorigen Kapiteln. Und ein komplett anderer Verlauf, so wie ich versprochen hatte. ;) Ich hoffe dass die Geschichte immer noch interessant ist und man weiterhin wissen will was noch so alles passiert. ^^" :pfeif:
Ferner wurde ein Abschnitt in Kapitel 2 tatsächlich um noch ein paar Zeilen ergänzt, damit die Geschichte auch mehr Kontinuität hat und es später keine logischen Fehler gibt. :pfeif:
Edit: So, hab der Geschichte jetzt mal so Anime-Mäßig ein Intro und ein Outro gegeben. :rofl: Hilft vielleicht auch ein wenig. :1tu: KI-Cover-Bilder werden allerdings noch eine ganze Weile auf sich warten lassen, da ich nicht mal so genau weiß was ich dem Ding als Promt eingeben sollte. ^^" -.-' :headbang:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 7 – Und wenn er doch die Wahrheit spricht:

Laut schreiend wachte Julian aus seinem Schlaf auf. Sein gesamter Körper brannte immer noch innerlich und Atmen fühlte sich fast unmöglich an. Als er es nach einer kürzeren Phase des nach Luftringens endlich geschafft hatte einen Atemzug zu nehmen, schrie er weiter vor Schmerzen und brach dann in Verzweiflungstränen aus. Wann würden diese brennenden Schmerzen endlich enden? WANN? Julian wusste nicht genau wie lange er sich gewunden und geschrien hatte, als er langsam das Gefühl bekam dass es stoppte. Oder er gewöhnte sich langsam daran. Zumindest hatte er das Gefühl, dass er sich jetzt zielgerichteter Bewegen könnte. So fühlte es sich also an von einer Plasma-Waffe getroffen zu werden. Die wahrscheinlich grausamste Todesart all seiner bisherigen Zeitschleifen und nichts was er ein zweites Mal durchmachen wollte. Plötzlich begann er lautstark zu lachen. Er wusste nicht warum, aber er konnte es einfach nicht verhindern. Immer weiter lachte er und konnte nicht mehr damit aufhören. Es fühlte sich an als würde sich sein Verstand langsam verabschieden. Er bekam nicht einen einzigen klaren Gedanken mehr zusammen. Und wieso zum Teufel konnte er nicht aufhören zu lachen? Nichts an seiner gesamten Situation war in irgendeiner Weise zum Lachen. Nicht einmal als jemand an die Tür seines Transporters klopfte, konnte er damit aufhören. Erst als jemand sie ungefragt öffnete erschrak Julian so sehr, dass er es tatsächlich schaffte das Lachen zu stoppen und sich der Person zuwandte. Es war Marc, sein Festival-Nachbar.
„Hey, Mann… Ist alles klar? Ich hab dich zuerst schreien gehört und dann lachen wie ein Irrer“, fragte er Julian, der daraufhin erneut in starkes Gelächter ausbrach.
„Ob alles klar ist? Ich hatte gerade einen krassen Unfall, bin von Kaiju-Monstern gefressen worden, dann von irgendwelchen anderen Horror-Viechern und gerade von irgendwelchen Aliens mit Plasma-Waffen verdampft worden. Mein Zuhause ist nur noch ein riesiger Krater und das Festival hier wird in vier Stunden von Monstern angegriffen und ihr werdet alle sterben… Und du fragst ob alles klar ist? IST ES NICHT!“, platzte Julian dann unkontrolliert aus sich heraus und wusste nicht einmal wirklich sicher warum. Marc reagierte offensichtlich extremst irritiert und wusste eine ganze Weile nicht was er sagen sollte. Zeit genug für Julian um wieder in lautstarkes Gelächter auszubrechen. Jemand anders kam dazu, es war Pete.
„Was stimmt denn mit dem nicht?“, fragte er Marc direkt.
„Ich hab keine Ahnung, Mann. Bestimmt hat er sich irgendwelche gestreckten Drogen oder sowas rein gezogen. Auf jeden Fall faselt er jetzt nur noch wirres Zeug“, antwortete Marc.
„Das ist kein wirres Zeug! Und ich bin nicht verrückt oder auf Drogen! In vier Stunden werden Horror-Monster das Festival angreifen und wir werden alle sterben!“, platzte Julian erneut völlig unkontrolliert aus sich heraus.
„Und das kannst du so genau wissen weil…?“, fragte Pete und hatte einen künstlich verständnisvollen Tonfall angenommen.
„…Weil ich es schon einmal erlebt hab. In einem vorigen Time Loop“, antwortete Julian bevor er plötzlich schockiert selbst bemerkte was er da tat und erzählte. Das musste alles so absurd auf Außenstehende wirken. Er würde es sich selbst auch nicht glauben, wenn er es nicht gerade selbst erlebt hätte. Und tatsächlich sahen sich Pete und Marc kurz verwirrt an, bevor sie sich kurz umdrehten und irgendetwas besprachen, so leise dass Julian nicht genau hören konnte was.
„So, Kollege… Du kommst jetzt mal kurz mit“, sagte Marc und packte ihn am linken Oberarm. Pete folgte direkt und packte seinen rechten Oberarm.
„Auf keinen Fall. Ich muss die große Katastrophe verhindern!“, antwortete Julian und riss sich mit einem Ruck von beiden los.
„Ja, haben wir verstanden…“, antwortete Pete.
„…Und wir beide bringen dich jetzt wohin, wo man dir da wirklich weiter helfen kann“, fügte Marc noch hinzu, aber Julian merkte an ihrem künstlichen Tonfall, dass sie etwas anderes vor hatten. Wahrscheinlich wollten sie ihn zu den Sanitätern bringen, welche ihn im Anschluss in die Klapsmühle schaffen sollten oder so etwas. Schnell hatte Julian entschieden aufzustehen und zu verschwinden, wobei die Tatsache, dass er mit seinen 1,98m einen guten Kopf größer war als seine beiden Festival-Nachbarn, diese einen kurzen Moment schockierte, so dass sie sich lieber von ihm zurück zogen.
„Ich komme nicht mit“, sagte er dann auch noch und Marc und Pete sahen sich kurz an.
„Alles gut, Mann“, kommentierte dann Marc schnell.
„Genau, mach doch was du willst“, fügte Pete noch schnell hinzu.
„Hey Marc, Pete… Kommt schon… Gleich spielt Immortal. Die wollten wir uns doch zusammen ansehen“, warf nun ein weiterer aus deren Gruppe ein. Es war Alex.
„Yo, wir kommen schon“, rief Pete und machte sich schon auf den Weg.
„Viel Glück bei… Was auch immer…“, verabschiedete sich Marc noch, bevor er Pete folgte und mit seiner Gruppe zur Band ging. Julian blieb alleine zurück.

Wie er erwartet hatte glaubte ihm niemand seine Geschichte. Wieso auch? Er würde es ja nicht einmal selbst glauben, wenn er es nicht besser wüsste. Aber irgendwer musste ihm einfach glauben. Irgendetwas musste er in jedem Fall unternehmen, bevor die Monster das Festival angreifen würden und alle tot waren. Plötzlich klingelte sein Smartphone. Es war Sandra. Richtig… Die beiden wollte er ja eigentlich abholen und in die Stadt fahren, bevor das alles angefangen hatte. Aber das war auch eine Gelegenheit, dachte Julian sich. Wer außer seinen beiden besten Freundinnen sollte ihm sonst glauben? Voller Euphorie nahm er sein Handy und den Anruf an.
„Hallo? Julian? Wo steckst du? Du wolltest doch schon seit einer halben Stunde da sein!“ sprach Sandra aufgebracht und hörbar etwas wütend.
„Sandra? Oh, Mann… Gut dass du anrufst… Du wirst mir nicht glauben was los ist!“, platzte Julian dann plötzlich aus sich heraus. „Ich bin in so einem Time Loop gefangen, wie in den Filmen und erlebe den selben Tag wieder und wieder. Und jedes Mal wenn ich euch abholen komme treffen wir in der Stadt auf irgendwelche Horror-Monster und wir sterben alle. Ich wache dann wieder auf dem Festival auf und ihr beiden habt alles wieder vergessen. Wenn ich einfach hier bleibe wird in vier Stunden, oh Moment… Mittlerweile sind es nur noch drei… Auf jeden Fall wird das Festival von diesen Mistviechern angegriffen und auch da sterben alle. Und wenn ich einfach nach Hause fahre ist davon nur noch ein Krater übrig und irgendwelche Aliens mit Raumschiffen verdampfen mich mit Plasma-Waffen. Ich hab nicht die geringste Ahnung was hier ab geht, aber wir müssen irgendwas machen, sonst sterben wir alle und die Welt geht unter!“, platzte er weiter aus sich heraus und stoppte seinen Redefluss kaum wieder. Erst jetzt hatte er ein Ende gefunden und merkte dass er so schnell und ohne Unterbrechung geredet hatte, dass er sogar außer Atem war.
„Ja du hattest tatsächlich recht… Diesen Mist glaube ich dir nicht“, antwortete Sandra und klang nun noch wütender. „Versuch´s nochmal… Dieses Mal bitte mit der Wahrheit“, fügte sie dann noch hinzu und schien sich starke Mühe zu geben ihre Wut zu kontrollieren.
„Aber… Aber…“, stotterte Julian kurz. „Das war die Wahrheit“, sagte er dann leise und unsicher.
„Wenn´s dir auf dem Festival so gut gefällt, dass du lieber dort bleiben willst, wäre das vollkommen OK für mich gewesen. Aber das hier ist wirklich die bescheuertste Ausrede, die sich jemals jemand ausgedacht hat um keine Zeit mit mir verbringen zu müssen“, kommentierte Sandra nun richtig sauer.
„Aber es ist keine Ausrede! Fahrt nicht in die Stadt. Bleibt wo ihr seid, dann wird euch nichts passieren. Aber wenn ihr hin fahrt, werdet ihr beide sterben!“, antwortete Julian nur noch aufgebrachter.
„Julian… Was hast du dort auf dem Festival genommen?“, fragte Sandra nun äußerst energisch.
„Nichts! Ich bin so unglaublich nüchtern, wie eigentlich immer“, antwortete Julian ihr.
„Das glaub ich dir auch nicht! Julian, du redest vollkommen irres Zeugs und bist völlig aufgedreht. Ich kenne solches Verhalten von Leuten die Crystal geschmissen haben oder Crack geraucht“, sagte Sandra und wurde ihrer Stimme zu urteilen nach immer wütender.
„ICH HAB KEINE DROGEN GENOMMEN! UND ICH BIN AUCH NICHT VERRÜCKT!!!“, schrie Julian nun in blanker Verzweiflung aus und bemerkte, dass ihn Sandras Unterstellungen ebenfalls wütend gemacht hatten. Wieso glaubte von allen Menschen ausgerechnet sie ihm auch nicht?
„Das war´s… Das Gespräch ist hiermit beendet. Kim und ich fahren nachher mit dem Bus in die Stadt. Und nach Hause werden wir den Zug nehmen oder sowas. Das werden wir noch sehen. Ist nicht mehr dein Problem. Fick dich Julian. Ich hätte nie gedacht, dass du so ein verdammter Penner bist!“, kommentierte eine nun endgültig angefressene Sandra und bevor Julian etwas erwiedern konnte hatte sie die Verbindung bereits beendet, wie das Tuten des Telefons andeutete. Schwach und enttäuscht ließ Julian das Smartphone auf seine Matratze fallen und ließ sich dort auf den Rücken fallen, bevor er wieder anfangen musste unkontrolliert und lautstark los zu lachen. Er wusste nicht wie viel davon er gerade noch verkraften konnte, bevor sich sein Verstand wirklich endgültig verabschieden würde und nichts mehr davon übrig wäre.

Es dauerte eine ganze Zeit lang bis Julian aufhören konnte zu lachen. Mindestens eine halbe Stunde, in der er nichts anderes tun konnte als das. Und das wurde nicht besser je mehr er sich darüber klar wurde, dass er weder verhindern könnte was gleich geschehen würde, noch dass er aus dem Time Loop ausbrechen könnte. Dazu müsste er die Ursache überhaupt erst einmal kennen und auch die kannte er noch nicht. Allerdings sollte Julian noch eine letzte Idee kommen, wie er vielleicht doch noch etwas verhindern könnte. Er würde zusehen, dass er irgendwie die Festival-Leitung zu sprechen bekam und denen die Sache erzählen. Vielleicht glaubte man ihm, vielleicht auch nicht, aber es war die einzige Option, die ihm einfallen sollte. Plötzlich klopfte jemand an seinem Vehikel.
„Hallo? Ist jemand gerade da drinnen?“, sprach ihn eine weibliche Stimme an.
„Ähm… Ja? Wer will das wissen?“, traute Julian sich vorsichtig zu fragen.
„Ich bin hier vom sogenannten Awareness-Team. Einer deiner Nachbarn hat uns Bescheid gesagt, dass du irgendwas genommen hättest und einen echt fiesen Horror-Trip schieben würdest“, antwortete die Frau.
„Das ist nur teilweise richtig. Ich hab nichts genommen. Aber den Horror-Trip schiebe ich wohl trotzdem“, antwortete Julian immer noch etwas unsicher.
„OK? Vielleicht kannst du ja mal kurz raus kommen, damit wir einfach mal über die Sache reden können“, kommentierte die Frau, die sich als älter als Julian, aber jünger als seine Mutter, wahrscheinlich irgendwo zwischen 40 und 50 heraus stellte, als Julian die Tür öffnete. Julian konnte ihr außerdem eine kurze Überraschung im Blick ansehen, als er aus dem Transporter heraus kam und er sich als ein gutes Stück größer als sie heraus stellte. Aber so reagierten die meisten Menschen auf ihn, teilweise nach seiner Erfahrung sogar die Polizei. „OK, dann leg mal los. Was ist das für ein Horror-Trip den du schiebst, der dazu geführt hat, dass jemand uns eingeschaltet hat“, sagte sie dann so freundlich wie sie konnte ohne dass es wie ein Flirtversuch wirkte. Ihr Tonfall versuchte er etwas vertrauenswürdiges auszustrahlen und Julian bekam direkt das Gefühl, dass er dieser Frau alles erzählen konnte und sie ihm glauben würde. Außerdem war es momentan seine einzige Option.
„Also… Sie werden das wahrscheinlich auch nicht glauben… Aber…“, begann er dann unsicher zu reden. „…Wir müssen sofort zur Festival-Leitung und sie davon überzeugen das Festival zu evakuieren oder so. Hier wird in ungefähr zwei Stunden völlig die Hölle ausbrechen“, redete er dann weiter und merkte selbst wie er immer kleinlauter wurde und sich selbst immer unsicherer.
„Weshalb? Welche Hölle sollte den genau ausbrechen?“, begann die Dame ihn dann aber zu seiner eigenen Verwirrung zu fragen.
„Naja… Das ist jetzt wirklich absurd, selbst für mich… Aber hier werden in zwei Stunden irgendwelche menschenähnlichen Horror-Monster mit Tentakeln auf dem Rücken auftauchen, die hier wie ein Heuschreckenschwarm alles und jeden auffressen, der nicht noch irgendwie flüchten kann“, antwortete Julian nun etwas sicherer.
„Und das weißt du so genau, weil…?“, fragte die Frau ihn weiter.
„…Weil ich es schon einmal gesehen habe. Ich stecke in irgendeinem Time Loop fest oder sowas. Jedes Mal wenn ich sterbe, wache ich wieder am Anfang dieses Tages auf und erlebe alles noch einmal. Aber anscheinend bin ich der Einzige der sich dann auch noch an alles erinnern kann. Sonst niemand“, erklärte sich Julian.
„Hmmmm… Ziemlich praktisch, dass ausgerechnet du der einzige sein sollst, der noch weiß was passiert ist… Findest du nicht?“, sagte sie dann und schockierte Julian. Aus dieser Frage entnahm er nämlich, dass auch sie ihm nicht glaubte. Dennoch schaffte er es irgendwie bei dieser Frau ruhig zu bleiben und sich nicht angegriffen davon zu fühlen.
„Ich weiß ja auch nicht, warum das alles überhaupt so ist, wie es ist. Glauben sie mir, ich wüsste es wirklich gerne. Ich weiß aber leider nur, dass hier gleich alle sterben, wenn wir nichts unternehmen und ich es irgendwie schaffe, dass mir wenigstens irgendjemand die Wahrheit glaubt“, antwortete er erstaunlich gelassen.
„Also ich muss ja wirklich sagen… Das klingt schon ziemlich irre irgendwie. Aber die Art wie du es mir erzählst deutet für mich zumindest darauf hin, dass du selber ziemlich davon überzeugt bist, was du da sagst“, kommentierte die Frau von diesem Awareness-Team dann und Julian fühlte, wie er in sich zusammen brach. Wenn schon eine Person, deren Aufgabe es war zumindest so zu tun, als hätte sie Verständnis nicht überzeugend schauspielern konnte oder wollte, dass sie ihm glaubte, hatte er auch bei der Festival-Leitung keine große Chance. „Es ist aber auch so, dass du mir tatsächlich nicht gerade vorkommst als ob du irgendwas genommen hättest. Vielleicht sollten wir wirklich mal zusammen zum Chef gehen und du erzählst ihm deine Geschichte. Dann hast du zumindest alles versucht und kannst dann vielleicht etwas entspannter dem großen Ende entgegen sehen“, sprach sie dann weiter und Julian fühlte einen Schwall großer Freude in sich aufsteigen. Fast wäre er der Dame vom Awareness-Team vor Freude um den Hals gefallen.
„Klar doch. Am besten gehen wir jetzt sofort. Wir haben nur noch eineinhalb Stunden“, antwortete er und die beiden setzten sich direkt in Bewegung.

Je länger die beiden unterwegs waren umso unsicherer und skeptischer wurde Julian was die ganze Sache anging. Würde sie ihn wirklich zum Leiter des Festivals bringen? Oder würde sie ihn woanders hin bringen? Und wenn woanders, wohin denn genau? Schlimmste Befürchtungen machten sich in Julian breit, aber diese Frau verstand es sehr gut irgendwelche negativen Intentionen ihm gegenüber vollständig zu verstecken.
„Wie weit ist es denn noch?“, traute sich Julian dann doch nach einer Weile zu fragen. Mittlerweile hatten sie den Hauptbereich des Festivals, in dem auch die Bühnen aufgebaut waren, erreicht. Julian wusste, dass wenn ein Festival-Leiter sich irgendwo aufhalten würde, dann wäre es hier. Allerdings waren hier auch die dem Festival zu geteilte Polizei und die Sanitäter. Beides wäre genauso ein Ziel zu dem sie ihn bringen könnte, wie der Festival-Leiter.
„Nicht mehr weit. Wir sind gleich da“, antwortete die Frau vom Awareness-Team und führte ihn tatsächlich am Polizei-Zelt vorbei, was Julian mitteilen sollte, dass dies wohl nicht das Ziel sein würde. Anschließend bog sie nach rechts ab und führte ihn zu einem grauen, völlig unscheinbar wirkenden Zelt, das Julian so ziemlich überhaupt nichts darüber sagte, was sich darin befinden würde. An sich der ideale Ort um dort die Leitung unter zu bringen. Dort würde diese Leute zumindest niemand belästigen und nur dann wenn etwas wirklich wichtiges wäre, würde man die entsprechende Person dorthin bringen. „Komm schon. Nur noch hier rein. Der Chef wartet schon auf dich“, sprach sie ihn noch einmal an als Julian kurz zögerte. Dieser eine Satz genügte um jeden noch übrigen Zweifel zu zerstreuen und Julian trat in das Zelt ein. Direkt als er eingetreten war packten zwei gewaltige Berge aus Muskeln, wie sie normalerweise auch bei der Security arbeiteten und dann vor den Bühnen standen um dort Crowdsurfer ab- und aufzufangen, seine beiden Arme und hielten ihn fest.
„Was soll das hier? Ich dachte ich werde zum Festival-Leiter gebracht und kann versuchen ihn zu überzeugen…“, warf Julian direkt verwirrt ein.
„Und du dachtest doch nicht wirklich, dass irgendjemand dir so eine irre Geschichte glauben würde, oder?“, antwortete die Frau vom Awareness-Team.
„Aber es ist die Wahrheit!“, rief Julian direkt wütend aus und versuchte sich aus den Griffen der beiden Muskelberge zu befreien, aber es war hoffnungslos. Auch wenn er die letzten zwei Jahre in einem Fitness-Center verbracht hatte, er hatte bereits gegen einen solchen Typen nicht die geringste Chance in einer Auseinandersetzung, von zweien ganz zu schweigen. Sich aus ihren Griffen losreißen zu wollen war ebenso illusorisch.
„Na klar… Und ich bin der Weihnachtsmann“, antwortete einer der beiden Muskelberge.
„Time Loops, Horror-Monster mit Tentakeln… Hörst du dir eigentlich noch selbst zu?“, fügte der zweite noch hinzu als die Frau vom Awareness-Team beschwichtigend die Hand hob.
„Sie haben mich reingelegt!“, rief Julian wütend aus.
„Nein. Ich habe meinen Job gemacht. Und der erfordert manchmal, dass man seinen Patienten nicht unbedingt immer über alles die Wahrheit sagt“, antwortete sie ihm.
„Was wird jetzt mit mir passieren?“, fragte Julian der mittlerweile so wütend auf die Frau vor sich war, dass das einzige was ihr Leben schützte tatsächlich die beiden Muskelberge waren, die ihn festhielten.
„Wir werden dich an die Sanitäter übergeben. Die werden wahrscheinlich erstmal eine ganze Reihe Drogentests machen und dann werden sie dich wahrscheinlich in die Psychiatrie mitnehmen. Entweder zum Ausnüchtern oder um dich anders zu behandeln. Das liegt aber im Ermessen der Psychiatrie. Damit hab ich nichts mehr zu tun“, antwortete die Frau ihm.
„Sie machen einen gewaltigen Fehler. Und wenn ihnen die Monster die Kehle abbeißen, werden sie das auch wissen“, kommentierte Julian und die Dame schüttelte kurz den Kopf, bevor sie ein Handzeichen an die beiden Muskelberge gab, die Julian aus dem Zelt zogen und woanders hin brachten.

Und schon wieder hatte er völlig versagt. Was hatte Julian sich nur eingebildet, als er meinte er könnte die Menschen von der Wahrheit überzeugen. Das war in der Regel ohnehin nicht wie die Dinge funktionierten. Wenn dem so wäre, würde die Welt im Allgemeinen viel besser aussehen und es gäbe keine Korruption, keine Umweltzerstörung, keine Tierquälerei, keine Sklaverei, keine Lohnsklaverei und wahrscheinlich auch generell keine sozialen Unterschiede. Erneut machte sich große Verzweiflung in ihm breit die ihm die Tränen in die Augen trieb, während er an seinen Sitzplatz in einem Rettungswagen auf das Ergebnis seines unfreiwilligen Drogentests wartete und darauf dass weitere Dinge geschehen würden.
„Das kann nicht sein. Verifiziert das nochmal.“
„Ich hab den Test drei Mal gemacht. Da ist nichts.“
„Dann ist er also einfach so durchgeklatscht ohne irgendwas genommen zu haben?“
„Sieht ganz so aus.“
„Wir sollten warten bis ein Arzt da ist. Vorher können wir gar nichts machen.“
„Und so lange läuft dieser Irre dann frei hier rum und verbreitet seine absurden, panischen Botschaften oder wie?“
„Wir haben da wohl keine andere Wahl. Was wir hier gemacht haben ist sowieso schon knapp an der Grenze zur Freiheitsberaubung. Dafür kann man in den Knast wandern.“
„Auf keinen Fall lassen wird diesen Beknackten frei. Egal was sein Test sagt. Wir warten auf den Arzt. Und so lange bleibt er im Rettungswagen“, konnte Julian die Sanitäter draußen reden hören. Er wusste nicht genau wie viele es waren, aber anscheinend waren es nur Sanitäter. Irgendwie musste Julian aus dem Fahrzeug raus und das Festival verlassen, bevor die Monster angriffen. Wenn er überlebte, könnte er vielleicht an anderer Stelle eingreifen. Wie spät war es eigentlich mittlerweile? Leider kam er mit den angeketteten Armen nicht an sein Smartphone um auf die Uhr sehen zu können. Eine weitere war im Rettungswagen leider nicht aufzufinden. Er musste irgendwie hier raus, egal wie und so begann er auf dem Stuhl sein Gewicht von einer Seite auf die andere zu werfen in der Hoffnung ihn zerstören zu können. Leider war er aus massivem Metall gebaut und konnte nicht auf diese Weise beschädigt werden. Wütend begann Julian daraufhin gegen die Wand auf der anderen Seite, die er mit seinen langen Beinen noch erreichen konnte, zu treten.
„Ruhe da drinnen! Sonst kommen wir rein und stellen…!“, rief einer der Sanitäter von draußen, bevor ein lautes, matschiges Geräusch zu hören war, gefolgt von lautstarken Schmerzensschreien. Offensichtlich hatte der Angriff bereits begonnen und Julian saß angekettet in einem Rettungswagen. Weitere panische Schreie waren zu hören, als sich plötzlich die Tür öffnete und einer der Sanitäter panisch herein stürmte.
„Scheiße!“, fluchte er. „Du hattest tatsächlich recht! Hier! Nimm die Schlüssel und rette uns! ARG!“, sprach er dann Julian an und warf ihm die Schlüssel auf die Beine, bevor eine nicht mehr zählbare Menge an Tentakeln seinen gesamten Körper umschlungen, zerquetschten und zur Seite aus dem Fahrzeug rissen. Was weiter geschehen sollte, konnte Julian nicht mehr erkennen, die Geräusche deuteten jedoch auf einen grausamen, schmerzhaften Tod des Sanitäters hin. Julian schaffte es noch den Schlüssel in die Hand zu bekommen und seinen rechten Arm zu lösen, als bereits eines der humanoiden Horror-Monster den Rettungswagen betrat. Es gab keine weitere Optionen mehr für Julian diese Zeitschleife zu überstehen. Das wusste er nun, als er dem Wesen in sein fürchterliches Gesicht sah. Langsam hob es den Arm und bereitete sich darauf vor seine Klaue gegen Julian einzusetzen, der nicht das geringste mehr unternehmen sollte und einfach wartete bis sein Kopf von der scharfen Handinnenseite des Wesens abgetrennt wurde.
Huh? Was war hier los? Sollte er nicht schon längst tot sein? Stattdessen fühlte er unglaubliche Schmerzen von seinem Hals an abwärts. Kein Wunder sein Körper war offensichtlich weg. Für ein paar Sekunden in denen sein Kopf auf dem Boden rollte konnte Julian noch sehen wie massenweise Blut aus seinem Halsstummel spritzte und das Wesen sich auf den Körper stürzte um ihn zu verspeisen. Erst dann wurde ihm schwarz vor Augen und er starb auch tatsächlich.
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So, ein recht typischer Teil für die Geschichte zwar, aber ich würde sagen immer noch eine Pause von der ganzen Action. Im nächsten Kapitel dürfte es dann wirklich interessant werden, denn ich habe neben der Frage zu beantworten was unser Protagonist jetzt als nächstes unternehmen wird, auch vor ein ganz besonders etabliertes Muster in der Geschichte zu durchbrechen. :mrgreen:
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Kapitel 8 – Leben und Sterben ohne Konsequenzen:

Julian wusste nicht genau wie, aber er schaffte es das Bedürfnis laut zu schreien zu unterdrücken als er in seinem Bett im Transporter wieder erwachte. Schnell tastete er seinen Kopf und sein Gesicht ab, die beide offensichtlich noch da waren. Ebenso sein Körper. Was er nicht schaffte zu unterdrücken war das Bedürfnis sich zu übergeben, dem er auch direkt nach gab. Dieses Mal in eine leere Schüssel die er mitgebracht hatte, ursprünglich um daraus zu essen. Dafür würde er sie wohl auch so bald nicht mehr verwenden. So viel stand fest. Was dafür nicht fest stand, war was er nun tun sollte? Er konnte die anderen nicht warnen und er war zu schwach und zu unfähig um selbst etwas gegen die Monster zu unternehmen. Er konnte nicht verschwinden und er konnte auch nicht verhindern, dass sein Zuhause von diesen Aliens vernichtet wurde. Das einzige was er vielleicht unternehmen konnte war das Militär einschalten. Aber es stellte sich immer noch genauso die Frage ob die ihm glauben würden. Und selbst wenn, was würden die mit ihm anstellen? Vielleicht würden sie ihn einfach in eine Anlage verschleppen, wo sie Tests mit ihm machen würden und vielleicht wären nicht alle davon auch von den Menschenrechten abgedeckt. Was könnte er noch tun? Vielleicht selbst gegen diese Bestien kämpfen. Zumindest gegen die auf dem Festival. Aber wie und wo sollte er eigentlich an Waffen ran kommen? Ohne Schuss-Waffen oder wenigstens Äxte oder Schwerter brauchte es offensichtlich mindestens zwei Menschen um eines der Monster besiegen zu können. Nein, auch das war keine ernst zu nehmende Option. Mittlerweile schlug die Verzweiflung wieder bei Julian zu. Er versuchte sie zu verdrängen, aber es war einfach alles so aussichts- und hoffnungslos. Was könnte er tun? In seiner Verzweiflung sollte ihm eine andere Idee kommen. Was war wenn er einfach überhaupt nichts unternehmen musste? Er steckte in einem Time Loop fest, das stimmte. Aber war das wirklich etwas so schlimmes? Wenn sich mit seinem Tod jedes Mal die Welt zu diesem einen bestimmten Punkt zurück setzte bedeutete das auch, dass es praktisch keine Konsequenzen für ihn gab. Damit konnte er alles tun ohne sich um irgendetwas zu sorgen. Er konnte sein gesamtes Festival-Budged an einem Tag für Essen raus hauen, sich bis zur Besinnungslosigkeit besaufen, sämtliche Drogen der Welt nehmen, sofern er irgendwie an sie heran kam, was wohlmöglich auf dem Festival ziemlich einfach gehen könnte. Er konnte ins Bordell gehen und dort sein gesamtes Budged verprassen, oder er könnte wahllos irgendwelche Damen ansprechen und sehen ob er sie vielleicht nicht doch überreden konnte mit ihm ins Bett zu steigen. Wenn er abblitzen würde, könnte er es im nächsten Zyklus mit einer anderen Herangehensweise einfach noch einmal versuchen. Die Möglichkeiten waren wirklich absolut unbegrenzt. Das einzige was nicht so schön war, war die Tatsache, dass er jedes Mal auf grausamste Art und Weise sterben müsste, sobald seine vier bis fünf Stunden vorbei waren. Dafür musste ihm noch eine bessere Lösung einfallen. Eine die schneller ging und schmerzloser wäre. Für den Moment war dies aber ausreichend und sorgte direkt für bessere Laune bei ihm. Und so entschied er sich zunächst einmal diese vollgekotzte Schüssel in die nächste Toilette zu entsorgen, bevor er sich überlegen konnte was er als nächstes tun würde.
„Oh je… Zu viel gesoffen gestern?“, sprach ihn Marc an, als er seinen Transporter mit der Schüssel in der Hand verließ.
„Oh… Ähhhhh… Ja, zu viel gesoffen“, antwortete Julian etwas verlegen. „Jetzt muss ich halt zusehen, dass ich das irgendwie im Klo verschwinden lasse“, fügte Julian dann etwas sicherer noch hinzu.
„Ja, verstehe ich gut. Zumindest ist es deine eigene Kotze. Ich musste gestern hinter einem von uns hinterher räumen“, sprach Marc weiter. „Aber ich will dich auch nicht aufhalten… Geh das mal entsorgen. Wir unterhalten uns nochmal, wenn du das hinter dir hast“, fügte er dann hinzu und Julian antwortete lediglich mit einem Kopfnicken und setzte sich wieder in Bewegung.

Die Entsorgung seines Mageninhalts war zwar definitiv eine der Erfahrungen, auf die Julian hätte verzichten können, aber es war nun einmal notwendig geworden. Nachdem er die Schüssel gereinigt hatte, klingelte sein Smartphone. Es war Sandra. Verdammt, das hatte er schon wieder vergessen.
„Hey Sandra. Sorry wegen der Sache. Ich hab mich gestern zum Saufen überreden lassen und kämpfe immer noch mit den Nachwirkungen“, sagte er direkt nachdem er den Anruf angenommen hatte.
„Oh je. Wirklich? Ich hoffe du hast nicht alles voll gekotzt“, kommentierte sie direkt erstaunlich verständnisvoll, was Julian kurzzeitig irritierte. Diesen Müll den er gerade erzählte glaubte sie ihm also, aber die Wahrheit wollte sie ihm nicht glauben. Was zum Teufel…?
„Leider schon ein wenig. Ich bin hier gerade immer noch beschäftigt das Chaos zu beseitigen. Aber das schaff ich schon. Wie wär´s wenn wir einfach stattdessen morgen in die Stadt fahren? Ich könnte nochmal zwischen 10:00 und 15:00, wenn du und Kim da auch am Start wären“, schlug er dann stattdessen vor.
„Klar. Das machen wir so. Aber besauf dich nicht wieder, so dass du die Verabredung vergisst“, antwortete Sandra.
„Auf keinen Fall. Hey, das war wirklich furchtbar. Ich verstehe gar nicht wieso Leute sowas überhaupt machen“, antwortete Julian.
„Sag mal, Julian… Irgendwas ist anders an dir. Du wirkst irgendwie so…“, begann Sandra zu reden.
„Zerstört?“, versuchte Julian ihren Satz zu beenden.
„Nein… Du wirkst so ungewöhnlich selbstsicher“, beendete sie ihn dann lieber selbst.
„Keine Ahnung was du meinst. Aber könnte einfach daran liegen, dass ich hier ne wirklich gute Zeit hab, bis auf das Besäufnis zumindest mal“, antwortete Julian ihr dann noch.
„Hmmmm… Kommt mir vielleicht auch nur so vor. Also bis morgen dann“, verabschiedete Sandra sich anschließend.
„Bis Morgen!“, verabschiedete sich Julian ebenfalls und wirkte auf sich selbst sogar schon so selbstsicher, dass es ihn erschreckte. Er musste den anderen vorkommen wie ein Honigkuchenpferd von der Art her wie er sprach und sich nach außen hin gab. Das war selbst für seine Zwecke ungewöhnlich. Aber das war nun einmal was ein Leben ohne Konsequenzen mit ihm anstellte und zumindest nach Julians Verständnis hätte es das wohl mit jedem angestellt. Entspannt begann er seine gereinigte Kotzschüssel zurück zum Fahrzeug zu bringen und entschied sich dann spontan noch einen Fleischspieß an einem der Stände unterwegs zu kaufen und zu essen. Immerhin war sein Magen gerade unfreiwillig entleert worden. Ihn wieder mit etwas Nahhaftem zu befüllen fühlte sich tatsächlich unglaublich gut an. Entspannt wie die ganze Zeit noch nicht verstaute er dann seine Schüssel wieder in seinem Transporter und sah kurz auf die Uhr. Ihm sollten noch ganze drei Stunden bleiben, bis der Angriff der Bestien starten würde. Genügend Zeit für vielleicht noch ein weiteres großes Abenteuer.

Entspannt wie selten in seinem Leben bewegte Julian sich über das Festivalgelände und hielt nach vielen verschiedenen Dingen Ausschau. Neben Menschen die vielleicht gerade Drogen konsumierten, die er vielleicht um einen Test bitten könnte, waren es vor allem junge Frauen, die ihm gefielen nach denen er sich umsehen sollte. Das stellte sich als das größere Problem heraus als die Drogen zu finden. Zumindest konnte er regelmäßig den Geruch von Joints auf dem Festival wahrnehmen, auch wenn ihm noch niemand im speziellen aufgefallen war, der tatsächlich einen rauchte. Aber er hielt weiter die Augen offen. Und tatsächlich… Vor dem Hauptbereich mit den Bühnen hatte sich tatsächlich eine Gruppe eingefunden die eine ungewöhnlich große Zigarette herum gab, die auch nicht unbedingt wie eine Kippe roch. Das wäre Julians beste Gelegenheit, wenn er das einmal ausprobieren wollte. Nur wie sollte er sich dieser Gruppe nähren und wie sollte er sie davon überzeugen ihn mit einzubeziehen? Alles Fragen auf die Julian keine Antwort wusste. Aber er musste irgendwie handeln bevor die Gruppe fertig geraucht hätte. Und nachdem er sich daran erinnert hatte, dass es keine Konsequenzen geben würde und er es im nächsten Zyklus mit einer anderen Herangehensweise erneut versuchen könnte, würde er scheitern, ging er tatsächlich mit ziemlich sicheren Schritten auf die Gruppe zu, die aus drei Männern und sogar zwei Frauen bestand.
„Ähm… Hey, Leute… Ist das da etwa ein Joint?“, traute er sich dann zu fragen nachdem er kurz nach den passenden Worten gesucht hatte.
„Öhm… Ja? Wer will das wissen und warum?“, antwortete der Mann, der diesen gerade in der Hand hielt und rauchte ein wenig irritiert.
„Naja… Ich wollte fragen ob ich vielleicht auch mal… ziehen darf?“, fragte Julian dann weiter und bemerkte selbst wie er wieder innerlich zusammen brechen sollte. Mit Fremden reden und dann auch noch so etwas zu erbitten… Das war einfach alles überhaupt nicht seine Stärke, selbst jetzt wo es keine Konsequenzen hatte. Die Gruppe wirkte einmal vollkommen irritiert als sie sich einmal alle ansahen und schien selbst nicht genau zu wissen, wie sie jetzt reagieren sollten. Dann sah derjenige der den Joint gerade in der Hand hielt noch einmal zu Julian, dann wieder in die Gruppe, dann zuckte er kurz mit den Schultern.
„Na klar, Mann“, antwortete er Julian dann sehr zu dessen Überraschung und hielt ihm die Tüte hin.
„Vielen Dank, Mann“, kommentierte dieser lediglich als er den Joint übernahm. „Ach ja… Ich bin übrigens Julian“, stellte er sich dann noch schnell vor, bevor er seinen ersten Zug von der Tüte nehmen sollte. Das Gras kratzte jedoch so stark in seinem Hals, dass er direkt lautstark los husten musste und der Tabakgeschmack wiederte ihn so stark an, dass er sich stark zurück halten musste sich nicht zu übergeben. Die Gruppe lachte kurz lautstark los.
„Yo, Dude… Alles klar bei dir?“, sprach ihn dann einer der anderen beiden Männer an, während Julian immer weiter husten musste.
„Hast du eigentlich schon mal vorher gekifft?“, fragte derjenige der ihm den Joint gereicht hatte.
„Um ehrlich zu sein nicht. Wollte ich aber schon immer mal“, antwortete Julian als er sich dazu im Stande fühlte und hustete im Anschluss weiter.
„Naja, dann kannst du den Punkt wohl jetzt auch auf deiner Liste abharken“, kommentierte eine der beiden Damen in der Gruppe.
„Längst nicht“, kommentierte Julian und versuchte noch einen Zug zu nehmen. Dieses Mal langsamer und vorsichtiger als vorher. Das funktionierte schon besser, aber auch dieses Mal musste er husten noch bevor er es geschafft hatte wieder auszuatmen. Nach seinem dritten Versuch entschied er sich die Tüte weiter zu reichen. Der nahm direkt einen tiefen Zug ohne husten zu müssen.
„Boah ey, das ist schon echt heftig. Wie schafft ihr das ohne euch die Lungen aus dem Hals zu husten?“, fragte Julian im Anschluss.
„Hmmmm… Keine Ahnung…“, antwortete die zweite Frau aus der Gruppe.
„Ich schätze das kommt einfach mit den Jahren“, fügte der dritte Mann aus der Gruppe hinzu.
„Genau, Mann. Wenn du das mal so lange machst wie wir, kommst du auch klar“, kommentierte der erste wieder.
„OK, verstehe“, antwortete Julian und bemerkte plötzlich die ersten Anzeichen einer Wirkung. Es war ein eigenartiges Gefühl. Auf der einen Seite fühlte er sich unglaublich befreit von allen seinen Sorgen und Problemen die er in den letzten Zyklen angesammelt hatte, auf der anderen aber auch schwer und als ob er sich gleich hinlegen und schlafen gehen müsste. Sein Sichtfeld begann sich zu verändern. Er konnte nicht genau beschreiben in welcher Art und Weise, lediglich dass es anders war als vorher noch. Und auch die Tatsache, dass er und die anderen alle einem qualvollen Tod durch Horror-Monster entgegen sahen, störte ihn seit die Wirkung eingesetzt hatte recht wenig.
„Willst du nochmal oder hast du genug?“, fragte ihn die erste Dame plötzlich.
„Klar… Ich nehm noch was“, antwortete Julian und übernahm den Joint, wobei sich ungewollt die Hände der beiden berührten, was Julian nur begrenzt recht sein sollte, aber er ignorierte es für den Moment und versuchte lieber noch einen Zug von der Tüte zu nehmen.
„Ach ja… Bevor ich´s noch vergesse… Ich bin Lisa“, stellte sich dann die Dame vor, die ihm gerade den Joint gereicht hatte und reichte ihm trotz der gerade geschehenen ungewollten Berührung erneut die Hand. Anscheinend fand sie ihn nicht so wiederlich wie er sich selbst, wenn sie ihm trotzdem noch ein zweites Mal die Hand reichte. Und Julian sollte erst jetzt auffallen, dass sie gar nicht mal so schlecht aussah, wenngleich sie kein Vergleich zu Kim oder auch nur zu Sandra war.
„Ich bin Nadine“, stellte die zweite sich vor auch diese beiden reichten sich die Hände, wobei Nadine mit ihrer dicken Brille und ihrem recht hohen Übergewicht ihm nicht so sehr gefallen sollte wie Lisa.
„Ich bin Dominik“, stellte sich nun der Mann vor, den Julian als erstes angesprochen hatte.
„Ich bin Alex“, meldete sich der dritte und damit war dies schon der zweite Alex den Julian auf dem Festival getroffen hatte.
„Ich bin Jan“, sagte der zweite Mann aus der Gruppe.
„Ich bin Julian…“, stellte dieser sich noch einmal vor.
„Das sagtest du schon“, kommentierte Lisa.
„Ach ja, stimmt“, antwortete Julian und beide lachten einmal kurz. Moment mal? Flirtete Lisa etwa gerade mit ihm? Nein, das konnte doch nicht stimmen. Das musste Julian sich einfach nur einbilden.
„Bist du eigentlich alleine hier auf dem Festival?“, fragte sie ihn dann und hatte wieder diesen unglaublich freundlichen Tonfall angenommen, den er auch schon bei der Frau an der Supermarktkasse gehört hatte.
„Ähm… Ich fürchte ja. Bei mir zuhause bin ich irgendwie der Einzige, der Interesse an sowas hätte“, antwortete Julian etwas verlegen und konnte nicht vermeiden, dass er sich verlegen am Hinterkopf kratzte. Anschließend nahm er schnell einen Zug vom Gruppenjoint nur um im Anschluss wieder in krasses Husten auszubrechen. Dieses Mal konnte er fühlen wie ihm jemand auf den Rücken klopfte, wahrscheinlich weil es für die meisten Menschen mit Husten hilfreich war. Es war Lisa. Nun wurde Julian sich immer sicherer, dass sie versuchte mit ihm zu flirten und konnte nicht vermeiden, dass sich in ihm bereits alles zusammen zog. Noch dazu konnte er sehen wie Nadine und die drei Männer der Gruppe eine kleine Privatunterhaltung führten, die nicht laut genug war, dass er sie hören konnte.
„Yo, also, ich sehe gerade, dass die nächste Band gleich anfängt“, kommentierte Dominik dann im Anschluss.
„Dann sollten wir wohl auch mal rein gehen, denke ich“, fügte Jan schnell an.
„Ach was… Ist eh bloß eine von diesen komischen Black Metal Bands. Ich gehe zurück ins Camp“, kommentierte nun Lisa.
„Ganz wie du willst“, antwortete Alex ihr. „Wir gehen auf jeden Fall mal rein“, fügte er noch hinzu.
„Raucht den Joint ruhig alleine fertig. Passt schon“, kommentierte Dominik nochmal als Julian ihm diesen wieder zurück geben wollte.
„Danke Mann“, antwortete er dann.
„Wir sehn uns Lisa. Und viel Glück“, verabschiedete er sich dann noch und verwirrte Julian mit seiner letzten Aussage noch sehr, bevor er den anderen drei auf´s Bühnengelände folgte und Julian mit Lisa alleine zurück ließ.

Julian konnte nicht leugnen, dass ihm die Situation gerade etwas unangenehm wurde. Er stand tatsächlich mit einer Frau in einem passenden Alter für sich da und teilte sich einen Joint mit ihr. Und auch wenn sie nicht unbedingt der Typ Frau war, der in ihm das Bedürfnis weckte sie anzusprechen, er sollte sie als ausreichend hübsch für sich selbst und für seinen ersten Versuch in überhaupt einer Zeitschleife einstufen, dass er ihr keine Abfuhr geben wollte. Außerdem kam immer noch das Gefühl dazu für eine noch schönere Frau selbst nicht ausreichend attraktiv zu sein und auch wenn er plante noch ein paar andere Versuche bei anderen Frauen in seinen nächsten Zyklen zu starten, er wusste nicht ob er noch einmal Erfolg haben würde. Mittlerweile sagte keiner der beiden noch etwas. Sie rauchten einfach nur den Joint fertig und waren auch schon fast am Ende angekommen.
„Sag mal… Wenn du alleine hier bist, bist du dann auch alleine in nem Camp für dich?“, fragte Lisa ihn dann plötzlich.
„Jop… Das ist richtig“, antwortete Julian knapp und merkte wie er innerlich zerfallen sollte. Er durfte diese Chance nicht an die Wand fahren, wenn sie sich schon so sehr von selbst anbot.
„Oh je…“, warf Lisa plötzlich ein. „Ich hab ja ganz vergessen, dass wir unser ganzes Zeugs in die Autos gepackt haben und die Schlüssel hat Jan“, kommentierte sie dann und Julian reagierte schrecklich irritiert. War das etwa gerade der Wink mit dem Zaunpfahl auf den er gewartet hatte? Er musste es einfach versuchen.
„Wir könnten… auch einfach zu mir ins Camp gehen“, sagte er dann so unsicher wie er noch nie in seinem Leben war und wurde mit jedem Wort immer leiser.
„Klar doch“, antwortete Lisa ihm und Julian merkte an ihrer unglaublich freudigen und freundlichen Stimme, dass er gerade etwas richtig gemacht haben musste. Mittlerweile war die Tüte auf einen Stummel herunter geraucht, den Julian nochmal an Lisa übergab, die noch zweimal daran zog und ihn dann im nächsten Mülleimer entsorgte. „Gehen wir“, forderte sie Julian auf als zurück kam. „Wo ist dein Camp eigentlich?“, fragte sie ihn dann während sie sich bereits in Bewegung gesetzt hatten.
„Stellplatz 5-G“, antwortete Julian kurz und knapp, da er hauptsächlich damit beschäftigt war seine Ängste zu unterdrücken.
„Oh, das ist aber weit hinten“, kommentierte Lisa.
„Naja, ich war recht spät da, schätze ich“, antwortete Julian. „Ich hatte halt auch ziemlich weit zu fahren. Ich komme aus einem kleinen Dorf 500KM weit im Süden“, erklärte er sich dann.
„Hui, das ist aber tatsächlich ziemlich weit weg. Ich bin tatsächlich unten aus dem Ruhrgebiet. Die Stadt würde dir aber nichts sagen“, erzählte Lisa ihm daraufhin und Julian konnte nicht leugnen, dass ihm das alles gerade etwas zu viel wurde. Erst der Anblick seines Transporters riss ihn aus seinen inneren Angstzuständen, von denen er nicht genau wusste ob er sie wirklich ausreichend nach außen hin hatte verbergen können.
„Da ist ja der Platz“, kommentierte er dann.
„Der mit dem Bus drauf?“, fragte Lisa noch einmal genauer nach.
„Jap… Genau der“, antwortete Julian und kratzte sich erneut verlegen am Hinterkopf, während er mit der anderen Hand versuchte den Schlüssel zu finden um die Türen per Fernbedienung aufzuschließen.
„WOW. Du bist ja wirklich gut vorbereitet. Wahrscheinlich hast du hier eins der besten Betten auf dem ganzen Festival“, kommentierte Lisa direkt als sie das Innere des Vehikels sah.
„Naja… Ich geb mir Mühe“, antwortete Julian und kratzte sich weiter verlegen am Hinterkopf. Ihm war mittlerweile so warm, dass er nicht genau sagen konnte ob es an der Situation lag, am Wetter oder an dem Joint er mit ihr und den anderen geraucht hatte. Er sollte auch nicht wirklich mitbekommen als Lisa sich auf das Bett im Vehikel setzte. Plötzlich packte sie ihn am Arm und zog ihn ebenfalls hinein, so dass er recht unsanft neben sie auf das Bett fiel. Dann schloss sie die Schiebetür und drückte ihn mit dem Rücken auf´s Bett bevor sie ihre Lippen auf die seinen drückte und seine Wangen und seinen Hals sanft streichelte. Und Julian konnte nicht leugnen dass sich das unglaublich gut anfühlte.
„Na los... Ich will dich… Julian…“ sagte sie dann zwischen den Küssen und legte sich nun neben ihn auf das Bett. Julian konnte sich mittlerweile kaum noch zurück halten. Er wollte das hier unbedingt. Aber es gab auch ein nicht zu unterschätzendes Problem dabei und das war die Tatsache, dass er ihm langsam etwas schlecht wurde. Julian vermutete den Joint als Übeltäter, den die beiden zuvor noch geraucht hatten. Wahrscheinlich der Tabak, der als Brennmaterial von vielen Menschen in diesen Dingern verbaut wurde. Julian hatte einmal vor ganz langer Zeit auf einer Party im betrunkenen Kopf eine normale Zigarette geraucht und sich ebenfalls davon übergeben müssen.
„Entschuldige bitte“, kommentierte er plötzlich und riss die Seitentür des Transporters auf um sich schnell nach draußen in die Wiese zu kotzen. Die gesamte Situation war ihm extremst peinlich und die Tatsache, dass sein Mageninhalt einfach nicht aufhören wollte nach oben hin aus ihm heraus zu laufen, machte es einfach nicht besser. Einmal mehr hatte er versagt und zwar so richtig. Dieses Mal sogar kurz vorm Ziel.
„Ist schon OK. Manchmal passiert sowas eben. Gerade auf so nem Festival“, kommentierte Lisa und wirkte sehr verständnisvoll dabei. Ob das künstlich war oder real konnte Julian nicht genau sagen, dafür fehlte ihm die Erfahrung in solchen Situationen. Und himmelherrgott, wieso konnte er einfach nicht aufhören zu kübeln? Irgendwann musste sein Magen doch auch mal komplett leer sein. „Ich wird dann mal wieder gehen und die anderen suchen“, kommentierte Lisa dann plötzlich.
„Verstehe… Und tut mir wirklich leid“, antwortete Julian so unsicher wie die ganze Zeit, bevor Lisa ihm kurz den Rücken tätschelte und sich dann wie sie angekündigt hatte wieder auf den Weg machte. Angefressen und völlig deprimiert über sein eigenes Versagen legte Julian sich auf das Bett. Konnte er denn überhaupt irgendetwas? War er denn überhaupt zu irgendetwas gut? Wie konnte es sein, dass er immer in genau solchen Momenten auf diese Weise versagte? Wie lange Zeit blieb ihm eigentlich noch bis zum nächsten Zyklus? Nicht mehr lange, stellte Julian fest und nur wenige Minuten später sollten erste panische Schreie sich über das Festivalgelände ziehen. Julian tat nichts. Er wartete lediglich bis eines der Monster auf ihn Aufmerksam wurde und ihn tötete. Wie er es erwartet hatte sollte Julian wieder an genau dem selben Punkt erwachen, wie die letzten Male auch schon. Doch nun wusste er was er tun musste und was er nicht tun durfte. Wie letztes Mal ebenfalls schon sprach er die Gruppe an und versuchte deren Joint mitzurauchen, hielt sich aber dieses Mal etwas stärker zurück dabei, so dass er im zweiten Zyklus tatsächlich mit Lisa im Bett landete und das Erlebnis seines Lebens mit ihr hatte.

Erst eine ganze Stunde später waren die beiden am Ende angekommen und lagen sich noch eine Zeit lang in den Armen. Wie spät war es denn mittlerweile eigentlich? Viel Zeit würde Julian nicht mehr bleiben bis die Monster angriffen und er wusste immer noch nicht genau wie er den schmerzhaften Tod umgehen sollte. Wahrscheinlich war es aber für den Moment auch einfach das Beste, wenn er diesen als Ende akzeptieren würde und nicht mehr versuchte dem auszuweichen. Immerhin war dies auch schon der zweite bewusste Zyklus den er durchlief. Jetzt musste er sich jedoch zuerst einmal weiter um Lisa kümmern. Und generell… Was für ein Zyklus. Zum zweiten Mal Gras rauchen. Sein erstes Mal mit einer Frau. Die nächsten Zyklen würde er noch krasser und besser gestalten. Vielleicht würde er im nächsten Zyklus tatsächlich mal dieses Crystal ausprobieren oder irgendwas anderes. Vielleicht würde er auch etwas ganz anderes tun. Die Möglichkeiten waren so unglaublich unbegrenzt dass Julian kaum damit zurecht kommen sollte, als er versuchte sie alle zu erfassen. Fakt war aber auch, dass er praktisch unendlich Zeit hatte.
„Du hast´s mir noch gar nicht erzählt…“, sprach sie ihn dann plötzlich Lisa an.
„Was nicht erzählt?“, fragte Julian zurück.
„Na, wie´s jemand wie du geschafft hat so schüchtern zu bleiben?“, fragte Lisa dann genauer nach.
„Ist gar nicht mal so ne tolle Geschichte wie du meinst“, antwortete Julian. „Da kommt ziemlich viel zusammen. Am einfachsten ist es wohl zu sagen, dass ich mal der Kleinste und der Schwächste war und deshalb ziemlich viel einstecken musste“, erklärte er sich dann.
„Was echt? Fällt mir ja echt schwer zu glauben, wenn ich dich jetzt hier heute so ansehe“, kommentierte Lisa und Julian konnte nicht verhindern, dass er bei der Aussage noch einmal schrecklich verlegen reagierte und schrecklich rot im Gesicht wurde.
„Ist aber tatsächlich wahr…“, antwortete Julian als plötzlich draußen das panische Geschrei begann, dass Julian bereits erwartet hatte.
„Was war das?“, warf Lisa schnell ein und sprang auf um die Tür zu öffnen und offensichtlich nachsehen zu gehen. Keine Sekunde darauf packte eine große Menge Tentakel von der rechten Seite sie und rissen sie und lauten Angstschreien in diese Richtung. Julian reagierte nicht weiter. Er konnte ohnehin nichts tun und wartete einfach bis eines der Wesen ihn im vorbei gehen bemerkte und mit seiner gewaltigen Klaue vertikal in zwei Teile zersägte. Noch etwas schockiert vom Schmerz seines Todes wachte Julian wie er es erwartet hatte wieder in seinem Transporter auf und konnte ein gewaltiges Lächeln in seinem Gesicht nicht vermeiden. Er hatte die ersten Dinge die er sich vorgenommen hatte erfolgreich abgeschlossen und wie er es erwartet hatte, gab es nicht die geringsten Folgen für ihn. Nicht einmal das Gras aus dem vorigen Time Loop wirkte noch auf ihn. Und Lisa? Die wusste jetzt wahrscheinlich schon gar nicht mehr wer er denn eigentlich war. Aber das wusste Julian bevor er sich auf die Sache eingelassen hatte. In diesem Loop würde er sich noch krassere und extremere Sachen trauen, das hatte er sich nun felsenfest vorgenommen und das würde er auch genauso durchziehen, davon war er zumindest selbst überzeugt.
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So... Ich hab diesen Teil tatsächlich an einer Stelle neu geschrieben und die Sex-Szene raus genommen und durch das ersetzt was ich jetzt hier habe. Der Grund ist einfach der, dass ich nicht über was schreiben möchte, was ich gar nicht wirklich kenne. Vielleicht wenn sich meine private Situation was das angeht mal verbessert (was sie nicht wird :headbang: ), dass ich dann auch Sex-Szenen in die Geschichten baue, aber vorerst werden die wohl nur privat in meinen Dateien bleiben. Tut mir leid. ^^"
Was übrig bleibt ist ein Teil der richtig unangenehm für mich zu schreiben war und ich muss irgendwie zusehen, dass ich den Rest irgendwie so umgesetzt bekomme, dass er mir nicht unangenehm wird. Mit Blut und Gewalt hab ich offensichtlich keine Probleme, aber mit Liebe und Sex schon ziemliche. :barf:
Naja gut. Ich hoffe es trotzdem am Ende irgendwem gefallen. Der nächste Teil dürfte allerdings eine Weile auf sich warten lassen. Ich fahre tatsächlich am 1.7. tataratata... Auf ein Metal Festival. :rofl: :rofl: :rofl: Entsprechend wird in der Zeit dann auch ne gute Woche nix geschrieben werden. :mrgreen:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 9 – Das erste echte Date:

Entspannt wie noch nie in seinem gesamten Leben hielt Julian die beiden wunderschönen Damen in seinen Armen, mit denen er gerade noch den ersten Dreier seines Lebens gehabt hatte. Und alles was er hatte tun müssen, war diese beiden Schönheiten die das Festival offensichtlich zusammen besucht hatten, einfach danach zu fragen. Das war alles was er getan hatte um dorthin zu kommen wo er sich gerade befand. In vorigen Zyklen hatte er außerdem schon andere Drogen genommen, sich bis zum Alkoholtod besoffen und einige andere ziemlich gefährliche Dinge ausprobiert, die ihn auch schon das Leben gekostet hatten. Aber was interessierte ihn das noch? Er wachte ja durch den Time Loop wieder am Vortag auf dem Festival auf und konnte die nächste Absurdität beginnen. Wie spät war es denn? Hatte er noch Zeit für eine weitere Runde mit den beiden Damen, die er neben sich liegen hatte? Plötzlich konnte Julian den ersten panischen Schrei hören und die beiden Damen sprangen reflexartig auf um nachzusehen was draußen los war. Julian interessierte sich wenig dafür. Er wusste ohnehin was passieren würde und wartete lediglich auf seinen Tod, der durch eines der Horror-Monster kommen sollte. Wie er es erwartet hatte erwachte er an seiner gewohnten Stelle in der Zeit wieder und versuchte den nächsten Plan für diesen Loop zu schmieden. Was könnte er nun noch erleben und ausprobieren zu tun? Plötzlich erinnerte er sich an etwas, dass ihm eine seiner mittlerweile recht zahlreichen Liebschaften in einem der Loops erzählt hatte. Nicht weit weg von hier gab es einen Platz auf einem Berg an dem man eine gute Aussicht auf die gesamte Umgebung, darunter einige historische Bauwerke, das Festival und in größerer Entfernung auch die nächste größere Stadt, haben sollte. Julian wollte schon fast sein ganzes Leben mit Kim oder Sandra zusammen kommen. Nun hätte er die große Chance dazu es zu probieren ohne dabei seine Freundschaft mit ihnen in irgendeiner Weise zu gefährden. Nur wer von beiden wäre besser dafür geeignet und würde einfacher auf diese Umgebung und die Atmosphäre anspringen? Sandra oder Kim? Nach einer Weile Bedenkzeit entschied Julian sich für Sandra. Für Kim hatte er einen anderen Plan im nächsten Loop. Jetzt musste er es irgendwie schaffen Sandra davon zu überzeugen mit auf dieses Date, dass er für sie geplant hatte zu gehen und dazu müsste er sich beeilen.
„Hi Sandra,
Auf dem Festival ist es irgendwie gerade nicht so der Renner, aber ich habe da einen Ort gefunden, der angeblich eine tolle Aussicht auf alles bieten soll. Hättest du vielleicht Lust den heute mit mir ansehen zu gehen?“, tippte er schnell in sein Smartphone und versandte es an Sandra.
„Was ist mit der Fahrt in die Stadt, die wir heute machen wollten?“, kam recht bald als Antwort von Sandra zurück.
„Die können wir auch noch morgen machen. Ich würde jetzt wirklich viel lieber dorthin fahren“, schrieb Julian nun und eine Weile kam keine Antwort.
„Soll ich Kim Bescheid sagen dass sie auch mitkommt?“, folgte nun als Antwort von Sandra und Julian zuckte unweigerlich zusammen bei dieser Frage. Was sollte er denn darauf jetzt schlaues antworten?
„Ich würde lieber mal etwas Zeit nur mit dir alleine verbringen“, entschied er sich dann Wahrheitsgemäß zu schreiben und rieb sich mit den Händen im Gesicht. Wahrscheinlich hatte er die ganze Aktion gerade vollständig an die Wand gefahren, dachte er sich und überlegte schon was er nun stattdessen in diesem speziellen Loop tun sollte und wie er es im nächsten angehen würde, als plötzlich eine Nachricht von Sandra herein kam.
„Also dann in 30 Minuten vor der Unterkunft. Ich muss gestehen, dass ich´s kaum noch abwarten kann. Bis gleich dann“, lautete sie und schloss mit einem Kuss-Smilie, was Julian kurzzeitig irritierte, denn damit schloss Sandra sonst nie irgendwelche Nachrichten mit ihm ab. Anscheinend war er erfolgreicher gewesen, als er selbst angenommen hatte. Jetzt musste er sich beeilen. Schnell musste er sich den Staub aus den Moshpits vor der Zeitschleife abwaschen gehen und noch Zähne putzen. Eben die beste Vorbereitung treffen, die er für dieses Date und an diesem Platz an dem er war, überhaupt treffen konnte.

Es hatte ihn ein wenig unter Zeitdruck gesetzt aber Julian hatte es geschafft alles rechtzeitig hinter sich zu bringen und sogar ohne mit dem Transporter rasen zu müssen, noch rechtzeitig bei Sandra zu erscheinen. Sehr zu seiner eigenen Überraschung hatte sie sich wohl ebenfalls sehr für dieses Treffen vorbereitet. Sie trug nun ein recht enges schwarzes Oberteil mit kurzen Armen, dass zwar den größten Teil ihrer Haut verdeckte aber durchaus ihre Körperform betonte. Dazu recht enge kurze Hosen, welche ebenfalls ihre gut gebauten, wenn auch recht kurzen Beine betonen sollten. Ihre Haare trug sie nun offen und Julian musste sich zusammen reißen damit ihm nicht das Maul offen stehen blieb, denn sie war wirklich wunderschön, gerade in dieser Aufmachung. Er war sich selbst nicht wirklich sicher ob sie das ähnlich empfinden würde, auch wenn er sich ebenfalls Mühe gegeben hatte. Dummerweise war das einzige was er zum Anziehen dabei hatte die Kleidung die er auf dem Metal Festival ursprünglich tragen wollte und die bestand lediglich aus kurzen Hosen mit einem grauen Tarnmuster, die er jedoch gewählt hatte weil die Taschen einen Reisverschluss hatten und einem Band-Shirt, dass ihm eine Nummer zu groß ausgefallen war, da er es gekauft hatte als er noch ein paar Kilo mehr gewogen hatte. Deshalb hatte er es jedoch auch als T-Shirt für das Festival gewählt. Eventuelle Schäden daran im Moshpit oder aus anderen Gründen wären egal und eine gute Ausrede sich ein neues in passender Größe aufzutreiben. Zu allem Überfluss war die Band von der es stammte auch noch Crown Magnetar, eine ziemlich heftige Technical Deathcore-Band und definitiv nicht geeignet um sie Sandra vorlaufen zu lassen, zumindest nach Julians Verständnis.
„Hi Julian“, grüßte sie ihn direkt ungewöhnlich freundlich, selbst für eine lange Freundschaft.
„Hi Sandra“, grüßte Julian sie zurück und versuche dabei ihren freundlichen Tonfall zu immitieren.
„Oh mein Gott… Du hast ja gar nicht erwähnt, dass du dich verletzt hattest“, kommentierte sie direkt seinen Verband am rechten Bein. Verdammt, den hatte Julian ja schon völlig vergessen, da es sich nach ungefähr 20 oder sogar 30 Zyklen wie eine Ewigkeit anfühlte, dass er den bekommen hatte.
„Ach so, ja, das…“, kommentierte er dann verlegen. „Ich war gestern noch im Moshpit und wurde ordentlich umgesenst. Dabei muss das hier wohl passiert sein“, fügte er dann noch hinzu. „Ist aber alles cool soweit. Tut nicht mal mehr weh.“
„Du weißt doch genau, dass du bei mir nicht den harten Kerl raushängen lassen musst“, kommentierte nun Sandra.
„Tue ich nicht. Es tut nicht mehr weh. Ich bin ja auch hier her gefahren damit“, antwortete nun Julian und zeigte sich selbst ein wenig überrascht davon wie einfach es ihm fiel mit Sandra zu kommunizieren und ihr sogar auch mal zu wiedersprechen. Vermutlich weil es durch den Time Loop völlig folgenlos bleiben sollte. „Wollen wir dann mal?“, fragte er sie dann so freundlich er konnte, da er sie auch nicht bedrängen wollte und öffnete ihr sogar die Beifahrer-Tür wie ein echter Gentleman es tun würde.
„Klar doch…“, antwortete Sandra genauso freundlich und stieg in das Fahrzeug ein. „Sag mal Julian… Irgendwas ist anders an dir. Du wirkst wirklich selbstsicherer seit du gestern da auf dem Festival warst“, kommentierte sie dann, während Julian die Tür schloss.
„Kann schon sein. Ich weiß seit dem auf jeden Fall besser was ich will und was nicht“, antwortete er ihr dann, während er selbst auf der Fahrerseite einstieg.
„Und was willst du im Moment?“, fragte Sandra ihn dann in einem herausfordernden Tonfall den Julian zunächst nicht deuten konnte.
„Ich will mit dir zu diesem Aussichtspunkt dort fahren und ne echt tolle Zeit dabei haben“, antwortete er ihr dann nicht ganz 100%ig wahrheitsgemäß. Es war definitiv eine Sache die er tun wollte, aber da war definitiv noch wesentlich mehr was er gerade mit ihr anstellen wollte als das. Sandra schien ihn jedoch ziemlich genau verstanden zu haben, denn sie reagierte offensichtlich extremst verlegen, wurde sogar richtig rot im Gesicht und sagte keinen weiteren Ton mehr, während Julian einfach den Motor startete und losfuhr.

Es war ungefähr die Hälfte der Strecke bis zum Aussichtspunkt bereits gefahren und Sandra kämpfte immer noch mit ihrer Gesichtsfarbe und schien nicht zu wissen was sie sagen sollte. Zum ersten Mal in seinem Leben erlebte Julian diese Situation gerade in umgekehrter Form, denn normalerweise wusste er nicht was er sagen sollte. Wobei er zugeben musste, dass es ihm gerade nicht unbedingt besser erging. Nur im Gegensatz zu Sandra konnte er immer vorschieben, dass er sich gerade auf die Straße konzentrierte. Er bemerkte wie ihm und auch ihr diese Stille immer unangenehmer wurde. Er musste etwas tun, irgendetwas sagen, sonst würde sein Plan noch scheitern.
„Sag mal, Julian… Du sagtest auf dem Festival wäre es nicht so toll für dich… Stimmt das denn? Immerhin warst du gestern noch im Moshpit und so…“, kam ihm Sandra plötzlich zuvor.
„Naja… Das Festival ist eine Sache… Aber jetzt mit dir hier zu sein die andere und ich glaube ich bin jetzt wirklich lieber mit dir hier“, antwortete er ihr und löste offensichtlich eine weitere Welle der Verlegenheit bei ihr aus, erkennbar an ihrer noch röteren Gesichtsfarbe und der Tatsache, dass sie das Fenster weiter öffnete, da ihr offensichtlich extrem warm war. „Wie ist es denn für dich? Immerhin hast du das Treffen mit deinem Vater hierfür einen Tag nach hinten geschoben“, fragte er nun tatsächlich sehr ehrlich nach.
„Ach was, der hatte ungewöhnlich viel Verständnis, als ich ihm gesagt hatte, dass ich noch mit dir wohin fahre, weil´s dir nicht so gut auf dem Festival gefällt“, antwortete Sandra.
„Dein Vater weiß wer ich bin?“, fragte Julian nun etwas irritiert.
„Klar doch. Der kennt dich sogar noch von damals als wir klein waren und er noch zuhause bei mir und meiner Mutter“, antwortete Sandra und Julian konnte ihr am Tonfall anhören, dass er sie an etwas erinnert hatte, woran sie lieber nicht erinnert werden wollte.
„Wie geht´s eigentlich Christian?“, fragte Julian dann lieber schnell.
„Keine Ahnung… Wir sind schon seit gut zwei Monaten nicht mehr zusammen“, antwortete Sandra.
„Ähm… WAS? Du hast ja gar nichts gesagt…“, stellte Julian vollkommen irritiert fest.
„Naja, ich hab´s Kim erzählt. Und du warst zu dem Zeitpunkt ziemlich im Stress mit deinem eigenen Vater und den Vorbereitungen hierdrauf“, antwortete Sandra und wurde etwas kleinlauter, so wie Julian es eigentlich eher von sich selbst kannte.
„Ich würde dich gerade echt gerne umarmen, aber ich muss das Auto fahren… Also fühl dich auf die Entfernung gedrückt“, antwortete er ihr dann als sie selbst etwas näher zu ihm rückte und sich von der Seite an ihn klammerte. Nachdem Julian kurz überrascht seinen rechten Arm gehoben hatte, entschied er sich diesen auch um Sandra zu legen. Und gottverdammt, er hatte im Vorfeld keine Ahnung wie gut sich das anfühlen würde. Er hatte in den letzten Zyklen ja einige Liebschaften gehabt, aber dieses Mal fühlte es sich an wie etwas das etwas bedeutete, was wahrscheinlich daran lag, dass Sandra ihm etwas bedeutete im Gegensatz zu den Damen die er auf dem Festival in den Armen liegen gehabt hatte.
„Ich danke dir Julian… Ne Umarmung hab ich gerade dringend gebraucht“, kommentierte Sandra dann nach einer Weile und löste sich wieder von ihm.
„Gerade rechtzeitig. Ich muss jetzt links abbiegen und dann den Berg dort hoch und dann sind wir auch schon da“, kommentierte Julian, der die Strecke ganz ohne Navigationsgerät gefahren war, was er konnte, da er die Strecke in einem vorherigen Zyklus schon einmal genommen hatte. Daher wusste er auch genau wie weit es war und was ihn und Sandra dort oben erwarten würde.

Tatsächlich sollten die beiden unbeschadet an ihrem Ziel ankommen. Und was Julian bereits im Vorfeld gewusst hatte, war dass es dort Parkplätze gab die auch groß genug waren, dass sein gemieteter Transporter dort ohne größere Probleme abgestellt werden konnte. Sandra zeigte sich jedoch ein wenig überrascht davon. Es waren noch gute zwei Stunden bis die Angriffe auf das Festival und die Stadt beginnen würden. Hoffentlich genug Zeit um Sandra so nahe kommen zu können wie er es wollte. Beide verließen fast zeitgleich das Fahrzeug und Sandra stürmte freudig lachend voran wie ein kleines Kind.
„WOW. Das ist ja wirklich genauso toll wie du es beschrieben hattest“, kommentierte sie und sah am Ende des Parkplatzes den steilen Abhang hinunter, von wo aus man einen guten Blick auf die Landschaft und einige der alten Bauwerke in der Gegend hatte.
„Es kommt noch besser. Los, komm schon“, antwortete Julian und streckte den Arm in ihre Richtung, was eher eine unbewusste Handlung war, da er sie lieber schnell von diesem Abhang wegbekommen wollte. Zwar war Sandra alt genug um zu wissen was sie tat, aber Julian konnte dennoch nicht vermeiden, dass er sich um sie sorgte und das obwohl er wusste, dass sie spätestens nach dem Ende des Zyklus wieder am Leben wäre und Abhänge waren nun einmal ziemlich gefährlich.
„Klar doch“, antwortete sie ihm und griff seine Hand, welche sie nicht mehr loslassen sollte, auch nachdem Julian sie vom Abhang weg zu sich gezogen hatte. Hand in Hand führte Julian sie auf die andere Seite, von der aus man sowohl das Festival als auch in größerer Entfernung die Stadt in die sie eigentlich zu dritt hatten fahren wollen erkennen konnte. Aber auch ohne diese beiden Highlights in der Landschaft wäre diese absolut atemberaubend gewesen. Noch dazu war das Wetter wirklich klasse und keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen. Da sie momentan alleine auf dem Berg waren, war auch die Bank frei welche genau in dieser Richtung platziert worden war und ohne sich absprechen zu müssen gingen sie beide dorthin und setzten sich. Eine Weile saßen sie einfach nur da, hielten die Hand des anderen und sahen sich die Aussicht an.
„Du hast tatsächlich nicht zu viel versprochen“, kommentierte Sandra dann nach einer gewissen Zeit.
„Wann hab ich dir jemals zu viel versprochen?“, fragte Julian dagegen und hatte einen scherzhaften Tonfall dabei angenommen, den er in vielen Zyklen mit anderen Damen geübt hatte. Sandra konnte sich ein herzhaftes Lachen nicht verkneifen.
„Julian… Ich bin wirklich froh, dass ich jetzt mit dir hier bin und nicht dort hinten in der Stadt“, sagte Sandra dann gefühlte fünf Minuten nachdem sie ihr Lachen gestoppt hatte und legte dann ihren Kopf an seine Seite, da sie zu klein und Julian zu groß war um den Kopf auf der Schulter ablegen zu können. Das wäre wohl die große Chance auf die Julian gewartet hatte und wenn nicht könnte er es im nächsten Zyklus noch einmal versuchen. Und so entschied er sich ihre Hand loszulassen und stattdessen seinen Arm um sie zu legen. Sandra tat das Selbe. Erneut verbrachten sie eine gewisse Zeit in genau dieser Stellung, bevor Julian sich einmal kurz nach allen Seiten drehte. Er konnte das seltsame Gefühl nicht abschütteln dass die beiden gerade beobachtet wurden. Aber es war außer ihnen niemand hier. Wie konnte denn das sein?
„Ist was Julian?“, fragte Sandra plötzlich und riss ihn aus seinen Gedanken.
„Ich dachte kurz hier wäre noch jemand. Hab mich aber offensichtlich geirrt“, antwortete er dann wahrheitsgemäß und sah in ihr wunderschönes Gesicht. Mittlerweile konnte er sich kaum noch zurück halten und Julian entschied, dass es keinen Grund dafür gab. Dennoch verängstigte ihn das was er gerade vor hatte massiv. Es konnte genauso gut schief gehen. Aber wenn er jetzt nichts tat, könnte das ebenso der Fehler sein, den er nicht begehen wollte. Um sich etwas Zeit zu verschaffen so dass er seinen Mut zusammen nehmen konnte nahm er seinen anderen Arm und strich Sandra sanft über die Wange. Sie ließ es zu und reagierte so positiv darauf wie Julian es niemals erwartet hätte, so dass er sich nun traute diesen einen Schritt zu gehen, den er gerade vor sich her schob. Langsam bewegte er seinen Kopf auf ihren zu und küsste sie. Sandra erwiederte den Kuss und klammerte sich nun mit beiden Armen an ihn, während sie sich weiter küssten und dem Feuerwerk an Gefühlen, dass sie beide gerade haben mussten, einfach freien Lauf ließen.
„Lass uns wohin gehen, wo wir etwas mehr für uns sind“, flüsterte sie ihm dann leise zu als sie kurz zum Luft holen auseinander gingen.
„Naja… Ich hab ein ziemlich gutes Bett im Transporter…“, antwortete Julian im selben Flüsterton und Sandra kicherte kurz bevor sie aufsprang und ihn hinter sich her zog. Genau in Richtung des eben genannten Vehikels.

Es musste eine ganze Stunde gedauert haben, aber nun lagen die beiden nackt nebeneinander im Bett des Transporters und hielten sich in den Armen. Julian streichelte Sandra über den Kopf und sie seinen Rücken. Sie waren glücklich und für Julian war es definitiv als wäre gerade ein Traum in Erfüllung gegangen, den er schon so lange gehabt hatte. Plötzlich löste sich Sandra von ihm und sah ihn an und er sie. Beide lächelten einander an.
„Julian?“, sprach sie ihn dann an.
„Ja?“, antwortete er erwartungsvoll.
„Ich liebe dich“, sagte Sandra sehr zu seiner eigenen Überraschung.
„Und ich hab dich schon immer geliebt“, antwortete er ihr wahrheitsgemäß. „Schon als du als einzige in der Grundschule auf mich zugekommen bist und mit mir mitgespielt hast hab ich dich geliebt“, fügte er noch hinzu.
„Ich hab dich auch schon immer geliebt. Ich wusste dieses Gefühl nur nicht richtig einzuordnen. Jetzt weiß ich´s“, antwortete Sandra ihm dann sehr zu seiner eigenen Überraschung. Plötzlich meldete sich Sandras Handy. Mehrere Nachrichten die auf einmal herein kamen. So etwas konnte etwa durch schlechten Empfang passieren. Diese gewaltige Masse an Nachrichten war jedoch recht ungewöhnlich. Nun sollte es auf dem Handy von Julian ebenfalls geschehen. Sandra konnte sich nicht verkneifen nach zu sehen. Julian konnte ihr über die Schulter auf das Display sehen und sah daher ebenfalls dass die Nachrichten offensichtlich alle von Kim stammten.
„Sandra? Wo bist du? Hier in der Stadt ist die Hölle los! Hier greift irgendein gigantisches Monster an und macht alles kaputt! Du musst mir helfen! Ich muss hier raus!“, spielte sie eine von Kims Sprachnachrichten ab, welche kaum zu verstehen war durch die ganzen panischen Schreie der anderen Leute und das Krachen das die Schritte und die Zerstörung des Kaiju-Monsters hinterließ. Es folgte eine weitere Nachricht, die sogar ein Video von dem Monster zeigte.
„Hier! Nur damit du mir glaubst, dass ich nicht völlig verrückt geworden bin! Ich muss hier raus! Ich… HILFE!!!!!!“, konnte Julian noch Kim schreien hören bevor die Nachricht abrupt endete und Kim wahrscheinlich gerade von dem Monster getötet worden war. Schockiert sprang Sandra auf und löste sich von Julian.
„Oh mein Gott!“, schrie sie auf und spielte die letzten beiden Nachrichten noch einmal ab. „Julian! Kim ist…“, sagte sie dann und brach dann in Tränen aus. „Während wir hier… ist sie…“, versuchte sie weiter zu sprechen, brachte jedoch nicht mehr zwischen ihren Schluchzern heraus als das. Julian entschied sich sie noch einmal in seine Arme zu schließen, aber anders als zuvor. Eher auf eine Art, die ihr Trost spenden sollte.
„Ich fürchte es gibt nichts mehr was wir noch tun könnten“, kommentierte er dann vorsichtig nach einer Weile, als Sandra sich von ihm los riss und ihn von sich wegstieß.
„Julian… Du bist so ruhig und gelassen bei der ganzen Sache… Ist dir überhaupt klar, was passiert ist? Kim ist tot!!!!! Sag bloß du hast geahnt, dass so etwas passieren würde?”, begann sie ihn dann aufgebracht anzufahren. Das war er also. Der Moment den Julian gefürchtet hatte. Er hatte gehofft dass es nicht geschehen würde, aber nun war es das doch. Was sollte er nur tun? Was sollte er ihr sagen? Würde sie die Wahrheit denn jetzt glauben?
„Ich habe es gewusst… Aus einem anderen Zyklus…“, antwortete er dann wieder sehr unsicher.
„WAS?“, warf Sandra extrem irritiert ein und Julian konnte ihr das nicht einmal übel nehmen.
„Ich stecke in einem Time Loop fest. Jedes Mal wenn ich sterbe wache ich heute morgen auf dem Festival wieder auf, alle außer mir haben alles vergessen und das Geschehen wiederholt sich. Zuerst greift dieses Kaiju-Monster aus dem Video die Stadt an, dann ein Schwarm kleinerer Monster das Festival. Und irgendwann innerhalb dieser sechs Stunden vernichten irgendwelche Aliens unser Zuhause“, antwortete er ihr dann und obwohl sie zunächst irritiert wirkte, konnte Julian ihr im Gesicht ansehen, dass sie langsam zu verstehen begann.
„Aber… Aber… Wieso hast du denn erst jetzt etwas gesagt?“, fragte sie ihn dann und schien sich erneut die Tränen zurück zu halten.
„Das habe ich… In einem anderen Zyklus… Du hast mir nicht geglaubt…“, antwortete Julian unsicher und er konnte ihr den Schock darüber im Gesicht ansehen.
„Ich habe dir nicht geglaubt?“, fragte sie noch einmal genauer nach und brach dann erneut in Tränen aus. „Ich… Ich… Wie konnte ich nur, ich dummes Miststück?“, brachte sie dazwischen noch heraus, bevor Julian sie erneut in seine Arme schloss.
„Ist schon OK... Niemand kann dir das übel nehmen... Ich würde es mir selbst auch nicht glauben, wenn ich es nicht besser wüsste“, kommentierte er dabei.
„Was sollen wir denn jetzt machen?“, fragte sie dann und wirkte verzweifelt.
„Du wirst gar nichts machen. Ich werde den Zyklus zurück setzen und dann werde ich etwas machen. Ich weiß noch nicht was, aber irgendetwas werde ich machen“, antwortete er Sandra.
„Den Zyklus zurück setzen??? Aber das bedeutet, dass du sterben musst!!!“, rief sie dann schockiert aus, während Julian bereits die Seitentür des Transporters geöffnet hatte.
„Genau das bedeutet es“, antwortete er erstaunlich gelassen für das was er da sagte.
„Aber… Ich will nicht dass du stirbst!!! Julian… Ich liebe dich! Bitte!!!“, rief sie dann aus und packte seinen Arm um ihn von was auch immer er vor hatte abzuhalten.
„Es ist die einzige Möglichkeit die wir haben und ich bezweifle, dass du in dem was die Monster von der Welt übrig gelassen haben tatsächlich noch leben möchtest. Mach dir keine Sorgen. Alles wird gut werden und morgen hast du alles wieder vergessen“, antwortete Julian ihr und riss sich von ihr los um dann schnell in den Abgrund zu springen von dem er sie zuvor noch weg geholt hatte.
„JULIAN!!!!!“, konnte er Sandra noch schreien hören, bevor er frontal mit dem Kopf zuerst auf dem Boden aufschlug. Ein lautes Krachen, wahrscheinlich sein Genick, und dann war alles schwarz.
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So, ganz unerwartet wurde das hier doch noch vor meinem eigenen Metal Festival fertig. :mrgreen: Auch hier wieder mit raus zensierter Sex-Szene. ^^" ^^" ^^" Aber damit müsst ihr halt leben. Ich hoffe ich hab mich weiter oben ausreichend erklärt. Ansonsten hoffe ich dass das Kapitel trotzdem zu was gut ist und alle die hier mitlesen ihren Spaß damit haben. ;)
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 10 – Wenn Träume wahr werden:

Julian konnte nicht vermeiden, dass er einen tiefen Atemzug nahm als er in diesem Zyklus wieder erwachte. Ob er sich je daran gewöhnen würde? Und sollte er das überhaupt? War der menschliche Verstand denn überhaupt für solche Dinge wie einen Time Loop gebaut worden? `Wahrscheinlich nicht´ sollte die sinnvollste Antwort auf alle drei Fragen sein, was Julian für einen kurzen Moment wieder in ein verstandloses Lachen trieb, so wie in anderen Loops zuvor schon. Noch schlimmer wurde es als er an die Erfahrung des letzten Time Loops dachte. Hatte er gerade Sandra versprochen Kims Leben zu retten? Hatte er ihr tatsächlich versprochen, dass er etwas heldenhaftes tun würde und dieses gesamte Desaster verhindern würde? War er denn eigentlich vollkommen bescheuert? Plötzlich schaffte Julian es sein Lachen zu stoppen, als ihm klar wurde dass die Antwort auf die letzte Frage wohl `Nein, aber verliebt´ lautete. Ausgerechnet er war nun in Sandra verliebt und offensichtlich sie auch eigentlich in ihn, zumindest war die ganze Sache im letzten Zyklus schrecklich einfach gewesen. Aber was sollte er denn nun tun? Auch wenn sie sich gar nicht mehr daran erinnern könnte, Julian hatte ihr etwas versprochen und er fühlte sich aus irgendeinem Grund an dieses Versprechen gebunden. Aber wie sollte ein verdammter Versager wie er eine Invasion von Kaijus, Horror-Monstern und Aliens gleichzeitig verhindern? Zumal er nicht einmal verstand weshalb die Dinge geschahen wie sie geschehen… Nein, es war eigentlich vollkommen unmöglich dass er diese ganze Sache verhindern könnte. Er hatte aber auch noch einen anderen Plan, wobei sich das nicht wirklich mit einem seiner Versprechen beißen sollte. Er hatte versprochen Kims Leben in diesem Zyklus zu retten und das würde er nun auch tun… Nur vielleicht etwas anders als Sandra es sich damals vorgestellt hatte. Und dann würde er beginnen zu versuchen die Sache ganz zu verhindern, falls das für ihn überhaupt möglich war. Für den Moment würde er sich weiter den positiven Seiten des Time Loops hingeben und eine dieser Seiten war nun einmal, dass er praktisch unbegrenzt Zeit hatte, ebenso wie die Tatsache dass nichts was er tat oder unterließ überhaupt irgendwelche Konsequenzen hätte. Und nachdem sein Plan mit Sandra so gut funktioniert hatte, würde er sich nun seinem Plan mit Kim widmen. Das hätte auch den Vorteil, dass er ihr Leben dadurch auch gleich noch mit retten könnte. Nun musste er es aber erst einmal hinbekommen, dass sie sich mit ihm ohne Sandra treffen würde. Und das erschien ihm immer noch der schwierigste Teil des Ganzen zu sein. Noch dazu war er sich sicher, dass die Aussichtsplattform Kim nicht so sehr beeindrucken würde wie Sandra, also brauchte er auch hierfür eine andere Idee. Da ihm schnell klar werden sollte, dass ihm die Zeit davon lief bevor die Hauptverabredung der drei startete, nahm er sich schnell sein Smartphone und entschied sich eine Nachricht einzutippen.
„Hi Kim,
Auf dem Festival ist erstaunlich wenig los und irgendwie hab ich gerade einfach wesentlich mehr Lust etwas anderes zu unternehmen. Von hier aus wären es zwei Stunden Fahrt bis zu diesem einen Vergnügungspark in den du doch auch schon immer wolltest und ich hätte gerade echt ziemliche Lust darauf da mit dir hinzugehen. In die Stadt fahren kann ich euch auch noch morgen zwischen 10:00 und 15:00“, lautete sie und Julian schickte sie ab. Er konnte nicht leugnen, dass er schrecklich ungeduldig wurde und die anschließenden fünf Minuten Wartezeit sich wie Kaugummi zogen. Aber die Antwort sollte folgen.
„OK??? Bist du dir damit auch echt sicher? Du warst nie der Typ für Achterbahnen und Freefall-Towers und solche Sachen… Insofern kommt das gerade echt ziemlich überraschend. Ist es auf dem Festival echt so langweilig?“, lautete sie.
„In dem Fall werde ich jetzt einfach mal etwas neues ausprobieren. Wie schlimm kann es schon werden wenn du dabei bist?“, antwortete Julian und hoffte dass er Kim gerade nicht noch weiter irritiert hätte als ohnehin schon.
„Nun gut… Dann fahren wir heute in den Vergnügungspark. Soll ich noch Sandra fragen ob sie mitkommen will?“, folgte Kims nächste Nachricht und das war erneut die Nachricht die Julian fürchtete. Aber er entschied sich dieselbe Antwort zu geben wie im letzten Zyklus bei Sandra.
„Ich würde dieses Abenteuer lieber mit dir alleine haben“, tippte Julian in sein Smartphone und zuckte unweigerlich zusammen als Kims Antwort darauf herein kam. Er hatte nicht unbedingt Lust einen Zyklus abzuwarten und einen weiteren qualvollen Tod zu erleben um einen weiteren Versuch starten zu können. Dies war zwar die einzige Konsequenz die er in diesem Time Loop tragen müsste, aber die müsste er immer noch tragen. Und dennoch nahm er etwas angespannt sein Smartphone und sah sich die Nachricht an, während er lediglich hoffte dass er die Sache nicht völlig an die Wand gefahren hatte.
„Klar doch. Bis gleich dann“, lautete sie und Julian war sich unsicher wie er das jetzt verstehen sollte. Definitiv war es jedoch ein Ja gewesen. Den Rest würde er nun einfach heraus finden müssen.

`Das war aber einfach gewesen und das auch noch beide Male´, dachte Julian noch kurz bevor er mit seinem Transporter vor der Unterkunft von Kim und Sandra erschien. Anscheinend wusste Julian in Wahrheit ganz genau wie er mit Frauen umgehen musste… Er hatte nur immer viel zu viel Angst gehabt dieses Wissen umzusetzen aus irgendeinem Grund. Wahrscheinlich weil er im sozialen Bereich einfach niemals fähig gewesen war Konsequenzen abzuschätzen und sich Handlungen und Aussagen ja eigentlich nicht mehr zurück nehmen ließen. Aber nun war er in einem Time Loop gefangen und Konsequenzen, besonders die sozialer Natur existierten nicht mehr. Für einen Menschen wie ihn eigentlich ein absoluter Traumzustand. Julian begann sich zu fragen ob er den Time Loop wirklich wieder loswerden wollte oder ob er es nicht einfach so hinnehmen sollte. Er konnte alles tun was er wollte, alles sein was er wollte und selbst seine beiden besten Freundinnen daten ohne die Freundschaft zu zerstören. Alles was er akzeptieren musste waren ein paar Schmerzen wenn er starb und irgendwie fühlte es sich das in der letzten Zeit absolut wert an. `Wie viel besser könnte es denn überhaupt noch werden?´, dachte Julian sich noch, bevor Kim aus der Unterkunft kommen sollte und ihn nicht nur aus seinen Gedanken riss, sondern auch noch dafür sorgte dass ihm das Maul kurzzeitig offen stehen blieb und jeder Atem kurz stoppte. Erst nach einer gefühlten Sekunde schüttelte Julian kurz den Kopf und riss sich wieder zusammen. Er hatte Kim schon immer wunderschön gefunden, aber wenn sie sich noch für eine Date hergerichtet hatte, sah sie einfach unglaublich aus. Noch dazu hatte sie offensichtlich versucht einen etwas düstereren Stil anzunehmen, was etwa ihr Make-Up anging und Julian konnte nicht anders als zu vermuten, dass sie dies getan hatte um besser zu ihm zu passen und nicht zuletzt auch ihm besser zu gefallen. Und auch wenn ihre langen, blonden Haare sehr stark im Kontrast dazu standen, passte das alles immer noch perfekt zueinander. Zusätzlich dazu trug sie nun ein recht enges, schwarzes Oberteil, dass jedoch sehr viel ihrer Haut zeigte und einen schwarzen Mini-Rock aus Leder, der ihre tollen, langen Beine noch stärker betonte. Dagegen wirkte Julian mit seinem Band-Shirt von Archspire und seiner durch den Festivalaufenthalt teils etwas improvisierten Körperpflege schon nahezu etwas asozial. Positiv bemerkte er außerdem, dass Kim diesen Ausflug genauso als Date wahrnehmen sollte, wie er selbst, wenn sie sich schon in einer solchen Art hergerichtet hatte. Als Julian nun aussteigen sollte um sie zu begrüßen zeigte sich die reinste Freude in ihrem Gesicht ab und Julian kam nicht drum herum sich irgendwie von ihrer guten Stimmung mitgerissen zu fühlen.
„Hi Julian!“, rief sie direkt aus und umarmte ihn einmal direkt als er ihr nahe genug gekommen war. Julian hob etwas überrascht beide Arme und das obwohl er eigentlich hätte wissen müssen, dass ihn bei Kim eine solche Begrüßung erwarten konnte.
„Hi Kim“, grüßte er sie dann zurück versuchte bewusst ihren freundlichen Tonfall zu treffen und erwiederte die Umarmung, die sich bereits jetzt so unglaublich gut anfühlte, dass er Kim am liebsten nie wieder los lassen wollte. Das war tatsächlich genau das gewesen wovor er sich immer gefürchtet hatte. Gefühle die auf diesem Level intensiv waren, dass er seine Handlungen nicht mehr kontrollieren könnte. Plötzlich fühlte er, dass Kim sich von ihm löste und instinktiv ließ er sie los. Er hätte sie jedoch viel lieber noch länger in seinen Armen gehalten. „Du bist ja verletzt“, stellte sie dann fest und sah nach unten auf den Verband an seinem Bein, den er erneut vergessen hatte.
„Ach ja… Das… Bei meinem ersten Moshpit hat mich gleich mal einer umgehauen und da muss das passiert sein. Ist nicht weiter schlimm. Passiert halt öfter mal“, antwortete er etwas verlegen.
„Sowas passiert öfter bei euch Metal-Leuten? Das ist ja gefährlicher als das was wir gleich vor haben“, kommentierte sie in einem scherzhaften Tonfall und Julian kam nicht umhin auch ein wenig darüber zu lachen.
„Das werden wir dann noch sehen“, antwortete er genauso scherzhaft. „OK. Wollen wir dann?“, fragte er dann und deutete auf die Beifahrertür seines Miet-Transporters, die er auch gleich öffnete.
„Na klar doch!“, antwortete Kim und sprang förmlich ins Fahrzeug, bevor sie beide ihre Fahrt starteten.

Es war ungefähr eine halbe Stunde Fahrzeit vorüber, was höchstens ein Viertel dessen war was das Navigationssystem als Fahrzeit angegeben hatte. Tatsächlich war Kim ungewöhnlich still gewesen in dieser halben Stunde und Julian wusste gerade ebenfalls nichts mehr zu sagen. Das störte ihn ziemlich. Was wenn sie sich langweilte? Was wenn das zu einer Ablehnung seiner Person führte? Sicher er könnte es im nächsten Zyklus noch einmal versuchen, aber das hier würde ihm wohl tatsächlich kurzzeitig emotionale Schmerzen verursachen. Er musste diese ungewöhnlich angespannte Situation irgendwie etwas entschärfen. Aber wie? Was genau sollte er sagen? Plötzlich drehte Kim, welche die ganze Zeit aus dem Fenster gesehen und die Landschaft begutachtet hatte, sich zu ihm und nahm ihm das Problem scheinbar ab.
„Sag mal… Mir fällt gerade auf, dass wir uns schon so lange kennen und ich hab wirklich noch nie was von deinem Metal gehört…“, sprach sie ihn an und wirkte dabei selbst etwas unsicher, als ob sie nicht genau wüsste ob sie nicht gerade im Begriff war eine harte Grenze zu überschreiten. Und es stimmte… Gerade vor ihr hatte Julian seine Musik immer versteckt so gut er es konnte. Sie wirkte nie wie eine Person, die an so etwas auch noch Gefallen finden würde. Eher wie ein klassisches Party-Girl, dass entsprechende Musik bevorzugte.
„Hat sich halt irgendwie nie so richtig angeboten“, antwortete Julian schnell um diese für ihn wirklich extremst unangenehme Situation irgendwie zu umgehen. Sie hatte es gerade geschafft sämtliche Ängste bei ihm gleichzeitig zu triggern.
„Naja, in dem Fall ist doch jetzt der beste Moment. Wir haben immerhin noch eine lange Fahrt vor uns“, kommentierte Kim und wirkte dabei sehr froh und als ob nichts im Stande wäre dies zu ändern. Eine der Eigenschaften die Julian neben ihrem Aussehen so gut an ihr gefielen.
„Na gut, dann also…“, kommentierte er als ihm klar wurde dass es aus dieser Situation keinen wirklich anderen Ausweg geben sollte. Es war wahrscheinlich ohnehin unvermeidlich. Er konnte das alles was er war nicht ewig vor ihr verstecken, besonders nicht wenn er gerade ein Archspire-Shirt trug. Langsam und ohne dabei den Blick von der Straße zu nehmen, nahm er sein Smartphone zur Hand und begann seine Sammlung durch zu gehen. Aber was sollte er ihr vorlaufen lassen? Er wollte zumindest irgendetwas wählen, was ihr auch gefallen würde. Archspire oder gar Extermination Dismemberment wären da bestimmt keine gute Wahl dafür. Memphis May Fire, Fit For A King oder Downswing vielleicht eher. Nach einer Weile entschied er sich für zwei ganz andere Bands. Er hatte entschieden mit dem Song Slow Burn von der Band The Word Alive zu starten, direkt darauf sollten die letzten zwei Alben von Any Given Day folgen. Und wenn dann noch Raum auf der Reise für mehr Musik wäre, könnte man ja noch etwas hinzu fügen. Kim reagierte offensichtlich überrascht auf das erste Stück, da es auch überhaupt gar nicht wie ein Metal-Song startete.
„OK? Ich muss gestehen… Das hatte ich jetzt gar nicht erwartet“, kommentierte sie. „Das hast du jetzt aber nicht nur wegen mir ausgesucht oder?“, fügte sie dann noch schnell hinzu und Julian merkte wie er sich auf frischer Tat ertappt fühlte. Sie kannte ihn eben doch besser als er selbst angenommen hatte. Wieso auch nicht, nach all den Jahren?
„Schon ein wenig… Aber es ist tatsächlich eines meiner Top 10 oder zumindest Top 20 Lieblingslieder… Wieso? Gefällt es dir denn?“, antwortete ihr dann weitgehenst wahrheitsgemäß.
„Ja… Absolut… Und das überrascht mich auch so sehr daran… Es ist wirklich romantisch, aber es ist Metal. Ich wusste bisher gar nicht dass das geht“, kommentierte Kim.
„Ja, spannend oder? Metal hat tatsächlich für jede Stimmung eine passende Unterrichtung“, erklärte Julian sich schnell ein wenig.
„Und das ist das was du dir auch sonst so anhörst?“, fragte Kim noch einmal genauer nach.
„Ein Teil davon ja. Das hier höre ich mir meistens an, wenn´s mir gerade gut geht. Ich hab aber auch wesentlich heftigeres Zeugs, das höre ich mir eher an wenn´s mir nicht so gut geht“, erklärte er weiter.
„Und jetzt im Moment geht´s dir gerade gut?“, fragte Kim ihn dann in einem etwas provokanten Tonfall. Nun war der Punkt gekommen an dem Julian etwas riskieren musste, das konnte er deutlich fühlen.
„Naja… Das Wetter ist klasse, ich bin gerade unterwegs in einen Vergnügungspark und das dann auch noch zusammen mit dir… Wie könnte es mir da nicht gut gehen?“, antwortete er und er konnte Kim direkt im Gesicht ansehen wie sie rot wurde. Er hatte das Kompliment nicht einmal direkt aussprechen müssen, damit sie es verstand. Eine Weile war es still und sie hörten sich lediglich die Musik an, die nun bereits zu Any Given Day gewechselt hatte.
„Uh… Das ist wirklich gut, muss ich zugeben…“, kommentierte nun Kim als das Stück Saviour zum Refrain übergegangen war.
„Ja, Any Given Day sind der Grund weshalb ich überhaupt hier bin. Aber leider spielen die erst morgen“, antwortete Julian wahrheitsgemäß, aber leider zog ihn der Gedanke auch etwas runter. Any Given Day zu sehen war durch den Time Loop und die Angriffe der Bestien unmöglich geworden. Genauso eine andere Band die laut Plan erst am nächsten Tag spielen würde. Julian konnte nicht anders als sich betroffen davon zu fühlen. Er hoffe lediglich dass er das gut genug vor Kim verstecken konnte.
„Na, dann hoffe ich mal, dass die auch wirklich so gut sind wie diese Aufnahme“, kommentierte nun Kim äußerst froh und schien Julians Schwermütigkeit bemerkt zu haben und zu versuchen ihn wieder aufzubauen. Zumindest war das die Erklärung die Julian sich hierfür geben sollte. „Ich würde ja fast mitkommen, wenn die mich ohne Karte auf´s Gelände lassen würden“, fügte sie dann noch hinzu.
„Naja… Da kann man vielleicht ja noch was machen, wenn du wirklich willst“, antwortete Julian dann und sah kurz auf sein Navigationssystem um zu sehen wie weit es noch bis zum Ziel wäre. Er stellte fest, dass es noch eine ganze Stunde Fahrt sein sollte.
„Klar doch… Ich denke Sarah und Julia kann ich auch danach noch besuchen gehen“, sagte Kim und Julian bemerkte dass sie nun eher in der Mitte des Fahrzeugs saß anstelle von der rechten Seite. Scheinbar war sie ihm nicht nur emotional, sondern auch räumlich näher gekommen. Julian konnte nicht bestreiten, dass ihn das gerade mehr verängstigte als es sollte. Nicht nur, dass dies etwas Gutes war, er nun schon mehrere andere Liebschaften gehabt hatte und der Time Loop dafür sorgte dass er nicht wirklich etwas falsch machen konnte, es handelte sich auch noch um Kim. Er konnte gar nicht mehr genau sagen wie lange er sich genau das gewünscht hatte. Aber wahrscheinlich war genau das auch das Problem daran.
„Sag mal… Wie geht´s eigentlich Steven so?“, traute Julian sich nun auch bei Kim zu fragen.
„Ich und Steven… Wir haben kurz vor dieser Fahrt Schluss gemacht…“, antwortete sie und wirkte tatsächlich ziemlich niedergeschlagen alleine von der Frage.
„Moment… Ihr habt was?“, fragte Julian noch einmal etwas schockiert nach. „Ich hoffe aber nicht speziell wegen dieser Fahrt oder wegen… mir“, fügte er dann noch hinzu.
„Naja… Steven konnte dich noch nie so richtig leiden und wollte nie dass wir uns zu dritt treffen. Und dann jetzt diese Fahrt… Das konnte er irgendwie nicht so ganz weg stecken und dann haben wir uns deshalb gestritten und wir haben Schluss gemacht“, erklärte Kim sich weiter und Julian erschrak etwas bei dem Gedanken daran, dass ein Berg Muskeln wie Steven jemanden wie ihn scheinbar als Konkurrenz für sich selbst betrachtet hatte. Julian war zwar mindestens 15cm größer als Kims Ex-Freund, aber gute 5cm schmäler gebaut und von dessen Muskulatur konnte ein nerdiger Vollversager wie Julian höchstens nachts träumen. Erreichen konnte er das aber realistisch nicht mehr in seinem Leben, dafür war er mittlerweile auch etwas zu alt.
„Das tut mir wirklich leid… Das wollte ich nicht…“, kommentierte Julian äußerst unsicher und er konnte fühlen wie er in sich zusammen brach. Kims Beziehung schon vor der Fahrt zerstört zu haben nahm ihn mehr mit wie er selbst zugeben wollte.
„Ist schon OK. Du kannst ja nichts dafür, dass Steven ein eifersüchtiger Vollidiot gewesen ist“, antwortete Kim, während sie weiter über die Autobahn fuhren und mittlerweile nur noch eine halbe Stunde von ihrem Ziel entfernt waren.

Die Ankunft am Vergnügungspark stellte tatsächlich einen Wendepunkt in der bedrückten Stimmung für beide dar. Kim sprang förmlich völlig freudig aus dem Transporter und Julian konnte ebenfalls nicht leugnen, dass er sich auf das was ihm alleine schon im Park bevor stand sehr freute. Achterbahnen, Free-Fall-Tower und viele andere derartige Attraktionen auszuprobieren stand immer noch auf seiner Liste von Dingen, die er Frei von jeder Konsequenz einmal getan haben wollte. Die er eigentlich auch ohne den Time Loop schon immer mal getan haben wollte, er hatte nur davor einfach zu viel Angst gehabt. Aber wie viel schlimmer als von einem Kaiju oder mehreren Horror-Monstern mit Tentakeln stückchenweise bei lebendigem Leib aufgefressen zu werden konnte kein einziger Tod, den Julian sich auf einer Achterbahn oder auf einem Free-Fall-Tower vorstellen konnte sein, dessen war er sich absolut sicher. Noch dazu tat er das alles auch noch zusammen mit Kim, dem Mädchen dass er schon länger liebte als er überhaupt wusste was verliebt sein eigentlich bedeutete. Und auch wenn gerade in mehrfacher Hinsicht sein großer Traum wahr geworden war… Er hatte ein komisches Gefühl in der Magengegend, dass er sich einfach nicht erklären konnte. Hatte es etwas damit zu tun, dass er sich in gewisser Weise verfolgt fühlte? Mehrmals sah er sich um, konnte aber niemanden erkennen, der ihn verfolgt haben könnte. Keine einzige Person die sich hier auf dem Parkplatz und in der Warteschlange zum Eingang befand hatte er jemals vorher schon gesehen. Etwas irritiert zuckte er kurz mit den Schultern und schüttelte den Kopf um das seltsame unerklärliche Gefühl irgendwie zu betäuben. Denn nun hatte er etwas ganz anderes vor. Er wollte mit Kim in diesen Park gehen, egal was sonst noch um ihn herum passierte, egal was später noch passieren würde. Bereits in der Warteschlange hatte Kim sich wesentlich enger neben ihm platziert als sie es von den Platzverhältnissen her hätte müssen und Julian hatte das Gefühl, dass sie ihm mit jedem Schritt den sie dem Eingang näher kommen sollten ebenfalls näher kam. Mittlerweile waren sie an der Reihe und Julian kaufte beiden die Eintrittskarten. Eine davon gab er Kim, wobei sich ungewollt ihre Hände berührten. Julian konnte trotz aller Erfahrung die er bereits mit körperlichem in den anderen Loops gesammelt hatte nicht vermeiden, dass er seine Hand im Reflex wieder zurück zog und schrecklich peinlich berührt rot anlief und dann neben ihr her zum Eingang stapfen sollte. Plötzlich fühlte er Kims Arm, der sich in seinen eingehängt hatte und ihren Körper direkt rechts neben sich. Er konnte nicht vermeiden, dass seine Gesichtsfarbe noch roter wurde. Julian hatte fast das Gefühl dass sein Kopf gleich explodieren würde, so stark wirkte Kims Nähe auf ihn. Er hatte kaum Zeit sich an den Zustand zu gewöhnen, denn nun betraten sie schon den Park und ein recht großes Gebiet mit allem was die Webseiten versprochen hatten offenbarte sich den beiden. Julian fühlte sich fast schon überfordert und wusste gar nicht wo er überhaupt anfangen sollte. Vielleicht war es doch keine so gute Idee gewesen gleich mit Kim dorthin zu gehen und es nicht vorher alleine in einem anderen Zyklus ausprobiert zu haben. Nach einer kurzen Absprache entschieden die beiden sich zunächst für eine der kleineren, nicht zu heftigen Achterbahnen. Schon in der Warteschlange konnte Julian fühlen wie seine innere Anspannung zunehmen sollte. Es war das erste Mal für ihn dass er ein solches Fahrgeschäft aufsuchte und auch wenn er genau wusste, dass er im schlimmsten Fall wieder auf dem Festival erwachen würde und keiner sich an sein Versagen erinnern würde, er hatte Angst. Und diese Angst wurde stärker, je kürzer die Warteschlange wurde. Sein Fokus wechselte jedoch als Kim sich scheinbar entschieden hatte seine Hand zu nehmen. Noch etwas irritiert sah er sie von oben herab an, während Kim ihm einen Blick zuwarf der Julian so etwas wie `Ist schon in Ordnung. Ich hab auch Angst´ mitteilte und das alles ohne dass sie beide ein Wort miteinander hatten wechseln müssen. Mittlerweile war es soweit. Kim stieg als erste in den Wagen der Achterbahn und Julian folgte sehr zögerlich. Nein, es war eher so, dass er sich von Kim an der Hand hinterher ziehen ließ. Beide setzten sich und zogen den Fixierungsbügel nach unten. Weitere Leute stiegen ein und als alle Wägen voll besetzt waren begann sich das Schienenvehikel langsam in Bewegung zu setzen. Zunächst noch Bergauf. Das war noch nicht besonders schlimm. Julian nutzte den Moment noch einmal um zu Kim zu sehen, die seine Hand nicht einmal losgelassen hatte seit sie diese ergriffen hatte. Sie bemerkte seinen Blick und sah ihn ebenfalls an und lächelte kurz. Julian konnte bei diesem tollen Anblick nicht vermeiden, dass er zurück lächelte kurz bevor die Achterbahn sich bergab zu bewegen begann und die eigentliche Fahrt beginnen sollte. Einige Fahrgäste schrien laut auf, Kim zählte zu ihnen. Julian hielt sich zurück und versuchte nur irgendwie die Fahrt lebend zu überstehen ohne einen Herzinfarkt zu bekommen oder einen Unfall zu haben. Allerdings schon beim dritten Gefälle konnte Julian nicht leugnen, dass er sich bereits daran gewöhnt hatte. Das war alles nicht halb so schlimm wie von riesigen Kaiju-Monstern zertrampelt oder von Horror-Monstern bei lebendigem Leibe aufgefressen zu werden. Ab diesem Moment empfand Julian das alles sogar schon als richtige Entspannung. Und Kim? Die schien das Gefahrengefühl, das sie in einem solchen Fahrgeschäft hatte, sehr zu genießen. Und während der gesamten Fahrt hatte keiner der beiden die Hand des anderen los gelassen. Beide wirkten unglaublich glücklich als sie ausstiegen und zum Ausgang gingen.
„So… Was machen wir jetzt als nächstes?“, warf Julian direkt ein und begann sich auf der Karte des Parks umzusehen.
„Ich wäre für das hier“, antwortete Kim und deutete mit dem Finger auf den Free-Fall-Tower.
„Dann gehen wir dort als nächstes hin“, kommentierte Julian und beide setzten sich in Bewegung.

Der Free-Fall-Tower stellte sich als noch härtere Erfahrung heraus als die Achterbahn davor. Aber auch das sollte Julian nur noch kurzfristig schocken. Er war immerhin schon von Horror-Monster bei lebendigem Leibe aufgefressen worden. Ähnlich sollten auch die zweite noch heftigere, schnellere Achterbahn mit Loopings und Schrauben im Kurs sich für ihn darstellen. Und je mehr dieser Fahrgeschäfte er besuchte umso weniger musste er sich überhaupt daran gewöhnen. Und Julian konnte außerdem eine Sache nicht leugnen… Er hatte unglaublichen Spaß dabei und das lag nicht nur daran, dass er diese Erfahrung mit Kim teilte, sondern daran, dass es ihm unglaublichen Spaß machte. Lediglich die Moshpits auf seinem Festival waren eventuell spaßiger, aber das konnte er gerade gar nicht so genau sagen. Während alle dem hatte Kim seine Nähe nicht verlassen und auch seine Hand nicht losgelassen. Sie hatten sich bereits geeinigt, dass sie den Park langsam verlassen wollten, aber hatten noch ein letztes Fahrgeschäft aufgesucht, eine Art Wasser-Achterbahn. Aber auch die konnte Julian nicht mehr wirklich schocken, nach allem anderen was er hinter sich hatte. Freudig lachend verließen sie beide die Attraktion und fanden sich dann direkt auf einem der Hauptwege wieder. Julian fühlte dass dies der Moment war in dem er es riskieren musste. Und wenn nicht würde er es im nächsten Zyklus noch einmal versuchen. Und so sah er Kim zunächst einfach nur an und versuchte seinen Mut zusammen zu nehmen. Doch nun war es Kim, die ihn zunächst zusätzlich mit der anderen Hand an der Schulter packte und ihn dann schnell küsste. Dann ließ sie zum ersten Mal seine Hand los und umarmte ihn stattdessen lieber, während sie nicht mit den Küssen aufhörte. Julian entschied sich direkt diese Umarmung zu erwiedern und ließ seinen Gefühlen absolut freien Lauf. Wie lange hatte er davon geträumt, dass dies tatsächlich passieren würde? Und nun passierte es wirklich… Oder tat es das? War dies in gewisser Weise nicht nur ein Traum, da sich ja bald alles wieder zurück setzte und ein neuer Zyklus beginnen würde? Für den Moment schob Julian diesen Gedanken einfach wieder beiseite und gab sich Kim völlig hin.
„Lass uns irgendwohin gehen, wo uns keiner stören kann…“, flüsterte Kim ihm nun leise zu als sie es geschafft hatte ihren Mund kurz von seinem zu lösen.
„Nun… Ich hab im Auto ein Bett und einige andere Sachen die man in einer Wohnung so im allgemeinen hat“, kommentierte Julian ein wenig scherzhaft und Kim kicherte kurz darüber, bevor sie ihn erneut zu küssen begann.
„In Ordnung… Gehen wir dorthin“, antwortete sie ihm dann und beide gingen so schnell sie konnten in Richtung des Ausgangs, wo der Transporter von Julian noch auf dem Parkplatz stand.

Das musste einfach ein Traum gewesen sein… Das konnte nicht real sein… Niemals hatte Julian erwartet, dass ein Mensch sich überhaupt so wohl fühlen konnte, wie er es gerade in diesem Moment tat. Und wenn er nach rechts neben sich sah, wo Kim in seinem Arm lag und ihn anlächelte, war er sich sicher, dass es ihr ähnlich gehen musste. Wie lange ging dieser Zyklus jetzt eigentlich schon? Julian hatte das Gefühl, dass er wesentlich länger gelebt hatte als die letzten Male und bisher waren zumindest an diesem Vergnügungspark noch keine Monster irgendwelcher Art aufgetaucht. Vielleicht könnte er ja mit Kim zusammen durchbrennen und irgendwo wo diese Monster noch nicht angekommen waren ein einfaches Leben aufbauen. Wahrscheinlich war das aber zu viel verlangt. Julian wusste genau dass dieser Traum den er gerade lebte irgendwann enden müsste. Aber gottverdammt, er wollte nicht dass es endete. Schnell entschied er sich sie noch einmal zu küssen, einfach aus blanker Angst, dass er gleich ohne sie auf dem Festival wieder erwachte.
„Julian… Ich muss dir etwas sagen… Ich…“, begann Kim dann zu sprechen und irritierte Julian damit sehr. Was war so wichtig, dass sie es ihm unbedingt jetzt sagen musste? „Ich liebe dich… Schon ganz lange… Sogar noch bevor du abgenommen hast. Ich dachte nur immer irgendwie, dass du mich nicht lieben würdest“, sprach sie dann weiter.
„Wie bist du denn darauf gekommen, dass ich ein so wunderschönes und unglaublich liebes Mädchen wie dich nicht lieben würde?“, konnte Julian sich nicht verkneifen zu fragen.
„Naja… Immer wenn ich dir näher gekommen bin hast du gewirkt als ob du es nicht wollen würdest…“, antwortete sie ihm und Julian kam nicht umhin innerlich schockiert zu reagieren. Es handelte sich tatsächlich um eines der gewaltigsten Missverständnisse der gesamten Weltgeschichte, so hatte er das Gefühl.
„Ich… Ich… Ich hatte einfach Angst…“, antwortete er zögerlich aber wahrheitsgemäß.
„Angst wovor?“, fragte Kim genauer nach.
„Angst dass du mich nicht so sehr mögen würdest, wie ich dich und ich diese Annährungen falsch verstanden habe“, sagte Julian und fühlte wie sich eine gewaltige Last von seinen Schultern gelöst hatte nachdem er das alles vor ihr offen ausgesprochen hatte. „Weist du Kim… Ich liebe dich auch… Schon als du damals in der Grundschule als einzige Person überhaupt zu mir gekommen bist um dich um mich zu kümmern, hab ich dich geliebt“, erklärte Julian sich weiter und Kim küsste ihn noch einmal und das so intensiv und lange, dass Julian glaubte sie wollte noch eine weitere Runde starten. Plötzlich krachte es außerhalb des Fahrzeugs lautstark und Julian bekam bereits schlimmste Befürchtungen. Offensichtlich waren entweder die Monster oder vielleicht sogar die Aliens hier beim Vergnügungspark angekommen.
„Was war das?“, fragte Kim schockiert und öffnete die Seitentür des Vehikels nur um noch schockierter festzustellen, dass gerade ein riesiges Kaiju-Monster im Park erschienen war und diesen langsam aber sicher zerstörte. „Wa… Wa… Was ist das?“, brachte sie gerade noch in ihrer Schockstarre heraus als Julian sie schnell am Arm packte und zurück ins Fahrzeug zog.
„Kim… Es gibt da noch etwas, dass ich dir erzählen muss…“, begann er erstaunlich ruhig und gelassen zu sprechen. Er wusste genau, dass der Traum den er gerade noch geträumt hatte nun zu Ende sein würde und jetzt war es Zeit daraus zu erwachen. „Ich wusste, dass das passieren würde. Ich stecke in einem Time Loop fest. Jedes Mal wenn ich sterbe, wache ich auf dem Festival wieder auf und alle haben alles vergessen. Dann passiert das Selbe wieder und wieder und wieder“, erklärte er sich dann wobei er sich unsicher war ob Kim gerade auch fähig war zu erfassen was sie da zu hören bekam.
„Aber… Aber… Aber…“, stotterte sie kurzzeitig. „Aber wieso sagst du das mir erst jetzt?“, fragte sie als sie sich wieder dazu im Stande fühlte.
„Hättest du mir so etwas absurdes geglaubt ohne dass du zumindest eines der Monster selbst gesehen hast?“, fragte Julian dagegen und Kim versuchte sich immer verzweifelter die Tränen zurück zu halten. Offensichtlich war ihr klar, dass Julian vollkommen recht hatte, mit allem, auch mit seiner letzten Aussage.
„Was werden wir jetzt tun?“, fragte sie dann während ihr weiter Tränen über das Gesicht liefen.
„Hier… Nimm den Schlüssel und fahr so weit weg von hier wie du nur kannst. Ich werde so lange sehen was ich hier vielleicht noch tun kann. Im schlimmsten Fall werde ich sterben und der Zyklus startet erneut. Dann wirst auch du das alles hier vergessen haben“, antwortete Julian, während er wie er es gesagt hatte, die Schlüssel für den Transporter an sie übergab.
„Aber ich… Ich will das hier nicht vergessen… Ich liebe dich, Julian“, kommentierte Kim und Julian umarmte sie schnell noch einmal.
„Ich will auch nicht, dass du es vergisst, aber ich fürchte es ist die einzige Möglichkeit die uns bleibt“, antwortete er ihr.
„Bitte… Komm einfach mit mir… Lass uns irgendwo anders hingehen und dort neu anfangen“, schlug Kim ihm nun vor.
„Und was ist mit den anderen Leuten? Was ist mit Sandra?“, fragte Julian.
„Sandra? Was soll mit ihr sein?“, warf nun Kim überrascht und schockiert ein.
„Wahrscheinlich ist sie in die Stadt gefahren und auch schon tot“, antwortete Julian und Kims ohnehin schockierter Blick wurde nur noch schockierter. Julian war sich unsicher wie viel von alle dem sie noch verkraften könnte, ohne zusammen zu brechen oder den Verstand zu verlieren. „Verstehst du? Ich muss das tun. Es ist der einzige Weg. Es war ein wunderschöner Traum… Das alles hier… Aber nun ist es an der Zeit für uns beide wieder aufzuwachen“, erklärte Julian sich weiter. „Also… Wirst du tun, was ich dir gesagt habe?“, fragte er Kim nun und Kim nickte schnell mit dem Kopf, bevor Julian sie noch einmal umarmte und küsste. „Lebe wohl meine große Jugendliebe, ich werde das alles hier niemals vergessen, auch wenn ich weiß dass du es wirst“, sagte er noch, bevor er sich von ihr löste und den Transporter so schnell verließ wie er konnte.

Julian konnte noch im Augenwinkel sehen, wie Kim tatsächlich das Vehikel startete und sich auf den Weg machte. Egal wohin. Hauptsache sie war aus der Gefahrenzone heraus. Aber was sollte Julian jetzt machen? Das Kaiju-Monster wütete bereits massiv im Park und hatte bereits einige Attraktionen durch bloße Unachtsamkeit umgestoßen und eingerissen. Nicht mehr lange und von dem Vergnügungspark wäre nichts mehr weiter als ein Trümmerhaufen übrig. Julian wagte einen Blick durch den Eingangsbereich. Tatsächlich war nicht nur eines der riesigen Kaiju-Monster anwesend, sondern auch jene kleineren Horror-Monster welche das Festival angriffen. Scheinbar bestand ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Arten von Viechern, auch wenn Julian nicht genau wusste welcher das überhaupt sein könnte. Plötzlich sah eines der kleineren Horror-Monster in seine Richtung. Erschrocken zog Julian sich zurück und kauerte sich hinter der Mauer zusammen. Hoffentlich hatte es ihn nicht bemerkt. Julian konnte von seinem Versteck aus die Schritte der Bestie hören und er konnte auch wahr nehmen, dass sie lauter wurden. Offensichtlich kam die Bestie langsam näher. Irgendetwas musste Julian unternehmen. Er brauchte irgendeine Art von Waffe. Irgendetwas womit er zumindest zurück schlagen konnte, wenn die Bestie ihn angreifen würde. Das Monster war bereits ganz nahe. Er konnte es bereits atmen hören. Es war wahrscheinlich bereits zu spät und so entschied Julian sich lieber so klein zu machen wie er konnte und zu hoffen, dass er sich irrte. Plötzlich wechselte der Fokus des Monsters und es entschied sich lieber an Julian vorbei und auf den Parkplatz des Parks zu gehen. Julian traute seinen eigenen Augen nicht als er die Aliens sehen konnte die sein Zuhause in einem anderen Zyklus vernichtet hatten. Nur dieses Mal waren es nicht nur drei. Es waren viele. Julian wusste nicht genau wie viele, aber wesentlich mehr als drei. Ein Geräusch wie es lediglich Hochtechnologie von sich geben konnte ertönte und plötzlich fegte ein Plasma-Projektil aus einer der Alien-Schuss-Waffen das erste Horror-Monster einfach beiseite. Lediglich eine Blut- und Eingeweidespur blieb davon zurück. Das nächste folgte und dann das übernächste, bevor die Monster wie ein Schwarm aus dem Park heraus stürmten und ein gewaltiges Inferno aus Plasma-Projektilen regnete auf sie ein. Offensichtlich waren die Monster und diese Aliens keine Freunde oder Allierten. Sie waren Feinde. Eines der Schiffe enttarnte sich über dem Park und eröffnete das Feuer auf das Kaiju-Monster das sich immer noch dort befand. Das Monster schrie laut auf vor Schmerz als die gewaltigen blauen Projektile in seinen Panzer einschlugen und zeigte offensichtlich Anzeichen von Verletzungen, aber es hielt weiter stand und packte sich ein Stück der bereits zerstörten Achterbahn-Strecke, welches es dem Raumschiff entgegen schleuderte. Blaue Energie-Schilde blitzen auf und schienen Schäden von dem Schiff fern zu halten, dass nun mit einer Waffe feuerte die Julian am ehesten an Raketen erinnerte. Dieses Mal entschied das Kaiju-Monster sich schnell darunter hinweg zu ducken und wurde von allen Projektilen verfehlt, welche lediglich gewaltige Explosionen im Park hinterließen. Mittlerweile hatten die Monster die Aliens erreicht und stürzten sich direkt auf sie. Allerdings verstanden diese es sich die Horror-Monster mit ihren Speeren, Arm-Klingen und anderen Nah-Kampf-Waffen von sich fern zu halten. Blut und Körperteile von Monstern spritzten in förmlich alle Richtungen und auch Julian blieb in seinem Versteck nicht davon verschont. Plötzlich konnte er sehen wie eines der Monster eines der Aliens erreichte und es zunächst mit allen seinen Tentakeln packte um es langsam vor sich in die Höhe zu heben. In einer ruckartigen Bewegung riss es dem Alien beide Arme aus und stürzte sich dann auf ihn um wahrscheinlich zu versuchen den Alien in ähnlicher Art aufzufressen wie Julian es auf dem Festival bei Menschen hatte beobachten können. Ein weiteres lautes Krachen ertönte und dann noch eins und dann immer mehr. Als Julian sich dem Park zuwandte konnte er sehen, dass gleich fünf weitere Kaiju-Monster im Park erschienen waren. Gleichzeitig starteten eine ganze Reihe kleinerer Vehikel von dem großen Raumschiff. Julian nahm an dass es sich um Raum-Jäger handelte, welche sich schnell ebenfalls mit Schnellfeuer-Waffen auf die Kaiju-Monster stürzten und auch das größere Raumschiff feuerte weiter, während nun sechs riesige Bestien es mit Trümmerteilen bombardierten.

Julian hatte nicht mitbekommen woher die anderen fünf Monster gekommen waren. Aber eines wusste Julian sicher. Diese Aliens hatten zwar stärkere Waffensysteme als das Militär, aber sie schienen diesen Kampf ebenfalls zu verlieren. Was er ebenfalls genau wusste war, dass er für den Moment für beide Fraktionen zu unbedeutend war und sie ihn ignorierten, obwohl er sich mitten im Geschehen befand. Irgendetwas musste er unternehmen. Irgendetwas. Nur was? Flucht war sinnlos. Nicht nur dass er unmöglich zu Fuß diesem Inferno entkommen könnte, er würde dadurch auch nicht das geringste gewinnen. Einem weiteren Alien wurde gerade direkt neben seinem Versteck in den Kopf gebissen und dann der Kopf mit bloßer Gewalt der Kopf ausgerissen. Blut spritzte dabei förmlich in alle Richtungen, bevor der Körper des Aliens leblos direkt neben Julian zusammen brach. Julian wollte reflexartig aufschreien, aber er hielt sich gerade noch die Hand vor den Mund und hielt sich so davon ab. Der Laut den er dabei jedoch von sich gegeben hatte genügte um das Monster auf ihn aufmerksam zu machen. Mit seinen brutalen Augen starrte es Julian an, während aus seinem grässlichen Gesicht mit den spitzen Zähnen noch das Blut des Aliens abtropfte. Dann stürmte es mit hoher Geschwindigkeit auf Julian zu. Was sollte er tun? Er konnte einfach nichts tun. Diese Situation war trotz allem einfach zu viel für ihn. Unbewusst und ohne es überhaupt selbst zu bemerken griff er nach einer der Waffen des toten Aliens neben ihm. Ein Speer den er auch direkt nutzte um ihm dem Monster durch den Bauch zu rammen. Wütend schreiend versuchte die Bestie mit ihren Klauen nach ihm zu greifen, aber sie war immer noch ein paar Zentimeter zu weit entfernt um ihn erreichen zu können. Noch einmal schrie das Horror-Monster auf, bevor es versuchte Julian mit seinen Tentakeln zu packen. Aber Julian hatte sich bereits eine weitere Waffe des Aliens genommen, bei der sich um eines der gebogenen Schwerter handelte und trennte einen Tentakel nach dem anderen damit ab, so lange bis keiner mehr übrig war. Noch einmal schrie das Monster wütend auf und versuchte seine letzte Kraft aufzubringen um Julian doch noch zu erreichen. Und tatsächlich sollte es den Speer ein paar Zentimeter weiter in den Körper treiben und Julian damit noch ein Stück näher kommen, aber da Julian noch einmal zurück wich, so lange bis ihn die Mauer des Parks aufhielt, genügte es nicht mehr um ihn zu erreichen. Ein weiterer lauter Schrei und das Monster starb und bewegte sich nicht mehr. Erst jetzt bemerkte Julian wie angespannt er war und wie schnell und tief sein Atem. Nur langsam wurde es ihm möglich sich wieder zu beruhigen und einen klaren Gedanken zu fassen. Dann zog er den Speer aus dem Horror-Monster und nahm ihn an sich, ebenso die Klinge die er zuvor noch genutzt hatte. Ferner fand er bei dem Alien noch eines dieser Plasma-Gewehre durch die er selbst bereits in einem Zyklus den Tod gefunden hatte. Er hatte nicht die geringste Ahnung wie die Waffe funktionierte und sie war unglaublich schwer für ihn. Wie diese Aliens die einfach so führen konnten, das konnte Julian sich zwar durch ihren gewaltigen Körperbau erklären, aber abartig erschien ihm das trotzdem. Und was die Funktion der Waffe anging… Irgendwo musste sie wie andere Waffen auch, ebenfalls einen Auslöser haben. Wenn er den kannte, konnte der Rest doch nicht mehr ganz so schwierig sein. Ihm blieb jedoch keine Zeit sich weiter damit zu befassen, denn nun stürmte eine größere Menge Horror-Monster aus dem Eingang auf ihn zu und zwangen ihn schnell die Taste zu betätigen die er für den Auslöser hielt. Tatsächlich fegte ein Plasma-Projektil das erste Horror-Monster beiseite. Dann das nächste und dann das übernächste. Bis auf ihr Gewicht ließ sich die Waffe unglaublich intuitiv handhaben, selbst für jemanden wie ihn, der noch nie vorher eine Schuss-Waffe benutzt hatte. Weitere Horror-Monster kamen auf ihn zu und Julian feuerte weiter in die Masse, bevor die Plasma-Waffe ihre Funktion stoppte. Verdammt! Wieso ausgerechnet jetzt? Panisch begann er sich umzusehen und stellte fest, dass er bereits von dem Schwarm völlig umschlossen war. Um ihn herum waren außerdem alle anderen Aliens bereits gefallen. Lediglich das Raumschiff und die Jäger kämpften noch gegen die Kaiju-Monster im Park. Dies war das Ende, das wusste Julian. Und so ließ er die ebenfalls recht schweren Nah-Kampf-Waffen einfach fallen und setzte sich in Erwartung seines baldigen Todes auf den Boden. Dies war offensichtlich alles was er in diesem Zyklus noch erreichen konnte. Er dachte an Kim und an Sandra. Keine von beiden würde bei seinem nächsten Erwachen noch etwas von dem wissen was sie in den anderen Zyklen zusammen erlebt hatten. Und auch wenn er das vorher gewusst hatte, er konnte nicht verhindern, dass ihn das unglaublich störte. So wunderschön diese Erlebnisse für ihn gewesen waren, er bereute es. Er hätte das niemals tun dürfen. Nun gab es aber noch eine Sache die er tun konnte und die war zu verhindern, dass diese Mistviecher ihm einen Qualvollen Tod bereiten würden. Schnell und bestimmt griff er nach der Klinge mit der er die Tentakel des einen Monsters abgetrennt hatte und hielt sie sich an den Hals. Scheiße! Das war wesentlich schwieriger als er angenommen hatte. Es war nur eine Ruckartige Bewegung und alles wäre vorbei. Aber Julian zögerte. Langsam kamen die Monster näher. Sie wirkten ein wenig verunsichert. Eine bessere Gelegenheit würde er nicht mehr bekommen. Noch einmal dachte er an Kim, bevor er lautschreiend zu Ende brachte was er angefangen hatte und sich wie er es erwartet hatte in seinem improvisierten Bett im Transporter auf dem Festival wieder fand. Der nächste Zyklus hatte also begonnen und weder Kim noch Sandra würden sich an etwas erinnern was in den anderen geschehen war. Julian konnte nicht verhindern, dass er laut schreiend in Tränen ausbrach. Er hatte sie beide erreicht und dann wieder verloren. Wie sollte er auf diese Art überhaupt noch weiter existieren? Und wie könnte er noch weiter existieren, selbst wenn er den Time Loop durchbrechen würde? Wollte er dann überhaupt noch weiter existieren?
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So, ich dachte ich bringe zum Schluss die Action noch ein wenig wieder zurück, nicht dass noch ein völlig falsches Bild der Geschichte entsteht. :mrgreen: Das gesagt... Dieser Teil war wieder etwas unangenehm für mich zu schreiben und ich bin echt froh, dass wir mit dem Scheiß endlich durch sind. Ab jetzt gibt es keine Kapitel mehr mit Selbstzensur und das Ganze wird sich wieder mehr auf das eigentliche Geschehen konzentrieren, anstelle von Beziehungs- und Aufreißer-Krams. Es sind in diesem hier zwar schon ein paar Andeutungen gefallen, aber spätestens der nächste Teil wird klar machen, weshalb die hier trotzdem hatten sein müssen. Bis zum nächsten Teil dann also. :mrgreen:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Neues Intro: Like Moths To Flames – How To Be Lonely

Neues Outro: Like Moths To Flames – Killing What´s Underneath

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Kapitel 11 – Der Tod definiert das Leben:

Bild

Schnell sprang Julian auf als ihm klar wurde, dass es eine Sache gab, die er tun konnte. Er hatte Sandra schließlich versprochen, dass er das alles irgendwie in Ordnung bringen würde und er fühlte sich immer noch an dieses Versprechen gebunden. Allerdings wurde ihm immer klarer, dass es für ihn nicht möglich war diese Invasion zu verhindern. Wer war er denn schon? Nicht einmal das Militär hatte die Fähigkeiten etwas davon zu verhindern und dann sollte er es? ER? Ein beschissener kleiner Vollversager, der lediglich etwas davon verstand Computerspiele zu spielen und ein wenig Gitarre und nichts davon auf einem Niveau dass er Geld damit verdienen konnte? Und jemand wie er sollte nun eine Invasion von Aliens und Horror-Monstern aufhalten? Das war einfach völlig unmöglich. Er konnte die Leute auf dem Festival nicht retten, er konnte sein Zuhause und das von Kim und Sandra nicht retten. Er konnte die Stadt und den Rest der Welt nicht retten. Aber es gab eine einzige Sache die er vielleicht tun konnte. Er konnte Kim und Sandra retten. Oder zumindest konnte er es versuchen. Bloß wie? Der einfachste Weg wäre, wenn er sie von der Wahrheit überzeugen konnte. Aber dass das bei Sandra nicht funktionieren würde ohne auch nur den geringsten Beweis für das was er sagte, wusste er bereits und er hatte keinen Grund anzunehmen, dass Kim ihm eher glauben würde, auch wenn er es bei ihr noch nicht versucht hatte. Und bisher war es ihm immer nur möglich gewesen eine von beiden zu retten indem er sie auf ein Date mitnahm. Der einzige Weg sie beide zu retten, war ihnen die Wahrheit zu sagen und sie dazu zu bringen, dass sie ihm die auch glauben würden. Was konnte er denn nur tun um sie beide von der Wahrheit zu überzeugen, so dass er wenigstens sie in Sicherheit bringen könnte bevor das Chaos beginnen würde? Julian wurde jedoch recht schnell klar, dass er sie beide persönlich aufsuchen musste und das so schnell es ihm möglich war. Vielleicht gab es eine Option sie zu überzeugen, wenn er ihnen beiden direkt gegenüber stand. Und so sprang er förmlich direkt in seinen Transporter und verließ das Gelände so schnell es ihm möglich war. Er musste möglichst schnell zur Unterkunft der Beiden und sie überzeugen.

Eilig stürzte Julian aus seinem Vehikel als er angekommen war als er bemerkte, dass die Unterkunft keine Türklingel hatte, die er hätte benutzen können. Also nahm er sich schnell sein Smartphone und rief bei Sandra an.
„Hallo?“, meldete sie sich und Julian zuckte beim Klang ihrer Stimme zusammen, die wie erwartet kein Anzeichen dessen zeigte, was er mit ihr im vorletzten Zyklus erlebt hatte. Julian hatte das vorher gewusst, aber es jetzt auch noch direkt zu erleben traf ihn härter als er erwartet und sogar im Vorfeld befürchtet hatte.
„Ja, Hallo… Ich stehe schon unten und würde gerne hoch kommen, ich muss dringend mit euch beiden reden“, schaffte er es dennoch zu antworten, da er wusste wie dringend und eilig die Situation war, wenn er sie beide retten wollte. Und tatsächlich sollte sehr bald Sandra die Tür öffnen und Julian trat ein. Dann führte sie ihn ohne ein weiteres Wort nach oben in die eigentliche Unterkunft wo Kim bereits an einem kleinen Tisch mit vier Sitzplätzen saß. Sandra setzte sich schnell dazu und Julian ebenfalls.
„OK, Julian… Du meintest du müsstest mit uns reden und hier sind wir“, kommentierte Kim die unglaublich angespannte Situation und Julian konnte nicht leugnen, dass er das hier fürchtete. Aber er wusste auch, dass die Anzahl seiner Versuche unbegrenzt war. Entsprechend atmete er noch einmal tief durch und versuchte so gelassen nach außen hin zu wirken wie er es nur konnte.
„Ich werde euch gleich etwas erzählen… Und ich weiß dass ihr mir das nicht glauben werdet… Ihr werdet mich für völlig irre halten… Aber es ist trotzdem die Wahrheit und ich kann´s auch beweisen“, begann er dann ruhig zu sprechen. Dann stoppte er kurz und sah in die Gesichter der beiden, die noch irritierter aussehen sollten als zuvor noch. „Ich stecke in einem Time Loop fest. Jedes Mal wenn ich sterbe wache ich ungefähr vor ner halben Stunde auf dem Festival auf und erlebe ab da alles wieder und wieder“, sprach er weiter und sah beiden Frauen im Gesicht an, dass sie nur noch weiter irritiert worden waren als vorher noch. Sie schienen ihn aber weiter sprechen zu lassen, für den Moment. „Das war noch nicht alles. Wir müssen so schnell wir können hier weg. In ungefähr vier Stunden wird das Festival von Horror-Monstern angegriffen und alle dort sterben. Die Stadt in die ihr fahren wollt wird von riesigen Kaiju-Monstern angegriffen und völlig zerstört sobald wir dort ankommen. Und innerhalb der nächsten sechs Stunden werden Aliens unser Zuhause völlig vernichten“, sprach er weiter und bemerkte dass besonders Kim immer mehr Schwierigkeiten damit bekam ihn nicht zu unterbrechen.
„Du hattest recht, Julian… Das klingt alles völlig irre und glauben tue ich dir das nicht“, sagte sie dann als Erste.
„Warte mal Kim. Er meinte er könnte es beweisen“, unterbrach Sandra sie jedoch jetzt.
„Na gut… Also wo sind diese Beweise?“, fragte nun Kim, wenngleich sie immer noch recht wütend wirkte da sie offensichtlich immer noch damit rechnete angelogen zu werden. Julian würde es wahrscheinlich in dieser Situation nicht anders ergehen.
„Sandra… Du hast vor zwei Monaten mit Christian schluss gemacht… Kim… Du hast kurz vor der Fahrt mit Steven schluss gemacht… Nein, das habt ihr mir beide niemals erzählt und es hat auch keine von euch geplaudert. Ihr habt mir das beide in einem anderen Zyklus erzählt“, antwortete er und er konnte Kim im Gesicht ansehen, dass sie gerade kurz davor stand vor Wut zu explodieren und ihn wahrscheinlich sogar zu verprügeln. Bei Sandra sah es nicht ernsthaft besser aus, aber sie schien sich besser unter Kontrolle zu haben. Julian wusste, dass er versagt hatte und gerade alles nur noch schlimmer gemacht hatte. Er musste sich schnell eine andere Option überlegen wie er den beiden Beweisen konnte, dass er die Wahrheit sagte.
„Julian… Raus hier… Verschwinde...“, meldete sich dann Sandra ruhig zu Wort.
„Verpiss dich, du beschissener kleiner Stalker und lass dich nie wieder bei uns sehen, sonst rufen wir die Polizei“, fügte Kim dem ganzen noch hinzu.
„Verstehe… Wie ihr meint…“, antwortete Julian lediglich und stand vom Sitzplatz auf. Dann ging er langsam rückwärts Richtung Tür und hob beschwichtigend beide Arme. „Ich…“, versuchte er noch zu sagen.
„Julian ich schwöre dir wenn noch ein Wort aus deinem Maul kommt rufe ich trotzdem die Polizei“, unterbrach ihn jedoch Sandra und Julian entschied sich lieber sich umzudrehen und fluchtartig durch die Tür zu verschwinden. Im Anschluss sprang er in seinen Transporter mit dem er an den Aussichtspunkt fuhr an dem er mit Sandra zusammen gekommen war um dort wie auch damals schon von dem Abhang hinunter in den Tod zu stürzen um den nächsten Zyklus starten zu können. Und er konnte nicht bestreiten, dass es gerade ohnehin das war, was er tun wollte. Das gerade eben hatte ihn stärker verletzt als er bereit war zu zugeben. Aber irgendwie hatte er es auch verdient für seine Dummheit. Er hätte wissen müssen, dass man das auch hätte in dieser Form verstehen können. Jetzt konnte er nur noch sterben und den Zyklus neu beginnen. Aber bevor er das tun konnte brauchte er einen neuen Plan… Irgendetwas womit er es ihnen beweisen konnte. Plötzlich traf es ihn wie ein Geistesblitz, denn die Lösung war wesentlich einfacher als er es sogar selbst angenommen hatte.

Sollte Julian auf dem Bett in seinem Transporter auf dem Festival erwachen. Sein Plan war nun in den letzten paar Zyklen Gang gesetzt worden, alles was er tun musste war ihn umzusetzen. Und so fuhr er wie die anderen Male zuvor auch zu Kim und Sandra an die Unterkunft und betrat den Raum in dem die beiden ihn an dem Tisch erwarteten. Er setzte sich dieses Mal nicht, sondern begann gleich zu sprechen, ähnlich wie das letzte Mal auch schon.
„Bevor ihr euch gleich wundert… Wir haben dieses Gespräch schon geführt… Mehrmals… Ich stecke in einem Time Loop fest, bei dem ich jedes Mal wenn ich sterbe auf dem Festival vor einer halben Stunde wieder aufwache und das kann ich euch auch beweisen. Nehmt mal bitte eure Hände hinter den Rücken und zeigt eine bestimmte Anzahl an Fingern“, begann er zu sprechen und beide Frauen sahen sich kurz irritiert an, bevor sie die Hände hinter den Rücken nahmen.
„Sandra… Du zeigst 3 Finger… Kim… Du 7“, kommentierte er. „Noch einmal…“, sagte er. „Kim 4, Sandra 2… Noch einmal… Kim 5, Sandra 8“, fügte er hinzu und wiederholte den Vorgang noch ganze vier weitere Male. „So… Wie oft lag ich daneben?“, fragte er dann ein wenig provokativ, während er in die schockierten Gesichter der beiden sah, die offensichtlich langsam verstanden hatten, dass er die Wahrheit gesagt hatte.
„Das…“, begann Kim einzuwerfen.
„…war doch alles nur ein Zufall?“, beendete Julian ihren Satz für sie. „Das hier etwa auch?“, fügte er dann noch hinzu. „Nein, Sandra… Ich habe nicht betrogen… Und wenn doch, dann sag mir bitte genau wie“, sprach er dann für sie den Satz aus, den sie offensichtlich gerade sagen wollte und schockierte beide Damen damit sichtbar.
„Aber das ist doch alles…“, versuchte Kim zu sagen.
„…völlig unmöglich? Ich wünschte das wäre es, aber hier stehe ich und kenne alle eure Handlungen im Voraus. Woher sollte ich das alles wissen, wenn ich es nicht schon einmal vorher gesehen hätte?“, erklärte Julian sich weiter und Sandra begann schwerer und schneller zu atmen, während Kim sich schockiert die Hand vor den Mund hielt und sich offensichtlich versuchte die Tränen zurück zu halten.
„Oh mein Gott… Es ist tatsächlich wahr“, kommentierte sie dann.
„Aber das… Oh mein Gott, Julian… Dein wievielter Loop ist das denn dann?“, warf nun Sandra ein.
„Keine Ahnung… Der 50ste? Nein… Ich glaube irgendwas um die 65… Ich hab irgendwann bei 20 aufgehört zu zählen“, antwortete er dann etwas verlegen, denn so weit war er bisher tatsächlich noch überhaupt nicht gekommen.
„Du… Du hattest doch gesagt, dass du wieder aufwachst, wenn du stirbst…“, stellte nun Kim fest und Julian nickte das ganze einfach nur ruhig und gelassen ab.
„Dann bist du 65 mal gestorben?“, fragte nun Sandra und Julian nickte das ganze erneut einfach nur gelassen ab.
„Oh mein Gott, Julian!“, riefen sie beide vollkommen schockiert und fast gleichzeitig aus.
„Das ist ja schrecklich!“, fügte nun Kim der gesamten Situation noch hinzu und irritierte nun Julian ziemlich, denn das war keine Reaktion, die er überhaupt erwartet hatte. Für ihn war das Sterben nach dem Zyklus schon fast normal geworden. Aber wahrscheinlich waren es diese beiden, die gerade wie normale Menschen darauf reagierten und er war es, der schon geschädigt war, von allem was er bereits erlebt hatte.
„Dann glaubt ihr mir?“, fragte er noch einmal genauer nach.
„Ja, Julian!“, antwortete Kim ihm schnell.
„Wir glauben dir!“, fügte Sandra noch hinzu und Julian bemerkte direkt wie sich eine innere Spannung von ihm löste, von der er sich nicht sicher war wie lange sie überhaupt da gewesen war. Zum ersten Mal seit das alles begonnen hatte, hatte er es geschafft jemanden davon zu überzeugen, dass er in dieser Zeitschleife fest steckte. Und von allen Personen dann auch noch Sandra und Kim, seine beiden Kindheitsfreundinnen und die Frauen in die er sich verliebt hatte. Er versuchte es zu verhindern, aber er brach dennoch in Tränen aus. Tränen blanker Erleichterung.
„Ich… Ihr… Ich hab´s so lange versucht irgendwem zu sagen… Ich…“, brachte Julian gerade noch zwischen seinen Schluchzern heraus, bevor er Sandras Hand auf seiner Schulter fühlte
„Ist schon gut…“, sprach sie ihn ruhig an.
„Wir glauben dir…“, fügte Kim genauso ruhig an und legte ihre Hand auf seine andere Schulter und eine Weile verharrten die drei so, während Julian sich schnell versuchte wieder unter Kontrolle zu bringen.
„Julian… Wegen deiner Tode…“, begann Kim vorsichtig zu sprechen. „Wie sind die eigentlich passiert?“, fragte sie dann und riss Julian schlagartig aus seinem Gefühlsausbruch. Richtig! Er hatte eigentlich gar nicht die Zeit sich mit seinen Gefühlen auseinander zu setzen, er musste die beiden und sich selbst schnell in Sicherheit bringen. Aber zuerst musste er ihnen davon erzählen. Und so erzählte er, von den Aliens, von den Monstern, von allem und hoffte, dass die beiden ihm das ebenfalls glauben würden.

„OK, ich muss zugeben, das klingt jetzt schon alles sehr unglaublich“, kommentierte Kim die ganze Sache.
„Aber das mit seinem Time Loop hat er uns ja schon bewiesen, warum sollte das andere dann nicht auch stimmen?“, warf Sandra nun jedoch ein und Kim dachte offensichtlich kurz nach.
„Ja schon, aber Aliens und Horror-Monster… Das Ende der Welt… Das klingt alles schon sehr extrem irgendwie“, kommentierte Kim nochmal.
„Also ich glaube ihm“, sagte Sandra.
„Ich hab nie gesagt, dass ich ihm nicht glaube“, erwiederte nun Kim etwas aufgebracht, bevor Julian schnell beschwichtigend die Hände hob.
„Letzten Endes müsst ihr mir das gar nicht glauben. Ihr müsst mir für den Moment nur vertrauen. Ich versuche euer beider Leben zu retten. Kommt einfach mit mir. Wir verschwinden von hier und sitzen irgendwo, wo wir sicher sind, die ganze Sache aus. Wenn es stimmt was ich sage wird sich die ganze Sache in ungefähr drei Stunden von selbst beweisen. Und wenn es nicht stimmt, dann bringe ich euch in vier Stunden wieder hier her zurück und ihr habt nichts verloren außer ein wenig Zeit“, erklärte er sich den beiden.
„Mich brauchst du gar nicht weiter zu überzeugen. Ich komme mit dir“, antwortete Sandra ihm.
„Naja, sieht aus als sollte ich schnell wieder alles zusammen packen gehen“, fügte Kim nun noch hinzu und beide Frauen verschwanden für ein paar Minuten in ihren Schlafräumen. Danach erschienen sie wieder bei ihm mit ihren fertig gepackten Koffern.
„In Ordnung… Dann sollten wir jetzt wohl verschwinden“, kommentierte Julian und die beiden nickten es ab, bevor sie zu dritt die Unterkunft verließen, die Koffer im Transporter verstauten und sich dann auf den Weg machten. Es gab nur ein einziges Problem. Julian war bisher noch nicht so weit gekommen gewesen und wusste daher nicht wo er die beiden überhaupt hinbringen sollte. Er hatte außerdem immer versäumt sich Nachrichten auf seinem Smartphone anzusehen sobald die Invasion begonnen hatte. So hätte er zumindest heraus finden können wo er die beiden nicht hin bringen durfte. Er war sich jedoch auch unsicher ob es überhaupt einen sicheren Ort gab, den er realistisch mit diesem Vehikel erreichen konnte. Fakt war jedoch, dass er es versuchen musste. Was er wusste war, dass sowohl die nächste größere Stadt als auch der Vergnügungspark und das Festival Gefahrenzonen waren. Nach Hause bringen könnte er sie auch nicht, das wäre nicht mehr da bis sie dort ankämen. Aber das Land bestand ja nicht nur aus diesen Orten. Und so entschied sich Julian die übernächste große Stadt anzusteuern und zu sehen wie es dort aussah. Schnell hatten sie die Autobahn erreicht und waren nun auf dem Weg. Julian fühlte sich unglaublich gelassen und entspannt für das was er da gerade tat und was ihnen allen eventuell bevor stehen sollte. Vielleicht lag das aber auch einfach nur immer noch daran, dass die beiden ihm geglaubt hatten. Er fühlte jedoch deren Anspannung und Unsicherheit. Und wirklich verübeln konnte er ihnen das nicht. Selbst mit allen Beweisen, die er für seinen Time Loop geliefert hatte war dies eine Geschichte die man nur schwer glauben konnte.
„Julian… Sag mal…“, sprach ihn nun Sandra an. „Wie ist das eigentlich zu sterben?“, fragte sie dann etwas zögerlich.
„…Und dann wieder aufzuwachen?“, fügte Kim dann schnell noch hinzu.
„Das ist nichts was ihr je selbst erfahren wollt“, antwortete Julian bewusst kurz und knapp, da er sich selbst nicht an die Details erinnern wollte. Schnell bemerkte er jedoch, dass dies keine wirklich zufriedenstellende Antwort war. „Sterben ist schmerzhaft, wahrscheinlich schlimmer als alles was ihr euch vorstellen könnt. Und wenn ihr wieder aufwacht fühlt ihr diese Schmerzen danach noch eine ganze Weile. Dazu kommen der Schock und die Panik und manchmal ist man froh, dass alle alles wieder vergessen haben und manchmal… manchmal nicht“, erklärte Julian weiter und stockte kurz am Schluss, da ihn das selbst wieder an etwas erinnerte, was er gerade lieber verdrängen würde. Er sah lieber schnell auf die Uhr um festzustellen, dass der Angriff auf das Festival bald starten würde. Die Stadt die bald angegriffen wurde, hätten sie ebenfalls gleich erreicht und dann auch sehr schnell hinter sich gelassen. Julian konnte jedoch nicht leugnen, dass er ein wirklich ungutes Gefühl bekam. Die Zeit wurde knapp. Er begann das Fahrzeug weiter zu beschleunigen und rammte dann zehn Minuten später schnell den Fuß auf die Bremse um kurz vor einem Stau zum Stehen zu kommen.
„Scheiße!“, rief er einmal laut aus.
„Was ist da wohl los?“, kommentierte Kim.
„Wollen die etwa alle aus der Stadt raus?“, fügte Sandra noch hinzu.
„Es ist eigentlich noch zu früh dafür. Der Angriff geht eigentlich erst in ziemlich genau 17 Minuten los“, stellte Julian fest.
„Was machen wir denn jetzt?“, fragte Sandra noch, während Julian schon genau über diese Frage begonnen hatte nachzudenken. Zu aller erst musste er jedoch die Ursache für den Stau heraus finden. Dazu öffnete er die Fahrertür und deren Fenster und kletterte dann schnell auf das Dach um von dem erhöhten Standpunkt aus etwas mehr sehen zu können. Der Stau war jedoch sehr lang. Es war unmöglich die Ursache festzustellen. Die gute Nachricht war jedoch, dass noch keine Kaiju-Monster erschienen waren. Anderenfalls hätte er die ziemlich sicher vom Dach seines Fahrzeugs aus gesehen. Und während er wieder zurück zu den beiden Frauen ins Auto stieg begann er sich darüber zu wundern, wie einfach ihm dieser körperliche Kraftakt gefallen war. Anscheinend machten sich sein Gewichtsverlust und die zwei Jahre im Fitness-Center doch ziemlich bemerkbar.
„Und? Was ist da vorne los?“, warf Kim direkt ein.
„Keine Ahnung. Lässt sich auch von da oben nicht erkennen“, antwortete Julian, während er weiterhin einen Ausweichplan überlegte. Mittlerweile waren es noch zehn Minuten bis das Kaiju-Monster die Stadt angreifen würde und bei dem Stau tat sich immer noch nicht das geringste. „Wir werden den Seitenstreifen benutzen und sehen, dass wir hier so schnell wie möglich runter kommen“, kündigte er den beiden Damen seine nächste Handlung an und tatsächlich steuerte er das Vehikel auf den Seitenstreifen, wo er bisher das einzige Fahrzeug war und entsprechend gut voran kam. Tatsächlich war dort eine Ausfahrt… Aber sie führte in die Stadt hinein die er eigentlich hinter sich lassen wollte. Und mittlerweile blieben ihnen nur noch fünf Minuten bis zum Angriff der Bestie. Gottverdammt, was sollte er nur tun? Da ihm keine andere Wahl blieb nahm er die Ausfahrt in die Stadt und versuchte dort einen Weg zu finden sie rechtzeitig wieder zu verlassen.
„Julian? Was tust du? Ich dachte die Stadt ist der Ort an dem wir sterben“, warf Sandra irritiert ein.
„Ist sie auch. Aber durch den Stau kommen wir nicht durch und deshalb muss ich eine andere Route finden“, antwortete er und bemerkte nicht nur wie er selbst immer stärker verspannte, sondern auch dass die beiden dies bemerkten und selbst immer mehr Angst bekamen und das obwohl sie nicht einmal wirklich wussten was auf sie zukam. Nur noch drei Minuten bis zum Erscheinen des Kaiju-Monsters und der Weg durch die Stadt zog sich. Plötzlich stürmte eine große Gruppe Menschen panisch vor ihm über die Straße und eines der kleineren Horror-Monster bewegte sich von rechts in sein Sichtfeld. In einer schnellen Reaktion wich Julian dem Wesen zur Seite aus, wobei er das Auto auf seiner linken Seite einfach weg rammte, was er mit nur wenigen Blechschäden an seinem eigenen einfach konnte, da es sich lediglich um einen kleinen Kleinwagen handelte, bei seinem um einen wesentlich größeren Transporter. Beide Frauen schien panisch auf von der gesamten Situation, während Julian erschrocken feststellen musste, dass es schon längst zu spät war und er bereits versagt hatte.

„Hast du das gesehen?“, warf Kim ein.
„Ja… Was war das für ein komisches Viech?“, antwortete Sandra.
„War das eins von diesen Tentakel-Monstern von denen du uns erzählt hast?“, richtete Kim sich nun an Julian, der lediglich mit dem Kopf nickte, während er so schnell er konnte das Vehikel durch den dichten Stadtverkehr schlängelte. Schnell wurde ihm klar, dass sie alle drei noch am Leben waren und er somit noch nicht versagt hatte. Noch konnte er sie beide retten. Er musste es nur aus dieser Stadt heraus schaffen. Ein Blick auf das Navigationssystem verriet ihm, dass es nicht mehr weit war. Ein Blick auf die Uhr jedoch, dass jede Sekunde das erste Kaiju-Monster erscheinen würde. Und tatsächlich konnte er nicht nur ein lautes Krachen hören, so wie die Male vorher wenn es erschien, sondern er konnte es auch im Rückspiegel sehen. Was ihn dabei besonders irritierte war die Tatsache, dass es scheinbar einfach aus dem Boden gestoßen und damit praktisch aus dem Nichts erschienen war. Hatte es etwa die ganze Zeit unter der Stadt in einer Art Schlafzustand gewartet? Julian blieb jedoch keine Zeit sich darüber allzu viele Gedanken zu machen, denn nun raste er einfach an einer roten Ampel vorbei und schlängelte das Auto durch einen Seitenverkehr von nicht zu unterschätzender Dichte. Zum ersten Mal in seinem gesamten Leben war er froh hunderte Stunden in den Burnout-Racing-Games verbracht zu haben, in denen man solche Dinge praktisch im Minutentakt tat. Das hatte ihm ermöglicht die Situation ausreichend abzuschätzen um schadenfrei hindurch zu kommen. Es war nun wirklich nicht mehr weit. Nur noch wenige Kilometer bis zum Ausgang der Stadt. Militär-Jets fegten bereits über das Vehikel der drei und nahmen das Monster hinter ihnen unter Feuer, aber Julian wusste bereits, dass sie keine Chance hätten. Bestenfalls könnten sie als Ablenkung dienen, damit sie entkommen konnten. Plötzlich erhob sich jedoch unter lautstarkem Krachen ein weiteres Kaiju-Monster direkt vor ihnen und zerstörte die Straße und alles andere was sich über ihm befunden hatte. In einer schnellen Reaktion rammte Julian nun erneut den Fuß auf die Bremse und suchte nach einem Ausweg. Als er sich umsah stellte er jedoch fest, dass sich zusätzlich zu dem Kaiju-Monster auch ein großer Schwarm der kleineren Monster um die drei herum eingefunden hatte. Es würde wahrscheinlich nicht mehr sehr lange dauern bis sie angreifen würden. Julian wusste nun ziemlich sicher, dass er versagt hatte und er es im nächsten Zyklus noch einmal versuchen müsste. Nur wie sollte er das den anderen beiden erklären?
„Julian? Tu doch bitte irgendwas!“, sprach Kim ihn voller Panik an.
„Es gibt nichts was ich noch tun könnte. Wir können nicht mehr entkommen“, antwortete er erstaunlich gelassen für das was er da gerade sagte.
„Aber… Ich will nicht sterben!!! BITTE!!!“, schrie nun Sandra aus.
„Das werdet ihr auch nicht. Ich verspreche euch beiden, dass ich euch im nächsten Zyklus retten werde“, antwortete Julian nachdem er schnell die Türen des Fahrzeugs verriegelt hatte um sie von unbedachten Handlungen abzuhalten und von beiden die Hand genommen hatte.
„Wirklich?“, fragte Sandra noch einmal, während sie die kleineren Monster bereits um das Vehikel versammelten und sich auf den großen Angriff vorbereiteten.
„Ich würde euch beide niemals anlügen… Ich…“, antwortete Julian und stockte kurz, da er sich nicht sicher war ob das was er sagen wollte jetzt in dieser Situation angebracht wäre. „Ich liebe euch beide und ich werde euch retten. Das schwöre ich“, sagte er dann dennoch, während er sehen konnte dass sich das Kaiju-Monster in Bewegung setzte, direkt auf die drei zu. Kim und Sandra brachen fast zeitgleich in Verzweiflungstränen aus, so dass Julian sich entschied sie beide zu sich zu ziehen und tröstend in die Arme zu schließen. Im Moment ihres Todes bei ihnen zu sein und mit ihnen zu sterben war das einzige was er für den Moment noch tun konnte und das würde er tun. Ein lauter Krach und zersplitterndes Glas waren noch zu hören als das Kaiju-Monster das Fahrzeug erreichte, dann war kurz alles schwarz und Julian fand sich erneut im Bett auf dem Festival wieder.

Ein neuer Zyklus hatte also begonnen. Da Julian nun etwas besser wusste wie er vorgehen musste, tat er das Selbe wie im vorherigen und machte sich dann mit seinen beiden besten Freundinnen erneut auf den Weg. Dieses Mal in eine andere Richtung in der Hoffnung, dass er dort eine bessere Chance hätte. Dort begegneten ihm jedoch die Aliens welche die Kleinstadt in die er eigentlich hatte flüchten wollen mit einem einzigen Schuss aus einer der Hauptwaffen eines ihrer riesigen Raumschiffe vernichteten… mit dem Transporter und allen dreien zusammen. In einem anderen Zyklus konnte Julian tatsächlich die Stadt mit den beiden verlassen, da er eine Strecke um die gesamte Gefahrenzone herum gewählt hatte. Auf einem kleineren Hügel der einen guten Überblick bot stoppten sie und stiegen kurz aus um Luft zu schnappen. Plötzlich stieß eine Reihe Tentakel Sandra in einem grauenhaften, blutigen Vorgang von hinten durch den Torso bevor sie einfach zurück gerissen wurde und von einem der Horror-Monster gefressen wurde.
„NEEEEEIIIIIIN!!!!“, schrie Julian auf bevor sich von der Seite ein weiteres Monster auf die ohnehin in Schockstarre verfallene Kim stürzte und dann eins auf ihn selbst. Erneut hatte er versagt. Im nächsten Zyklus entschied er die beiden zu dem Aussichtspunkt zu bringen an dem er in einem anderen Durchgang mit Sandra zusammen gekommen war. Der Platz erschien ihm sicher, da er auch damals nicht angegriffen worden war. Dummerweise war dies ein Irrtum, der aus seinem Selbstmord heraus entstanden war, denn auch dort wurden sie von den Monstern gefunden und gefressen. Julian hatte die Anzahl seiner Versuche bereits aufgehört zu zählen. Es mussten bestimmt hundert Stück gewesen sein, aber jedes Mal scheiterte er. Jedes Mal starb entweder Kim oder Sandra, manchmal auch einfach nur er selbst. Es gab keine Option für ihn die beiden zu retten. Selbst wenn er es unter Einsatz seines eigenen Lebens schaffte setzte sich im Anschluss der Zyklus zurück und sein Erfolg war nichtig geworden. Scheinbar konnte er immer nur eine von beiden retten, indem er auf ein Date mit der einen ging und dabei die Andere opferte. Beide schien die Zeitschleife ihm einfach nicht zu gestatten. Wieso? Weshalb? Warum? Es war einfach zum Verzweifeln. Er war eben doch nur ein beschissener kleiner Vollversager und nicht einmal fähig die beiden Frauen die er liebte zu beschützen. Nachdem er sich nach dem 101sten Tod der beiden und seinem eigenen ein weiteres Mal in seinem Bett auf dem Festival wieder finden sollte, verließ er den Transporter und ging langsam irgendwohin. Er wusste nicht einmal genau wohin. Nichts ergab überhaupt noch irgendeinen Sinn. Und nun konnte er sich nicht einmal mehr das Leben nehmen, da er ohnehin lediglich wieder an der selben Stelle in der Zeit wieder aufwachen würde.
„Hey Mann? Ist alles klar bei dir?“, sprachen ihn zufällige Besucher des Festivals an, aber er ignorierte sie einfach völlig. Er fühlte sich wie ein Zombie und musste nach außen hin wahrscheinlich auch genauso aussehen, ähnlich musste die Art wie er sich gerade über das Festivalgelände bewegte auf andere wirken. Aber es war ihm egal. Alles war ihm einfach nur egal. Das alles sollte einfach nur ein Ende finden und wenn es gleichzeitig das Ende für ihn bedeutete. Aber selbst das war ein unmöglicher Wunsch in Julians Situation. Mittlerweile hatte er den Bühnenbereich erreicht und fühlte wie seine Beine langsam nachgaben. Völlig fertig setzte er sich mit dem Rücken an eine Absperrung wo er in eine Mischung aus völlig irrem Gelächter und verzweifelten Tränen ausbrach. Das hier war einfach viel zu viel für ihn. Das alles. Er hätte niemals diese Reise antreten sollen. Dann wäre es niemals so weit gekommen.
„Hey! Ist alles klar bei dir?“, sprach ihn plötzlich eine hohe, weibliche, unglaublich freundlich klingende Stimme an. Julian sah sie nicht an. Er gab sich einfach weiter dem irren Gelächter und verzweifelten Tränenausbruch hin.
„Es hat alles keinen Sinn… Egal was ich tue… Es kommt immer auf das selbe Ergebnis hinaus“, sagte er dann dennoch. „Sobald die Monster angreifen werden alle hier sterben und wenn ich sterbe werde ich wieder vor ungefähr ner Stunde in meinem Camp aufwachen und der Zyklus beginnt erneut“, fügte er dann noch hinzu.
„Ich weiß… Alleine können wir daran nichts ändern… Aber vielleicht finden wir ja zusammen eine Lösung für das Problem“, antwortete die zuckersüße, weibliche Stimme und Julian bemerkte, dass sie sich neben ihn gesetzt hatte. Etwas irritiert begann er seinen Kopf anzuheben und zu ihr rüber zu sehen. Nicht nur dass sie ihn nicht direkt für verrückt erklärt hatte bei dem was er gerade gesagt hatte, sie war auch einfach wunderschön. Sie war außergewöhnlich groß für eine Frau, mindestens 1,80m, aber nicht dünn so wie es die meisten Frauen in dieser Größe waren. Eher äußerst muskulös gebaut. Das konnte Julian sogar durch ihre Kleidung noch erkennen. Ihre Haare waren hellbraun und hatten ein paar blonde Strähnen und reichten ihr bis zum Hintern runter. Und sowohl dieser als auch ihre Brüste waren zwar nicht überdimensional groß, aber auch nicht klein. Alles hatte die perfekte Größe an ihr. Julian konnte sich den Gedanken `Wow, was für eine Frau´ bei ihrem Anblick nicht verkneifen, denn sie war in Fragen des Aussehens einfach perfekt. Dazu kam diese unglaublich tolle Stimme, die sie hatte.
„Ähm… Ich…“, begann er daraufhin kurz zu stottern, bevor er sich auf seine eigentliche Situation besann. „Nimm mir das jetzt bitte nicht übel… Du bist wirklich wunderschön, aber es hat nicht wirklich Sinn, dass ich mit dir rede. In ein paar Stunden startet der nächste Time Loop und dann hast du das alles sowieso wieder vergessen“, kommentierte er dann und legte den Kopf wieder auf seinen Armen ab.
„Bestimmt nicht… Ich loope nämlich auch“, antwortete sie ihm und schockiert hob Julian schnell wieder den Kopf an.
„Du tust WAS?!?!?“, rief er dann völlig überrascht aus und starrte die unbekannte Schönheit an als ob er gerade einen Geist gesehen hätte.
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So, da ist er. Der nächste Lost in Time-Teil, sogar mit neuem Intro und Outro. :D Ich bin selbst etwas überrascht was ich hier rein geschrieben hab. Das hatte ich teilweise anders und in anderer Abfolge geplant, aber mal sehen wie es so ankommt. Ich geh dann mal weiter tippen. Bis dann. :mrgreen:
Zuletzt geändert von Child of Bodom am Fr 17. Jul 2026, 23:03, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 12 – Eine neue Vorgehensweise:

Julian wusste überhaupt nicht wie er jetzt genau reagieren sollte. Nicht nur dass diese Frau die wahrscheinlich schönste war, die er in seinem gesamten Leben je gesehen hatte, sie hatte auch gerade behauptet, dass sie ebenfalls in einem Time Loop stecken würde. Er musste sich doch in irgendeiner Weise verhört haben. Das konnte überhaupt nicht sein. Er war der einzige der im Time Loop feststeckte und der einzige der sich an das Geschehen erinnern konnte. Allerdings… Woher wusste er eigentlich so genau dass er der einzige war? Konnte es nicht auch noch andere Menschen geben, bei denen sie selben Umstände wie bei ihm zutrafen, welche auch immer das waren?
„Ich… Ähhh… Du… Ich…“, stotterte Julian weiter und versuchte auch nur einen einzigen klaren Gedanken zu fassen. Gerade hatte er Sandra und Kim, die er beide liebte, hundert Mal sterben gesehen, unfähig es zu verhindern egal was er tat und nun tauchte diese Unbekannte auf und behauptete dass sie etwas ähnliches durch machte wie er. Das alles hätte ihm einen klaren Gedanken alleine schon unfassbar schwierig gemacht, aber dann war diese Frau auch noch unglaublich heiß, was ihm das Denken nur noch unmöglicher machte.
„Ja, du hast das schon richtig verstanden. Ich stecke auch in einem Time Loop fest und erlebe diese Monster-Invasion jedes Mal auf´s neue“, erklärte sich die Unbekannte und Julian zwang sich all seine unangebrachten Gedanken so schnell wie möglich zu verdrängen wie er konnte.
„Dein wievielter Loop ist das denn?“, fragte Julian immer noch irritiert von der Gesamtsituation.
„Weiß ich gar nicht mehr so genau… Der 200ste oder so? Keine Ahnung“, antwortete die Unbekannte ihm und schien zu bemerken, dass diese Frage ein Test von Julian gewesen war um zu sehen ob sie auch wirklich die Wahrheit sagte. „Weißt du denn noch wie oft du geloopt hast?“, fragte sie ihn dann und Julian schüttelte verneinend den Kopf.
„Ich hab auch keine Ahnung mehr… Müsste aber auch sowas um die 200 sein…“, antwortete er dann äußerst kleinlaut.
„Ach ja… Ich bin übrigens Christina“, stellte die unbekannte Schönheit sich ihm dann vor und reichte ihm zur Vorstellung die Hand.
„Julian…“, antwortete dieser und schüttelte kurz ihre Hand. Ihr Händedruck war warm und intensiv, was Julian definitiv anders erwartet hatte.
„Also Julian… Ich hab dich angesprochen, weil ich denke dass wir hier vielleicht zusammen einen Weg raus finden können“, sagte Christina nun.
„Nope… Ist ziemlich hoffnungslos… Ich weiß ja nicht mal wieso ich in dieser Zeitschleife gefangen bin, wie könnten wir dann einen Weg raus finden?“, antwortete Julian wieder niedergeschlagen.
„Naja… Vielleicht fällt dir ja irgendetwas besonderes ein von bevor das alles angefangen hat. Irgendwas, was du getan oder gesehen hast“, sagte Christina und brachte Julian noch einmal dazu intensiv nachzudenken.
„Nope… Nichts…“, antwortete er ihr dann. „Moment… Doch eine Sache war tatsächlich ziemlich komisch. Da war dieses komische Leuchten in diesem einen Gebüsch dahinten irgendwo. Dem bin ich nach gegangen, aber als ich ankam war da nichts mehr. Ich dachte dann es wäre vielleicht ein Fuchs oder eine Maus gewesen oder sowas“, stellte er dann plötzlich fest.
„Was? Du bist auch dem Leuchten im Busch nach gegangen? Ich glaube das ist wohl der Zusammenhang den wir gesucht hatten“, antwortete Christina und schien sich ihrer Stimme nach zu urteilen unglaublich über diese Erkenntnis zu freuen.
„Ich weiß allerdings nicht in wie weit uns das irgendwie weiter hilft. Jetzt wissen wir immer noch nicht was das genau ist und warum in ungefähr einer Stunde diese Monster angreifen“, kommentierte Julian die Situation weiterhin ziemlich niedergeschlagen.
„Na aber zumindest ist es ein Schritt weiter“, kommentierte Christina, die sich hörbar die Freude nicht nehmen ließ.
„Woher hast du eigentlich gewusst, dass ich auch loope und nicht einfach nur Drogen eingeschmissen hab oder sonst wie irre bin?“, fragte nun Julian etwas irritiert, da ihm ein seltsamer Verdacht kommen sollte. Nun war es Christina die schockiert reagierte, so als hätte sie zwar befürchtet dass er sie das fragen würde, aber gehofft hatte dass es er nicht würde.
„Naja… Ich…“, stockte sie kurz. „Ich bin dir öfter Mal gefolgt, als ich den ersten Verdacht hatte. Ich wollte erst ganz sicher sein, bevor ich mich dir offenbare, weißt du?“, antwortete sie dann etwas unsicher, aber mit ihrer zuckersüßen Stimme, so dass es Julian unmöglich war ihr das überhaupt übel zu nehmen, obwohl er das möglicherweise eigentlich hätte müssen.
„Verstehe…“, antwortete er dann und versuchte noch zu verarbeiten, dass Christina gerade seine Befürchtungen bestätigt hatte. Allerdings war dies auch die Erklärung für sein eigenartiges Gefühl, dass er verfolgt würde. Er war also verfolgt worden, von ihr. Er hatte sich das nicht nur eingebildet. Dann atmete er einmal tief durch und besann sich darauf, dass alles auch hätte viel schlimmer sein können. Es hätte ihm auch etwas ganz anderes gefolgt sein können. „Sag mal, Christina… Was macht jemand wie du eigentlich überhaupt hier auf einem Metal Festival? Du kommst mir irgendwie nicht wirklich wie ein Metal-Fan vor“, fragte er sie dann.
„Naja… Ich… Mein Freund hat mich hier her mitgeschleppt“, antwortete sie und nun war sie es die ziemlich niedergeschlagen wirkte.
„Dein Freund, wie fester Freund oder wie?“, versicherte Julian sich noch einmal und Christina nickte bestätigend mit dem Kopf.
„Mein Freund ist ein riesiger Fan von Gloryhammer, Primal Fear, Powerwolf und den Warkings. Der wollte unbedingt hier her. Also bin ich mit um auf ihn aufzupassen, du weißt schon... Und jetzt ist er eins der ersten Opfer dieser komischen Mistviecher“, erklärte Christina sich weiter und Julian sackte etwas niedergeschlagen in sich zusammen. Natürlich… Es wäre ja auch etwas zu viel verlangt gewesen, dass eine solche Schönheit wie Christina noch nicht vergeben war. „Was ist mit dir? Bist du alleine hier her gekommen?“, fragte sie dann nach einer Weile des Schweigens.
„Hier auf dem Festival ja… Aber meine beiden Kindheitsfreundinnen sind mit hier rauf gekommen. Sandra wollte ihren Vater besuchen und Kim ein paar Bekannte aus ihrer Schulzeit. Ich…“, antwortete Julian und stoppte an dieser Stelle kurz, da er sich unsicher war ob er das Christina wirklich erzählen sollte. Aber irgendetwas hatte diese Frau neben ihrem Aussehen und ihrer Stimme noch an sich, dass ihn automatisch dazu brachte sich ihr öffnen zu wollen. „Ich habe in den letzten 100 Zyklen versucht ihr beider Leben zu retten, wenn ich auch sonst nichts schaffe, aber sie sterben beide jedes Mal, egal was ich tue“, antwortete er ihr dann.
„Wem sagst du das? Ich konnte meinen Freund auch in keiner einzigen Zeitschleife retten, egal was ich versucht oder getan hab“, kommentierte nun Christina äußerst niedergeschlagen.
„Moment… Du hast deinen Freund 200 mal sterben sehen?“, fragte Julian schockiert nochmal genauer nach und Christina nickte zustimmend mit dem Kopf.
„Oh mein Gott… Das ist ja wirklich schrecklich…“, kommentierte Julian dann.
„Auch nicht schlimmer als die beiden Mädchen die man schon ewig kennt und für die man was übrig hat 100 mal sterben zu sehen“, antwortete Christina ihm und Julian unterdrückte gerade das Bedürfnis in Tränen auszubrechen. Er hatte durch den Time Loop jedes Zeitgefühl verloren und konnte daher nicht wirklich sagen, wie lange er das ganze schon durchmachte ohne wirklich eine Person wie sie zu haben, die es auch tatsächlich verstehen konnte und nicht nur versuchte es zu verstehen.
„Du meintest wir könnten zusammen eine Lösung hierfür finden? Hast du denn schon irgendeine Idee wie die aussehen könnte?“, fragte er Christina lieber schnell, aber sie schüttelte lediglich verneinend den Kopf.
„Ich hatte gehofft, dass du noch irgendetwas wüsstest, was ich nicht weiß, aber anscheinend weißt du auch nicht mehr“, sagte sie dann.
„Ich fürchte wirklich du hast die falsche Person angesprochen. Ich hab von Wissenschaft keine Ahnung und Kämpfen kann ich leider auch nicht“, kommentierte Julian niedergeschlagen.
„Das sieht bei mir leider nicht wirklich besser aus“, fügte Christina noch hinzu, bevor Julian plötzlich nach einer Idee aufsprang. „Was hast du vor?“, fragte sie ihn verwirrt.
„Naja… Ich hatte gerade eine Idee, was ich noch tun könnte. Aber das kann ich erst im nächsten Zyklus machen. Ich werde versuchen in Kontakt zu diesen Aliens zu treten und sehen ob die irgendetwas wissen“, antwortete er.
„Aliens?“, fragte Christina nur noch irritierter als vorher schon.
„Ach, du hast die Aliens gar nicht gesehen? Ungefähr drei Stunden nach den Angriffen der Monster kommen sie und kämpfen gegen diese Monster. Sie sind also definitiv keine Freunde und wahrscheinlich stecken sie genauso in der Zeitschleife fest wie wir beide. Wenn uns einer helfen kann, dann sind die es… Allerdings…“, erklärte sich Julian schnell.
„Allerdings… Was?“, fragte Christina genauer nach.
„Der Plan ist eigentlich echt kacke, weil beim ersten Zusammentreffen mit ihnen haben sie mich einfach abgeknallt“, antwortete Julian.
„Und was sagt dir, dass sie das nicht wieder tun werden?“, warf Christina ein und wirkte ziemlich besorgt dabei.
„Nichts um ehrlich zu sein. Und ich weiß auch nicht ob sie zwei Leute nicht als Bedrohung ansehen würden. Als sie gegen die Monster gekämpft haben, haben sie mich zwar ignoriert, aber da war ich auch komplett alleine. Deswegen will ich das auch erstmal im nächsten Zyklus alleine versuchen, ohne dich“, erklärte sich Julian weiter.
„Verstehe… Dann sehen wir uns also im übernächsten Zyklus wieder hier an dieser Stelle?“, fragte nun Christina und wirkte bereits wesentlich glücklicher und hoffnungsvoller als noch vorher.
„Klar doch“, antwortete Julian und sah auf die Uhr. Ihnen blieben noch ungefähr 30 Minuten bis zum Angriff der Monster auf das Festival. „Kommst du noch mit zu mir ins Camp bis der Zyklus neu startet oder willst du lieber in dein eigenes zu deinem Freund?“, fragte er sie dann etwas unsicher.
„Naja, der ist eh gerade bei den Bands, weil er die Warkings sehen will, also kann ich auch mit dir mitkommen“, antwortete sie und Julian hielt ihr die Hand hin um ihr auf zu helfen, welche Christina auch direkt nehmen sollte. An ihrem Blick bemerkte er, dass sie etwas überrascht darauf reagierte, dass Julian nochmal ein gutes Stück größer war als sie selbst, was sie erst jetzt bemerkte, da sie ja beide dort an der Wand gesessen hatten. Eine Situation, die sie scheinbar nicht so oft hatte in ihrem Leben. Zusammen gingen die beiden zu Julians Stellplatz und redeten noch ein wenig über vergleichsweise belanglose Dinge, wie etwa Musikgeschmäcker, Haustiere oder auch Training im Fitness-Center, bevor sie der panische Schrei des ersten Toten durch die Horror-Monster aus dem Gespräch riss. Julian sollte der erste sein, der von einem der Monster getötet wurde, so bekam er auch nicht mehr mit wie es Christina erging, bevor der Zyklus neu startete.

Julian sollte sich an dem selben Punkt wieder finden, an dem er sich immer wieder fand wenn er starb. Doch nun musste er sich beeilen. Er wusste wo er die Aliens finden konnte und dorthin würde er auch gleich fahren. Die Fahrt dauerte die erwarteten sechs Stunden und tatsächlich sollte er alles genau im selben Zustand wieder finden, wie beim letzten Mal als er sich entschieden hatte nach Hause zu fahren. Die selben Krater, der selbe Grad an Zerstörung und die selben unnatürlichen Spiegelungen am Himmel, die von den Tarnvorrichtungen der Raumschiffe verursacht wurden. Dieses Mal stoppte er an der zerstörten Brücke und verließ dort das Fahrzeug. Nun musste er die Aliens irgendwie auf sich aufmerksam machen. Das letzte Mal hatte er das geschafft indem er versehentlich die Waffe dieses verrückten alten Mannes abgefeuert hatte. Aber nun brauchte er eine andere Idee.
„HEEEEEYYYYYYYY!!!!!!!!“, schrie er lautstark nach oben. „HEY! ALIENS! ICH MUSS DRINGEND MIT EUCH REDEN! KÖNNT IHR MICH VERSTEHEN?!?!“, fügte er noch hinzu, aber eine Reaktion folgte auch fünf Minuten später nicht. War ja klar gewesen, dass es so einfach nicht werden würde. Welche Optionen hätte er noch zur Verfügung? Schnell begann Julian sich umzusehen und sollte einen gewaltigen Felsbrocken am Rande des Kraters sehen. Vielleicht würden die Aliens darauf reagieren, wenn der in die Tiefe stürzen würde. Und so versuchte er den Felsen mit bloßer Hand dorthin zu schieben. Die gute Nachricht war, dass das Ding bereits lose genug war, dass es schon wackelte und mit genügend Kraftaufwand wäre Julians Plan sicher möglich. Die schlechte Nachricht war jedoch, dass Julian trotz all seinem Training im Fitness-Center immer noch nicht stark genug war um diesen Brocken bewegen zu können. So sehr er es versuchte, mehr als ein paar Zentimeter bekam er den Brocken nicht vorwärts gerollt und die Beschaffenheit des Bodens sorgte dafür, dass er sofort wieder zurück rollte, wenn Julian die Kraft nicht mehr aufbrachte. Er brauchte eine andere Idee. Und die sollte ihm auch sofort kommen, als er ein umgefallenes Verkehrsschild neben sich vorfand. Dieses nahm er und nutzte es wie einen Hebel wodurch er den Brocken tatsächlich in den Abgrund stoßen sollte. Lautstark krachte es als der schwere Fels auf dem Boden des Kraters aufschlug und sogar in mehrere Stücke zerbrach. Aber die Aliens schienen immer noch nicht auf ihn zu reagieren. Es gab jedoch noch eine andere Option. Und so begann er aus dem Reserve-Benzin-Kanister eben dieses auf die Straße zu leeren wo er es mit einem Feuerzeug anzündete. Hoffentlich würde das genügen um die Aliens auf sich aufmerksam zu machen. Aber auch das schienen diese Wesen einfach zu ignorieren. Julian wollte das wirklich nicht tun, was er sich nun gezwungen sah zu tun, aber durch den Time Loop spielte es wahrscheinlich auch keine wirkliche Rolle mehr. Schnell begann er sein Vehikel mit dem übrigen Benzin aus dem Kanister zu bespritzen. Zusätzlich nahm er sich eine Rolle Klo-Papier und stopfte diese in den Tank des Fahrzeugs. Schnell zündete er das alles an und brachte sich hinter einem kleineren Hügel in Sicherheit, bevor das Fahrzeug tatsächlich mehrmals explodierte. Wenn das nicht die Aufmerksamkeit dieser Aliens auf sich zog, dann würde es wirklich nichts tun. Aber weitere fünf Minuten vergingen ohne irgendeine Reaktion des Außerirdischen.
„FUCK!“, fluchte Julian wütend, bevor sich tatsächlich das Raumschiff direkt über ihm enttarnte und drei Aliens unterschiedlicher Größe neben dem brennenden Transporter erschienen. Möglicherweise waren es sogar die drei selben wie beim letzten Mal, denn ihre Ausrüstung und Größenverhältnisse waren definitiv ähnlich. Julian konnte nicht leugnen, dass er den schmerzhaften Tod durch ihre Plasma-Waffen immer noch fürchtete, aber er musste das tun, ansonsten gab es keine anderen Optionen wie er hier vielleicht einen Schritt voran kommen könnte. Langsam und mit erhobenen Händen verließ er nun sein Versteck und ging auf die Aliens zu.
„Hey, ihr… Aliens… Ich will euch nichts tun… Ich will nur mit euch reden“, begann er ruhig aber kräftig und bestimmt zu sprechen, wobei es ihm offensichtlich schwer fiel die richtigen Worte zu finden. Schnell hatten sich die drei ihm zu gewandt und dann sahen sie schnell einander an. Julian konnte die teils wirklich seltsamen Geräusche, die sie von sich gaben nicht verstehen, aber sie schienen sich nicht einig zu sein, wie genau sie jetzt weiter vorgehen sollten. Plötzlich zielte der mittlere Alien mit seiner Plasma-Waffe auf Julian, feuerte sie aber nicht ab. Schockiert stoppte Julian dennoch seinen Gang und blieb dort stehen wo er war, ungefähr fünf Meter von den Aliens entfernt. Dann trat der größte von ihnen ein paar Schritte vor und aktivierte ein Gerät an seinem Arm. Julian hatte keine Ahnung was es war. Dann machte das Alien eine Geste bei der es das was bei Menschen der Zeigefinger gewesen wäre ausstreckte und mit der gesamten Hand eine kreisförmige Bewegung ausführte. Julian verstand die Geste als Aufforderung weiter zu sprechen.
„Ich… Ich weiß ja nicht was ihr hier wollt… Aber ich habe gesehen, dass ihr keine Freunde dieser anderen Monster-Viecher seid… Ich stecke in einem Time Loop fest und ihr auch… Und wenn ihr diese Viecher besiegen wollt, denke ich dass ihr…“, sprach er dann weiter, als der Alien seine Hand ausstreckte, was Julian als ein Signal aufzuhören verstand. Dann betätigte er eine Tasten an seinem Gerät und eine offensichtlich künstliche, computergenerierte Stimme begann aus diesem zu sprechen.
„Sprich Terraner. Was ist dein Begehren?“, sagte diese.

Julian konnte nicht vermeiden, dass er unglaublich erleichtert reagierte. Seine größten Sorgen hatten sich soeben erledigt. Und selbst wenn er jetzt noch scheiterte, er könnte es im nächsten Zyklus noch einmal mit einer anderen Verhandlungstaktik versuchen, jetzt nachdem er wusste wie er Kontakt zu ihnen herstellen konnte.
„Bevor ich euch das mitteile, hätte ich eine Frage. Aus welchem Grund habt ihr hier alles zerstört?“, begann Julian ungewöhnlich selbstsicher für seine Gesamtsituation zu fragen.
„Ihr wart es die uns angegriffen haben. Wir haben uns verteidigt“, antwortete die Stimme und Julian dachte kurz daran, wie das Militär gegen das Kaiju-Monster vorgegangen war. Ohne jede Rücksicht auf Verluste oder die Zivilbevölkerung. Zuerst zu schießen und später Fragen zu stellen passte nach seinem eigenen Verständnis und diesem Erlebnis nach viel zu gut zu diesen Vollidioten mit Waffen. Noch dazu wusste Julian genau, dass sich in der Nähe seiner Heimat eine Militärbasis befand.
„Und nun teile uns dein Begehren mit“, sprach der Computer noch einmal, während der mittlere Alien weiterhin seine Plasma-Waffe auf ihn richtete.
„Zunächst einmal würde ich ihrem Untergebenen empfehlen die Waffe zu senken. Mich zu töten wird euch nichts nutzen und den Zyklus nur einfach neu starten“, antwortete Julian.
„Den Zyklus?“, fragte die Computerstimme nach und obwohl sie künstlich war und eigentlich keine Emotionen zeigte, so konnte Julian nicht verhindern, dass sie sich irritiert für ihn anhörte.
„Ich stecke in einem Time Loop fest. Jedes Mal wenn ich sterbe, startet der Zyklus neu und jeder Fortschritt den ihr bei eurem Kampf gegen diese Monster-Viecher erzielt, wird einfach wieder zurück gesetzt“, erklärte sich Julian.
„Was schlägst du als Alternative vor Terraner?“, tönte es erneut aus dem Gerät.
„Zunächst einen einfachen Austausch von Informationen. Dann werden wir sehen in welcher Art wir uns möglicherweise gegenseitig weiter helfen können“, antwortete er und tatsächlich senkte nicht nur der mittlere Alien seine Plasma-Waffe, die drei traten erneut zusammen und tauschten Laute aus die Julian nicht verstand. Offensichtlich berieten sie über das was er ihnen vorgeschlagen hatte.
„Welche Art von Informationen wünschst du Terraner?“, fragte dann die Computerstimme und erneut fühlte sich Julian ein gutes Stück stärker erleichtert. Nun würde er vielleicht endlich erfahren was zur Hölle hier überhaupt vor sich ging.
„Was sind das für komische Tentakel- und Riesen-Monster die unseren Planeten angreifen?“, sollte seine erste Frage werden.
„Es handelt sich um Spezies aus einer anderen Dimension. Sie betreten unsere Welt über dimensionale Risse und nutzen ihre Resourcen als Nahrungsquelle“, antwortete die Computerstimme.
„Und ihr seid…?“, fragte Julian dann als zweites nach.
„Wir entstammen einem fernen Planeten der nicht in eurer Galaxis liegt. Wir sind hier um diese Plage aus einer anderen Dimension zu vernichten. Danach werden wir uns wieder in unsere eigenen Welten zurück ziehen. Wir hatten bereits in der Vergangenheit Kontakt zu den außerdimensionalen Invasoren. Sehr viele unserer eigenen Welten wurden von ihnen vernichtet, bevor wir es geschafft haben sie auszurotten. Zumindest hatten wir gedacht, dass wir das hätten. Aber nun sind sie wieder in dieser Dimension… Auf diesem Planeten“, erklärte die Stimme und Julian begann langsam zu verstehen was hier vor sich ging.
„Dimensionale Risse? Könnten sie eventuell meine Zeitschleife verursacht haben?“, sprach er dann seine Gedanken eher laut aus als das Alien an. Es reagierte jedoch auf die Äußerung.
„Ausgeschlossen. Die dimensionalen Risse der Plage dienen lediglich als Transportmittel. Sie verursachen jedoch keine Zeitschleifen. Es muss noch einen weiteren Faktor geben, den bisher keiner von uns kennt. Dies dürfte auch der Grund sein, weshalb die interdimensionalen Invasoren überhaupt hier her gefunden haben“, erklärte es sich.
„Ich verstehe…“, kommentierte Julian etwas niedergeschlagen, da er das Gefühl hatte mit fast genauso vielen Fragen zurück zu bleiben wie er gerade beantwortet bekommen hatte. „Gibt es Informationen, die ihr von mir wünscht?“, fragte er dann nach einer Weile.
„Lediglich eine Einzige… Wo werden sie als erstes erscheinen?“, fragte wiederrum die Computerstimme und schockierte Julian. Er konnte gar nicht genau sagen, wann wo und wie die Horror-Monster genau zum ersten Mal erscheinen würden.
„Ich kann euch keine genauen Koordinaten nennen, aber dort wo ich her gekommen bin… ungefähr 500KM bis 600KM im Nord-Osten von hier aus… Dort werden sie als erstes zuschlagen. Ihre ersten Ziele werden eine terranische Stadt und eine Zusammenkunft von Terranern sein. Danach werden sie sich wahrscheinlich von dort aus weiter verbreiten“, antwortete Julian nach seinem besten Wissen und Gewissen. Besser wusste er es einfach nicht, trotz aller Zeitschleifen, die er schon durchlaufen hatte.
„Dies soll uns genügen, Terraner“, antwortete das Alien und drehte sich zu seinen beiden Speziesgenossen um.
„Moment!“, rief Julian aus und tatsächlich stoppte der Außerirdische noch einmal kurz und drehte sich zu ihm um. „Ihr seid eine technologisch sehr fortschrittliche Spezies… Habt ihr nicht irgendwelche Geräte, die mir mit dem Time Loop helfen könnten? Oder zumindest irgendwelche Waffen, die ich nach dem Loop noch bei mir trage, so dass ich mich verteidigen kann?“, fragte er dann etwas kleinlaut.
„Weshalb sollten wir einem Terraner unsere Technologie überlassen?“, fragte die Computerstimme.
„Weil mein Tod den Zyklus und eure Fortschritte zurück setzt. Es ist daher in eurem eigenen Interesse, dass ich so lange wie möglich überleben kann“, erklärte Julian sich und erneut begannen sich die Aliens zu beraten. Dann trat der kleinste von ihnen vorsichtig vor und nahm aus seinem Ausrüstungsfundus, der bei sich trug, ein Gerät dass eine zylindrische Grundform hatte und optisch zum Rest der Geräte dieser Spezies passte. Dann packte er etwas unsanft Julians linken Arm und legte es an. Es handelte sich offensichtlich um eine Art Armpanzer und als Julian sich die Aliens genauer ansah, stellte er fest, dass der Größte von ihnen, der mit dem Julian glaubte sich zu unterhalten, ebenfalls einen solchen Armpanzer trug. Das Gerät fühlte sich sehr schwer an seinem Arm an und Julian würde sicherlich eine ganze Weile brauchen bis er sich daran gewöhnt hätte. Plötzlich zog sich der Panzer von selbst zusammen und klemmte sich förmlich um seinen Unterarm. Es war äußerst unangenehm. Dann verursachte irgendetwas ihm sehr starke Schmerzen. Julian hatte die Vermutung, dass irgendetwas an dem Gerät sich in seinen Arm gebohrt hatte. Er konnte nicht verhindern, dass er dabei lautstark aufschrie. Verzweifelt versuchte er das Gerät wieder von seinem Arm zu entfernen, aber das Alien dass ihm den Panzer angelegt hatte hielt ihn davon ab.
„Was zum Teufel ist das?“, fragte er dann irritiert als das Alien sich von ihm zurück gezogen hatte und seine Schmerzen etwas erträglicher geworden waren. Er hatte dennoch weiterhin das Gefühl als würde ein Teil des Geräts in seinem Arm stecken, er konnte jedoch nicht genau sagen wie viel davon und wie Tief es in seinem Arm steckte.
„Dies ist ein Multi-Funktions-Gerät für dimensionale Erforschung. Es erzeugt sein eigenes chronotonisches Feld und sollte daher von deiner Zeitschleife nicht beeinflusst werden. Es verfügt über weitere Funktionen. Scanner verschiedenster Art, Medizinische Funktionen und solltest du über die nötige geistige Kontrolle verfügen, kann es auch wie eine Waffe eingesetzt werden. Wir halten es jedoch für äußerst unwahrscheinlich dass ein Terraner zu so etwas in der Lage ist, was auch der Grund ist, weshalb wir dir dieses Gerät überlassen haben“, erklärte sich das Alien und Julian starrte irritiert auf seinen Arm-Panzer. „Du solltest außerdem wissen, dass das Gerät Daten sammelt und zu uns sendet. Das ist der Preis, den du für unsere Hilfe bezahlen musst“, fügte die Computerstimme nun noch an.
„Das ist in Ordnung. Ansonsten wäre dies eine sehr einseitige Beziehung gewesen“, stimmte Julian zu und die Aliens sahen sich noch einmal an bevor sie sich umdrehten. „Moment… Eine letzte Sache wäre da noch…“ sprach er die Aliens noch einmal an und an der Art wie sich zu ihm umdrehten erkannte er eine irritierte Reaktion. „Tötet mich… Wir müssen dringend den Zyklus zurück setzen… Ich denke das ist auch in eurem Interesse“, sagte er dann etwas unsicher und tatsächlich trat der mittlere Alien mit der Plasma-Waffe hervor und richtete sie auf ihn. Instinktiv wollte Julian sich noch darüber beschweren dass er lieber eine andere Todesart hätte, die nicht ganz so schmerzhaft wäre, aber er hielt sich zurück. Manchmal konnte man sich derartige Dinge nicht aussuchen und das war offensichtlich so ein Moment. Und so streckte er lieber die Arme zur Seite von sich und schloss die Augen bevor ein kurzer Schmerz in den Eingeweiden ihn durchzog und kurz alles weiß wurde, dann schwarz, genauso wie beim letzten Mal als er durch eines dieser Plasma-Gewehre gestorben war. Lautstark schreiend vor Schmerzen wachte er am erwarteten Punkt wieder auf und brauchte eine ganze Weile bis er sich davon erholt hatte. Im Anschluss sah er schnell auf seinen linken Arm. War das Gerät dass ihm die Aliens gegeben hatten noch da? Tatsächlich… Es war noch genau dort wo sie es im angelegt hatten. Etwas ungläubig fasste Julian es kurz an um sich davon zu überzeugen, dass er nicht nur halluzinierte, aber es stellte sich tatsächlich als Real heraus. Das nächste was nun anstehen sollte war das Treffen mit Christina an bei dem Eingang zu den Bühnen und so sprang Julian schnell auf und machte sich auf den Weg dorthin. Er hatte eine ganze Menge zu erzählen und zu besprechen. Und er musste unbedingt heraus finden wie genau dieses Ding da an seinem Arm funktionierte.
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So, da ist der neue Lost in Time-Teil. Ich denke die Richtung auf die wir zusteuern ist langsam ziemlich klar. :mrgreen: Falls nicht, umso besser, dann bleibt es weiterhin interessant. Ich bin selbst immer wieder überrascht was ich hier so alles rein geschrieben hab und bin genauso gespannt wie ihr, was mir noch alles einfallen wird bis wir am Ende ankommen. :D Ich hoffe alle Leser haben weiterhin Spaß mit der Geschichte. Bis zum nächsten Teil dann. :1tu:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 13 – Eine neue Hoffnung?:

Julian reagierte etwas irritiert als Christina ihm freudig auf die Entfernung zuwinkte als sie ihn am Eingang zum Bühnenbereich warten sah. Der selbe Ort an dem die beiden sich ursprünglich getroffen hatten. Aber wieso diese Reaktion? Julian war sich ziemlich sicher, dass eine schon vergebene Schönheit wie sie bestimmt keinen Flirtversuch bei ihm starten würde. Also tat er das einfach schnell als ihre Art ab und winkte zurück.
„Hey. Und wie ist´s gelaufen?“, sagte sie direkt als sie nahe genug an Julian dran war um die Unterhaltung zu starten. Julian antwortete nicht, sondern zeigte ihr lediglich seinen linken Arm. „OK? Und was ist das jetzt für ein Teil?“, fragte sie dann weiter.
„Naja… Laut dem Alien von dem ich es hab ist es ein „Multifunktionsgerät zur dimensionalen Erforschung“… Ich hab aber absolut keine Ahnung was das bedeuten soll oder wie es funktioniert. Angeblich soll es ein Scanner sein und mit genug „geistiger Kontrolle“ auch eine Waffe“, antwortete Julian äußerst unsicher nicht zuletzt auch deshalb weil er in Christinas Gegenwart permanent gegen seine eigenen Gedanken ankämpfte.
„Hmmmm… Ist aber auf jeden Fall etwas. Vielleicht sollte ich mir auch so eins zulegen gehen“, kommentierte Christina fröhlich.
„Besser nicht. Als sie mir das Ding angelegt haben hat es echt böse weh getan und das tut es eigentlich auch immer noch. Das solltest du dir echt nur antun, wenn wir wissen was wir damit anfangen können und wenn wir merken, dass wir es brauchen“, antwortete Julian nun ungewöhnlich schnell und bestimmend.
„Moment… Das Ding verursacht dir Schmerzen? Und du kannst es nicht einfach abnehmen?“, warf Christina nun ein und Julian schüttelte verneinend den Kopf auf ihre letzte Frage.
„Ich glaube es hat sich vollständig mit mir verbunden indem es… sich in meinen Arm gebohrt hat“, erklärte Julian und in Christinas Blick konnte er eine schockierte Reaktion erkennen, die er eigentlich hatte vermeiden wollen. Aber er konnte sie auch nicht einfach anlügen. Sie musste schon wissen was vor sich ging, immerhin versuchten sie gemeinsam aus dieser Situation auszubrechen. „OK. Dann sollten wir jetzt erstmal rausfinden wie das Ding funktioniert und was es alles kann“, kommentierte nun Julian und hob seinen linken Arm an um ihn noch einmal genauer zu betrachten.
„Lass dafür lieber in eins unserer Camps gehen. Dort haben wir nicht ganz so viel Zuschauer. Bei uns sollte gerade auch niemand sein“, unterbrach Christina ihn schnell dabei.
„Da hast du wohl recht. Ist vielleicht wirklich keine gute Idee Alien-Technologie mitten in der Öffentlichkeit zu testen“, antwortete Julian und kratzte sich verlegen am Hinterkopf bevor er der wunderschönen Christina zu ihrem Camp folgte.

Das Camp von Christinas Gruppe lag völlig auf der anderen Seite des Festivalgeländes. Es wäre wahrscheinlich unmöglich gewesen dass die beiden sich zufällig über den Weg gelaufen wären, wenn da nicht Julians und ihr Time Loop gewesen wären. Es bestand im Gegensatz zu Julians Camp aus mehreren kleinen Schlafzelten, fünf normalen Autos und einem besonders großen Zelt unter dem Sitzplätze standen, sowie ein Tisch und ein paar andere Gegenstände die eigentlich typisch für Festival-Camps waren.
„OK… Ähm… Setz dich erstmal…“, sagte Christina und Julian nahm einen der dort aufgestellten Camping-Stühle. „Ich bin mir sicher, dass mein Freund hier irgendwo auch noch Bier-Reserven untergebracht hat“, sprach sie dann weiter.
„Danke… Passt schon… Ich trinke keinen Alkohol… Also wirklich gar keinen“, antwortete Julian und hob dabei beschwichtigend die Hand.
„Echt jetzt?“, fragte Christina nochmal überrascht nach.
„Echt jetzt“, bestätigte Julian noch einmal.
„Interessant… Ich muss gestehen, dass du der erste Kerl bist den ich je getroffen hab der dem Zeug nicht völlig verfallen ist“, antwortete Christina dann und nahm sich einen der Sitzplätze gegenüber.
„Das kann ich gut verstehen. Ich kenne auch keinen anderen Kerl, der da so ist wie ich“, antwortete Julian etwas verlegen.
„Hey! Was macht denn der Typ hier in unserem Camp!“, rief plötzlich ein gewaltiger Berg Muskeln, was man nicht nur an seiner Schulterbreite erkennen konnte, sondern auch daran dass er kein Shirt trug. Er erinnerte Julian von der Statur her stark an Kims Ex-Freund und beschleunigte offensichtlich sogar noch seine Schritte. Julian konnte nicht leugnen, dass er massiv Angst bekam und entschied sich lieber schnell aufzustehen, so dass er eventuell schnell flüchten konnte, sollte die Situation eskalieren.
„Den hab ich mitgebracht, Jake, also fang dich mal wieder. Alles ist gut“, antwortete Christina schnell als der Berg Muskeln sich direkt vor Julian platzierte und ihn ein wenig wütend ansah. Er war zwar geschätzte 10cm kleiner als Julian, aber ein gutes Stück breiter gebaut und muskulöser. Julian hatte keine Ahnung welche Sportart dieser Typ ausübte oder wie lange er das getan hatte um eine solche Statur zu bekommen. Julian wusste jedoch eine Sache genau: In einer direkten Auseinandersetzung würde dieser Typ ihn einfach mal ohne Probleme mit einem Arm in der Luft zerreißen. Allerdings schien auch Jake sehr irritiert auf die Tatsache zu reagieren, dass Julian größer war als er. So viel konnte Julian in seinem Blick erkennen.
„Ähm… Servus… Ich bin Julian“, stellte der sich dann lieber schnell vor und hielt Jake zur Begrüßung die Hand hin.
„Jake“, stellte dieser sich noch einmal vor und schüttelte dann kurz Julians Hand, bevor er einen Schritt zurück trat und zu Christina rüber ging, der er ohnehin sehr nahe kommen sollte. Dann begannen die beiden leise etwas zu besprechen wovon Julian lediglich ein paar Wortfetzen verstehen konnte. Dabei waren Sätze wie „Was fällt dir eigentlich ein?“, „Benimm dich, Jake“ und „Wenn er dich anfasst kann er sein Gesicht auf dem Boden aufsammeln“. Spätestens jetzt war Julian klar geworden, dass Jake wohl der schon genannte feste Freund von Christina war.
„Was tust du eigentlich hier? Ich dachte du wärst bei den Bands…“, fragte nun Christina.
„Ich hatte noch meine Ohrenstopfen vergessen. Die wollte ich kurz noch schnell holen. Und dann muss ich sowas sehen“, erklärte Jake sich.
„Und hast du deine Ohrenstopfen gefunden?“, fragte Christina nach.
„Ja, hab ich“, antwortete Jake.
„Dann solltest du vielleicht schnell wieder zurück, sonst verpasst du noch die Band“, schlug Christina ihm nun in ihrer zuckersüßen Stimme, die auch Julian kannte, vor und Jake nickte das ganze kurz ab. Dann packte er sie jedoch noch einmal und küsste sie, was Julian als äußerst demonstrative Geste verstehen sollte, die besonders ihm galt und ihm wahrscheinlich sowas wie `Komm bloß nicht auf dumme Ideen. Das hier ist meine Freundin´ vermitteln sollte. Zumindest war es das was bei Julian ankam.
„Sag mal, Alter…“, sprach Jake ihn dann jedoch noch an. „Was ist das da eigentlich für´n Ding an deinem Arm? Das sieht schon irgendwie ganz cool aus“
„Ähm…“, stockte Julian und wusste nicht was er sagen sollte. Er konnte ja wohl schlecht jemandem, der mit der Sache nichts zu tun hatte erzählen, dass es sich um ein Multifunktions-Gerät von einer Alien-Spezies handelte. Wie es ausging wenn er die Wahrheit in solchen Situationen sagte, hatte er bereits in einem anderen Zyklus feststellen dürfen.
„Julian ist auch ein Fan von Gloryhammer und das Ding ist ein Teil von seinem Kostüm“, erklärte Christina schnell für ihn.
„Ähhhhh… Ja… Ganz genau!“, fügte er dann noch schnell hinzu und hoffte das Jake diese Geschichte auch glauben würde.
„Cool… Ich geh jetzt aber erstmal zu den Warkings. Wenn du bis dahin noch da bist, kannst du mir ja vielleicht den Rest davon zeigen“, kommentierte Jake, küsste Christina nochmal und machte sich dann auf den Weg. Erleichtert setzte Julian sich wieder auf den Campingstuhl hinter sich und wischte sich einmal kurz den Schweiß von der Stirn.
„Boah ey… Das war knapper als mir lieb gewesen ist…“, kommentierte er dann etwas unbedacht.
„Hat mein Freund dir etwa gerade Angst gemacht?“, fragte Christina dann nach.
„Himmel, Ja… Hast du den mal gesehen? Dem möchte ich nicht mal aus Versehen als Bein pinkeln“, kommentierte Julian dann weiterhin unbedacht.
„Naja… Das wird dich jetzt vielleicht überraschen, aber du kannst dir sicher sein, dass es ihm ähnlich ging“, kommentierte Christina, was Julian mehr als nur überraschte. Ein Berg aus Muskeln wie dieser Typ sah jemanden wie Julian als Gefahr an? Einen Loser, Versager und Voll-Nerd wie ihn? Unmöglich, da musste sie irgendetwas falsch verstanden haben. Anderseits hörte Julian das nicht zum ersten Mal. Bereits bei Kims Ex-Freund schien ja eine solche Sache vorgefallen gewesen zu sein.

Julian brauchte einen Moment um sich wieder darauf zu besinnen, dass er eigentlich das neue Gerät von den Aliens testen wollte und dazu erst einmal heraus finden musste wie es überhaupt funktionierte. Etwas irritiert sah er sich das Stück Metall an seinem Arm noch einmal an und suchte nach irgendeiner Art Bedienfeld oder zumindest einem Ein-Aus-Schalter oder irgendetwas anderes womit er als Mensch etwas anfangen könnte.
„Was tust du?“, fragte ihn Christina nun der dies wohl aufgefallen sein musste.
„Ich suche nach irgendwas womit ich das Ding vielleicht bedienen oder starten kann“, erklärte Julian sein seltsames Verhalten.
„Hmmm… Du sagtest doch vorhin vor den Bühnen etwas von „geistiger Kontrolle“. Vielleicht reagiert es auf Gedanken“, warf nun Christina ein und Julian erschien dies wie der Geistesblitz den er gebraucht hatte. Also richtete er seinen Arm in eine Richtung die ihm ungefährlich erschien und dachte schnell an eine der Plasma-Kanonen welche die Aliens verwendeten. So intensiv er daran dachte, es geschah jedoch nichts.
„Hmmm… Nope… Das war´s nicht“, kommentierte er dann.
„Was hast du denn versucht?“, fragte Christina nach.
„Naja… Ich hab an eine dieser Alien-Waffen gedacht und gehofft, dass dann irgendwas in dieser Richtung passiert“, antwortete Julian.
„Ist vielleicht etwas viel für den Anfang. Versuch mal was einfacheres“, kommentierte Christina und Julian überlegte was vielleicht „einfacher“ sein könnte. Dabei drehte er seinen Arm in eine Richtung in die er ihn vorher noch nicht gedreht hatte, so dass er das rote Leuchten mitten in diesem Armpanzer bemerken konnte.
„Moment… Was ist das denn? War das schon die ganze Zeit so?“, fragte er und Christina nickte lediglich zustimmend mit dem Kopf. Noch etwas angespannt legte Julian den Finger seiner anderen Hand auf das rote Leuchten. „Das scheint eine Art Schalter zu sein“, kommentierte er dann. „Also dann. Hoffentlich ist das der Ein-Schalter und nicht die Selbstzerstörung“, fügte er dann hinzu und für einen Moment konnte er Christina ansehen, dass sie nicht sicher war ob sie darüber lachen sollte oder nicht. Sie entschied sich aber offensichtlich dagegen. Immerhin handelte es sich um eine realistische Option. Noch etwas zögerlich drückte Julian die Taste und das Leuchten verschwand. Im Anschluss erschienen auf der Oberseite seines Arms einige holographische Anzeigen, die Julian jedoch nicht verstehen konnte, da sie alle in Aliensprache waren. „Na Klasse. Gibt´s keine Möglichkeit das hier auch in einer Sprache zu bekommen, die ich auch verstehen kann?“, kommentierte er dann niedergeschlagen bevor die Anzeige sich änderte und tatsächlich auf seine eigene Sprache und die von Christina wechselte.
„OK? Was hast du gemacht?“, kommentierte diese nun etwas verwirrt.
„Ich hab nur daran gedacht“, antwortete Julian und begann sich die Anzeigen genauer anzusehen. Darunter waren Anzeigen welche seinen Gesundheitszustand angaben, Anzeigen über die Umgebung, darunter eine holographische Karte des Gebiets, und Anzeigen, die er trotz der Sprachumstellung nicht verstand. Er vermutete jedoch dass es sich um Daten über die Dimension und die Zeit handelte in der er sich befand.
„Das ist echt ganz schön krass. Das ist ja wie einer dieser gebäudegroßen Rechner, aber alles in deinem Armband drinnen“, kommentierte Christina, die sich von Julian in seiner Faszination unbemerkt neben ihn gestellt hatte um einen besseren Blick auf die Anzeigen bekommen zu können.
„Lass mich mal etwas probieren“, warf Julian nun ein und er dachte an die Band die gerade spielte und tatsächlich reagierte das Gerät darauf und zeigte eine holographische Ansicht der Bühne mit der Band und dem Publikum. Lediglich eine Soundausgabe fehlte, was Julian zwar schade fand, aber irgendeine Einschränkung hatte es ja geben müssen, das wäre ja sonst wirklich zu schön gewesen um wahr sein zu können. Nun versuchte er noch etwas anderes. Er entschied sich an eines der Horror-Monster zu denken und dies vor den Beiden zu projezieren. Und tatsächlich sollten erste Konturen der Bestie dort vor ihnen erscheinen. Das Bild war jedoch sehr grob und bestand eher aus Vierecken, die eine grobe, humanoide Form angenommen hatten.
„Moment… Ich glaube das geht noch etwas besser“, kommentierte Julian und strengte sich noch etwas stärker an seine Gedanken zu kontrollieren. Und tatsächlich... Innerhalb von weniger als einer Sekunde schärfte sich das Bild und zeigte nun ein Hologramm eines der Horror-Monster direkt vor ihnen, dass sich sogar bewegte wie diese Bestien es taten. Es war sogar so realistisch, dass sie beide erschrecken sollten. Christina schrie sogar kurz auf und packte Julians Arm. „Ähhhh… Ich glaube du kannst mich jetzt los lassen… Das Ding ist nicht echt. Es kann uns nichts tun… Siehst du?“, kommentierte dieser und griff mit seinem anderen Arm durch die Projektion.
„Tschuldigung“, antwortete Christina nun etwas verlegen und zog sich von Julian zurück, was dieser zwar schade, aber angemessen fand. Wenn Jake plötzlich zurück käme und die beiden so sah, wäre dies genau das Öl dass er nicht ins Feuer gießen wollte. Und dennoch… Himmel diese Frau war so unglaublich wunderschön, dass Julians Gedanken nun für einen kurzen Moment völlig entgleisten. Leider reagierte auch das Gerät der Aliens direkt darauf und veränderte das Hologramm zu einer Projektion von Christina die nackt vor ihnen beiden stand, was leider genau das war woran Julian gerade für einen kurzen Moment gedacht hatte. Scheiße! Was sollte er jetzt machen? Plötzlich brach die Projektion zusammen, was wahrscheinlich ebenfalls war was Julian in diesem Moment gedacht hatte. Allerdings diese unglaublich peinliche Grundsituation blieb zurück. Was sollte er tun? Sollte er etwas dazu sagen? Oder sollte er lieber schnell so tun als ob es nicht passiert wäre? Wie rot war er eigentlich gerade angelaufen? Julian hätte gerade kein Problem damit gehabt, wenn ihm der Schädel einfach explodiert wäre. Dann fiel ihm aber ein, dass Christina ebenfalls im Time Loop feststeckte und sich an das alles erinnern könnte. Zu sterben würde ihm also in dieser Situation nichts nutzen. Immer stärker begann er in sich zusammen zu sacken, bevor er nach gefühlten fünf Minuten einen Blick zu Christina rüber riskierte, die offensichtlich genauso peinlich berührt war wie er.

Julian hatte das Gefühl dass sie nun schon eine Ewigkeit da gesessen und peinlich berührt auf den Boden gesehen hätten. Er konnte schon gar nicht mehr sagen wie lange es war als plötzlich Christina zunächst leise anfing zu kichern bevor sie beherzt anfing los zu lachen. Anstelle von peinlich berührt sah Julian sie jetzt eher völlig irritiert an, noch absolut unfähig gedanklich einzuordnen was gerade geschehen war. Christina nahm sie gesamte Situation einfach mit Humor und hatte sich nur kurz daran gestört. Etwas womit Julian offensichtlich nicht umgehen konnte, so dass er überhaupt nicht zu reagieren wusste. Auch nicht als Christina nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit ihr Gelächter stoppte. Es war jedoch das Gerät der Aliens, dass Julian nun endgültig zurück in die Realität riss, da es einen eigenartigen Laut abgab. Als Julian darauf gedanklich reagierte begann es direkt eine holographische Karte des Festivals und seiner Umgebung mit einer roten Markierung darauf anzuzeigen. Die Beschriftung der Markierung lautete „Mögliche Aktivität der Plage“, was genügte um Julian alles mitzuteilen was er für den Moment wissen musste. Noch handelte es sich um nur einen Punkt und wenn er schnell genug wäre könnte er vielleicht verhindern, dass es mehr wurden und dieser ganze Angriff überhaupt startete. Plötzlich sollten jedoch schnell weitere Punkte dieser Art folgen. Zusätzlich begann die Karte weiter hinaus zu zoomen und zeigte nun auch verschiedene Städte in der Nähe an welche ebenfalls mit einer solchen roten Markierung versehen waren.
„Es hat also begonnen“, kommentierte Julian niedergeschlagen, da er eigentlich erwartet hatte mehr Zeit pro Zyklus zu haben um sich vorbereiten zu können.
„Und was machen wir jetzt?“, fragte Christina, die ziemlich aufgebracht und gehetzt auf ihn wirkte seitdem das Alien-Gerät diese Anzeigen gezeigt hatte.
„Noch sind sie recht weit weg von uns so wie ich das sehe. Wir haben also noch etwas Zeit uns auf ihren Angriff vorzubereiten“, antwortete Julian bevor ihm etwas auffallen sollte, was ihm vorher die ganze Zeit entfallen war. Die holographische Projektion zeigte nämlich ein eigenartiges Gebilde, dass unter dem Boden lag. „Was ist eigentlich das da?“, fragte er den Christina und zeigte mit dem Finger darauf.
„Keine Ahnung… Sieht irgendwie aus wie eine unterirdische Anlage oder sowas“, antwortete diese genauso irritiert. Eine unterirdische Anlage in der Nähe des Festivals? Mittlerweile nahmen die äußeren Umstände wirklich seltsame Ausmaße an. Und das nachdem bereits Horror-Monster, Kaijus und Aliens auf der Bildfläche erschienen waren. Julian entschied sich jedoch für den Moment nicht weiter darüber nachzudenken und sich lieber der Frage der Bewaffnung für den bevorstehenden Angriff zu widmen. Das Gerät verfügte definitiv über keine eigenen Waffen, so viel hatte Julian verstanden. Aber weshalb hatte das Alien dann gesagt, dass man das Gerät als Waffe einsetzen könnte? Es musste einen Grund dafür geben, weshalb das Alien das gesagt hatte. Und plötzlich überkam Julian eine andere Idee. Schnell sah er sich im Camp um und nahm sich dann von einem der Zelte eine lange Stange. Im Anschluss dachte er an einen der Speere wie ihn diese Aliens verwendeten und begann sich ganz besonders stark darauf zu konzentrieren. Und tatsächlich… Eine Reihe von blauen Strahlen schossen aus dem Gerät und bewegten sich über die Zeltstange. Es dauerte kaum fünf Sekunden, da hatten die Strahlen aus der Zeltstange genau den Speer hergestellt, an den Julian gedacht hatte. Das war also das Geheimnis wie er das Gerät als Waffe einsetzen konnte. Er konnte allerdings auch nicht leugnen, dass dieser Level an Konzentration ihn massiv anstrengte und er durfte sich dabei nicht überlasten. „WOW!“, rief Christina überrascht aus.
„Ein Fabrikator“, kommentierte Julian in einer Mischung aus entkräftet und erleichtert, während er bereits überlegte was er weiteres mit dieser Funktion herstellen würde. Aber zuerst nahm er sich noch eine weitere Zeltstange und wiederholte den Vorgang, bevor den zweiten Speer an Christina weiter reichte. „Ist erstmal besser als gar nichts“, kommentierte er dabei. Dann nahm er sich eine weitere Zeltstange und dachte dieses Mal an eines dieser Plasmagewehre. Es geschah jedoch gar nichts. Dann zeigte das Gerät einen holographischen Schriftzug der die Worte `Fehler! Unzureichendes Eingangsmaterial´ zeigte, was Julian dazu bewegte dieses Mal einen der Campingstühle als Basis zu verwenden. Und tatsächlich dauerte es dieses Mal zehn Sekunden, aber der integrierte Fabrikator begann seine Arbeit zu verrichten und erschuf eine Plasma-Kanone wie Julian sie schon einmal selbst verwendet hatte. Nun übergab er sie jedoch an Christina und begann sich bereits den nächsten Stuhl zu suchen.
„Die ist echt ganz schön schwer“, kommentierte Christina angestrengt und Julian erkannte dass sie alleine schon mit beiden Armen Schwierigkeiten hatte die Waffe überhaupt festzuhalten, davon sie auszurichten und abzufeuern ganz zu schweigen.
„Warte kurz…“, kommentierte Julian und nahm das Plasma-Gewehr wieder an sich. Und ja die Waffe war schwer für ihn, aber er hätte nicht erwartet, dass sie für einen anderen Menschen so schwer wäre, dass sie nutzlos wäre. Plötzlich riss ihn ein akustisches Signal aus dem Gerät der Aliens aus seinem Gedankengang und anhand der holographischen Karte die das Gerät im Anschluss zeigte, konnte Julian erkennen, dass die Monster nicht mehr weit entfernt waren. „OK. Lass uns so schnell wir können zu meinem Transporter gehen. Mit unseren neuen Waffen können wir die Mistviecher hoffentlich lange genug davon fern halten, dass wir von hier entkommen können. Dann sehen wir weiter was passiert“, sagte er dann schnell zu Christina, die den Plan ab nickte und Julian hinter her rannte als er sich auf den Weg machte.

Bereits auf halben Wege sollten die beiden den ersten panischen Schrei wahrnehmen können. Weitere sollten sehr bald folgen. Sie waren zu spät dran, das wussten sie jetzt, aber sie würden nicht einfach aufgeben, das wussten sie ebenfalls. Dieses Mal würden sie das Massaker überleben und wenn sie das schafften, dann könnten sie im nächsten Zyklus versuchen Sandra, Kim, Jake und eventuell noch andere Leute zu retten. Unaufhaltbar sollten sie weiter zu dem Vehikel rennen, während hinter ihnen immer wieder Leute sterben sollten. Plötzlich rannte ein Mann von rechts nach links durch ihre Laufstrecke als eines der Monster folgte und den Mann mit unzähligen Tentakeln mitten durch den Torso durchstieß. Blut bespritzte alles dahinter, während der Mann noch einmal laut aufschrie, bevor sich das Monster auf ihn stürzte und ihn zu verspeisen begann. Julian und Christina nahmen jedoch nur eine geringfügig korrigierte Route an beiden vorbei, als plötzlich eine ganze Gruppe aus fünf dieser Monster von links nach rechts vor ihnen vorbei stürmte, was Julian veranlasste nach links abzubiegen und dieser Gruppe noch weiter aus dem Weg zu gehen. Es war nicht mehr weit bis zum Transporter. Julian konnte ihn schon sehen. Er konnte jedoch auch schon sehen, dass zwei dieser Monster dem Vehikel schon sehr nahe waren. Noch stärker beschleunigte er seine Schritte und feuerte zwei Projektile auf die beiden Monster ab, die einfach von diesen hinweg gefegt wurden. Mittlerweile hatte er die Fahrertür erreicht und drehte sich noch einmal nach Christina um, die jedoch direkt hinter ihm war. Sie konnte zwar die Plasma-Kanone nicht halten und einsetzen, aber sie hielt zumindest in dieser Situation gut Schritt, so wie er es eigentlich auch von einer Frau von ihrer Statur erwartet hätte. Schnell öffnete Julian die Tür und übergab dann die Schlüssel schnell an Christina.
„Du fährst… Ich schieße…“, kommentierte er kurz und knapp und Christina nickte noch einmal bevor sie auf die Fahrerseite einstieg und den Motor startete. Julian feuerte noch einmal auf eins der Monster welches gerade auf die beiden und das Fahrzeug aufmerksam geworden war und stieg dann auf der Beifahrerseite ein. „OK, Los jetzt!“, rief er aus und Christina beschleunigte so schnell es das Gelände zulassen sollte. Wie Julian befürchtet hatte sollte das Vehikel tatsächlich die Aufmerksamkeit einiger der Monster auf sich ziehen, aber es war immer noch die beste Chance für die beiden zu überleben. Und so begann er auf eines der Monster nach dem anderen zu feuern. Nicht jeder Schluss sollte treffen, aber wenn er es tat wurde jedes dieser Wesen jedes einzelne Mal restlos weggefegt. Nach jedoch ungefähr 20 Schüssen reagierte die Waffe nicht mehr weiter auf den Auslöser und es waren noch einige Meter bis zum Ausgang des Festival-Geländes.
„Ich fürchte ich kann nicht mehr schießen!“, rief Julian noch etwas aufgebracht aus.
„Dann halt dich besser gut fest!“, antwortete Christina lediglich bevor sie tatsächlich Vollgas geben sollte und weiter beschleunigte. Mittlerweile war es nicht mehr weit bis zum Ausgang, aber der Schwarm wurde immer dichter und es war nur noch eine Frage der Zeit bis es unmöglich wurde durch ihn hindurch zu brechen. Plötzlich erhob sich jedoch eines der Kaiju-Monster direkt am Ausgang aus dem Boden und zwang Christina schnell schockiert den Fuß auf die Bremse zu rammen. Dabei verlor sie sogar die Kontrolle über das Fahrzeug und stellte es ungewollt seitlich zu seiner Bewegungsrichtung bevor es außerhalb der Reichweite des Kaiju-Monsters zum Stehen kam.
„Verdammt… Was machen wir jetzt?“, rief Christina aus und die Frage war durchaus berechtigt. Was sollten sie jetzt machen? Gegen diese Kaiju-Monster hatten sie nicht die geringste Chance, zumindest nicht mit diesen Waffen. Himmel, nicht einmal die Aliens hatten mit den Waffen ihrer Raumschiffe eine Chance gegen diese Bestien. Was sollten sie dann dagegen ausrichten?

Immer noch starrten Julian und Christina untätig in das grauenvolle Gesicht des Kaiju-Monsters, während sich bereits die kleineren Monster um das Vehikel versammelten und diesem keinen anderen Weg zur Flucht mehr ließen. Es war eindeutig vorbei. Sie hatten beide erneut versagt und wahrscheinlich könnten sie weder der Invasion noch der Zeitschleife jemals entkommen. Für jeden Schritt den sie voran kamen, warf sie die Zeitschleife zwei wieder zurück. Es war eine völlig verzweifelte Situation. Plötzlich krachten zwei Raketen in das Kaiju-Monster, gefolgt von mehreren kleinen blauen Energie-Projektilen. Es folgten weitere Raketen, die in die Reihen der Monster krachten und eine Reihe dieser blauen Energie-Projektile fegte einige Monster rund um ihren Transporter einfach beiseite. Fünf Raumjäger wie Julian sie schon einmal gesehen hatte, bei der Schlacht am Vergnügungspark fegten über das Festival-Gelände und weitere sollte folgen. Immer wieder rissen Explosionen ganze Gruppen der Tentakel-Monster mit sich und schleuderten sie, oder auch nur Stücke von ihnen, durch die gesamte nähere Umgebung. Einer der Raumjäger verfehlte gerade sogar den Transporter der beiden nur ganz knapp. Wütend schrie das Kaiju-Monster auf und schlug mit seinem Sichelarm nach einem der Raumjäger, der gerade noch eine Rakete in dessen Panzer gejagt hatte, verfehlte diesen jedoch um Längen. Was machten die Aliens jetzt schon hier? Sie sollten doch frühestens in zwei Stunden eintreffen. So viel wusste Julian aus seinen anderen Zyklen. Hatte er etwa bereits etwas am Ablauf verändert, dadurch dass er mit den Aliens im letzten Loop Kontakt aufgenommen und ihnen Informationen geben hatte? Es blieb ihm jedoch keine Zeit darüber nach zu denken. In diesem Chaos waren sie beide ein viel zu einfaches Ziel.
„Wir müssen hier raus und uns weiter zu Fuß durchschlagen“, rief Julian zu Christina, die offensichtlich völlig überfordert mit der Situation war. Er konnte ihr das kaum übel nehmen. Der einzige Grund weshalb er es nicht war, war weil er bereits zwei Mal etwas Ähnliches erlebt hatte. „LOS JETZT! WIR MÜSSEN HIER RAUS!“, schrie er sie nun an und tatsächlich reagierte sie und öffnete die Fahrertür, woraufhin sie nach links aus dem Vehikel fallen sollte. Julian verließ den Transporter ebenfalls und stürmte schnell zu ihr um nach ihr zu sehen, während weitere Projektile von Raumjägern rund um ihn herum Horror-Monster wegfegten. Sie hatte sich offensichtlich nichts ernsthaftes bei dem Sturz getan, so dass Julian sie nun ungefragt am Arm packte und hinter sich her zog, während er weiterhin versuchte irgendwo in dem Chaos eine sichere Stelle zu finden. Während alle dem nahm eine Sechser-Staffel der Raumjäger einen weiteren Anflug auf das Kaiju-Monster und nahm dieses mit Raketen und Energie-Projektilen unter Feuer. Lautstark begann das riesige Wesen zu schreien während Explosionen seinen Bauch überzogen und ganze Stücke aus ihm heraus sprengten bevor es frontal zu Boden stürzte und sich nicht mehr bewegte. Julian konnte lediglich hoffen, dass es tot war. Plötzlich erhob sich ein weiteres dieser Monster auf der anderen Seite des Geländes. Im Anschluss noch eins und immer mehr sollten folgen. Ferner konnte Julian dahinter einen ganzen Schwarm Horror-Monster erkennen, die nun alle mit den Kaiju-Monstern zusammen in die Richtung von ihm und Christina stürmten. Nun begannen sich jedoch größere Raumschiffe der Aliens über den beiden zu enttarnen und das Feuer auf die riesigen Bestien zu eröffnen. Gleichzeitig waren scheinbar die Bodentruppen der Aliens eingetroffen und eröffneten ebenfalls das Feuer. Alles was Julian und Christina für den Moment tun konnten, war den Transporter als Deckung zu verwenden während das Inferno weiter seinen Lauf nehmen sollte. Allerdings schienen beide Fraktionen die beiden und das Fahrzeug für den Moment völlig zu ignorieren. Ein gewaltiger blauer Strahl aus der Front eines der Raumschiffe durchschlug nun eines der Kaiju-Monster, welches ebenfalls laut schreiend frontal zu Boden stürzte und sich dann nicht mehr bewegte. Die übrigen bewegten sich jedoch scheinbar unaufhaltbar weiter vorwärts und schienen sich nicht einmal vom Leichnam ihres Speziesgenossen aufhalten zu lassen. Nun wurde tatsächlich das erste Tentakel-Monster auf die beiden aufmerksam und stürmte direkt auf sie zu. Julian entledigte sich schnell dem ohnehin nicht mehr funktionierenden Plasma-Gewehr und nahm seinen Speer fest in beide Hände. Er hatte es zwar bisher noch nicht ein einziges Mal geschafft Kim oder Sandra zu beschützen, aber vielleicht würde er es jetzt schaffen Christina zu beschützen. Zumindest ein einziges Mal in seinem gesamten Leben musste er es doch schaffen eine andere Person zu beschützen und dies wäre der Moment. Wütend stürmte er nun mit dem Speer auf das Horror-Monster zu und rammte ihm die lange Stichwaffe direkt durch den Kopf. Dem Viech blieb nicht einmal die Zeit um laut aufzuschreien, denn der Schädel wurde direkt in einem Blut und Hirnmasse verteilenden Vorgang gespalten und die Bestie fiel direkt tot zu Boden. Ein weiteres Monster hatte sich nun Julian als Ziel ausgesucht und stürmte direkt auf ihn zu, aber Julian schwang den Speer einmal frontal um sich und zerteilte mit der langen Klinge das Wesen direkt in zwei Hälfen, die direkt neben ihm tot auf den Boden klatschen. Nun nahm jedoch ein weiteres Monster Christina ins Visier und stürmte direkt auf sie zu. Und leider schien sie in ihrer völligen Überforderung zu nichts weiter im Stande zu sein als sich an der Seite des Transporters so klein wie möglich zu machen und zu hoffen, dass dies genügte, was es offensichtlich nicht tat.
„Verdammt!“, schrie Julian aus als ihm klar wurde, dass er sich zu weit von ihr entfernt hatte. Aber er rannte noch einmal zurück, so schnell er es konnte und erreichte Christina noch vor dem Monster, so dass er diesem den Speer einmal durch den Bauch rammen konnte und es dann so schnell er konnte mit aller Kraft von ihr wegschob. Nun packten jedoch unzählige der Tentakel der Bestie Julian und begannen immer fester zu zudrücken, so dass sie seinen Körper bald zerquetschen würden. Auf einmal fegte ein Plasma-Projektil aus der Waffe eines der Aliens über das Monster hinweg und ermöglichte es Julian sich schnell angewiedert von den Resten von dessen Tentakel zu befreien. Verwirrt sah er dann zu dem Alien, dass kurz zu ihm sah und sich dann weiter den Tentakel-Monstern widmete. Julian war sich nicht sicher, da diese Aliens bis auf ihre Größe in ihren Rüstungen alle gleich aussahen, aber anhand der Größe dieses Aliens schätze er dass es das Selbe hätte sein können mit dem er sich im letzten Loop noch unterhalten hatte.

Immer mehr Kaiju-Monster stießen aus dem Boden und schlossen sich der Materialschlacht an. Das Selbe galt jedoch für die Alien-Seite, welche immer noch weitere Raumschiffe unterschiedlicher Größe zum Schlachtgeschehen hinzufügte, dazu weitere Raumjäger und Krieger am Boden, die sich mit den kleinen Bestien befassten. In diesem Loop schienen sie für den Moment dieser „Plage“, wie sie es nannten, gewachsen zu sein. Aber Julian war sich sicher, dass er längst nicht alles gesehen hatte, was beide Seiten in einer Schlacht einsetzen konnten. Und diese Vermutung bestätigte sich als plötzlich eines der Kaiju-Monster einen giftgrünen Ball aus Schleim auf eines der Schiffe abgab. Die Schilde schienen diesen Angriff nicht aufhalten zu können und so traf der Schleimball direkt das Raumschiff, bedeckte es zu einem guten Drittel und ätzte sich durch dessen Metall schneller durch als Julian es jemals irgendwo gesehen hatte. Unkontrolliert krachten die Überreste des Schiffes zu Boden wo sie noch einmal explodierten und einen gewaltigen Krater im Boden hinterließen. Julian hatte sich wieder zu Christina begeben, die immer noch nicht mit dem zurecht kam, was sie da gerade erlebte. Und Julian konnte es ihr immer weniger verübeln. Überall um die beiden herum lagen völlig zerfetzte Leichen, Eingeweide und noch viel mehr Blut. An manchen Stellen türmten sich Monster-Leichen zu ganzen Bergen auf. An anderer Stelle lagen Trümmerteile und Reste von Alien-Raumschiffen. Das hier wurde selbst Julian zu viel. Vielleicht wäre ein Tod und der daraus folgende Neustart für sie beide im Moment das Beste. Aber wer garantierte ihnen, dass der nächste Loop nicht noch viel schlimmer werden würde? Und so entschied Julian lieber schnell Christina an beiden Schultern zu packen und ihr dabei tief in die Augen zu sehen.
„Christina! Hey? Verstehst du mich? Wir müssen hier weg!“, sprach er sie dann unerwartet eindringlich für seine eigenen Zwecke an und er konnte in ihrem Blick sehen, dass er gerade etwas bei ihr bewirkt hatte. „Los komm schon“, fügte er dann noch hinzu und reichte ihr seine Hand. Christina zögerte nicht und ergriff sie, woraufhin Julian sie hinter sich her zog und das keine Sekunde zu früh, denn nun krachte ein brennender Alien-Jäger, der von einem der Kaiju-Monster getroffen worden war in das Vehikel, dass ihnen die ganze Zeit noch zuverlässig als Deckung gedient hatte. Eine gewaltige Explosion ereignete sich hinter den beiden und schleuderte sie mit ihrer Druckwelle nach vorne, wo sie beide frontal zu Boden gingen. Schnell hatte Julian sich jedoch wieder aufgerichtet und Christina auf die Beine geholfen, so dass sie nun schnell in Richtung des Ausgangs des Festivalgeländes rennen konnten. Ab dort wären sie aus dem größten Chaos heraus und konnten sich das weitere Vorgehen überlegen. Es war nicht mehr weit, als sich plötzlich ein weiteres Monster in den Weg der beiden bewegte. Es war nicht wie die anderen Tentakel-Monster. Dieses war wesentlich größer, Julian schätzte es auf 3,50m Höhe und entsprechend wesentlich massiver gebaut. Sein Gesicht war wesentlich breiter, die Zähne noch spitzer und massiver gleichzeitig und zu allem Überfluss verfügte es über wesentlich mehr Tentakel überall an seinem Körper. Schockiert wichen sie beide gleichzeitig ein paar Schritte zurück, während die Bestie sie einmal laut anschrie und sich ihnen langsam nährte. Das war also das Ende dieses Zyklus. Es gab nichts mehr was die beiden nun noch unternehmen konnten. Und so nahmen sie sich in Erwartung ihres bevorstehenden qualvollen Todes schnell beide an den Händen, während das Monster sich offensichtlich auf seinen Angriff vorbereitete. Plötzlich krachte etwas von der linken Seite gegen das Wesen und krachte mit diesem zusammen in den Trümmerhaufen eines Raumschiffs rechts von ihnen. Julian brauchte einen Moment um das gerade geschehene zu verarbeiten, als er erkannte dass gerade eine Art Exoskelet, welches nach dem Aussehen zu urteilen eindeutig zu den Aliens gehörte, in die Bestie gekracht war und weiter gegen diese ankämpfte. Es hatte die selbe Größe wie die Bestie gegen die es kämpfte und sah den Rüstungen, die diese Aliens optisch trugen sehr ähnlich. Nur dass Julian erkennen konnte, dass es fast vollständig mechanisch war. Mit aller Kraft die es aufbringen konnte hielt es die gewaltigen Arme der Bestie weiter von sich fern, bevor es ihr einen Kopfstoß verpasste und dann zwei gewaltige Faustschläge gegen den Kopf der Bestie nachsetzte. Nun war es Christina die sich auf die notwendige Flucht besann und Julian an der Hand hinter sich her zog, der gerade immer noch ein paar Probleme hatte sich von dem Kampf der beiden zu lösen. Keine Sekunde zu früh, denn nun packte die Bestie die Arme des Exoskelets mit ihren Tentakeln und schleuderte es mit einem gezielten Faustschlag zurück, wo es Julian und Christina zu Matsch verarbeitet hätte, wenn sie sich nicht weiter bewegt hätten. Triebwerke im Rücken der Maschine brachten sie schnell wieder unter Kontrolle und ermöglichten es so dass das Exoskelet zwei Plasma-Kanonen im Zentrum des Torsos auf die Bestie abfeuern konnte. Laute Schreie deuteten auf zwei Volltreffer hin, aber die Bestie schien nicht nur größer und massiver zu sein, die hielt auch wesentlich mehr aus als ihre kleineren Artgenossen. Julian und Christina rannten weiter während hinter ihnen Exoskelet und Bestie sich schnell wieder in einen mächtigen Faustkampf verwickelten. Nun sollte jedoch noch ein weiterer Typ Kaiju-Monster aus einem Berg in weiterer Entfernung stoßen. Dieser war scheinbar so gewaltig, dass es für den Moment lediglich die drei gewaltigen Echsen-Köpfe auf langen, sehr flexiblen, fast schlangenartigen Hälsen aus dem Berg geschafft hatten. Aber dies genügte bereits um massiven Schaden anzurichten, denn nun feuerte einer dieser Köpfe einen gewaltigen Flammenstrahl auf das Größte der Alien-Schiffe ab, welches es sich auch noch direkt über dem Festivalgelände befinden sollte. Eine gewaltige Explosion zerriss das Schiff schon in der Luft in mehrere immer noch sehr gewaltige Stücker welche nun langsam auf das Festival-Gelände und das gesamte Schlachtgeschehen stürzen sollten. Schockiert stoppten sowohl Julian als auch Christina, denn sie wussten beide, dass dies tatsächlich das Ende war. Julian wollte ihre Hand loslassen, doch Christina hielt sie weiter fest und lächelte ihn an als Julian sie irritiert ansehen wollte. Auf dieses wunderschöne Lächeln hin entschied Julian sich einfach noch zurück zu lächeln bevor der gewaltige Schiffstrümmer auf sie herab stürzte und sie beide einfach zerquetschte. Julian wusste, dass dies nicht das endgültige Ende war und sie im nächsten Zyklus noch einmal beginnen könnten, aber sie hatten erneut versagt. Und das obwohl Julian nun neue technische Möglichkeiten zur Verfügung standen und die Aliens nun viel früher eingriffen. Julian begann sich zu fragen ob er überhaupt zu irgendetwas nutze war. Er hätte nichts dagegen gehabt, wenn dies tatsächlich das Ende für ihn gewesen wäre, nicht zuletzt weil das letzte was er gesehen hatte Christinas wunderschönes Lächeln gewesen war. Aber da der Time Loop immer noch bestand, sollte er sich stattdessen wieder im improvisierten Bett in seinem Transporter zur selben Zeit auf dem Festival wie auch sonst immer wieder finden. Was sollte er nur tun? Wie könnten er, Christina, ihr Freund, Kim, Sandra und auch die anderen die er auf dem Festival getroffen hatte ein solches Inferno überleben? Gab es dafür überhaupt eine Möglichkeit? Julian hatte kaum Zeit seine Gedanken nach dem letzten Tod zu ordnen als jemand unglaublich unsanft an die Seitentür hämmerte.
„AUFMACHEN! SOFORT!“, schrie die offensichtlich männliche Person in einem autoritären, militärisch klingenden Tonfall und bevor Julian überhaupt hatte reagieren können wurde die Tür gewaltsam aufgerissen und Julian fand sich mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden, wo ihn gleich drei maskierte Soldaten hielten, während zwei weitere mit ihren Sturmgewehren auf ihn zielten.
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Yo, da ist der neue Teil von Lost in Time. Und mit so unglaublich vielen Stellen bin ich mir absolut unsicher. Angefangen mit der "Humor"-Stelle und aufgehört mit allem was praktisch am Ende passiert. Bis auf die letzten paar Zeilen. Das muss unbedingt so sein. :mrgreen:
Ansonsten gibt´s jetzt mal zu Kapitel 1 und 11 mal die ersten KI-Titelbilder. Bei den anderen ist mir noch nix eingefallen was ich da hätte der KI als Promt geben könnte. ^^" :headbang:
Ich hoffe das alles gefällt weiter ganz gut und alle haben Spaß beim Lesen. :mrgreen:
Bis zum nächsten Kapitel. :1tu:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 14 – Ein Haufen Idioten mit Waffen:

Wütend kämpfte Julian gegen die drei Männer an, die ihn am Boden hielten, aber drei waren dann doch einfach zu viel für ihn. So sehr er sich gegen sie wehrte, er konnte nicht verhindern, dass sie ihn weiter am Boden hielten.
„Keine weitere Bewegung, du verdammtes Arschloch, oder ich knall dich ab!“, schrie ihn nun einer der anderen beiden Soldaten mit Sturmgewehren an.
„Bitte… Mach doch… Ist mir scheißegal“, antwortete Julian, der genau wusste dass er dadurch nicht wirklich sterben würde, sondern einfach wieder am Anfang der Zeitschleife aufwachte. Nun kam noch ein sechster Soldat dazu, der Julians Arme und Beine mit Kabelbindern fixierte. Danach trugen ihn die anderen drei, die ihn am Boden gehalten hatten zügig weg. Julian wusste nicht wohin. Alles was er genau wusste war, dass sich die Ereignisse gerade noch stärker verändert hatten und irgendwie das Militär einen Weg gefunden hatte die Zeitschleife zu umgehen, so dass sich zumindest bestimmte Personen an das Geschehen erinnern konnten. Mittlerweile hatten sie Julian am Bühnenbereich vorbei getragen, wo er sehen konnte wie gleich sieben Soldaten Jake, den Freund von Christina am Boden hielten.
„Ich werde euch alle töten ihr Bastarde, wenn ich rausfinde, dass ihr meiner Freundin irgendwas getan habt! Das schwöre ich!“, konnte er ihn schreien hören. Ein Blick nach rechts sollte ihm außerdem zeigen, dass zwei Soldaten Christina an der Schulter gepackt hatten und hinter sich her zogen. Julian bemerkte nach einer gewissen Zeit außerdem, dass sie ihn mittlerweile vom Festival-Gelände getragen hatten an einen Ort ganz in der Nähe, wo sie wohl eine Art vorläufiges Militär-Camp eingerichtet hatten. Dort verluden sie Julian auf die hintere Fläche eines Geländewagens und brachten ihn mit diesem irgendwo anders hin. Julian konnte nicht sehen wohin. Es schien sich jedoch um ein gewaltiges Gebäude zu handeln, so viel konnte er durch die gewaltigen Eingangstore und den gewaltigen Eingangsraum bereits erkennen. Dort angekommen wurde Julian in einen anderen Raum gebracht, den er am ehesten als einen Büroraum bezeichnen würde. Unsanft ließen sie ihn dort einfach auf den Boden fallen. Kurz darauf brachten sie Christina herein und stießen sie auf die Knie. Sie schien etwas irritiert davon zu sein ihn ebenfalls hier vorzufinden, zumindest deutete ihr Blick das an. Dann verließen alle Soldaten, bis auf zwei mit Sturmgewehren, wovon einer auf Julian, einer auf Christina zielte, den Raum und ein weiterer Mann trat ein. Seine Schritte waren sehr schwer und die massiven Militär-Stiefel sorgten dafür, dass sie sich noch schwerer anhörten. Ein weiterer Mann mit nicht ganz so schweren Schritten sollte ebenfalls folgen.
„Sir, das sind sie. Beide haben gewaltige Messwerte im Bereich der Chronotonen-Strahlung und der hier hat sich uns massiv wiedersetzt“, sprach der zweite Mann nun den ersten an, der weiter um Julian und Christina seine Kreise zog und sie sich scheinbar sehr genau ansah.
„Was ist das?“, fragte er dann den zweiten Mann und deutete auf Julians linken Arm.
„Das weiß ich auch nicht genau, Sir… Aber wenn ich raten müsste würde ich anhand des Designs annehmen, dass es sich um Alien-Technologie handelt, Sir“, antwortete der zweite Mann und der erste gab den beiden Männern mit den Sturmgewehren ein Handzeichen, woraufhin sie Julian zumindest vom Boden auf seine Knie anhoben. Nun konnte er sehen, dass es sich bei dem Mann nach seinen Rangabzeichen auf der Uniform zu urteilen um einen sehr hohen Rang handeln musste. Julian kannte sich nicht wirklich aus damit, aber er schätzte dass es sich entweder um einen Oberst oder sogar schon um einen General handeln musste. Er war außerdem genauso groß wie Julian oder sogar noch ein Stück größer und mindestens doppelt so massiv und muskulös. Julian wusste ganz genau, dass er in einem direkten Kampf gegen diesen Brocken von einem Mann keine Chance hätte, auch wenn er ihn mindestens zehn Jahre älter einschätzte als er selbst war. Der schwarze Vollbart und die Glatze machten die Alterseinschätzung für Julian auch unnötig schwierig. Langsam ging er auf Julian zu und sah ihm tief in die Augen.
„Wo hast du das her?“, fragte er ihn dann und deutete auf seinen Armpanzer.
„Wonach sieht es denn aus?“, fragte Julian erstaunlich ruhig dagegen und sollte feststellen, dass die Antwort dem Oberst genügen sollte.
„In Ordnung… Wie bist du da ran gekommen?“, fragte dieser dann als nächstes.
„Haben Die mir freiwillig gegeben. Ich musste nur danach fragen“, antwortete Julian erstaunlich wahrheitsgemäß, wohl wissend dass die Wahrheit viel zu absurd klingen würde als dass dieser Oberst sie ihm glauben würde.
„Verstehe… Was kann das Gerät?“, fragte dieser als nächstes.
„Ich hab keine Ahnung um ehrlich zu sein. Hologramme projezieren, die Umgebung scannen und eine Karte davon machen, meine medizinischen Funktionen feststellen… Solche Sachen halt bisher mal…“, antwortete Julian wieder erstaunlich wahrheitsgemäß aber er ahnte in dem äußerst gefühlskalten Ausdruck dieses Obersts dennoch erkannt zu haben, dass er ihm die Wahrheit nicht glaubte.
„Sag mal… Julian… Das ist doch dein Name oder? Dein wievielter Loop ist das hier jetzt eigentlich? Dein 300ster oder gehst du vielleicht schon auf die 500 zu?“, fragte er dann und schockierte Julian sehr. Wie konnte dieser Typ vom Militär davon wissen? Was wusste er noch alles, wenn er das wusste?
„Ich hab überhaupt keine Ahnung was sie da eigentlich für´n Käse erzählen… Ähhhh… Sir…“, begann Julian nun zu lügen, denn er begann anhand der Stimme dieses Mannes bereits etwas schreckliches zu ahnen.
„So? Hast du nicht? Wie kommt es dann, dass du Chronoton-Strahlung abgibst, so wie das im allgemeinen nur Zeitanomalien tun?“, fragte der Oberst nun bevor er seinen Blick Christina zuwandte, die ohnehin schon die ganze Zeit ungewöhnlich still sein sollte und scheinbar nur darauf wartete, dass ihr gleich etwas schlimmes geschehen würde.
„Ich weiß wirklich nichts, ehrlich“, antwortete Julian immer verängstigter, da er bereits ahnte was gleich geschehen würde.
„Nun gut… Vielleicht ist die hier ja ein wenig kooperativer, was das ganze angeht…“, kommentierte nun der Oberst und kniete sich vor Christina, so dass er ihr direkt in die Augen sehen konnte. „So Schätzchen… Vielleicht willst du mir sagen wie oft du die Zeitschleife schon wiederholt hast?“, sprach er sie dann künstlich einfühlsam an, aber Christina schüttelte lediglich ängstlich und verneinend mit dem Kopf. „Weißt du… Du bist wirklich ne Hübsche und ich würde dir wirklich ungerne etwas antun, aber glaub bloß nicht, dass ich es nicht tun würde. Ich brauche die Informationen und ich werde sie bekommen, egal was dafür nötig ist“, sprach er sie dann nochmal an.
„Sie weiß aber nichts… Ich bin derjenige der hier in der Zeitschleife feststeckt… Ich hab sie nur zufällig auf dem Festival getroffen und sie gefällt mir auch, also hab ich sie bei mir behalten… Ich konnte ja nicht ahnen, dass sie mit diesem Chronodingsda-Zeugs verstrahlen würde“, log Julian schnell so gut wie er konnte.
„Sir… Es scheint sich um die Wahrheit zu handeln. Ihre Chronoton-Werte sind zwar erhöht, aber das könnte genauso gut durch passive Verstrahlung entstanden sein“, meldete sich der zweite Mann, wahrscheinlich der Adjutant des Obersts nun zu Wort.
„Ich verstehe…“, stellte der Oberst nun fest, richtete sich wieder auf und ging nachdenklich eine Runde durch den Raum. „Nehmt ihn mit“, befahl er dann und deutete mit dem Finger auf Julian.
„Und sie, Sir? Was machen wir mit ihr?“, fragte der Adjutant noch und der Oberst begann sichtbar darüber nachzudenken. Dann zog er plötzlich eine Pistole hinter seinem Rücken hervor und schoss Christina innerhalb von keiner ganzen Sekunde damit in den Kopf. Blut und Gehirnmasse von der früheren Schönheit spritzen über Julian und durch den halben Raum.
„NEEEEEEIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!!“, schrie Julian mehrmals auf und versuchte sich mit bloßer Gewalt aus den Kabelbindern zu befreien, die ihn gefesselt und bewegungsunfähig hielten. Aber es war zwecklos. Die Soldaten hatten offensichtlich einen besonders dicken, massiven Kabelbinder dafür verwendet. „NEEEEIIIIIIN!!!!! DU VERDAMMTER BASTARD!!!! ICH WERDE DICH TÖTEN!!!!!“, schrie Julian weiter aus, bevor ihm der Oberst einen Faustschlag mitten ins Gesicht verpasste. Blut spritze dabei aus seinem Mund und die Kräfte dieses Mannes waren so massiv, dass Julian zur Seite zu Boden fallen sollte. Niemals hätte er damit gerechnet, dass ein einziger Faustschlag ihm solche Schmerzen verursachen könnte. Nicht nach allem was er bereits erlebt hatte.
„Du wirst hier gar nichts mehr tun. Du wirst nie wieder irgendetwas tun. Ab sofort existierst du nicht mal mehr. Also fang dich langsam mal wieder und beruhige dich. Hast du das kapiert?“, sprach er Julian nun an.
„Fick dich, du Dreckschwein“, antwortete Julian lediglich. „Ich werde ich umbringen du Ratte und spätestens wenn langsam das Leben aus dir entweicht wirst du das hier bereuen“, fügte er noch hinzu, bevor der Oberst ihn am Hals packte und ihm erneut tief in die Augen sah.
„Das würde ich tatsächlich gerne sehen, du mieser kleiner Pisser. Ein Loser wie du kann jemanden wie mich doch nicht mal ankratzen“, sagte er dann, bevor Julian die Chance nutzte die er sah und ihm zumindest das Blut dass ihm immer noch aus dem Mund lief ins Gesicht spuckte. Schnell hatten sich die drei anderen Männer im Raum eingeschaltet, schleuderten ihn auf den Boden und führten so viele Tritte auf Julian aus, dass er nicht einmal mehr wusste wie viele es waren, während der Oberst sich das Blut aus dem Gesicht wischte. „Stopp“, wies er dann seine Männer an. „Ist schon in Ordnung. Nehmt ihn einfach nur mit und testet ihn ausführlich. Ach ja… Und nehmt ihm dieses Ding da an seinem Arm irgendwie ab, mir egal wie“, befahl er dann und die Männer hoben Julian wieder auf seine Beine. „Du wirst dir wünschen, dass du dich wieder gefangen hättest als ich es dir gesagt habe. Jetzt werde ich dich durch eine schlimmere Hölle schicken als du dir je vorstellen könntest“, sprach er Julian noch einmal an, bevor die drei Männer ihn mitnahmen. Auf dem Weg kamen ihm drei weitere Männer entgegen, die wohl als Ziel den Büro-Raum hatten, wahrscheinlich um die Leiche von Christina aufzusammeln und zu entsorgen.

Julian wusste nicht wo er genau hingebracht wurde oder überhaupt noch wo er sich befand. Alles was er wusste, war dass dieser Bastard gerade einfach Christina erschossen hatte und dass er sie nie mehr wieder sehen würde, wenn er es nicht ebenfalls schaffte sich das Leben zu nehmen. Aber er hatte keine Chance dazu. Nicht so gefesselt wie er es war. Und nicht wenn ihn ständig mindestens zwei Soldaten bewachten. In sehr zügigen Schritten wurde er tiefer in die riesige Militär-Anlage gebracht und immer weniger war es Julian möglich sich zu orientieren. Er wusste ohnehin längst nicht mehr wo er sich eigentlich genau befand und was gleich mit ihm geschehen würde. Mittlerweile hatten sie ihn in einen anderen Raum getragen, der Julian am ehesten an einen gewaltigen OP-Saal erinnerte. In der Mitte befand sich eine Liege auf die man Julian abgelegt hatte ohne dabei die Kabelbinder zu entfernen, die ihn gefesselt hielten. Dann ließ man ihn dort eine ganze Weile alleine. Der Raum war unglaublich steril und hell, was auch daher kam dass er in seiner Grundfarbe weiß war. Auf der von Julian aus gesehen rechten Seite war außerdem ein gewaltiger, breiter Spiegel der sich einmal über die gesamte Wandseite zog angebracht. Aus Julians Sicht handelte es sich aber eher um einen Einweg-Spiegel von dem aus man wahrscheinlich das was gleich mit ihm geschehen würde beobachten konnte. Was würde jetzt überhaupt mit ihm passieren? Der Oberst hatte ihm die Hölle versprochen. Aber konnte es wirklich schlimmer werden als bei lebendigem Leibe von den Tentakel-Monstern der Plage gefressen zu werden? Julian konnte das alles noch nicht abschätzen, aber er konnte nicht bestreiten, dass er schreckliche Angst hatte vor dem was nun folgen würde. Verzweifelt begann er in Tränen auszubrechen, als er noch einmal an Christina dachte. Im Anschluss an Kim und an Sandra, die wahrscheinlich ebenfalls bereits tot waren und wenn nicht gleich sterben würden, ebenso die ganzen anderen Leute die Julian auf dem Festival getroffen hatte. Nach einer ganzen Weile, Julian wusste nicht wie lange, öffnete sich für Julian hörbar eine Tür und mehrere weitere Personen betraten den Raum. Da sie alle Schutzanzüge trugen, konnte Julian kein einziges Gesicht erkennen.
„OK. Hier haben wir Versuchs-Objekt Gamma“, begann einer der Männer zu sprechen.
„Herzschlag stabil. Alle Vitalfunktionen normal“, sprach ein weiterer.
„Die Bilder vom MRT sind da. Es sieht so aus als stecke dieses Ding da in seinem Arm drin“, fügte ein dritter hinzu.
„Was passiert hier? Was macht ihr?“, fragte nun Julian dazwischen, aber die Männer ignorierten ihn einfach. Stattdessen begann sich der erste den Arm-Panzer der Aliens aus der Nähe anzusehen, während der vierte, der bisher noch nichts gesagt hatte, verschwand und mit einer Reihe rollbarer Tische mit verschiedenen Werkzeugen darauf zurück kehrte. Einige sahen aus wie aus dem medizinischen Bereich, einige andere wirkten eher wie Werkzeuge die ein Handwerker benutzen würde und nochmal andere wirkten auf Julian fast wie Folterwerkzeuge. „Was geht hier vor? Was wollt ihr mit mir machen?“, fragte er nun wesentlich verängstigter aber immer noch reagierte kein einziger der vier Männer auf ihn. „HEY! VERDAMMT! REDET MIT MIR!!!!!“, schrie er nun mehrmals aber die Männer ignorierten ihn einfach weiter.
„Es scheint keinen direkt sichtbaren Weg zu geben das Gerät zu entfernen“, stellte nun der zweite Mann fest.
„Da haben sie wahrscheinlich recht“, kommentierte der erste und richtete sich wieder auf. „Geben sie mir die Kreissäge“, sprach er dann den vierten an, der einfach nur nickte und eine auf Julian unglaublich gewaltig wirkende Version des genannten Werkzeugs an den ersten übergab.
„Nein… Nein… Bitte… Tun sie das nicht… Bitte!“, rief Julian nun völlig panisch aus, aber niemand interessierte sich auch nur im Ansatz für ihn. Es wirkte auf Julian sogar schon so als wäre er einfach nur ein Stück Fleisch für diese Männer und sonst gar nichts. Er versuchte sich verzweifelt zu bewegen, aber es war immer noch nicht möglich. Er konnte nicht verhindern dass der Mann einfach mit der Kreissäge durch seinen Arm schnitt und ihn am Ellenbogen abtrennte. Alles was er tun konnte war während des gesamten, extrem blutigen Vorgangs so laut vor Schmerzen aufzuschreien wie er es konnte. Diese Schmerzen waren fast nicht zu ertragen. Aber auch das interessierte die vier Männer nicht. Sie trennten einfach nur seinen linken Unterarm ab und nicht einmal dass der Mann ihm dabei versehentlich auch noch in die linke Hüfte hinein gesägt hatte schien irgendwen zu interessieren. Er wurde nicht einmal verbunden um seinen Blutverlust zu verhindern. Lediglich sein rechter Arm wurde schnell wieder mit einem anderen Kabelbinder anderweitig befestigt.
„OK, bringen sie ihn in den Chronoton-Abschirmungsraum“, wies der erste nun den dritten Mann an und direkt wurde Julian auf einer rollbaren Liege woanders hin gefahren. Er wusste wieder nicht wohin und die Schmerzen seines verlorenen Arms ließen ihm nicht mehr die Möglichkeit sich in irgendeiner Form genauer damit zu befassen. Nach einer kürzeren Fahrzeit fand er sich in einem hellen Raum mit einer metallischen Innenverkleidung wieder. Es gab keine Fenster, lediglich das künstliche Licht und das reflektierende Metall. Es gab auch keine Möbel, nicht einmal sanitäre Anlagen in diesem Raum. Nur den Raum und die Liege an die er immer noch angekettet war. Sein Gesicht schmerzte noch von dem Schlag den der Oberst ihm verpasst hatte und sein verlorener Arm blutete weiter aus. Was aber viel mehr weh tun sollte war der Verlust von Christina und die Tatsache, dass er nun weder Kim noch Sandra retten konnte. Er war müde. Er wollte sich nur noch hinlegen. Wahrscheinlich würde er auch gleich sterben. Und so gab er sich dem ganzen einfach hin. Vielleicht würde er ja dann Christina wieder sehen können.

Julian konnte nicht vermeiden, dass er einen tiefen Atemzug nahm, als er wieder erwachte. Moment mal… Das hier war aber nicht sein improvisiertes Bett im gemieteten Transporter. Das war immer noch die selbe Liege an die er angekettet war und immer noch der selbe metallische Raum. War er etwa nicht tot? Hatte er noch einmal überlebt? Erstaunt sollte Julian jedoch feststellen, dass die Verletzung seines Gesichts verheilt war und nicht mehr weh tat. Was aber noch viel absurder sein sollte als das, war die Tatsache, dass sein linker Arm wieder da war, zusammen mit dem Gerät der Aliens, dass er zuletzt daran getragen hatte. Wie war das möglich? War das alles gerade ein Traum oder sowas? Nein. Das hier war real. Aber wie war es dann möglich? Erleichtert darüber dass sein Arm zurück war brach er nun in lautstarkes Gelächter aus, ähnlich wie damals als er realisiert hatte, dass er sich in einem Time Loop befand. Das war einfach gerade alles etwas zu viel für seinen Verstand. Wie sollte er so etwas denn überhaupt erfassen und verstehen? Das war einfach viel zu absurd, selbst für ihn. Plötzlich betraten zwei Männer in Schutzanzügen den Raum und zogen Julian auf der Schiebeliege aus dem Raum hinaus.
„Hey!!!! Wo bringt ihr mich hin?!?! Was wird hier gespielt?!?!“, rief Julian noch einmal aus, aber keiner der beiden reagierte überhaupt im Ansatz auf ihn. Erneut sollte Julian sich in diesem OP-Saal befinden, wo sich nun sechs Männer in Schutzanzügen um ihn herum versammelt hatten.
„Seine Vitalfunktionen sind erstaunlicher Weise unverändert“, kommentierte einer von ihnen.
„Wahrscheinlich hat der Time Loop lokal getriggert“, warf ein weiterer ein.
„Dann ist der Chronoton-Abschirmungsraum ein Erfolg gewesen?“, fragte ein weiterer.
„Dazu benötigen wir weitere Tests. Aber für den Moment dürfen wir hoffnungsvoll davon ausgehen“, antwortete der zweite.
„Das wird dem Oberst sicher gefallen“, kommentierte ein weiterer.
„Ja… Allerdings das hier dürfte ihm weniger gefallen“, antwortete ein weiterer und deutete auf den Arm-Panzer der Aliens der sich wieder an seinem Arm befand.
„Entfernen wir ihn noch einmal… Mit mehr Sorgfalt“, schlug der erste wieder vor und die übrigen fünf nickten zustimmend. „Gebt mir dieses Mal die Flex. Ich werde versuchen mich durch dieses Metall zu schneiden“, sagte er dann und bekam ein entsprechend großes Werkzeug wie es Handwerker zum Schneiden von Mauersteinen verwenden würden angereicht.
„Vielleicht kann er uns auch noch bei anderen Dingen helfen. Wir sollten ihn außerdem in den Kristallraum bringen. Vielleicht bewirkt seine Anwesenheit dort eine weitere Aktivierung“, sprach nun der zweite den dritten an.
„Und wir sollten dringend auch ausprobieren ob er nicht zufällig auch im Stande ist die andere Alien-Technologie zu verwenden“, warf nun der vierte ein.
„Später… Zu aller erstmal müssen wir dieses Ding dauerhaft von seinem Arm entfernen“, unterbrach der erste, der auch die Flex führte die anderen und begann das Gerät in Rotation zu versetzen.
„Bitte… Was… Nein… Ich… Bitte…“, brachte Julian lediglich noch heraus, bevor die gewaltige Flex unter gewaltigem Funkenausschlag damit begann sich durch das Alien-Metall zu sägen. Niemanden interessierte dabei, dass sie auch gleichzeitig mitten in Julians Arm sägten, genauso wenig dass er dabei laut aufschrie vor Schmerzen. Der Arm-Panzer war gespalten worden, sein Arm jedoch ebenso. Mit einer Zange zog nun der dritte Mann äußerst unsanft die Reste des Arm-Panzers von diesem herunter ungeachtet dessen was er dabei alles unter lautstarken Schmerzensschreien von Julian zerstörte. In der gespaltenen Hand brachen dabei sogar mehrere Knochen hörbar.
„In Ordnung… Bringt ihn zurück“, befahl nun der Mann, der die Flex geführt hatte und zwei weitere Männer brachten Julian zurück in den sterilen Raum wo man ihn erneut zum Sterben zurück ließ.

Wie Julian es erwartet hatte sollte er sich unversehrt und mit seinem Alien-Arm-Panzer in diesem besonderen Raum wieder finden nachdem er erneut gestorben war. Es folgten weitere Versuche an ihm. Zunächst wollte man ihm unbedingt den Arm-Panzer abnehmen, was aber offensichtlich einfach nicht funktionierte, da das Ding jedes Mal wenn er starb zu ihm zurück kehrte. Und sterben tat er sehr oft während dieser Versuche, die das Militär an ihm durchführte. Selbst wenn sie versuchten ihn zunächst am Leben zu erhalten führten sie meistens irgendeinen anderen Versuch durch, bei dem er nicht überlebte. Nachdem das Militär aufgegeben hatte ihm den Arm-Panzer entfernen zu wollen, entschieden sie sich offensichtlich andere Tests an ihm durchzuführen. Dazu wurde er in einen dieser sterilen, mit Metall verkleideten Räume gebracht. Julian kannte diesen Raum bereits und er wusste bereits, dass man jeden Versuch mit einem der Militär-Wissenschaftler zu kommunizieren ohnehin ignorierte, also sagte er nichts mehr weiter und ließ sich einfach in den Raum bringen. Zu seiner eigenen Überraschung wurden ihm nun jedoch die Kabelbinder an Armen und Beinen entfernt, die ihn Bewegungsunfähig hielten. Völlig irritiert sah er den beiden Männern die ihn in den Raum gebracht hatten noch nach als sie den Raum verließen und ihn dort alleine einsperrten. Julian erkannte jedoch recht schnell dass dieser Raum sich von dem in dem man ihn üblicher Weise zum Sterben zurück gelassen hatte durch eine weitere Tür auf der anderen Seite unterschied. Und diese Tür war es die sich öffnete und den Blick auf eines der Tentakel-Monster freigab, dass gerade von gleich vier maskierten Soldaten an einer Kette und mit elektrisch aufladbaren Schlagstöcken in der Hinterhand herein geführt wurde. Schnell verließen die vier Männer den Raum wieder und ließen Julian mit dem Monster alleine zurück. Es sah immer noch genauso grauenhaft aus wie in seiner Erinnerung. Alleine die spitzen Zähne genügten um Julian eine solche Angst zu verursachen, dass er sich am liebsten in eine Ecke verkrochen und dort so klein wie möglich gemacht hätte. Dummerweise war der Raum jedoch rund und hatte keine Ecken, wodurch das recht schwierig umzusetzen wurde.
„Hey, hey, hey! Ich kann unmöglich gegen das Vieh gewinnen! Lasst mich hier raus! Ich…“, begann er panisch auszurufen, aber niemand reagierte. Das Monster schrie lediglich auf und stürzte sich in einer schnellen Bewegung auf ihn. Julian versuchte zwar noch den einen Arm zu packen mit dem es zuschlagen wollte, aber er brauchte beide Arme um diesen einen Arm des Monsters abzufangen und war so schutzlos gegen den Angriff des anderen Arms. Fünf gewaltige Schnitte zogen sich einmal vollständig über seinen Körper als die Klaue darüber streifte und Blut spritzte durch das gesamte Zimmer. Julian schrie laut vor Schmerzen auf bevor die Bestie ihre spitzen Zähne in seinen Hals rammte und diesen in einem blutigen Vorgang einfach aufriss, bevor es begann ihn langsam aber sicher aufzufressen. Julian sollte sich plötzlich im selben Raum wieder finden, wo gerade das Monster erneut hinein geführt wurde.
„Nein… Nein… Bitte… Nein…“, begann er lediglich zu wimmern, während sich der selbe Vorgang wiederholte. Und das nicht nur einmal, sondern eher zehn oder sogar zwanzig Mal. Wenn das Militär von Julian erwartete, dass er den Arm-Panzer gegen das Wesen einsetzte, so war ihm das ohnehin nicht möglich, da das Wesen viel zu schnell für ihn war. Plötzlich, nach dem gefühlten fünfzigsten Mal wo sich dieser Vorgang drohte zu wiederholen, ertönte jedoch ein lautes akustisches Signal und eine Gruppe aus zehn maskierten Soldaten betraten durch das was Julian als die Hintertür wahr nahm den Raum und schlugen das Monster mit ihren elektrisch aufgeladenen Schlagstöcken nieder, während vier weitere durch die Vordertür eintraten, sich Julian packten, ihm wieder Kabelbinder anlegten und ihn dann aus dem Raum holten. Julian konnte das Bedürfnis in Tränen der Erleichterung auszubrechen nicht unterdrücken. Er war diesen vier Soldaten so unglaublich dankbar. Diese ignorierten seine Danksagungen jedoch einfach wie die ganze Zeit schon völlig und brachten ihn in einen anderen Raum, der ebenfalls mit dieser Art Metall innen verkleidet war. In diesem Raum befand sich so etwas wie ein metallisches Ei, dass sich nun von selbst öffnete und den Blick auf eine sich darin befindende Liege frei gab. Da Julian ohnehin nichts unternehmen konnte und noch den Schock des letzten Erlebnisses verarbeitete, ließ er sich wiederstandlos hinein legen und sah genauso wiederstandlos zu wie sich das metallische Ei über ihm von selbst schloss. Er hatte nicht die geringste Ahnung was nun geschehen sollte. Er war alleine in diesem eigenartigen Ding und keiner sagte ihm irgendetwas. Er wusste jedoch, dass egal was geschehen würde, es wäre nichts Gutes. Und alleine dieses Wissen sorgte dafür, dass er sich vor Angst einnässte.
„Bitte… Ich wollte doch nur das Festival besuchen… Ich tu´s auch nie wieder… Bitte… Ich… AAAAAAAAARRRRRRRRR!!!!!!!!!!!!“, wimmerte Julian davor noch bevor unzählige Stacheln aus der Innenwand des eiförmigen Gebildes ausfuhren und sich durch seinen Körper bohrten. Blut bespritzte die gesamte Innenwand des Gebildes und die Schmerzen wurden unerträglich bevor Julian starb. Sehr zu seinem eigenen Schock fand er sich jedoch innerhalb dieses eiförmigen Folterapparats wieder als der Zyklus erneut startete.
„Nein! NEIN! ICH… BITTE!!!! AAAAAARRRRRRRRRR!!!!!!!!!“, schrie er lediglich aus als plötzlich eine Reihe von Flammenwerfern in der Innenseite des Gebildes ausfuhren und ihn mit Feuer beschossen. Diese Schmerzen waren absolut unerträglich. Schlimmer sogar als die, die er gehabt hatte als die Aliens ihn mit ihren Plasma-Gewehren getötet hatten. Lautstark schrie er weiter vor Schmerzen auf, während das Feuer sich weiter von außen nach innen in seinen Körper fraß und nichts weiter als ein verkohltes Skelet von ihm übrig ließ bevor der Zyklus erneut startete.


Julian wusste weder wie oft er mittlerweile schon gestorben war, noch wie viel Zeit insgesamt überhaupt vergangen war. Immer wieder und wieder hatten sie ihn in diesem Ei-Förmigen Gebilde auf verschiedenste Art und Weise getötet. Neben dem Aufspießen durch unzählige Stacheln und dem zu Tode verbrennen, hatte man ihn auch noch in Säure aufgelöst, ihm jeden Sauerstoff entzogen, einfach gewartet bis er verhungert war, den Kopf abgetrennt, ihn gefünfteilt, ihn zerquetscht und noch viele weitere Todesarten an ihm ausprobiert. Praktisch alles was dem Militär einfallen sollte. Mittlerweile hatten sie scheinbar aufgegeben und ihn wieder in diesen Chronoton-Abschirmungsraum zurück geschafft, der ihm scheinbar als Gefängniszelle diente. Julian lag dort immer noch mit Kabelbindern gefesselt auf der Roll-Liege und war geistig kaum noch anwesend. Er wusste weder wie viel Zeit für ihn selbst vergangen war, noch wie viel Zeit tatsächlich vergangen war. Er wusste nicht mehr wie viele Time Loops stattgefunden hatten, er wusste nicht einmal mehr ob sie überhaupt noch stattgefunden hatten. Und er wusste nicht mehr wie lange er schon in diesem Raum auf dieser Liege gelegen hatte, ohne dass irgendetwas geschehen war. Aber das war ihm auch irgendwie vollkommen egal. Er wollte nichts mehr, er dachte nichts mehr. Er wusste nun dass er weder Sandra, noch Kim oder gar Christina ja wieder sehen würde. Er wusste dass er das Festival nie mehr wieder sehen würde. Und das alles war ihm mittlerweile völlig egal. Selbst dass alle diese Menschen starben, darunter diese drei, die ihm eigentlich etwas bedeuteten, selbst all das war ihm völlig egal. Er wollte nur noch dass alles vorbei war. Er wollte einfach nur verschwinden. Nicht mehr existieren. Das war der gesamte Willen den Julian nun noch hatte. Plötzlich öffnete sich die Tür und drei Männer traten ein. Julian erkannte einen von ihnen als den Oberst der Christina getötet hatte an seiner Stimme wieder, einen anderen als einen der Wissenschaftler die in Schutzkleidung an ihm herum experimentiert hatten, ebenfalls an der Stimme. Den dritten kannte er nicht, es war ihm jedoch wie vieles andere auch einfach nur egal.
„Ist er das?“, fragte der dritte Mann den Julian nicht kannte.
„Jawohl, Sir“, antwortete der Oberst, was Julian automatisch vermuten ließ, dass es sich bei dem dritten Mann um einen General handeln musste, der einzige Rang der noch über dem Oberst lag.
„Seltsam… Ich hatte mir einen Mann der durch die Zeit reisen kann irgendwie größer und stärker vorgestellt“, kommentierte der General dann.
„Nun, Sir… Genau genommen reist er nicht durch die Zeit. Jedes Mal wenn er stirbt setzen die Chronotonen in ihm die Zeit innerhalb des Chronotonfeldes in dem er sich zu dem Zeitpunkt gerade befindet zurück. Das ist eher mit einer Zeitschleife vergleichbar als mit einer Zeitreise, Sir“, erklärte der Wissenschaftler nun.
„Bitte was?“, fragte der General seiner Stimme nach zu urteilen vollkommen irritiert nach.
„Stellen sie sich folgendes vor, Sir... Die Welt da draußen, diese Basis hier und dieser Raum… Jedes einzelne davon ist von einer eigenen Blase umschlossen. Einer Zeitblase. Wenn er sich in der Außenwelt befindet und dort stirbt, setzt sich die Zeit für die Außenwelt komplett zurück, nicht jedoch für die Basis oder diesen Raum. Wenn er in unserer Basis stirbt, setzt sich die Zeit für die Basis zurück, nicht jedoch für den Raum und die Außenwelt. Und wenn er in diesem Raum stirbt…“, erklärte der Wissenschaftler noch einmal.
„…Dann setzt er lediglich in diesem Raum die Zeit zurück, aber nicht für die Basis oder die Außenwelt“, beendete der General nun den Satz des Wissenschaftlers.
„Sie haben es erfasst, Sir“, kommentierte dieser nun.
„Bedeutet das dann aber auch, dass er innerhalb dieses Raums vollkommen unsterblich ist?“, fragte nun der General genauer nach.
„Dem scheint so zu sein. In den letzten Wochen haben wir ihn auf jede Art versucht zu töten die uns eingefallen ist, aber er ist immer wieder in genau dieser Form zurück gekehrt wie er jetzt da liegt. Wenn wir es also schaffen seine Fähigkeit die Zeit zurück zu setzen irgendwie zu replizieren und unsere Soldaten ihre eigene Chronoton-Blase einzuschließen…“, antwortete nun der Oberst.
„…Dann können wir eine Armee aus unsterblichen Soldaten damit erschaffen“, beendete der General den Satz des Obersts.
„Sie haben es erfasst, Sir“, kommentierte nun der Oberst.
„Das war verdammt gute Arbeit Oberst Kurzmann. Ich werde sie für eine Beförderung vorschlagen“, kommentierte nun der General in hörbarer Freude.
„Ich danke ihnen, Sir“, antwortete Oberst Kurzmann.
„Gibt es Fortschritte in anderen Gebieten?“, fragte der General weiter.
„Wir haben Fortschritte beim Kontrollieren der dimensionalen Invasoren gemacht und die Waffenentwicklungsabteilung stattet gerade erste Vehikel mit Prototypen von Alien-Waffensystemen aus. Der Prototyp des Colossus und die ersten Prototypen der Vipers dürften ebenfalls bald einsatzbereit sein. Danach hängt es lediglich an der Finanzierung einer Massenproduktion, Sir“, antwortete Oberst Kurzmann.
„Sehr gut… Sehr gut… Was geschieht dann mit ihm?“, fragte der General noch und deutete auf Julian.
„Sobald wir einen sicheren Weg wissen wie wir es schaffen können ohne die Zeit für die ganze Welt zurück zu setzen, werden wir ihn beseitigen, Sir“, antwortete der Wissenschaftler.
„Sir… Ich muss dem leitenden Wissenschaftler da wiedersprechen… Es gibt noch ein Experiment, das ich gerne mit ihm durchführen würde und bitte daher um ihre Erlaubnis, Sir“, meldete sich nun jedoch Oberst Kurzmann zu Wort.
„Sie sind noch nicht zufrieden mit den Ergebnissen?“, fragte der General genauer nach.
„Nein, Sir… Es gibt da noch etwas, das ich heraus finden möchte“, antwortete Kurzmann erstaunlich unterwürfig für seine Zwecke.
„Nun… Sie haben die ganze Zeit gute Arbeit geleistet… Ich sehe keinen Grund ihnen dieses eine Experiment zu verweigern. Gehen sie´s an, Oberst Kurzmann. Dann beseitigen sie dieses Stück Fleisch hier und wenn das alles erledigt ist, werden sie das nächste Mal wenn wir uns begegnen General Kurzmann sein“, kommentierte der General bevor er den Raum verließ.
„Oberst Kurzmann, Sir… Sind sie sich sicher, dass dieses letzte Experiment wirklich notwendig ist?“, fragte der Wissenschaftler hörbar irritiert.
„Leutnant Palmer… Sie wissen genau weshalb es notwendig ist… Was glauben sie denn was passiert, wenn der General erfährt, dass wir für den Dimensionsriss und diese Invasion von Tentakel-Horror-Monstern verantwortlich sind? Glauben sie dann ich werde noch General?“, fragte Oberst Kurzmann in einem hörbar aggressiven Tonfall.
„Nein, Sir“, antwortete der als Leutnant Palmer bezeichnete Wissenschaftler.
„Und wenn ich nicht General werde, denken sie dass sie dann befördert werden?“, fragte Oberst Kurzmann weiter nach.
„Nein, Sir“, antwortete Leutnant Palmer.
„Dann haben sie gerade verstanden, weshalb dieses Experiment notwendig ist. Wenn es uns einen entscheidenden Hinweis darauf gibt, wie wir diesen Dimensionsriss schließen können ohne dass der General etwas davon bemerkt, dann ist es jedes nur erdenkliche Risiko wert. Also… Bringen sie ihn morgen in den Kristallraum und machen sie den Test mit ihm“, erklärte Kurzmann weiter.
„Sehr wohl, Sir“, antwortete Leutnant Palmer und salutierte vor seinem Vorgesetzten, bevor dieser als erster den Raum verließ. „Dann hoffen wir mal, dass das am Ende auch alles gut geht“, kommentierte Palmer noch und sah noch einmal kurz zu Julian und nahm dessen leeren Blick war, bevor auch er den Raum verließ und Julian zurück ließ. Erschreckender Weise hinterließ dieses Gespräch bei Julian jedoch große Hoffnung. Nur noch ein Experiment und man würde ihn endgültig vernichten. Dann wäre es endlich vorbei… Das alles. Nachdem die Tür geschlossen war begann Julian in völlig verstandloses Gelächter auszubrechen, das nicht mehr stoppte und Julian wollte auch nicht mehr dass es stoppte. Es war ihm einfach nur egal, so wie alles andere ebenfalls.

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So, das wäre der neue Teil und heilige Scheiße... Wenn euch das Ding unangenehm zu lesen war, seit euch sicher dass mir der Teil mindestens genauso unangenehm zu schreiben war. Eher sogar noch schlimmer. Das dürfte soweit wohl das heftigste sein was in Lost in Time passieren wird... Und bisher ist es wohl auch das heftigste was ich bisher geschrieben hab. Ich komme selbst noch nicht ganz drauf klar, dass dieses Ding jetzt existiert. Ich hoffe ihr als meine Leser tut es und seid auch weiterhin dabei, wenn wir uns in ganz langsamen Schritten in Richtung Finale bewegen. :mrgreen:
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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Beitrag von Child of Bodom »

Kapitel 15 – Eine leere Hülle:

Julian bekam schon gar nicht mehr mit wie er von drei weiteren maskierten Soldaten in einen weiteren Raum geführt wurde. Er ließ sich einfach von seinen Beinen zum Ziel tragen. Außenstehende hätten glauben können, dass er zu seiner Hinrichtung geführt wurde. Und so wie Julian diese Experimente kennen gelernt hatte war das wahrscheinlich nahe an der Wahrheit. Es war ihm dennoch einfach egal. Er wollte nur noch dass dies alles enden würde. Zu seiner eigenen Überraschung führten die drei Männer ihn in einen Raum dessen hintere Wand die des Berges war in den diese Militär-Anlage anscheinend gebaut worden war. Aus dieser Wand ragte ein gewaltiger, mindestens 20 Meter hoher und 10 Meter breiter Kristall heraus. Seine Grundfarbe war violett, aber er reflektierte das Licht zusätzlich in allen anderen Farben. Der wunderschöne Anblick des geologischen Phenomens entlockte Julian tatsächlich noch einmal einen kurzen Moment der Aufmerksamkeit bevor er wieder in seine Leere von zuvor zurück driftete.
„Leutnant Palmer… Alle temporalen und dimensionalen Messwerte liegen im normalen Bereich, Sir“, sprach einer der anderen anwesenden Männer den ebenfalls anwesenden Leutnant an.
„Bringt ihn näher heran“, befahl Palmer und die drei Männer die Julian hergebracht hatten packten ihn an den Armen und schoben ihn stückweise näher zum Kristall hin. Julian leistete keinerlei Wiederstand. Es war ihm wie so vieles andere mittlerweile einfach nur egal.
„Temporale Werte steigen exponentiell an“, meldete sich ein anderer Mann hinter einem Computer zu Wort.
„Dimensionale Werte bleiben gleich“, meldete sich ein anderer.
„Der Kristall reagiert auf ihn“, fügte ein dritter hinzu, während der Leutnant sich selbst die Messwerte ansah.
„Das ist tatsächlich äußerst bemerkenswert“, kommentierte er als nun auch noch Oberst Kurzmann den Raum betrat. Augenblicklich salutierten alle Anwesenden vor ihm.
„Sir… Das Experiment zeigt ein bemerkenswertes Ergebnis. Der Kristall reagiert auf seine Chronoton-Verstrahlung in einer Art wie ich es nicht erwartet hatte. Es ist möglich dass er den dimensionalen Riss mit den Chronotonen die er aufgenommen hat versiegeln kann. Dann wäre es als ob nichts hiervon jemals stattgefunden hätte. Allerdings, Sir…“, erklärte Palmer schnell.
„Allerdings was?“, meldete sich Oberst Kurzmann nun äußerst aggressiv zu Wort, so dass Palmer sogar kurz schlucken musste.
„Ich kann weder dafür garantieren, dass die Zeitlinie und alle unsere Fortschritte dabei erhalten bleiben, noch dass das Versuchsobjekt Gamma überleben wird. Im schlimmsten Falle wird der Kristall sich selbst, das Versuchsobjekt Gamma, und damit alles was beide ausgelöst haben, aus der Zeitlinie löschen. So als hätte nichts davon jemals existiert“, erklärte Palmer nun weiter.
„Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für diesen Ausgang?“, fragte Kurzmann noch aggressiver als vorher und jeder im Raum konnte dem Oberst ansehen, dass er gerade schwer mit seiner Selbstbeherrschung kämpfte.
„Der eben beschriebene Worst Case kommt auf ganze 33%. Die anderen Varianten bei der nur ein Teil von zutrifft ebenso, Sir“, antwortete der Leutnant.
„Also ist gibt es eine Variante in der wir nur ihn verlieren?“, fragte Kurzmann noch einmal nach und Palmer nickte zustimmend. „Und die Chronoton-Blasen? Können sie nicht die Basis und alle unsere Fortschritte vor den Auswirkungen schützen?“, fragte Kurzmann weiter.
„Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen, Sir. Es besteht eine Chance, aber ich weiß nicht einmal wie hoch die ist“, antwortete Palmer immer kleinlauter und Julian konnte hören wie er ängstlich vor dem Oberst in sich zusammen sackte.
„In Ordnung. Bringt ihn wieder zurück in seine Zelle. Finden sie heraus wie wir unsere wissenschaftlichen Fortschritte, die wir hier gemacht haben schützen können und dann bringen sie´s zu Ende und lassen sie ihn hier diesen Riss reparieren“, befahl Kurzmann dann jedoch und Palmer wischte sich erleichtert den Schweiß von der Stirn, nachdem Kurzmann den Raum verlassen hatte.
„Was tun wir jetzt, Sir?“, sprach einer der Männer nun Palmer an.
„Na, das was er gesagt hat. Bringen sie das Versuchsobjekt Gamma zurück in seine Zelle und dann werden sie…“, sagte Palmer noch und brach seinen Satz ab als ein gewaltiges krachendes Geräusch durch die gesamte Militäranlage schallte. „Was war das?“, fragte er dann vollkommen irritiert, als es noch einmal krachte und nun auch noch Geräusche von Schüssen und panische Schmerzensschreie von Soldaten folgen sollten. „Was geht hier vor sich?“, rief er noch einmal aus als plötzlich die Tür des Raums aufgesprengt wurde und eines der gewaltigen Alien-Exoskelete eintrat.
„Wir werden angegriffen!!!“, schrie schnell einer der Soldaten aus.
„FEUER!!!!“, schrie ein weiterer als alle Anwesenden mit ihren Sturmgewehren auf das Exoskelet anfingen zu feuern, aber nicht den geringsten Schaden daran anrichteten.

Nicht zu unterschätzende Explosionen bildeten sich im Raum als das Exoskelet mit zwei Plasma-Kanonen aus dem Torso zurück feuerte, aber lediglich die Deckungen traf, die sich die Soldaten schnell gesucht hatten. Auch Palmer hatte eine solche Deckung aufgesucht und sah sich das Geschehen von dort aus an. Julian war dagegen einfach an Ort und Stelle stehen geblieben wo das Militär ihn zurück gelassen hatte. Sicher könnte er im Kreuzfeuer getroffen werden, aber das interessierte ihn im Moment recht wenig. Ebenso interessierte es ihn nicht, dass anscheinend die Aliens ein ausreichendes Interesse an ihm hatten um in diese Militär-Anlage einzudringen. Weiter feuerten die Soldaten mit ihren Sturmgewehren auf das Exoskelet, aber richteten keinen Schaden daran an.
„Wir brauchen schwerere Waffen, Sofort!“, schrie einer der Soldaten, bevor das Exoskelet an den Schultern zwei weitere größere Waffen ausfuhr und diese direkt abfeuerte. Gewaltige, durchsichtige Wellen aus Schall fegten über die Deckungen hinweg und zerbröselten nicht nur sie, sondern zerfetzten auch sämtliche Soldaten die sich dahinter versteckt hatten. Ein weiteres Exoskelet betrat den Raum und dann noch eins, während das erste bereits erste flüchtende Soldaten in einem entsprechend blutigen Vorgang mit den Plasma-Kanonen verdampfte. Plötzlich erhoben sich mehrere Soldaten aus der Deckung und feuerten ihre Raketenwerfer auf die Exoskelete ab, die sich bereits wie eine Mauer schützend vor Julian platziert hatten. Gewaltige Explosionen umschlossen die Kampfanzüge außerirdischer Herkunft, aber hinterließen offensichtlich immer noch keinen Schaden.
„Haltet weiter durch! Die Chrono-Divisionen sind bereits auf dem Weg!“, rief einer der Soldaten durch das gewaltige Chaos aus Explosionen und Waffenfeuer hindurch, während sich zwei weitere Exoskelete der Gruppe anschlossen und das Militär weiter in Bedrängnis brachten.
„Wenn es noch mehr werden, werden wir alle tot sein, bis die hier angekommen sind!“, schrie ein anderer Soldat zurück, als plötzlich ein weiterer völlig panisch schreiend seine Deckung verließ und von einem der Plasma-Projektile der Exoskelete getroffen und verdampft wurde. In all dem Waffenfeuer wandte sich nun eines der Exoskelete Julian zu. Es sagte nichts, es hatte sich im lediglich zugewandt. Dann schien der Insasse entschieden zu haben, dass ein Kommunikationsversuch in dieser Situation ohnehin zwecklos war, denn nun packte sich das Exoskelet Julian einfach, warf ihn über seine Schulter und machte sich geschützt durch die anderen vier auf den Weg aus dem Raum. Ab diesem Moment bewegten sich die fünf Rüstungen schnell und zielgerichtet. Julian vermutete in Richtung des Ausgangs, aber für den Moment war ihm das auch egal. So wie ihm alles egal war. Ebenso war es ihm egal, dass nach und nach fünf weitere Exoskelete aus verschiedenen Gängen der Basis zur Gruppe hinzu stießen und sich anschlossen. Julian konnte lediglich vermuten, dass sie ihr Ziel abgeschlossen hatten und nun auf der Flucht waren. Eines davon war offensichtlich er gewesen, was die anderen Exoskelete getan hatten wusste er nicht und es war ihm auch egal. Was ihm jedoch von einem auf den anderen Moment weit weniger egal sein sollte, war die Frage weshalb die Aliens ihn mitgenommen hatten. Schneller als ihm lieb war folgte die Erkenntnis, dass diese Aliens nun die nächsten wären, die Experimente mit und an ihm durchführen würden. Genauso schnell folgte jedoch die Erkenntnis, dass er den zehn Exoskeleten nicht entkommen könnte zumal es wahrscheinlich unmöglich wäre sich aus dem Griff des Kampfanzugs zu befreien, der ihn gerade transportierte.

Julian war durchaus überrascht davon wie gewaltig diese Anlage des Militärs war. Die Exoskelete bewegten sich schnell durch das was auf Grund der gewaltigen Größe wirkte wie der Haupttunnel und immer noch war der Ausgang nicht einmal ansatzweise in Sicht. Wenn das so weiter gehen würde, würde dieser Einsatz der Aliens möglicherweise noch scheitern, dachte Julian sich, was ihm aber in Anbetracht dessen was er erwartete eher recht sein sollte. Plötzlich wandte sich eines der anderen neun Exoskelete dem zu das Julian transportierte, während sie weiter ihrer Richtung folgten. Julian verstand die seltsamen Laute mit denen die Aliens kommunizierten immer noch nicht, aber offensichtlich gab es Informationen, die so bedeutend waren, dass sie genau jetzt ausgetauscht werden mussten. Plötzlich fegte eine Rakete nur knapp an Julians Kopf vorbei und krachte irgendwo weit hinter der Alien-Eingreiftruppe in den Boden, wo sie explodierte. Als Julian sich auf Grund der Knappheit dieser Situation kurz nach vorne wandte konnte er sehen, dass sich das Militär bereits vor dem immer noch verschlossenen Ausgang platziert und dort einiges aufgefahren hatte. Neben einer für Julian kaum noch erfassbaren Anzahl an Soldaten, hatten sich auch bewaffnete Gelände-Fahrzeuge und Panzer dort platziert. Was Julian jedoch am meisten auffallen sollte, waren die Exoskelete des Militärs. Diese waren genauso groß wie die der Aliens, aber wirkten wesentlich massiver, wenngleich nicht ganz so fortschrittlich auf ihn wie der Aliens. Was ihm ebenfalls auffiel waren die eigenartigen, metallischen Armbänder an den Armen einiger Soldaten. Ebenso die Tatsache, dass es sich bei den Gewehren der Soldaten nicht um die üblichen Standardmodelle handelte. Julian konnte lediglich vermuten, dass es sich um Waffen handelte, die auch diesen Aliens gefährlich werden konnten, ansonsten hätten sie sich wahrscheinlich eher nicht hier aufgebaut und versucht die Aliens zu stoppen.
„STEHN BLEIBEN IHR DRECKSVIECHER!“, schrie einer der Soldaten autoritär aus während alle Anwesenden immer noch mit ihren Waffen aufeinander zielten. Auf Julian wirkte die Situation bedrohlicher als alle die er bisher erlebt hatte. Das schloss sogar die Schlacht der Aliens gegen die dimensionalen Eindringlinge mit ein, die er zusammen mit Christina durchgestanden hatte. Momentan feuerte keiner einen Schuss ab. Wahrscheinlich waren beide Fraktionen sich unsicher ob sie einander gewachsen waren. Plötzlich explodierte hinter den Soldaten das gewaltige Tor und gab den Weg nach draußen frei, wo Julian bereits eines der Raumschiffe über der Basis schweben sehen konnte. Soldaten wurden dabei von ihren Beinen gerissen. Einer der bewaffneten Geländewagen überschlug sich sogar einmal und einer der Panzer wurde kurz an der dem Tor zugewandten Seite nach oben angehoben. Schnell eröffneten die übrigen Soldaten das Feuer auf die Exoskelete, die sich bereits in Bewegung gesetzt hatten. Sehr zu Julians Überraschung handelte es sich bei den Waffen der Soldaten um rote Energie-Projektile. Einige davon krachten in das Exoskelet links neben ihm und rissen diesem den rechten Arm ab. Nun griffen die Exoskelete des Militärs ein und feuerten mit ganzen Schwärmen aus Raketen. Schnell hatte sich eines der Alien-Exoskelete vor die Gruppe platziert und einen Energie-Schild projeziert der die Raketen und deren Explosionen abhalten sollte. Ein anderes Exoskelet feuerte gerade mehre Plasma-Ladungen in die Reihen des Militärs und ließ einige Infanteristen in einem blutigen Vorgang zerplatzen. Plötzlich begannen sich jedoch einige von ihnen einfach von selbst wieder zusammen zu setzen und standen dann völlig unversehrt wieder dort wo sie von der Plasma-Ladung getroffen worden waren. Sie brauchten jedoch einen kurzen Moment um zu realisieren, was gerade geschehen war, bevor sie das Feuer wieder eröffneten. Erneut begannen sich die Aliens in ihrer unbekannten Sprache zu besprechen, bevor das Exoskelet das Julian transportierte zusammen mit zwei weiteren vor stürmte und versuchte einfach durch den Ausgang zu brechen. Eines der Militär-Exoskelete platzierte sich in ihren Weg und feuerte einen neuen Schwarm Raketen ab. Aber die drei Alien-Exoskelete aktivierten ihre Schubdüsen und beschleunigten noch schneller, so dass die Raketen sie verfehlten. Anhand der Bewegungen konnte Julian erkennen, dass sich das Militär-Exoskelet auf einen Nah-Kampf vorbereitete, als es plötzlich von einem der anderen sieben Alien-Exoskelete zur Seite weg gerammt wurde. Einer der beiden Panzer richtete seine Kanone auf den Kampfanzug der Julian transportierte aus und feuerte, aber einer der drei Begleiter warf sich dazwischen und fing das Projektil ab. Eine gewaltige Explosion riss die gesamte Front des Alien-Kampfanzugs ab, welches daraufhin frontal und regungslos zu Boden fallen sollte. Ein weiteres Militär-Exoskelet platzierte sich plötzlich in den Weg der nun nur noch zwei Alien-Exoskelete, zog ein gewaltiges Breitschwert und schlug direkt damit zu, wurde jedoch von dem Exoskelet dass Julian nicht transportierte mit beiden Armen abgefangen, während das andere einfach mit Hilfe seiner Hecktriebwerke daran vorbei zog. Julian konnte noch sehen wie beide Exoskelete in einen Faustkampf miteinander gerieten, den keiner zu gewinnen schien, bevor sich für Julian die Welt für einen kurzen Moment in blauen Streifen aufzulösen schien und sich dann aus diesen neu zusammen setzte. Als der Vorgang beendet war sollte er sich in einer völlig neuen Umgebung wieder finden. Anhand der Optik erkannte er schnell, dass es sich um eines der Alien-Schiffe handeln musste. Plötzlich durchzog eine Erschütterung das Schiff. Dann eine weitere. Julian vermutete Waffenfeuer des Militärs vom Boden aus. Aber er hatte weder die Zeit noch das Interesse sich darüber Gedanken zu machen, denn nun ließ das Exoskelet, das ihn her gebracht hatte, ihn recht unsanft zu Boden fallen, wo ihn zwei weitere Aliens an den Armen packten und an einen anderen Ort schleiften. Julian konnte lediglich vermuten wohin, aber er fühlte lediglich Gleichgültigkeit gegenüber allem, auch gegenüber der Frage wohin sie ihn brachten.

Und wieder sollte Julian sich in etwas wieder finden, dass ihn am ehesten an eine Gefängniszelle erinnern sollte. Aber zumindest hätte er in diesem Raum minimale Bewegungsfreiheit gehabt, wenn ihn das denn überhaupt noch interessierte. Direkt nachdem man ihn dort eingeschlossen hatte war er einfach in sich zusammen gesackt so das er nun mitten im Raum auf dem Boden saß und dort einfach nur in die völlige Leere starrte. Mittlerweile hatten die Erschütterungen des Schiffes aufgehört, was ihn vermuten ließ, dass sie sich entweder wieder im Weltall oder an einem anderen Ort über der Erdoberfläche befanden. Da er keinen Blick nach außen hatte, war es ihm auch nicht möglich abzuschätzen wie viel Zeit vergangen war und wie oft sich die Zeitlinie zurück gesetzt hatte, falls sie das überhaupt hatte seitdem ihn das Militär gefangen genommen hatte. Aber nach seinem eigenen, nicht sehr zuverlässigen, Zeitgefühl schätzte er dass bereits mehrere Wochen vergangen waren. Kim und Sandra wären jetzt ohnehin schon tot und Christina hatte er durch die Hand dieses Oberst Kurzmann sterben sehen. Und selbst wenn er ein Leben ohne diese drei versuchen würde zu führen, es gab weder Metal Festivals noch Video-Spiele noch irgendetwas was ihm das Leben in irgendeiner Art und Weise lebenswert hielt. Es gab für ihn ab jetzt keinen Grund mehr überhaupt noch existieren zu wollen. Vielleicht hätte er diesen Leutnant Palmer besser das Experiment mit diesem seltsamen Kristall durchführen lassen sollen. Dann wäre eventuell alles vorbei gewesen. Julian konnte hören wie sich die Tür zu seiner Zelle öffnete, aber es war ihm egal. Er bevorzugte es weiter mit einem völlig leeren Blick auf den Boden vor sich zu starren.
„Julian! Oh mein Gott!“ , konnte er eine ihm erstaunlich bekannte weibliche Stimme rufen hören die ihn an eine seiner beiden besten Freundinnen erinnerte.
„Was haben sie dir bloß angetan?!“, rief eine weitere weibliche Stimme aus, die ihm ebenfalls bereits bekannt war. Im Anschluss konnte er eine Umarmung auf der rechten Seite seines Körpers fühlen wie er sie schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Als er langsam den Kopf hob um nachzusehen konnte er lange blonde Haare erkennen, die in Kombination mit der Stimme lediglich zu Kim gehören konnten und als er weiter durch den Raum sah erkannte er Sandra, die nun ebenfalls zu ihm kam um ihn auf der anderen Seite zu umarmen. Julian wusste überhaupt nicht mehr wie er jetzt reagieren sollte. Als er den Mund öffnete um etwas zu sagen kam kein einziger Laut heraus. Mehrmals versuchte er etwas zu sagen, aber es war ihm überhaupt nicht mehr möglich. Er musste doch gerade halluzinieren oder so etwas. Vielleicht hatten ihm die Aliens irgendetwas injiziert, was ihn glauben ließ dass diese beiden jetzt gerade bei ihm waren. Aber diese Umarmungen fühlten sich zu real an um es nicht sein zu können. Und dennoch… Wie war es überhaupt möglich dass diese beiden jetzt in diesem Moment hier bei ihm waren? Sollten sie nicht schon längst tot sein? Getötet von einem der Horror-Monster der Plage? Instinktiv wollte er sich aus der doppelten Umarmung befreien, aber er war zu schwach dazu. Genauso wie er zu schwach war um etwas zu sagen. Dazu waren seine Gedanken völliges Chaos. Selbst wenn er hätte sprechen können, es wäre ihm gar nicht möglich die passenden Worte zu finden.
„Ich… Ihr… Sie…“, brachte er lediglich schwach heraus und Sandra löste sich als erste von ihm, Kim folgte direkt darauf, so dass beide Frauen ihm jetzt mit ihrem Blick der gleichermaßen Freude ihn zu sehen als auch Besorgnis über seinen Zustand ausdrückte ansahen.
„Ist schon gut, Julian. Du musst nichts sagen“, sagte Kim, lächelte ihn unglaublich freundlich an und strich ihm sanft mit ihrer Hand über die Wange.
„Alles ist gut, Julian. Du bist hier sicher“, fügte Sandra noch hinzu, lächelte ebenfalls und umarmte ihn wieder, was dazu führte dass Kim schnell das Selbe tat.
„Aber… Ihr… Wie…“, brachte Julian gerade noch heraus als eine weitere Person den Raum betrat und sich die Frage fast von selbst beantwortete. Es handelte sich um Christina. Offensichtlich war sie immer noch am Leben und nicht nur das. Sie trug einen ähnlichen Arm-Panzer an ihrem rechten Arm wie Julian ihn ebenfalls am linken Arm trug. Es war vollkommen klar, dass sie ebenfalls in Kontakt mit den Aliens getreten sein musste. War sie es auch gewesen, die diese Außerirdischen dazu überredet hatte in die Militär-Anlage einzudringen und ihn dort heraus zu holen? War sie es auch gewesen, die Kim und Sandra gerettet hatte, eine Sache die Julian in hundert Zeitschleifen nicht möglich gewesen war? Und überhaupt… Julian war völlig unfähig seiner gesamten Erleichterung gerade Ausdruck zu verleihen. Er versuchte es zu verhindern, aber je mehr er es versuchte zu umso stärker liefen ihm die Tränen einfach über das Gesicht.
„Ist schon in Ordnung, Julian. Alles ist gut“, sagte nun auch noch Christina mit ihrer zuckersüßen Stimme und Julian entschied sich seinem Ausbruch freien Lauf zu lassen. Schnell begann er jeweils einen Arm um Kim und um Sandra zu legen und die Umarmung zu erwiedern während er einfach nicht aufhören konnte vor Erleichterung zu weinen und dabei jeden Schluchzer förmlich aus sich heraus zu schreien.


Es hatte eine ganze Weile gedauert bis Julian seinen Zustand hinter sich gelassen hatte und endlich wieder fähig war einen klaren Gedanken zu fassen. Zunächst hatten Kim und Sandra ihm noch auf die Beine geholfen, so dass er nun mit den anderen drei im Raum stand. Er hatte so unglaublich viele Fragen, dass er gar nicht genau wusste wie er sie überhaupt alle formulieren sollte. Genauso wenig wusste er wie er die ganzen Informationen alle verarbeiten sollte. Es war so unglaublich viel geschehen, während das Militär an ihm herum experimentiert hatte. Was das erste war was er den drei Damen erzählte. Alles, inklusive aller der Details, die sie möglicherweise gar nicht hören wollten.
„Oh mein Gott, Julian… Das… Ich weiß gerade gar nicht was ich sagen soll…“, kommentierte Sandra als erste. Julian wusste es auch nicht. Er nickte einfach nur mit dem Kopf.
„OK. Jetzt bin ich dran. Wie viel Zeit und wie viele Loops sind vergangen, während ich weg war? Was macht ihr beiden hier? Und wie kommt es dass du überhaupt noch am Leben bist?“, fragte Julian irritiert und richtete seine letzte Frage ganz klar an Christina, die er in der Basis sterben gesehen hatte.
„Naja… Ich weiß es nicht um genau zu sein… Die Zeit hat sich zurück gesetzt und ich bin ganz normal auf dem Festival aufgewacht. Die Aliens vermuten, dass ich den Loop genauso auslösen kann wie du, wenn ich gerade nicht in derselben Zeitblase existiere wie du… Ja, genau… Das war es was er gesagt hatte“, antwortete Christina, die offensichtlich etwas unsicher wegen der wissenschaftlichen Details war. „Ich bin sofort zu deinem Transporter, aber du warst nicht dort. Und da hatte ich direkt die Vermutung dass du noch beim Militär wärst und nach dem was dieses Schwein mir angetan hatte, wusste ich dass ich dich nicht einfach dort drinnen lassen konnte. Also hab ich die Aliens dazu überredet mir auch so ein Teil zu geben. Das war noch recht einfach. Und die beiden haben sich recht einfach überzeugen lassen, nachdem ich das Ding am Arm hatte“, erklärte Christina weiter und deutete bei „die beiden“ auf Kim und Sandra.
„Naja, uns war aber recht schnell klar, dass wir nicht zu dritt gegen die Armee kämpfen konnten…“, meldete sich Kim nun zu Wort.
„…Also sind wir nochmal zu den Aliens und haben es geschafft die zu überzeugen, dich da raus zu holen und naja… Nebenbei noch ihre Technologie die das Militär sich geborgen hatte zu zerstören“, erklärte Christina weiter.
„Naja… Das wird nichts genutzt haben. Die haben schon längst was eigenes entwickelt und machen wirklich schnell Fortschritte“, warf Julian dazwischen ein.
„Verdammt… Dann war das also alles umsonst…“, fluchte Christina niedergeschlagen.
„Du solltest wissen... Diese Aliens davon zu überzeugen uns zu helfen war wirklich nicht einfach. Ein paar Mal haben sie uns alle drei sogar einfach umgebracht, sagt zumindest Christina. Aber der Time Loop hat es wohl wieder in Ordnung gebracht“, erklärte Sandra weiter.
„Wie viele Loops sind denn vergangen? Wie lange war ich weg?“, warf nun Julian ein und er konnte selbst fühlen wie seine innere Anspannung zunahm. Er fürchtete die Antwort auf diese Frage fast noch mehr als alles andere.
„Ich weiß es nicht genau. Zehn? Vielleicht Zwanzig? Julian… Es tut mir wirklich leid dass es so lange gedauert hat… Ich…“, begann Christina sich schnell zu entschuldigen, aber Julian unterbrach sie schnell durch heben seines Arms und schüttelte kurz den Kopf. Als ob Christina irgendetwas hätte wofür sie sich bei ihm entschuldigen müsste. Vor kurzem hatte er noch gedacht sie wäre tot und daran dass ihm jemand dort unten überhaupt zu Hilfe kommen würde hatte er ohnehin niemals geglaubt. Christina schien die Geste verstanden zu haben und zeigte an ihrer Körperhaltung wie sehr sie das gerade erleichtert hatte. Sie versuchte sich die Tränen zurück zu halten, aber sie liefen ihr scheinbar einfach aus den Augen.
„Und wie viele Stunden sind wir schon in diesem Loop?“, fragte Julian weiter.
„Sieben oder Acht“, antwortete nun Kim.
„Aber die Aliens haben gemeint, dass die Zeit in der Basis und der Außenwelt ohnehin anders vergeht und das alles gar nichts…“, begann Sandra weiter zu erklären und Julian unterbrach sie erneut durch heben seines Armes. Auch diese beiden hatten nichts wofür sie sich bei ihm entschuldigen mussten.
„Das Festival?“, fragte Julian weiter nach und Christina schüttelte unter Tränen den Kopf. „Und… Jake?“, fragte Julian vorsichtig weiter nach und Christinas Tränenausbruch intensivierte sich, während sie verneinend den Kopf schüttelte. Offensichtlich war das Festival dennoch angegriffen worden und Christinas Freund gestorben. Noch etwas vorsichtig und unsicher ob Christina ihm das erlauben würde und darüber wie Kim und Sandra darauf reagieren würden, entschied Julian sich dennoch Christina zu umarmen und sie sich an ihm ausweinen zu lassen.
„Ist schon gut… Wir werden einen Weg finden um ihn zu retten… Ihn und den Rest des gesamten Festivals… Ich verspreche es“, sagte er dann leise zu ihr und Christina erwiederte kurz sie Umarmung, löste sich jedoch sehr schnell wieder und schien ihren Gefühlsausbruch dann auch wieder unter Kontrolle gebracht zu haben.
„OK. Ich werd euch drei dann mal alleine lassen. Ihr habt euch bestimmt noch vieles anderes zu erzählen“, kommentierte sie dann, bevor sie schnell und nach Julians Gefühl fluchtartig den Raum verließ.
„Sie mag dich, Julian“, warf nun Kim ein.
„Christina? Echt jetzt? Ach erzählt doch keinen Quatsch. Die hat doch schon nen Freund“, antwortete Julian verlegen.
„Was dachtest du denn weshalb sie gerade so schnell aus dem Zimmer gestürmt ist?“, warf nun Sandra ein und Julian konnte nicht vermeiden dass ihn diese Frage unglaublich irritierte.
„Sie hat sich schnell aus dem Staub gemacht, damit sie nichts unüberlegtes tut“, erklärte Kim nun an Sandras Stelle.
„Ich weiß ja nicht… Ich glaube eher ihr habt zu viele Liebes-Filme geguckt oder so…“, kommentierte Julian und kratzte sich erneut verlegen am Hinterkopf, während Kim und Sandra zeitgleich anfingen zu kichern.
„Unser Julian… Nach allem was er schon erlebt und gemeistert hat…“ „…hat er immer noch Probleme mit seinem Selbstwertgefühl“, kommentierte nun zuerst Sandra und dann Kim und Julian begann beherzt drauf los zu lachen. Es war kein Lachen über die Situation. Er war einfach nur glücklich dass er noch lebte und dass er diese beiden wieder an seiner Seite hatte.
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OK. Der Teil war gar nicht einfach zu schreiben gewesen für mich. Ich hab ihn mehrfach gelöscht und neu geschrieben und ganz zufrieden bin ich damit auch immer noch nicht. Besonders der Action-Part wo Julian aus der Basis geholt wird fühlt sich für mich nicht wirklich gelungen an. Der Rest könnte aber auch besser sein irgendwie, aber ich hab auch so ein Gefühl wie: Besser wird´s nicht. Mach den Deckel drauf und hau´s raus. :headbang:
Ich hoffe trotzdem dass der Teil irgendwem gefallen hat und ich hoffe ihr seid auch zum nächsten Kapitel wieder dabei, dass den Titel "Ein riskanter Plan" tragen wird. :mrgreen:
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